Gendern erzeugt Kollateralschaden

Der VDS, in dem ich Mitglied bin, hat einen Vorsitzenden, Professor Walter Krämer. Der hat einmal mehr darauf hingewiesen, dass Gendern die »gewachsene deutsche Sprache« »verunstalte«. Der Versuch, die Sprache von außen zu verändern, sei »nur ein Alibikampf«. »Grammatik arbeite wie ein Uhrwerk, Eingriffe in ihre Feinmechanik durch das Sprachgendern hätten weitreichende Folgen (…).«

Folgerichtig ist es eine Frau, die sich dazu äußert, die Sprachwissenschaftlerin Luise Pusch: »(…) das als Argument angeführte generische Maskulinum« sorgt dafür, »dass die Frau zur Abweichung von der Norm werde«. Pusch sagt: »Die Frau ist nicht der Rede wert. Die deutsche Männersprache versteckt die Frau besser als jede Burka.«

Bekanntermaßen ist die Frau genetisch gesehen ein Mann, der zu einem sehr frühen Zeitpunkt die Entscheidung getroffen hat, eine Frau werden zu wollen. Aber auch davon muss Frau Pusch natürlich keine Ahnung haben, wo sie doch solche Erkenntnisse und Wahrheiten ihr Eigen nennt.

Quelle: VDS-Infobrief 26.09.2020; weitere Quellen: cicero.de, cicero.de, rnd.de.

Reichhaltige Idiotien

Es gibt Tage im Leben – und daneben –, da muss man sich keine Gedanken darüber machen, wie man in Kenntnis lokaler, nationaler und globaler Idiotien gelangt. Sie erreichen einen beinahe von selbst.

O du Idiotische

Persil wirbt neuerdings mit der Aufforderung, »Deutschlands meistvertrautes Waschmittel« zu entdecken. Hier zum Beispiel. Und im Radio. Und im Fernsehen. »Meistvertraut …«
Abgesehen davon, dass man »meist« nicht in Wortzusammenziehungen verwendet – sieht man von so Unwörtern wie »meistbietend« oder »meistbegünstigt« ab, die nur Auktionatoren und Rechtsanwälte benutzen – und es sich darüber hinaus in Prosatexten um ein deplatziertes Füllwort zu handeln pflegt, wäre eine Steigerung von »vertraut« ganz einfach: »vertrautest«. Aber auch das ist schlicht Humbug.
Wenn ich sage »Ich vertraue dir«, dann lässt sich das nicht steigern, allenfalls negieren: »Ich misstraue dir«. »Ich vertrauste dir« ist schlicht Unsinn. Aber auch, wenn »mir etwas vertraut ist«, kann man das nicht steigern, denn wenn mir etwas vertraut ist, dann kann es mir schlechterdings nicht vertrauter oder gar am vertrautesten sein.
Aber ich verstehe die Henkel KGaA. Wenn man seine Düsseldorfer Tensidchemie gegen Konkurrenzprodukte wie »Frosch« – denen meine Frau vertraut – und andere Bio-Vermarkter behaupten will, dann muss man halt auch zu unlauteren Methoden greifen, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
Immerhin können wir uns freuen: Weihnachten naht, und so können wir dann dank Toffifee wieder schöner adventen und besser weihnachten. In meistvertrautest gewaschenen Kleidungsstücken nach unserer Fasson.

