Winnert ist scheiße?

Nein, aber beschissen. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Die nachfolgenden Aufnahmen wurden heute, am 10.01.2020, zwischen der Bushaltestelle an der Abzweigung Bunsiek zur Siedlung und der Diakoniestation in der Hauptstraße aufgenommen. Das ist eine Strecke von ca. 200 Metern.

Kacktüten sind eine Erfindung, die an Winnerts Hundehaltern offensichtlich vorbeigegangen ist. Auch der Sinn wird wohl nicht erkannt; ich musste mir schon die Frage stellen lassen, warum ich die Hinterlassenschaften meiner Mädels aufnehme, das würde doch sonst auch keiner machen. Entsorgungsmöglichkeiten gibt es, wenn auch nicht alle drei Meter: Abfallbehälter befinden sich in den diversen kleinen Bushaltestellen im Ort – mir fallen sofort fünf solche Behälter ein –, und jeder Haushalt im Ort verfügt über eine Restmülltonne.

Meine Mädels kacken an dem Teilstück der im Ort üblichen Gassiwege schon nicht mehr. Nicht nur, weil eh fast kein Platz mehr ist, nein, sie finden es offensichtlich auch scheiße, wenn Herrchen dann zwischen den Hinterlassenschaften der Hunde von Dreckschweinen die Häufchen der eigenen Hunde beseitigen muss.

Wer nicht zählen möchte: Es handelt sich um mehr als zwanzig (in Worten: 20!) Haufen.

Continue reading

Böller in den Ofen

In diesen Tagen schießt man ja nicht in den Ofen, man böllert. Wie die vielen Deppen, die einen Haufen Kohle aus dem Fenster werfen, um Lärm zu machen, Tiere zu erschrecken, sich selbst und die eigenen Kinder zu verletzen, Feinstaub und Gifte in die Atmosphäre zu blasen.
Aber das ist hier nicht das Thema.

Unsere Hunde – Kim und Naomi – sind geräuschempfindlich. Ein Actionfilm mit viel Geballer im Fernsehen juckt sie nicht; ein einziger kleiner Kracher (oder auch der Schuss eines Jägers in der Ferne) versetzt sie in Panik. Silvester ist also keine schöne Zeit für sie (wie für viele andere Haustiere, aber auch Wildtiere auch).
Nachdem wir 2018 feststellen mussten, dass der Kriegszustand in Winnert ausgeprägter als weiland in Murnau-Westried ist, entschlossen wir uns, für 2019 nach einer Lösung zu suchen: Wir wollten irgendwo hin, wo es definitiv ruhiger sein würde. Amrum, die Insel, auf der nicht geballert werden darf, fiel aus, weil Saskia, meine Frau, arbeiten muss; Sylt natürlich auch, zumal man dort ein Höhenfeuerwerk veranstaltet (so viel zur »ballerfreien Insel Sylt«).

Wir fanden ein Domizil in einem kleinen Haufendorf in der Nähe von Wesselburen, Landkreis Dithmarschen. Eine Woche wollten wir dort sein, und Saskia würde davon profitieren, dass der Ort näher an ihrem Arbeitsplatz in Büsum liegt.
Gestern fuhren wir also hin: mit zwei Autos, vollgepackt mit allem möglichen Zeug, und natürlich mit den Hunden. Das Haus lag idyllisch, die Eigentümer und Vermieter waren nicht da, die Nachbarn gegenüber offensichtlich auch nicht. Die nächsten Gebäude waren hinreichend weit entfernt.
Und dennoch …

Wir hatten ein Domizil mit zwei Hunden haben wollen. Was wir bekamen, hatte eine schmale, steile Treppe nach oben – dort lagen Wohn- und Schlafzimmer, unten gab es nur Toilette, Dusche und die Küche. Alles sehr klein, und ohne Hunde wäre das eine knuffige Geschichte gewesen. Aber so …
Unsere Hund sind es gewohnt, in unserer Gesellschaft zu sein, nicht nur, aber vor allem auch nachts. Das hoch liegende Bett war da sowieso schon nichts – aber das wäre nicht tragisch gewesen. Aber da die Hunde die Treppe vielleicht (!) hoch-, garantiert aber nicht mehr runtergekommen wären, hätten wir die Woche dort in der kleinen Küche verbracht.
Und das ging einfach nicht.

Nachdem wir alles ausgepackt, einen – katastrophalen – Gassigang (keine fünfzehn Minuten, weil auf einem Feld zwei Dithmarscher Vollhonks schon mal ein Feuerwerk übten, illegal natürlich) gemacht (Kim war beim ersten Kracher panisch) und eine Pizza gegessen hatten, packten wir wieder zusammen und fuhren zurück nach Winnert.

