Fleißarbeit, die 263ste

Nun, eigentlich sind die ANDROMEDA NACHRICHTEN keine Fleißarbeit. Jede Ausgabe zwingt mich, aus meinem eigenen Verlagsgeschäft aufzublicken. Der Anfang ist immer schwierig, aber wenn die Arbeiten einmal angelaufen sind, flutscht es regelrecht. Und es macht dann doch immer wieder Spaß. Das Layout ändert sich immer ein wenig, ich probiere eigentlich mit jeder Ausgabe irgendetwas Neues, Anderes. Kleinigkeiten nur. Aber Manches bleibt dann auch mal. Nicht immer.

Wenn ich mich recht entsinne, war meine erste Zeit als ANDROMEDA-NACHRICHTEN-Chefredakteur nicht so lang wie die aktuelle. Inzwischen mache ich die ANDROMEDA NACHRICHTEN seit 2006, also seit 12 Jahren. Angefangen habe ich 2006 mit der Nummer 216 (oder 217? — … die 216 findet sich seltsamerweise nicht in meinem Stapel …). Woraus folgt, dass ich Mitte 2019 in meiner aktuellen Redakteurskarriere die fünfzigste Ausgabe der ANDROMEDA NACHRICHTEN machen werde.

Im Augenblick ist die Ausgabe 263 beim Drucker. Und bei der Ausgabe 264 sehen wir dann weiter.

ANDROMEDA NACHRICHTEN 263
SFCD e.V., Murnau, Oktober 2018, 108 Seiten A4, EUR 8,00. Bezug: SFCD-Archiv, archiv[at]sfcd.eu

Der Inhalt:

Thomas Dreger: Princes of the Universe
Conventions (mit Martin Stricker, Jörg Ritter, Ralf Steinberg)
Fantasy
Science-Fiction
Zwielicht
Cinema
e:Games
Science
FanzineKurier
Reissswolf
Storyfiles: Uwe Lammers’ Das winzige Mysterium

Das Titelbild stammt von Lothar Bauer.

Diese Ausgabe gibt es auch zum Download: http://www.sfcd.eu/download/pubs/an201-300/an263open.zip

Die Höhe der Ansprüche

In der Tat – geht man davon aus, dass wir (das sind Ulrich Blode und Hans Esselborn als Herausgeber und meine Wenigkeit als Verleger) die »SF-Werkausgabe Herbert W. Franke« eigentlich zu Herbert W. Frankes 90. Geburtstag 2017 komplett fertiggestellt haben wollten, haben wir uns schwer übernommen. Derzeit sind gerade einmal rund ein Drittel der vorgesehenen Bücher fertiggestellt – aber andererseits …
Die Verzögerungen sind zum einen Zeichen dafür, dass wir Qualität abliefern wollen, zum anderen, dass dazu eben auch gehört, dass wir den potenziellen Käufern und Abonnenten etwas bieten wollen. Das sind zusätzliche Materialien, Texte historischen Charakters, die sich mit Frankes Werk beschäftigt haben und die wir neu veröffentlichen dürfen (siehe z. B. die Texte von Franz Rottensteiner, Waltraut Schröder, Helga Abret und Hans Esselborn in »Ypsilon minus«), ebenso aber auch aktuelle Texte von bekannten Autoren wie zum Beispiel Erik Simon im aktuellen Band 11 der Werkausgabe.
Das neueste Buch der Werkausgabe befindet sich in diesen Tagen im Druck und wird in Kürze verfügbar sein.

Die vollständigen Details zum Buch: hier.

Wer zum Albtraume neigt …

… sollte dieses Buch mit Vorsicht genießen. Okay, es ist kein Splatterhorrorschinken. Es geht nicht wirklich an die Nieren. Aber durchaus an die Synapsen. Und wer dazu neigt, von dem zu träumen, was er zuletzt las, der sollte sich einige dieser Geschichten nicht als Betthupferl gönnen. Da gibt es sinnvollere Literatur. Aber wer gut drauf ist, wer ein bisschen Horror, Mystik, Fantastik und auch Science-Fiction mag, ist hier bestens bedient.
Für das Buch haben sich mit Autor Sascha Sinse und Lektorin Marianne Labisch zwei gefunden, die bestens miteinander können. Was herausgekommen ist, hat sogar mich Massenleser (nicht nur DSFP-Titel, sondern eben auch Bücher für meinen Verlag – und das ständig) schwer beeindruckt. Auf dem SF-Sektor ist für den DSFP oder gar KLP vielleicht nichts drin mit diesem Werk; aber es würde mich wundern, wenn hier nicht wenigstens eine Nominierung für den Vincent-Preis drin wäre. Wir werden sehen …

Alle Details zum Buch: hier.