Einsame Männer bei Edeka

Der Edeka-Markt in Husum-Dreimühlen öffnet – wie viele andere Märkte in Husum auch – morgens um 8 Uhr. Zeitgleich mit dem Einlass der ersten Kunden wird das Einkaufserlebnis dadurch vergrößert, dass die Marktmitarbeiter Waren von großen Rollwägen in die Regale einräumen. Teilweise irren sie durch die Gänge auf der Suche nach dem richtigen Platz für die Ware in ihrer Hand; da streift dann schon mal ein unmaskierter junger Mann mit den Fleischbällchen in der Hand vom Joghurtregal quer durch die Gefriergutabteilung zu seinem Ziel.
Unter der Woche müssen sie meist arbeiten, aber am Wochenende haben die Männer älterer Jahrgänge Gelegenheit, mit ihren holden Eheweibern und sonstigen Lebensabschnittspartnerinnen zum Einkauf zu schreiten, gemeinsam und in auffälliger Einigk…
Ähm. Mitnichten. Die weiblichen Kunden streifen durch die Gänge und zeigen die bewundernswerte Fähigkeit, sich jederzeit daran zu erinnern, wo sie ihren vereinsamten und sichtlich verwirrten Partner mitsamt dem Einkaufswagen im Weg haben stehen lassen. Dort wartet er geduldig mit geistesabwesendem Gesichtsausdruck auf die Rückkehr der – in diesem Falle – Ernährerin und sorgt für immer wiederkehrende Erlebnisse abenteuerlicher Slaloms für die männlichen Kunden, deren Partnerin – zum Glück? – auf einem Seminar in Eckernförde weilt und damit einem einsamen Mann bei Edeka das Schicksal als solcher erspart hat.

Sternchen gibt’s von Schlägen auf den Kopf

Der wöchentliche Infobrief des VDS e.V. (Verein Deutsche Sprache) entwickelt sich mehr und mehr zu einem krönenden, höchst gelungenen Wochenabschluss. Heute wurde in einem Text die »Katholische Studierende Jugend« erwähnt, die »Gott« ab sofort mit Idiotenst… äh, Gendersternchen schreibt: »Gott*«. Sie wollten damit »weg von dem strafenden, alten, weißen Mann mit Bart«, sie wollen »hin zu einer Gottes*vielfalt«. Man wolle »Gott aus der geschlechtlichen Ebene herausheben und aufzeigen, dass Gott weder einem Geschlecht noch anderen menschlichen Kategorien zuzuordnen sei«.
Da wünscht man sich die Weibsbilder zurück, die ständig »Gott ist weiblich« (oder sinngemäß ähnlich) pro- und deklamieren, oder besser noch:
»Herr, lass Hirn vom Himmel regnen!«

Meine erste Online-MV

Der WetzKon III war abgesagt, die Mitgliederversammlung (MV) des Science Fiction Club Deutschland e.V. (SFCD) konnte nicht stattfinden. Der ElsterCon wäre noch eine Möglichkeit gewesen; er wird, wie es aussieht, wohl stattfinden, wenn auch deutlich eingeschränkt. Aber das war nicht sicher. Und so entschied der Vorstand, eine MV im Netz abzuhalten. Blizz war die Software und Plattform der Wahl, und der erste Testtermin lief auch ganz gut; beim zweiten Testtermin versagte Vodafone mir den Internetzugang – gleich zweimal.

Der Anfang war ruckelig, zuckelig, alles andere als glatt und geschmeidig. Ein Neustart des Meetings war notwendig, dann ging es. Im Großen und Ganzen ganz gut. Und ungewohnt. Man hörte sich hauptsächlich, nur die wesentlichen Redner wurden mit der Kamera sichtbar. Die Abstimmungen gestalteten sich ein wenig anders als gewohnt; es wurden Nein-Stimmen und Enthaltungen abgefragt, die Ja-Stimmen ergaben sich zwangsläufig. Es gab eh nicht viel zu entscheiden. Entlastung des Vorstands, Beitragserhöhung. Das war alles. Und völlig unproblematisch.
Die Diskussionen waren nicht ganz so ausufernd wie auf normalen MVen, aber es gab sie. Insgesamt …

Am Ende kickte mich Vodafone wieder raus. Als ich dann – nach drei sinnlosen DSL-Neustarts – wieder ins Netz kam, war die MV schon vorbei. Ich kam jedenfalls nicht mehr ins Meeting rein.

