Abhängen in SPO

Donnerstag, 09.09. Frau hatte Sankt Peter-Ording (kurz SPO) verordnet. Ein paar Stunden. Strandkorb reserviert.
Natürlich ging es verspätet los. Halbe Stunde. Die Fahrt war nicht sehr schön. Obwohl es mitten in der Woche war, war uferlos viel Verkehr. Die B5 Richtung Hamburg ist sowieso eine Katastrophe. Die B202 gen SPO nicht minder. Irgendwann war vor mir so eine Minikarre mit einem zögerlichen Fahrer, der meinte, er müsste mir in den Weg fahren, als ich zum Überholen angesetzt hatte. Und natürlich – ganz Lehrer – wurde gemächlich beschleunigt, nur keine Hektik, nur nicht hudeln. Ein bisschen Telekinese wäre nicht schlecht gewesen, dann wären ihm ob meiner Flüche wenigstens die Eier abgefault. Braucht er sowieso nicht, solche Fahrer sollten sich nicht vermehren dürfen.
Die Zufahrt zum Strandparkplatz war belebt. Ich denke, wir haben eine halbe Stunde gebraucht, bis wir dann auf dem Strand waren. Rundherum gab es jede Menge hirnlose Radfahrer, die meinten, sie hätten irgendwelche Vorrechte. Eine Frau war sogar der Ansicht, dass es sinnvoller sei, sich umfahren zu lassen, statt einfach mal Blickkontakt aufzunehmen. Und dann wird natürlich gemosert, weil ja immer die Autofahrer schuld sind; dabei war die Radlerspur – extra ausgewiesen – auf der anderen Fahrbahnseite.
Ich musste für kleine Grafen. Und hatte natürlich die Maske im Auto liegen lassen. Wer kommt auch am helllichten Tag auf den Gedanken, auf dem WC eine Maske zu brauchen. Eine nette Dame schenkte mir eine. Noch dazu eine, die perfekter saß als jede andere, die ich zuvor aufsetzen durfte. Danke sehr, Gnädigste. Ich werde sie in Ehren halten.
Im Strandkorb, der mit dem Rücken zur Sonne gedreht stand, war es dank ablandigem Wind durchaus kühl. Angenehm kühl. Nicht zu heiß, nicht zu kalt. Frau nölte rum. Warum ich das Notebook nicht mitgenommen hätte. Ob ich was zu lesen dabei hätte (hatte ich). Ob ich mich nicht nackig machen wollte (wie immer war der Hundestrand auf dem FKK-Gelände – deutsche Verantwortliche für so einen Schwachsinn sind meines Erachtens so krank, dass sie eingewiesen gehören) – und nein, wollte ich nicht. Und lauter so Sachen. Irgendwann zog sie dann mit Naomi zu einem längeren Gassigang ab und ich hatte meine Ruhe, sofern man Kims ständige Versuche, an Leckerlis zu kommen, nicht als Störung betrachten wollte. Wollte ich nicht.
Zum Daddeln auf der Blödbeere war es zu hell. Ohne Brille und aus fünf Zentimeter Entfernung ging es. War aber langweilig. Lesen ging besser (es geht halt nichts über einen anständigen E-Book-Reader), ermüdete mich aber. Die meiste Zeit saß ich da und glotzte in die Landschaft, nahm unwichtige Details wahr, an die ich mich auch nicht mehr erinnere.

So vergingen die Stunden. Am Ende wollten wir noch was essen gehen. Eigentlich hatte ich keinen Hunger. Andererseits wäre es schon mal wieder ganz nett, was anderes als Lachs und Sommergemüse zu sich zu nehmen. Aber die »Silbermöwe« war zwar offen, aber dicht – alle Plätze besetzt, Zugang abgesperrt, Warteschlange davor. Also Heimfahrt.
Irgendwo zwischen der B5, Südermarsch und Rantrum gab es eine Ampel. Angesagte zehn Minuten Rotphase. Die Straße war von Blechplatten bedeckt. Offensichtlich war da jemandem der Asphalt ausgegangen. Oder eine blöde Idee gekommen. Frau meinte, man bräuchte durchaus zehn Minuten für die Strecke. 5 km/h waren erlaubt.
Nachdem meine Ampel auf Grün wechselte und ich losfahren konnte, kam mir noch ein Lahmarsch in einem Mercedes entgegen. Nun gut. Schlimmer und unverschämter war der Arsch von Busfahrer – mit einem riesigen Reisebus – und der nachfolgende Wichser in einem Mercedes Viano, die offensichtlich in der Fahrschule gepennt hatten, als die rote Ampel dran war.
Daheim gab es dann einen Haufen Arbeit. Buchbestellungen. Nachdruckaufträge. Und zum Abendessen gab es Lachs mit Sommergemüse.

