Der Tag 16/3

  • Frau geht früh zur Arbeit. Nein, sie fährt natürlich. Coronatests durchführen. Ehrenvolle Aufgabe in diesen Zeiten und offensichtlich nicht sehr gefährlich. Bisher gab es keine positiven Fälle. Und eigentlich ist es normal. Die Leute, die sie testet – Lehrer, Personal von Kindertagesstätten u. ä. – würde zu so einem Test nicht zur Verfügung stehen, wenn es bereits Symptome gäbe. Aber gut – Frau ist beschäftigt. Das ist gut. Hilft auch, von der Panik abzulenken, die sich ihrer zu bemächtigen gedenkt, wenn sie an die bevorstehende Heilpraktikerprüfung (mündlich) denkt.
  • Ich darf also den Morgengassigang machen. Das Wetter ist nicht schlecht, der Gang angenehm und exkrementell erfolgreich. Bürgermeisterin und ihre Luise getroffen. Der blonde Labrador Retriever ist mindestens so begeistert von unseren Begegnungen wie Naomi und sogar Kim. Kein Wunder: Leckerlis, Leckerlis, Leckerlis …
  • Um 9 Uhr Hundeschwimmen. Zuerst Naomi, diesmal ohne panischen Gesichtsausdruck, aber mit irgendeinem Ohrproblem. Vermutlich ist Wasser reingelaufen. Aber im Wasser hilft Schütteln wenig.

Danach Kimmi. Während sie warten musste, hat sie gezittert. Aufregung, vielleicht auch ein wenig Angst, Bammel eher. Sie ist zwar ein Labradormix, aber Wasser ist nicht ihr Ding. Trotzdem schwimmt sie tapfer und so, wie es sein soll:

  • Später daheim Arbeiten für den Naturwanderführer (oder wie man das Werk bezeichnen möchte). Es gibt nicht viel zu tun. Zwei Texte, weitere Texte sollen noch folgen, sind aber noch nicht da. Vor allem fehlt mir eine seit bald zwei Wochen versprochene InDesign-Layoutdatei, damit ich eine Bewerbung layouten kann. Eigentlich würde ich lieber mit dem Publisher arbeiten, aber hier gibt es ein fertiges Layout – das ich noch nicht habe. Also dümple ich so vor mich hin.
  • Derweil liegen die Hunde in Frau Haitels Arbeitszimmer beim Trocknen:

Und wie immer sind die beiden dunklen Mädchen sehr kontrastarm. Schade.

  • Mittagsgassi fällt aus, die Hunde sind noch (zu) feucht.
  • Stattdessen geht es mit Gabi Behrends Storys weiter, Geschichten von meinem literarischen Licht in diesen trüben Zeiten …
  • 13:45: Kim wird nervös. Wepsig. Sie steht dann neben meinem Stuhl, brummelt, mufft, ihre Rute rotiert. Entweder muss sie pieseln oder langweilt sich. Pieseln war’s nicht – also ist Zeit für einen Gassigang. Der besteht derzeit häufig aus Gassistehen. Naomi, die sowieso ein Schnüffeltier ist, schnüffelt sich den Wolf, und neuerdings interessiert sich Kim immer mehr, was ihre Freundin da so erschnüffelt, also stehen sie beide da, schnüffeln, oftmals regelrecht ineinander verkeilt. Ich würde lieber strammer marschieren, aber gut … es lässt sich nicht ändern. Ich hasse es, die beiden Hunde hinter mir herzuschleifen.
  • Gabis Storysammlung – die übrigens den Titel »Die Liebesmaschine tragen wird – entwickelt sich zu einer Sammlung potenzieller Preisträgergeschichten. Sauber. Allerdings finde ich – nebst reichem Fehlerschatz – sogar noch einige Stellen, an denen man lektorisch eingreifen kann. Nur marginal, nichts Gravierendes.
  • Um 16:15 letzter Gassigang. Ohne besondere Vorkommnisse.
  • Und dann Belege: Rechnungen, Lieferscheine … »Diagnose|F« ist ins Lager gebucht worden …

Die Grünen sind raus

Es gab mal eine Zeit, da habe ich die Grünen gewählt. Es gab keine Alternative für mich, jedenfalls keine, die mir sinnvoll erschien. Vielleicht hatte ich da den Wahlomat nicht befragt, vielleicht wusste ich gar nicht, dass es ihn gibt (was mir heute nicht mehr passiert). Mindestens einmal habe ich den Grünen meine Stimme gegeben, und ich weiß, das ist lange her. Und es wird mir ganz sicher nicht mehr passieren.

