Ein Weg für ein Schild

Man fragt sich unwillkürlich, wie das Fahrzeug im Hintergrund da hingekommen ist. Wurde es mit einem Hubschrauber geliefert? Oder in Einzelteilen durch Amazon … aber nein, die hätten gegen das Zufahrtsverbot verstoßen müssen.

Fragen bleiben. Der Weg ist keine Sackgasse. Wozu aber dieser Weg, wenn man ihn nicht benutzen darf. Dass er für Fahrzeuge geeignet ist, erkennt man an der Breite und an der Oberflächenstruktur. Und an dem Fahrzeug im Hintergrund.

Fragen.

Vielleicht war das Schild einfach nur übrig. Und bevor es im Keller oder auf dem Dachboden vergammelt …

Standort des Schildes: hier.

Was ein Schild sagen will

Was mir das vor langer Zeit aufgenommene Schild sagen wollte, war mir schon damals unklar. Es wurde irgendwo in der Gegend von Murnau-Westried aufgenommen. GPS-Koordinaten hat der Blackberry Leap, der Fotoapparat, nicht verzeichnet.

An der Stelle gab es keinen Weg. Nicht mal einen Trampelpfad. Man hätte sich durch das Grün schlagen können, hinein in den Wald, das Wäldchen, zwischen die Bäume, aber wozu? Das denkbare Ziel dahinter hätte man bequemer erreichen können. Und ohne, gegen das ansonsten sinnlose Verbot des Durchgangs zu verstoßen.

Wobei das Schild sowieso widersprüchlich ist: Ein Durchgang würde unterstellen, dass man am Ende irgendwo anders herauskommt. Man müsste durchgehen können, hindurch durch Grün, Wald, Bäume. Aber wozu, wenn es am Ende eine Sackgasse ist und der Durchgang nirgendwo hin, nirgendwo hindurchführt? Wenn man sowieso gezwungen ist, umzukehren und nur dorthin gelangt, wo man herkommt?

Ein deutsches Hobby

Die Deutschen lieben es. Das Absperren. Vermutlich hätten die Deutschen es erfunden, wären sie die erste Hochzivilisation auf der Erde gewesen. Da sie das nicht waren, nicht sind und – zum Glück – auch nicht sein werden, haben sie es abgekupfert. Und ganz sicher perfektioniert. Erfahrungen haben sie ja auch dank ihrer Historie. Ich denke da an die Berliner Mauer. An die Zonengrenze.
Aber auch im Kleinen sind sie nicht pingelig. Ganz im Gegenteil. Mauern, Zäune, Ketten, Leinen, Absperrbänder aus Plastik. Die Mittel, die der Deutsche für sein Hobby nutzt, sind vielfältig. Die Gründe auch.

Dieser Platz, zwischen Murnau und Westried – hier – gelegen, direkt an der Staatsstraße 2062, war in den meisten Jahren, die ich in Westried wohnte, unauffällig. Nichts wies darauf hin, dass hier besondere Ansprüche vorlagen, Nutzungsabsichten herrschten.
Irgendwann tauchte eines der typischen, schwarz-gelben »Privat«-Schilder auf. Wozu auch immer. Ich habe in all den Jahren nur einmal einen Wagen dort stehen sehen, einen ScheißUV von einem Pilzsammler mit Hund, der aber sonst weiter im Wald parkte. Der Weg neben diesem Platz führt in den Wald, gabelt sich und endet an beiden Enden als Sackweg. Ein Trampelpfad verbindet beide Enden miteinander, sodass man mit einem Hund eine Runde gehen kann.

Dass ich nie jemanden dort stehen sah, heißt natürlich nichts. Die meisten offensichtlich illegalen Parker werden vermutlich nachts ab 1.30 Uhr dort gestanden und morgens um 5.40 Uhr verschwunden sein. Denn nur durch solche Übeltäter ist zu erklären, dass eines Tages die Steine auftauchten, die auch auf dem Foto noch zu sehen sind. Es waren freilich anfangs mehr. Sie lagen dort herum, im Weg, verhinderten, dass jemand dort seinen Wagen – ScheißUV oder was auch immer – abstellen konnte.
Möglicherweise stellte jemand fest, dass es umständlich ist, die Steine wegzuräumen, um dort zu parken. Der Eigentümer dieses Fleckchens vermutlich. Ist ja auch doof, wenn der zu vermutende eigene ScheißUV nicht über genügend Bodenfreiheit und gestählte Reifen verfügte, um über die Steine zu fahren.
Am Ende führte es zu der Kette.