Wer tanzt schon Polka?

Eigentlich wollte ich einen Walzer haben. Aber Ellen Norten fand das irgendwie nicht ansprechend. Keine Ahnung, ich habe unsere Diskussion längst vergessen. Letztlich haben wir uns darauf geeignigt, dass wir die Aliens erst einmal Polka tanzen lassen. Und der Walzer kommt beim nächsten Mal. Oder irgendwann. Vielleicht kommt ja vorher noch der Cha Cha … tchaka.

Alle Details zum Buch findet ihr hier.

Unendliche 13

Da liegt die Ausgabe 14 schon auf dem Server, da muss ich doch noch die Nummer 13 der Reihe GEGEN UNENDLICH ankündigen:

Details zum Buch gibt es hier.

Und eine kleine Geschichte gibt es auch: Man darf nicht annehmen, dass die Printausgaben  der GU-E-Books so ganz einfach und so ganz frei von Arbeit sind. Ganz im Gegenteil. Andreas Fieberg und ich pflegen immer heiße Diskussionen über diverse rechtschreiblerische Feinheiten, es gibt durchaus einiges zu besprechen. Gleichfalls machen wir beide intensive, ausführliche Korrekturlesungen – und trotzdem finden sich dann doch immer noch ein paar Änderungen, die wünschenswert wären (für die No. 13 sind sie noch nicht komplett und werden später eingearbeitet; sie sind aber auch nicht wirklich sinnverändernd, sodass sich kein Käufer der ersten Auflage ärgern muss). Andreas und ich, wir haben keine zu hundert Prozent deckungsgleichen Ansichten, aber wir begegnen uns wohl mit gegenseitigem Respekt. Das ist gut so.

Und gleichzeitig ist das Team Awe, Fieberg und Pack eine kleine Sammlung Arbeitstiere, wie es scheint. Denn alle drei schreiben nicht nur selbst auch eigene Storys, sie suchen ja auch das Material für die GU-Ausgaben aus. Und Beiträge zu finden, die sich vor der anthologischen Konkurrenz absolut nicht verstecken müssen, das kostet definitiv Zeit. Die Texte fallen nicht als reife Früchte vom Baum.

Die Weisser-Trilogie, Teil 3

Am Ende war nicht nur klar, dass die ursprünglich vereinbarten Veröffentlichungstermine nicht zu halten waren; das Übliche bei einem Kleinverlag: Alles Mögliche kommt dazwischen, und das Jahr 2018 war in dieser Beziehung besonders heftig.
Klar war dann aber auch, dass Mike die bei bookrix laufenden E-Books durch aktualisierte Versionen auf Basis der Printbücher nicht ersetzen wollte. Seine Bücher, seine Entscheidung.

Michael Weisser
OFFSHORE
Ein Bericht am Rand der Wirklichkeit
AndroSF 89
p.machinery, Murnau, August 2018, 350 Seiten, Paperback
ISBN 978 3 95765 134 1 – EUR 15,90 (DE)

Wolfgang Jeschke, der renommierte Lektor und Herausgeber der SF-Reihe im Heyne-Verlag, München, schrieb 1984 zu diesem Werk:
»OFFSHORE dokumentiert die Arbeit einer drilling crew auf einer Bohrinsel im nördlichen Eismeer. OFFSHORE schildert einen Job an der Grenze des Erträglichen, an der Grenze zwischen Leben und Tod. OFFSHORE ist eine Reportage über den tödlichen Kampf des Mannes nicht nur gegen extreme Naturgewalten, sondern vor allem gegen sich selbst … ein Bericht über die Suche nach dem Leben und nach dem Tod in einem.«
Auf raffinierte Weise verschmilzt OFFSHORE verschiedene Ebenen von Orten und Zeiten.
Der Roman wurde gegenüber der Erstveröffentlichung 1984 im Corian-Verlag als Hardcover und im Heyne-Verlag als Softcover geringfügig überarbeitet und ergänzt um ein aufschlussreiches Interview der Hamburger ARD-Journalistin Antje Hinz mit dem Autor Michael Weisser über Kreativität, Kunst, SF, Wirtschaft, Innovation und Werte.

