Die Weisser-Trilogie, Teil 1

Die Zusammenarbeit mit Michael Weisser ist anspruchsvoll, nichts für Weicheier. Er ist Künstler durch und durch, er hat seine Ansprüche und manchmal auch Ideen, bei denen man geneigt ist, sie ihm austreiben zu wollen. Aber am Ende finden sich immer mindestens Kompromisse, die zu schönen Ergebnissen führen (darüber kann man sich z.B. auf der Webseite von Die|QR|Edition schlaumachen).
In den 80ern hat er drei SF-Romane veröffentlicht (zwei bei Suhrkamp, der dritte bei Corian), und die Bücher waren entsprechend lange nur noch antiquarisch zu bekommen. In den letzten Jahren – ich glaube, es war 2016 – hat er die drei Bücher dann als E-Books via bookrix aufgelegt, quasi klassisches Selfpublishing. Die Frage, ob die Bücher auch als Print erscheinen sollten – und wenn, dann in meinem Verlag – blieb lange offen. Aber nun, im August, war es so weit:

Michael Weisser
SYN»CODE7
Science-Fiction-Roman
AndroSF 83
p.machinery, Murnau, August 2018, 328 Seiten, Paperback
ISBN 978 3 95765 132 7 – EUR 15,90 (DE)

»Ein biologisches Utopia, das auf raffiniertester Anwendung der Gentechnik beruht, wird von unerklärlichen Katastrophen bedroht. Handelt es sich um bewusste Anschläge oder um eine Eigenentwicklung des Systems?« (Suhrkamp Verlag 1982)
Im Jahr 1982 antizipierte der Medienkünstler und Buchautor Michael Weisser die Entwicklung der Gentechnologie.
Die überarbeitete Neuauflage dieses kontrovers diskutierten Romans, der 1982 bei Suhrkamp erschien, wurde ergänzt durch zwei aufschlussreiche Interviews des SF-Spezialisten Hans-Joachim Alpers aus dem Jahr 1984 und Michael Haitel aus dem Jahr 2014, die den Hintergrund dieser Antiutopie beleuchten.
Ein Essay des Vaters der neuen, deutschen Science-Fiction Herbert W. Franke behandelt den Autor dieses Romans.
Gestaltete QR-Codes auf dem Cover und im Innenteil des Buches führen auf visionäre Weise zur Hightechästhetik des Autors.

Weisser, Michael, SYN»CODE7

Wichser in Westried: Ich bin es leid

Mittagsgang. Mit den Hunden.

Den Bayern wurden von der CNU seit Langem dicke Eier verordnet. Deshalb heißen die Landstraßen in Bayern nicht Landstraße, sondern Staatsstraße. Der Verkehr ist genauso scheiße wie auf Landstraßen.
Hier vorm Haus liegt die Staatsstraße 2062, ein Konstrukt zwischen Murnau am Staffelsee und Bad Kohlgrub. Eine Straße, die den Verkehr der kurzfristig Denkenden aufzunehmen hat, die keine andere Möglichkeit finden, von München nach Füssen zu kommen – oder von Augsburg nach Garmisch-Partenkirchen. Es gibt Alternativen. Das Hirn der hier hauptsächlich entlang fahrenden Oberbayern ist alternativlos.
An Sonntagen wälzt sich über die Schweinestraße 2062 eine Blechlawine. Ununterbrochen. Mitunter steht man bis zu zehn Minuten auf dem Grundstück, auf dem man wohnt, bis man auf die andere Straßenseite mit dem kombinierten Rad- und Gehweg kommt. Kein SUV-Fahrer bremst herunter, lässt einen herüber. Keine Lücke bildet sich – im Gegenteil: Die Fahrer der »schwanzlos und verfickten« Fahrzeuge geben sogar noch Gas, um die wenigen Lücken zu schließen. Über die Tatsache, dass am Wochenende mit Vorliebe die Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 km/h überschritten wird – heute Mittag war der Langsamste Richtung Bad Kohlgrub 75 km/h schnell – will ich gar nicht reden.
Es sind Starnberger. STA – das neureiche Gesocks, dass sich zu den CNU-verordneten dicken Eiern noch eine Goldauflage leisten kann. Und Münchner. M – die Weißwurschtfresser, denen die Raserei auf dem Mittleren Ring nicht reicht. Weilheimer. WM – diese Hybriden aus dem einzigen Landkreis Deutschlands, der sich über zwei Regierungsbezirke erstreckt. Augsburger. A – Spätzlefresser, denen die flache Lech-Pampa nicht bergig genug ist.
Und es ist Lärm.
Und Gestank.