Es gibt viele Gründe, warum das so ist. Winfried Kretschmann, grüner Ministerpräsident in Baden-Württemberg, zeigt wohl am deutlichsten, wie weit sich die Grünen von ihrem ursprünglichen Denken und Argumentieren entfernt haben. Robert Habeck kann bestenfalls und netterdings als Schwätzer durchgehen. Und was die zahlreich vorhandenen weiblichen Mitgliedenden angeht, so müssen sich nicht wenig schon ordentlich lang machen, um einigermaßen ansehnlich zu sein.

Aber das ist nicht das eigentliche Problem. Vielmehr reagierten die Hamburger Grünen auf die Idee der Witwe des Jan Fedder, weit über Hamburg hinaus bekannter Schauspieler und ein echtes Hamburger Original, die Flaniermeile an den Landungsbrücken nach ihm zu benennen, mit einer mehr als krausen Forderung, die schlicht und ergreifend nicht nur nicht akzeptabel, sondern einfach nur bodenloser Schwachsinn ist.

Der VDS-Infobrief vom 06.02.2021 vermeldet dazu:

Gender-Streit um Jan-Fedder-Promenade

Der Schauspieler Jan Fedder war ein Hamburger Original. Er starb 2019 , am Hamburger Hafen soll die Flaniermeile an der Landungsbrücke nach ihm benannt werden. Während zunächst der Vorschlag seiner Witwe begrüßt wurde, regt sich nun Widerstand. Nach dem Willen der Fraktion sollen künftig keine Straßen, Plätze oder Brücken mehr nach „cis-Männern“ benannt werden. So einer war Fedder, und das – so die Grünen in der Bezirksfraktion Hamburg-Mitte – würde das Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen bei der Benennung von Straßen und Plätzen verschärfen. Seit 1974 wurden in Hamburg 404 Verkehrsflächen nach Männern benannt, 162 nach Frauen. Die Grünen haben daher einen eigenen Antrag eingereicht: „Priorität sollen weibliche und diverse Benennungen haben. Ausnahmen für Männer wären aber möglich. Dann müsste aber ein besonderer Grund für die Ehrung eines Mannes vorliegen und zeitgleich eine Fläche nach einer Frau, einer inter, trans* oder non-binary Person benannt werden, heißt es im Antrag“, schreibt das Portal moin.de. In der Meldung des Abendblattes werden cis-Männer erwähnt. Wer an die Tongeschlechter denkt (cis-Moll, Cis-Dur), der irrt. Die Präfixe cis und trans (diesseits und jenseits) entdeckt man beispielsweise auf Reisen: die cisalpine und die transalpine Seite der Berge.

Dieses höchst zweifelhafte Kabinettstückchen jedenfalls ist für mich Anlass, die Grünen bei zukünftigen Wahlen nicht einmal mehr ansatzweise als wählbar in Betracht zu ziehen.

Die (übrigens sehr interessanten) Quellen: vds-ev.de, mopo.de, moin.de, abendblatt.de

Mit angemessener Verspätung

Diese Ausgabe der ANDROMEDA NACHRICHTEN litt unter großer Verspätung; fast einen Monat später als regulär üblich erschien die Ausgabe 272 Ende Januar bzw. Anfang Februar, und es lag nicht an der Druckerei, sondern an mir und meinen zeitlichen Möglichkeiten. Und nun, einen weiteren Monat später, will ich auch hier verkünden, dass es die Ausgabe gibt:

ANDROMEDA NACHRICHTEN 272
SFCD e.V., Winnert, Januar 2021, 148 Seiten A4, EUR 8,00. Bezug: SFCD-Archiv, archiv[at]sfcd.eu

Der Inhalt:
Impressum 3 * Notorische Verspätungen (Vorwort) 3 * Leserbriefe 3 * ESFS-Awards 2021 8 * Gewinnspiel AN 271 8 * Dieter Steinseifer – Nachrufe auf einen großen Menschen 8 * Conventions 12 * Curt-Siodmak-Preis 2021 14 * Fantasy 15 * Nostalgia 27 * Science Fiction 31 * Zwielicht 36 * Cinema 42 * Comix 51 * eGames 57 * Perry Rhodan 65 * Science 76 * FanzineKurier 90 * Reissswolf 99 * Schlachtplatte 110 * StoryFiles 142

Das Titelbild stammt von Lothar Bauer.

