Namenstag

Mein Vorname ist Michael. Ich bin der, »der ist wie Gott«. Heute, am 29.09., ist mein Namenstag.
Der Heiligenkalender liefert eine etwas seltsame Erläuterung. Finde ich. Angemessener finde ich den Eintrag der Wikipedia.
Obwohl ich katholisch getauft bin, habe ich meinen Namenstag nie gefeiert. Ich denke, die Zeit, wo die Katholiken dem Namenstag den Vorzug vor dem Geburtstag gaben, sind lange vorbei. Außer vielleicht in »streng katholischen« Familien. Und doch war mir am 29.09. immer bewusst, dass ich Namenstag hatte. Und woher der Name stammt. Welche Bedeutung er hat.

Meine Frau hat es schwerer. Sie heißt Saskia Eva Alexandra. Für Saskia – »die Sächsin« – gibt es gar nicht erst einen Namenstag, während Eva und Alexandra erklärt werden müssen, damit man aus dem Angebot den richtigen Namenstag auswählen kann.

Meine Eltern hatten bzw. haben jeweils zwei Vornamen. Horst Nikolaus mein Vater, Rosemarie Brigitte meine Mutter. Es gab Zeiten, da hätte mich interessiert, warum ich nur einen Vornamen bekommen habe. Es gab auch Zeiten, da hat mich gestört, dass alle möglichen Jungen in meinem Alter Michael hießen; auf der Realschule gab es ein Jahr, da waren wir sieben oder acht Michaels in meiner Klasse.
Heute habe ich es einfacher. In den Achtzigerjahren des letzten Jahrhunderts schrieb ich unter dem »Pseudonym« Mychael Wallensteyn Kurzgeschichten. Und daraus wurde nach und nach erst »MyWa«, dann »My« und am Ende »My.« – mit dem Punkt, der für die dritte Stelle zur Erlangung des BNF-Status wichtig war. Heute werde ich häufig mit My. angesprochen. In Mails, auch am Telefon, in Begegnungen mit Menschen, die dieses Kürzel kennen; meine Frau benutzt es manchmal, wenn sie von mir genervt ist. Ich unterschreibe meine Mails und Forenposts mit diesem Kürzel, auch auf die Gefahr hin, dass jemand das nicht versteht.

Für My. gibt es auch keinen Namenstag. Aber ich hab ja noch meinen Taufnamen.

 

Ein einfacher Tag  

Letztens monierte ich die Fragmentierung eines Tages. Heute war die Struktur simpel:

    • 1 Lektorat
    • 2 Gassigänge
    • 1 Layout

Das Lektorat betraf ein neues Manuskript, das mich auch noch zwei, drei Tage – oder länger, das weiß man ja nie – beschäftigen wird. Ich bin mir noch nicht schlüssig, wie ich vorgehe. Zunächst habe ich mich zu einem nicht zu brutalen Lektorat entschieden, aber im Hinterkopf habe ich den Gedanken, da noch ein zweites, härteres Lektorat anzusetzen, weil der Text immer wieder sehr aufgeblasen wirkt, sehr redundant, erfüllt von für die Handlung nicht wichtigen Phrasen. Nicht immer, aber doch immer wieder. Ich werde mich nach dem ersten Lektorat und einer Rücksprache mit dem Autor entscheiden.

Die Gassigänge waren feucht und kühl. Der erste Gang im Ruheforst bei Ostenfeld war anstrengend und dauerte länger als erwartet. Aber den Hunden tut das genauso gut wie meinem Blutzuckerspiegel. Letzterer war leider nicht ganz so gut wie erhofft. Der zweite Gang ging hier in Winnert durch die sogenannte Siedlung, ein recht junger Ortsteil. Schmerzen im rechten Knie führten zu langsamem Schlendern, was Naomi zu schamlosem Dauerschnüffeln an wirklich jedem Büschelchen ausnutzte. Aber gut. Das ist ihre Leidenschaft. Ich gönne mir ja auch die meine, selbst dann, wenn Naomi das nicht mag. (Wobei ihr meine Leidenschaften de facto wurscht sind, sieht man von Gassigängen mit Schnüffelchancen ab.)