Und am Ende kommt dann einer dieser hirnlosen Radfahrer auf einem verkehrsuntauglichen Mountainbike (das sind die Dinger für eierlose Yuppies … ach ja, Yuppies gibt’s ja nicht mehr, weil die sich ohne Eier nicht vermehren konnten) – kein Frontscheinwerfer, kein Rücklicht, keine Klingel, aber die freche Anmerkung aus dem Maul, ich solle mir halt Augen im Rücken anschaffen, wenn ich keine habe.

Ich bin es leid. Inzwischen weiß ich, dass der Exodus aus Bayern in greifbarer Nähe liegt. Aber vorher noch werde ich einen dieser Raser zur Rechenschaft ziehen. Und einem dieser Drecksradler eine Verletzung zufügen. Ich scheiße auf eine Anzeige wegen Körperverletzung – ein Radfahrer, der in Kauf nimmt, eine meiner Hündinnen über den Haufen zu fahren, gibt mir die günstige Gelegenheit, mich auf Notwehr zu verlegen


P.S.: CNU ist kein Tippfehler. CNU ist die – seit neuesten Erkenntnissen und Ereignissen – Christlich-Nationsalsozialistische Union, die nach langen Jahren der Behauptung, eine christlich-soziale Partei zu sein, den Namen umbenennen musste, weil sich erwies, dass Seehofer, Söder, Hermann und Dobrindt nicht nur keine Ahnung von sozialer Politik haben, sondern eine solche auch nicht realisieren wollen.

Abenteuer Buch

»Inspiration Buch« würde es eigentlich besser treffen, denn dieses Buch war auch für mich eine echte »Inspiration«. Aber eben auch ein Abenteuer. Denn:
Mit der eigentlichen Entstehung des Werkes hatte ich anfangs wenig zu tun. Marianne Labisch hatte die Idee, und sie weiß, wie man bei mir offene Türen einrennt. Andreas Schwietzke ist einer meiner Lieblingsgrafiker. Und die Idee, Autoren Storys nach einer Auswahl seiner Bilder schreiben zu lassen, ist als Konzept so alt wie das Buch an sich. Auf jeden Fall ist sie nicht neu.


Details: hier.

Mein Abenteuer begann mit meiner eigentlichen Arbeit. Die Korrekturlesung des Materials war unproblematisch. Marianne lässt mir immer genügend Fehler übrig, dass ich mich nicht überflüssig fühle. Und das Layout an sich war eigentlich klar.
Eigentlich.
Das Buchformat – 210 x 210 mm, also quadratisch – stand für mich von vornherein fest. Andreas Schwietzkes Bilder, die vor allem querformatig auftreten, wären höchstens noch in einem echten Querformat gut aufgehoben gewesen. Ein Standardpaperback wäre ihnen nicht gerecht geworden. Zudem war bekannt, dass eine Story – die von Felix Woitkowski – aufgrund parallel verlaufender Lesehandlung quasi nach einem Zweispaltensatz schrie.
Aber dann …

