Tipp: Englischmann in Malta

Ich bin Maltafan. Bekennend. Ich bin extra tausend Kilometer weiter nach Norden gezogen, damit es sich lohnt, von den Inseln im Mittelmeer zu träumen. Ich habe zwei Hunde, die ich nie im Flieger irgendwohin mitnehmen würde, weil ich den Tiertransport in Flugzeugen für Tierquälerei halte. Ich würde sie auch niemandem geben, damit ich ohne sie in Urlaub fliegen könnte.
Ich bin Maltafan.
Am Arsch.

Umso mehr interessiert mich, was so im Internet mit Malta zu tun hat. Und vom Ableger der Deutsch-Maltesischen Gesellschaft in Adenau kam die Information zu einem Youtube-Kanal des »Englishman in Malta«, der in einigen Videos verschiedene Orte Maltas vorstellt. Die St. John’s Co-Cathedral in Valletta gehört dazu, die Upper Barrakka Gardens, die St. Nicholas Church in Siġġiewi, der neue Park Nazzjonali tal-Inwadar … Wunderschöne Bilder, die für mich nach fünf Aufenthalten (ja, Anke, es sind nur fünf :) mit Erinnerungen gespickt sind, dass mir bisweilen auch schon mal ein Tränchen im Augenwinkel erscheint.

Für mich – belebend; für Maltafans ein Muss: Englishman in Malta @ Youtube.

€200,000 invested at 2nd largest park, Park Nazzjonali tal Inwadar, MALTA

 

Keexalaam

Frau kocht. Ich nicht. Kochen ist nicht mein Ding. Frau macht ihre Sache gut. Nicht immer nach meinem Geschmack, was aber daran liegt, dass ich eigentlich immer noch ein Fleischfresser bin. Und sie halt nicht. Aber es gibt auch Fleisch.
Und es gibt Abwechslung: Lachs mit Gemüse und Gemüse mit Lachs. Manchmal auch Gemüse ohne Lachs, aber nie Lachs ohne Gemüse. Und manchmal auch anderen Fisch, aber eher selten. Es zeigt sich, dass Lachs einer der geschmacklich attraktivsten Fische ist, die man hierzulande bekommt. Aber gut. Wir haben uns da eingeschossen.
Ach ja, Hühnchen mit Reis und Tomatensoße. Das ist eine ihrer Spezialitäten. Hört sich nicht so an, ist es aber. Unzweifelhaft.
Und ihre Pizza. Ich habe in meinem Leben viele Pizze verzehrt. Und in der berühmten »Trattoria« zu Murnau am Staffelsee waren die Pizze hervorragend. Aber das, was meine Frau da abliefert, ist allererste Sahne. Und wird immer besser.

Und: Shortbread. Auch für den hauseigenen Diabetiker. Halt nicht mit Zucker pur, sondern gemischt mit Zuckeraustauschstoffen wie Xylit, Erythrit etc. Immer wieder werden Variationen der Rezeptur getestet, aber am Ende sind sie immer gut. Sehr gut. Hervorragend. Shortbread vom Feinsten.

Und Keexalaam ist, wenn man in der Keexdose mehr Boden als Keex sieht.

Zehn Jahre wie nichts

Wie schnell zehn Jahre vergehen, sieht man an dir, meine Maus …

Heute vor zehn Jahren haben wir dich zu uns geholt. Nach einer langen Tour in einem Transporter aus Ungarn haben wir dich in Odelzhausen bei einem Tierschutzverein abgeholt, da warst du gerade ein paar Stunden in Deutschland. Du warst klein, unscheinbar, du warst müde und hast gar nicht richtig auf uns reagiert. Und als wir dann zu Hause waren, begann das Abenteuer.

Am Anfang hast du mich an meine Grenzen geführt, mich fast verzweifeln lassen, fast hätte ich aufgegeben. Ich hatte gedacht, ich wüsste nach meiner ersten Kim, wie ein Hund ist, wie man mit ihm umgeht, dass das alles so einfach ist. Aber das war es nicht. Doch dank professioneller Hilfe haben wir den richtigen Weg gefunden. Zueinander.

Eigentlich heißt du Gigi, so steht es in deinem Pass. Aber niemand nannte dich jemals so. Du sahst meiner ersten Kim ähnlich, und keinen anderen Namen brachte ich über die Lippen. Bis heute hast du eine Million Kosenamen gehabt, und immer wieder Kim, Kimmi, Kimmimaus … eine Million verschiedene Namen für einen einzigartigen Hund.

Es gäbe viele Geschichten zu erzählen, zu viele, um sie jetzt hier aufzuschreiben. Vielleicht schreibe ich einmal ein Buch. Wer weiß?

Eines jedoch ist klar:
Es ist schön, dass du bei uns bist, Kimmi.
Und es ist schön, dass ich dich liebhaben darf, Kimmi.

