Die Reise geht weiter

Vor zweieinhalb Monaten hat Herbert W. Franke unsere Welt verlassen. Die Vollendung seiner Werkausgabe in meiner p.machinery hat er nun nicht mehr erlebt. Und unsere Ambitionen, als wir 2014 mit dem ersten Buch der Werkausgabe, mit »Der grüne Komet« begannen, waren schlicht illusorisch: Damals dachten wir, wir könnten die Werkausgabe bis 2017, bis zu seinem 90. Geburtstag vollenden. Aber so schnell wollten die Preußen einfach nicht schießen …

Aber auch wenn er gegangen ist – sein Werk hat er uns hinterlassen, und unsere Werkausgabe wird ohne Zweifel fortgesetzt. Aktuell erscheinen zwei Titel – und die Reise geht weiter …

Franke, Herbert W., TRANSPLUTO

Franke, Herbert W., KEINE SPUR VON LEBEN …

 

Sechs

Herzlichen Glückwunsch, Mausemädchen!

Heute feiert unsere Susi ihren sechsten Geburtstag. — Das Foto stammt vom 14.10.2021, dem Tag, an dem sie zu uns gekommen ist. Seitdem hat sie sich optisch nicht, aber in ihrem Verhältnis zu uns sehr verändert. Sie ist immer noch schreckhaft — vor allem bei lauten Geräuschen und unerwarteten Bewegungen (z. B. der Hände) –, aber sie ist zugänglich, zutraulich, sie zeigt mit ihrem ganzen Verhalten, dass sie hierher, dass sie zu uns gehört. Sie hört auf ihren Namen — sogar ganz ausgezeichnet –, auch wenn sie nicht immer gleich so reagiert, wie man das erwartet — das sitzt in ihrem hübschen Köpfchen doch ein eigener Geist. — Es war eine gute Entscheidung, Susi zu uns zu holen. Nicht nur für den Tag, an dem Kim uns verlassen möchte — ich denke, wir haben da dann nicht nur einen, sondern zwei trauernde Hunde; aber gemeinsames Trauern macht es vielleicht leichter. Nein, Susi gehört einfach hierher. Es ist absehbar, dass sie nach Kim die Nummer eins im Hundeteam sein wird — und es ist erkennbar, dass das für Naomi glasklar ist. Susi passt zu Kim und Naomi, sie passt zu uns allen.

Herzlichen Glückwunsch, liebe Susi. Bleib gesund und munter, bleib, wie du bist.

Das Kalenderblatt für Oktober

Gerd Frey hat für 2022 einen Kalender geschaffen, mit einer Auswahl der in den letzten zwanzig (!) Jahren entstandenen Illustrationen und Titelbildern verschiedener Publikationen, darunter EXODUS und NOVA. Der Kalender für 2022 wird in DIN A3 (EUR 25,- incl. Versand) und DIN A4 (EUR 15,- incl. Versand) geliefert – solange der Vorrat reicht; die Preise sind Selbstkostenpreise. Bestellen kann man den Kalender bei G.R.I.M.M. ScanPlot & DigiDruck, am besten per E-Mail an gf@grimm-repro.de.

Ich habe vom Künstler die Erlaubnis, das Kalenderblatt für den nächsten Monat zum Download anzubieten. Einfach auf das Kalenderblatt klicken und die angezeigte Grafik im A3-Format abspeichern.

https://www.pmachinery.de/?s=Frey%2C+Gerd

Krisenopfer

Eigentlich trifft es das nicht. Das wilde Treiben von (hier Papier-) Spekulanten (und Rohstoffspekulanten allgemein) und das daraus resultierende Marktgeschehen als Krise zu bezeichnen, halte ich für eine absolut unpassende Vereinfachung, geradezu eine Verharmlosung. Nicht nur auf diesem Sektor ist das Verhalten von Spekulanten schlicht verantwortungslos. Es ist in Ordnung, wenn Anbieter von Produkten und Dienstleistungen Gewinne erwirtschaften wollen. Ein Missbrauch einer Machtstellung oder einer Engpasssituation – wie sie angeblich auf dem Papiermarkt vorliegt – ist jedoch nicht nur zu kritisieren, sondern abzulehnen und letztlich zu bestrafen.

