Schrägmarketing

Kai Beisswengers Marketingvideos haben was für Leute, die es schräg mögen. Und schräg ist ja nun Englisch, und Englisch ist modern. Hat schon meine Mama immer gesagt :)

Buchtrailer: Restwelt von Hand-Dieter Eberhard

Eberhard, Hans-Dieter, RESTWELT

Lovecraft zu allen Zeiten

Detlef Klewer hat sich in meiner p.machinery zu einem gern gesehenen Herausgeber entwickelt. Nicht nur, dass er schöne Ideen hat – hier erscheint nun seine dritte auf dem Lovecraft-Universum basierende Anthologie namens »Chrononomicon« –, seine Zusammenstellungen sind auch immer in feiner Manier illustriert, Blickfänge, die alleine schon wert sind, dass man die Bücher aufschlägt.
Und Detlef Klewer ist ein geduldiger Mensch. Immerhin hat er mich nicht gesteinigt, weil die Anthologie, deren Ausschreibung am 30.09.2021 (!) beendet war, erst zweieinhalb Jahre später das Licht der Öffentlichkeit erblickt hat. Gut, er hat natürlich für seine Arbeit – die nicht nur aus Illustrationen, sondern auch aus Lektorat der Arbeiten besteht – auch seine Zeit gebraucht, aber den größten Teil habe ich »verbraucht«, indem ich schlicht und ergreifend nicht »zu Potte gekommen« bin.
Aber nun ist es so weit. Das »Chrononomicon«, eine »historische Cthulhu-Anthologie«, ist erschienen und präsentiert Geschichten, die sich mit der Frage auseinandersetzen, zu welchen Zeiten der Menschheitsgeschichte die verschiedensten menschlichen Kulturen schon den Kampf gegen das Böse zu führen hatten. Wie immer bei Detlef Klewer: lesens- und sehenswert.

Klewer, Detlef (Hrsg.), CHRONONOMICON

Näherung mit leichtem Risiko

Sich heutzutage religiösen Themen in irgendeiner Form zu nähern – und in meinem Verlag reden wir sinnvollerweise von textlichen Veröffentlichungen –, kann sich als Risiko erweisen. Gut, einer meiner Autoren hat letztens noch festgestellt, dass ihm niemand zu seiner einzigen Mohammed-Karikatur ein Todesurteil übermittelte, aber das heißt nichts. Selbst so simple Dinge wie die Verweigerung gegenüber Abtreibungsverboten kann einem einen erzkatholischen »Shitstorm« bescheren. Von ganz anderen Themen ganz abgesehen. Ich möchte hier den Islam gar nicht erwähnen.

Die Anthologie »C.R.E.D.O.«, die Karl-Ulrich Burgdorf und Rainer Schorm zusammengestellt haben, ist so risikoreich nicht – wenn man simplen und religiös verbräumt-verblödeten Geistes ist. Man muss schon eine ordentliche Menge Hirnschmalz besitzen und einsetzen können, um in den Geschichten wirklich auf die richtigen Trichter der Religionskritik zu kommen. Aber manchen der Autoren war das auch nicht die Hauptsache – denn letztlich geht es in einer Anthologie, die in Buchform erscheinen soll (und wird), auch um den ganz profanen Autorenwunsch, nicht nur ein Einstellung, ein Weltbild zu vermitteln, sondern auch Unterhaltung zu ermöglichen.

Als Mitglied im Verein Deutsche Sprache (VDS e.V.) darf ich mir vorwerfen lassen, ein Neonazi zu sein, weil ich die deutsche Sprache hochhalten möchte. Als Exkatholik, der ich bin, mag man mir angesichts dieser Anthologie vorwerfen, dem Atheismus auf Kosten zugelassener und zulässiger Religionen Vortrieb leisten zu wollen. Gut. Das ist auch unter simpelsten Argumentationsgesichtspunkten bodenloser Schwachsinn. Aber so sind die Kritiker, die solche Ideen nutzen …

Ich finde, die Anthologie bietet nicht nur Möglichkeiten, die eigenen Ansichten als bestätigt zu betrachten, sondern auch, neue Ansichten zu betrachten, zu überprüfen und zu übernehmen oder zu verwerfen. Das ist das, was Literatur immer auch erreichen sollte. Und hier ist das gelungen.

Burgdorf, Karl-Ulrich & Schorm, Rainer (Hrsg.), C.R.E.D.O.