Das Layout war die Fortsetzung der Arbeiten an »KINDERGEFÄNGNIS und andere verlassene Orte«. Es geht voran. Es fehlen noch circa 30 Seiten für die erste Runde. Danach gibt’s die Fahnenkorrektur inklusive Behebung von Layoutfehlerchen.

Heute ist Montag. Das Fernsehprogramm steht also fest: »Inspector Barnaby«. Wir haben wohl alle Folgen inzwischen drei, vier, sechs Mal oder häufiger gesehen. Wir haben irgendwann aufgehört zu zählen. Aber montags muss das sein.

Frankmentur

Der Tag war fragmentiert.

Eigentlich war ein weiterer ScanDay geplant. Schon vom Vortag verschoben. Und morgens endgültig gestrichen. Der Ersatz war wieder lauter Kleinkram. Druckaufträge für drei Hornsignale-Ausgaben. Und dann immerhin die restlichen Korrekturarbeiten am Franke-Buch »Das Gutenberg-Konzil«. Fertig fürs Layout.
Einkäufe. Futterhaus. Famila.

Termin mit den Hundemädels beim Tierarzt.
Kim sollte angeschaut werden, wie es ihr geht, wie sie läuft. Blutabnahme, um die Nierenwerte noch einmal zu testen; zuletzt waren die Harnsäurewerte zu hoch. Ansonsten geht es ihr gut. Und sie hat sich supertapfer geschlagen. Das ehemals superängstliche Mädchen schlägt sich immer besser.
Naomi wurde geimpft, bekam die Krallen gekürzt. Bei ihr nutzen sie sich nicht schnell genug ab, da muss immer wieder nachgeholfen werden. Und so ganz geheuer war ihr nicht, was vielleicht daran lag, dass sie so lange hat warten müssen – ohne Kim, die sie schon vermisst, wenn sie drei Meter entfernt hinter einer Behandlungszimmertür verschwunden ist. Arme Maus. Wenn Kim einmal über die Regenbogenbrücke geht, wird das ein Fiasko; aber wir bereiten uns vor.

Später wurde ich dann doch noch produktiv. Vorbereitungsarbeiten laut Checkliste für drei Bücher aus der »SF-Werkausgabe Herbert W. Franke« ­– neben dem »Gutenberg-Konzil« stehen auch die Bände 14, »Paradies 3000«, eine Kurzgeschichtensammlung, und 15, »Tod eines Unsterblichen«, ein Roman, zur Veröffentlichung an. Ich plane, alle drei Titel auf einen Rutsch herauszubringen. Mir geht das alles viel zu langsam.

Später begann ich dann mit dem Layout am zweiten Band zu den »verlassenen Orten«, wieder mit Fotos von Sebastian Schwarz und diesmal »KINDERGEFÄNGNIS und andere verlassene Orte« betitelt. Wie Band 1 – »DIE ZUKUNFT und andere verlassene Orte« – sind es 292 Seiten, und wieder wird es nur ein Hardcover im Querformat.

Ein fragmentierter Tag. Frankmentiert. Und doch erfolgserlebt.

Vielleicht doch besser Ingrid?

Indeed ist ein Jobportal. Man kann Jobs suchen, Jobs anbieten. Kennen wir. Monster ist auch so ein Ding. Und es gibt noch eine Menge solcher Portale mehr.

Indeed ist vor allem bekannt für seine nicht ganz unlustige Werbung. Aktuell müssen alle Ingrids darunter leiden, dass Kollegen Jobs von ihnen haben möchten. Nett.

