Ja, er hat es getan

Ja, Dieter Rieken hat gelesen. Am 11.04. Dazu schreibt er:

Das war eine schöne, gelungene Buchvorstellung gestern Abend im Annahof in Augsburg. 30 Leute sind gekommen – wow! Ich musste nach der Lesung viele Fragen zu »Zweimal langsamer wie du …«, den Figuren, zur Science-Fiction allgemein und zu meiner Motivation als Autor im Speziellen beantworten. Besonders erfreulich fand ich es auch, dass einige Besucher anschließend mehr als ein Buch mit nach Hause genommen haben. :-)

Ja, das erfreut auch das Verlegerherz! :)

Rieken, Dieter,

Wenn sich einer vorfreut

Er hat nicht wirklich genervt. Es gibt Autoren, mit deren Nachfragen zum Stand ihres Projektes man einen Kalender organisieren kann. Hans-Dieter Furrer war und ist nicht so. Er war gespannt, sehr gespannt – aber ist das nicht verständlich? »Die geheimnisvolle Sphinx« ist sein allererstes Buch, und mir an seiner Stelle wäre vermutlich der Arsch auf Grundeis gegangen hinsichtlich der Frage, wann es endlich so weit ist.
Am Ende wollte ich dann einfach nicht mehr länger warten, bis er vielleicht vor lauter Aufregung noch ein Herzkaschperl (Fachausdruck für des bayerischen Dialekts Mächtige) bekommt. Und es gibt immer wieder Gelegenheit, schnell mal ein Projekt reinzunehmen, das eigentlich an einem anderen Punkt in der Planung vorgesehen war. (Planung! Ha! Du Lügner! Willst du allen Ernstes behaupten, eine Planung zu haben?)
Wie auch immer, Hans-Dieter Furrers »geheimnisvolle Sphinx« ist ein schönes kleines Kurzgeschichtenbuch geworden, gekrönt von einigen Grafiken aus dem Fundus von Rainer Schorm, gedruckt von den wunderbaren Papiervereldern des Schaltungsdienst Lange in Berlin. (Für die Ungeduldigen und internetsüchtigen Buchkäufer gibt es das Werk natürlich auch über Print-on-demand in einschlägigen Internetbuchhandlungen.)

Furrer, Hans-Dieter, DIE GEHEIMNISVOLLE SPHINX

»Keinmal langsamer wie irgendwer …«

Die Webseite auxlitera hat sich wenig Zeit gegönnt, Dieter Riekens neue Erzählungssammlung »Zweimal langsamer wie du …« zu präsentieren und — mit Unterstützung des Autos — zu erklären. Der Artikel liest sich geschmeidig und informativ. Und er passt zu der sich auf die Titelstory beziehende Aussage, das Tempo sei gemächlich, der Ton eher ruhig, auf Atmosphäre bedacht. Der Artikel ist nicht reißerisch, und genau das passt. Ganz hervorragend. Wie das Buch selbst.

Klimawandel und neue Welten

Rieken, Dieter,

 

Zwang

Manche Bücher muss man machen. Muss ich machen. Kai Riedemann ist kein Mensch, der mir sehr nahe ist. Wir hatten nie wirklich intensiven Kontakt. Nicht einmal sporadisch. Und selbst der Kontakt bei diesem Buch war eher spartanisch. Nicht zuletzt dem emsigen und konsequenten Herausgeber Jörg Weigand ist zu verdanken, dass ich dieses Buch gemacht habe. Nicht entgegen meiner Überzeugung. Sondern weil ich es dann gelesen habe, es lesen musste, durfte. Und für gut befand. Für gut genug, als Band 3 in der Reihe »Welten der SF« zu erscheinen, nachdem Band 2 schon gute drei Jahre auf dem Buckel hat. Und nicht nur »gut genug«. Die Geschichten von Kai Riedemann setzen die Tradition der Reihe in bester Form fort. Und wer’s nicht glaubt, sollte sie lesen.