Grille bei 70

Vielleicht war es auch nur ein Grashüpfer. Ich bin kein Biologe. Jedenfalls saß das Tierchen auf der Windschutzscheibe. Den Schädel tapfer in Fahrtrichtung gedreht. Die langen Fühler bogen sich weit nach hinten. Ich entdeckte das kleine Tier erst, als ich schon mit den auf der Strecke vorgeschriebenen 70 km/h unterwegs war. Nun ja, dachte ich mir. Wenn’s ihm nicht gefällt, wird es loslassen und abfliegen. Tat es aber nicht. Tapfer blieb es haften, und es ist schon beeindruckend, was so winzige Insektenfüßchen können.
Daheim im Carport ließ ich die Hundemädchen raus, und bevor ich mein Zeug zusammenpackte, schaute ich nach dem Tierchen. Es saß nach wie vor an der gleichen Stelle auf der Windschutzscheibe und rührte sich nicht. Die Fühler wiesen nun nach vorne, sie waren so lang wie das Insekt selbst. Und nichts rührte sich. Ich stupste es an. Nichts.

Tage später saß es immer noch dort. Ich nahm es in die Hand und schaute es an. Schließlich musste ich den Exitus konstatieren. Wann der eingetreten war, konnte ich nicht feststellen. Ich bin kein Pathologe.

Kein Hirn, kein Kopf, wozu ein Helm?

Ich mache keinen Hehl über meine Meinung zu Motorradfahrern. Ich halte die meisten für Besitzer und Benutzer von lauten und stinkenden Maschinen, die sinnlos durch die Gegend – und vor allem geschlossene Ortschaften – rasen. 2019 hat einer, der eine schnurgerade, abschüssige Strecke auf eine enge Kurve mit einer Geschwindigkeit von höchstens 35 km/h – laut Gutachter – zugeschlichen ist, den Dacia meiner Frau zu Schrott gefahren. Und musste – dank des Gutachters – nicht mal für den Schaden geradestehen. Ich denke, ich habe hier in diesem Blog schon darüber geschrieben, und in meinem AntiquaRIOT für die FAN APA habe ich es mir damit mit einer Mitautorin in diesem illustren Kreis verdorben. Sie meinte sinngemäß, ich dürfe nicht alle Motorradfahrer über einen Kamm scheren, sie und ihr Holder führen anders.

Das ändert meine Meinung nicht. Und es gibt hierzulande genügend Gelegenheiten, in denen die Konsorten ihre Kopflosigkeit – oder ist es nur das Hirn, das fehlt? Immerhin scheint der Helm ja zu halten … – unter Beweis stellen.
Ende August zum Beispiel. Da fahre ich einmal mehr mit den Hundemädchen im Heck zum Lehmsiek, für einen angenehm schattigen Gassigang. Die Straße vom Lehmsiek aus Richtung Hude ist gut asphaltiert, nicht schnurgerade, aber auch nicht sehr kurvig, und breit genug, sodass sich zwei Pkws problemlos begegnen und aneinander vorbeifahren können. In der Straßenmitte gibt es keine Markierung.
Und da fahre ich also so dahin, mit knapp 80 km/h, in eine Rechtskurve, und wie ich das immer mache, fahre ich so weit rechts wie möglich. Und der Motorradfahrer, der mir entgegenkommt, hat sich offensichtlich entschieden, so weit links wie möglich zu fahren. Sein Motorrad neigt sich meinem Wagen entgegen und sein Helm ratscht haarscharf an meiner Karosserie vorbei. Mehr als zehn Zentimeter waren das nicht. Und hätte ich nicht – wie üblich – den Weg durch die Kurve ganz rechts gewählt, hätte der Blödmann nicht nur seinen Schädel verloren, sondern auch mein Auto zerstört und mich vermutlich verletzt. Mit meinen zwei Hundemädchen hinten drin …

Ja, ich stehe dazu: Ich hasse Motorradfahrer. Sie sind laut, stinken, rasen sinnlos durch die Gegend und stellen ein Gefahrenpotenzial dar, das ich, wenn ich etwas zu sagen hätte, rigoros entschärfen würde. Aber ich habe ja nichts zu sagen.