Ich habe nie verstanden, was das sollte. Ich bin vermutlich nicht dumm genug, um das zu verstehen. Muss ich ja auch nicht mehr, nachdem ich dort nicht mehr lebe.
Immerhin war es manchmal ganz lustig. Einmal versperrte ein Transporter einfach den Weg vor der Kette. Auch eine Möglichkeit. Mehr als einmal hatte der Fleckchenbesitzer offensichtlich vergessen, die Kette wieder einzuhängen und mit einem Schloss zu verriegeln – sie lag auf dem Boden. Und mindestens einmal hat jemand den Pfosten in dem Betonsockel einfach umgekippt.
Wie anarchistisch manche Menschen mit solchen deutschen Leidenschaften doch umgehen, nicht wahr?

Der Wunsch, etwas abzusperren, ist kein bayerisches, sondern ein deutsches Phänomen. Deshalb findet man es auch in Nordfriesland. Die Kette oben ist irgendwo bei Lehmsiek gespannt, dort, wo ich gerne mit den Hunden gehe. Es wird ein Stück Weg … naja, Weg … es wird eine Grasfläche abgesperrt, die nach einem Weg aussieht, der allerdings nach wenigen Metern endet. Nirgendwohin führt. Nicht mal als Trampelpfad.

In Ostfriesland haben wir mal in der Nähe von Norden Urlaub gemacht. Leybuchtpolder hieß der Ort, eigentlich eine Mischung aus Straßendorf und Streusiedlung. Die Grundstücke waren alle nicht eingezäunt. Zwischen Straße und Grundstück gab es Abflussgräben. Die Einfahrten waren mit meist weißen Steinen begrenzt, nicht, um sie zu versperren, sondern um sie auch im Dunkeln sichtbar(er) zu machen. Ansonsten … nichts. Keine Zäune, keine Mauern, keine Ketten. Bepflanzung, ja. Aber selbst die war eher unauffällig, niedrig gehalten. Die großzügigen, schönen Grundstücke und die darauf stehenden, nicht minder ansehnlichen Häuser lagen offen vor den Augen des Betrachters. Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, aber niemanden gefragt, um herauszufinden, wie es die Bewohner von Leybuchtpolder – und auch anderer Gegenden in Ostfriesland – schaffen, ohne Absperrungen ein normales Leben zu führen.

P.S.: Ja. Auch mein Grundstück hat einen Zaun. Wir haben Hunde. Und der Norderweg wird von Bescheuerten und Bekloppten, von des Lesens und Verstehens von Zahlen Unfähigen befahren, von Menschen, die sich für fremde Hunde vermutlich einen Scheißdreck interessieren – ich will es nicht ausprobieren. Und immerhin hat mir der Zaun erlaubt, Verbotsschilder für das Parken auf dem Grünstreifen vor meinem Haus anzubringen.

 

DB = Dummbahn?

Vermutlich. Vielleicht auch FB. Faulbahn. Jedenfalls seit vielen Jahren. Und vielleicht heute nicht mehr. Keine Ahnung. Das war noch in Murnau-Westried. Hier. Da stellte irgendein Bahnbonze fest, dass dieser Übergang, der auch von Schülern genutzt wurde, gefährlich sei, weshalb man dieses Verbotsschild aufstellte. Mit der zu erwartenden Wirkung. Ignoranz. Das Kalkül der Bahn: Für eine Entschärfung des Gefahrenherds zu sorgen, würde Geld kosten. Und Zeit, also noch mal Geld. Wer jedoch das Verbotsschild ignorierte, tat das auf eigene Gefahr – sprichwörtlich. Wer beim unerlaubten Überqueren von der Ammergauer Scheißbahn (andere Geschichte) erwischt würde, hätte schlicht Pech gehabt, jedoch keine Ansprüche gegenüber der Bahn. Geschickt. Und typisch Bahn. Einer der zahllosen erfolgreichen Versuche, Intelligenz durch Dummheit zu ersetzen.

Warum man im Kino leben muss

Mittagszeit, Gassizeit. Parallel zur St2062 zwischen Bad Kohlgrub und Murnau verläuft ein kombinierter Rad- und Fußgängerweg. Er ist gute zwei, zweieinhalb Meter breit. Die Hunde gehen meist direkt am Rand, weil da Gras ist, weil es was zu schnüffeln gibt. Wir brauchen nicht mehr als die Hälfte des Weges und freuen uns über jeden Radler, der sich von hinten nähert und sich bemerkbar macht. Das hilft, Herzinfarkte zu vermeiden.
Und dann ist da dieses Radlerduo. Mountainbike, verkehrsuntauglich (keine Klingel, kein Licht). Zwei Typen, trotz Vermummungsverbot völlig unkenntlich maskiert. Sie müssen unbedingt nebeneinander fahren. Sie machen sich nicht bemerkbar und fahren auch nicht hintereinander. Der Linke rempelt mich an, sodass ich stürze. Uninteressant – die Radler halten nicht einmal an.
Continue reading „Warum man im Kino leben muss“