Zuerst bildete ich mir ein, die Bilder jeweils rechts auf komplett schwarzen Seiten zu präsentieren. Andreas‘ Bilder sind nicht sehr hell und lichtdurchflutet, und eine schwarze Umgebung hätte ihnen gutgetan. Gleichzeitig wollte ich die links gegenüberliegende Seite mit weißem Text auf schwarzem Hintergrund präsentieren.
Der Schaltungsdienst Lange fand die Idee nicht lustig. Es gab durchaus gute Argumente gegen so ein Layout. Vor allem konnte der Schaltungsdienst keine gleichmäßig schwarzen Flächen sicherstellen. Es war von »wolkigen« Flächen die Rede, mangelhaften Deckungen, Probleme auch mit der weißen Schrift, die allenfalls grau erschienen wäre. Und dann hätte sich der hohe Tonerausstoß in Schwarz auch auf die reinen Textseiten ausgewirkt.
Das Thema wurde diskutiert. Wie wäre es, die schwarz-weißen Textseiten als Farbseiten mit einer leicht gelblichen Schrift zu drucken? Oder ein anderes Papier? Oder eine andere Bindung? Oder was auch immer?
Im allerletzten Moment konnte die Flucht des Produktionsleiters verhindert werden.

Das Layout wurde dann umgebaut. Im Zusammenhang mit Andreas‘ Bildern gibt es immer noch schwarze Farbe, wenn auch nur noch in Form eines Balkens, in dem sich der Bildtitel findet. Und die Textseiten sind Textseiten geworden, wie man sie kennt.
Der erste Andruck dann war eine Enttäuschung. Nicht für mich, aber offensichtlich für die Schaltungsdienst-Mitarbeiter. Denn die lieferten zum Andruck gleich eine Variante mit, bei der die Bilder 10 % aufgehellt wurden.
Das Ergebnis gefiel mir. Also wurde die Layoutdatei nachbearbeitet, die Bilder aufgehellt, ein neuer Buchblock übermittelt – und ein neuer Andruck angefordert.
Der sah dann auch gut aus, und endlich konnte die Freigabe erteilt werden.

Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass hier ein schönes Buch entstehen würde. Mariannes Arbeit ist beeindruckend. Die Autoren, die sie animieren konnte, sind keine Unbekannten, und ihre Ergebnisse passen auch qualitativ bestens zu den hochwertigen Bildern Andreas Schwietzkes. Dass mich der Schaltungsdienst so oder so nicht im Stich lassen würde, war mir ebenso klar – ich bin nicht deshalb einer der wenigen Kleinverleger, die noch in Deutschland drucken lassen, weil ich Zweifel an der Richtigkeit dieser Entscheidung habe. Und nachdem ich meine eigenen Belegexemplare in Händen halten und durchblättern durfte, ging es mir so wie Marianne, Andreas und anderen, die das Buch schon erhalten haben. Ich denke, »INSPIRATION« ist eines der besten Bücher, die meine p.machinery bislang auf den Markt gebracht hat.

Das Leben ist kein Ponyhof

Binsenweisheit. Das ist vielleicht auch gut so. Ich habe durchaus ein Gefühl für Tiere, aber das beschränkt sich bislang ziemlich vollständig auf Hunde. Mit Ponys habe ich keine Erfahrungen. Und wäre mein Leben ein Ponyhof, könnte das übler enden, als das Leben so oder so enden wird.
Gelaber.
Zugegeben.

Mein Nicht-Ponyhof beschert mir seit geraumer Zeit Verspätungen bei der Produktion meines Lieblings-Pro-Bono-Magazins, den ANDROMEDA NACHRICHTEN des SFCD e.V. Auch die Ausgabe 262, die in diesen Tagen an die Druckerei übermittelt wurden, ist davon nicht ausgenommen. Und das wird bei der 263 und 264 sehr wahrscheinlich nicht anders sein. Denn ich befinde mich in einer Umbruchsituation meines Lebens. Man könnte auch sagen, dass meine Ponys gerade gegen reinrassige Araber ausgetauscht werden. Obwohl mir Lipizzaner lieber wären.
Egal.
Gelaber.
Eben.