Das war also meine erste Online-MV. Okay. Gewöhnungsbedürftig. Die Vorstandstreffen machen wir schon lange online, bisher über Skype, jetzt über Blizz, denn der geschlossene Vertrag läuft noch bis 2021. Die MV hinterließ einen eher zwiespältigen Eindruck, glaube ich. Ich bin nicht sicher, ob ich sie nicht doch lieber in der althergebrachten Weise goutieren würde.
Aber das zeigt sich nächstes Jahr. Für mich sieht es nicht danach aus, als ob wir den Virus und die aus ihm resultierenden Umstände nächstes Jahr schon los wären …

DPDS August 2019

Den »Design-Preis für Design-Scheiß« im August 2019 bekommt der Anbieter Xonic Versand für seine »Rasenwalze Green«. Der Ebay-Anbieter mit weit über 50.000 Bewertungen (99,5 % davon positiv) verkauft für unter 30 Euro ein Produkt, das an Unüberlegtheit, Unpraktikabilität und mangelhafter Qualität kaum noch zu überbieten ist.

Ein Handbuch fehlt freilich, wenn man den DIN-A5-Zettel mit zwei Zeichnungen, die aus Briefmarkengröße mit 20 dpi auf DIN A6 aufgezogen wurden, nicht als Handbuch bezeichnen möchte. Selbst mit IKEA-Montageerfahrung ist der Zusammenbau der durchgängig schwurbeligen und mit unüberlegten Befestigungsmaterialien bestückten Unzumutbarkeit ein Anlass, eine größere Auswahl an Zitaten aus dem »Großen deutschen Schimpfwörterbuch« herunterzubeten.

Die grüne Abdeckung, die dafür sorgen soll, dass Erde oder Pflanzenteile auf der Walze abgewischt werden, lässt sich nicht direkt über der Rolle – wo sie einen Sinn hätte – montieren, weil man die Mutter auf der Innenseite nicht kontern kann, sodass auch die Schraube von außen nicht wirklich festzuziehen ist. Übrigens ist dem Hersteller des Teils offensichtlich noch nicht aufgefallen, dass Kreuzschlitzschrauben einen gewissen Vorteil gegenüber Schrauben mit einfachem Schlitz haben.

Der Handgriff lässt sich nur mit Gewalt anbringen, weil er nach dem Verschrauben der einen Seite von der anderen einen guten Zentimeter absteht und nur mit entsprechendem Druck durch das Anbringen der Schrauben entsprechend zu verbiegen ist.

Am Ende hält man ein Teil in der Hand, das dem Begriff »schwabbelig« wie auch »instabil« eine ganz neue Bedeutung gibt.

Unsere Empfehlung: Es schadet selten, ein paar Euro mehr zu investieren und vielleicht sogar ein Markenprodukt zu kaufen. Dem Hersteller – wenn er nicht mit dem Anbieter identisch ist – empfehlen wir einen Drogenentzug und mehr zu arbeiten, statt ständig zu masturbieren.

Wenn Schauspieler was anderes machen

Im SF-Fandom ist Thomas Franke vornehmlich als Zeichner und mitunter Texter bekannt, in Wirklichkeit ist sein »Hauptberuf« aber wohl eher der des Theaterschauspielers, wobei ihm seine Präsenz und vor allem seine Stimme alle Vorteile verschafft.
Dennoch: Auch Schauspieler haben Hobbys, Leidenschaften, Abseiten – und Thomas’ Präferenzen gelten der nicht nur schwarz-weißen, sondern auch latent farbigen Bildkunst, wie wir alle wissen.
Im Haus der Theatergemeinde Bonn (Bonner Talweg 10, 53113 Bonn, Tel. 0228 915030) findet nun am 04.02.2019 um 18.30 Uhr eine Vernissage zu einer bis in den März verweilenden Ausstellung seiner Bildwerke statt, auf die hier hingewiesen sein soll.

