Schlachtopfer

Winnerts möglicherweise letztes Schlachtopfer im Jahre 2021 – und die Schlachtung fand statt, als es bereits nicht mehr erlaubt war, zu schlachten.

Die Ausreden sind immer die Gleichen:
»Das haben wir schon immer gemacht.«
»Das macht man eben so.«
»Im Herbst verliert der Baum Blätter.« (Ach, wirklich?)
»Die Äste ragen zu weit über die Straße.« (Wirklich relevant auf einer Nebenstraße der Hauptstraße mit einer 30er-Zone.)
»Die Äste fallen aufs Nachbarhaus.« (Dazu müssten sie morsch sein, was sie nicht waren, und dazu müsste das gegenüberliegende Haus auf die Straße verschoben werden.)

Wer den Baum im letzten Jahr noch gesehen hat, weiß, dass diese Schlachtung völlig unsinnig war und nur einen Zweck hatte: »Hey, fuck, meine Kettensäge setzt Rost an …!«

Sturer Haufen und Hut

Der Bayerische Rundfunk ist aus vielen Jahren und Jahrzehnten bekannt für ein Verhalten, das man schon mal als zensorisch bezeichnen konnte. Ich erinnere mich daran, dass zwei, drei Titel von Frank Zappa gekürzt wurden, wenn sie über den Äther kamen. Oder TV-Sendungen, die im ARD-Sendegebiet des BR nicht übertragen wurden, weil sie den BR-Oberen nicht gefielen. Aber die Sturheit des BR kann auch positive Auswirkungen haben, so positiv, dass ich davor glatt meinen Hut ziehe. Was ich meine? Das steht hier.

Keine Solidarität mit meinen Worten

Deutschland erregt sich. Über alles Mögliche, das ein Kleingeist nicht verarbeiten kann. Auch über Satire. Und Blackfacing. Der Tagesspiegel jedenfalls füttert den deutschen Kleingeist mit seinen eigenen Befürchtungen: hier.
Es ist wohl typisch für linke Blätter, sich auf eine Thematik in dieser Form zu stürzen, und dabei so ganz nebenbei die Frage danach eben nicht zuzulassen, wie es denn mit dem „Whitefacing“ zum Beispiel im Voodookult aussieht. Ach ja, hier zieht ja die Religionsfreiheit, die freilich auch in Zeiten der Ausübung religiös argumentierter Gewalt ein höheres Gut ist als die Freiheit der Kunst.

Dass die Lage in Deutschland auch ganz andere Aspekte hat und konkrete Befürchtungen zulässt, weiß das Redaktionsnetzwerk Deutschland: hier.
Am Ende der Entwicklung wird ein verbaler und argumentativer Kampf »Jeder gegen jeden« stehen, der gar nicht ausgetragen werden kann, weil niemand mehr sagen darf, was er zu sagen hat, denn er ist für das Thema nie die richtige Person. Es sind ständige Schläge gegen die Solidarität in der Gesellschaft, und am Ende gibt es Solidarität nicht mehr — ist vielleicht selbst Opfer der »Streichidioten« (mein Deutsch für fanatische und gedankenlose Anhänger der undeutsch benannten »Cancel Culture«) geworden –, weil ich mich mit niemandem mehr solidarisieren kann, ohne die falsche Person für welches Thema auch immer zu sein.

Auf jeden Fall mal verarscht

Irgendein Klugscheißer – vermutlich aus einer dieser drogensüchtigen und ständig masturbierenden Designermischpoke – hat mal behauptet, bei Notebooks und TFT-Monitoren benötige man keine Bildschirmschoner mehr, weil sich die Bildschirminhalte nicht einbrennen würden.

Na, dann danke, Arschloch! Bei IPS-Panels stimmt das jedenfalls offensichtlich nicht. Auf meinem Monitor rechts oben läuft den ganzen Tag die WinTV-Software und zeigt rechts die Senderliste an. Durch Zufall habe ich nun festgestellt, dass ich diese auch ohne die Software lesen kann, und dazu, dass auch die ClockX genannte Uhr ihre Spuren hinterlassen hat. Und woher die anderen Spuren stammen, – die vor allem bei einem grauen Hintergrund sichtbar sind –, kriege ich auch noch raus.

Aber man sieht einmal mehr: Man kann sich nur noch auf eines verlassen. Schrott.