Mein Fazit für meine Mitautorin in der FAN APA war knapp: »Klar, man kann das ganze Thema auch weniger provokant angehen. Aber wozu? Damit ich einmal mehr den Spruch mit dem Kamm zu hören oder zu lesen bekomme?
Insgesamt weiß ich am Ende nicht, warum ihr mir meine Meinung über Motorradfahrer übel genommen habt, wenn ihr von euch wisst, dass ihr nicht so seid.«
Und mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Bis zum nächsten Mal.

Eine Form von Gedankenlosigkeit

Aus unerfindlichen Gründen werden die Randstreifen auch von Feldwegen und Schotterstraßen mehrmals im Jahr gemäht. Da wächst Gras, da wachsen Brennnesseln, Farne, blühende Pflanzen, da spielt sich ein reichhaltiges florales Programm ab. Und irgendwann kommt irgendjemand mit irgendeinem Gerät und mäht das alles weg. Obwohl eigentlich keine Not besteht, denn die fraglichen Wegstrecken wachsen deshalb nicht gleich zu.
In der Regel wird das ordentlich gemacht. Oftmals von Auftragnehmern einer Gemeinde, sicher nicht selten auch von einem Landwirt. Das hier allerdings war ein Idiot:

Das war kein Landwirt. Das war jemand, der nicht nur kein Interesse an der Natur um sich herum hat, nein, das war jemand, der noch dazu mit einem untauglichen Gerät, von dem er keine Ahnung hatte, echtes Unheil angerichtet hat.
Die Vermutung liegt eindeutig nahe, dass hier ein Schaufelradbagger hergenommen wurde, um die komplette Grasnarbe am Randstreifen wegzufräsen. Da wurde keinerlei Rücksicht darauf genommen, dass da vielleicht noch mal Pflanzen nachwachsen sollten. Oder auch nur könnten. Nein, da wütete idiotische Zerstörungswut. Und wenn dann genügend Unheil auf der Schaufel versammelt war, wurde das Ergebnis einfach hingekippt:

In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen.
Eigentlich kann einem das egal sein. Oder auch nicht. Nicht nur, dass es scheiße aussieht, nicht nur, dass dieser plattgemachte Randstreifen nach einem Regenguss pure Matsche ist, nein …
Der Weg, auf dem der Idiot da unterwegs war, ist ein Weg mit einer Oberfläche aus Sand und Steinen bis zur Größe einer Männerfaust. Die großen Steine sind selten, aber sie sind vorhanden, und der Idiot hat sie mit seiner über den Boden schleifenden Schaufel aus der sonst ziemlich gut festgefahrenen Oberfläche gerissen und sie in der Gegend rumgeschleudert. Nun liegen sie nicht mehr im Wegboden, sondern darauf – und wenn man berücksichtigt, dass auf dieser Strecke zwischen den sogenannten »Waldzwergen« – eine Art Waldkindergarten – und der Abzweigung nach Hude auf dem Weg zum Lehmsiek durchaus Autoverkehr stattfindet, dann wird das zur besonderen Freude der Autofahrer sein, denen so ein männerfaustgroßer Stein vielleicht in den Radkasten oder gegen den Unterboden knallt.

Das, was da zerstört wurde, war ein circa einen Kilometer langer Randstreifen zu beiden Seiten des aus Sand und Kieseln bestehenden Weges, den ich besonders bei hohen Temperaturen am Nachmittag gerne zu einem Gassigang nutze, weil er dann größtenteils im Schatten liegt. Ich schaue mir an, wo ich da entlang gehe, ich beobachte, was sich da abspielt, und dergleichen Dummheit, nachgerade Idiotie, jedenfalls aber Gedankenlosigkeit ist ein Zeichen für mich, dass es mit dem Umweltschutzgedanken in diesem Lande und vermutlich in unserer ganzen Welt nicht nur nicht weit her ist – er wird ständig ad absurdum geführt. Denn wenn schon in so einer Sache keine Rücksicht auf die Welt genommen wird, dann ist für mich nicht vorstellbar, wie das im Großen funktionieren soll. Da bleibt letztlich nur die Erkenntnis, dass viel geredet, viel gejammert, protestiert, demonstriert wird – aber der Einzelne, der ja angeblich schon als gutes Beispiel vorangehen kann, der Einzelne tut einfach nichts.

