Versace on the Floor
Süße Notwendigkeiten
Naomi wird im nächsten Januar 14 Jahre alt. Und man merkt ihr das natürlich an. Sie hört schlecht, sie sieht vielleicht auch nicht mehr so gut. Sie ist halt einfach alt.
Da machen wir uns Gedanken über einen Nachfolger (Susi soll nicht allein zurückbleiben). Nicht konkret. Und doch immer wieder ein bisschen. Und dabei sind auch oft Kandidaten, die toll sind, aber doch nicht infrage kommen (auch, weil wir kleiner werden wollen, damit wir doch mal wider fliegen können, ohne den Hund in einen Laderaum verbannen zu müssen). So einen wie diesen Bautzner hier, eine bildschöne Schnauze:

Mehr zu diesem wundervollen Mäuschen hier: https://listenhunde-nothilfe.de/portfolio-items/bautzner/
Listenhunde = Willküropfer
In zahlreichen deutschen Bundesländern gelten sogenannte Listenhunde – das sind Hunde von Rassen, die am grünen Tisch von Ahnungslosen als gefährlich eingestuft und einer Liste solch gefährlicher Hunde zugeordnet werden – als gefährlich. Einfach so. Weil sie einer Rasse angehören. Niemand käme auf die Idee, den Deutschen Schäferhund aufgrund seiner Beißkraft und der Zahl der jährlichen Attacken als gefährlich einzustufen. Einen Dackel zweimal nicht. Aber ein American Staffordshire ist gefährlich, weil er ein American Staffordshire ist.
Da spielen auch viele historische Gründe eine Rolle. Amerikanische Hundekampforganisatoren in der Vergangenheit und heutzutage sind schuld an solchen Einstufungen. Und auch Fernsehsendungen, Filme, Krimis, in denen Hunde auftreten, tragen eine Mitschuld: Anderenfalls gälte der Rottweiler nicht durchgängig als gefährlich (obwohl er auf keiner Liste steht), und auch der Dobermann hätte ein besseres Image.
Wie auch immer … Es gibt Menschen, die sich für die sogenannten Listehunde engagieren. FÜR Listenhunde, wohlgemerkt. Und einer der Vereine dazu ist die Listenhunde-Nothilfe. Deren aktuelle Hunde findet man unter listenhunde-nothilfe.de/vermittlung, und da finden sich solch süße Mäuse wie die hier:
REISSWOLF 68
REISSWOLF 68
Das fantastische Rezensionsmagazin
44 Seiten, DIN A5, Broschur mit Rückenstichheftung
ISSN 2942-1837
ISBN 978 3 95765 533 2 – EUR 4,95

Der »REISSWOLF« 68 ist ein »kleines Special« und enthält auf 44 Seiten zwei ausführliche Besprechungen zu Harlan Ellisons Anthologie »Gefährliche Visionen«, besprochen von Horst Illmer und Thomas Harbach.
Das gedruckte Exemplar gibt es beim Verlag und in seinem Buchladen zum Preis von EUR 4,95.
Download unter: https://www.reisswolf-magazin.de/edits2/RW68komplett.pdf
#Science-Fiction #Fantastik #Fantasy #Horror #Rezensionen #ellison #harlan_ellison #illmer #harbach
Wiederholungstat
Jörg Weigands »Tödlicher Bambus« ist keine Erstveröffentlichung — nicht mal in der p.machinery. Der Roman erschien ursprünglich 2017 unter dem etwas unpassend wirkenden Titel »Die unheimliche Brücke« im Kelter Verlag. Der alte Titel gefiel dem Autor nicht sonderlich, und so erschien das Buch 2024 als unverkäufliches Geburtstagsgeschenk anlässlich des 84. Geburtstags des Autors. Die neue Version mit dem gleichen Titel »Tödlicher Bambus« ist identisch mit dem 2024 erschienenen Buch, hat allerdings ein neues Titelbild erhalten, damit es doch einen kleinen Unterschied gibt.

Der letzte Welling?
Es sei sein letzter Roman, hat Wolf Welling gesagt. Ob das so stehen bleibt, wird sich zeigen. Wenn es sich bewahrheitet, dann ist dieser Roman ein gelungener Abschluss einer nicht unansehnlichen Schriftstellerkarriere. Der Roman »Das Grüne Zimmer« ist eine Umweltdystopie, in der ein psychotropisches Gras Gebäude von innen befällt und die Bewohner mit Schmerzen und Wahnvorstellungen vertreibt. Die drei Handlungsstränge finden einer im Laufe der Geschichte – und mit voller Absicht werden nicht alle Fragen, die sich stellen, auch beantwortet. Das wäre vielleicht auch zu einfach.

Der letzte Erler
»Zucker« war natürlich nicht sein letzter SF-Roman, aber für die p.machinery ist die »wirklich süße Katastrophe« der letzte Erler-Titel, der veröffentlicht wird. Der Grund ist einfach: Der Vertrag vom September 2021 ist erfüllt. Es gäbe noch weitere Optionen, als da wären »Feuerzeichen«, »Delay – Verspätung«, »Reise in eine strahlende Zukunft« und »Die Delegation«, jedoch wären hier Nachverhandlungen mit dem Autor notwendig – und Rainer Erler lebt ja leider nicht mehr –, und auch die Frage nach der Lukrativität würde keine grundsätzlich positive Antwort nach sich ziehen; soll heißen: Die Neuausgaben der Erler-Romane in der p.machinery haben sich finanziell nicht gelohnt.
Wie auch immer: »Zucker« ist immerhin ein gelungener Abschluss der »kleinen Werkausgabe« zu Erlers SF-Werk. Ein durchaus amüsantes Buch mit einem ernsthaften Thema. Und für einen Verleger mit einem deutlich erkennbaren Schwerpunkt auf gedruckten Büchern hat der Plot im Grunde auch ein wenig Horrorpotenzial.

Schmutzige Geschichten?
Nein. Ganz sicher nicht. Die Sammlung »DIRT TALES« vereinigt Geschichten, die Marianne Labischs Alter Ego Diane Dirt geschrieben hat und die sich von anderen SF-Geschichten durch den Ruhrpottslang der Protagonistin abheben, ein Dialekt, an den man sich gewöhnen muss oder den man am besten selber zum Besten geben kann. Wie auch immer – hier sind die Geschichten, nicht nur von Diane Dirt aka Marianne Labisch, sondern in zwei Fällen auch von Michael Schmidt, dem Ernstfall.

Dirt, Diane, Labisch, Marianne, Schmidt, Michael, DIRT TALES
Die nächsten Neuigkeiten …
… aus der p.machinery finden sich im Neuigkeitenbrief 52 vom 22.08.2026: hier.