Süße Notwendigkeiten

Naomi wird im nächsten Januar 14 Jahre alt. Und man merkt ihr das natürlich an. Sie hört schlecht, sie sieht vielleicht auch nicht mehr so gut. Sie ist halt einfach alt.
Da machen wir uns Gedanken über einen Nachfolger (Susi soll nicht allein zurückbleiben). Nicht konkret. Und doch immer wieder ein bisschen. Und dabei sind auch oft Kandidaten, die toll sind, aber doch nicht infrage kommen (auch, weil wir kleiner werden wollen, damit wir doch mal wider fliegen können, ohne den Hund in einen Laderaum verbannen zu müssen). So einen wie diesen Bautzner hier, eine bildschöne Schnauze:

Mehr zu diesem wundervollen Mäuschen hier: https://listenhunde-nothilfe.de/portfolio-items/bautzner/

Listenhunde = Willküropfer

In zahlreichen deutschen Bundesländern gelten sogenannte Listenhunde – das sind Hunde von Rassen, die am grünen Tisch von Ahnungslosen als gefährlich eingestuft und einer Liste solch gefährlicher Hunde zugeordnet werden – als gefährlich. Einfach so. Weil sie einer Rasse angehören. Niemand käme auf die Idee, den Deutschen Schäferhund aufgrund seiner Beißkraft und der Zahl der jährlichen Attacken als gefährlich einzustufen. Einen Dackel zweimal nicht. Aber ein American Staffordshire ist gefährlich, weil er ein American Staffordshire ist.
Da spielen auch viele historische Gründe eine Rolle. Amerikanische Hundekampforganisatoren in der Vergangenheit und heutzutage sind schuld an solchen Einstufungen. Und auch Fernsehsendungen, Filme, Krimis, in denen Hunde auftreten, tragen eine Mitschuld: Anderenfalls gälte der Rottweiler nicht durchgängig als gefährlich (obwohl er auf keiner Liste steht), und auch der Dobermann hätte ein besseres Image.
Wie auch immer … Es gibt Menschen, die sich für die sogenannten Listehunde engagieren. FÜR Listenhunde, wohlgemerkt. Und einer der Vereine dazu ist die Listenhunde-Nothilfe. Deren aktuelle Hunde findet man unter listenhunde-nothilfe.de/vermittlung, und da finden sich solch süße Mäuse wie die hier:

Gedanken zum Wolf

Wer der Ansicht ist, der Wolf habe in unserem Land keinen Platz, wer der Ansicht ist, der Wolf sei gefährlich und schädlich, der gönne sich diesen Film:

Wilder Grenzgänger (Cees van Kempen, 2022)

Es ist ein Irrtum, zu denken, der Wolf sei das Problem. Das Problem ist einmal mehr der Mensch, der dem Tier ebenso wie der Natur ohne Respekt begegnet, ihm keinen Lebensraum bietet und lieber Wölfe töten will, statt für den Schutz eigener Ressourcen zu sorgen. Der Wolf ist ein Teil unserer Natur und er ist zudem mit unseren Hunden, dem besten Freund des Menschen, eng verwandt: Canis lupus ist eine Spezies, und Canis lupus heißt nicht nur der Wolf, sondern auch unser Hund.

(Den Film kann man auch hier herunterladen.)

Alle Jahre wieder

Es ist Silvester
Meine Hundemädchen sind in Panik.

Wie immer wünsche ich auch dieses Jahr all den Vollidioten (m/w/d), die meinen, ihr sauer verdientes Geld zu Lasten der Umwelt (m/w/d) verballern zu müssen, schwerste Verletzungen und größtmögliche Schäden am Eigentum, sowie für Schäden, die sie anderen zufügen, größtmögliche Strafen und schwerste Konsequenzen.
Ich weiß, es wird nicht helfen. Aber es ist mir jedes Jahr ein Anliegen, das zu formulieren.

Ich danke allen Menschen, die auf die sinnlose Ballerei verzichten – ihr seid ein Beispiel, dem man folgen sollte.
Meine Hochachtung gilt auch allen Geschäftsleuten, die sich entschieden haben, kein Feuerwerk zu Silvester zu verkaufen – ihr seid ein Beispiel, dem man erst recht folgen sollte.
Und ich würde mir wünschen, dass jegliche zukünftige Regierung, gleichgültig, wie unfähig sie ist, endlich eine Entscheidung pro Mensch, pro Tier, pro Umwelt treffen würde.

Wir haben an diesem Wochenende Sturm in Schleswig-Holstein. Eigentlich sollte man meinen, die Warnungen in Radio und Fernsehen, die Absagen aller möglichen Veranstaltungen nicht zuletzt an der Nordsee und auf den Inseln würden Wirkung haben, aber weit gefehlt. Die Dummheit des deutschen Menschen in dem vermeintlichen Bemühen, verfehlte Traditionen zu pflegen, ist unbegreiflich.

Arme Seele

Ich mag Hunde. Sehr. Ich mag alle Hunde. Sehr. Rottweiler sind wunderschöne Hunde mit einem Wesen, das einer Familie zugeneigt ist — wenn man weiß, wie man mit ihnen umgeht, wie man sie bildet und ausbildet.