Daheim sah ich dann nach dem Auspacken und Einräumen »Lethal Weapon 4«, und wer den Film kennt, weiß, wie der anfängt. Kim und Naomi waren von der Ballerei in dem Film völlig unbeeindruckt.
Wir überlegen, die Silvesternacht in dem Haus zu verbringen. Immerhin haben wir das Ding bis 04. Januar gebucht und bezahlt. Vielleicht ist es dort ja doch stiller als in Winnert.
Vielleicht fahre ich mit den Hunden aber auch zwei, drei Stunden durch die Gegend. Irgendwo habe gelesen, dass das auch hilft.

Die letzte Amtshandlung 2019

Naja, ganz stimmt es nicht. Aber es war die letzte Veröffentlichung meines Verlages p.machinery im Jahre 2019, das insgesamt sowieso von Buchneuveröffentlichungen eher dünn besiedelt war. NOVA 28 war ein wenig verspätet, aber nicht viel – und es kam punktgenau noch in der Woche vor Weihnachten aus der Druckmaschine, sodass ich Autoren, Grafikern, meinen Herausgeberkollegen und den Abonnenten noch eine Weihnachtsfreude machen konnte.

Was die Ausgabe inhaltlich bietet, erfährt der geneigte Interessent ausführlich: hier. Und dank unseres 2019 gefundenen neuen Partners Bookwire gibt es NOVA 28 nicht nur beim Verlag – wie immer – und nicht nur bei Amazon, sondern im Internet auch bei anderen typischen Buchhandelsplattformen – z. B. Thalia, Hugendubel –, und zu guter Letzt auch im Buchhandel. (Und wer später seine Kritik abliefern möchte, der kann das übrigens im NOVA-Forum unter http://www.scifinet.org/scifinetboard/index.php/forum/145-nova/ tun.

QR 8: Knapp vorbei ist auch ein Fluch

Ich bin durchaus kein abergläubischer Mensch, aber es ist ja ein geflügeltes Wort, wenn man sagt, auf diesem oder jenem Objekt läge ein Fluch, wenn mit diesem oder jenem Objekt negative oder sogar seltsame Ereignisse in Verbindung stehen. Der achte Band des p.machinery-Imprints Die|QR|Edition, betitelt »all:about:neugier« (Details siehe hier), ist sicherlich kein Kristallisationspunkt mysteriöser Ereignisse – aber während seiner Entstehung hatte ich mehr als einmal den Eindruck, als läge ein Fluch auf dem Projekt.

