Erfolgswiederholungsversuch

»Verlassene Orte« war das Thema der siebten Ausgabe der Literaturzeitschrift HALLER – damals im Dezember 2012 noch mit meinem Layout, aber mit Corinna Griesbach als Verlegerin. Zu diesem Band wurden seinerzeit so viele qualitativ hochwerte Storys eingereicht, dass wir zusätzlich ein Taschenbuch veröffentlichten, das unter dem Titel »Verlassene Orte. Ein HALLER-Taschenbuch« bei p.machinery erschien. Es war eines der letzten Bücher, die ich mit Books on Demand in Norderstedt machte, und es entpuppte sich am Ende durchaus als Erfolg. Auch wenn 227 Exemplare nicht viel erscheinen – für ein solches Buch, das quasi nebenbei entstanden ist, ist das durchaus zufriedenstellend.

Sebastian Schwarz lieferte seinerzeit Titelbild und Innenillustrationen – Fotos seiner bevorzugten Motive, der »Verlassenen Orte«. Und er hat damit ja nicht aufgehört – und letztlich kam Corinna Griesbach, die frühere Verlegerin und heutige Herausgeberin des HALLER, die Herausgeberin des ersten Buches, auf die Idee, der Idee eines solchen Buches eine Neuauflage zu gewähren – wobei nicht das alte Buch neu aufgelegt wird, sondern ein neues Buch entstehen soll.

Die Ausschreibung hierzu findet sich hier. Und das Buch selbst wird nicht als Taschenbuch erscheinen, sondern als querformatiges Hardcover in großem Format mit ganzseitigen Farbfotos des Bildkünstlers Sebastian Schwarz. Und natürlich den Texten.

Wenn das neue Buch, das den Titel »Verlassene Orte. Das zweite HALLER-Taschenbuch« tragen wird, ein ähnlicher Erfolg wie das erste Buch zu diesem Thema werden wird, dann wird das rundherum eine schöne Sache.

Warum man jemanden fragen soll, der sich mit so was auskennt

Es ist eine Neuausgabe, das Buch »Von Perlen und Hunden« der Autorin Cornelia Schneider. Der EDFC, der Erste Deutsche Fantasy Club, hat das Werk 2006 schon einmal herausgebracht. Aber die Geschichten haben mir gefallen – und gefallen mir immer noch –, und so fand ich die Gelegenheit günstig, eine opportunistische Entscheidung zu treffen.
Das Problem war ein anderes. Ich denke, ich bin ganz gut darin, aus einer vorhandenen Grafik mittels einer Titelei (Autorenname, Titel, Verlagslogo) ein Titelbild zu bauen. Manchmal habe ich sogar richtig geniale Ideen, wie es scheint: Die letzten HALLER-Titelbilder sind jedenfalls, wie ich hören durfte, sehr gut angekommen.
Das ursprüngliche Titelbild der EDFC-Ausgabe von Cornelias Buch wollte ich nicht verwenden (wie wir uns letztlich auch gegen die Verwendung aller seinerzeit erschienenen Bilder auch im Innenteil entschieden). Was also tun? Ein Bild mit Perlen und Hunden fand ich bei den bekannten Bilderdiensten nicht. Wohl aber ein Bild von einem Hund – einem Schäferhund – und eines von einem Spinnennetz mit Tautropfen – Perlen konnte man durchaus darin sehen.
Als Linkshänder im Umgang mit den typischen Bildbearbeitungsprogrammen bat ich Lothar Bauer, einen meiner wichtigsten Grafiker – wenn nicht gar der wichtigste (die anderen mögen mir verzeihen) –, mir eine Montage aus beiden Bildern zu bauen. Was er tat.
Indes: Der Autorin gefiel das Ergebnis nicht (was nicht an Lothars Fähigkeiten, sondern an meiner Idee lag). Sie mochte den Schäferhund nicht, und sie fand, das Bild hätte mit der Ausstrahlung der Geschichten nichts zu tun.
Also gut.
Ich fragte Lothar, ob er eine Idee hätte. Eine dämliche Frage, um genau zu sein, denn natürlich wusste ich: Er würde eine Idee haben. Es gab einige Entwürfe, Ideen von Lothar, ein wenig Mailwechsel mit Cornelia – et voilà: Am Ende hatten wir ein Titelbild von Lothar Bauer, das sich sehen lassen kann:

Aus dieser Titelabbildung Lothars baute ich dann den Umschlag:

Und das Cover, mit dem allenthalben Werbung gemacht werden wird, sieht dann so aus:

Die Geschichten zu beschreiben, erübrigt sich. Sie sind fantastisch, sie haben surrealistische Elemente und mysteriöse Anwandlungen. Sie passen zu Lothars Bild, könnte man sagen, wäre Lothars Bild zuerst da gewesen – so passt Lothars Bild (hervorragend übrigens!) zu Cornelias Geschichten. Und die Wiederveröffentlichung des 2006 im EDFC erschienenen Werkes hat sich für mich gelohnt. Ich leide immer ein wenig darunter, als Verleger sinnvollerweise die von mir verlegten Bücher nicht rezensieren zu können oder zu sollen. Könnte ich es tun, würde hier sicherlich kein Verriss herauskommen.

Weitere Details zum Buch: hier.

Ameisen f***en?

Es ist schlimm genug, wenn CreateSpace-Hotliner Textbausteine in die Mailkanäle drücken. Schlimmer wird es, wenn sie nicht nur Unsinn verzapfen – inzwischen heißt es sogar, dass man das Buch (es geht um »Der letzte Turm vor dem Niemandsland«) nicht mehr finden kann. Weitere Autorenstatements liegen vor; andere fehlen noch (ich will nichts unterstellen, aber es sieht so aus, als nähmen einige Autoren das Problem nicht ernst).
Meine letzte Mail – mit allen Anlagen – an die amerikanischen Erbsenzähler:

What’s going on now? Enclosed you’ll find the complete confirmations of all authors of the collection, mentioned below – including […] and […]. You will find also the answer you gave the editor Michael Schmidt, that you couldn’t identify the book.

So … What’s going on? Would you like to do business? Or fucking ants?

Unauffällig

Das Manuskript war es. Unauffällig. Der Autor auch. Was beides darstellte, zeigte sich später. Stephan Naumann ist jetzt nicht das, was man als »große Nummer« auf dem Buchmarkt bezeichnen würde, aber sein bisheriges Programm kann sich sehen lassen. Klein, aber fein. Sozusagen.
Für sein Manuskript kann ich das auch gelten lassen. Anfangs schien es mir noch … hm, normal. Unbeeindruckend. Das änderte sich dann bei den Arbeiten an dem Werk, und am Ende … Ich rezensiere die Bücher meines eigenen Verlages nicht – das wäre einfach albern, denke ich –, aber würde ich es tun, würde dieses Buch unter einem schlechten Urteil nicht zu leiden haben. Aber wie gesagt … der Leser muss sich hier selbst ein Urteil bilden.

Und um alle Zweifel zu beseitigen: Freunde fantastischer Literatur kommen hier auch zum Zuge. Es ist kein SF-Roman, es ist ein Thriller mit fantastischem Einschlag. Den Rest, wie gesagt …

Details zum Buch: hier.

Wenn dein Verlag wahrgenommen wird

Nun, mein Verlag p.machinery ist inzwischen 13, fast 14 Jahre alt. Dass er längst wahrgenommen wird, steht völlig außer Zweifel. Trotzdem gibt es manchmal überraschende Entwicklungen, die ich so nicht wirklich erwartet hätte.

Thomas Franke ist ein toller Künstler, der die SF-Werkausgabe Herbert W. Franke mit seinen Titelbildern ziert und auch sonst für viel Freude in meiner Arbeit sorgt. Die Herausgeber von »Gegen unendlich« haben sich vor Kurzem erst entschieden, mit mir die Printausgabe ihrer Anthologie machen zu wollen. Und Ellen Norten ist nicht nur wegen ihrer Sachwaltung des Hubert Katzmarzschen Erbes zu einem lieben und für meinen Verlag produktiven Kontakt geworden.