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Thomas schreibt:

Da ich nicht nur ein Mann der bühnischen Worte, sondern auch ein schwarz-weiß-sehender Malersmann sowie ein großartig schreibelnder und viele andere Männer noch bin … oder viele solche sein will, ist es meiner multiplen Persönlichkeit kausal immanent, dass alle diese Seelen in meiner Brust Beziehungen zueinander pflegen, männichmal sich prügeln, Macht ausüben und unterdrücken wollen, gehören hinsichtlich meiner bildkünstlerischen Arbeit auch Bild und Bildtitel kausal zusammen. Und wenn der Betrachter auf einer der ausgestellten Collagen ein Porträt des Wissenschaftlers Isaak Newton sieht und den dazugehörigen Titel liest: »Ein-Mond – erste Nacht: Itzak Newton skeptiziert den Gravitationsgenerator, welcher dem Mond den Umlauf bahnen soll. Ein-Mond kommt dem Planeten näher; nichts fällt herunter« oder wenn er Herrn Darwin erblickt, der sich von seltsamen Gegenständen abwendet, die auf der Collage zu sehen sind, und darunter geschrieben steht: »Ein-Mond – zweite Nacht: Während der Biologe Robbie William Darwin im Kreise seiner lieben Fromagisten den Flatterigel im Galappagos herbeistürmen hört, kreisen nachtfarbige Muiven am Firmament. Ein-Mond kommt dem Planeten noch näher. Keine Schildkröte ist zu sehen«, dann wird er wohl begreifen, dass ich mit meinen Collagen ein ironisches Verwirrspiel mit Zeiten, wissenschaftlichen Entdeckungen, Persönlichkeiten, Moral und Ethik betreibe und diese Mischung in irrationalen bzw. surrealen Titeln poetisch (das ist dann der schreibelnde Thomas Franke) umzusetzen mich bemühe. Mit diesem Vexierspiel (vexare kommt aus dem Lateinischen und heißt übersetzt plagen, quälen, was ich sattsam hinterfotzig beabsichtige!) gehe ich manchmal so weit, dass ich Persönlichkeiten und Ereignisse mit konkreten Datierungen imaginiere; – das heißt, dass es diese Menschen und Ereignisse nicht gab oder gibt noch geben wird … Ob das so ist, muss der Betrachter selber herausfinden. Geschichten habe ich schon immer gerne erfunden und sie als wahre Begebenheiten erzählt; ich lernte das zu perfektionieren anhand der Lektüre der Werke des argentinischen Schriftstellers Jorge Luis Borges, der in seinen Erzählungen Persönlichkeiten hin und wieder sogar mit Geburts- und Sterbejahr anführt, die vielleicht existierten – vielleicht aber auch nicht lebten. Ein wundervolles Spiel!

Ich berichte in meinen Werken also aus dieser wie aus einer anderen Wirklichkeit; ich erzähle von vielen klugen Großkopferten, den Mitgliedern der Akademie der Wissenschaftler nach der Planetesimalen Phaetonischen Katastrophe, von Ein-Mond, der beinahe die Erde touchierte, von den frivolen Erlebnissen einer schönen Gärtnerin und von vielen anderen Ereignissen in dieser Welt …

Das muss man gesehen haben

Zeit für Worte

Es wird langsam Zeit, mich wieder in meinem Blog bemerkbar zu machen. Fast zwei Monate der Stille sind genug.

Der Umzug ist gelaufen. Jedenfalls der wichtigste Teil. Die Nachwehen klingen noch nach; deshalb ja Nachwehen. So ein Haus ist doch etwas anderes als eine Wohnung. Und das wird sich noch in diversen Beiträgen hier widerspiegeln.

Für den Augenblick stehe ich vor einem neuen Jahr mit ganz neuen Lebensumständen. Arbeitslos seit Jahresbeginn, Vollzeitverleger – fast schon zwangsweise, jedenfalls aus gutem Grund und mit guter Absicht –, Nebenbei-ITler mit eigenem Gewerbe. Und Hausbesitzer … Es gilt immer noch: Hätte mir das jemand vor einem Jahr prophezeit, ich hätte ihn mit durchaus guten Argumenten einliefern lassen …

Warum man im Kino leben muss

Mittagszeit, Gassizeit. Parallel zur St2062 zwischen Bad Kohlgrub und Murnau verläuft ein kombinierter Rad- und Fußgängerweg. Er ist gute zwei, zweieinhalb Meter breit. Die Hunde gehen meist direkt am Rand, weil da Gras ist, weil es was zu schnüffeln gibt. Wir brauchen nicht mehr als die Hälfte des Weges und freuen uns über jeden Radler, der sich von hinten nähert und sich bemerkbar macht. Das hilft, Herzinfarkte zu vermeiden.
Und dann ist da dieses Radlerduo. Mountainbike, verkehrsuntauglich (keine Klingel, kein Licht). Zwei Typen, trotz Vermummungsverbot völlig unkenntlich maskiert. Sie müssen unbedingt nebeneinander fahren. Sie machen sich nicht bemerkbar und fahren auch nicht hintereinander. Der Linke rempelt mich an, sodass ich stürze. Uninteressant – die Radler halten nicht einmal an.
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Wichser in Westried: Ich bin es leid

Mittagsgang. Mit den Hunden.

