Listenhunde = Willküropfer

In zahlreichen deutschen Bundesländern gelten sogenannte Listenhunde – das sind Hunde von Rassen, die am grünen Tisch von Ahnungslosen als gefährlich eingestuft und einer Liste solch gefährlicher Hunde zugeordnet werden – als gefährlich. Einfach so. Weil sie einer Rasse angehören. Niemand käme auf die Idee, den Deutschen Schäferhund aufgrund seiner Beißkraft und der Zahl der jährlichen Attacken als gefährlich einzustufen. Einen Dackel zweimal nicht. Aber ein American Staffordshire ist gefährlich, weil er ein American Staffordshire ist.
Da spielen auch viele historische Gründe eine Rolle. Amerikanische Hundekampforganisatoren in der Vergangenheit und heutzutage sind schuld an solchen Einstufungen. Und auch Fernsehsendungen, Filme, Krimis, in denen Hunde auftreten, tragen eine Mitschuld: Anderenfalls gälte der Rottweiler nicht durchgängig als gefährlich (obwohl er auf keiner Liste steht), und auch der Dobermann hätte ein besseres Image.
Wie auch immer … Es gibt Menschen, die sich für die sogenannten Listehunde engagieren. FÜR Listenhunde, wohlgemerkt. Und einer der Vereine dazu ist die Listenhunde-Nothilfe. Deren aktuelle Hunde findet man unter listenhunde-nothilfe.de/vermittlung, und da finden sich solch süße Mäuse wie die hier:

REISSWOLF 68

REISSWOLF 68
Das fantastische Rezensionsmagazin
44 Seiten, DIN A5, Broschur mit Rückenstichheftung
ISSN 2942-1837
ISBN 978 3 95765 533 2 – EUR 4,95

Der »REISSWOLF« 68 ist ein »kleines Special« und enthält auf 44 Seiten zwei ausführliche Besprechungen zu Harlan Ellisons Anthologie »Gefährliche Visionen«, besprochen von Horst Illmer und Thomas Harbach.

Das gedruckte Exemplar gibt es beim Verlag und in seinem Buchladen zum Preis von EUR 4,95.

Download unter: https://www.reisswolf-magazin.de/edits2/RW68komplett.pdf

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Wiederholungstat

Jörg Weigands »Tödlicher Bambus« ist keine Erstveröffentlichung — nicht mal in der p.machinery. Der Roman erschien ursprünglich 2017 unter dem etwas unpassend wirkenden Titel »Die unheimliche Brücke« im Kelter Verlag. Der alte Titel gefiel dem Autor nicht sonderlich, und so erschien das Buch 2024 als unverkäufliches Geburtstagsgeschenk anlässlich des 84. Geburtstags des Autors. Die neue Version mit dem gleichen Titel »Tödlicher Bambus« ist identisch mit dem 2024 erschienenen Buch, hat allerdings ein neues Titelbild erhalten, damit es doch einen kleinen Unterschied gibt.

Weigand, Jörg, TÖDLICHER BAMBUS

Der letzte Welling?

Es sei sein letzter Roman, hat Wolf Welling gesagt. Ob das so stehen bleibt, wird sich zeigen. Wenn es sich bewahrheitet, dann ist dieser Roman ein gelungener Abschluss einer nicht unansehnlichen Schriftstellerkarriere. Der Roman »Das Grüne Zimmer« ist eine Umweltdystopie, in der ein psychotropisches Gras Gebäude von innen befällt und die Bewohner mit Schmerzen und Wahnvorstellungen vertreibt. Die drei Handlungsstränge finden einer im Laufe der Geschichte – und mit voller Absicht werden nicht alle Fragen, die sich stellen, auch beantwortet. Das wäre vielleicht auch zu einfach.

Welling, Wolf, DAS GRÜNE ZIMMER

 

Der letzte Erler

»Zucker« war natürlich nicht sein letzter SF-Roman, aber für die p.machinery ist die »wirklich süße Katastrophe« der letzte Erler-Titel, der veröffentlicht wird. Der Grund ist einfach: Der Vertrag vom September 2021 ist erfüllt. Es gäbe noch weitere Optionen, als da wären »Feuerzeichen«, »Delay – Verspätung«, »Reise in eine strahlende Zukunft« und »Die Delegation«, jedoch wären hier Nachverhandlungen mit dem Autor notwendig – und Rainer Erler lebt ja leider nicht mehr –, und auch die Frage nach der Lukrativität würde keine grundsätzlich positive Antwort nach sich ziehen; soll heißen: Die Neuausgaben der Erler-Romane in der p.machinery haben sich finanziell nicht gelohnt.

Wie auch immer: »Zucker« ist immerhin ein gelungener Abschluss der »kleinen Werkausgabe« zu Erlers SF-Werk. Ein durchaus amüsantes Buch mit einem ernsthaften Thema. Und für einen Verleger mit einem deutlich erkennbaren Schwerpunkt auf gedruckten Büchern hat der Plot im Grunde auch ein wenig Horrorpotenzial.

Erler, Rainer, ZUCKER. Eine wirklich süße Katastrophe

 

Schmutzige Geschichten?

Nein. Ganz sicher nicht. Die Sammlung »DIRT TALES« vereinigt Geschichten, die Marianne Labischs Alter Ego Diane Dirt geschrieben hat und die sich von anderen SF-Geschichten durch den Ruhrpottslang der Protagonistin abheben, ein Dialekt, an den man sich gewöhnen muss oder den man am besten selber zum Besten geben kann. Wie auch immer – hier sind die Geschichten, nicht nur von Diane Dirt aka Marianne Labisch, sondern in zwei Fällen auch von Michael Schmidt, dem Ernstfall.