Zum Tage 2/3

Heute habe ich das Korrektorat und die Layoutvorbereitungen für den vierten Klaus-Hübner-Band der Reihe »Kein Twitter, kein Facebook« in Angriff genommen. Kräftiger Stoff über Literatur aus verschiedenen Ecken Europas. Zwei Drittel habe ich heute durchgenommen, es ging um die Schweiz und zuletzt um Tschechien. Und es geht sehr stark um historische Themen, weniger um aktuelle Autoren, als um das, was man im einfachen Deutsch als »Klassiker« zu bezeichnen pflegt. Ich bin auf das letzte Drittel gespannt, und ebenso darauf, wie umfangreich das Bildmaterial im Netz sein wird, denn zu den besprochenen Buchtiteln bringe ich ja immer auch die Coverabbildungen, bisweilen auch Fotos der Autoren (was abhängig vom Layout ist).

Wenn der vierte Band erschienen ist, werden alle vier Bände als Sammlung zu einem speziellen Preis zu beziehen sein, möglicherweise sogar in einem Schuber. Ich überlege.

Vier Filme

An manchen Tagen geht mir das normale TV-Programm auf den Keks. Meine bevorzugten Sender – NITRO, ZDFneo, ONE, eventuell noch SIXX, auch der NDR – liefern manchmal ein Programm, das ich nicht mag. Das passiert nicht nur, aber vor allem am Wochenende. Ich schrieb hier schon davon. Dann gönne ich mir einfach Filme aus meiner Sammlung. Zum Beispiel:

30 Grad unter Null
(Centigrade, https://www.imdb.com/title/tt8945942)
Ein Kammerspiel, wenn man es genau nimmt. Ein Pärchen ist in einem Auto irgendwo in Norwegen eingeschneit. Sie ist schwanger. Er ist der Depp, der nicht weiterfahren wollte. Nun sitzen sie da, eingeschneit, das Auto lässt sich nicht öffnen. Tagelang sitzen sie dort. Es gibt Notwendigkeiten und Nöte, es gibt die typischen Konflikte eines Paares in einer solchen Extremsituation. Das Baby wird geboren, der Mann stirbt. Und zum Schluss kann die Frau sich und ihr Neugeborenes befreien und findet Hilfe.
Die Atmosphäre kann die Situation, in der sich die beiden befinden, nicht adäquat wiedergeben, der Film bleibt flach und anspruchslos. Und dazu kommt noch, dass er über lange Strecken so kontrastarm ist, dass man ihn besser im Dunkeln anschauen sollte. Wenn überhaupt.

A Quiet Place
(https://www.imdb.com/title/tt6644200)
Eine postapokalyptische Welt, in der die Menschen mit Monstern konfrontiert sind, die extrem gut hören und auf Geräusche reagieren, um zu töten, was sie hören. Eine Familie … Ein Junge geht verloren, weil er nicht auf seinen Vater hört und sein Spielzeug Geräusche macht, die die Monster anlocken – und die sind schnell. Es gibt die typischen Probleme einer Familie mit einer pubertierenden Tochter – die noch dazu taubstumm ist – und einem ängstlichen Jungen, und natürlich spielen die Monster mehr und mehr eine nicht ganz unblutige Rolle.
Abgesehen vom SF-Hintergrund und den Horrorelementen der Monster handelt es sich um einen durchaus solide gemachten Actionthriller, der manchmal das eine oder andere Klischee drückt, andererseits aber durchgehend spannend bleibt. Und die Auflösung der Frage, welche Schwachstelle die Monster haben, ist absolut gelungen. Kann man sich anschauen, ist jedenfalls keine Zeitverschwendung.