Traurig sein

Während im Internet dank eines rücksichtslosen und revanchistischen Idioten Titelbilder meiner ANDROMEDA NACHRICHTEN ebenso wie Links auf alte SFCD-Blogeinträge verschwunden sind, kann ich das Titelbild der ANDROMEDA NACHRICHTEN 273, meiner vorletzten Nummer, hier präsentieren, weil dieses Titelbild auf meinem eigenen Webspace liegt:

Die Arbeit an der Nummer war merkwürdig, anders diesmal. Ich meine damit nicht die zuletzt fast schon übliche Verspätung. Aber wenn man weiß, dass man bald diesen Job abgeben wird – an wen auch immer –, dann gibt es Momente (nur), in denen man doch ein wenig Wehmut verspürt. Die Cinema-Sparte von Jörg Krömer werde ich vermissen, sehr sogar; sie hat mir immer Gelegenheit gegeben, mich mit Filmen zu beschäftigen, auf die ich von alleine niemals gekommen wäre. Oder die eGames-Sparte von Gerd Frey; ich bin überhaupt kein Computerspieler, aber diese Einblicke in eine ganz andere Welt ist irgendwie immer faszinierend gewesen. Und natürlich hat es auch die eine oder andere Sparte gegeben, die mich nicht so sonderlich fasziniert hat, aber das ist bei so einer Mischung eben so. Wie heißt es so schön? »Es is‘ ja, wie’s is‘ – Milch und Zucker nehmt ihr alleine, ne?«

Am Ende bleibt die Gewissheit, dass es meistens doch Spaß gemacht hat. Selbst die dummen Genderschwänze, die meinten, sie müssten mir zum Schluss noch Druck machen, weil ich ihrem narzisstischen Verbalprotzgehabe nicht folgen wollte und will (und niemals folgen werde), haben mich nicht wirklich geärgert. Für Menschen, die so wenig Gefühl für ihre Muttersprache haben, dass sie meinen, es sei richtig, das generische Maskulinum in die Eier zu treten, habe ich wenig mehr als Mitleid übrig – und eigentlich nicht mal das.

Die Momente, in denen ich ein wenig traurig war, dass diese Geschichte zu Ende gehen wird (und es gibt wirklich nur die eine Chance, dass ich die ANDROMEDA NACHRICHTEN ab Ausgabe 275 weiter mache, wenn mich der Verein für meine Arbeit bezahlt), waren kurz. Und sie haben mich nicht annähernd ausreichend berührt, dass ich meine Entscheidung rückgängig machen würde.

Es ist einfach vorbei. Man hat mir den Spaß verdorben – und ich halte es da mit dem MediaMarkt: »Ich bin doch nicht blöd!«

Die Entscheidung

Sie ist getroffen. Nachdem meine Frau heute auf ganzer Linie gesiegt hat – siehe vorherigen Beitrag –, musste jemand verlieren. Getroffen hat es den SFCD. Ich bin als Beirat zurückgetreten, habe meine Ämter und Aufgaben abgegeben. Nur zwei Ausgaben der ANDROMEDA NACHRICHTEN werde ich noch machen. Zum einen, weil ich meine hundertste Ausgabe realisiert haben möchte, zum anderen, damit der Verein Zeit hat, einen Nachfolger zu suchen.

Die Details sind nicht wichtig. Der SFCD war Ehrenamt, Hobby. Es hat lange Zeit viel Spaß gemacht, dort aktiv zu sein, es hat mich auch stolz gemacht, letztes Jahr den Kurd-Laßwitz-Preis unter anderem für meine Arbeiten für den SFCD und im SFCD zu bekommen. Aber es gibt Grenzen. Und in einem gewissen Alter beginnt man, sich Gedanken über die Zeit zu machen, die einem noch bleibt. Ich bin nicht hundertprozentig gesund, obwohl es mir sehr gut geht. Diabetes, eine anfängliche Leberzirrhose. Übergewicht, Bluthochdruck. Alles keine guten Aussichten. Und dennoch rechne ich noch mit einigen Jahren, durchaus im zweistelligen Bereich. Ich bin immerhin erst 62.

Und dennoch stellt sich die Frage, was man in diesen Jahren noch anstellen möchte. Es gibt Projekte, die ich laufen habe, die ich noch angehen möchte. Vor allem mein Verlag, Bücher machen, schöne Bücher. Und auch für andere Verlage arbeiten, für Autoren, Selfpublisher. Das ist mein Ding. Literatur, deutsche Sprache in ihrer schönen und unverdorbenen Form, unverdorben von Sprachpanschern, Genderschwänzen und Anglizismusmösen.

