Ein Abend mit Aiki Mira

So betitelt der Otherland Bookshop (Bergmannstr. 25, 10961 Berlin) die Lesung mit Aiki Mira, die u. a. aus »Titans Kinder« vortragen wird. Auf Otherlands Website kann man lesen:

Aiki Mira hat mit Titans Kinder bei p.machinery ihren ersten SFRoman veröffentlicht, mit dem sie die sogleich die Phantastik Bestenliste erobert hat.
Wir freuen uns uns ihr bei Leseausschnitten aus Titans Kinder und aus ihrem neuen Buch bei Polarise, Neongrau, zu lauschen und mit ihr zu plaudern.
Der Eintritt ist wie immer im Otherland kostenlos, bitte meldet euch kurz per Mail bei uns an service(at)otherland-berlin.de

Los geht es um 19:30!

Wer noch interessierte Berliner kennt: Weitersagen!

Mira, Aiki, TITANS KINDER

Der VDS-Infobrief vom 24.09.2022

In voller Länge und mit allen Wahrheiten: hier.

1. Presseschau
• Kein schönes Wetter mehr
• Bastian Sick mit Elbschwanenorden geehrt
• 25 Jahre Ainu Times
2. Gendersprache
• Sprache bildet keine Gerechtigkeit ab
• Chefredakteur hält Sprache für ein Lebewesen
• Schweizer Hochschule erlaubt Notenabzug
3. Kultur
• Hollywoods Fantasiesprachen
• Ingwer, Qualle und Elch
4. Berichte
• VDS stiftet Novalis-Gedenktafel
• Kabarett und Musik zum Tag der deutschen Sprache
• Süttember
5. Kommentar
• Nur ja nichts Falsches lesen
6. Termine

Böse Zungen

Böse Zungen könnten behaupten, das Buch, das ich unter dem Titel »PrimaBel – Connecting cultures | Kulturen verbinden« als Band 71 meiner Reihe »Außer der Reihe« verlegt habe, wäre ein Abfallprodukt. Grund falsch wäre das nicht – allerdings ungerechtfertigt abwertend. Das Werk – bestehend aus grob gerechnet einem Viertel Gedichten in englischer und deutscher Sprache und drei Vierteln Fotografien, ein Teil davon bearbeitet und verfremdet – erreichte zuerst Kai Beisswenger, meinen Partner im Imprint »Zwischen den Stühlen«. Es passte dort nicht ins Belletristik-Konzept, und Kai fragte nach, ob das etwas für »Außer der Reihe« wäre.

Die Fotos gefielen mir. Mit Gedichten kann ich selbst nicht wirklich viel anfangen, obwohl sie textlich durchaus ihren Reiz haben. Das eigentliche Problem mit Gedichten für einen deutschen Kleinverlag ist die Rezeption durch den potenziellen, im Großen und Ganzen nicht existierenden Leser. Hätte ich eine böse Zunge, würde ich behaupten, dass der Leser deutschsprachiger Werke – über die englischen Gedichtfreunde kann ich mir mangels Erfahrungen wenig Gedanken machen – mit Gedichten aus intellektuellen Gründen nichts anfangen kann; ich könnte das noch böser formulieren, aber das wäre dann vermutlich kontraproduktiv.

Wie auch immer: Das Buch ist an sich schon ein schöner Bildband. Die Gedichte zu den jeweils darauffolgenden drei Fotos kann man gerne als Bilduntertitel lesen, die erläutern, was die Fotografen sich bei den Aufnahmen gedacht haben. Und natürlich zeigen sie auch auf, was die Autoren zu den Gedichten inspiriert hat. Eine Wechselwirkung.

Die eigentliche Absicht hinter dem Buch – Kulturen zu verbinden –, basiert vor allem auch darauf, dass Irmy Algader in Deutschland geboren wurde und heute in Italien lebt, und ihr Co-Künstler Zoran Jovanovic in Belgrad geboren wurde und dort lebt und künstlert. Deutschland, Italien, Serbien – das ist eine Art Kulturendreieck, das hier bildlich und textlich Verbindungen hat.

Langer Rede kurzer Sinn: Das Buch wird sich – wie so manch anderer bildlastiger Band meines Verlages – an ein sehr spezielles Publikum richten, und es wird sich zeigen, wie viele deutsch sprechende und lesende Menschen darunter sind. Mit zwei Leseproben kann man sich einen kleinen Einblick in Inhalt und Machart des Buches verschaffen:
»Being viced | Lasterhaft sein«»Night-fall | Einbruch der Nacht«

Algader, Irmy & Jovanovic, Zoran, PrimaBel

Corinna Griesbach liest SF

Am Samstag, den 24. September liest Corinna Griesbach aus ihrer Kollektion „Alien Love“. Die Second-Life-Bühnenbilder kommen von Barlok Barbosa, alias Bernhard Bettschen.

Griesbach, Corinna, ALIEN LOVE

 

Noch einmal: Kurz und kriminell!

Freitag, 23.09.2022, 18 Uhr, Lesung in Plettenberg-Ohle auf Einladung von Immobilien BS Beßler – geschlossene Veranstaltung.

Udo Weinbörner liest Kurzkrimis in Form von Kurzgeschichten und Erzählungen aus seinem neu erschienenen Auswahlband »Bei Sonnenschein sind wir zurück | Storys aus 40 Jahren«, p.machinery Verlag. Der Autor kündigt die Lesung von spannenden, gruseligen und abgeschlossenen Kriminal- und Justizgeschichten als echte Alternative zum Krimiabend vor dem Fernseher an, wie man sie nicht jeden Tag geboten bekommt. Fragen und Gespräche sind während der Lesung vorgesehen, da eine kurze unterhaltsame Einführung in die Arbeit eines Schriftstellers im Allgemeinen und an der Kurzgeschichte im Besonderen gegeben werden soll. – Geladene Gäste.