Code 8
(https://www.imdb.com/title/tt6259380)
Auch dieser Film ist ein Actionthriller mit SF-Hintergrund, gewürzt mit einer Prise Drama: Die Menschheit besteht nicht nur aus normalen Menschen, sondern auch aus solchen mit besonderen Kräften. Bei den X-Men würde man sie Mutanten nennen. Früher wurden sie gebraucht, dann von den Maschinen verdrängt und zur Handlungszeit des Films sind sie nicht nur überflüssig, sondern im Grunde als Kriminelle eingestuft und verfolgt.
Die Mutter des Protagonisten gehört zu den Menschen mit besonderen Kräften, ihr Sohn auch. Sie ist krank, wird sterben, und ihr Sohn möchte ihr helfen, möchte ihre Heilung bewirken. Dazu begibt er sich auf die schiefe Bahn, aber all seine Bemühungen gehen letztendlich schief. Und die Heilerin, die er aus den Fängen eines Verbrechers befreit hat, kann seiner Mutter nicht helfen, denn die Verletzungen und Krankheiten, die sie heilt, überträgt sie auf sich selbst.

Coma
(Koma, https://www.imdb.com/title/tt6087226)
Ein Architekt, von der Welt missverstanden, erleidet einen Unfall und findet sich in einer Welt wieder, die durch die Erinnerungen von Komapatienten entsteht und existiert. Die Welt, die streckenweise stark an »Inception« erinnert, hat ihre eigenen Gesetze und ihre eigenen Probleme. Erst in dieser Welt kann der Architekt sein Traumprojekt einer futuristischen Stadt realisieren. Aber an der Komawelt ist etwas falsch …
Es ist längst üblich, dass sich russische Filme fantastischen Einschlags nicht mehr hinter amerikanischen oder britischen Produktionen verstecken müssen. Was geblieben ist, ist immer noch ein deutlich erkennbarer philosophischer Hauch von Nachdenklichkeit, den schon die Filme Andrej Tarkovskys auszeichneten. Von den vier Filmen des Tages war dieser zwar nicht der beste, aber der von der Optik her schönste.

Ein sauberes Stück Arbeit

Wie ich schon auf meiner Verlagsseite schrieb: Der erste Band der Reihe »Welten der SF« war einfach. Rainer Erler hat ein übersichtliches Kurzgeschichtenprogramm abgeliefert, und so war das Buch schlicht sein Gesamtwerk in Sachen SF-Storys.

Jörg Weigand ist ein anderes Kaliber. Bei diesem Mann musste Herausgeber Frank G. Gerigk großen Aufwand treiben, nicht nur, um die ganzen Bücher zu bekommen, zu lesen und zu entscheiden, welche Story in den zweiten Band, betitelt »Die Welten des Jörg Weigand«, einfließen sollte. Auch die Arbeit, die Texte in eine für meine Arbeit verwertbare Form – als Word-Dokument, natürlich – zu bringen, war mitunter aufwendig. Frank lieferte einerseits fertige Word-Dokumente, andererseits JPGs aus eigener Werkstatt, die ich mit einer Texterkennung scannte und ihm wieder zuspielte, damit er die mitunter typischen Scanfehler korrigieren konnte.

Am Ende hatte ich dann eine Reihe von Word-Dokumenten, die noch nachzubearbeiten waren – typischerweise, denn so einfach kommen mir Word-Dokumente nicht in den Publisher, mit dem ich layoute. Und schließlich sprach auch der Autor noch ein Wörtchen mit, machte Vorschläge zur Reihenfolge der Storys und lieferte eine aktualisierte und vollständige Bibliografie, die so beeindruckend umfangreich ist, dass ich ihr eine kleinere Schrifttype verpasste.

Und nun liegt das Buch vor, Band 2 der Reihe »Die Welten der SF«, mit einem Titelbild von Rainer Schorm – das nicht wirklich dem entspricht, was Frank Gerigk sich thematisch vorstellte, das mir immerhin dennoch gefällt – und einem Umfang, der sich mit dem Erstling zu Rainer Erler durchaus messen lassen kann. Die stilistisch und genreseitig durchaus gemischten Geschichten – Jörg Weigand ist kein reiner, einfacher SF-Schreiber – hinterlassen einen schönen Eindruck von seinem Werk und machen Appetit auf mehr. In mir haben sie erste Gedanken aufkeimen lassen, dass sich irgendwann eine Werkausgabe lohnen könnte … <hüstel> …

