Schwer verständlich

Nein, das bezieht sich nicht auf das Buch, um das es hier gleich noch geht. Schwer verständlich ist und bleibt es vielmehr, dass Thomas Le Blanc nicht in der Lage ist, seine Publikationen der Phantastischen Bibliothek in einer Form auf den Markt zu bringen, die deutlich erfolgversprechender sein dürfte, als das E-Mail-Bestellformular, in dem man die gewünschten Publikationen nicht mal über eine Dropdown-Auswahl auswählen kann. Nein, man muss alles – wirklich alles – von Hand eintragen, und dann …

Aber im Grunde kann es mir egal sein. Nicht nur das, eigentlich kann es mir sogar recht sein. Denn so kommen die Autoren mit ihren Kürzestgeschichten aus den »Phantastischen Miniaturen« zur mir, um Sammlungen zusammenstellen und mit ISBN und Bestellmöglichkeit im Internet und Buchhandel veröffentlichen zu lassen. Bernd Schuh mit seiner Sammlung »IRRE REAL« ist dabei nicht einmal der Letzte in der Riege, denn die nächsten Sammlungen stehen schon auf dem Plan. Aber zunächst gilt es, sich mit »49 seltsamen Begebenheiten« auseinanderzusetzen, die Bernd Schuh be- und geschrieben hat. Und wahrlich – wer es seltsam mag, ist hier nicht am falschen Platz.

Schuh, Bernd, IRRE REAL

Nicht nur Drachen machen Sachen

Nein, natürlich auch Verleger. Und Autoren. Autorinnen, um genau zu sein.
Regina Schleheck hat schon bei mir veröffentlicht, in verschiedenen Anthologien. Wir hatten also schon Berührungspunkte. Die nun veröffentlichte Collection enthält Storys, die nicht nur in meiner p.machinery schon veröffentlicht wurden; es handelt sich um sogenannte »verstreute Geschichten«. Und dazu gibt es einige Erstveröffentlichungen, damit dem Schleheck-Fan und -Sammler etwas geboten wird.

Bemerkenswert ist Reginas Arbeitsweise. Sie hat fünf Kinder – wobei ich nicht weiß, ob die alle noch bei ihr zu Hause leben –, sie ist Oberstudienrätin – was sich auch für einen in Details Nichteingeweihten wie mich nach viel Arbeit anhört – und sie schreibt, gibt heraus und referiert. Und trotzdem ist sie irre schnell. Unser gemeinsames Buch entstand innerhalb weniger Tage, wobei eine ursprüngliche Storyzusammenstellung noch einmal umgestellt und erweitert werden musste, weil ein Verlag meinte, für eine Neuausgabe Geld verlangen zu wollen – und nicht zu knapp –, was ich nicht akzeptieren wollte.
Wie gesagt: Irre schnell war ihre Arbeit. Die Fahnenkorrektur des Buchblocks war so schnell erledigt, wie bei keinem anderen Autor meiner p.machinery zuvor, und dabei hatten wir sogar noch zwei, drei winzige Korrekturpunkte zu klären.

Aber das Wichtigste für mich: Die Geschichten sind über alle Maßen gelungen. Klar, bei einer Autorin, die schon Preise eingeheimst hat, kann man so etwas eigentlich erwarten. Aber dennoch – das, was nach außen hin als Märchen verkauft wird, sind märchenhafte Geschichten, aber keine Märchen im klassischen Sinne. Kein »Es war einmal …«, kein »Und sie lebten glücklich …«. Aber das muss man ja auch nicht immer haben.

Zettelkram

Wenn ich nicht gleich etwas erledigen kann, mache ich mir einen Zettel. Handschriftlich. Für die Zettel gibt es einen kleinen Stapel. Nicht zu hoch, nicht sehr auffällig. Aber ein kleiner Stapel. Irgendwann schreibe ich die Sachen, die ich noch immer nicht erledigt habe, auf einen neuen Zettel. Vier, fünf alte Zettel auf einen neuen. Das geht so eine Weile. Irgendwann wird es mir zu blöd. Entweder schreibe ich dann in Word eine Liste – hübsch mit Erledigungsankreuzfeld vorne dran –, drucke sie aus und lege sie auf einen anderen Stapel. Oder ich mache aus den kleinen Zetteln Outlook-Termine. Die kann ich dann hübsch vor mir her verschieben – bis ich sie eines Tages unerledigt lösche.

Was Jörg Weigand in seinem neuen Werk in meiner p.machinery zusammengefasst und zum Buch gemacht hat, war sicher keine Zettelsammlung. Das bei mir stattfindende und eingangs beschriebene Phänomen bringe ich mit seiner Person in keinen sinnvollen Zusammenhang. Wobei es am Ende eigentlich gleichgültig ist, denn es zählt, was dabei herausgekommen ist. Bei mir sind es (nicht immer, aber doch bisweilen) gelöschte unerledigte Outlook-Termine, bei ihm ist es ein Buch:

Weigand, Jörg, AUTOREN DER FANTASTISCHEN LITERATUR

Stunden und Wege: Udo Weinbörner liest

Die Lesung findet am Donnerstag, den 14.07.2022, auf Einladung des Kulturkreises des Generalbundesanwalts beim Bundesministerium der Justiz in Karlsruhe statt. Udo Weinbörner liest aus den Schiller-Romanen »Die Stunde der Räuber« und »Der lange Weg nach Weimar«, und zwar um 19 Uhr im Siegfried-Buback-Saal zu Karlsruhe (Brauerstraße, Südweststadt). Eintritt: 8 EUR Mitglieder des Lions Club, 9 EUR Nichtmitglieder.

