Eigentlich nicht oder doch

Eigentlich gibt es die beiden Bücher von Anna Veen (aka Heike Henzmann) gar nicht mehr. Oder doch. Das Auslaufen des Buchangebots in meinem Verlag wäre 2018 ganz regulär vollzogen worden. Aber die Autorin hatte andere Ideen. Unter anderen Umständen hätte ich ihr die Bücher quasi zur eigenen Verwendung übergeben. Aber sie hatte so ihre Ansprüche:

  • Die Bücher sollten ganz sanft überarbeitet werden. Der ältere Titel »Doris Hauser. Geschichten« sollte ein aktualisiertes Cover erhalten (das alte Verlagslogo war gegen das aktuelle auszutauschen). In den sogenannten Klappentexten auf der Buchrückseite sollten die biografischen Angaben zur Autorin verschwinden.
    Kein Problem.
  • Das Impressum wurde aktualisiert. Immerhin ist mein Verlag ja im Dezember 2018 umgezogen. Und überhaupt.
  • Wichtig war ihr, dass die Daten bei Amazon erhalten blieben, vor allem die aufgelaufenen Rezensionen. Das hatte zur Folge, dass ich als Verleger noch einmal einspringen durfte. Da die Titel beide bei CreateSpace bzw. aktuell bei KDP laufen, war es einfach, den Buchblock und die Umschläge auf neuen Stand zu bringen. Die ISBN blieben erhalten und damit auch das ganze Angebot bei Amazon – mit allen Rezensionen.
  • Und die E-Books sollten ebenfalls aktualisiert werden. Auch das war kein Problem.

Und nun sind beide Bücher als Printversion ganz aktuell wieder zu bekommen – allerdings nicht im Buchhandel und nicht beim Verlag, sondern ausschließlich bei Amazon; ein Druck beim Schaltungsdienst Lange haben wir nicht eingeplant. Dafür gibt es die E-Books auf so ziemlich allen deutschsprachigen E-Book-Plattformen. Und wir finden, die Lektüre lohnt sich, denn die Geschichten um Doris Hauser, Thomas Greiff und deren beide Hunde haben viel Charme und sind in besonderem Maße amüsant und lustig.


Details zu dieser Neuausgabe: hier.


Und Details zu dieser Neuausgabe: hier.

Wer später stirbt, ist länger da

Das kann man ganz sicher auch von zahlreichen Büchern sagen – sogar in meinem Kleinverlag. Einer dieser Titel ist Dirk C. Flecks »GO! – Die Ökodiktatur«, mit dem der Autor 1994 den SFCD-Literaturpreis (heute Deutscher Science-Fiction-Preis, DSFP) gewann. Im Rahmen der immer noch geplanten Neuveröffentlichung der DSFP-Sieger-Romane peu à peu erschien die p.machinery-Version 2013, also vor mehr als fünf Jahren. Und das Buch geht immer noch: als Paperback sowieso, als Hardcover – es sind noch wenige Restexemplare vorhanden – ein wenig »langsamer«, und nun auch als E-Book.

Und auch mehr als 25 Jahre nach der Erstveröffentlichung hat das Buch nichts an Aktualität eingebüßt – eher noch im Gegenteil, denn das Szenario, das Dirk Fleck in seinem Werk unterstellt und beschreibt, hat sich uns eher noch angenähert. Nicht im Detail, aber die Richtung, in die wir uns bewegen, ist die, die uns das Buch vorgegeben zu haben scheint. Die Lektüre bleibt jedenfalls spannend – und sicherlich sinnvoll. Nach dem Motto: »Das sollte man gelesen haben …«

Mehr Details dazu finden sich auf der Buchseite.

