Fimmel: Leadershit

Wenn ich so was schon lese …

Ich bin irgendwann an kununu geraten, weil ich meinen letzten Arbeitgeber bewerten wollte. Seitdem bekomme ich deren Newsletter, der nicht wirklich uninteressant ist, weshalb ich ihn noch nicht abgewählt habe. Aber manchmal …

Da wird ein Interview mit einer Katja Kraus mit dem Thema »Frauenquote & Female Leadership« – hier zu finden – angekündigt, wobei ich mich schon frage, warum da wieder so ein nichtssagender Anglizismus platziert werden muss.

Aber in der Tat ist das hier schon ein guter Hinweis auf das Zeug, dass die gute Frau so von sich gibt. So sieht sie zum Beispiel »einen großen Gewinn in Unterschiedlichkeit und in verschiedenen Betrachtungsweisen«. In einer homogenen Gesellschaft »läuft man Gefahr«, wie sie meint, »dass aus Homogenität ein ungutes Überlegenheitsgefühl entsteht«.

Das Gegenteil indes ist der Fall, denn je mehr man die Gesellschaft(en) in kleine Gruppen und noch kleinere Grüppchen argumentativ und verball zersplittert, umso mehr geht nicht nur die Homogenität, sondern auch die Solidarität verloren. Am Ende der Entwicklung stehen lauter Ein-Personen-Gruppen, die sich nach dem Motto »Jeder gegen jeden« gegenseitig unterdrücken können – und klar, Leuten mit der Denke einer Katja Kraus finden darin dann ihre »neue Homogenität«.

Und über den Rest mag sich jeder selbst ein Bild machen. Ich finde es sehr traurig, wundere mich aber nicht, wenn in der abschließenden Vita herausgestellt wird, dass die Frau aus dem Marketing kommt … Ja, nee, klar, oder?

Neues Gewand

Ich hatte bisweilen den Eindruck, das vorhergehende Layout – namens Bappi – sei nicht ganz einfach zu lesen. Und es gab auch Problemchen »unter der Haube«. So hatte das Textfeld im Editor einen knallroten Hintergrund, der sich farblich nicht ändern ließ. Links ließen sich nicht farblich hervorheben (mit dem berühmt-berüchtigten Mouseover-Effekt, aber auch grundsätzlich nicht), sodass ich mir mit Fettschrift behelfen musste. Und einige Kleinigkeiten mehr.

Heute jedenfalls habe ich mich für ein neues Layout entschieden, das den schönen Namen »Catch Evolution« trägt. Ich hoffe, es gefällt.

Der Hund des Tages

Gina ist – wie man auf den Fotos sehen kann – eine »bildschöne Hündin«, »ein kleiner Sonnenschein«. Die Beschreibung auf der Vereinsseite ist ein wenig älter und man darf davon ausgehen, dass sie sich längst in positiver Richtung – das ist so üblich auf den Pflegestellen, die die Hunde des Vereins übernommen haben – weiterentwickelt hat.

Der Listenhunde-Nothilfe e.V. ist »mein Verein«, ich bin Mitglied und möchte mich (nach dem Ende meiner Facebook-Mitgliedschaft) wenigstens auf diesem Wege bemühen, etwas (mehr) für den Verein zu tun (als nur meinen Beitrag zu zahlen). Die Hunde, um die es hier geht, sind in der Regel ganz normale Hunde mit oft von Menschen verursachten Baustellen, wozu auch gehört, dass diese eigentlich liebenswerten und friedlichen Tiere in den meisten Bundesländern dieses Staates als gefährlich gelten, weil sie von Schreibtischtätern auf eine Liste gesetzt wurden.

Problematisch (für mich und meine Frau) ist, dass zahlreiche dieser Hunde Tiere sind, die einen Einzelplatz möchten – was bei uns schon von Haus aus nicht drin ist –, und Hündinnen (die ich einem Rüden vorziehe) gegenüber anderen Hündinnen meist »nach Sympathie« entscheiden, was auch immer das heißt. (Als wir seinerzeit Naomi zu uns holten, war das im Grunde auch die Frage: Macht Kim das mit? Hat sie – und möglicherweise ist die entsprechende Anmerkung in der Vereinsbeschreibung nicht vorsichtig gedacht, allzu vorsichtig möglicherweise … Aber in der Tat weiß man nie.

Gina indes ist kein Einzelplatzhund, im Gegenteil. In der Beschreibung wird eine sportliche Familie – oha! – mit Kindern und anderen Hunden gesucht, weshalb davon ausgegangen werden darf, dass Gina jedenfalls nicht soziophob oder gegenüber Artgenossen aggressiv ist. Sie ist ein hübscher Hund und vor allem die Fellfarbe wäre genau unser Ding. Und noch dazu lebe ich in einem Bundesland, das keine sogenannte »Rasseliste« hat …

Nur … wir sind keine »sportliche Familie«. Seufz.