Weisser, Michael, OFFSHORE

Die Weisser-Trilogie, Teil 2

Die Neuausgaben der Romane basieren auf Mikes aktuellen E-Books, die gegenüber den ursprünglichen Veröffentlichungen einige Überarbeitungen erfahren haben. So fehlen z. B. alle Grafiken aus den originalen Büchern, dafür finden sich neue QR-Codes, die zu weiteren Inhalten im Internet führen. Für die Printbücher waren noch einmal Überarbeitungen nötig: Rechtschreibung musste noch korrigiert werden, Schreibweisen waren zu vereinheitlichen. Und natürlich musste auch ein neues Layout gefunden werden. Am Ende ist es wohl gelungen:

Michael Weisser
DIGIT
Science-Fiction-Roman
AndroSF 87
p.machinery, Murnau, August 2018, 334 Seiten, Paperback
ISBN 978 3 95765 133 4 – EUR 15,90 (DE)

»Man kann Weissers Buch zwischen Huxleys ›Schöne neue Welt‹ und Orwells ›1984‹ ansiedeln. Hier ist ein vielversprechendes Talent entdeckt worden.« (Südwestfunk, 1983)
Dieses Buch erschien 1983 bei Suhrkamp und gab einer der besten musikelektronischen Kompositionen von Klaus Schulze den Namen!
Die überarbeitete Neuausgabe wurde um ein Essay des Autors über »Digitale Identitäten« – wie das Smartphone zum Alter Ego wird – ergänzt. Aktueller kann Science-Fiction nicht sein!

Weisser, Michael, DIGIT

Die Weisser-Trilogie, Teil 1

Die Zusammenarbeit mit Michael Weisser ist anspruchsvoll, nichts für Weicheier. Er ist Künstler durch und durch, er hat seine Ansprüche und manchmal auch Ideen, bei denen man geneigt ist, sie ihm austreiben zu wollen. Aber am Ende finden sich immer mindestens Kompromisse, die zu schönen Ergebnissen führen (darüber kann man sich z.B. auf der Webseite von Die|QR|Edition schlaumachen).
In den 80ern hat er drei SF-Romane veröffentlicht (zwei bei Suhrkamp, der dritte bei Corian), und die Bücher waren entsprechend lange nur noch antiquarisch zu bekommen. In den letzten Jahren – ich glaube, es war 2016 – hat er die drei Bücher dann als E-Books via bookrix aufgelegt, quasi klassisches Selfpublishing. Die Frage, ob die Bücher auch als Print erscheinen sollten – und wenn, dann in meinem Verlag – blieb lange offen. Aber nun, im August, war es so weit:

Michael Weisser
SYN»CODE7
Science-Fiction-Roman
AndroSF 83
p.machinery, Murnau, August 2018, 328 Seiten, Paperback
ISBN 978 3 95765 132 7 – EUR 15,90 (DE)

»Ein biologisches Utopia, das auf raffiniertester Anwendung der Gentechnik beruht, wird von unerklärlichen Katastrophen bedroht. Handelt es sich um bewusste Anschläge oder um eine Eigenentwicklung des Systems?« (Suhrkamp Verlag 1982)
Im Jahr 1982 antizipierte der Medienkünstler und Buchautor Michael Weisser die Entwicklung der Gentechnologie.
Die überarbeitete Neuauflage dieses kontrovers diskutierten Romans, der 1982 bei Suhrkamp erschien, wurde ergänzt durch zwei aufschlussreiche Interviews des SF-Spezialisten Hans-Joachim Alpers aus dem Jahr 1984 und Michael Haitel aus dem Jahr 2014, die den Hintergrund dieser Antiutopie beleuchten.
Ein Essay des Vaters der neuen, deutschen Science-Fiction Herbert W. Franke behandelt den Autor dieses Romans.
Gestaltete QR-Codes auf dem Cover und im Innenteil des Buches führen auf visionäre Weise zur Hightechästhetik des Autors.