Weinbörner, Udo, Bei Sonnenaufgang sind wir zurück

Euer Termin für morgen

Auf der von Aiki Mira und Janika Rehak organisierten Veranstaltung Multiverse – die Vielstimmigkeit der Phantastik! lesen die Autoren in zehn- bis fünfzehnminütigen Kurzlesungen aus eigenen Romanen und Kurzgeschichten. Aiki Mira liest aus ihrem neuen Roman »Titans Kinder«, der in Kürze in der p.machinery erscheinen wird. Es gibt einen Büchertisch zum Stöbern. Weitere Details siehe unten. Die Location ist Kukoon im Park.

Und es hat sich wieder gelohnt: das Warten

Ein sehr gutes Jahr hat es gedauert, bis die neue Ausgabe der GEGEN-UNENDLICH-Anthologie erschienen ist. Inzwischen ist als Herausgeber nur Andreas Fieberg übrig geblieben, und der hat die Zeit genutzt, um sehr gute Storys zu finden und zusammenzustellen. Die kleine, aber feine Sammlung kann nicht nur mit noch recht unbekannten Namen aufwarten, sondern präsentiert auch die Großen, die in der Szene sittsam bekannt sind. Mit ihren Storys sind Gabriele Behrend, Julian Bodenstein, Maike Braun, Andreas Fieberg, Mario Keszner, Alexander Krist, Karsten Lorenz, Holger Neuhaus, Annika Mirjam Pas, Uwe Post, Scipio Rodenbücher, Kornelia Schmid, Marcel Schmutzler, J. H. Schneider, Johann Seidl, Achim Stößer und Liliana Wilding vertreten, und Miguel Melro krönt das Ganze mit einem zauberhaften Titelbild.

So wird es auf der Verlagsseite verkündet, und es ist nicht übertrieben, die Sammlung und die Geschichten als »sehr gut« zu bezeichnen. Andreas Fieberg ist hier einmal mehr eine »phantastische« Zusammenstellung gelungen. Leider vermute ich, dass diese kleine Sammlung einmal mehr schlicht untergehen wird. Das ist wohl heute einfach so. Und nach wie vor kein Grund für mich, keine solchen Anthologien zu veröffentlichen.

Fieberg, Andreas (Hrsg.), GEGEN UNENDLICH 17

Und hier ist euer Termin!

Samstag, 11. Juni – ab 20 Uhr!

Gabriele Behrend liest live aus »Das Dorf am Grunde des Sees«

Gabriele wird live, online und virtuell im Bühnenbild von Barlok Barbosa ihren Roman »Das Dorf am Grunde des Sees« vorstellen. Eine fabelhafte Gelegenheit, das wunderbare Buch einer großartigen Schriftstellerin kennenzulernen, die ihr euch nicht entgehen lassen solltet.

Samstag, 11. Juni – ab 20 Uhr!

Behrend, Gabriele, Das Dorf am Grunde des Sees

 

Wiedergeburt, renoviert

»DAEDALOS« ist wieder da (siehe auch hier). Und im Großen und Ganzen zeigt sich die erste neue Ausgabe, die Nummer 13, als würdiger Nachfolger des Originals. Und dennoch gibt es einige Unterschiede:

  • Das Herausgeberteam ist natürlich ein anderes. Hubert Katzmarz ist 2003 verstorben, und neben seiner Witwe Ellen Norten haben sich die thematisch versierten Michael Siefener und Andreas Fieberg als neues Team eingefunden.
  • Das Format und die Machart sind nicht mehr die eines gehefteten und handgeschnittenen Fanzines, sondern entsprechend der modernen Möglichkeiten ein Paperback mit Klebebindung. Auch die Größe hat sich verändert: Erschien DAEDALOS bis zur Nummer 12 im Format DIN A5, so orientiert sich die neue Ausgabe mit 148 x 255 mm am Format des Ende 2018 erschienenen »Best of« »DAEDALOS 1994–2002«.
  • Und der Titel hat sich leicht verändert: Früher nannte sich DAEDALOS nur »Story Reader für Phantastik«, heute ist es »Der Story-Reader für Phantastik« – mit einem Bindestrich und einem die Vorrangstellung markierenden Artikel vorneweg. (Und diese Vormachtstellung wird sich DAEDALOS erobern – versprochen.)

Inhaltlich indes orientiert sich DAEDALOS 13 – wie laut Plan auch seine Nachfolger – ganz am Original: fantastische Storys von bekannten und weniger bekannten Autoren, dazu ein Klassiker, gekrönt von einschlägig klassischen Grafiken. Und wir hoffen, dass das heute wie damals ankommt.

Michael Siefener, Ellen Norten & Andreas Fieberg (Hrsg.), DAEDALOS 13

Vormerken! Ihr habt ’nen Termin!

Samstag, 11. Juni – ab 20 Uhr!

Gabriele Behrend liest live aus »Das Dorf am Grunde des Sees«

Gabriele wird live, online und virtuell im Bühnenbild von Barlok Barbosa ihren Roman »Das Dorf am Grunde des Sees« vorstellen. Eine fabelhafte Gelegenheit, das wunderbare Buch einer großartigen Schriftstellerin kennenzulernen, die ihr euch nicht entgehen lassen solltet.

Weitere Infos und Links folgen.

Behrend, Gabriele, Das Dorf am Grunde des Sees