Deppen im Seniorensumpf

Moosrain, ein Ortsteil Murnaus, gilt in meinen Augen als Seniorensumpf – entweder sind die dort lebenden Menschen biologisch gealtert oder körperlich zwar jung, geistig aber längst jenseits von Gut, Böse und der Fähigkeit, den grauen Klumpen im Schädel zu benutzen. Nebst notorischen Geschwindigkeitsübertretern vor allem unter den Anwohnern sind es natürlich auch Dummparker, die sich profilieren möchten. Denn auch Moosrain ist mit überbordendem Schwerverkehr belastet, handelt es sich doch um eine Sacksiedlung, in die man rein fährt, damit man wieder rausfährt.

BMW-Fahrer sind ja von Haus aus bemitleidenswert, weiß der Fachmann doch, dass »BMW« schlicht für »Blöde müssen« (nach der Kaufentscheidung) »weinen« steht. Das Ganze wirkt sich nebst entsprechendem Fahrverhalten auf der Straße auch beim Parken aus.

Und dass es Handwerker auch nicht raffen, ist ja klar. Da gab es vermutlich zum Frühstück noch kein Bierchen, und auch der als Vorlage voraus perfekt parkende VW Golf hat offensichtlich nicht geholfen.

Das war wohl nicht klar genug

Tatort: Murnau.
Genauer: Westried.
Noch genauer: Grainbichl.
Am allergenauesten: Hinterer Grainbichl.

Da war es den Anwohnern wohl nicht offensichtlich genug, dass während der Winterzeiten wegen des »Winterdienstes« – so das ursprüngliche Schild unterhalb des Halteverbots – eben ein Halteverbot herrscht.
Der Amtsschimmel dachte sich … ähm, der Amtsschimmel dachte … nein, das ist blöde formuliert.
Irgendjemand kam auf die selige Idee, den Zeitraum zu konkretisieren. Nun ist zwar vom 01.11. bis 30.04. immer und auch ohne Schnee Halteverbot, allerdings wird der Winterdienst seine Arbeit vermutlich nicht verrichten können, wenn zwischen 01.05. und 31.10. Schnee gefallen sein sollte. Was hier durchaus auch schon vorgekommen ist –

 

Dumm gelaufen, scheiße geparkt

Seit Monaten habe ich einen Block mit Aufklebern (nach dem bekannten Post-it-Verfahren) mit der Aufschrift »Scheiße geparkt«. Der Block liegt im Auto. Naja – er wird auch da manchmal gebraucht, aber sinnvoller wäre es eigentlich, ihn auf die Gassigänge mit den Hunden mitzunehmen. Auf denen entstehen solche Fotos wie die hier:

Continue reading „Dumm gelaufen, scheiße geparkt“

Wertvolles aus Hundesteuer

So was kriegt man mit der Post: so was. Ich nehme an, das wird aus Hundesteuern finanziert. Ich nehme nicht an, dass die Besitzer(innen) von Pferden ein solches Schreiben erhalten; Pferde sind ja nie krank, und Fleischlieferanten fressen ja auch nicht die Pferdescheiße von Wanderwegen oder meinen Stiefelsohlen. Ich nehme auch nicht an, dass die Eigentümer von Rinderherden einen solchen Brief bekommen, vor, während oder nachdem sie ihre Rinderherde vom Stall zur Weide oder zurück getrieben und vergessen haben, die Hinterlassenschaften ihrer Milchlieferanten zu beseitigen. Und ich nehme an, dass die reine Interpretation von Gesetzen und deren Inhalten in der Bekanntmachung auf der zweiten Seite des Schreibens niemandem auffallen. (Ich musste mich immerhin vergewissern, dass es ein »Landesstraf- und Verordnungsgesetz zum Schutz von Feld und Flur« nicht gibt; der »Schutz von Feld und Flur« ist nur ein Teil dieses Gesetzes, und sein Inhalt ist deutlich anders formuliert, als das, was einem hier mitgeteilt wird.)

Jedenfalls ist es sinnlos, dass einem so was mitgeteilt wird. Ich weiß als Hundebesitzer, der sich bemüht, seine Hunde ebenso zu erziehen wie sich selbst, was bestimmte Dinge (z. B. die Beseitigung hündischer Hinterlassenschaften) angeht, dass es mehr als genug Hunde besitzender Arschlöcher gibt, die auf die Erfüllung einer solchen sinnvollen Pflicht nur scheißen – sic! -, und das ganz unabhängig von so einem Schreiben. Das Geld für so eine Briefaktion jedenfalls wäre – wenn man schon Tieren Gutes tun will – sinnvoller eingesetzt, würde man sie in das Budget von Tierheimen stecken.