Die ANDROMEDA NACHRICHTEN 262 sind jedenfalls in der Druckerei, und wenn deren Urlaubszeit nicht zur völligen personellen Ausblutung führt, dann dürften die gedruckten Produkte Ende Juli oder Anfang August dann doch bei den Mitgliedern aufschlagen.

ANDROMEDA NACHRICHTEN 262
SFCD e.V., Murnau, Juli 2018, 100 Seiten A4, EUR 8,00. Bezug: SFCD-Archiv, archiv[at]sfcd.eu

Der Inhalt:
Conventions
Clemens Nissen: Die Zukunft und wir
Jürgen Lautner: ConFetti
Jürgen Lautner: Von Hasen und Igeln (5. Aethercircus)
Jürgen Lautner: Once upon a Time in Dortmund
Ralf Boldt: Der Deutsche Science-Fiction-Preis 2018
Udo Klotz: Der Kurd-Laßwitz-Preis 2018
Karl E. Aulbach: Fantasy
Michael Haitel: Science-Fiction
Michael Schmidt: Zwielicht
Jörg Krömer: Cinema
Gerd Frey: eGames
Ralf Boldt & Robert Hector: Perry Rhodan
Robert Hector: Science
Armin Möhle: Fanzine Kurier
Michael Baumgartner: Reissswolf
Michael Haitel: Story:Files

Das Titelbild stammt von Andreas Schwietzke.

Diese Ausgabe gibt es auch zum Download:
https://www.sfcd.eu/download/pubs/an201-300/an262open.zip

P.S.: Und ich freue mich schon auf die Einlassung von Hermann R. aus H., dass die Einladung zur MV 2018 in sfcd:intern 39, das gleichzeitig mit den ANDROMEDA NACHRICHTEN 262 erscheinen und ausgeliefert werden wird, zu spät kommt. Das Spielchen hatten wir schon mal zu Zeiten, als Horst »Hope« Schwagenscheidt noch lebte, was weiland zu einer außerordentlichen MV in Offenbach am Main führte. Die wurde dann auch ordnungsgemäß in Anwesenheit des gesamten SFCD-Vorstandes plus einem Mitglied durchgeführt. Ich habe schon mit dem Wirt des Murnauer Griesbräu konferiert, und sehe kein Problem, die dann denkbare außerordentliche MV 2018 in Murnau am Staffelsee durchzuführen. Oder irgendwo in Norddeutschland, je nachdem, wie schnell meine Ponys ausgetauscht werden.

Die wundersame Welt von Microsoft (II)

Zu der gestrigen Geschichte gibt es noch einen Nachtrag, so könnte man das nennen.

Wie gesagt benötige ich als Verleger, Lektor und Korrektur eine Softwareunterstützung (jedenfalls will ich eine haben, basta). Vor langer, langer Zeit erwarb ich daher von Langenscheidt den Duden-Korrektor 9.0, der inzwischen leider in dieser Form nicht mehr weiterentwickelt wird. Die Firma, die den Korrektor übernommen hat, hat eine Software daraus gemacht, die mir nicht gefällt: groß, fett, schwerfällig, behäbig – und sie läuft auch nicht so, wie der alte Korrektor 9.0 gelaufen ist: im Hintergrund, schnell, smooth, fast schon richtig elegant.
Die aktuelle Version von Langenscheidt gibt es nur als »Duden-Bibliothek«, eine Software, die umfangreich und ausführlich ist, wenn auch nicht so ausführlich wie der alte Korrektor 9.0 (zu dem seinerzeit diverse Zusatzwörterbücher gehörten, die man heute für viel Geld separat erwerben muss).
Indes – mit einer Kombination aus dem alten Duden-Korrektor 9.0 und der aktuellen Duden-Bibliothek kann man trotz allem sehr schön arbeiten.

Die Schwierigkeit liegt woanders. Wo auch immer man im Internet recherchiert, die Aussage ist klar: Der alte Duden-Korrektor 9.0 arbeitet mit Word 2010 (und Excel und Outlook 2010 auch), aber nicht mit 2013 und mit 2016 schon zweimal nicht. Kann man überall nachlesen. Stimmt aber nicht.