Die Grünen sind raus

Es gab mal eine Zeit, da habe ich die Grünen gewählt. Es gab keine Alternative für mich, jedenfalls keine, die mir sinnvoll erschien. Vielleicht hatte ich da den Wahlomat nicht befragt, vielleicht wusste ich gar nicht, dass es ihn gibt (was mir heute nicht mehr passiert). Mindestens einmal habe ich den Grünen meine Stimme gegeben, und ich weiß, das ist lange her. Und es wird mir ganz sicher nicht mehr passieren.

Es gibt viele Gründe, warum das so ist. Winfried Kretschmann, grüner Ministerpräsident in Baden-Württemberg, zeigt wohl am deutlichsten, wie weit sich die Grünen von ihrem ursprünglichen Denken und Argumentieren entfernt haben. Robert Habeck kann bestenfalls und netterdings als Schwätzer durchgehen. Und was die zahlreich vorhandenen weiblichen Mitgliedenden angeht, so müssen sich nicht wenig schon ordentlich lang machen, um einigermaßen ansehnlich zu sein.

Aber das ist nicht das eigentliche Problem. Vielmehr reagierten die Hamburger Grünen auf die Idee der Witwe des Jan Fedder, weit über Hamburg hinaus bekannter Schauspieler und ein echtes Hamburger Original, die Flaniermeile an den Landungsbrücken nach ihm zu benennen, mit einer mehr als krausen Forderung, die schlicht und ergreifend nicht nur nicht akzeptabel, sondern einfach nur bodenloser Schwachsinn ist.

Der VDS-Infobrief vom 06.02.2021 vermeldet dazu:

Gender-Streit um Jan-Fedder-Promenade

Der Schauspieler Jan Fedder war ein Hamburger Original. Er starb 2019 , am Hamburger Hafen soll die Flaniermeile an der Landungsbrücke nach ihm benannt werden. Während zunächst der Vorschlag seiner Witwe begrüßt wurde, regt sich nun Widerstand. Nach dem Willen der Fraktion sollen künftig keine Straßen, Plätze oder Brücken mehr nach „cis-Männern“ benannt werden. So einer war Fedder, und das – so die Grünen in der Bezirksfraktion Hamburg-Mitte – würde das Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen bei der Benennung von Straßen und Plätzen verschärfen. Seit 1974 wurden in Hamburg 404 Verkehrsflächen nach Männern benannt, 162 nach Frauen. Die Grünen haben daher einen eigenen Antrag eingereicht: „Priorität sollen weibliche und diverse Benennungen haben. Ausnahmen für Männer wären aber möglich. Dann müsste aber ein besonderer Grund für die Ehrung eines Mannes vorliegen und zeitgleich eine Fläche nach einer Frau, einer inter, trans* oder non-binary Person benannt werden, heißt es im Antrag“, schreibt das Portal moin.de. In der Meldung des Abendblattes werden cis-Männer erwähnt. Wer an die Tongeschlechter denkt (cis-Moll, Cis-Dur), der irrt. Die Präfixe cis und trans (diesseits und jenseits) entdeckt man beispielsweise auf Reisen: die cisalpine und die transalpine Seite der Berge.

Dieses höchst zweifelhafte Kabinettstückchen jedenfalls ist für mich Anlass, die Grünen bei zukünftigen Wahlen nicht einmal mehr ansatzweise als wählbar in Betracht zu ziehen.

Die (übrigens sehr interessanten) Quellen: vds-ev.de, mopo.de, moin.de, abendblatt.de

Carsharing in Winnert

Wer ein Kraftfahrzeug (vulgo: Auto) benötigt, hat unterschiedliche Möglichkeiten, sich eines zu beschaffen. Er kann es kaufen, auf Kredit oder mittels eines Leasingvertrages. Er kann es mieten. Er kann es von einem Freund leihen. Er kann es klauen.

Wer in Winnert und Umgebung lebt, hat es ein wenig einfacher: Geht man vor allem tagsüber durch den Ort, findet man recht gleichmäßig über die Gemeinde mit ihren 719 Einwohnern (Stand 31.12.2019 lt. Wikipedia) verteilt zahlreiche Kraftfahrzeuge: Sie sind allesamt verlassen, stehen dort mit laufendem Motor und es findet sich kein Besitzer oder Nutzer weit und breit. Wer sich ein wenig Zeit lassen kann, kann unter unterschiedlichsten Modellen auswählen, und wer sich von mitunter einsetzendem Geschrei und Gebrüll nicht beeindrucken lässt, kann Winnert schließlich mit einem funktionierenden, kostengünstigen Gefährt in beliebiger Richtung verlassen. Wo das Gefährt dann beizeiten zurückgelassen wird, wird der dämliche Besitzer oder Nutzer dank seiner Anzeige durch die Polizei herausfinden können – wobei zu hoffen wäre, dass die Polizei die Gelegenheit nutzt, etwas über die Auswirkungen des sinnlosen Leerlaufs ebenso sinnlos umweltschädigender Motoren in ökologischer, jedenfalls aber ordnungswidrigkeitsrechtlicher Hinsicht mitzuteilen.