Dirt, Diane, Labisch, Marianne, Schmidt, Michael, DIRT TALES

 

Thomas Frankes »liebwerte Einladung zur szenischen Lesung«

Also, liebe Interessentinnen und Interessenten meiner Veranstaltungen, liebe von diesen Informationen Genervtinnen und Genervte (oder heißt das »Genervende«?), schlichtweg alle Menschen, wo diese E-Mail lesen werden, im Verlauf der 20. Lesereise durch die Bonner Altstadt zelebriere ich, derwo i der großartige, beeindruckende, attraktiv ausschauende Schauspieler Thomas Franke bims, mit einem durch Gestik und Mimik unterstützten – einem sogenannten szenischen Vortrag –

am Donnerstag, den 27. August 2026,
ab 19.30 Uhr (Beginn der Lesung),
in der »Altstadtbuchhandlung Büchergilde«
(Breite Straße 47, 53111 Bonn)
unter dem vielversprechenden, genial erwählten Thema

»Oh, du Grimmische Welt
– Hans Dumm, Bruder Lustig und Fundevogel«
einige Märchen der Brüder Grimm im originalen Aufschrieb,
in schelmischer Verzückung von mir dahingeplappert.

Oft wird von den Leuten die Behauptung weitererzählt, viele Märchen hätten die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm gesammelt, indem sie den Erzählungen alter Bäuerinnen sowie einsiedlerischen Köhlern und Hirten in düsteren Katen und auf stürmischen Bergwiesen lauschten, jedoch stellten sich solche Berichte als dahinfantasierte heraus. Mittlerweile wissen wir, dass die Grimms nicht im Volk kursierende Märchen zusammentrugen, sondern dass die Märchen vor allem von jungen, gebildeten Frauen erzählt wurden und oftmals aus französischen Quellen resultierten. So findet man zum Beispiel einige dieser Märchen wie »Der Blaubart« ein wenig anders erzählt um 1697 im Märchenbuch des Charles Perrault. Durch die mündliche Weitergabe der Familie Hassenpflug kam es als »Blaubart« in die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm.

In ihren ursprünglichen Versionen, die – oft düster und verstörend – Themen wie Konkurrenz um Schönheit, der nagende Hunger, der unerfüllte Kinderwunsch, untergeschobene oder sich gegenseitig abschlachtende Kinder ausbreitend, sind sie eher Geschichten für Erwachsene denn für Kinder. Allerdings gibt es auch Geschichten über Kindheit, Jugend oder das Heiraten in oft lustigen Formen, bis zu einer Reihe von Zaubermärchen, in denen die Erzählungen zum glücklichen Ende kommen. Bekannte Märchen sind »Rotkäppchen«, »Brüderchen und Schwesterchen«, »Rapunzel«, »Rumpelstilzchen«, »Schneewittchen«, »Hänsel und Gretel« und viele andere, die sich immer wieder als zeitlose, also auch heute noch aktuelle Parabeln erweisen, weil jede »ächte Poesie niemals ohne Beziehung auf das Leben seyn kann« (Wilhelm und Jacob Grimm in ihrer Vorrede).

Aber spannender werden die unbekannten Texte sein, von denen der Schauspieler Thomas Franke – selbstverständlich neben einigen bekannten Märchen – am heutigen Abend eine Auswahl vortragen wird, wie sie in der Ausgabe letzter Hand von 1857 zu finden sind und nur minimal sprachlich angepasst wurden. Es wird also gereist, es werden Abenteuer bestanden, man schlägt sich mit Riesen, es wird meisterhaft gestohlen und selbst der eine und der andere Spuk geistert vorbei.

Eingeladen, eingeladen, eingeladen zum Hören und Staunen alle Freunde, Freundinnen, Bekannten, Bekanntinnen, Fremde, Fremdinnen, Aliens und Alieninnens!

Eintritt: 12 Euro (inkl. Getränke und Knabbereien)
Zentraler Vorverkauf:
»Altstadtbuchhandlung & Büchergilde«
Bonn: 0228 – 63 67 50

Nichts für Hitler-Fans

Denn in unseren Zeiten, in denen sich die deutsche Gesellschaft auf direktem Wege zu neuerlicher Heldenverehrung für den größten Psychopathen, Größenwahnsinnigen und Judenmörder aller Zeiten zu befinden scheint, ist dieses Buch – basierend auf wahren Ereignissen – als Demontage des »GröFaZ« ungemein wichtig. »HAIL! verbindet historische Fakten mit psychologischer Expertise zu einem zeitgeschichtlichen Roman über Liebe und Macht, Wahrheit und Lüge, Angst und Mut – und über die Frage, wie viel ein Mensch wagen muss, um das Richtige zu tun«, sagt der Klappentext.

https://www.pmachinery.de/?p=13080

Es geht weiter zwischen den Stühlen

Irgendwann war vorgesehen, bei Band 20 aufzuhören. Aber das hat sich erledigt. Wenn einem Manuskripte wie das aktuelle von Florian Frerichs angeboten werden, kann man nur sehr schwer Nein sagen. Beziehungsweise gar nicht. »Sie werden behaupten, dass ich tot sie …« ist eine ziemlich durchgeknallte, bitterböse Satire um einen Mann, der sich für Klaus Kinski hält. Wem bei der Lektüre unweigerlich Max Giermann in den Sinn kommt, der ist jedenfalls auf dem richtigen Weg.

https://www.pmachinery.de/?p=13075