Heute denke ich an Susanne

Ja, heute denke ich an Susanne Haberland. Vor fünf Jahren ging sie von uns und hinterließ ein Loch in der literarischen Welt. Und eigentlich auch im Programm meines Verlags, denn da wäre sicherlich noch eine Story für mich drin gewesen.

Labisch, Marianne & Scherm, Gerd, DIE FAHRT DER STEAMPUNK QUEEN

Ein Stückchen auf der Siegerstraße

Besonders hat mich gefreut, dass Gabriele Behrends »Salzgras & Lavendel« nicht nur für den Kurd-Laßwitz-Preis, sondern auch für den SERAPH 2021 nominiert worden ist. Über die dieser Tage eingegangenen erfreulichen Nachrichten zu einschlägigen Preisnominierungen berichte ich ausführlich(er) auf meinem Verlagsblog, nämlich hier:

Dort finden sich auch die Titelbilder – die ich hier diesmal ausklammern möchte – und Links zu den Buchbeschreibungen auf meiner Verlagsseite.

Ich gratuliere meinen Nominierten und drücke ab jetzt alle Daumen, dass das Ende der Siegerstraße noch nicht erreicht ist.

Auf jeden Fall mal verarscht

Irgendein Klugscheißer – vermutlich aus einer dieser drogensüchtigen und ständig masturbierenden Designermischpoke – hat mal behauptet, bei Notebooks und TFT-Monitoren benötige man keine Bildschirmschoner mehr, weil sich die Bildschirminhalte nicht einbrennen würden.

Na, dann danke, Arschloch! Bei IPS-Panels stimmt das jedenfalls offensichtlich nicht. Auf meinem Monitor rechts oben läuft den ganzen Tag die WinTV-Software und zeigt rechts die Senderliste an. Durch Zufall habe ich nun festgestellt, dass ich diese auch ohne die Software lesen kann, und dazu, dass auch die ClockX genannte Uhr ihre Spuren hinterlassen hat. Und woher die anderen Spuren stammen, – die vor allem bei einem grauen Hintergrund sichtbar sind –, kriege ich auch noch raus.

Aber man sieht einmal mehr: Man kann sich nur noch auf eines verlassen. Schrott.

Erinnerung an Susanne

Es war eine schöne Idee von Marianne Labisch, der Erinnerung an Susanne Haberland anlässlich ihres fünften Todestages am 1. April 2021 ein Buch zu widmen. Ein Steampunk-Buch. Und nicht nur eine Anthologie, sondern einen Roman. Ein Episodenroman. Das hat sich so ergeben, und das ist ein wunderschönes Buch geworden, das der Erinnerung an Susanne und ihr eigenes Werk mehr als angemessen ist.

Susanne Haberland war ein liebenswerter Mensch. Ich kannte sie eigentlich nur durch unsere E-Mail-Kommunikation, und selbst da … Wer sie besser kannte, das war Marianne Labisch, und an dieser Stelle erlaube ich mir deshalb, Mariannes Vorwort aus diesem Buch, aus »Die Fahrt der Steampunk Queen« abzubilden:

Labisch, Marianne & Scherm, Gerd, DIE FAHRT DER STEAMPUNK QUEEN

Die Welt ist Schrott

Abends ist es Zeit für »Shakespeare & Hathaway«, aber einmal mehr spinnt der Satellitenreceiver. TechniSat, Willkommen, nix mehr. Nach dem vierten Aus- und Wiedereinschalten endlich ein Sender. Und eine Bildstörung. Wenn das Scheißding das regelmäßig machen würde, wäre es längst auf dem Müll. So aber hat eine Neuanschaffung wenig Sinn. Der Vorgänger, eine Skybox, war auch Scheißdreck: Bildausfälle, Tonstörungen – und dazu ein völlig desinteressierter Service.

Ich brauchte dringend ein Buch. Ein bestimmtes Buch. Die Sendung geht mit einem Tag Verspätung auf die Reise. Gut, die haben in der Druckerei sicher mehr als einen Kunden. Alles kein Problem. Die Sendung ist immerhin am Freitag raus – und wird zur Zustellung am morgigen Dienstag angekündigt. Was? Dienstag? Scherz, oder? Zwei Sendungen des gleichen Versenders, die am gleichen Tag verschickt wurden, kamen am Samstag an. Fuck!