Weinbörner, Udo, Bei Sonnenaufgang sind wir zurück

Der GEDANKENverNETZer: Herbert W. Franke (1927–2022)

Der GEDANKENverNETZer um 1960, 33jährig (Archiv JvS)

Unter diesem Titel hat Jürgen vom Scheidt einen sehr schönen und sehr ausführlichen Nachruf auf unseren kürzlich verstorbenen Herbert W. Franke veröffentlicht. Schwer lesenswert.

Herbert W. Franke, 95jährig, im Mai 2022 bei der Eröffnung seiner Ausstellung »Visionär« in Linz (Foto: Francisco Carolinum)

Abkehr von der Gendersprache

Sabine Mertens, Leiter (!) der AG Gendersprache im VDS e.V., hat eine Petition of openPetition gestartet und im Deutschlandfunk gab es dazu eine Radiosendung unter dem Titel »Wichtiges Anliegen oder Geisterdebatt — Wer will eigentlich gendern?«

Die Sendung hört man hier.

Und Sabine Mertens schrieb dazu:

Wichtiges Anliegen oder Geisterdebatte – Wer will eigentlich gendern?
Eine Sendung von Susan Zare und Antje Allroggen (Moderation)

Wenn von „Gendern“ die Rede ist, geht es um eine Sprache, in der nicht nur das generische Maskulinum explizit genannt wird, sondern auch andere Personen sprachlich mitgemeint werden. Der Gedanke: Durch Sprache Einfluss auf eine partizipativere Welt generieren. Doch sollte und darf man Sprache verändern, um dadurch auf gesellschaftliche Veränderungen zu reagieren? Und handelt es sich hierbei um Empfehlungen oder Maßregelungen? Fragen, die dafür sorgen, dass wir über das Thema oft emotionsgeladen und meinungsstark diskutieren.

Wir fragen uns: Wer befürwortet eigentlich das Gendern? Und wer eher nicht? Gibt es bestimmte Personengruppen, die sich eher für oder gegen die Sprachänderung entscheiden? Und warum spaltet das Thema so sehr? Ist das Anliegen wirklich weit verbreitet oder nur ein Thema für die „Blase“? Wer will eigentlich gendern und wie wird die Debatte aktuell diskutiert? Wie könnte eine bessere Streitkultur aussehen? Was ist Ihre Meinung und wie nehmen Sie den öffentlichen Diskurs wahr?

Gäste
Sabine Mertens, Leiter der AG Gendersprache, im VDS e.V. Verein deutsche Sprache
Rüdiger Maas, Diplom-Psychologe, Autor „Generation Lebensunfähig“, Gründer Institut für Generationenforschung
Christiane Ivanov, Gender Studies, Sprachbewusst. Sprachgerecht
Prof. Dr. Martin Blooms, Philosoph, Professor am Institut für philosophische und ästhetische Bildung, Fachbereich Bildungswissenschaft Alanus Hochschule

Der Infobrief des VDS vom 17.09.2022

Diesmal wieder regulär am Wochenende — der aktuelle Infobrief des VDS. Inhaltsverzeichnis wie immer unten (rot markiert, die besonders interessanten Beiträge), in voller Länge nachzulesen: hier.

Infobrief vom 17. September 2022: Das F-Wort

1. Presseschau
• Das F-Wort
• Siegeszug des „Du“
• Keine Sorge, aber Zweifel
2. Gendersprache
• Kein Gendern – Uni will Professor Lehre verweigern
• Friedrich Merz gegen Gendern im Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk
3. Sprachspiele: Unser Deutsch
• Marder, Panther, Leopard
4. Kultur
• Weniger Deutschunterricht in Polen
• Plattdeutsches Wörterbuch im Netz
5. Berichte
• Deutsche Sprachtage in Wittenberg
• Verschriftungen
• Dialekte zum Tag der deutschen Sprache
6. Denglisch
• US-Akzent auf Knopfdruck
7. Soziale Medien
• Verfälschung durch „Untertitel“
8. Termine

Harbach beurteilt

Thomas Harbach auf Robots & Dragons:
http://www.robots-and-dragons.de/buchecke/26724-staubkornfee-trifft-ich-maschine
Sein Fazit:

Qualitativ überzeugen alle hier zusammengestellten Miniaturen. Die beiden Herausgeber haben dabei eher Wert auf ein breites Spektrum gelegt und die individuelle Qualität einzelner Arbeiten sekundär betrachtet. Wer sich länger mit den inzwischen ja wie erwähnt fast sechzig Bänden dieser Anthologiereihe beschäftigt, wird feststellen, dass in einigen Themenbänden fast alle Miniaturen überdurchschnittlich gut sind, während bei anderen Vorgaben die Autoren ein wenig an den Grenzen ihrer kreativen Schöpfungskraft agierend erscheinen. In diesem Sammelband sind nicht alle Phantastischen Miniaturen vertreten, aber die hier gesammelten Storys geben einen sehr guten Überblick über diese grundlegend empfehlenswerte Reihe und laden zu einem ersten Spaziergang durch ein Aushängeschild der Phantastischen Bibliothek mehr als ein, bevor der Leser unbedingt in die Tiefe gehen sollte. Vom guten Zweck des Projekts ganz zu schweigen.

Frambach, Sabine & Focke, Kai (Hrsg.), STAUBKORNFEE TRIFFT ICH-MASCHINE