Aber vielleicht wäre es wirklich sinnvoller, Ingrid zu fragen. Ich habe bei Indeed nach Jobs für Lektoren und Korrektoren gesucht. Letzteres war von vornherein ein Schuss in den Ofen; was da an Ergebnissen kam, ließ darauf schließen, dass eine solche Berufsbezeichnung unbekannt ist. Beim Lektor sind die Ergebnisse sehr inhomogen. Da sind auch schon mal Produktmanager gesucht, Redakteure aller Art, Projektleiter usw. usf. Der simple, klassische Lektor, der Manuskripte liest, beurteilt, auseinandernimmt und neu zusammenbaut – ob mit oder ohne Autor –, der scheint selten gesucht zu sein.

Aber wie auch immer … Es laufen ja heutzutage massenhaft Honks durch die Gegend, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit von »künstlichen Intelligenzen« faseln, wenn etwas Neumodisches etwas Neumodisches tut oder auch nicht tut. Im Falle von Indeed frage ich mich in der Tat angesichts dieses Angebots auf meine Suche, ob ich nicht besser Ingrid frage:

Apropos Einhörner

Natürlich hat auch Schleswig-Holstein seine Wälder. Man nennt sie Landesforsten. Die haben nicht nur ihren Amtssitz in Neumünster, sondern auch eine Internetseite: www.forst-sh.de. Und natürlich haben die auch Wälder. Deshalb ja Landesforsten.
Lehmsiek beim Schwabstedt, einer meiner derzeit bevorzugten Gassimarschorte vor allem bei sonnigem Wetter, ist so ein Forst. Und ein ordentlicher Forst ist an seinen Grenzen beschildert. Das gehört sich in Deutschland so.
Und wie es sich ebenfalls in Deutschland gehört, gibt es Gebots- und Verbotsschilder auch an den Grenzen der schleswig-holsteinischen Forsten.

In Lehmsiek sind Autos und Motorräder im Forst nicht erlaubt; dass die Forstverwaltung aus Neumünster hier ein ganz und gar nicht der Straßenverkehrsordnung entsprechendes Schild wählten, ist vermutlich der Grund, warum die schon in einem früheren Post erwähnten ScheißUV fahrenden Waldkacker das nicht verstanden haben.
Eindeutiger, weil auch nicht in einer Verordnung aufgeschrieben, ist die Aufforderung an Hundehalter, ihren Hund anzuleinen. Was auch nicht jeder Hundehalter versteht, wie ich selbst schon erleben durfte.

Amtlich hingegen sieht das ansonsten überhaupt nicht amtliche Verbotsschild für Einhörner aus. Der Witzbold, der sich das ausdachte, hat sich natürlich nicht genügend Gedanken darüber gemacht, was er da anrichtete. Denn natürlich soll eigentlich verhindert werden, dass sich Reiter der Forstwege bemächtigen und diese möglicherweise so beschädigen, das die waldkackenden ScheißUV-Fahrer Schwierigkeiten in ihren illegalen Vorwärtsbewegungen verspüren.
Indes verbietet dieses Schild schlicht und ergreifend nur Einhörnern, den Forst zu betreten oder gar zu durchqueren. Und zwar unberittenen Einhörnern. Pferde hingeben, die die eigentliche Zielgruppe darstellen dürften, sind nicht betroffen – weder mit noch ohne Reiter.
Und mich würde es ungemein reizen, einen Prozess zu provozieren, um herauszufinden, wie viel die Fantasie eines Schilderscherzbolds vor Gericht wert ist. Grundsätzlich würde ich damit rechnen, dass er verliert. Aber Pferde kotzen bekanntermaßen auch vor Apotheken, weshalb wohl eher gilt: »Das Urteil ist nicht eindeutig vorherzusagen …«

P.S.: Nicht an allen Grenzen des Forstes zu Lehmsiek wird indes in orangefarbener Signalität vor aggressiven Bäumen und Ästen gewarnt …

