Kaum Einflussnahme

Ich kenne den Lions Club bislang nicht von direkten Kontakten. Namentlich ist er mir vor allem durch die regelmäßigen Buchbasare des Lions Club in Murnau in Erinnerung. Und mit Literatur scheint der Verein eine ganze Menge am Hut zu haben. Als Udo Weinbörner, mit dem ich bis dato auch keinen sehr intensiven direkten Kontakt hatte, mit der vermutlich von Jörg Weigand inspirierten Idee einer Storysammlung zu mir kam und die Kooperation mit dem Lions Club Meckenheim-Wachtberg erwähnte, nahm ich für einen Augenblick an, es könnte sich dabei um die Notwendigkeit handeln, mit dem Ableger des großen Lions Club intensiv zu verhandeln, über welchen Aspekt einer solchen Buchveröffentlichung auch immer. Aber es erwies sich alles als viel einfacher als befürchtet.
Der Lions Club legte Wert auf sein Logo auf dem Cover – eine ganz einfache Übung – und auf den Text und ein gewisses Erscheinungsbild einer Anzeige im Buch – auch keine wirkliche Herausforderung. Auch wenn sich das für den eher unwissenden Leser dieser Zeilen seltsam anhören mag: Es kommt nicht oft vor, dass ich ein Buch mit einer Startauflage von 200 Exemplaren und mehr verlege. Meist starte ich mit einer niedrigeren Auflage, weil das Risiko (und die Kapitalbindung) geringer ist (und der Schaltungsdienst Lange dies mit seiner Preispolitik unterstützt).
Das Buch selbst war dann kein großes Kunststück. Etwas aufwendiger war die Fahnenkorrektur, weil der Autor noch Überarbeitungen vornahm, aber das war halb so wild. Und das Titelbild war schnell ausgesucht – einmal mehr nutzte ich das Angebot von Shutterstock, um das ich normalerweise aus Kostengründen einen Bogen mache (aber zugegeben: Die Bilder, die man dort findet, sind schon deutlich besser als das Material aus kostenlosen Fotosammlungen).

Weinbörner, Udo, Bei Sonnenaufgang sind wir zurück

Tiny Stricker in der Hörbahn on stage

Im Literaturradio »Hörbahn on stage« wird man Tiny Stricker am 14.07.2021 ab 18 Uhr hören können – und so die Seuche will, kann man ihn in der Georgenstraße 63 zu München sehen. Es geht vor allem um sein aktuelles Buch »U-Bahn-Reiter« und er wird über die Entstehung des Buches, sich selbst und seine Odyssee sprechen. Weitere Details zur Veranstaltung: hier. Weitere Informationen zum Buch: hier. Und zur Werkausgabe insgesamt: hier.

Eine neue Chance für Tiny Stricker

Dank der Seuche wurde seine Lesung zwei Mal verschoben – nun wird es am 18. Juni 2021 einen neuen Anlauf geben: Tiny Stricker liest. Und wenn es nicht klappen sollte, prüft man die Möglichkeit, das Ganze über Zoom zu veranstalten. – Weitere Details zur Lesung: hier. Informationen zu seiner Werkausgabe: hier.

Wenn der Stricker wieder liest

Freude! »Diese Lesung findet wegen der von der Regierung verfügten Beschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Virus-Pandemie nicht statt und wird auf den 22.1.2021 verschoben.« Muff.

Tiny Stricker liest wieder. Am 27.11.2020 ab 19 Uhr in den Räumlichkeiten des MLb, des Münchner Literaturbüros (Milchstr. 4, 81667 München). »Tiny Stricker liest Auszüge aus der Erzählung ›Vom Gehen in griechischen Städten‹ von 2017 und dem gerade erschienenen München-Buch ›U-Bahn-Reiter‹ sowie aus dem noch unfertigen Manuskript ›Hotel Amir Kabir oder Die Wege der Hippies‹.

Das erste Buch handelt von fünf Jahren in Thessaloniki und dem gar nicht so leichten ›Gehen in griechischen Städten‹. ›U-Bahn-Reiter‹ ist eine Roadnovel durch München mit der U-Bahn als adäquatem Reisegefährt. ›Hotel Amir Kabir oder Die Wege der Hippies‹ schließlich beschreibt einen Roadtrip, der vom Hotel Amir Kabir in Teheran und einer Gruppe von Gästen dort ausgeht und am Ende wieder dorthin zurückkehren soll.«

Soweit die Info auf der MLb-Website (hier; man muss ein wenig blättern).