Wie man’s macht …

… ist es meistens falsch. So scheint es. Bei der Veröffentlichung von »DAEDALOS 1994–2002« (Details zum Buch siehe: hier) war klar, dass es nicht nur ein Paperback, sondern auch ein Hardcover in limitierter Auflage geben würde. 22 Exemplare, mehr nicht. Abgesehen von Beleg- und Pflichtstücken ist die Verkaufsauflage dieser Version regelrecht verdampft. Und da denkt man sich schon mal, dass man mit einer höheren Auflage vielleicht schöne Umsätze hätte machen können – oder auch nicht, denn bei dieser Frage bin ich durchaus ein nicht ganz ungebranntes Kind. Da gibt es ein Buch, von dem die attraktiven und wirklich schönen Hardcover wie Blei im Regal liegen.

Aber gut. Das Hardcover ist weg, das Paperback problemlos lieferbar – und nun gibt es auch ein E-Book. Man kann es auf so ziemlich jedem deutschsprachigen E-Book-Portal beziehen, vorrangig natürlich bei den bekanntesten Anbietern wie Thalia, Hugendubel und natürlich auch Amazon (Link hierzu auf der Buchseite).

F-Diagnosen – eine Ausschreibung

F-DIAGNOSEN
(International Classification of Diseases der WHO, wobei die F-Diagnosen für die psychischen Störungen stehen)

Laut einer Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland geht jede achte Krankschreibung auf eine psychische Diagnose zurück. Das Fachmagazin »European Neuropsychopharmacology« berichtet, dass in den Staaten der EU jährlich fast 164 Millionen Menschen psychisch erkranken.
Parallel hierzu befindet sich unsere Gesellschaft im Umbruch. Immer bessere Roboter übernehmen die Arbeit in den Fabriken, künstliche Intelligenz hält Einzug in Bereiche wie Verkehrsführung und Medizin. Die Forschung beschäftigt sich mit technisch erweiterten oder genetisch verbesserten Menschen.
Zu welchen – neuen – psychischen Problemen wird dies in Zukunft führen?

Mit dieser Ausschreibung möchten wir Autoren ansprechen, die bereit sind, sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen. Das Resultat sollte eine auf den F-Diagnosen basierende SF-Kurzgeschichte sein.
Zum Thema der F-Diagnosen kann man – nebst Google – die Wikipedia konsultieren.

Man stelle sich vor, zukünftige Patienten sind: Roboter, Androiden, künstliche Intelligenzen und natürlich Menschen, die über technische Erweiterungen des Gehirns oder des Körpers verfügen oder die genetisch verändert wurden.
Vielleicht erkranken aber auch Aliens oder Menschen, die von Aliens entführt, besetzt, manipuliert oder gar missbraucht wurden. Die Story könnte auch von Menschen handeln, die telepathisch mit Außerirdischen kommunizieren oder Zeitreisende sind.
Und stelle man sich weiterhin vor, die Protagonisten sind Borderliner, Narzissten, Psychopathen, Suizidgefährdete oder Süchtige. Sie sind Menschen, Roboter, KIs oder Aliens, die an Depressionen, posttraumatischen Belastungsstörungen, Phobien, Zwangserkrankungen, Burnout oder unter Mobbing leiden.
Wie wird in Zukunft diagnostiziert, therapiert, medikamentös behandelt und wieder in die Gesellschaft, das Berufs- und Alltagsleben integriert?

Geplant ist eine Anthologie, die sich mit den psychischen Problemen o. g. Protagonisten und deren Behandlung auseinandersetzt.

Wir werden alle veröffentlichten Geschichten illustrieren lassen und stellen danach jedem Autor »seine« Illustration als JPG-Datei zur privaten Nutzung zur Verfügung.
Zudem redigieren wir eure Storys nicht nur, sondern prüfen sie auch auf medizinisch-psychologische Fachlichkeit und Eignung.
Storys, die ebenso spannend wie sensibel mit diesem brisanten Thema umgehen, bevorzugen wir vor reißerischen Texten.

Für die Einsendung gelten die unter https://www.pmachinery.de/unsere-projekte/manuskripte genannten Bedingungen.

Die Manuskripte gehen bis zum 30.11.2019 an: Ulrich Bendick (Ulisionen@web.de). Die Korrespondenz wird ausschließlich mit Ulrich Bendick geführt.