Heute Morgen stellte ich durch Zufall fest – und ich vermute fast einen Zusammenhang mit den gestern geschilderten wundersamen Dingen –, dass mein Outlook 2016 sich gönnte, den Duden-Korrektor mitzuladen. Ich schaute mir gleich die Add-ins an: Alles okay, der Duden-Korrektor (ja, und zwar der alte 9.0!) lief im Hintergrund mit. Und funktionierte.
Ich startete Word 2016. Und siehe da: Auch Word 2016 lud das Add-in und führte es fehlerfrei und erwartungsgemäß im Hintergrund aus.

Verstehen muss ich auch das nicht. Ich vermute einen Zusammenhang mit der gestrigen Neukonfiguration von Word 2010 bzw. Office 2010 (das ich ja insgesamt gar nicht installiert habe), nachdem ich das Office 2010 auf »Rechner 2« aktiviert hatte. Genau weiß ich es nicht. Und eine Reproduktion der Geschichte steht noch aus; aber da warten eh noch zwei Notebooks auf eine frische Windows-10-Installation mit allem Drumherum.
Eigentlich wollte ich »Rechner 1« von Word bzw. Office 2010 und dem alten Publisher 2007 befreien, um Office 2016 unbeeinträchtigt nutzen zu können. Aber das werde ich nun erst mal bleiben lassen. Lexware und Word 2010 arbeiten bestens zusammen, und die 2016er Programme kann ich auch auf »ordentliche« Weise nutzen (nicht eine Datei aus dem Explorer und damit das Programm starten, sondern das Programm starten und über »Datei öffnen« gehen – was sowieso sinnvoller ist, weil es viele andere Probleme beseitigt – zum Beispiel der mehrfache Start von Word in verschiedenen Sessions, die auf die gleiche normal.dot* zugreifen und beim Schließen lauter eigene Versionen davon speichern wollen).

Die wundersame Welt von Microsoft (I)

Es gibt Dinge, die muss man nicht verstehen. Windows 10 zum Beispiel. Ich finde Windows 10 grundsätzlich gut. Die Idee, zukünftig nicht mehr komplett von Neuem beginnen zu müssen, sondern mit Upgrades leben zu dürfen, gefällt mir – wenn sichergestellt ist, dass das funktioniert (was es von 1709 auf 1803 jedenfalls nicht reibungslos getan hat). Ich arbeite noch nicht sehr lange mit Windows 10, befinde mich also grundsätzlich noch in der Phase des Erwerbs von Erfahrungen und Routine.

Vor einigen Wochen gönnte ich mir einen neuen PC als Hauptarbeitsplatz. Ein völlig angeberisches Teil (*). Darauf läuft Windows 10, natürlich mit der aktuellsten Version 1803.
Alles gut. Nennen wir diesen PC »Rechner 1«.

Gleichzeitig gönnte ich mir ein aktuelles Office 2016 als Office-365-Angebot (für mich und meine Holde). Mit allem Drum und Dran.
Das Problem ist, dass ich als Verleger, Lektor und Korrektor in Personalunion gerne mit gut funktionierenden Werkzeugen arbeite. So benötige ich als beinharter Vertretung der neuen deutschen Rechtschreibung eine passende Software, die im Hintergrund von Word läuft. Das Problem jedoch ist, dass die aktuelle Version des Duden in elektronischer Form nicht mehr der alte Korrektor ist, der diesen Hintergrunddienst zur Verfügung stellte. Ich brauche also neben dem neuen Office 2016 noch Word 2010. Und weil mir die neueren Publisher-Versionen für die Layoutarbeiten zu schnickischnacki sind, brauche ich auch noch den guten, alten Publisher 2007.
Auf meinem vorherigen PC – auch so ein Bolide, aber kleiner – war die Kombination aus Windows 7, Office 2010 und Publisher 2007 völlig problemlos. Nicht so auf »Rechner 1«.

