bpt: Ein Update

Ich habe vor Kurzem die Kampagne „Europäisches Parlament: EU will weitreichendes Antibiotikaverbot für Tiere – Gefahr für unsere Tiere“ auf Change.org unterschrieben und hier auch berichtet (der Beitrag stand eine Weile ganz oben auf dieser Seite, festgepinnt).
Jetzt gibt es eine spannende Entwicklung.
Der Petitionsstarter hat folgendes Update gepostet: „Offener Brief zur Pressmitteilung vom 10. September an Herrn Häusling“. Unter dem Link unten kann man Ausführliches dazu lesen und vielleicht hat ja noch jemand Lust, die Petition auch zu unterschreiben.

Für mich ganz persönlich zeigt dieser offene Brief, dass die Grünen für mich unwählbar sind und bleiben. Aber das ist nur ein Nebeneffekt.

Petitionslink: https://chng.it/QWHc6Qm6Md

Rotes Auto mit Hund

Neben dem Lehmsiek gibt es noch einen zweiten Wald, in dem ich mit den Hundemädchen Gassi gehe, wenn es warm ist und die Sonne vom Himmel knallt. Vor Ostenfeld geht es links in den Wald, und wenige Meter nach der Einfahrt ist Platz für vier Autos (oder zweieinhalb ScheißUVs).
Ich biete langsam dort ein, damit die Mädels im Heck meines Autos nicht hin und her geworfen werden, denn da ist eine Rinne am Straßenrand. Auf dem Parkplätzchen steht ein rotes Auto. So was wie ein Roomster oder Yeti, ich achte nicht drauf.
Ich packe meine Mädels aus, leine sie an und als wir losgehen, tobt in dem roten Auto ein Hund los. Mir fallen die offenen Seitenscheiben auf, und obwohl ich es eigentlich hasse, einen Hund allein im Auto zurückzulassen, ist es an dieser Stelle nicht so schlimm, weil der Schatten dicht fällt und die Luft nicht zu heiß ist. Trotzdem …
Rotes Auto, Scheiben geöffnet, Hund im Auto, keine Menschen in der Nähe. Was soll das?
Auf unserem Weg kommt uns dann eine Frau entgegen, klein, hager, sieht mit ihren weißen Zöpfen aus wie eine noch nicht vollständig mumifizierte Indianerin. Ihr Gang ist langsam, gleichmäßig, ohne Eile, keine Hektik, sie lächelt ein wenig entrückt, grüßt aber.
Als wir zu meinem Wagen zurückgekehrt sind, ist das rote Auto weg. Ob es der Indianerinnenmumie gehörte, weiß ich nicht. Ich frage mich nur, welches Arschloch in den Wald fährt und den Hund im Auto allein zurücklässt.

Die Last mit der Milch

Milchlaster sind auch so ein Ding. Ein Unding. Es gibt ein paar Landwirte hier in der Gegend, die Rinder halten, um Milch zu vermarkten. Ich glaube nicht, dass das noch wirklichen Spaß macht, nicht bei den Preisen für Milchprodukte, die Aldi, Lidl, Penny und anderes Volk so ausloben. Aber sie tun es halt. Und um die Milch von den Kühen und vom Hof dahin zu bringen, wo sie zu spottbilliger Milch, sündhaft unteurer Butter und anderen schändlich bepreisten Milchprodukten verarbeitet wird, dafür braucht es Milchlaster.

Hier in der Gegend gibt es vorrangig zwei Milchlaster, die unterwegs sind. Der eine, silbergrau, nicht sonderlich auffällig – so wenig, dass ich nicht viel mehr weiß, als dass er ein Dithmarscher Kennzeichen hat – ist ärgerlich, aber zum Glück eher selten da. Der andere, Kennzeichen aus Itzehoe, fährt einen roten, aufgemotzten, offensichtlich alle drei Tage gewaschenen und handpolierten Truck mit Hänger, lauter LED-Gedöns rundherum, kurz ein Milchlaster, der acht Auspuffrohre und zwölf Scheinwerfer auf dem Dach hätte, wenn er ein Golf GTI wäre.
Und der Fahrer und sein Fahrverhalten passt genau dazu. Immer schön rasen, immer schön zur Fahrbahnmitte hin orientieren, beim Abbiegen von der Winnerter Hauptstraße Richtung Schwabstedt hübsch die Kurve anschneiden, und dann gib’s ihm. Besonders toll ist das auf den schmaleren Landstraßen, denen ohne Mittelstreifenmarkierung – aber selbst auf den breiteren Kreisstraßen mit weißem Streifen kommt er einem auf seiner Gegenfahrbahn entgegen und zwingt einen zum Ausweichen.