Im August 2017 nun findet gemeinsam mit der Buchhandlung Böttger in Bonn eine Reihe von Veranstaltungen statt, in denen Bücher meines Verlages eine nicht unbedeutende Rolle spielen:

Als PDFs zum Download: Aushang | Plakat | Flyer.

Dass mich das erfreut, steht völlig außer Frage.

No ambition, but rubbish*

Was sich mit dem schon vor rund drei Jahren verlegten Titel »PragMagisch. Geschichten aus der Goldenen Stadt« (Außer der Reihe 6) kürzlich getan hat, wurde auf der Verlagsseite beschrieben: hier.

Ich darf hier höchst erfreut über den neuesten Schachzug unserer amerikanischen Publishingweltpolizei CreateSpace, dem PoD-Geschwü… äh … PoD-Ableger von Amazon berichten.
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Was, Mann?!

Arndt Waßmann hat sich schon des Öfteren mit Kurzgeschichten an Anthologien meines Verlages beteiligt. Insofern war ich nicht wirklich überrascht, als er mit der Idee einer Kurzgeschichtensammlung an mich herantrat. (Wenn mich die Zeitangaben meines Servers nicht täuschen, war das schon 2013 – kann das wirklich ein, Arndt?)
Es zeigte sich, dass die Genres der Kurzgeschichten gemischt waren: eindeutige Fantasy auf der einen, eher Mysterygeschichten auf der anderen Seite. Die kurzen und wenig anstrengenden Diskussionen führten letztlich zu der Entscheidung, aus den Kurzgeschichten zwei Bücher zu machen.

ist dabei der Fantasyband geworden. Die Titelgrafik stammt von Lothar Bauer, wie auch im Falle von

dem zweiten Band, der in der Reihe »Action, Thriller, Mystery« erschienen ist.
Weitere Details zu den beiden Büchern finden sich hier – »In des Greifen Schatten« – und hier – »Schnee, der auf Tränen fällt«.

In Bezug auf den Titel des Fantasybandes »In des Greifen Schatten« gab es die umfangreichsten Diskussionen, denn der ursprüngliche Titel »Im Schatten des Greifen«, den Arndt Waßmann sich vorgestellt hatte, gefiel mir nicht. Nach dem aktuellen Duden – nach dem ich mich bei meiner Verlagsarbeit richte – wird der Greif stark flektiert, so dass der Titel richtig »Im Schatten des Greifs« oder »Im Schatten des Greifes« hätte heißen müssen. Was wiederum Arndt nicht mundete. Die vielleicht etwas gestelzt wirkende Variante »In des Greifen Schatten« hat letztlich uns beiden gepasst – und das Gestelzte passt auch ein wenig zur Fantasy in der waßmannschen Auslegung in diesem Buch.

Klassiker mit leichter Verspätung

Der Quarber Merkur darf in den Kreisen der Interessenten an den Spielarten der fantastischen Literatur als bekannt gelten. 1963 von Franz Rottensteiner gegründet, erscheint das literaturkritische Werk inzwischen im Verlag Lindenstruth. Ich wiederum durfte Ende 2015 zum dritten Mal das Layout der 116. Ausgabe realisieren. Und auf den allerletzten Drücker ist die Ausgabe noch im Dezember 2015 erschienen:

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Babys erstes Baby

In meinem Verlag gibt es ja sogenannte Imprints. Das sternwerk von Sven Klöpping, Haller von Corinna Griesbach. Und auch Die|QR|Edition. Die hat nun die erste Ausschreibung aufgelegt:

Unter dem Titel »QR|codes – Wir. Sind die Zukunft.« präsentiert Die|QR|Edition ihre erste Ausschreibung zu einem Literaturwettbewerb zur Zukunft der digitalen Gesellschaft und der Intervention der Spezies »i:Code«. Innovation, Provokation, Vision, Spannung – und die praktische Definition des Begriffs der »Literatur 4.0« sind das Ziel. – Alle wichtigen Details finden sich hier.

(Die einzelnen QR|codes in der obigen Abbildung können mit der gratis verfügbaren App i-nigma problemlos gelesen werden. Probieren Sie es mal aus …).