Wenn Hornsignale ertönen

Wenn ich mich recht entsinne, war ich zweimal Mitglied im Einhornclan, beim Volk von Clanthon, einem der Völker, die in FOLLOW, der »Fellowship of the Lords of the Lands of Wonder«, die Fantasywelt Magira bevölkern. Das erste Mal stieg ich wegen ziemlicher Missstimmungen zwischen unserem Lord Hermann Ritter und mir aus. Das zweite Mal geschah es aus einem Grund, den man am besten als eine Mischung aus Interessenswandel und Zeitmangel bezeichnen könnte.
Aber ganz trifft es das nicht. Ja, wir – meine Frau war auch Mitglied – hatten das Interesse verloren, hatten einen anderen Fokus im Auge: Sie wollte Heilpraktikerin werden, ich war hauptberuflich ITler und nebenberuflich Verleger. Bis auf den ITler stimmt das heute noch. Aber es spielte auch eine Rolle, dass auf Veranstaltungen des Vereins – so dem Fest der Fantasie oder dem Pfingstercon der Finsterlinge und Einhörner oder den Silvestercons – Hunde nicht erlaubt waren, und – ich erwähnte es vermutlich schon – ohne Hunde unternehme ich nichts, was einem Urlaub auch nur annähernd ähnlich sieht. Und das Fest, Pfingsten und Silvester waren genau das.
Am Ende war dann der Kontakt zu den Miteinhörnern praktisch verloren. Mit Hermann Ritter ist er nie abgebrochen; auch mit Krischan Seipp hat sich der Kontakt wiedergefunden. Der Rest ist Geschichte.

Während meiner Mitgliedschaften habe ich eine ganze Reihe der »Hornsignale« gemacht: zusammengestellt, layoutet, teilweise sogar gedruckt. Es hat mir durchaus ein bisschen weh getan, die »Hornsignale« nicht mehr zu machen, aber es war dann vor allem eine Zeitfrage.
Irgendwann fragte Hermann Ritter mich dann, ob ich verschiedene »Hornsignale« drucken könnte. Das war natürlich möglich – dank einer Teilhaberschaft an einer kleinen Druckerei in Malta, die sich über jeden noch so kleinen Job freut, war das unproblematisch. Und das Ganze hat sich dann peu à peu erweitert. Zuletzt habe ich sogar einige Ausgaben nicht nur gedruckt, sondern auch layoutet.
Und so auch heute. Die Ausgabe 341, deren Titelbild man oben sieht, lag nur als rohe Textdatei vor. Korrektorat, Layout – beides von mir. Die Ausgaben 359 (mit einem Nachruf auf den jüngst verstorbenen Manfred Roth) und 360 (mit einem Bericht zum ersten virtuellen Fest der Fantasie, dem Cyberfest 2020), die ich zuvor für den Druck vorbereitet hatte, waren fertig, mussten nur ein wenig überarbeitet werden (da bestehen Verständnisprobleme mit dem Begriff »Beschnittzone«, wie es aussieht).

Das alles war nicht sehr aufwendig, nicht sehr anspruchsvoll. Aber es hat doch ein bisschen Spaß gemacht. Ein schnelles, hübsches Ergebnis, ein kleines Erfolgserlebnis. Auch so was braucht man manchmal.

Fliegen töten

Wir haben ein Fliegenproblem. – Ich bin Tierfreund. Ich mag Tiere. Ich rette Wespen, die sich ins Haus verirrt haben, bevor sie auf einer der Klebeflächen für die Fliegen verrecken. Ich habe sie sogar schon gerettet, als sie draufklebten. Ja, das geht, ob man’s glaubt oder nicht. Bienen sowieso. Alle Fluginsekten, im Grunde. Und auch andere Insekten. Ohrenkneifer letztens. Kellerasseln weniger. Wenn man die findet, sind sie meist schon hinüber. Keine Ahnung warum. Spinnen sind bei uns zugelassene Mitbewohner, zumal ihre Netze und Weben zahlreicher sind als sie selbst. Oder sie sind unsichtbar. Egal. – Nur Fliegen, die erleiden bei mir nur ein Schicksal. Sie sind zu blöd, ein Zimmer, das sie durch ein winziges Loch geentert haben, durch ein offenes Fenster wieder zu verlassen. Sie sind zu blöd, irgendwo rumzufliegen, wo sie nicht stören. Sie sind sogar zu blöde, sich auf die kleinen Klebeflächen zu setzen und dort zu verrecken. Sie sind zahlreich – wie haben halt Landwirtschaft mit Viehhaltung in der Nachbarschaft –, sie sind dumm, sie nerven. Also werden sie erschlagen. Interessanterweise würde ich eine Wespe, eine Biene, eine Hummel, eine Motte, nichts dergleichen auf diese Art und Weise vom Leben zum Tode befördern. – Nur Fliegen. Wenn die nicht so dämlich wären, würde sich ihr Schicksal in meinem Hause möglicherweise herumsprechen. Aber sie sind ja dumm. Dämlich. Blöde. Und dann eben tot.