Gerigk, Frank G. (Hrsg.), Die Welten des Jörg Weigand

Nervenaufreibende Qualität mit Dampf

Wer Detlef Klewer kennt, dem muss ich eigentlich über seine neueste Anthologie »NECROSTEAM« nicht viel erzählen. Einmal mehr hat der Mann mit dem Talent, gute Storysammlungen zusammenzustellen und mit seinen wundervollen Bildern zu krönen, zugeschlagen und sich mitsamt seinen schriftstellernden Mitstreitern der Kombination aus lovecraftschen Universen mit Alten Göttern und düsteren Mythen und dem Steampunk gewidmet. Und das Ergebnis kann sich sehen … nein, lesen lassen. Finde ich. Und das sagt jemand, dem weder lovecraftsche Universen noch Steampunk wirklich etwas geben. Hier durfte ich beim Buchmachen eine Ausnahme machen.

Klewer, Detlef (Hrsg.), NECROSTEAM

Cthulhupunk nennt Detlef das Genre dieses Buches. Nun gut. Man kann sich über das ganze Gepunke in den mehr oder minder fantastischen Genres ­– Liebespunk oder Arztpunk gibt es wohl noch nicht … – sicherlich streiten, und ich lehne sie eigentlich auch ab. Bei dieser Geschichtensammlung ist die Einordnung möglicherweise ganz hilfreich. Immerhin ist Cthulhu namentlich womöglich ein Zugpferdchen.

Erfolgsgeschichtenfortsetzungsversuch

Mit Ayako Graefes erstem Ikebana-Buch »Geist und Schönheit japanischer Blumenkunst« begann die Existenz meines Verlages. Das Buch, das 1985 beim Ulmer Verlag erschien und irgendwann nicht fortgeführt wurde, weil der Ulmer Verlag der Ansicht war, das Buch sei nicht erfolgreich genug, existiert derzeit in seiner dritten Version – die zweite, seinerzeit bei Maro in Augsburg gedruckt, ist längst vergriffen – und wird bei und von Books on Demand in Norderstedt produziert und vertickt (und das ist auch das einzige Buch, das ich bei BoD belassen werde; einfacher kann man sein Geld nicht verdienen). Und das Buch ist mein absoluter Topverkaufsschlager, von keinem anderen meiner Bücher einholbar. Ich müsste genau nachrechnen, aber die Gesamtauflage beläuft sich inzwischen auf irgendwas zwischen 6000 und 8000 Exemplaren (incl. der 2500 bei Maro entstandenen Exemplare der ersten p.machinery-Version).

Das zweite Ikebana-Buch ist in englischer Sprache verfasst, heißt »Contemporary Ikebana and its traditional background« und beinahe erwartungsgemäß eher in den USA, Kanada und Großbritannien gut laufend. Ayako Graefe meinte letztens, dass die deutschen Ikebanisten (ihre Wortschöpfung!) vielleicht der Ansicht sind, es handle sich um eine Übersetzung des ersten Buches – was definitiv nicht der Fall ist.

Graefe, Ayako, Contemporary Ikebana and its Traditional Background

Das dritte Buch nun, »Blumenkunst für jeden Anlass«, ist unter inhaltlichen Gesichtspunkten eine ganz andere Hausnummer. Im Grunde handelt es sich um einen Bildband: Rechts findet man großformatige (216 x 248 mm) Farbfotos von Ikebana-Arrangements, links daneben Beschreibungen dazu in deutscher, englischer und japanischer Sprache. Das Buch präsentiert »Arrangements zu verschiedenen Jahreszeiten, Festen und Lebensstilen«, und schon beim einfachen Durchblättern üben die Fotografien eine besondere Faszination auf den Betrachter aus.
Zahlreiche Ikebanisten haben ihre Werke zu diesem Buch beigesteuert, und das großformatige Werk eignet sich nicht nur für Ikebana-Künstler, nicht nur für Freunde und Fans der japanischen Kultur und der Philosophie des Landes und des Volkes, es ist auch ein – zugegebenermaßen nicht preiswertes – besonderes Geschenk zu besonderen Gelegenheiten, eben »für jeden Anlass«.

