Dreizehn

Heute feiert eines meiner Hundemädchen Geburtstag: Naomi ist 13 Jahre alt geworden. 13 Jahre. In Worten: dreizehn Jahre. Man sieht ihr das Alter nicht nur an, manchmal merkt man auch, dass sie älter geworden ist. Sie läuft nicht mehr so schnell, nicht mehr so lang. Und langsamer. Und manchmal erweckt sie den Eindruck, nicht mehr so gut zu hören; obwohl sich ihr zögerliches Verhalten, wenn man sie ruft, auch durch Altersrenitenz erklären lassen könnte. Gnichel.

Auf jeden Fall hat die Maus nun das stolze Alter von dreizehn Jahren erreicht und ich hoffe jeden Tag, dass da noch mehr kommt. Kim ist dreizehn Jahre alt geworden, bevor sie uns verlassen hat. Und die allererste Kim, die mir mit meiner dritten Gattin vergönnt war, wurde immerhin fünfzehn Jahre alt, bevor der Krebs sie holte.
Aber gut. Keine schönen Gedanken für so einen schönen Tag. Heute mittag gibt es ein besonderes Leckereli – einen Kauartikel in Herzform. Für meine Maus, mit den besten Wünschen für ein noch langes Leben.

P.S.: Susi bekommt zur Feier des Tages natürlich auch so ein Leckerli.

Häufchen Elend

So sieht ein Hund aus, der Silvester erleben muss:

Susi hat ihre Lieblingsplätze, die Silvester offensichtlich wertlos sind. Leckerlis mag sie nicht. Draußen zerrt sie an der Leine. Und drinnen sucht sie – wie sicherlich viele Haustiere – dunkle Plätze auf (und unser Schlafzimmer, in dem Susi mit uns zu übernachten pflegt, war wie ein fensterloser Bunker verdunkelt). Der Platz, an dem sie hier sitzt, wird im Normalfall von Frauchen benutzt; links im Bild wäre ein Waschbecken zu sehen. — Wenn ich Susi so sehe, blutet mein Herz. Und meine Wut auf die Geldverschwender, Umweltverschmutzer und Tierschänder blüht.

Neun

Ob Susi wirklich am 01.Oktober 2016 das Licht der Welt erblickte, das wissen wir nicht. So steht es allerdings in ihren rumänischen Papieren, und das muss halt gelten.

Heute jedenfalls wird unsere Maus neun Jahre alt. Sie ist gesund und fidel, pflegt ihre kleinen Baustellen (vor allem mit mir) und fühlt sich ansonsten ganz offensichtlich wohl bei uns. So soll es sein. Und bleiben. — Herzlichen Glückwunsch, meine Susimaus!

Lange her — und trotzdem immer noch gegenwärtig

Heute vor 14 Jahren haben wir Kim zu uns geholt. Zuvor waren wir einmal in dem Shelter in Odelzhausen bei München, um uns Hunde anzuschauen. Aber außer einem Bassett war keiner dabei, der uns gefallen hätte. Und dem Bassett wollten wir unsere Treppen nicht antun.
Später erhielten wir per Mail Fotos von Gigi. So hieß Kim, als sie nach Deutschland kam. Ein Name, den man nicht aussprechen, den man vor allem nicht rufen mag. Und Gigi sah der Kim, die ich vorher kennengelernt hatte – ganz andere Geschichte – so ähnlich, dass ich mir den Namen nicht verkneifen konnte.
Kim.
Das war Kim.
Das war sie so lange. Für uns.
Kim.

Heute vor 14 Jahren haben wir sie zu uns geholt. Ich erinnere mich an ein kleines, scheues Mädchen, das ein, zwei kleine Leckerlis nahm und dann im Fußraum auf der Beifahrerseite im Auto seiner Zukunft harrte.
Als sie dann bei uns war, dauerte es das übliche Weilchen, bis sie warm geworden war. Es dauerte zwei, drei Tage, bis sie ihr Futter annahm, und irgendwann war sie dann angekommen.

Kim.
Und für mich war sie ein tolles Mädchen.