Einzelnd in der Apotheke

Seit Beginn der Seuche sieht man das ja überall. Die Böden von Supermärkten, Läden und auch Apotheken sind vollgeklebt mit Absperrfolien, Verkehrszeichen mit Richtungspfeilen und Verhaltenshinweisen.
In einer Apotheke in Husum entdeckte ich gestern einen etwa DIN A4 großen Aufkleber an mehreren Stellen, laut dessen Text der potenzielle Kunde aufgefordert wurde, an diesen Stellen »einzelnd« zu warten – »bis der nächste frei ist«.
Man kann nun überlegen, wer mit dem »nächsten«, der eigentlich groß geschrieben werden müsste, gemeint sein könnte. Faszinierender ist die offensichtliche Unfähigkeit von Menschen offensichtlich deutscher Mundart – ein Türke oder Grieche würde niemals »einzelnd« sagen –, einen Text, den man drucktechnisch vervielfältigen möchte, Korrektur zu lesen. Noch faszinierender finde ich die Unfähigkeit von Menschen, die solche Texte drucktechnisch vervielfältigen, einen Blick darauf zu werfen und dem Auftraggeber einen Tipp zu geben. Ich hege bisweilen die Vermutung, es könnte sich bei Menschen, die solche Fehler entdecken und vor dem Unfall beheben, um »Einzelndfälle« handeln.

P.S.: Ich habe absichtlich kein Foto gemacht.

Arschlöcher im Getränkemarkt

Ich weiß nicht, was das für Menschen sind, die das tun. Ich will das auch gar nicht wissen, glaube ich. Das ist besser. Vor allem für die Gesundheit dieser Menschen.

Ich bin Diabetiker. Typ 2. Ich bin mit meinen Blutzuckerwerten nicht zufrieden. Meist sind sie zu hoch. Und nicht selten nicht unerheblich zu hoch. Aber es gibt ja Möglichkeiten.
Ich bin Antialkoholiker. Seit Februar 2019. Damals stellte man anlässlich einer Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse) fest, dass ich eine Leberzirrhose im Anfangsstadium mein eigen nennen darf. Der Arzt meinte recht unverblümt: »Wenn sie nicht aufhören zu saufen, werden sie sterben.« Es gibt Aussagen, über die denkt man nicht lange nach.
Seitdem trinke ich alkoholfreies Bier, solches mit »max. 0,5« und solches mit »0,0«. Bei der Gelegenheit stellte ich fest, dass Bayern kein alkoholfreies Bier können und Krombacher auch alkoholfrei geil schmeckt.
Das Problem: Auch alkoholfreies Bier enthält Kohlehydrate, und die sind Blutzuckerwerten nicht zuträglich. Auf Bier zu verzichten, dazu habe ich aber keine Lust. Wenn man auf alles verzichtet, lohnt sich das Leben wirklich irgendwann nicht mehr.
Das Krombacher Weizen ohne Blei schmeckt ausgezeichnet, hat aber noch mehr Kohlenhydrate als andere Sorten. Nachdem sich meine Blutzuckerwerte nicht wirklich verändern wollten, habe ich die Sorte gewechselt. »Flens frei« ist alkoholfreies Pils und hat knapp halb so viel Kohlehydrate wie das Krombacher.
Und siehe da: Es klappt. Seit ich nur noch »Flens frei« trinke – in gleichen Mengen wie zuvor das Krombacher – gefallen mir meine Blutzuckerwerte. Sie sind immer noch ein wenig über dem Limit. 80 bis 160 ist der Zielbereich, ich liege oft unter 160, aber auch immer wieder mal über 160 … aber nicht mehr über 200, so wie oft zuvor. Insgesamt war das eine gute Idee.