Den Bayern wurden von der CNU seit Langem dicke Eier verordnet. Deshalb heißen die Landstraßen in Bayern nicht Landstraße, sondern Staatsstraße. Der Verkehr ist genauso scheiße wie auf Landstraßen.
Hier vorm Haus liegt die Staatsstraße 2062, ein Konstrukt zwischen Murnau am Staffelsee und Bad Kohlgrub. Eine Straße, die den Verkehr der kurzfristig Denkenden aufzunehmen hat, die keine andere Möglichkeit finden, von München nach Füssen zu kommen – oder von Augsburg nach Garmisch-Partenkirchen. Es gibt Alternativen. Das Hirn der hier hauptsächlich entlang fahrenden Oberbayern ist alternativlos.
An Sonntagen wälzt sich über die Schweinestraße 2062 eine Blechlawine. Ununterbrochen. Mitunter steht man bis zu zehn Minuten auf dem Grundstück, auf dem man wohnt, bis man auf die andere Straßenseite mit dem kombinierten Rad- und Gehweg kommt. Kein SUV-Fahrer bremst herunter, lässt einen herüber. Keine Lücke bildet sich – im Gegenteil: Die Fahrer der »schwanzlos und verfickten« Fahrzeuge geben sogar noch Gas, um die wenigen Lücken zu schließen. Über die Tatsache, dass am Wochenende mit Vorliebe die Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 km/h überschritten wird – heute Mittag war der Langsamste Richtung Bad Kohlgrub 75 km/h schnell – will ich gar nicht reden.
Es sind Starnberger. STA – das neureiche Gesocks, dass sich zu den CNU-verordneten dicken Eiern noch eine Goldauflage leisten kann. Und Münchner. M – die Weißwurschtfresser, denen die Raserei auf dem Mittleren Ring nicht reicht. Weilheimer. WM – diese Hybriden aus dem einzigen Landkreis Deutschlands, der sich über zwei Regierungsbezirke erstreckt. Augsburger. A – Spätzlefresser, denen die flache Lech-Pampa nicht bergig genug ist.
Und es ist Lärm.
Und Gestank.

Und am Ende kommt dann einer dieser hirnlosen Radfahrer auf einem verkehrsuntauglichen Mountainbike (das sind die Dinger für eierlose Yuppies … ach ja, Yuppies gibt’s ja nicht mehr, weil die sich ohne Eier nicht vermehren konnten) – kein Frontscheinwerfer, kein Rücklicht, keine Klingel, aber die freche Anmerkung aus dem Maul, ich solle mir halt Augen im Rücken anschaffen, wenn ich keine habe.

Ich bin es leid. Inzwischen weiß ich, dass der Exodus aus Bayern in greifbarer Nähe liegt. Aber vorher noch werde ich einen dieser Raser zur Rechenschaft ziehen. Und einem dieser Drecksradler eine Verletzung zufügen. Ich scheiße auf eine Anzeige wegen Körperverletzung – ein Radfahrer, der in Kauf nimmt, eine meiner Hündinnen über den Haufen zu fahren, gibt mir die günstige Gelegenheit, mich auf Notwehr zu verlegen


P.S.: CNU ist kein Tippfehler. CNU ist die – seit neuesten Erkenntnissen und Ereignissen – Christlich-Nationsalsozialistische Union, die nach langen Jahren der Behauptung, eine christlich-soziale Partei zu sein, den Namen umbenennen musste, weil sich erwies, dass Seehofer, Söder, Hermann und Dobrindt nicht nur keine Ahnung von sozialer Politik haben, sondern eine solche auch nicht realisieren wollen.