Immerhin waren diese beiden Sendungen für Montag angekündigt, sodass ich Hoffnung hegen durfte, mein wichtiges Buch käme nicht erst am Dienstag, sondern schon am Montag an. Heute. Und siehe da – ich hatte recht. Die Sendung kam, alles gut.

Alles gut? Mitnichten! Das Buch muss weitergeschickt werden. Begleitet von einer kleinen Nachricht zu einem besonderen Tag, versehen mit persönlicher Unterschrift. In einem Paket. Wegen des Volumens. Und der Verfolgbarkeit. Und was ist? Nix ist. Die DHL-Online-Frankierung ist »aufgrund einer technischen Störung (…) zurzeit« (immer noch um 13.45 Uhr!) »leider nicht möglich. An der Fehlerbehebung wird mit Hochdruck gearbeitet.« Fuck!

Und dann bedanken die sich noch für mein Verständnis. Dabei habe ich überhaupt kein Verständnis. Nicht nur, dass sich dergleichen bei DHL und der Post und wie immer die Gelbe Mafia heute auch heißt in den letzten Wochen gehäuft hat – haben die schon mal was von redundanten Systemen gehört? Immerhin hängen an diesem Versagerkram jede Menge Postfilialen und Poststellen, und ich denke, auch in den heutigen Seuchenzeiten muss der eine oder andere noch nicht infizierte Bürger etwas verschicken.

Und diesen Scheiß muss man heute überall aushalten. Überall. Einfach überall. Manchmal wünscht man sich glatt einen globalen EMP.

P.S.: Und als i-Pünktchen habe ich gerade unseren verblödeten Chinesen, diesen taiwanesischen Saugrobotermüll, zu seiner Ladestation zurückgetragen, die er alleine wieder nicht gefunden hat, weil er eine Teppichbrücke nass wischen musste, was die sich nicht hat gefallen lassen.

Malta: Kleiner Film, eher enttäuschend

Auf ARTE läuft heute nachmittag um 17.50 der Film »Malta – Kleines Land ganz groß«. Es handelt sich um einen Teil einer fünfteiligen Dokumentationsreihe – und ich habe mir den knapp dreiviertelstündigen Film schon in der ARTE-Mediathek angeschaut.

Und bin enttäuscht.


https://www.arte.tv/de/videos/092103-003-A/malta-kleines-land-ganz-gross/

Als Malta-Fan mit (nur!) fünf Aufenthalten dort (ich kenne jemanden, der deutlich öfter dort war … Neid! Nicht wahr, Anke? :) habe ich natürlich bei solchen Filmbeiträgen meine Erwartungen. Aber ich erwarte Besonderes, Dinge, die ich noch nicht kenne, die besonderen Kleinigkeiten, die dem Malta-Fan jenseits des Pauschaltourismus das Bild des geliebten Inselarchipels abrunden und zum Leuchten bringen.

Indes ist der Grundtenor dieses Beitrages eher negativ. Es geht vor allem um Tierarten, die auf Malta – und möglicherweise nur dort – leben. Gut, die im Volksmund Lampuki genannte Goldmakrele ist natürlich keine rein maltesische Fischart, wenn sie auf Malta auch als Nationalgericht geführt wird. Problematisch fand ich den Herrn, der mehrfach nach kleinen Tieren grapschte und sie in seinen Fingern zappeln ließ; vor allem die winzigkleine Maus, die keine Maus, sondern eigentlich ein (Verwandter des) Igel(s) ist. Vernünftige Filmaufnahmen hätten hier sicherlich auch ihren Zweck erreicht.

Aber der Grundtenor waren Aussagen über all das, was verloren gegangen ist: die Landbrücke zwischen Italien und Afrika (nach deren Untergang Malta übrig geblieben ist), viele Tierarten (und das Chamäleon wird dann als Einwanderer von Afrika geoutet), die Natur (dank Städtebau, Straßenbau, vierhundertzwanzigtausend Autos und einer halben Million Einwohner) … Ich habe dann irgendwann nicht mehr zugehört, denn Natur- und Tierschutz in allen Ehren: Malta ist von Haus aus eine ziemlich dämliche Wahl, hier Notwendigkeiten zu propagieren. Denn was, bitte, sollen die Malteser denn machen – ins Wasser gehen?

