Wenn’s der unfähige Papst liefert

Es hat sich inzwischen eingebürgert, dass wir in der p.machinery Kurzgeschichtensammlungen (vulgo: Collections) veröffentlichen, die Werke präsentieren, die ursprünglich in den leider nicht sehr erfolgreich vermarkteten Phantastischen Miniaturen der Phantastischen Bibliothek in Wetzlar erschienen sind. Auch Maike Brauns Sammlung gehört in diese Szene, kann man sagen, und es ist uns einmal mehr eine Freude, eine solche Autorin hier präsentieren zu dürfen. Neben einfachen Kurzgeschichten findet sich auch ein Episodenroman, der aus mehreren solcher Storys entstanden ist. Und genau der ist der Knackpunkt dieser Sammlung …

Braun, Maike, FUTUR CONDITIONAL

 

Zeit für einen Einstieg

Zeit, für eine Einführung in PERRY RHODAN. Alexandra Trinley, quasi zertifizierte Rhodan-Fachfrau, präsentiert in ihrem Buch wichtige und umfangreiche Informationen zu den ersten zweihundert Bänden der weltweit größten SF-Literaturserie PERRY RHODAN — und immer mit Ausblicken auf die dahinter liegende Zukunft der Serie. Das Buch motiviert, wenn man vor dem RHODAN-Serienmonster fassungslos steht und nicht weiß, wo man anfangen soll. Unser Rat: bei diesem Buch. Denn es erleichtert den Einstieg — und macht zudem Geschmack auf mehr.

Trinley, Alexandra, MISSION 65

 

Mal was für Autobiografen

Die p.machinery ist ja inzwischen gerne auch als Weigand-Verlag verschrien. Lauter Jörg Weigands, lauter Karla Weigands. Aber gut. – Ganz aktuell erschienen sind Karla Weigands Nachkriegserinnerungen unter dem Titel »Meine Kindheit an der Isar in München«, wobei nicht nur die Isar an sich, sondern eben auch München eine Rolle spielt. Gemeint sind Karlas Jahre 1944 bis 1958 … – Das Buch ist nichts für SF- oder Fantastik-Fans, aber für Fans der Karla Weigand, und wer ihre Bücher – vor allem die historischen Geschichten – mag, wird sich für ihre Geschichte ganz sicher interessieren.

Weigand, Karla, Meine Kindheit an der Isar in München

 

Die p.machinery auf dem BuCon 2026

Sachlich richtig ist der Titel nicht. Denn die p.machinery war mit ihren Werken repräsentativ aufgestellt, aber das vor allem einem Mann zu verdanken: Kai Beisswenger. Der Mann verkauft vor allem erfolgreich Bücher, die er selbst gelesen und sogar selbst lektoriert hat, denn da kennt er sich aus. Und das ist gut so. Nach seinen Worten jedenfalls war der BuCon 2026 in Dreieich für die Verkäufe der p.machinery-Bücher auf seinem Stand – die Verkäufe von aktiv anwesenden Autoren liegen hier (noch) nicht vor – ein Erfolg. Was leicht nachzuvollziehen ist. Kai hat festgehalten, dass er noch auf keiner Buchmesse so viele p.machinery-Bücher verkaufen konnte.

Und da ist er, der Maestro:

Und auch Gregor Jungheim mit seinen beiden Magischer-Realismus-Anthologien war vor Ort, hat gelesen und dankenswerterweise auch den p.machinery-Stand – wir dürfen ihn mal so bezeichnen – für ein Dreiviertelstündchen beaufsichtigt.

Und auch Corinna Griesbach, ehemalige HALLER-Herausgeberin, hat sich die Ehre gegeben – mit ihrem AndroSF-Titel »Das Prinzip der Mittelmäßigkeit« (AndroSF 63, schon vom Juni 2017).

Heute ist der BuCon nicht mehr in meiner Reichweite. Von Nordfriesland aus wäre ich eine kleine Ewigkeit unterwegs, und in meinem Alter — und meiner Tagesplanung — lässt sich das einfach nicht mehr einrichten. Umso glücklicher bin ich über den Einsatz von Kai Beisswenger, der für die p.machinery und ihre Imprints — nicht zuletzt »Zwischen den Stühlen« — ein durchaus elefantöses Standbein darstellt. Chapeau!

Mini, mini, Panoptikumini :))

Physisch ist das Buch schon eine ganze Weile verfügbar. Aber Kai Focke hat einen offiziellen Veröffentlichungstermin Oktober 2026 im Auge gehabt, und da wir nicht wollten, dass er deswegen zum Augenarzt muss und sich möglicherweise noch eine komplifikante OP einpfeift, haben wir Geduld gezeigt. Das Buch gedruckt, Pflichtstücke, Belegexemplare und Reziexemplare — erstmals in p.machinery-Historie mit einem Sperrtermin (der heute abläuft) — verschickt und ansonsten gewartet. Gewartet. Und gewartet.