P.S.: Und außerdem bekacken die Scheißviecher meinen weißen VW Passat. Sie sind sogar so blöd, so klein zu sein, dass ich sie nicht teeren, federn und vierteilen kann. Nur erschlagen. Mist.

12 Stunden Chaos

Vielleicht waren es auch 13 Stunden. Ich weiß es nicht. Am Ende spielt es auch keine Rolle.

Man gewöhnt sich irrsinnig schnell an Änderungen im Tagesablauf. Es waren nur neun oder zehn Tage, an denen ich drei Gassigänge machte, vor allem den Morgengang, den sonst Frau macht. Heute eben nicht. Seltsam, eine Stunde mehr Zeit für andere Sachen zu haben.

Beladung des Autos, Routine. Ich kaufe Bier vorzugsweise in 11er-Kästen, weil die problemlos durch die Türen der Hundebox im Heck passen. Ansonsten gehen nur noch die 0,33er-Flens-Kästen hinten rein. Alles andere muss auf die Rückbank. Und die ist inzwischen schon voll mit Zeug.

Bei Famila hat irgendein Volldepp einen Stapler mit Bierkästen genau vor meinem Krombacher »Weizen bleifrei« abgestellt und den Schlüssel mitgenommen. Ich habe einen Moment überlegt, den Stapler abzuräumen und die Kästen irgendwie dämlich in den Weg zu stellen. Aber das war mir dann zu viel Arbeit. Für den Aufwand, an meine Kästen zu kommen, habe ich an der Kasse gemeckert. Hat keinen interessiert.

Büchersendungen fertiggemacht. Bücher für das DSFP-Komitee und für Rezensionen für die ANDROMEDA NACHRICHTEN. Vier solcher Sendungen haben mir schon gereicht. Wenn ich überlege, den Versand meiner eigenen Bücher selbst machen zu müssen, hätte ich längst kein Buch mehr gemacht. Nicht, weil mir die Lust dazu fehlte. Aber ich hätte keine Zeit. Man kann Bücher machen oder verschicken. Beides zusammen geht nicht. Jedenfalls nicht bei mir. Zum Glück habe ich meinen Schaltungsdienst.

Frau hatte schriftliche Prüfung für den Heilpraktiker. Dritter Versuch, wenn ich mich nicht verrechnet habe. Und Husum soll extraschwer sein, braten ihr eigenes Süppchen, nichts ist wie in Restdeutschland. Und die Amtsärztin soll ein spezielles Kapitel sein. – Das Ganze sollte von 10 bis 12 Uhr gehen, um zehn nach 12 hat sie sich immer noch nicht gemeldet. Also erst mal Gassi mit den Moizen. Es stellt sich heraus, dass das Ganze 45 Minuten später angefangen hat, weil die Honks sich am coronainduzierten Spezialeinlassverfahren kaputtorganisiert haben. – Und sie hat »kein gutes Gefühl«. Hat beim Nachdenken schon zwei Fehler entdeckt. Einen hat sie selbst falsch korrigiert. Ich verstehe nicht, wieso sie nicht loslassen kann. Die Ergebnisse gibt es erst in vier Woche. (Lustig: Damit sie einen Platz für die noch folgende mündliche Prüfung bekommen kann, muss sie den Termin verbindlich buchen, bevor sie überhaupt weiß, ob sie die schriftliche bestanden hat. Wenn sie wartet, ist der Termin vielleicht weg. Wenn sie nicht bestanden hat, auch. Und das Geld sowieso. Heilpraktiker werden zu wollen halte ich inzwischen für eine verdammtscheißblöde Idee.)