Dropbox erledigt

Unter o. g. Titel habe ich auf meiner Verlagsseite soeben den folgenden Text veröffentlicht:


Wie wir heute feststellen durften, wurde die Userdatenbank der Dropbox kompromittiert; zu den kompromittierten Daten gehört(e) auch unser Account. Wir nehmen ab sofort keine Daten mehr über die Dropbox an, die sich nicht per E-Mail verschicken lassen. Wer uns Daten solchen Volumens schicken möchte, nutzt bitte den Anbieter WeTransfer.com. Darüber diskutieren wir nicht und wir teilen auch nicht in gesonderten Mails mit, dass wir Dropbox-Daten nicht mehr annehmen.

Wenn Schauspieler was anderes machen

Im SF-Fandom ist Thomas Franke vornehmlich als Zeichner und mitunter Texter bekannt, in Wirklichkeit ist sein »Hauptberuf« aber wohl eher der des Theaterschauspielers, wobei ihm seine Präsenz und vor allem seine Stimme alle Vorteile verschafft.
Dennoch: Auch Schauspieler haben Hobbys, Leidenschaften, Abseiten – und Thomas’ Präferenzen gelten der nicht nur schwarz-weißen, sondern auch latent farbigen Bildkunst, wie wir alle wissen.
Im Haus der Theatergemeinde Bonn (Bonner Talweg 10, 53113 Bonn, Tel. 0228 915030) findet nun am 04.02.2019 um 18.30 Uhr eine Vernissage zu einer bis in den März verweilenden Ausstellung seiner Bildwerke statt, auf die hier hingewiesen sein soll.

Bild 1 | Bild 2 | PDF

Thomas schreibt:

Da ich nicht nur ein Mann der bühnischen Worte, sondern auch ein schwarz-weiß-sehender Malersmann sowie ein großartig schreibelnder und viele andere Männer noch bin … oder viele solche sein will, ist es meiner multiplen Persönlichkeit kausal immanent, dass alle diese Seelen in meiner Brust Beziehungen zueinander pflegen, männichmal sich prügeln, Macht ausüben und unterdrücken wollen, gehören hinsichtlich meiner bildkünstlerischen Arbeit auch Bild und Bildtitel kausal zusammen. Und wenn der Betrachter auf einer der ausgestellten Collagen ein Porträt des Wissenschaftlers Isaak Newton sieht und den dazugehörigen Titel liest: »Ein-Mond – erste Nacht: Itzak Newton skeptiziert den Gravitationsgenerator, welcher dem Mond den Umlauf bahnen soll. Ein-Mond kommt dem Planeten näher; nichts fällt herunter« oder wenn er Herrn Darwin erblickt, der sich von seltsamen Gegenständen abwendet, die auf der Collage zu sehen sind, und darunter geschrieben steht: »Ein-Mond – zweite Nacht: Während der Biologe Robbie William Darwin im Kreise seiner lieben Fromagisten den Flatterigel im Galappagos herbeistürmen hört, kreisen nachtfarbige Muiven am Firmament. Ein-Mond kommt dem Planeten noch näher. Keine Schildkröte ist zu sehen«, dann wird er wohl begreifen, dass ich mit meinen Collagen ein ironisches Verwirrspiel mit Zeiten, wissenschaftlichen Entdeckungen, Persönlichkeiten, Moral und Ethik betreibe und diese Mischung in irrationalen bzw. surrealen Titeln poetisch (das ist dann der schreibelnde Thomas Franke) umzusetzen mich bemühe. Mit diesem Vexierspiel (vexare kommt aus dem Lateinischen und heißt übersetzt plagen, quälen, was ich sattsam hinterfotzig beabsichtige!) gehe ich manchmal so weit, dass ich Persönlichkeiten und Ereignisse mit konkreten Datierungen imaginiere; – das heißt, dass es diese Menschen und Ereignisse nicht gab oder gibt noch geben wird … Ob das so ist, muss der Betrachter selber herausfinden. Geschichten habe ich schon immer gerne erfunden und sie als wahre Begebenheiten erzählt; ich lernte das zu perfektionieren anhand der Lektüre der Werke des argentinischen Schriftstellers Jorge Luis Borges, der in seinen Erzählungen Persönlichkeiten hin und wieder sogar mit Geburts- und Sterbejahr anführt, die vielleicht existierten – vielleicht aber auch nicht lebten. Ein wundervolles Spiel!