Unter Windows 10 kann man wie unter Windows 7 festlegen, welche Dateitypen mit welchem Programm geöffnet werden. Im Zweifelsfall wählt mal »Öffnen mit« und wählt dann aus.
Aber … oh, Überraschung … Auf dem fertig installierten »Rechner 1« ging das nicht. Wie unter Windows 7 hielt ich unter Windows 10 die Installationsreihenfolge der Office-Pakete für relevant: Erst das neue Office 2016, dann Word 2010 (und ausschließlich Word, nichts sonst) und zuletzt den Publisher 2007 (und auch hier nur diesen, nichts sonst). Das funktionierte auch so weit.
Wenn ich aber aus der Programmliste das richtige Word für ein DOCX auswählen wollte, bekam ich nur Word 2010 angeboten. Selbst wenn ich die Word-2016-Exe aus dem Office-Verzeichnis auswählte – es startete immer Word 2010.
Und schlimmer noch: Wenn ich aus dem Explorer oder einer E-Mail eine Excel-Datei öffnen wollte, startete nicht Excel 2016, sondern Excel 2010 – das ich überhaupt nicht installiert hatte!

Langer Rede kurzer Sinn: Es war und ist nicht möglich, das für einen Dateitypen zuständige Programm aus dem Office-2016-Paket dem Dateitypen zuzuordnen. Geht nicht.

Nun habe ich ein Office 2016 gekauft (bzw. gemietet – 99 Euro pro Jahr für fünf Arbeitsplätze) und würde das auch gerne nutzen. Ganz zufrieden bin ich noch nicht. Outlook 2016 ist gut, gefällt mir. Word 2016 ist beim Start extrem langsam, was ich darauf zurückführe, dass meine normal.dot* in einem eigenen, nicht in einem Standardverzeichnis liegen. Ärgerlich ist das bei der Arbeit mit meiner Lexware-Software, mit der ich Rechnungen, Lieferscheine & Co. schreibe. Da ist Word 2010 deutlich schneller. Und ich brauche Word 2010 mit dem älteren Duden-Korrektor 9.0 für meine Verlagsarbeit. Und den Publisher 2007 für’s Layout.

Glücklicherweise gehöre ich zu den Menschen, die sich einen zweiten PC leisten können. De facto ist dieser PC, den wir »Rechner 2« nennen wollen, der Vorgänger des jetzigen »Rechner 1«. Freilich habe ich den »Rechner 2« noch mal ordentlich aufgerüstet, damit er sich gegenüber seinem großen Bruder nicht schämen muss. (Und das tut er auch nicht.)
Zusammen mit einem 27“-Display von Fujitsu habe ich diesen »Rechner 2« letztlich als PC für Scanaufgaben (mit einem Kodak-i1220-Durchzugsscanner) und für Layoutarbeiten erkoren. Auch hier läuft Windows 10 (1803), jedoch ausschließlich mit Office 2010 und dem Publisher 2007. Die Installation hat wunderbar funktioniert, inklusive Aktivierungen bei Microsoft. Alles gut.

Das Seltsame kam am nächsten Tag: Als ich auf dem »Rechner 1« ein Word-Dokument aus dem Explorer öffnete, startete nicht wie zuvor Word 2010, sondern Word 2016. Auch Excel benahm sich anders: Excel 2016 gab sich die Ehre. Der Publisher 2007 indes funktionierte erwartungsgemäß wie zuvor und einwandfrei.
Das deuchte mich seltsam. Ich startete also Word 2010 von Hand – und siehe da: Das vermeintliche Rumpf-Office-2010 begann, sich zu konfigurieren. Als es damit fertig war, war alles wie zuvor: Office 2016 stand nur noch über die eigenen Programmicons zur Verfügung.