Naomi und die Elf

Heute vor 11 Jahren haben wir Naomi in Frankfurt (Main) am Flughafen abgeholt und mit uns nach Hause genommen. Sie kam aus Griechenland und erwies sich schnell als Mitglied unserer Familie. Sie verstand sich mit Kim ohne Konkurrenzverhalten und fügte sich von vornherein als Nummer zwei ins Hundeteam. — Elf Jahre …

Naomi im Juni 2024

Und dann war’n sie wieder mal weg …

Gestern war es wieder einmal so weit. Frauchen wollte experimentieren – ob Susi sich nicht doch aus dem Freilauf abrufen lassen würde. Aber Pustekuchen – und nicht nur das! Naomi, die auch freilief, lässt sich nicht mehr abrufen, wenn Susi mal vornweg Gas gegeben hat. Tja.

Beginn des Ausflugs war nahe dem Startpunkt links unten, dann ging es nach Norden, später nach Osten. Und an der Stelle, wo sich nun Susis Bild befindet, war der Ausflug dann zu Ende.

Naomis Laufstrecke zeichnet sich durch längere »Rotphasen« aus, das sind Streckenabschnitte, in denen sie langsamer unterwegs war, sodass die Live-Schaltung des Tractive-Trackers mehr Standortinformationen speichern konnte.

Gestern wurden sie dann gebadet und waren danach entsprechend erschöpft. Und selbst heute noch merkte man ihnen an, dass das wohl recht anstrengend war – Naomi ist immerhin 12 1/2 Jahre alt! Aber wer rumtoben kann …

Zwei

Heute Abend vor zwei Jahren hat sie uns verlassen. Kim. Sie war schon vorher gegangen. Geistig. Sie war einfach nicht mehr da. Wir haben sie dann über die Regenbogenbrücke geschickt, weil sie einfach diesen Weg gehen wollte. Sie hat es mit all ihrem noch verbliebenen Wesen gezeigt.

Was ich an ihr vermisse, kann ich nicht beschreiben. Dazu fehlen mir die Worte. Sie ist immer noch gegenwärtig. Hinter mir im Regal steht ihre Urne mit einigen Erinnerungsstücken. Und wir haben einen alten Kalender hängen, den wir Monat für Monat umblättern. Der Kalender ist von 2017 und auf den Bildern ist sie der Hund, den ich in Erinnerung habe.

Den letzten Moment mit ihr werde ich niemals vergessen. Da war sie schon gegangen, lebte nicht mehr. Wir waren im Elysium, dem Krematorium, in dem wir Kim einäschern ließen. Ich hob sie aus dem Auto auf einen Wagen, und ich musste sie noch einmal anheben, um die Decke, in der sie eingewickelt war, zurückzunehmen. Mit beiden Armen musste ich sie anheben, und auch, wenn ihr Körper längst ohne Leben war, war das Gefühl … erschütternd. Wie gesagt – ich werde das niemals vergessen.

Seit zwei Jahren ist sie nun im Hundehimmel, und auch, wenn manch einer denken mag, der Gedanke sei albern, so wünsche ich mir doch, dass es ihr dort oben gut geht. Wenn Menschen an einen Himmel für ihr Leben nach dem Tod glauben dürfen, dann darf ich das für meine Kim auch.

Zwölf

Heute feiert unsere Naomi ihren zwölften Geburtstag.

Am 20. Januar 2013 erblickte sie in Griechenland das Licht der Welt. Sie wuchs in einem Haushalt auf, in dem es nebst Kindern auch Katzen gab.

Ihr Weg zu uns war weit. Am 24.04.2014 flog sie nach Frankfurt, wo wir sie in Empfang und mit nach Hause — damals noch Murnau — nahmen.

Das Zusammentreffen mit unserer Kim damals war friedlich, fast harmonisch. Es war schnell klar, dass Kim die Chefin und Naomi die Nummer 2 war — und damit hat sie wohl nie ein Problem gehabt.

Heute nun ist sie zwölf Jahre alt — und es geht ihr immer noch gut. Sie ist grauer geworden und ein wenig langsamer. Und manchmal sieht es so aus, als würde sie nicht mehr so gut hören. Aber sie ist immer noch meine Naomi. Und das soll sie auch noch lange bleiben.