Ich berichte in meinen Werken also aus dieser wie aus einer anderen Wirklichkeit; ich erzähle von vielen klugen Großkopferten, den Mitgliedern der Akademie der Wissenschaftler nach der Planetesimalen Phaetonischen Katastrophe, von Ein-Mond, der beinahe die Erde touchierte, von den frivolen Erlebnissen einer schönen Gärtnerin und von vielen anderen Ereignissen in dieser Welt …

Das muss man gesehen haben

Legendenbildung

Legenden bilden sich nicht von allein. Da hilft immer jemand mit. im Falle der zwischen 1994 und 2002 erschienenen Magazinreihe »Daedalos« waren das zum einen Hubert Katzmarz († 2003) und Michael Siefener, das waren zum anderen die zahlreichen Autoren – und nicht zuletzt die Leser der Magazine.

Ellen Norten ist inzwischen in der deutschen SF-Szene bestens bekannt. Sie schreibt selbst, sie gibt heraus. Und sie verwaltet das literarische und publizistische Erbe des Hubert Katzmarz. Neben den längst nicht mehr lieferbaren Storysammlungen »Schattenspiel« (AndroSF 23) und »Alptraumhaft« (AndroSF 24) war es wohl irgendwann naheliegend, aus den alten »Daedalos«-Materialien etwas Neues zu stricken.
Und so kam der Band »DAEDALOS 1994–2002« zustande, der wiederum mit Unterstützung – vulgo: Erlaubnis – zahlreicher Autoren zustande kam und eine erkleckliche Anzahl seinerzeit erstmals und nun wiederholt publizierter Geschichten präsentiert.

»DAEDALOS 1994–2002« präsentiert sich in ausgefallenem Format, größer als die normalen Paperbacks meines Verlages, aber hoffentlich immer noch handlich und handhabbar. Das Layout sollte dem Original nachempfunden sein. Die Bildauswahl ebenso – und in der steckte noch ein wenig Arbeit, weil es galt, zu den Abbildungen auch die Quellen ordentlich zu recherchieren, was im Vorfeld nicht in allen Fällen gelungen war.

Am Ende hatte ich Druckdaten für ein durchaus opulentes Buch auf der Festplatte, das es als Paperback gibt – und als Hardcover gab, sieht man davon ab, dass noch genau ein (1!) Exemplar als Hardcover verfügbar ist – und das mich – durchaus gemeinsam mit Ellen Norten und mit bereits vorliegender Zustimmung einiger seinerzeit beteiligter Autoren – auf einige lustige Ideen brachte. Aber das ist Thema für einen weiteren Beitrag.

Weitere Informationen zum Buch finden sich hier und hier.

FLECKen auf dem Verlegerhemd

Dirk C. Fleck ist längst einer meiner Lieblingsautoren. Nicht alles, was er schreibt, trifft meinen Nerv, aber als Verleger finde ich es wichtig, anderen Menschen die Chance zu geben, seine Worte zu lesen und herauszufinden, ob es ihren Nerv trifft. Und dass diese Worte genau das tun, zeigt sich immer dann, wenn er ein neues Buch in meinem Verlag zum ersten Mal in einem Interview, auf Facebook oder irgendwo erwähnt.