In so einer Situation passt ein Lügner nicht ins Spiel, der Sachen über seine Rolle im SFCD erzählt, die schlicht unwahr sind, der Sachen über mich verbreitet, die er nicht wissen kann, weil er nie mit mir über irgendetwas gesprochen oder geschrieben hat. Und auch der Feigling gefällt nicht sonderlich, der ständig auf der Suche nach vermeintlichen Verfehlungen ist und »Mimimi!« zum Vorsitzenden rennt, »wuääh, der Haitel hat mit seinem Schäufelchen im Sand irgendwas gemacht«, was die Mitgliederversammlung nicht abgesegnet hat. Und am Ende auch der arrogant-aggressive Narzisst, der mit allem angibt, was er macht, und alles argumentationsfrei schlecht macht, was andere tun, und dabei Forderungen stellt, die ihm nicht zustehen, die er aber stellen muss, weil er eben ein narzisstisches Arschloch ist.

Irgendwann hilft das Wissen nicht mehr, dass die Mehrheit eigentlich froh ist, über das, was du machst. Irgendwann ist der Spaß verschwunden und es sieht nicht danach aus, als gäbe es Möglichkeiten, ihn wiederzufinden, außer man gönnte sich Dinge, für die man ins Gefängnis gehen müsste. Und das sind diese Arschlöcher, die dir den Spaß verdorben haben, einfach nicht wert. Sie sind es nicht wert, mit ihrem Gehabe Lebenszeit zu verschwenden, indem man versucht, sich zu rechtfertigen – was ich gar nicht nötig hätte, wenn man es genau nimmt. Sie sind es nicht wert, dass man sie überhaupt zur Kenntnis nimmt, und deshalb werde ich hier auch nicht ihre Namen nennen, denn die habe ich längst vergessen.

Ich lasse Freunde zurück, von denen ich hoffe, dass sie mir meine Entscheidung nicht allzu übel nehmen. Andererseits ist es nicht mein Problem, wenn sie es tun. Es ist ihr Problem. Und eine Freundschaft, die Veränderungen nicht aushält, ist sowieso keine gute Freundschaft.

P.S.: Ich bin schon gefragt worden, ob ich die Reihe »AndroSF« meines Verlages auch aufgebe, aber die hat mit dem SFCD selbst nichts zu tun. Sie erscheint »für den SFCD«, ist dem SFCD quasi gewidmet, und das wird sie auch zukünftig sein.

Einem großen Mann zum Achtzigsten

Jörg Weigand … Als ich Anfang der Achtzigerjahre zum kleinen aktiven SF-Fan mutierte, war das bald ein Name der großen deutschen SF-Götter. Autor, Herausgeber … von seiner Laufbahn als Journalist beim ZDF bekam ich damals gar nichts mit, das waren damals für mich Themen zweier voneinander unabhängiger Welten. SF, Literatur, Politik – das passte nicht zusammen.

Heute ist da wohl mehr Augenhöhe. Jörg Weigand ist immer noch ein großer Mann der deutschen Science-Fiction – und nicht nur dieser –, aber heute macht er gemeinsam mit Rainer Schorm Bücher für meinen Verlag, wir reden über Projekte, machen sie aus, realisieren sie, wir machen Bücher.

Wie das zustande kam, weiß ich gar nicht mehr. Ich erinnere mich, ihm einmal begegnet zu sein, auf einem OldieCon. Welcher das war, weiß ich indes nicht mehr. Irgendwie schwirrt mir 2013 im Kopf herum. Aber das heißt nichts, da schwirrt so viel. Und ich weiß auch nicht mehr, ob wir uns damals unterhalten haben.

Irgendwann kamen wir dann auf anderem Wege in Kontakt, wegen eines Buches. Das kam durch Rainer Schorm und den von ihm mit herausgegebenen Band »Ihn riefen die Sterne«, ein Gedenken an Hanns Kneifel (erschienen im Juli 2017 als AndroSF 65). Und es folgten noch mehr Bücher: »Weiberwelten« (AndroSF 81, Mai 2018), »Vergangene Zukunft« (AndroSF 118, Februar 2020), das Geburtstagsbuch zum achtzigsten Geburtstag des Thomas R. P. Mielke, dann »Zweitausendvierundachtzig«, Kurzgeschichten orwellschen Duktus‘.

Und irgendwann begannen wir, zu telefonieren. Meist ist es Jörg Weigand, der sich meldet. Er kann auch E-Mail, unzweifelhaft – aber er mag das Telefon lieber, und für mich ist es immer wieder nicht nur Freude, sondern angenehme Abwechslung, wenn er sich meldet. Und das tut er beinahe jeden Tag.