Verstehen muss ich das nicht. Natürlich haben beide Rechner Internetverbindungen, und natürlich sieht dieser Vorgang so aus, als hätte die Aktivierung des Office 2010 auf »Rechner 2« zu Änderungen auf »Rechner 1« geführt. Beweisen kann ich das nicht, und vermuten will ich das auch nicht, weil es blödsinnig ist: Die Office-Installationen auf den beiden Rechnern haben unterschiedliche »product keys« (ja, ich bin erschreckenderweise Besitzer teurer Originalsoftware).
Die Herausforderung wird nun sein, den »Rechner 1« so einzurichten, dass Word 2010 wirklich nur noch mit der Lexware-Software zusammenarbeitet. Und alles andere läuft mit Word und Office 2016. Denn natürlich muss sich meine Anschaffung amortisieren.

Ein Nachtrag: Ich habe Scherzes halber in einer virtuellen Maschine mit Windows 7 eine Parallelinstallation von Office 2016, Word 2010 und Publisher 2007 vorgenommen. Das Verhalten von Office 2016 ist so wie auf »Rechner 1«; man kann es nicht für eine Dateitypenzuordnung auswählen. Word 2010 ist hier in der Tat solo installiert; da ist kein Excel 2010 zugegen, das ich nicht installiert habe (wie es auf »Rechner 1« der Fall ist). Der Publisher 2007 ist so alt, dass er aufgrund Softwaresenilität offensichtlich einfach tut, was er soll. – Wie gesagt, verstehen muss ich das alles nicht.

(*) Wenn ich schon angebe, dann auch richtig: Eine Fujitsu-Workstation, die ich aufgerüstet habe: 2 Xeon-Prozessoren mit max. 3,8 GHz, 128 GB RAM, 2x 1-TB-SSD plus 4x 8-TB-HDD, 2x BluRay-Brenner, 2x AMD FireGL-Grafikkarten für je 4 Full-HD-TFTs. Und ein bisschen Kleinkram.

Unklare Vorgeschichte

Es ist nicht ganz klar, welche Schwierigkeiten Rainer Schorm und Jörg Weigand hatten, dieses Buch an den Mann zu bringen – wobei Mann als »Verlag« zu verstehen ist. Die wenigen Informationen, die mir vorliegen, lassen jedoch den Schluss zu, dass diejenigen potenziellen Verleger, die angesprochen wurden, den möglicherweise vorhandenen Schwanz eingezogen haben, als ihnen nicht nur das Thema, sondern auch der Inhalt des Buches klar wurde. Oder sie hatten von vornherein keine Eier.
Fakt ist, dass »Weiberwelten« eine Sammlung ziemlich böser Satiren zum Thema »Gender Mainstreaming« und dessen Auswüchsen ist. Was die verschiedenen Autoren in diesem Werk beschreiben, zeigt die in Deutschland grassierende sprachliche Vollidiotie von halb- und vollamtlich bestellten Sprachbehinderten und der Gender-Mainstreaming-Lobby, die hinter den Verantwortlichen steht, um sicherzustellen, dass auch die letzte sprachliche Dummheit umgesetzt und zur Regel gemacht wird (*).

Ich habe mit solchen Themen kein Problem. Und nicht nur das – ich finde, es wird viel zu wenig darüber geätzt, was dumme Menschen meinen, im Namen angeblicher und längst unnötiger Gleichberechtigung mit unserer guten deutschen Sprache anzustellen. Dieses Buch ist nicht nur gut. Es ist für Freunde böser Satiren höchst amüsant. Und es ist wichtig. Lauter gute Gründe, mir keine Gedanken um meinen eigenen Schwanz und meine eigenen Eier zu machen.

Details zum Buch: hier.

(*) Letzter zweifelhafter Scherz in dieser Thematik war die Meldung, dass der Rat der deutschen Rechtschreibung sich mit der Frage auseinandersetzen wolle, ob man das Gendersternchen in den Duden einführen wolle. Die B5-aktuell-Podcastmeldung dazu findet man hier; das Verlagsstatement p.machinerys zum Thema hier.