»LA TRIVIATA« ist eine Sammlung. Eine Schnipselsammlung, könnte man sagen. Kurze Texte, Gedanken, manchmal nur einzelne Sätze. Zitate. Das alles hat mit den 80ern zu tun, 20. Jahrhundert, eine Zeit, in der ich Twen war und neue Weltsichten entwickelte, nach Bundeswehr, Berufsausbildung, dem ersten Job, der ersten Ehe, einem Kind. Weltsichten zum Erfolg. Und zum Scheitern.
Nach seinen eigenen Worten hat »LA TRIVIATA« etwas mit Dirks eigenem Scheitern zu tun. Ein Scheitern, das er sich nicht unbedingt selbst zuzuschreiben hat. Aber eine Entwicklung, die etwas für ihn veränderte. Damals, in den 80ern. Immerhin stellte diese Materialsammlung für ihn auch etwas Positives dar: »Um meinen inneren Kompass nicht gänzlich zu verlieren, machte ich es mir zur Pflicht, mich mit täglichen Fingerübungen ›frisch‹ zu halten«, schreibt er.

Jemand, der das Buch gelesen hat, vermisste den »Duft der Achtziger«. Er machte das am Fehlen von Dingen wie Mode, Musik u. ä. fest. Dinge, die ich nicht erwartet hätte. Nicht in einer Anmerkung dieser Art. Und nicht in diesem Buch. Für mich gab und gibt es Stellen in dem Buch, indem ich den »Duft« auch vermisse, weil er für mich von einem »Gestank der Achtziger« überlagert wird. Aber das ist eine subjektive Kritik, das hat nichts mit Dirk Fleck als Autor zu tun, nichts mit seinem Umgang mit der damaligen Zeit – damals wie heute – und nichts mit seinen Fähigkeiten als Schriftsteller. Vielmehr ist es ganz allein meine Erinnerung an die 80er, die hier durchschlagen – und so ist es wohl auch der Fall bei dem Kritiker, dem Mode, Musik, dem der eigentliche »Duft« fehlte.

Für mich als Layouter war das Buch eine kleine Herausforderung, weil ich herausfinden musste, wie ich die zahlreichen Schnipsel, die kurzen Texte so präsentiere, dass sie nicht einfach nach einer lieblos heruntergenudelten Textwurst aussehen. Die Doppelseiten, die man layoutet, sollten ihren Charme finden (und ich bin nicht bei allen diesen Doppelseiten sicher, ob das wirklich gelungen ist), und die unnummerierten Texte – die meist Zitate darstellen – sollten sich von den nummerierten Texten von Dirk selbst unterscheiden (was mir hoffentlich mit einer Schriftartvariante gelungen ist).

»LA TRIVIATA« ist unter Verkaufsgesichtspunkten bisher Dirk Flecks schwächstes Buch. Aber es ist noch nicht lange auf dem Markt und vielleicht ändert sich das auch noch, wenn Dirk es vor eine Kamera hält und etwas dazu sagt.

Mehr Infos zum Buch: hier.

Spaß an der Unendlichkeit

Es ist kein Spaß (vulgo: kein Scherz), wenn ich sage, dass die Übernahme des Jobs, die Anthologie GEGEN UNENDLICH als Printwerk herauszubringen, eine weise Entscheidung war. Es ist nicht sarkastisch, nicht ironisch gemeint – es ist ernst gemeint.

Die Arbeit an der Anthologie macht Spaß. Nicht nur die simple Layoutarbeit, die dank guter Vorarbeiten der Herausgeber meist recht flink von der Hand geht. Nein, es liegt vor allem an Andreas Fieberg, mit dem es immer Diskussionen zu erleben gilt. Es geht um Kleinigkeiten. Rechtschreibung hier, Formalien dort. Ein ewiges kleines Hin und Her, und bislang haben wir immer eine Lösung gefunden. Andreas frisst nicht einfach, was ich ihm in den Napf fülle. Das könnte man als anstrengend, umständlich, unnötig, gar unbotmäßig dem Herrn Verleger gegenüber werten. Ich tue es nicht, denn ich habe letztlich immer meinen Spaß dabei. Und das nicht nur, weil auf beiden Seiten auch mal Fehler passieren (wie in der Ausgabe 14 geschehen; wer sie findet, darf sie behalten [inzwischen sind die korrigierten Bücher im Druck]).