Eigentlich wollten wir danach nach Sankt Peter-Ording. Aber es war warm, am Strand wäre es für die Hunde auf Dauer nicht angenehm gewesen, und Zeug mitschleppen – Sonnenschirm, Stuhl, was auch immer – wäre auch nicht lustig gewesen. Und irgendwie ist das Rumhocken am Strand langweilig. Unproduktiv. Vor allem aber mag ich die Idee nicht, auf dem Strand zu parken, was zwar den Weg zum Wasser verkürzt, aber eben scheiße für den Sand ist. Ich möchte nicht wissen, wie viel Öl, Diesel und Benzin in dem Sand stecken. Das Gelände ist verseucht, ganz ohne Zweifel.

Am Ende sind wir daheimgeblieben. Frau wollte Haushalt machen. Und ich hab ja eh keine Langeweile.

Das Produktivste war noch die Arbeit am Buchblocklayout des Klaus-Hübner-Buches, das ich schon erwähnte. »Bierkämpfe, Barockengel und andre Bavaresken«, Band 3 seiner Serie »Kein Twitter, kein Facebook«. Der Seitenumbruch steht, jetzt kommen noch die Abbildungen, vor allem Buchcover und Autorenfotos. Je nachdem, was zu finden ist (bislang sieht es sehr gut aus). Inzwischen steht fest, dass der dritte Teil 224 Seiten haben wird – wenn mir da nicht noch eine raumfordernde Sauerei einfällt, was aber unwahrscheinlich ist.

Bis Ende letzter Woche habe ich nach dem letzten Gassigang die Moize ernährt und mich dann mit dem Notebook ins Wohnzimmer gesetzt und vor allem Texte gelesen, lektoriert, korrigiert. Nachdem Frau meine Sachen vom Esstisch verräumt hat, habe ich zur Kenntnis genommen, dass die Anwesenheit meines Geraffels wie wohl auch meiner Person nicht mehr erwünscht ist. Jedenfalls im Wohnzimmer. Also habe ich mein Zeug, das noch da war, gepackt und mich entschlossen, durchgehend bis zum Feierabend am PC zu arbeiten. »House M.D.« kann ich auch vom Server schauen. Und die Zeiteinteilung ist auch ein wenig einfacher. Irgendwie. Und jetzt mache ich halt bis zum Schluss Layouts. Und meine Blogbeiträge. Und an einem der nächsten Tage halt den ganzen Tag Lektorat. Mal sehen, ob sich das nicht positiv auswirkt.

Seltsames vom Tage

Xing und LinkedIn habe ich mir nicht angeschaut. Nebst den Nachdruckaufträgen an den Schaltungsdienst – viere solcher an der Zahl – habe ich Kleinkram erledigt. Etwas für die Hunde bestellt, was für die Gesundheit. Nix Pharmazeutisches. Biokram. Reziexemplare im SF-Netzwerk angeboten, für die ANDROMEDA NACHRICHTEN. Und Leseexemplare im DSFP-Komitee. Ein paar E-Mails geschrieben, ja, doch, etwas ging. Und nur zwei Gassigänge.

Nach zwei Kabarettsendungen auf 3sat aus der Mediathek (die Erstsendungen waren gestern Abend) – Philipp Webers Programm »KI: Künstliche Idioten!« und Till Reiners’ »real bleiben« – gab es zwei Folgen der NDR-Talkshow, fünf Folgen »Frasier« und jetzt zum Schluss Musik: Part 1 der »Köln Concerts« von Keith Jarrett.