Es kann im Übrigen davon ausgegangen werden, dass das winnertsche Carsharingmodell auch in anderen Orten und Gegenden dieser Republik angeboten wird.

Mit angemessener Verspätung

Diese Ausgabe der ANDROMEDA NACHRICHTEN litt unter großer Verspätung; fast einen Monat später als regulär üblich erschien die Ausgabe 272 Ende Januar bzw. Anfang Februar, und es lag nicht an der Druckerei, sondern an mir und meinen zeitlichen Möglichkeiten. Und nun, einen weiteren Monat später, will ich auch hier verkünden, dass es die Ausgabe gibt:

ANDROMEDA NACHRICHTEN 272
SFCD e.V., Winnert, Januar 2021, 148 Seiten A4, EUR 8,00. Bezug: SFCD-Archiv, archiv[at]sfcd.eu

Der Inhalt:
Impressum 3 * Notorische Verspätungen (Vorwort) 3 * Leserbriefe 3 * ESFS-Awards 2021 8 * Gewinnspiel AN 271 8 * Dieter Steinseifer – Nachrufe auf einen großen Menschen 8 * Conventions 12 * Curt-Siodmak-Preis 2021 14 * Fantasy 15 * Nostalgia 27 * Science Fiction 31 * Zwielicht 36 * Cinema 42 * Comix 51 * eGames 57 * Perry Rhodan 65 * Science 76 * FanzineKurier 90 * Reissswolf 99 * Schlachtplatte 110 * StoryFiles 142

Das Titelbild stammt von Lothar Bauer.

Das Ende in uns

Es ist nah. Das Ende in uns. In uns allen. Manche hat es schon erreicht. Die Studierenden. Die Mitarbeitenden. Die Pflegenden. Die Siechenden. Die Mordenden. Die Stinkenden.

Und es hört nicht auf. Bürgerinnen und Bürger werden zu Bürgernden. Polizistinnen und Polizisten zu Polizistenden (mitunter auch zu Beamtenden oder im Jargon zu Bullenden und Polypenden). Politikerinnen und Politiker werden zu Politickenden (nur richtig mit ck, damit bei denen wenigstens eine Sache richtig tickt). Schülerinnen und Schüler werden zu Schulenden. Idiotinnen und Idioten sind dann Idiotende. Und …

Und selbst die Tierwelt bleibt nicht verschont: Sau und Eber werden Schweinende, Stute und Hengst Pferdende. Kuh und Stier werden Rindende, und selbst die Ochsen werden hinzugerechnet, ihr quasi drittes Geschlecht ignorierend. Ameisinnen und Ameisen werden Ameisende, Fröschinnen und Frösche zu Fröschenden.

Und wenn Vögelinnen und Vögel zu Vögelnden werden, ist es an der Zeit, über Schweinendereien nachzudenken.

Nur die Enten können es leicht nehmen, denn ihr Ende naht niemals, sind sie doch Entenden, mithin als einzige Lebensform in der Lage, sich zu ent-enden.

Und wir? Wir Deutschen? Wir sind mitsamt unserer misshandelten Sprache nur die Endenden.

Ad AstraZeneca?

Alle jammern über zu wenig Impfstoff. Lt. NDRinfo, 03.03.2021, 08.00 Uhr, hat AstraZeneca 3,2 Millionen Impfdosen nach Deutschland geliefert, von denen nur ca. 455.000 Impfdosen gespritzt wurden. Und der Rest? Der vergammelt?

Ich bin knapp 62 Jahre alt, Diabetiker Typ 2 und muss gar nicht versuchen, einen Impftermin zu bekommen, weil ich keiner Prioritätengruppe angehöre.

Warum ist Deutschland zu blöde, die simpelsten Vorgänge so vernünftig zu organisieren, dass sie funktionieren? Was ist so schwierig daran, Menschen eine Impfung zu geben, die aufgrund eines nicht schlüssig und nicht gut funktionierenden Onlinebuchungssystems trotzdem zum Impfzentrum gefahren sind (wie heute meiner Frau geschehen)? Warum haben die über 65jährigen Briten keine Probleme mit dem AstraZeneca-Impfstoff – ganz im Gegenteil, wie man hört und liest –, sogar was die aggressiveren Mutationen angeht?

Warum jammert und meckert Deutschland über zu wenig Impfstoff, statt nachzuzählen – und zu impfen?
Die Antwort ist klar und einfach: weil Jammern und Meckern schon immer einfacher und erbaulicher war, als zu handeln.