Die Ausgabe 15 ist, wie man hört, bereits in Arbeit, und diesmal wollen wir – Herausgeber und Verleger – versuchen, den Abstand zwischen Veröffentlichung des E-Books (die durch die Herausgeber selbst erfolgt) und des Printwerkes so klein wie möglich zu halten (denn bislang waren die Zeitabstände durchaus erheblich). Geplant ist ein Erscheinungstermin im März 2019.

Bis dahin muss die Ausgabe 14 reichen, über deren Inhalt man unter https://www.pmachinery.de/?p=6066 mehr erfährt

Da ist wohl der Wurm drin

Gestern, am 25.01.2018, ist der QUARBER MERKUR 119 in der Druckerei zu Berlin fertiggestellt worden. Das zeigt: In den letzten Jahren steckte in der Produktion des QUARBER MERKUR wohl der Wurm.

Ich mache den QUARBER MERKUR nun auch schon wieder ein paar Jahre. Meine erste Ausgabe war die 114, die 2013 erschien. Und in all den Jahren war es immer das Gleiche.
Franz Rottensteiner sammelte das Material. Autoren kamen mit ihren Texten später als erwartet und erwünscht. Ich erhielt die Materialien mit Verzögerung, und es gab immer irgendeinen Grund, den Beginn der eigentlichen Layoutarbeiten zu verzögern. Kleinigkeiten meist, Ärgerliches im Grunde, keine wirklichen Katastrophen.
Im Falle der Ausgabe 119 könnte ich meinen Umzug im Dezember 2018 als solche Katastrophe anführen, aber korrekt wäre das nicht. Ein solcher Umzug kostet halt Zeit – nicht nur während des Umzugs, sondern auch vorher – also zu einer Zeit, zu der ich mit dem QUARBER MERKUR 119 schon begonnen hatte – und vor allem nachher – zu einer Zeit, da der QUARBER MERKUR 119 eigentlich schon fast fertig war.

Am Ende wurde er erst im Januar 2019 fertiggestellt und ist nun auf dem Weg nach Gießen zu Gerhard Lindenstruth, der als Verleger zeichnet. Man kann den QUARBER MERKUR 119 zum Preis von EUR 16,00 (in Deutschland; für den Versand ins Ausland fallen EUR 19,00 an) erstehen; unter https://verlag-lindenstruth.de/Impressum_-_AGB/impressum_-_agb.html findet sich ein Bestellformular.
Der Inhalt kann sich wie immer sehen lassen:

  • Franz Rottensteiner: Einleitung
  • Erik Simon: Verlage und Publikationsformen der DDR-SF
  • Franz York Haarmann: Star Wars – Machtfantasie einer Fantasymacht
  • Agnieszka Gajewska: Aufspaltung (Teil 2)
  • Martin Alexander Sieber: Thomas Glavinic’ Die Arbeit der Nacht
  • Christian Schobeß: Willkommen im Überwachungsstaat! Torkelnde Kinder in Joachim Zelters Roman Schule der Arbeitslosen
  • Wolfgang Both: Utopie, Theorie, Realisierung. Die Popularisierung der Weltraumfahrt durch die deutschen Raketenpioniere
  • Wladimir Borissow: Den Schritt der Denkmäler hören
  • Dennis Mombauer: Genre-Experimente: Cordwainer Smith
  • Kurt J. Fickert: Kafkas »Gehilfen« aus dem Schloß
  • Sophie Holzberger: Das politische Unbewusste in Simulacron-3 und den Filmen Welt am Draht und The Matrix
  • Michael K. Iwoleit: Determiniertheit und Ekstase. Verborgene Motive in den Kurzgeschichten von James Tiptree, jr.
  • Rainer Eisfeld, Christian Hoffmann, Almut Oetjen, Franz Rottensteiner, Matthias Schmid, Erik Simon, Holger Wacker: Der Seziertisch