Lustig, wenn man es genau nimmt: Ich bin aus Bayern abgehauen, weil ich genug davon hatte. Alpen – zehn Jahre unverbaubarer Blick in die Berge. Bayern, die Gesellschaft, die Stimmung, die maulfaulen, oft ewig grantigen Menschen. Lauter so Dinge. Und kein Wind. Und ich veröffentliche Bücher von Bayern, Infos zu Veranstaltungen ausgerechnet in München. Und solche Dinge. Und musste letztens feststellen, dass ich mein Bayerisch mag. Siebenunddreißig Jahre haben meine Sprache geprägt. Und diesen Dialekt und die Sprachfärbung (Wortwahl, Satzstellung etc.) loszuwerden, dafür brauche ich sicher noch einmal so lange. Und das schaffe ich nicht mehr. – Aber egal. Das wird mal ein Thema für einen eigenen Blogbeitrag. Denke ich.

Es ist so weit: Tiny Stricker liest

Am 27.09.2019 veranstaltet das Münchner Literaturbüro (MLb) die 1960. Lesung. Tiny Stricker liest Auszüge aus dem Roman »Spaghetti Junction« von 1996 und der gerade erschienenen Erzählung »Spieler im Park« sowie aus dem noch unveröffentlichten Manuskript »London, Pop und frühe Leidenschaften«.

Alle drei Texte spielen zum größten Teil in England. In »Spaghetti Junction« ist es ein Drifter, der, vom Popglamour verführt, auf der Insel eintrifft und mit allen Schichten in Berührung kommt. In »Spieler im Park« freundet sich ein junger Dozent, ganz neu auf dem Campus, mit einem Außenseiter, einem Schauspieler an, sie reisen zusammen durch England und machen sich auf die Suche nach einem alten Park, einer Art von »Paradise Lost«. »London, Pop und frühe Leidenschaften« schließlich handelt von einem Jugendlichen, der in das Swinging London der Sixties gerät.

Tiny Stricker, geb. 1949, überführte nach dem Abitur einen Mercedes in den Iran, reiste durch Indien und arbeitete eine Zeit lang im Hafen von Chittagong. 1970/71 spielte er bei der Münchner Popgruppe »Siloah« mit, die die gleichnamige LP herausbrachte. Tiny Stricker studierte Anglistik und Germanistik, war später Lektor in England und Lehrer in Bayern und arbeitete ab 1980 beim Goethe-Institut. Tiny Stricker ist vor allem durch seine Bücher über die Zeit um 68 wie »Trip Generation« und »Soultime« bekannt geworden.

Die Lesung findet am 27.09.2019 um 19.30 Uhr in den Räumen des MLb in der Milchstr. 4, 81667 München, statt. Der Eintritt (ab ca. 19 Uhr) ist frei.

Vorwarnung: Tiny Stricker liest

Am 27.09.2019 veranstaltet das Münchner Literaturbüro (MLb) die 1960. Lesung. Lesen wird unser Autor Tiny Stricker. Er liest aus dem 1996 erschienenen Roman »Spaghetti Junction« – der in der Stricker-Werkausgabe von p.machinery noch nicht wieder erschienen ist – sowie aus dem jüngsten Werk »Spieler im Park«. Auch das ganz frische und noch unveröffentlichte Manuskript »London, Pop und frühe Leidenschaften« wird eine Rolle spielen.

Die Lesung findet am 27.09.2019 um 19.30 Uhr in den Räumen des MLb in der Milchstr. 4, 81667 München, statt. Der Eintritt (ab ca. 19 Uhr) ist frei.

Wir warnen rechtzeitig vor dem Lesungstermin noch einmal vor.

Wenig Worte

Nachdem meine Verlagsmannschaft – die aus mir, mir, mir, mir und mir besteht – schon das meiste Interessante zu dem neuen Buch der Werkausgabe Tiny Stricker, die ich bei p.machinery verlege, geschrieben hat, kann ich mich kurz fassen.

Bedanken möchte ich mich bei meiner Schwägerin Regina. Ich weiß, dass sie – und mein Bruder natürlich – nicht Reisefans, sondern dabei auch Englandfans sind. Und so war es naheliegend, dass ich nachfragte, ob die beiden die Stourhead Gardens schon besucht hatten, denn Tiny Stricker, der Autor, meinte, es wäre doch schön, das Buch mit Fotos dieses Parks aufzuwerten. Und ja, Bruder und Schwägerin hatten die Stourhead Gardens besucht, und ja, sie hatten Fotos gemacht, und ja, ich bekam sie zur Verfügung gestellt. Freu, hüpf.