Nur zwei Gassigänge heute. Frau ist wieder daheim.

Ein seltsamer Tag.
Und ich weiß nicht, warum.

Abwesend aufm ElsterCon

Mit zunehmendem Alter werde ich wohl auch ein wenig wunderlich. Vielleicht zickig. Für mich ist das okay. Immerhin.
Was ich damit meine, ist, dass ich jetzt, wo ich im hohen Norden wohne, Probleme sehe, noch auf Cons zu fahren. Dazu gibt es verschiedene Gründe.
Zum einen musste ich überrascht feststellen, dass Husum verdammt viel weiter vom Schuss ist, als seinerzeit Murnau im Süden Bayerns. Von Murnau nach München waren es 75, 80, 85 Kilometer, je nachdem, wohin man wollte. Würde ich heute Dirk Fleck in Hamburg besuchen wollen, wären das an die zwei Stunden Fahrt und mindestens 133 Kilometer. Kiel liegt natürlich näher, ist aber mit München nicht annähernd zu vergleichen (sorry, Kiel).
Zum zweiten sind da die beiden Hundemädchen. Frau arbeitet, nicht immer, nicht regelmäßig, aber wegen ihrer Profession als an der Wellness orientierte Kosmetikerin in einem Hotel-Spa vorzugsweise auch am Wochenende. Und das sind keine zwei, drei Stunden, die sie da außer Haus ist – sondern der ganze Tag. Mit Fahrzeit und allem gerne und nicht selten 9, 10 Stunden. So lange will ich die Hundemädels nicht allein lassen. Und mitnehmen ist so eine Sache. Das geht nicht überall hin – und genau das war auch schon Grund für Boykotte. Als ich noch Mitglied bei FOLLOW war, bin ich nicht mehr auf die Feste der Fantasie gefahren, weil Hunde nicht erlaubt waren; Kinder waren es sehr wohl, aber selbstredend ist das was ganz anderes. Sagten die Veranstalter.
Und letztlich bin ich vielleicht auch einfach nur faul geworden. Ich weiß nicht, ab welchem Alter man sich das rechtlich einwandfrei erlauben kann. Ich für meinen Teil fühle mich so, dass ich davon ausgehe, das ich das heute tun darf.

Der ElsterCon, der sowieso seuchenbedingten Einschränkungen unterworfen war, musste jedenfalls ohne mich auskommen. Frau war auf einem Seminar, die Fahrt hätte leicht 6 Stunden gedauert, eine Unterkunft hatte ich gar nicht erst gesucht, wegen der Hunde gar nicht erst gefragt.
Problematisch war dabei, dass mir offiziell der Kurd-Laßwitz-Preis für meine langjährigen Leistungen verliehen werden sollte. Aber in der heutigen Zeit gibt es ja Alternativen. Ich hatte Udo Klotz ein Video versprochen:

Der Weg dahin war überraschend mühsam. Es war klar, dass Equipment und Machart weit von jeglicher Professionalität entfernt wären, aber darauf kam es wohl auch nicht an. Aber ich war überrascht, wie schwer es mir fiel, alleine vor einer Kamera einen Text zu sprechen, den ich noch dazu vorgeschrieben habe, zwar nicht ablas, aber eigentlich »konnte«. Ich war nicht unvorbereitet – und das war das Problem, das dazu beitrug, dass ich das Video lange vor mir herschob. Am Ende habe ich es dann doch hinbekommen – aber ich denke immer noch, dass es mir live, vor Publikum, aus dem Stegreif gesprochen, leichter gefallen wäre.
Sehr seltsam.
Oder auch nicht. Während meiner lange zurückliegenden Unteroffiziersausbildung hatte ich auch Unterweisungen im Umgang mit Untergebenen, und dazu gehörte auch – nicht zuletzt wegen unseres »Fachgebietes« –, vor Untergebenen selbst Unterweisungen durchzuführen, sprich: vor Publikum aufzutreten.