Weigand, Jörg (Hrsg.), Die Welten des Kai Riedemann

Ein Buch für Erbsenzähler

Gut. Das ist mein privater Blog. Ich hätte eigentlich »Ameisenficker« im Titel schreiben wollen. Aber das wäre dann am Ende für diverse Internetportale zu viel des Guten. Heutzutage darf man ja nicht mal mehr die norddeutsche Erkenntnis propagieren, dass Bienenschiet auch Honig ist …

Zur Sache: Die lange Entstehungsgeschichte dieses Buches bzw. seiner drei Geschichten muss Dieter Rieken, der Autor, selbst erzählen. Und er wird wohl jedenfalls in Augsburg auf seinen geplanten Lesungen Gelegenheit dazu haben (und wenn er klug ist, wird er sie auch nutzen).
Dass mir die Geschichten gefallen haben und gefallen, muss ich nicht erwähnen. Ich verlege keine Bücher, die mir nicht gefallen. Das ist ganz simple Politik.
Mein Problem sind die Erbsenzähler. Das Buch war noch nicht einmal richtig auf dem Markt, da gab es schon die ersten klugen Menschen, die meinten, sie müssten ihre sprachlichen Exkremente … äh, Erkenntnisse zum Besten geben. Dass nämlich der Titel grammatikalisch falsch sei. Es müsse »… als du …« heißen, nicht »… wie du …«.
Meine Erkenntnis daraus ist simpel. Die meisten Menschen, die glauben, der deutschen Sprache mächtig zu sein, sind dumm. Sie wissen nicht mehr, dass sie sich selbst im alltäglichen Sprachverkehr eines Werkzeugs bedienen, das sich Umgangssprache nennt. Und sie erkennen auch nicht, dass ihr eigenes gesprochenes – wie bisweilen auch geschriebenes – Deutsch kaum mehr erfüllt als den Tatbestand des Umgangssprachlichen. Darüber hinaus ist offensichtlich die Bedeutung von Anführungszeichen als Kennzeichnung eines Zitats völlig verloren gegangen; aber wehe, ein Autor wagt es, eine Geschichte mit wörtlicher Rede ohne An- und Abführungszeichen zu schreiben oder gar zu veröffentlichen.
Und als Krone der geistigen Tiefflüge solcher Erbsenzähler entpuppt sich dann auch noch, dass heutzutage offensichtlich von einem Titel erwartet wird, dass er bereits die ganze Geschichte so darlegt, dass in diesem Falle klar würde, dass der Titel im Laufe der Geschichte nicht nur erwähnt, sondern auch erklärt wird. Und das in einem Lande, in dem man sich nicht entblödet, einem englischen Original einen neuen denglischen Titel zu verpassen – und es ist gleichgültig, ob es sich hierbei um Film, TV-Stück, Buch oder was auch immer handelt; selbst in der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie ist man ja nicht mal mehr ansatzweise der deutschen Sprache fähig.
Am Ende sahen wir – Dieter als Autor und ich als Verleger – uns veranlasst, in den fürs Internet bestimmten Werbetext einen Hinweis einzubauen: »Der schräge Titel ist übrigens ein Zitat. Umgangssprache. Der vermeintliche Fehler erklärt sich bei der Lektüre.« Das Jämmerliche daran ist nicht der »vermeintliche Fehler«, sondern die Reaktion des (potenziellen) Publikums auf diesen Titel.

Ich hatte Dieter Rieken Probleme mit dem Titel prophezeit. Aber heute bin ich mit ihm einer Meinung, dass der Titel dieses Buches richtig ist. Und wer nicht in der Lage ist, mit einem »vermeintlichen Grammatikfehler« klarzukommen und sich auf eine literarisch durchaus abenteuerliche Lesereise einzulassen, der soll halt weiter sein Warsteiner saufen und hinterher Schädelweh haben … (Und nein, den letzten Teilsatz erkläre ich nicht. Wer weiß, woher dieser – ein Zitat! – stammt, darf sich als geadelt betrachten.)

Rieken, Dieter,

Friedhelm Schneidewind hat gelesen

Schon am 22.02.2024 hat Friedhelm Schneidewind unter dem Titel »RE-CREATION« Science-Fiction-Geschichten zum Thema Neuschöpfung von Menschen und Dingen gelesen — in der Galerie N3,15, 67161 Mannheim im Rahmen der Kunstausstellung »UP!Fall – Upcycling Art works!«.

Das Bild zeigt Friedhelm (rechts) bei der Lesung der Geschichte »Symphonie des Glücks«, die 2021 in der Anthologie »DIAGNOSE|F. Science-Fiction trifft Psyche« erschienen ist, sowie Kai Focke, der mich bei der Geschichte mit seiner Klarinette musikalisch unterstützt hat.