Tatsächlich sieht es nicht danach aus, als gäbe es auf dem Papiermarkt die behaupteten Verknappungen, mit denen Preiserhöhungen argumentiert werden. Und auch die gleichermaßen spekulativem Vorgehen unterworfenen Preisveränderungen auf dem Energiesektor – Gas, Strom – taugen letztlich nicht als Argument für Preiserhöhungen, wie sie derzeit – und inzwischen seit einiger Zeit – stattfinden. Das alles erinnert mich zu sehr an Ereignisse Anfang der Neunzigerjahre, als behauptet wurde, in Taiwan sei die einzige Chipfabrik in die Luft geflogen (oder jedenfalls so schwer beschädigt worden, dass sie nicht mehr produzieren konnte), woraufhin die Preise für Arbeitsspeicher in PCs explodierten – wahrlich: explodierten. Tatsache war damals, dass eine (!) Produktionsanlage betroffen war – und die übrige Pseudoverknappung von Spekulanten erzeugt wurde.

Wie auch immer – auch die Bücher meiner p.machinery sind inzwischen von Preiserhöhungen betroffen, die ich teilweise weitergeben muss. Mehrere ältere Titel aus der »SF-Werkausgabe Herbert W. Franke« waren schon betroffen, aber auch jüngere Titel trifft es inzwischen, so in diesen Tagen diesen hier:

Dabei ist hier die Preiserhöhung noch moderat ausgefallen: von EUR 15,90 auf EUR 16,90; die Preiserhöhungen bei den Franke-Titeln schlugen stärker zu Buche, weil die Bücher aus den Jahren 2014 bis 2016 stammen.

Kurth, Heribert, UNTER DEN STERNEN VON THA

Ein Abend mit Aiki Mira

So betitelt der Otherland Bookshop (Bergmannstr. 25, 10961 Berlin) die Lesung mit Aiki Mira, die am 30.09. u. a. aus »Titans Kinder« vortragen wird. Auf Otherlands Website kann man lesen:

Aiki Mira hat mit Titans Kinder bei p.machinery ihren ersten SFRoman veröffentlicht, mit dem sie die sogleich die Phantastik Bestenliste erobert hat.
Wir freuen uns uns ihr bei Leseausschnitten aus Titans Kinder und aus ihrem neuen Buch bei Polarise, Neongrau, zu lauschen und mit ihr zu plaudern.
Der Eintritt ist wie immer im Otherland kostenlos, bitte meldet euch kurz per Mail bei uns an service(at)otherland-berlin.de

Los geht es um 19:30!

Wer noch interessierte Berliner kennt: Weitersagen!

Mira, Aiki, TITANS KINDER

Der VDS-Infobrief vom 24.09.2022

In voller Länge und mit allen Wahrheiten: hier.

1. Presseschau
• Kein schönes Wetter mehr
• Bastian Sick mit Elbschwanenorden geehrt
• 25 Jahre Ainu Times
2. Gendersprache
• Sprache bildet keine Gerechtigkeit ab
• Chefredakteur hält Sprache für ein Lebewesen
• Schweizer Hochschule erlaubt Notenabzug
3. Kultur
• Hollywoods Fantasiesprachen
• Ingwer, Qualle und Elch
4. Berichte
• VDS stiftet Novalis-Gedenktafel
• Kabarett und Musik zum Tag der deutschen Sprache
• Süttember
5. Kommentar
• Nur ja nichts Falsches lesen
6. Termine

Böse Zungen

Böse Zungen könnten behaupten, das Buch, das ich unter dem Titel »PrimaBel – Connecting cultures | Kulturen verbinden« als Band 71 meiner Reihe »Außer der Reihe« verlegt habe, wäre ein Abfallprodukt. Grund falsch wäre das nicht – allerdings ungerechtfertigt abwertend. Das Werk – bestehend aus grob gerechnet einem Viertel Gedichten in englischer und deutscher Sprache und drei Vierteln Fotografien, ein Teil davon bearbeitet und verfremdet – erreichte zuerst Kai Beisswenger, meinen Partner im Imprint »Zwischen den Stühlen«. Es passte dort nicht ins Belletristik-Konzept, und Kai fragte nach, ob das etwas für »Außer der Reihe« wäre.