Details zum Buch finden sich: hier. Im E-Book sind die Fotos übrigens nicht enthalten.

Der besondere Witz an der Geschichte mit den Fotos ist übrigens, dass ich schon mehrfach angeregt hatte, dass die beiden von ihren Reisen – in wirklich interessante Gegenden der Welt – einmal Reisebücher machen sollten. Das hätte mir auch für meine – inzwischen eingestellte – Reihe »ErlebnisWelten« gefallen. Bislang hat sich da nichts getan. Leider. Aber vielleicht habe ich mit diesem Buch hier dem Ganzen ein wenig nachgeholfen. Und meine Reihe »ErlebnisWelten« kann ich ja auch wieder aktivieren :)

Ungern

Ungern gebe ich es zu, aber mein Umzug im Dezember 2018 hat Opfer gefordert. Neben ganz sicher einigen Buchtiteln, die längst hätten veröffentlicht sein können, neben NOVA 27, das letztens ins Lager beim Schaltungsdienst Lange geliefert wurde, hat es auch den HALLER, die Literaturzeitschrift aus Monschau, mit seiner 16. Ausgabe erwischt. Mit dazu beigetragen hat auch der immense Umfang von 332 Seiten – der für HALLER-Verhältnisse außergewöhnlich ausgefallen ist – und die Tatsache, dass wir uns lange nicht ganz klar darüber waren, wie wir sowohl die Storys als auch die – erstmals im HALLER zu findenden – Gedichte adäquat präsentieren sollten.

Letztlich wurde ein Janusbuch daraus, ein Buch also, das man von beiden Seiten beginnen kann und einmal die Prosa, das andere Mal die Lyrik als quasi eigenständige Publikation findet. Und so hat das Buch auch zwei Titelbilder bekommen. Das Titelbild für die Prosa ist:

und das für die Lyrik wiederum:

wobei das Lyrik-Titelbild damit leben muss, den Barcode aufzunehmen (den nicht nur der Buchhandel, sondern auch der Schaltungsdienst für seine Arbeit benötigt).

Auch HALLER 16: WAHRE KUNST wird bei Amazon nur über den Marketplace (also mit den sittsam bekannten 3 Euro Aufschlag) zu bekommen sein. Hauptgrund waren hier die Bilder von Kai Savelsberg, die an Wirkung verlieren würden, würde man sie in Graustufen umwandeln (was für die Produktion via KDP für Amazon notwendig wäre, weil KDP keine Farbseiten in schwarz-weiße Buchblöcke einschießen kann); und der andere Grund ist die dringende Vermutung meinerseits, dass KDP mir sowieso nur wieder mitteilen würde, dass das Buch so nicht produziert werden könnte, weil immer ein Teil des Buches auf dem Kopf stünde und falsch paginiert sei … und so weiter und so fort. – Die Menschheit wird es verkraften. Immerhin ist das Buch mit dem Marketplace-Aufschlag immer noch in einem verkraftbaren und nicht zu teuren Preisbereich.

Alle Details zum Buch finden sich auf der Website des HALLER: hier.

Eigentlich nicht oder doch

Eigentlich gibt es die beiden Bücher von Anna Veen (aka Heike Henzmann) gar nicht mehr. Oder doch. Das Auslaufen des Buchangebots in meinem Verlag wäre 2018 ganz regulär vollzogen worden. Aber die Autorin hatte andere Ideen. Unter anderen Umständen hätte ich ihr die Bücher quasi zur eigenen Verwendung übergeben. Aber sie hatte so ihre Ansprüche:

  • Die Bücher sollten ganz sanft überarbeitet werden. Der ältere Titel »Doris Hauser. Geschichten« sollte ein aktualisiertes Cover erhalten (das alte Verlagslogo war gegen das aktuelle auszutauschen). In den sogenannten Klappentexten auf der Buchrückseite sollten die biografischen Angaben zur Autorin verschwinden.
    Kein Problem.
  • Das Impressum wurde aktualisiert. Immerhin ist mein Verlag ja im Dezember 2018 umgezogen. Und überhaupt.
  • Wichtig war ihr, dass die Daten bei Amazon erhalten blieben, vor allem die aufgelaufenen Rezensionen. Das hatte zur Folge, dass ich als Verleger noch einmal einspringen durfte. Da die Titel beide bei CreateSpace bzw. aktuell bei KDP laufen, war es einfach, den Buchblock und die Umschläge auf neuen Stand zu bringen. Die ISBN blieben erhalten und damit auch das ganze Angebot bei Amazon – mit allen Rezensionen.
  • Und die E-Books sollten ebenfalls aktualisiert werden. Auch das war kein Problem.