Weisser, Michael, SYN»CODE7

Abenteuer Buch

»Inspiration Buch« würde es eigentlich besser treffen, denn dieses Buch war auch für mich eine echte »Inspiration«. Aber eben auch ein Abenteuer. Denn:
Mit der eigentlichen Entstehung des Werkes hatte ich anfangs wenig zu tun. Marianne Labisch hatte die Idee, und sie weiß, wie man bei mir offene Türen einrennt. Andreas Schwietzke ist einer meiner Lieblingsgrafiker. Und die Idee, Autoren Storys nach einer Auswahl seiner Bilder schreiben zu lassen, ist als Konzept so alt wie das Buch an sich. Auf jeden Fall ist sie nicht neu.


Details: hier.

Mein Abenteuer begann mit meiner eigentlichen Arbeit. Die Korrekturlesung des Materials war unproblematisch. Marianne lässt mir immer genügend Fehler übrig, dass ich mich nicht überflüssig fühle. Und das Layout an sich war eigentlich klar.
Eigentlich.
Das Buchformat – 210 x 210 mm, also quadratisch – stand für mich von vornherein fest. Andreas Schwietzkes Bilder, die vor allem querformatig auftreten, wären höchstens noch in einem echten Querformat gut aufgehoben gewesen. Ein Standardpaperback wäre ihnen nicht gerecht geworden. Zudem war bekannt, dass eine Story – die von Felix Woitkowski – aufgrund parallel verlaufender Lesehandlung quasi nach einem Zweispaltensatz schrie.
Aber dann …

Zuerst bildete ich mir ein, die Bilder jeweils rechts auf komplett schwarzen Seiten zu präsentieren. Andreas‘ Bilder sind nicht sehr hell und lichtdurchflutet, und eine schwarze Umgebung hätte ihnen gutgetan. Gleichzeitig wollte ich die links gegenüberliegende Seite mit weißem Text auf schwarzem Hintergrund präsentieren.
Der Schaltungsdienst Lange fand die Idee nicht lustig. Es gab durchaus gute Argumente gegen so ein Layout. Vor allem konnte der Schaltungsdienst keine gleichmäßig schwarzen Flächen sicherstellen. Es war von »wolkigen« Flächen die Rede, mangelhaften Deckungen, Probleme auch mit der weißen Schrift, die allenfalls grau erschienen wäre. Und dann hätte sich der hohe Tonerausstoß in Schwarz auch auf die reinen Textseiten ausgewirkt.
Das Thema wurde diskutiert. Wie wäre es, die schwarz-weißen Textseiten als Farbseiten mit einer leicht gelblichen Schrift zu drucken? Oder ein anderes Papier? Oder eine andere Bindung? Oder was auch immer?
Im allerletzten Moment konnte die Flucht des Produktionsleiters verhindert werden.

Das Layout wurde dann umgebaut. Im Zusammenhang mit Andreas‘ Bildern gibt es immer noch schwarze Farbe, wenn auch nur noch in Form eines Balkens, in dem sich der Bildtitel findet. Und die Textseiten sind Textseiten geworden, wie man sie kennt.
Der erste Andruck dann war eine Enttäuschung. Nicht für mich, aber offensichtlich für die Schaltungsdienst-Mitarbeiter. Denn die lieferten zum Andruck gleich eine Variante mit, bei der die Bilder 10 % aufgehellt wurden.
Das Ergebnis gefiel mir. Also wurde die Layoutdatei nachbearbeitet, die Bilder aufgehellt, ein neuer Buchblock übermittelt – und ein neuer Andruck angefordert.
Der sah dann auch gut aus, und endlich konnte die Freigabe erteilt werden.

Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass hier ein schönes Buch entstehen würde. Mariannes Arbeit ist beeindruckend. Die Autoren, die sie animieren konnte, sind keine Unbekannten, und ihre Ergebnisse passen auch qualitativ bestens zu den hochwertigen Bildern Andreas Schwietzkes. Dass mich der Schaltungsdienst so oder so nicht im Stich lassen würde, war mir ebenso klar – ich bin nicht deshalb einer der wenigen Kleinverleger, die noch in Deutschland drucken lassen, weil ich Zweifel an der Richtigkeit dieser Entscheidung habe. Und nachdem ich meine eigenen Belegexemplare in Händen halten und durchblättern durfte, ging es mir so wie Marianne, Andreas und anderen, die das Buch schon erhalten haben. Ich denke, »INSPIRATION« ist eines der besten Bücher, die meine p.machinery bislang auf den Markt gebracht hat.