Was das nun mit Arschlöchern im Getränkemarkt zu tun hat? Ganz einfach: Es gibt Menschen, die sich offensichtlich einen Spaß daraus machen, Getränkekästen mit gemischten Sorten zu bestücken. Die Flensburger-Kästen sind sich sehr ähnlich, man muss schon genau hinschauen, um den richtigen Stapel Kisten zu entdecken. Aber was ist das? In dem ersten Kasten »Flens frei« findet sich auch Radler, Pils (mit Blei) in verschiedenen Farben (normal, Gold, Dark und was auch immer) und so weiter und so fort.
Zweiter Kasten … das gleiche Spiel. Dritter Kasten … drei Mal dürft ihr raten. Jedenfalls durfte ich mir heute die vier Kästen, die ich haben wollte, aus insgesamt neun gemischten Kästen selbst zusammenstellen. Und das kann ja wohl nicht der Sinn eines Getränkemarktes sein.
Und vor allem weiß ich nicht, was das soll. Verarschung? Gehässigkeit? Brunzende Dummheit? Sicher ist für mich nur, dass hier Arschlöcher am Werk sind. Richtige, vollständige, reinrassige Arschlöcher, deren Exkrementalausgänge offensichtlich so groß sind, dass sie irgendwann auch ihr Gehirn ausgeschissen haben. Ich versuche mir dann einen älteren, sehbehinderten Mann vorzustellen, der irgendwann verreckt, weil ihm irgendein Arschloch in seinen Kasten alkoholfreien Bieres Flaschen mit Blei untergejubelt hat.
Wie gesagt: Es ist besser, dass ich nicht mehr weiß. Vor allem keine Gesichter, Namen und Adressen.

Das Impf, Vol 1.1

Nebenwirkungen. Hm. Ich war ja nicht sicher (und bin es immer noch nicht), ob ich die Impfung wirklich brauche. Mein Lebenswandel schien nicht geeignet, mir unliebsame Virenbegegnungen zu bescheren. Aber nachdem ja nun an Impfstoffen kein Mangel mehr herrscht – inzwischen werden Impftage ohne Anmeldenotwendigkeit veranstaltet –, habe ich ja vermutlich niemandem etwas weggenommen, der es dringender hätte brauchen können. (Und meine Portion wäre sicherlich niemandem in Schwarzafrika zugutegekommen, wenn ich verzichtet hätte.)

Und meiner Bereitschaft, mich piksen* zu lassen, verdanke ich nun folgende Nebenwirkungen:

  • Keine.
  • Mein linker Oberarm hat ein wenig gezwickt.
  • Nichts.
  • Gar nichts.
  • Der linke Oberarm benahm sich in etwa so wie ein blauer Fleck.
  • Nix.
  • Keine Nebenwirkung.
  • Ums Verrecken nicht.
  • Ich überlege, die Impfung zu reklamieren.
  • Allerdings gehöre ich nicht zu den Pappnasen, die glauben, dass der Impfschutz nur dann besteht, wenn man Nebenwirkungen hat(te).
  • Nichts.
  • Überhaupt nichts.
  • Nun ja.

* Ja, »piksen« schreibt man nicht, wie das 99,9998 % aller Deutschen tun, mit »ie«. Das Wort »piksen« oder auch das Substantiv »Piks« kommt von der aus guter alter Zeit bekannten »Pike«, von der auf man nicht nur gelernt hat, sondern die man auch in den alten Zeiten gerne genutzt hat, gewaltbereite Gegner zu – sic! – piksen.

Das Impf, Vol. 1

Wer kennt es noch? »Das Omen« von Mysterious Art … Lang, lang ist’s her. Aber so, wie hier am Anfang des Videos (siehe unten) »Das Ooomen« mit Grabesstimme verlautet, so soll man sich hier »Das Impf« vorstellen.

»Das Iiiimpf« …

MYSTERIOUS ART : Das Omen (HD)

Nach den diversen Versuchen, einen Impftermin zu bekommen – ich berichtete –, bekam ich dann tatsächlich nicht nur einen, sondern zwei – ich berichtete. Und heute war »Das Iiiimpf«, Vol 1., am dransten.
Ich war ein wenig aufgeregt. Man hört und liest so viel über die Impfungen, die Wirkstoffe, vor allem die Nebenwirkungen … ich denke, ein wenig Aufregung ist erlaubt. Ich hatte mit einer guten Stunde Zeitaufwand gerechnet.
Am Ende war’s dann völlig unspektakulär. Rein, Temperatur messen, Anmeldung 1 und 2, Station 1, dann Piiiiks, zehn Minuten Wartezeit (ob man umfällt oder so), und nach insgesamt 18 Minuten: tschüss. Mein digitales Covid-Impfzertifikat habe ich nun nicht nur auf Papier, sondern auch in meiner Corona-App.
Und ich habe sogar einen Impfausweis bekommen, den ich noch nie besessen habe. Auch nicht auf meiner Südafrika-Reise 1988/89 – da stand alles Impf im Reisepass.