Die Welt ist Schrott

Abends ist es Zeit für »Shakespeare & Hathaway«, aber einmal mehr spinnt der Satellitenreceiver. TechniSat, Willkommen, nix mehr. Nach dem vierten Aus- und Wiedereinschalten endlich ein Sender. Und eine Bildstörung. Wenn das Scheißding das regelmäßig machen würde, wäre es längst auf dem Müll. So aber hat eine Neuanschaffung wenig Sinn. Der Vorgänger, eine Skybox, war auch Scheißdreck: Bildausfälle, Tonstörungen – und dazu ein völlig desinteressierter Service.

Ich brauchte dringend ein Buch. Ein bestimmtes Buch. Die Sendung geht mit einem Tag Verspätung auf die Reise. Gut, die haben in der Druckerei sicher mehr als einen Kunden. Alles kein Problem. Die Sendung ist immerhin am Freitag raus – und wird zur Zustellung am morgigen Dienstag angekündigt. Was? Dienstag? Scherz, oder? Zwei Sendungen des gleichen Versenders, die am gleichen Tag verschickt wurden, kamen am Samstag an. Fuck!

Immerhin waren diese beiden Sendungen für Montag angekündigt, sodass ich Hoffnung hegen durfte, mein wichtiges Buch käme nicht erst am Dienstag, sondern schon am Montag an. Heute. Und siehe da – ich hatte recht. Die Sendung kam, alles gut.

Alles gut? Mitnichten! Das Buch muss weitergeschickt werden. Begleitet von einer kleinen Nachricht zu einem besonderen Tag, versehen mit persönlicher Unterschrift. In einem Paket. Wegen des Volumens. Und der Verfolgbarkeit. Und was ist? Nix ist. Die DHL-Online-Frankierung ist »aufgrund einer technischen Störung (…) zurzeit« (immer noch um 13.45 Uhr!) »leider nicht möglich. An der Fehlerbehebung wird mit Hochdruck gearbeitet.« Fuck!

Und dann bedanken die sich noch für mein Verständnis. Dabei habe ich überhaupt kein Verständnis. Nicht nur, dass sich dergleichen bei DHL und der Post und wie immer die Gelbe Mafia heute auch heißt in den letzten Wochen gehäuft hat – haben die schon mal was von redundanten Systemen gehört? Immerhin hängen an diesem Versagerkram jede Menge Postfilialen und Poststellen, und ich denke, auch in den heutigen Seuchenzeiten muss der eine oder andere noch nicht infizierte Bürger etwas verschicken.

Und diesen Scheiß muss man heute überall aushalten. Überall. Einfach überall. Manchmal wünscht man sich glatt einen globalen EMP.

P.S.: Und als i-Pünktchen habe ich gerade unseren verblödeten Chinesen, diesen taiwanesischen Saugrobotermüll, zu seiner Ladestation zurückgetragen, die er alleine wieder nicht gefunden hat, weil er eine Teppichbrücke nass wischen musste, was die sich nicht hat gefallen lassen.

RDP über Entsolidarisierung der Gesellschaft

Die Entsolidarisierung der Gesellschaft ist ein Problem, bei dem auch die Tendenzen der gewaltsamen Veränderungen der deutschen Sprache eine Rolle spielen. Stichworte: »Gendern«, »Cancel culture«, »Political correctness« u. v. m. Richard David Precht geht darauf speziell hier nicht ein, aber die entsolidarisierte Gesellschaft ist nicht nur sprachlich präsent.

Siehe auch in der NDR-Mediathek.