Ich weiß nicht, wie Milchlasterfahrer bezahlt werden. Wegen mir müssten sie sogar noch was drauflegen – für jede Menge Tickets, die sie verdient haben. Der Itzehoer jedenfalls gehört für meinen Geschmack aus dem Verkehr gezogen. Aber dann wäre der Landwirt der Leidtragende … obwohl es vermutlich preislich attraktiver ist, die Milch in den Gulli laufen zu lassen. Davon habe ich allerdings zugegebenermaßen nicht die nötigen Kenntnisse, um das wirklich beurteilen zu können.
Die Fahrweise des Itzehoer Milchlasterfahrers aber kann ich beurteilen. Sie ist scheiße und sie gehört bestraft. (Und irgendwie fällt mir gerade ein, dass das ein nettes Thema für eine Herr-Hütter-Story wäre. Hm.)

Kein Hirn, kein Kopf, wozu ein Helm?

Ich mache keinen Hehl über meine Meinung zu Motorradfahrern. Ich halte die meisten für Besitzer und Benutzer von lauten und stinkenden Maschinen, die sinnlos durch die Gegend – und vor allem geschlossene Ortschaften – rasen. 2019 hat einer, der eine schnurgerade, abschüssige Strecke auf eine enge Kurve mit einer Geschwindigkeit von höchstens 35 km/h – laut Gutachter – zugeschlichen ist, den Dacia meiner Frau zu Schrott gefahren. Und musste – dank des Gutachters – nicht mal für den Schaden geradestehen. Ich denke, ich habe hier in diesem Blog schon darüber geschrieben, und in meinem AntiquaRIOT für die FAN APA habe ich es mir damit mit einer Mitautorin in diesem illustren Kreis verdorben. Sie meinte sinngemäß, ich dürfe nicht alle Motorradfahrer über einen Kamm scheren, sie und ihr Holder führen anders.

Das ändert meine Meinung nicht. Und es gibt hierzulande genügend Gelegenheiten, in denen die Konsorten ihre Kopflosigkeit – oder ist es nur das Hirn, das fehlt? Immerhin scheint der Helm ja zu halten … – unter Beweis stellen.
Ende August zum Beispiel. Da fahre ich einmal mehr mit den Hundemädchen im Heck zum Lehmsiek, für einen angenehm schattigen Gassigang. Die Straße vom Lehmsiek aus Richtung Hude ist gut asphaltiert, nicht schnurgerade, aber auch nicht sehr kurvig, und breit genug, sodass sich zwei Pkws problemlos begegnen und aneinander vorbeifahren können. In der Straßenmitte gibt es keine Markierung.
Und da fahre ich also so dahin, mit knapp 80 km/h, in eine Rechtskurve, und wie ich das immer mache, fahre ich so weit rechts wie möglich. Und der Motorradfahrer, der mir entgegenkommt, hat sich offensichtlich entschieden, so weit links wie möglich zu fahren. Sein Motorrad neigt sich meinem Wagen entgegen und sein Helm ratscht haarscharf an meiner Karosserie vorbei. Mehr als zehn Zentimeter waren das nicht. Und hätte ich nicht – wie üblich – den Weg durch die Kurve ganz rechts gewählt, hätte der Blödmann nicht nur seinen Schädel verloren, sondern auch mein Auto zerstört und mich vermutlich verletzt. Mit meinen zwei Hundemädchen hinten drin …

Ja, ich stehe dazu: Ich hasse Motorradfahrer. Sie sind laut, stinken, rasen sinnlos durch die Gegend und stellen ein Gefahrenpotenzial dar, das ich, wenn ich etwas zu sagen hätte, rigoros entschärfen würde. Aber ich habe ja nichts zu sagen.

Mein Fazit für meine Mitautorin in der FAN APA war knapp: »Klar, man kann das ganze Thema auch weniger provokant angehen. Aber wozu? Damit ich einmal mehr den Spruch mit dem Kamm zu hören oder zu lesen bekomme?
Insgesamt weiß ich am Ende nicht, warum ihr mir meine Meinung über Motorradfahrer übel genommen habt, wenn ihr von euch wisst, dass ihr nicht so seid.«
Und mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Bis zum nächsten Mal.

Eine Form von Gedankenlosigkeit

Aus unerfindlichen Gründen werden die Randstreifen auch von Feldwegen und Schotterstraßen mehrmals im Jahr gemäht. Da wächst Gras, da wachsen Brennnesseln, Farne, blühende Pflanzen, da spielt sich ein reichhaltiges florales Programm ab. Und irgendwann kommt irgendjemand mit irgendeinem Gerät und mäht das alles weg. Obwohl eigentlich keine Not besteht, denn die fraglichen Wegstrecken wachsen deshalb nicht gleich zu.
In der Regel wird das ordentlich gemacht. Oftmals von Auftragnehmern einer Gemeinde, sicher nicht selten auch von einem Landwirt. Das hier allerdings war ein Idiot:

Das war kein Landwirt. Das war jemand, der nicht nur kein Interesse an der Natur um sich herum hat, nein, das war jemand, der noch dazu mit einem untauglichen Gerät, von dem er keine Ahnung hatte, echtes Unheil angerichtet hat.
Die Vermutung liegt eindeutig nahe, dass hier ein Schaufelradbagger hergenommen wurde, um die komplette Grasnarbe am Randstreifen wegzufräsen. Da wurde keinerlei Rücksicht darauf genommen, dass da vielleicht noch mal Pflanzen nachwachsen sollten. Oder auch nur könnten. Nein, da wütete idiotische Zerstörungswut. Und wenn dann genügend Unheil auf der Schaufel versammelt war, wurde das Ergebnis einfach hingekippt:

In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen.
Eigentlich kann einem das egal sein. Oder auch nicht. Nicht nur, dass es scheiße aussieht, nicht nur, dass dieser plattgemachte Randstreifen nach einem Regenguss pure Matsche ist, nein …
Der Weg, auf dem der Idiot da unterwegs war, ist ein Weg mit einer Oberfläche aus Sand und Steinen bis zur Größe einer Männerfaust. Die großen Steine sind selten, aber sie sind vorhanden, und der Idiot hat sie mit seiner über den Boden schleifenden Schaufel aus der sonst ziemlich gut festgefahrenen Oberfläche gerissen und sie in der Gegend rumgeschleudert. Nun liegen sie nicht mehr im Wegboden, sondern darauf – und wenn man berücksichtigt, dass auf dieser Strecke zwischen den sogenannten »Waldzwergen« – eine Art Waldkindergarten – und der Abzweigung nach Hude auf dem Weg zum Lehmsiek durchaus Autoverkehr stattfindet, dann wird das zur besonderen Freude der Autofahrer sein, denen so ein männerfaustgroßer Stein vielleicht in den Radkasten oder gegen den Unterboden knallt.

Das, was da zerstört wurde, war ein circa einen Kilometer langer Randstreifen zu beiden Seiten des aus Sand und Kieseln bestehenden Weges, den ich besonders bei hohen Temperaturen am Nachmittag gerne zu einem Gassigang nutze, weil er dann größtenteils im Schatten liegt. Ich schaue mir an, wo ich da entlang gehe, ich beobachte, was sich da abspielt, und dergleichen Dummheit, nachgerade Idiotie, jedenfalls aber Gedankenlosigkeit ist ein Zeichen für mich, dass es mit dem Umweltschutzgedanken in diesem Lande und vermutlich in unserer ganzen Welt nicht nur nicht weit her ist – er wird ständig ad absurdum geführt. Denn wenn schon in so einer Sache keine Rücksicht auf die Welt genommen wird, dann ist für mich nicht vorstellbar, wie das im Großen funktionieren soll. Da bleibt letztlich nur die Erkenntnis, dass viel geredet, viel gejammert, protestiert, demonstriert wird – aber der Einzelne, der ja angeblich schon als gutes Beispiel vorangehen kann, der Einzelne tut einfach nichts.

Die vierte Ausgabe COZMIC ist im Kommen

COZMIC hat keine eigene Website, nur eine Unterseite beim EXODUS-Magazin (von einer eventuellen Fehlermeldung beim Aufruf nicht beeindrucken lassen, einfach auffrischen, dann geht es). Mehr Infos bekommt man bei Facebook und Twitter zu lesen. Oder man legt sich gleich das aktuelle Heft (und die Vorgänger!) zu. Für Comicfans ein Muss – für solche, die es werden wollen, auch.

Ich bin eine linke Socke

Es wird all die NOVA-Feinde, die zuletzt versucht haben, mich in eine rechte Ecke zu schieben, nicht freuen, aber es ist wahr: Ich bin eine linke Socke.

Am 26.09. ist Bundestagswahl.
Seit gestern ist der Wahl-O-Mat® für diese verfügbar.
38 Thesen werden aufgestellt, denen man zustimmen, sie ablehnen oder sich neutral entscheiden kann. Danach wählt man die Parteien aus, die man vergleichen möchte, et voilà.

Meine Ergebnisse sind 2021 vom letzten Mal verschieden. Zum einen haben es diesmal die Piraten in Schleswig-Holstein nicht auf den Wahlzettel geschafft. Zum anderen gab und gibt es in Bayern, wo ich bei der letzten Bundestagswahl noch lebte, den SSW nicht, den Südschleswigschen Wählerverband, ursprünglich die Partei der dänischen Minderheit im Landesteil Schleswig und der nationalen Friesen in Nordfriesland.
Ansonsten ähnelt sich aber das Ergebnis: Die höchste Zustimmung gibt es mit der Tierschutzpartei (72,8 %), dann mit den Piraten (die ich natürlich geprüft habe, obwohl ich sie 2021 nicht wählen kann; immerhin bin ich Parteimitglied; 70,7 %), gleichauf mit der MLPD (70,7 %), dem SSW (68,5 %) und der Linken (67,4 %).
Scherzeshalber habe ich auch das Übereinstimmungsergebnis mit der AfD (38,3 %) und der NPD (38,5 %) angeschaut.

Was ich also 2021 wählen werde, ist recht einfach zu beantworten. Die Briefwahlunterlagen sind fertig und gehen morgen in die Post. Zur Kanzlerfrage habe ich sowieso keine Antwort – auch für mich nicht. Keinen der drei Kandidaten sehe ich mit Freuden im Amt, keine der drei Parteien würde ich ums Verrecken wählen. Ich werde mir am 26.09. die Wahlsendung in der ARD anschauen und Mutti Merkel vermissen.