Die Welt ist böse

Das wissen wir alle längst. Trump, Putin, Kim Jong Un, der Iran, Daesh – alle sind böse. Im Grunde. Und auch die Menschen in unserer näheren Umgebung lassen sich da nicht lumpen, wenn es darum geht, böse zu sein.

Seit Wochen hindern mich solch böse Menschen an sinnvoller Arbeit. Buchneuerscheinungen meines Verlages können nicht verkündet werden, weil ich meine Freizeit damit zubringen muss, Gegenargumente gegen eine angedrohte 100%ige Mieterhöhung zu finden. Oder gegen das Ansinnen, zehn Jahre rückwirkend einen gar nicht existierenden geldwerten Vorteil versteuern zu müssen. Oder ein Büroumzug mit einhergehender Flächenverringerung von deutlich über 100 qm auf nicht mal mehr 20 qm – damit die frei werdenden Räume leerstehen können, oder als Wohnlöcher an Kollegen vermietet werden können, die weite Wege zur Arbeit haben.

Und selbst der Verlag steht mir manchmal im Weg. Es ist nicht so, dass ich keine Bücher mehr mache – ganz im Gegenteil: Ich habe hier zehn bis zwölf Titel in unterschiedlichsten Fertigstellungsstadien. Ich habe nur keine Zeit, darüber zu schreiben, damit das auch irgendjemand mitbekommt.

Die Welt ist böse. Und ich muss das ausbaden. Muff.

Dummheit drives

Als Hundebesitzer und Anwohner in einer 60er Zone einer bayerischen Staatsstraße sieht man viele interessante Dinge. Und wenn man nicht beim morgendlichen Aufstehen mit dem Kopf auf den Steinfliesen aufgeschlagen ist, weiß man auch, dass bestimmte Erkenntnisse gesellschaftlich nicht korrekt sind. So zum Beispiel die Tatsache, dass in der hiesigen 60er Zone rund 90 (gezählte!) Prozent der Raser Frauen sind. Und auf dem Grainbichl auch. Und in Westried-Süd (Moosrainer Straße, südlich der Bahnlinie). Und Moosrain.

Und manchmal ist es wirklich ärgerlich, wenn man mit zwei Hunden Gassi geht und die Hände nicht frei hat. So letztens …
Da nähert sich uns von hinten ein Auto, ein silberner Golf. Ich freue mich noch, weil der Wagen offensichtlich die Geschwindigkeitsbegrenzung von (dort) 30 km/h einhält, da erkenne ich, dass die Frau am Steuer in der linken Hand ein Smartphone am Ohr und in der rechten Hand ein Tablet hält. Der Golf wird immer langsamer und tuckert seelenruhig auf eine Konstruktion zu, die am Straßenrand steht: ein Streusalzbehälter auf Metallstelzen, eine Einrichtung für den gesteigerten Streusalzbedarf in den klimaveränderten bayerischen Wintern. Und dann …
Die Konstruktion erwies sich zum Glück als stabil. Der Golf nicht so sehr: Der Aufprall bescherte dem Wagen ziemlich genau mittig eine ordentliche Delle an Kühler und Motorhaube. Die Frau – Smartphone am Ohr, Tablet in der Hand – steigt aus – der Motor lief freilich weiter –, besieht sich den Schaden, schüttelt den Kopf, steigt wieder ein, setzt zurück – jetzt nur noch mit Smartphone am Ohr – und fährt weiter: mit aufheulendem Motor, erkennbar überhöhter Geschwindigkeit und nach wie vor dem Smartphone am Ohr.

Ich hätte zu gerne ein Video davon auf Youtube eingestellt. Aber wie gesagt – mit zwei Hunden an der Hand … Wichtiger wäre mir selbst allerdings die Frage, ob Evolution noch funktioniert und es echte Chancen gibt, dass so viel geballte Dummheit auszusterben bereit ist. Hilfsmittel wie Tablets, Smartphones, Autos und Streusalzbehälter gibt es ja genug.