  • Schon die Entstehung des Manuskripts war offensichtlich nicht einfach. Michael Weisser berichtete mindestens einmal, dass ihm ein erhebliches Stück längst erledigter Arbeit durch einen Absturz bzw. eine defekt gewordene Datei verloren ging. Wir diskutierten ein wenig das Thema »Back-ups«, aber wie es der Teufel will: Zwischen zwei Back-ups vergeht eben Zeit, in der produktive Ereignisse stattfinden, die am Ende auch bei der besten Back-up-Strategie – sieht man von ununterbrochenen 1:1-Spiegelungen ab (und wer kann sich die schon allein von den Kosten her leisten?) – einfach verloren sind und neu produziert werden müssen.
  • Michael Weisser hat ganz sicher alles unternommen, dass die von ihm anvisierten und avisierten Termine eingehalten werden können. Dass das nicht hingehauen hat, geht eindeutig auf meine Kappe. Und auf das erste Jahr in Winnert, das alles andere als einfach ist. Neben gesundheitlichen Gründen spielte auch die Notwendigkeit, auf eine ganz andere Art und Weise als früher den Lebensunterhalt zu verdienen, eine wesentliche Rolle. Als Angestellter bezieht man sein regelmäßiges Gehalt, auch wenn man seine hauptberuflichen Aufgaben auch mal ein wenig zurückstellt. Das bedeutet ja nicht gleich, dass man seine Aufgaben nicht erfüllt. Aber man ist eindeutig flexibler. Wenn man als Freiberufler einen Auftrag zu erledigen hat, tut man gut daran, das ohne Verzögerungen zu tun, will man für die aufgewandte Zeit auch bezahlt werden. – Am Ende war das Buch zu einer Veranstaltung in Worpswede im September (siehe hier, hier und hier) nicht fertig und verzögerte sich noch zusätzlich.
  • Irgendwie hatte ich beim achten Band der QR|Edition ein Problem, den richtigen Zugang zum Layout zu finden. Eigentlich ist das Layout der quadratischen Bücher mit seinen zwei Textspalten und der zusätzlichen Marginalienspalte in der Buchmitte gut eingefahren – sozusagen. Es sieht gut aus, es ist schlüssig, es bietet schöne Möglichkeiten, nicht nur mit Texten und Bildern, sondern auch mit Zubehör – gemeint sind hier Fußnoten u. ä. – zu arbeiten. Aber aus irgendeinem Grund haderte ich mit dem Layout. Michael Weisser hatte reichhaltiges Bildmaterial und die für die Buchreihe üblichen QR-Codes geliefert, es gab also Möglichkeiten, seine Layoutwünsche – die er immer hat – problemlos umzusetzen. Und dennoch …
    Am Ende stand das Layout dann doch, durchaus in der Tradition der vorhergehenden Bände, und mit den opulent präsentierten Fotos aus Mike Weissers »CompressedWorld«-Projekt ein wirklicher Hingucker. Trotzdem gelang es mir erst bei der Überprüfung des Andrucks, von dem Layout überzeugt zu sein.
  • Das Titelbild erwies sich als richtiggehende Zicke. Mike Weisser hatte sich diesmal nicht nur eine einfache schwarze Hintergrundfläche, sondern ein Muster ausgedacht. Er lieferte zunächst eine Grafik mit dem auf dem Hintergrund montierten Titel-QR-Code – in quadratischer Form. Dazu den Hintergrund als eigenständige Grafik. Damit konnte ich nicht arbeiten, weil Montage und Hintergrund farblich nicht übereinstimmten und auch vom Muster her nicht vernünftig in Einklang zu bringen waren. Auf meinen Wunsch hin sandte er mir den Titel-QR-Code (mit dem dazugehörigen »krisseligen« Muster [siehe Abbildung des Titelbildes oben) als eigenständige Datei, dazu den Hintergrund in doppelter Breite für das umlaufende Cover.
    So ausgerüstet kam ich zu Potte. Der Adobe Distiller aber offensichtlich nicht. Aus völlig unerfindlichen Gründen beschäftigte er sich achtzehn Minuten und zwölf Sekunden mit der Erzeugung des entsprechenden PDFs. In nicht einmal allzu verschwenderischen Einstellungen: Größe 1:1, 600 dpi; mit diesen Einstellungen entstehen alle Titelbilder der p.machinery-Bücher. Trotzdem dauerte es achtzehn Minuten und zwölf Sekunden. Jedes Mal. Reproduzierbar. Und nicht behebbar
  • Und ganz zum Schluss ergab sich noch ein letztes Problem, zu dessen Lösung mir schnell etwas einfiel, das Mike Weisser akzeptieren konnte.

Das achte Buch der QR|Edition jedenfalls ist fertig und wünscht sich, gekauft, begutachtet, gelesen und gerne auch rezensiert zu werden. Und ich für meinen Teil hoffe noch zusätzlich, dass dieses erste Jahr in Winnert endlich zu Ende geht und wieder ein »normaler Betrieb« möglich ist. Wobei … was ist schon normal …

Ellen Norten kennt sich aus

Ellen Norten ist ein künstlerisch vielseitiger Mensch. Sie ist Autorin und Herausgeberin. Sie hat Radio und Fernsehen gemacht. Sie verwaltet das Erbe des Hubert Katzmarz – dadurch haben wir uns kennengelernt. Sie reist sehr viel – mit ihrem »Zaubi«, der auch schon in meinem Verlag veröffentlicht hat (»Go East«, Außer der Reihe 13) – und dazu gab es auch schon ein Buch bei p.machinery: »Wie ich die Welt sehe«, verfasst und bebildert von Conni Mainzelmann.
Und schließlich besitzt Ellen die Fähigkeit, auch einen Verleger wie mich immer wieder zu überraschen.

Ellen Norten kennt sich aus. Sie hat ihre Doktorarbeit über Parasiten in Insekten verfasst. Mit ihrem neuen Buch über ihren »süßen Parasit« präsentiert sie erstmals Cartoons. Die knuffig gelben Kleinstlebewesen werden von erläuternden Reimgedichten begleitet. Nicht nur für Erwachsene und – nicht zu kleine – Kinder bietet das Werk Amüsantes und Humorvolles … selbst eingefleischten Smartphone-Nutzern – bis hin zum Smombie – und WhatsAppern hat das Buch noch einen besonderen Mehrwert zu bieten.

Das Buch gibt es nur als Hardcover, denn das Querformat wäre als Softcover zu lappig und haptisch völlig unattraktiv; ich habe so einen Querformatlappen mal ausprobiert und daraus gelernt. Dadurch mag der Buchpreis ein wenig unattraktiv wirken, aber dank der sauberen Arbeit der Schaltungsdienst Lange in Berlin hält man ein haptisch wundervolles und optisch schönes Buch in der Hand, das sich – ganz passend zur Jahreszeit – hervorragend als Weihnachtsgeschenk eignet. Das Buch gibt es im Buchhandel, bei Amazon und natürlich bei p.machinery direkt. Alle Details zum Buch finden sich hier.