Morgens in Winnert

  • Freitagmorgen, 0700 Uhr. Gassigang.
  • Auf einem Nachbargrundstück soll ein Haus gebaut werden. Ein Loch ist schon da. Fürs Fundament. Die Sparfüchse hierzulande verzichten gern auf Keller. Stehen vorne zwei Typen und labern. Irgendwas. Dahinter ein Bagger, laufender Motor. Stinkt.
  • Hundebesitzerin mit zwei freilaufenden Hunden. Meine wie immer an der Leine, wenn die Gefahr besteht, dass ein Auto kommen könnte. Die Gefahr besteht außer auf dem Acker immer und überall. Und selbst auf dem Acker … Sie nimmt ihre Hunde an die Leine. Ihr Gesichtsausdruck sagt, dass ihr das nicht passt.
  • Frau mit Kind. Kind in einem Feuerwehrauto. Elektrisch angetrieben. Kettcar ist out. Heute muss es ein selbstfahrendes Teil sein. eScheiß für eKids. Lahm wie ein Arsch, laut wie die Hölle. Ich weiß nicht, warum bei eAutos darüber nachgedacht wird, sie lauter zu machen, weil man sie ja nicht hören kann. Man braucht doch nur die Nähmaschinenmotoren aus dem eScheiß für eKids, dann ist der Lärm keine Frage mehr. Und die Reichweite ist bei der Lahmarschigkeit auch kein Problem.
  • Ich überlege einen Moment, die Schwabstedter langzugehen. Da könnten die Mädels in Ruhe kacken. Aber von wegen Ruhe. Zwei ScheißUVs kommen aus Richtung Schwabstedt angerast. Die gelben Ortsschilder dienen ja längst nicht mehr der Kennzeichnung des Beginns der innerörtlichen Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 km/h, sondern nur noch dem Abgleich, ob der Scheißnavi im ScheißUV eine aktuelle Scheißware hat.
  • Wir gehen dann woanders lang. Schon auf dem Rückweg kommt ein Typ aus dem Haus, setzt sich in den Kleintransporter neben dem Haus, startet den Motor und macht – nichts.
  • Auf das Grundstück gegenüber fährt ein Lkw, irgendso ein Gülletanker. Fahrer stellt den Laster ab, lässt den Motor laufen, steigt aus und geht weg.
  • Diese Pseudotrucks von VW sind hier sehr modern. Einer steht da, Motor läuft. Fahrer kratzt zwei winzige Löcher in den Reif auf den Scheiben. Immerhin fährt er dann gleich los.
  • An der Hausbaustelle steht nun auch noch eine Karre mit so einem Kipperteil. Motor läuft. Der Bagger läuft auch noch, drin sitzt ein Typ. Tut nichts. Der andere Typ fährt ein höllisch lautes Ding über den Sand, um den platt zu machen.
  • Nachbar gegenüber kratzt die Scheiben seines Autos frei. Motor läuft. Zum Glück dauert das nicht lang, ist ein Kleinwagen.

Und Deutschland hat ein Problem mit einer Sterberate von 0,0001875 % beim AstraZeneca-Impfstoff. Warum überlege ich Blödmann eigentlich, wo meine Hündinnen am besten kacken können? Abgesehen davon, dass ich Tüten dabei habe? Es gäbe so viele Plätze, wo ihr Haufen perfekt platziert wäre.

Coronasprech

Auf dem Nachrichtenticker des WDR entdecke ich heute morgen die Meldung:

»Studie: Mit Maske nur noch halb so laut
Corona-Masken mindern die Sprachverständlichkeit – besonders, wenn es sich um KN95- und FFP2-Masken handelt. Das hat eine Studie der TH Köln ergeben. So führte die Community-Maske im Spitzenbereich zu einem Übertragungsverlust von mehr als zehn Dezibel. Das entspricht etwa eine Halbierung der Lautstärke. Mit der KN95- sowie der FFP2-Maske gingen demnach bis zu 15 Dezibel verloren.«

Ja, und?

Das Zeug, das im Zusammenhang mit der Seuche zu hören ist, ist eh größtenteils Brabbelsuppe aus der Krabbelgruppe. Und ansonsten halte ich es doch mal mit der Werbung:

DANN BRÜLL HALT BEI NORMA!

Keine Aufregung 17/3

  • Morgens am Naturwanderführer-Buch gearbeitet. Texte in einer Masterdatei zusammengestellt. Bilder durchgesehen. Vorbereitungen für ein Testlayout (zum Zwecke der Bewerbung) getroffen.
    Die erhaltene InDesign-Vorlage ist eine Katastrophe. Es heißt, man solle nicht mehr als zwei, ganz ausnahmsweise drei Schriften verwenden. Hier sind es mehr als fünf, sechs, mehr als zehn im ganzen Buch (das ich als Vorlage erhalten habe).
    Und InDesign selbst ist auch eine Katastrophe. Störrisch, undurchsichtig, unübersichtlich. Wenn ich mich auf den Text konzentrieren will, sind mir Rahmen, Kreuze, Symbole und ein farbiger Hintergrund im Bild, der Text nur schwer zu entziffern. Ja, ich bin ein InDesign-Neuling … aber mit so einem Zeug werde ich kein Freund dieser Software werden.
    (Warum kann der Microsoft Publisher das Gleiche, nur sehr viel einfacher und eleganter?)
  • Mittags Gassi, ohne Besonderheiten. Nein, halt – Kim war sehr wacklig unterwegs.
  • Nachmittags an Gabriele Behrends Meisterwerk weiter korrigiert. Sie wird die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn sie die Datei zu sehen bekommt.
  • Nachmittags Gassi, wie gehabt.
  • Bis zum Feierabend Polieren der »Liebesmaschine«.
  • Und während Frau dann ihre Agatha-Christie-Sache anschauen wird, werde ich mir Bernhard Kempens zweiten Teil der Greedy-Trilogie vorknöpfen, »Darling« der Titel.