Heute jedoch ist es so weit. Das Buch darf verkündet werden — so auch von uns — und wir hoffen, der knallig-knackige Miniaturen-Sammelband wird von der Szene entsprechend angenommen. Auf dem BuCon am 10.10. wird man das Buch jedenfalls finden und kaufen können. Und wir sagen euch: Gönnt es euch!

(Unter dem Link ganz unten kann man noch mehr zum Buch erfahren.)

Focke, Kai (Hrsg), DAS KLEINE FANTASTIK-PANOPTIKUM

 

Die zweite Runde

Das ursprüngliche Anthologieprojekt zum Magischen Realismus fand im »Sammler glücklicher Tage« seine Vollendung und Veröffentlichung. Seine Vollendung? Mitnichten! Die Zahl der eingegangenen Beiträge, die nicht gleich reif für die Ablage P waren, war so groß, dass sich schnell ein zweiter Band anbot. Und nun ist es so weit: »Das Dorf hinter den Gleisen« indes beschäftigt sich nicht mehr ausschließlich mit Magischem Realismus, sondern bietet eine größere Bandbreite. Qualität spielt das Buch in der gleichen Liga wie sein Vorgänger.

Jungheim, Gregor (Hrsg.), DAS DORF HINTER DEN GLEISEN

 

REISSWOLF 68

REISSWOLF 68
Das fantastische Rezensionsmagazin
44 Seiten, DIN A5, Broschur mit Rückenstichheftung
ISSN 2942-1837
ISBN 978 3 95765 533 2 – EUR 4,95

Der »REISSWOLF« 68 ist ein »kleines Special« und enthält auf 44 Seiten zwei ausführliche Besprechungen zu Harlan Ellisons Anthologie »Gefährliche Visionen«, besprochen von Horst Illmer und Thomas Harbach.

Das gedruckte Exemplar gibt es beim Verlag und in seinem Buchladen zum Preis von EUR 4,95.

Download unter: https://www.reisswolf-magazin.de/edits2/RW68komplett.pdf

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Wiederholungstat

Jörg Weigands »Tödlicher Bambus« ist keine Erstveröffentlichung — nicht mal in der p.machinery. Der Roman erschien ursprünglich 2017 unter dem etwas unpassend wirkenden Titel »Die unheimliche Brücke« im Kelter Verlag. Der alte Titel gefiel dem Autor nicht sonderlich, und so erschien das Buch 2024 als unverkäufliches Geburtstagsgeschenk anlässlich des 84. Geburtstags des Autors. Die neue Version mit dem gleichen Titel »Tödlicher Bambus« ist identisch mit dem 2024 erschienenen Buch, hat allerdings ein neues Titelbild erhalten, damit es doch einen kleinen Unterschied gibt.

Weigand, Jörg, TÖDLICHER BAMBUS

Der letzte Welling?

Es sei sein letzter Roman, hat Wolf Welling gesagt. Ob das so stehen bleibt, wird sich zeigen. Wenn es sich bewahrheitet, dann ist dieser Roman ein gelungener Abschluss einer nicht unansehnlichen Schriftstellerkarriere. Der Roman »Das Grüne Zimmer« ist eine Umweltdystopie, in der ein psychotropisches Gras Gebäude von innen befällt und die Bewohner mit Schmerzen und Wahnvorstellungen vertreibt. Die drei Handlungsstränge finden einer im Laufe der Geschichte – und mit voller Absicht werden nicht alle Fragen, die sich stellen, auch beantwortet. Das wäre vielleicht auch zu einfach.

Welling, Wolf, DAS GRÜNE ZIMMER

 

Der letzte Erler

»Zucker« war natürlich nicht sein letzter SF-Roman, aber für die p.machinery ist die »wirklich süße Katastrophe« der letzte Erler-Titel, der veröffentlicht wird. Der Grund ist einfach: Der Vertrag vom September 2021 ist erfüllt. Es gäbe noch weitere Optionen, als da wären »Feuerzeichen«, »Delay – Verspätung«, »Reise in eine strahlende Zukunft« und »Die Delegation«, jedoch wären hier Nachverhandlungen mit dem Autor notwendig – und Rainer Erler lebt ja leider nicht mehr –, und auch die Frage nach der Lukrativität würde keine grundsätzlich positive Antwort nach sich ziehen; soll heißen: Die Neuausgaben der Erler-Romane in der p.machinery haben sich finanziell nicht gelohnt.

Wie auch immer: »Zucker« ist immerhin ein gelungener Abschluss der »kleinen Werkausgabe« zu Erlers SF-Werk. Ein durchaus amüsantes Buch mit einem ernsthaften Thema. Und für einen Verleger mit einem deutlich erkennbaren Schwerpunkt auf gedruckten Büchern hat der Plot im Grunde auch ein wenig Horrorpotenzial.

Erler, Rainer, ZUCKER. Eine wirklich süße Katastrophe