Und wer mal alles über Ellen Norten wissen möchte, sollte sich der Wikipedia bedienen: de.wikipedia.org/wiki/Ellen_Norten.

 

 

 

Cornelia Schneider hat die Ehre, lesen zu dürfen

Cornelia Schneider ist eine nicht unbekannte, in meinem Verlag aber leider wenig gelesene Autorin. Ihre beiden Bücher – »Von Perlen und Hunden« und »Über dem Abgrund der Himmel«; letztgenanntes Buch erschien vor nicht allzu langer Zeit im Juli 2019 – gehören nicht zu meinen Verkaufsschlagern. Nichtsdestoweniger wird Cornelia als Autorin durchaus wahrgenommen, und so wird sie Gelegenheit erhalten, bei der Vorstellung der Neuerscheinungen von VS-Mitgliedern am 23.10.2019 ab 20 Uhr aus ihrem Buch »Über dem Abgrund der Himmel« zu lesen. Die Lesung findet im Literaturhaus Berlin statt.

P.S.: Mit »VS« ist der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller in der ver.di gemeint, hier der Landesverband Berlin.

Fleck in Bochum

Das Schauspielhaus Bochum veranstaltet eine gesellschaftspolitische Diskussionsreihe mit dem Titel »Ausreden – zuhören!« In der Spielzeit 2019/2020 ist das Thema »70 Jahre Grundgesetz – was ist mir das wert?« Am 27.10.2019 geht es um den § 20a GG – »Aus Verantwortung für künftige Generationen – der ›grüne‹ Artikel 20 a: Ressourcen- und Artenschutz«.

  • Wie ernst wird Ressourcenschutz (in Deutschland, in Europa, weltweit) genommen?
  • Wie sehr leben wir weiterhin mit einer permanenten Scheinmoral?
  • Wo muss Artenschutz womöglich hinter anderen, auch berechtigten Interessen zurückstehen?
  • Ist Klimaschutz wirklich das zukünftige politische Topthema oder nur eine vorübergehende Modeerscheinung?
  • Wie kann man von Deutschland aus die Welt verbessern, wenn die größten Global Player nicht mitziehen?
  • Welche Maßnahmen sind sinnvoll und welche Augenwischerei?
  • Was sind realistische Zukunftsszenarien?

Moderatorin Sonia Seymour Mikich wird am 27.10.2019 von 11.30 bis 13 Uhr mit vier Gästen diskutieren; unter den Gästen ist auch unser Autor Dirk C. Fleck. Publikumsbeteiligung ist vorgesehen, die Veranstaltung wird im Internet übertragen und aufgezeichnet.

Veranstaltungsort ist das Schauspielhaus Bochum, Königsallee 15, 44789 Bochum.
www.schauspielhausbochum.de

Franke auf die Ohren!

Wer gern wieder einmal eines von Herbert W. Frankes Hörspielen konsumieren will, der sei auf diesen Link aufmerksam gemacht. In einer Reihe des BR, die bedeutende Hörspiele und Medienkunst der letzten Jahrzehnte vorstellt, wird auch »Papa Joe & Co« ausgestrahlt. Die Entstehungsgeschichte ist nicht uninteressant: Der damalige Leiter des Hörspiels, Dieter Hasselblatt, wollte mit der gerade neu aufgekommenen Kunstkopf-Technologie eine Produktion machen und hat seine Autoren aufrufen, Drehbücher dafür einzureichen. Es handelte sich dabei um eine spezielle Stereo-Aufnahme-Technologie, die für Zuhörer beim Abhören mit Kopfhörern eine sonst nicht mögliche Richtungslokalisierung des Sounds ergibt. HWF war der einzige, der ein Hörspiel speziell für diese Technologie entwickelte. Das Ergebnis: »Papa Joe & Co«. Einfach mal reinhören – am besten mit Kopfhörern für den vollen Klanggenuss!

Sendetermin = 05.10.2019, 15.05 bis 17.00 Uhr

https://www.br.de/radio/bayern2/programmkalender/sendung-2486676.html

P.S.: Die Kurzgeschichte zum Hörspiel, »Papa Joe«, erschien zuletzt im Band 11 der p.machinery-SF-Werkausgabe Herbert W. Franke, in »Zarathustra kehrt zurück«; siehe auch hier: https://www.pmachinery.de/?p=5952.