Graefe, Ayako, IKEBANA – Blumenkunst für jeden Anlass

12 Nudeln für Malta

Sie mag Malta. Naja, das ist untertrieben. Wer weit über sechzig Mal die kleine Inselrepublik südlich von Sizilien besucht hat, ist süchtig nach Malta. Aber sie mag Malta. Sie mag auch Nudeln. Und sie mag Malen. Und da sie auch noch über ein gerüttelt Maß an Humor verfügt, haben wir gemeinsam ein lustiges Buch mit lustigen Bildern und zwölf einfachen Nudelrezepten mit maltesischem Flair gemacht. Und es gibt keinen Grund, sich vor allzu fremdartiger Küche zu fürchten – immerhin essen wir Deutsche auch Chinesisches, Indisches, Thailändisches und sogar Fastfood aus den USA. Die maltesische Küche ist mediterran, mit erkennbaren Einflüssen aus Italien und – wenigstens was das Frühstück angeht – Großbritannien, dazu ein Hauch Arabien. Aber die Nudelgerichte als solche stellen eine wunderbare Basis dar, auch dem letzten Deutschen, der keine mediterrane Küche kennt, den Geschmack der Inseln nahezubringen.

Anke Jablinski ist die Autorin des kleinen Buches – und sie hat auch die Malereien zu den Nudelgerichten abgeliefert. Eine kleine, feine Sache, die sich auch ausgezeichnet als Geschenk eignet.

Jablinski, Anke, MALTA-NUDEL. Zwölf einfache Gerichte

Das Buch zeigt auch noch etwas ganz anderes. Denn das System in Deutschland, das sich Selfpublisher zunutze machen und das auch von Verlagen – wie dem meinen – genutzt wird, ist nicht perfekt, ganz im Gegenteil. Denn dieses simple Hardcover, 210 x 210 mm groß, mit nur 44 Seiten Umfang, lässt sich im Print-on-Demand-Verfahren nicht auf den Markt bringen.
PoD nutze ich, um meine Bücher über Internetbuchhändler wie Amazon, Thalia, Hugendubel etc. verfügbar zu machen. Auch erlaubt Bookwire, der Partner, den ich nutze, die Verfügbarkeit der Bücher im Barsortiment, dem Großhandel (mit dem ich direkt nichts zu tun haben möchte, weil ich mir das schon finanziell nicht leisten kann).
Aber siehe da, über Bookwire geht das mit diesem Büchlein nicht. Bookwire hat für Hardcover nur einen Partner – immerhin, denn im PoD-Bereich ist das extrem selten. Der Partner ist der Barsortimenter Umbreit gemeinsam mit der Großdruckerei CPI, die hier im nordfriesischen Leck zu finden ist. Und die können Hardcover erst ab einem Umfang von 100 Seiten (bei geradem Buchrücken; ist er rund, sind es sogar mindestens 200 Seiten).
Und so wird das kleine Buch mit dem großen Format, aber dem geringen Umfang nur beim Verlag, beim gut sortierten und der Nutzung des VLB fähigen Buchhandel und bei Amazon im Marketplace (mit den hinlänglich bekannten 3 Euro Aufschlag) zu bekommen sein.
Schade. Aber nicht zu ändern.

Hoffentlich darf der Stricker lesen!

Edit: Es sieht allerdings schlecht aus, denn: »Diese Lesung findet wegen der von der Regierung verfügten Beschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Virus-Pandemie nicht statt.«

Nach der Verschiebung wegen der Seuche: Tiny Stricker liest wieder. Am 22.01.2021 ab 19 Uhr in den Räumlichkeiten des MLb, des Münchner Literaturbüros (Milchstr. 4, 81667 München). »Tiny Stricker liest Auszüge aus der Erzählung ›Vom Gehen in griechischen Städten‹ von 2017 und dem schon 2020 erschienenen München-Buch ›U-Bahn-Reiter‹ sowie aus dem noch unfertigen Manuskript ›Hotel Amir Kabir oder Die Wege der Hippies‹.

Das erste Buch handelt von fünf Jahren in Thessaloniki und dem gar nicht so leichten ›Gehen in griechischen Städten‹. ›U-Bahn-Reiter‹ ist eine Roadnovel durch München mit der U-Bahn als adäquatem Reisegefährt. ›Hotel Amir Kabir oder Die Wege der Hippies‹ schließlich beschreibt einen Roadtrip, der vom Hotel Amir Kabir in Teheran und einer Gruppe von Gästen dort ausgeht und am Ende wieder dorthin zurückkehren soll.«

Soweit die Info auf der MLb-Website (hier; man muss ein wenig blättern).