Die Fotos gefielen mir. Mit Gedichten kann ich selbst nicht wirklich viel anfangen, obwohl sie textlich durchaus ihren Reiz haben. Das eigentliche Problem mit Gedichten für einen deutschen Kleinverlag ist die Rezeption durch den potenziellen, im Großen und Ganzen nicht existierenden Leser. Hätte ich eine böse Zunge, würde ich behaupten, dass der Leser deutschsprachiger Werke – über die englischen Gedichtfreunde kann ich mir mangels Erfahrungen wenig Gedanken machen – mit Gedichten aus intellektuellen Gründen nichts anfangen kann; ich könnte das noch böser formulieren, aber das wäre dann vermutlich kontraproduktiv.

Wie auch immer: Das Buch ist an sich schon ein schöner Bildband. Die Gedichte zu den jeweils darauffolgenden drei Fotos kann man gerne als Bilduntertitel lesen, die erläutern, was die Fotografen sich bei den Aufnahmen gedacht haben. Und natürlich zeigen sie auch auf, was die Autoren zu den Gedichten inspiriert hat. Eine Wechselwirkung.

Die eigentliche Absicht hinter dem Buch – Kulturen zu verbinden –, basiert vor allem auch darauf, dass Irmy Algader in Deutschland geboren wurde und heute in Italien lebt, und ihr Co-Künstler Zoran Jovanovic in Belgrad geboren wurde und dort lebt und künstlert. Deutschland, Italien, Serbien – das ist eine Art Kulturendreieck, das hier bildlich und textlich Verbindungen hat.

Langer Rede kurzer Sinn: Das Buch wird sich – wie so manch anderer bildlastiger Band meines Verlages – an ein sehr spezielles Publikum richten, und es wird sich zeigen, wie viele deutsch sprechende und lesende Menschen darunter sind. Mit zwei Leseproben kann man sich einen kleinen Einblick in Inhalt und Machart des Buches verschaffen:
»Being viced | Lasterhaft sein«»Night-fall | Einbruch der Nacht«

Algader, Irmy & Jovanovic, Zoran, PrimaBel

Corinna Griesbach liest SF

Am Samstag, den 24. September liest Corinna Griesbach aus ihrer Kollektion „Alien Love“. Die Second-Life-Bühnenbilder kommen von Barlok Barbosa, alias Bernhard Bettschen.

Griesbach, Corinna, ALIEN LOVE

 

Noch einmal: Kurz und kriminell!

Freitag, 23.09.2022, 18 Uhr, Lesung in Plettenberg-Ohle auf Einladung von Immobilien BS Beßler – geschlossene Veranstaltung.

Udo Weinbörner liest Kurzkrimis in Form von Kurzgeschichten und Erzählungen aus seinem neu erschienenen Auswahlband »Bei Sonnenschein sind wir zurück | Storys aus 40 Jahren«, p.machinery Verlag. Der Autor kündigt die Lesung von spannenden, gruseligen und abgeschlossenen Kriminal- und Justizgeschichten als echte Alternative zum Krimiabend vor dem Fernseher an, wie man sie nicht jeden Tag geboten bekommt. Fragen und Gespräche sind während der Lesung vorgesehen, da eine kurze unterhaltsame Einführung in die Arbeit eines Schriftstellers im Allgemeinen und an der Kurzgeschichte im Besonderen gegeben werden soll. – Geladene Gäste.

Weinbörner, Udo, Bei Sonnenaufgang sind wir zurück

Der GEDANKENverNETZer: Herbert W. Franke (1927–2022)

Der GEDANKENverNETZer um 1960, 33jährig (Archiv JvS)

Unter diesem Titel hat Jürgen vom Scheidt einen sehr schönen und sehr ausführlichen Nachruf auf unseren kürzlich verstorbenen Herbert W. Franke veröffentlicht. Schwer lesenswert.

Herbert W. Franke, 95jährig, im Mai 2022 bei der Eröffnung seiner Ausstellung »Visionär« in Linz (Foto: Francisco Carolinum)