Jörg Weigand … Damals in den Achtzigern, noch in den Neunzigern wäre ich vor Stolz und Freude vergangen, wäre da so ein Kontakt wie heute gewesen. Heute ist das alles ruhiger, gesetzter – aber nicht minder mit Stolz und Freude erfüllend. Und heute wird dieser große Mann der deutschen Science-Fiction, der nicht so früh wie Walter Ernsting und Herbert W. Franke, aber wohl von ebensolcher Bedeutung die deutsche SF vorwärtsgebracht hat, die auch ohne ihn heute nicht das wäre, was sie ist (und sie ist definitiv sehr viel mehr, als so manches Schandmaul über den Zustand der deutschen SF kolportieren möchte).

In den letzten Wochen haben wir – Karla, Jörgs Gattin, Rainer Schorm und letztlich ich – unser Geburtstagsgeschenk präpariert, und einmal mehr haben wir eine terminliche Punktlandung zuwege gebracht. Und nicht nur dank der zahlreichen Autoren, sondern auch dank der Leistung des Berliner Schaltungsdienst Lange.

Heute Morgen habe ich Jörg angerufen und ihm zum Jubeltage gratuliert. Es war wie immer eine freudige Gelegenheit, mit ihm zu sprechen. Und nebst Gesundheit, Glück und Erfolg hat er sich Zufriedenheit gewünscht; die Weltherrschaft interessiert ihn nicht so sehr, meinte er.

Weigand, Karla & Schorm, Rainer (Hrsg.), IN 80 JAHREN UM DIE WELT

Zappa wäre 80  

Frank Zappa, Vincent mit zweiten Vornamen, wurde heute vor achtzig Jahren in Baltimore geboren. Er starb nicht nur für meinen Geschmack viel zu früh am 04.12.1993.


Frank Zappa @ Toronto, 24.09.1977
Von Jean-Luc – originally posted to Flickr as FRANK ZAPPA, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6799138

Meine ersten Erinnerungen an seine Musik waren alles andere als positiv. Während meiner Schulzeit und bis zum Abitur 1978 war das, was ich von ihm hörte, sinnloses und nervtötendes Gitarrengedudel und -gejaule. Das änderte sich beinahe schlagartig, als ich während meiner Bundeswehrzeit durch einen Kameraden »Sheik Yerbouti« und »Joe’s Garage« (mit allen »Acts«) auf die Ohren bekam. Damals hatte ich nicht nur erstmals Gelegenheit, auf die Texte zu hören und sie zu verstehen, sondern mit meinem erwähnten Kameraden auch darüber zu sprechen.

Und damit hatte Zappa einen neuen Fan gewonnen. »Tinsel Town Rebellion« erinnerte mich ab 1981 immer wieder und sehr intensiv an meine Bundeswehrzeit, die ich im Gegensatz zu nicht wenigen Kameraden seinerzeit und später durchaus genossen hatte. »Baby Snakes«, »Francesco Zappa« und immer wieder die beiden Scheiben ganz vom Anfang verfestigten meine Leidenschaft für seine Musik, seine Texte und das, was von seinen Shows auf den Platten zu erleben war; ihn live zu sehen, das war mir leider nicht vergönnt.

Ich habe bis heute nicht alle seiner Platten gehört, aber doch recht viele. Die alten Favoriten sind die Favoriten, die »all time favourites« geblieben. Und sie wurden Ende 1986 oder Anfang 1987 durch den akustischen Flash »Jazz from Hell« und sehr, sehr viel später durch »The Best Band You Never Heard in Your Life« bereichert. Legendär ist für mich heute seine Gitarre – die, die mich vor dem Abi immer genervt hat – und seine markante Stimme, seine Art zu singen und seine Sprüche …

»So, let’s say another secret word for tonite … The secret word for tonite is … Franz Zappa!«

Weise Voraussicht

In weiser Voraussicht – könnte man annehmen – hat Gustav Gaisbauer verkündet, dass der für den Juni 2021 geplante OldieCon, jenes legendäre Risikogruppentreffen von SF- und Fantasyfans, die Hugo Gernsback und Elric von Melniboné noch persönlich kannten, auf den 24. September 2021 – einen Freitag – verschoben wird.

Ja, das ist weise Voraussicht, daran zu denken, dass der noch im Juni 2021 wütende Virus im September des gleichen Jahres bereits endgültig besiegt sein wird.

Immerhin tangiert mich das wenig. Nach meinem Exodus gen Nordfriesland habe ich mir vorgenommen … nein, geschworen, bayerischen Boden nie mehr zu betreten. Wozu auch sollte das gut sein? Und auch wenn ich ehrlicherweise die ganze alte Garde gerne noch einmal wiedersehen würde – ich bin längst zu faul dafür geworden. Und so ist es mir eigentlich gleichgültig, wann das Treffen stattfinden wird – und ob unsere derzeitige Lieblingsseuche mit am Tische sitzen wird.

P.S.: Das Foto hat Gustav seiner Informationsnachricht angehängt.