Volles Dutzend

Der Roman »RESTWELT« von Hans-Dieter Eberhard ist das zwölfte Werk meines gemeinsam mit Kai Beisswenger veröffentlichten Imprints »Zwischen den Stühlen« meiner – bzw. in diesem Fall unserer – p.machinery. Das Dutzend ist voll – und damit macht Kai fleißig Werbung (wie auch mit der Tatsache, dass wir dank dieses Buches einen »auf die Zwölf« bekommen haben).
Hans-Dieter Eberhard ist ein Bekannter von Wolfram Hirche, den ich ja mit inzwischen auch zwei Büchern verlege. Durch Hirche kam der Kontakt zustande, und weil ich keine Zeit hatte, habe ich das »Restwelt«-Manuskript gleich an Kai Beisswenger weitergeleitet. Der positiv reagierte – und da ich Kais Urteil so ziemlich vollständig vertraue, war die Frage dann nur noch, als welchen Band wir das Werk des schon betagten Autors – Jahrgang 1945 – veröffentlichen wollen. Der Ausfall eines anderen Titels kam aus durchaus nicht recht, aber ergab dann die Gelegenheit, »RESTWELT« quasi vorzuziehen. Et voilà … das Buch ist da. Und wie gesagt, Kai Beisswengers Urteil kann man vertrauen, voll und ganz – »RESTWELT« ist ein kurzweiliger Lesegenuss für Leute, die wissen – und genießen –, dass die deutsche Sprache nicht nur geschniegelt, geschlechtergerecht und um vermeintlich unangenehme Wahrheiten bereinigt ist, sondern vor allem eines: selbstbewusst!

Eberhard, Hans-Dieter, RESTWELT

Preis, wem Preis gebührt

Die litbox2 ist eine Literaturbühne in München, im KiM-Kino Einstein. Das ist in der Einsteinstraße 42 in München. Unter dem Titel »Auf ein Wort – Europa« gab es am 11.05. eine Lesung mit nachfolgender Feststellung eines Publikumsfavoriten. Und so neu unser Autor Hans-Dieter Eberhard zwischen unseren Stühlen ist, so neu ist auch sein 1. Preis, den er gewonnen hat. Freilich nicht für sein Buch »RESTWELT«, das bei uns erschienen ist, aber immerhin. Er hat etwas zu sagen und was er sagt, kommt an. Das galt für seinen Lesungsbeitrag zum Thema Europa und das gilt gleichermaßen für sein Buch »RESTWELT«.

Verschobene Lesung: Tiny Stricker und das Hotel Amir Kabir

Die Lesung war schon eingeplant, wurde dann aus Verfügbarkeitsgründen einer Räumlichkeit verschoben. Nun findet sie statt — am 23. Mai 2024. Details mit allem Drumherum: hier. Uwe Kullnick spricht mit Tiny Stricker nicht nur über das Buch, sondern auch über »die Wege der Hippies«. — »Hotel Amir Kabir« ist übrigens das bislang erfolgreichste Buch der Tiny-Stricker-Werkausgabe.

Stricker, Tiny, HOTEL AMIR KABIR

P.S.: Das für mich Schönste an diesem Buch ist auch das Titelbild. Es ist ein Foto von Mike Wright, einem Australier. Tiny und Mike haben sich im Hotel nicht getroffen, aber sie hätten es tun können, aus beiden Richtungen der Welt kommend. Und vielleicht sind sie aneinander vorbei gelaufen, ohne es zu bemerken. Man weiß ja nie …

Professor Hecken schreibt über Tiny Stricker

In der diesjährigen Frühjahrsausgabe der Zeitschrift »POP. Kultur und Kritik« gibt es einen schönen Artikel von Thomas Hecken, Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Siegen, über die letzten beiden Bücher von Tiny Stricker, also über »London, Pop und frühe Liebe« und »Hotel Amir Kabir oder die Wege der Hippies«.
Der Titel der Besprechung: »Pop-Erzählungen, frühe Liebe und Alterswerk«. Wir zitieren nur folgenden bemerkenswerten Satz daraus: »So bleibt es dem gleichmütigen, unverändert meisterlichen Erzählakt vorbehalten, durch sein unbeirrtes Voranschreiten die Wünsche seines Helden in ein anderes Licht zu rücken.«

Stricker, Tiny, LONDON, POP UND FRÜHE LIEBE

Stricker, Tiny, HOTEL AMIR KABIR