Unschön

sind manche Gassigänge. Aus verschiedenen Gründen.

  • Lehmsiek ist eine gute Gassigegend. Vor allem nachmittags sind die Wege schattig, auch die, die nicht direkt durch den Wald führen, sondern am äußeren Rand entlang. Es gibt einen schönen Rundweg, den ich nachmittags vorzugsweise gehe.
  • Irgendwo in der Ferne, über Husum, zieht ein Gewitter vorbei. Es donnert.
  • Kim schaltet sofort in den Panikmodus. Sie sieht sich ruckartig um – es gibt nichts zu entdecken, die Wolken sind nicht zu sehen, die Sonne scheint durch die Blätter der Bäume und Büsche. Sie zerrt an der Leine. Die ganze Runde lang. Und sogar noch daheim ist die Panik nicht abgeklungen.
  • Naomi reagiert auch, wenn auch nicht direkt panisch. Aber sie schnüffelt weniger als sonst.
  • Beide nehmen keine Leckerlis, sind unaufmerksam und reagieren praktisch nicht auf Ansprache.
  • Irgendein Arschloch hat auf dem ersten Teil des Weges, einer geschotterten Fahrstraße, Kot verteilt. Systematisch. Immer wieder Pflatschen von der Größe eines Bierdeckel. Über manche ist schon jemand drüber gefahren, andere haben noch die Form von Frikadellen (sorry für das Bild). Das wäre noch nicht störend, wenn nicht auf den meisten dieser Hinterlassenschaften haufenweise Fliegen säßen, die aufstieben, wenn man sich nähert. Insbesondere Kim findet das nicht toll, weicht ruckartig aus, läuft mir vor die Füße.
  • Andere Arschlöcher besitzen Pferde. Diese Arschlöcher sind nicht in der Lage, ihre Gäule neben einem Wanderweg kacken zu lassen, neben einem Wanderweg, neben dem sich Gras, Farn, altes Laub findet, durch das niemand wirklich stiefeln will. Nein, die mitunter erheblichen Haufen müssen mitten auf dem Weg liegen und natürlich liegen bleiben, weil Arschloch Pferdebesitzer kein Werkzeug dabei hat – einen Spaten zum Beispiel –, um die Scheiße beiseite zu räumen. Und auch hier sind das Hauptproblem die Milliarden Fliegen auf dem Scheißhaufen, die auffliegen und alles umschwirren, weil den Fehler gemacht hat, Arschloch Pferdebesitzer nicht zu verprügeln, bevor er mit seinem Gaul in den Wald gegangen ist.
  • Und das letzte Arschloch fährt einen BMW. Auf dem Weg, auf dem ich geparkt habe, ist rechts Platz für jede Menge Autos. Als ich ankomme, bin ich allein. Als ich zurückkehre, steht hinter mir ein BMW. Mit Schwanzlutscher-Kennzeichen (SL). Der hat seinen bayerischen Schrott so dicht hinter meinem Passat geparkt, dass ich meinen Wagen nach vorne versetzen muss, um die Heckklappe öffnen und die Rampe für die Hunde anbringen zu können, die die Mädels benutzen, weil sie nicht in den Wagen springen sollen (Kim kann das gar nicht mehr, ihr fehlt längst die Kraft zu so einem Sprung). Ich weiß nicht, was in dem Hirn eines solchen Arschlochs vor sich geht. Offensichtlich aber nichts.

Am Ende bin ich unzufrieden. Ich kann das nicht leiden. Klar, Harmoniesüchtige würden jetzt so was anmerken, wie dass ich ja darüber stehen könnte. Tue ich aber nicht. Muss ich auch nicht. Was ich muss, das ist, Arschlöcher scheiße zu finden.