Und nun sind beide Bücher als Printversion ganz aktuell wieder zu bekommen – allerdings nicht im Buchhandel und nicht beim Verlag, sondern ausschließlich bei Amazon; ein Druck beim Schaltungsdienst Lange haben wir nicht eingeplant. Dafür gibt es die E-Books auf so ziemlich allen deutschsprachigen E-Book-Plattformen. Und wir finden, die Lektüre lohnt sich, denn die Geschichten um Doris Hauser, Thomas Greiff und deren beide Hunde haben viel Charme und sind in besonderem Maße amüsant und lustig.


Details zu dieser Neuausgabe: hier.


Und Details zu dieser Neuausgabe: hier.

Wenn man seine Grenzen sehen kann

Bücher mit Heinrich »Tiny« Stricker zu machen, ist kein Spaziergang. Der Mann, den man wohl mit Fug und Recht der 68er Szene zuordnen kann, hat so seine ganz eigenen Vorstellungen von neuzeitlichen Entwicklungen im Literaturbereich – und wenn es nur um neue Rechtschreibung, moderne Schreibweisen und letztlich das Beharren auf angeblicher, aber unter heutigen Gesichtspunkten wesentlich unsinnigerer Authentizität geht.
Jedes Buch, das in der »Werkausgabe Tiny Stricker« in meinem Verlag p.machinery erscheint, wird umfangreich diskutiert. Nicht nur Neuausgaben, sondern auch die Erstveröffentlichungen – bei denen auch diese komische Authentizität eine Rolle zu spielen scheint.
Am Ende dann steht da doch ein Buch. Ich habe nachgeben müssen, er hat es auch getan, und wie beim aktuellen Werk »Grenzland« kommt dann mitunter noch eine umfangreiche Suche nach einem passenden Titelbildmotiv hinzu.
Am Ende ist es dann doch gelungen. Er hat seine »Bio-Referendare« und diverse andere Bindestricheriten bekommen, ich meine »Habtachtstellung« (statt Habachtstellung, die laut Duden zwar erlaubt, für einen Exsoldaten für mich aber sinnlos ist) und noch so ein paar Kleinigkeiten.

Und ein Titelbild haben wir auch gefunden. Zu dem man eine Geschichte erzählen kann. Und sollte.
Bei vorherigen Büchern der Werkausgabe war die Motivwahl recht einfach: Griechenland, Sarajevo, Essaouira – da gaben die Fotosammlungen im Web ordentlich Auswahl mit. Bei »Grenzland« war das schwieriger.
Der Roman mit autobiografischen Anklängen spielt in Hof an der Saale, in Bayreuth, ein wenig auch in München. Hofs Motive, die die Stadt für den Betrachter nicht nur erkennbar, sondern auch attraktiv machen, hat offensichtlich kein Schwein jemals wirklich fotografiert. In Bayreuth finden sich Motive wie das Schloss, das die Gebührengeier der Bayerischen Schlösserverwaltung unter der Fuchtel haben. Oder sie erscheinen dem Autor suspekt, wie das Richard-Wagner-Museum: wegen der Beziehungen zwischen Wagner und den Nazis. Am Ende einigten wir uns auf ein neutrales Motiv: Fichtelgebirge im Nebel. Und wir fanden diverse Winterbilder mit viel Schnee und weniger Nebel, die nicht infrage kamen. Und einige schöne Bilder, von denen eines unseren Geschmack traf.
Das Bild zu bekommen – zu kaufen! –, das war nicht schwierig. Schwieriger wäre die Erklärung, warum dieses Bild so gar nichts vom Fichtelgebirge zu haben scheint. Klar, Nebel ist sichtbar, jedenfalls eine passende Bewölkung. Aber das Gebirge ist kein Gebirge, sondern ein Berg. Und dem Ort meines Verlages wesentlich näher als den Handlungsorten des Romans: Es handelt sich schlicht und ergreifend um den Hohen Peißenberg, den Rigi. Aber am Ende war das egal. Das Bild passt von der Stimmung her – und es passt farblich zu den anderen Ausgaben der Werkausgabe, die bislang erschienen sind.

Details zum Buch: hier.
Details zur Werkausgabe Tiny Stricker: hier.