Pablo ist das Beispiel eines Rottweilers, der das Produkt unfähiger Menschen ist. Ein Hund, der ständig mit einem Maulkorb nach draußen gehen muss, ist ein Hund, der von unfähigen Menschen verdorben wurde — ein Hund, der Hilfe benötigt, um ein Wesen zu werden, das sich glücklich, frei in seinen Gefühlen und seinen körperlichen Bedürfnissen fühlt, das Hund sein darf, ohne Angst zu verspüren, Gewalt zu erleben, ein Hund sein darf, der von seinem Menschen in einer Weise geführt wird, die seinem Wesen gerecht wird. Und ja, Rottweiler sind Familienhunde, sicher mit einem gewissen Schutztrieb, aber in erster Linie gehören sie in einen Haushalt, um dort mit allen Beteiligten in einer ordentlichen Rudelordnung leben zu dürfen.

Pablo ist eine arme Seele. Wenn ich solche Beschreibungen lese und die Bilder von so einem bildschönen Hund sehe, bricht es mir das Herz. Umso mehr, weil ich aufgrund meiner eigenen Lebensumstände nicht helfen kann.

Pablos Seite in der Listenhunde-Nothilfe: hier. Schaut es euch unbedingt an. Schaut euch diesen Hund an. Vielleicht ist einer unter euch, der sich befähigt fühlt und helfen kann.

Hamburg prüft die Abschaffung der Rasseliste

Heute morgen auf NDRinfo: In Hamburg wird ein neues Hundegesetz diskutiert, wobei der Tenor in Richtung eines Hunde-Führerscheins für die Halter geht (wie schon in Niedersachsen praktiziert). Mit einem solchen Hunde-Führerschein würde die Last von der Hunderasse an sich auf den Halter gehen — eine sehr weise Entscheidung und gute Entwicklung. Denn Hunde wegen ihrer Rasse partout als gefährlich einzustufen, das ist längst bewiesener Unsinn. Das Problem ist immer am anderen Ende der Leine.
Vorbildlich ist hier unter anderem Schleswig-Holstein, wo es keine Rasseliste mehr gibt, sondern Hunde nur dann als gefährlich eingestuft und besonderen Bedingungen unterworfen werden (Stichwort: Maulkorb, Leinenpflicht), wenn sie sich auffällig benommen haben.
Nebenbei wird in dem Beitrag auch erwähnt, dass die zuletzt festgestellten meisten Beißvorfälle von Dackeln und Labradoren ausgingen. (Was beim Labrador auch an seiner unbändigen Fresslust liegen könnte :).

Den Wortbeitrag kann man hier nachhören: https://www.ndr.de/903/CDU-fordert-neues-Hundegesetz-fuer-Hamburg,audio1532592.html

 

Wer hat das Recht?

Das ist ein Listenhund.
Ein junges Hundemädchen, gerade aus einer Lage gerettet, aus der Schlechtes hätte entstehen können.
Ein Hundemädchen. Mit einer guten Beschreibung. Und allen Chancen.
Und trotzdem gibt es Menschen (?), die sich das Recht anmaßen, ein solches Hundemädchen am Anfang seines Lebenswegs als gefährlichen Hund einzustufen.

Alles Lesens- und Wissenswerte zur kleinen Hermine gibt es hier.

Herzzerreißend

Ich arbeite ja als Dienstleister im Verlagsbereich. Ich mache Korrektorate, Lektorate, ich mache Buchsatz und baue E-Books. Ich mache alles, was in dem Bereich von Relevanz ist. Mein Portfolio findet man auf globalepropaganda.de.

Letztens hatte ich ein E-Book zu bauen. Der Autor Detlef Dudenhoff hat die Geschichte seines Abschieds von einem seiner geliebten Hunde aufgeschrieben.
Das Word-Dokument, mit dem ich die Vorarbeiten erledigen wollte, war in keinem guten Zustand. Es stammte wohl aus einem PDF-Export oder so, egal. Es sah nicht gut aus, ich musste also Zeit und Hirnschmalz investieren, um es in eine Form zu bringen, aus der man ein E-Book machen konnte. Und dazu musste ich den Text auch lesen …

Barry Dodenhoff

Es hat mir fast das Herz herrissen. Ich habe im Januar 2023 meine Hündin Kim gehen lassen müssen, gewollt damals, weil es keine Aussichten auf Besserung mehr gab. Damals war ich emotional irgendwie … keine Ahnung … entfernt, weit weg, nicht beteiligt. Der letzte Moment, als ich Kim in meinen Armen hielt, wird mir unvergessen sein.
Und dieser Moment knallte durch, als ich die Geschichte um Barry las. Es war eine schwere Arbeit, eine sehr schwere Arbeit. Nicht, weil das Word-Dokument störrisch gewesen wäre – aber ich habe immer wieder die Arbeit unterbrechen müssen, weil ich durch die Tränen in meinen Augen nichts mehr sehen konnte.

Am Ende war alles geschafft und alles war gut.
Wirklich?

Keine Ahnung. Selbst heute noch, nach einigen wenigen Wochen, fange ich an zu heulen, wenn ich nur an das Buch von Detlef Dodenhoff denke. Ich lese es nicht mal, ich muss nur daran denken. Das reicht.

Dieses Buch ist nichts für Menschen, die keine Hunde hatten oder haben, nichts für Menschen, die mit Tieren nichts anfangen können. Das Buch ist für Menschen mit Hunden, nicht nur solchen, die schon einen Verlust erlitten haben, sondern für alle Hundebesitzer.

Als wir damals Kim haben gehen lassen, war ich emotional nicht dabei. Ich wusste, dass ich einen geliebten Hund verloren hatte, aber mehr wusste ich nicht. Erst nach der Lektüre des Abschieds von Barry spüre ich auch, was ich verloren habe.

Danke, Barry. Danke, Detlef.