Ärgerlich auch die schlampige Recherche. Mdina, die alte Hauptstadt des Johanniter Ritterordens, ist natürlich nicht die »Citta nobiltà« (gesprochen »nobilita«), sondern die »Citta notabile«, also nicht die »edle«, sondern die »bemerkenswerte Stadt«, ein Ehrentitel, den Mdina nach einem erfolgreich abgewehrten Hafsiden-Angriff 1422 erhielt. Was ohne weitere Recherche zu bezweifeln ist, denn die italienische Sprache kam erst durch die Johanniter auf die Inseln, und die ließen sich erst 1530 dort nieder.

Und auch der vielfältig kolportierte Blödsinn, Malta sei laut UN das wasserärmste Land der Welt, wird einmal mehr wiederholt. Aber es gibt Storys, die sind nicht auszurotten: Noch heute gibt es Menschen, die glauben allen Ernstes, es wäre auf ganz Malta nur eine Ampelanlage …

Piper im Herbst, Vorwarnung

Man kann sich fragen, was bei Piper los ist. Die Programmvorschauen, die ich noch im Jahre 2020 erhalten habe, sehen heute anders aus. Und es sind auch keine Vorschauen, sondern Vorvorschauen, enthalten »erste Informationen«, so als wäre ein Verlag neuerdings mit seinen Erscheinungsterminen so abhängig wie Filmstudios von der Öffnung (oder Schließung) von Kinos oder Musiker von den Absagen ihrer Konzerte.

Die Vorvorschauen sind optisch spartanisch aufgemacht. Es gibt keine echte Verlags-CI, keine Titelbilder zu den Büchern.

Aufgefallen ist mir (einmal mehr) jedoch etwas anderes: Von 16 vorangekündigten Titeln im Bereich Fantasy, SF und dem Programm »ivi« tragen 8 Titel – mithin 50 % – ganz oder teilweise englische Titel.

Ich möchte das unkommentiert lassen, nicht zuletzt, weil Ausreden zu einfach wären. So könnte man bei Astrid Scholtes »Into Dark Waters« argumentieren, dass die Autoren in Australien lebt und deshalb …

Blödsinn. Ganz klar. Und es ist die pure Verschwendung. »In dunkle Wasser« wäre ein lyrischerer, poetischerer Titel gewesen, der viel schöner über die Stimmbänder vibriert hätte als dieses englische Lallabralla.

RDP über Entsolidarisierung der Gesellschaft

Die Entsolidarisierung der Gesellschaft ist ein Problem, bei dem auch die Tendenzen der gewaltsamen Veränderungen der deutschen Sprache eine Rolle spielen. Stichworte: »Gendern«, »Cancel culture«, »Political correctness« u. v. m. Richard David Precht geht darauf speziell hier nicht ein, aber die entsolidarisierte Gesellschaft ist nicht nur sprachlich präsent.

Siehe auch in der NDR-Mediathek.

Literatur in Deutschland: Rufschädigende Verlage

Und dann ist da ein Verlag, der ein Buch vorlegt. Es soll korrigiert werden. Im fertigen Buchsatz. Mit einem Text, der nicht lektoriert wurde und von unlogischen Abfolgen von Handlungs- und Beschreibungselementen lebt. Mit einem Text, der nicht korrigiert wurde; eine Rechtschreibung, die Kindern zugemutet werden soll, die schon genug unter ihrem »Schreiben nach Gehör« zu leiden haben. Mit einem Buchsatz, der von einem Ahnungslosen vorgenommen wurde – vermutlich in InDesign, dieser völlig übertrieben teuren und ebenso übertrieben aufwendigen Software, die man einfach für nichts nutzen sollte, vor allem nicht für Arbeiten, von denen man keinen Schimmer hat.

Es ist traurig. Jämmerlich. Es ist ein Zeichen – eines von vielen – für den Niedergang der Literatur in Deutschland. Wenn Selfpublisher jeden unlektorierten und unkorrigierten Mist in Word mit Blocksatz und ohne Silbentrennung veröffentlichen dürfen, sollte man wenigstens von einem Verlag erwarten können, dass seine Bücher etwas taugen.

So kann man sich täuschen. Und die (vor allem Klein-) Verlage, die sich redlich Mühe geben, zahlen am Ende die Rechnung. Der einzig richtige Begriff ist Rufschädigung.