Im Sinne des Verlages

Mein Verlag p.machinery bezeichnet sich – auch laut Gewerbeanmeldung – als Verlag für Primär- und Sekundärliteratur. Insofern war es mir ein unbedingtes Anliegen, der Idee von Bartel Figatowski Folge zu leisten, eine Aufsatzsammlung zu Robert A. Heinlein herauszubringen. Das Ganze entpuppte sich als Projekt, das seine Zeit brauchte. Der Call for papers erfolgte 2012, wurde einmal verlängert; ebenso der Termin für die Abgabe der Beiträge 2013, wobei sich dieser Vorgang bis 2015 hinzog – gut Ding will Weile haben, wie man weiß. Am Ende gab es dann noch umfangreiche Nacharbeiten: So wurden X Texte mit jeder Menge Fußnoten geliefert, deren Inhalte sich auf Fußnoten im jeweiligen Beitrag bezogen, was für ein Gesamtwerk mit einer durchgehenden Fußnotennummerierung eher unpraktisch ist. Bartel F. hat hier hilfreich zur Seite gestanden und das ganze Werk bezüglich der Fußnoten homogenisiert – was eben auch noch ein Weilchen dauerte.

Ein sekundärliterarisches Werk dieser Art ist eigentlich niemals wirklich fertig. Nicht nur, dass all die betrachteten Facetten der Thematik nicht die Einzigen sind, die man in essayistischen Augenschein nehmen könnte und sollte – soll heißen: Es gäbe noch so viel mehr zu schreiben! –, auch die Entwicklung auf dem Markt bleibt ja nicht stehen, und so sind die Aufsätze unter dem Gesichtspunkt der Jahre 2012 bis 2015 zu betrachten; spätere Entwicklungen müssen zwangsläufig unberücksichtigt bleiben.

Dennoch ist dieses Buch ein wichtiges Element in der Betrachtung des Werks Robert A. Heinleins. Mir als Verleger hat die Beschäftigung mit den Beiträgen sehr viel neues Wissen vermittelt, der ich von Heinlein eigentlich nur die »Starship Troopers« wirklich kannte oder zu kennen glaubte.

Nun ist das Buch da – Details: hier – und ich hoffe, es wird sich gut verkaufen, nicht nur, aber auch auf dem Markt der Privatleser. Man wird sehen.

Warum Dinge anders gehen

Warum Dinge anders gehen, als man erwartet, ist sicherlich eine Frage, mit der sich auch schon Wissenschaftler auseinandergesetzt haben. »Murphy’s Law« ist sicherlich eine Erklärungsmöglichkeiten, wenn sie auch nicht wirklich auf wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen beruhen dürfte.
Ursprünglich wollten wir die »SF-Werkausgabe Herbert W. Franke« meines Verlages p.machinery zu Herbert W. Frankes 90stem Geburtstag – das war im Mai 2017! – komplett auf dem Markt haben, aber das erwies sich letztlich als illusorisch. Natürlich als illusorisch. Immerhin werden die einzelnen Bücher nicht einfach durch eine Texterkennung gejagt und 1:1 zur letzten Veröffentlichung wieder auf den Markt geworfen. Es steckt eine Menge Arbeit – seitens der Herausgeber Ulrich Blode und Hans Esselborn sowieso, aber auch von weiteren Autoren – in den einzelnen Bänden, und das kostet halt Zeit.
Nach unserem Dafürhalten sind wir mit Erscheinen des aktuellen Bandes 10 der Werkausgabe, »Ypsilon minus« betitelt, und damit bei rund einem Drittel der gesamten Werkausgabe terminlich auf einem guten Weg. Und wir sind alle ganz augenscheinlich guten Mutes, das Werk der Werkausgabe auch zu einem erfolgreichen Ende zu bringen.

Für den Augenblick feiere ich den zehnten Band der »SF-Werkausgabe Herbert W. Franke« und freue mich vor allem auch ein weiteres Mal über ein ansprechendes, faszinierendes Titelbild von Thomas Franke.

Details zum Buch gibt es hier.