FAN: Mein erster Beitrag nach langer Zeit

Vor ewiger Zeit war ich schon einmal Mitglied der APA »FAN«, und seit der Ausgabe 129 bin ich es wieder. Interessant. In den modernen Zeiten mit Blog, Facebook und E-Mails eine neue, alte Erfahrung. Meinen ersten Beitrag unter dem (Reihen-) Titel »AntiquaRIOT« präsentiere ich hier.

Meine erste Sonne

PERRY RHODAN-FanZentrale e.V. (Hrsg.)
SOL 99
Das Magazin der Perry Rhodan FanZentrale
PRFZ e. V., o. O., März 2020, DIN A4, 64 Seiten, ISSN 1439-2453

VORBEMERKUNG. Ich bin kein Perry-Rhodan-Fan. Ich lese die Serie wieder, stecke in den 2900ern. Dahinter steckt ein gewisses Kalkül, das hier keine Rolle spielt. Ob ich jemals eine SOL gelesen habe, entzieht sich meiner Erinnerung. Gesehen habe ich schon welche, das ist sicher. Aber gelesen – eher nicht.
Nachdem offensichtlich niemand Lust hatte, die Ausgabe 99 zu rezensieren, habe ich mich bereiterklärt. Auch das mit einem gewissen Kalkül, denn der Schwerpunkt der Nummer steht in einem Zusammenhang mit einem bei p.machinery erschienenen Buch: Walter Ernsting.

WORUM GEHT ES? Blöde Frage. Um Perry Rhodan. Und das Drumherum. Der Inhalt des professionell aufgemachten Magazins ist abwechslungsreich, der Schwerpunkt Walter Ernsting nimmt einen nicht unerheblichen Teil des Magazins ein, lässt jedoch auch Platz für andere Themen.
So startet Matthias Hettler nach den üblichen Vorworten von Christina Hacker und Nils Hirseland – Mist, ich glaube, ich bin enttarnt! – mit »Reflexionen zum Mythos-Zyklus« und wirft einen ausführlichen Blick auf die Romane 3059 bis 3068. Für mich als Noch-nicht-3000er-Leser ist das durchaus interessant, gewinne ich doch einen ersten Einblick und könnte hier die Einschätzungen Robert Hectors fundierter oder unsinniger finden. Was ich mangels echter Detailkenntnisse nicht tue. Aber wie gesagt, Hettlers Ausführungen haben die noch verfinsterten Sektoren meines Geistes durchaus erhellt.
Alexander Trinley interviewt danach ausführlich Arndt Ellmer, der sich wieder »fit wie neue Turnschuhe!« fühlt. Sagt er. Ich bin, wie gesagt, nicht drin in der Perry-Rhodan-Szene und habe demzufolge nicht mitbekommen, dass Arndt glatte fünf Jahre weg vom Fenster war. Gesundheitliche Gründe. Ernste Gründe. Es ist durchaus positiv, zu lesen, dass er wieder auf dem Damm ist.
Leonhard Beyrle schreibt über den ersten interaktiven Perry-Rhodan-Roman, den Peter Terrid 1996 auflegte. Mit Ausschnitten aus dem 1997 veröffentlichten Werkstattbericht Terrids ruft Beyrle eine »fast vergessene Kuriosität aus dem Perry Rhodan-Umfeld« wieder in Erinnerung.
Jörg Isenbergs Fortsetzungsstory »Projekt Vertigo« ist mir als ehemaliges FanEdition-Projekt in Erinnerung, das dann dort nicht veröffentlicht wurde, weil Jörg kein Neuautor mehr ist. In SOL 99 wird der 9. Teil präsentiert.
Thomas Harbach, als ausführlicher Rezensent auch in den ANDROMEDA NACHRICHTEN des SFCD bestens bekannt, bespricht »Sternenfieber«, eine Publikation des TCE (Terranischer Club Eden), als »eine gelungene Erweiterung der Perry-Rhodan-Historie«. Ich kenne »Sternenfieber« nicht, glaube aber, Thomas‘ Urteil vertrauen zu können.
Stefan Wepil liefert eine ausführliche und bebilderte Beschreibung der »alternativen Erde« Iya. Bei FOLLOW würde man dergleichen als »Enzy« einstufen. Für mich wird das erst interessant, wenn ich wirklich in die 3000er-Bände vorgestoßen bin.
Und dann ist er dran – Walter Ernsting. Christina Hacker beschreibt in »Eine Legende im Fokus« die verschiedenen Publikationen, die zu Walter und seinem Pseudonym »Clark Darlton« zuletzt aufgelegt wurden, wobei »zuletzt« einen Zeitraum von durchaus 20 Jahren umfasst. Klaus N. Frick beschreibt seine »erste Begegnung mit Walter« auf dem WeltCon 1980 in Mannheim, auf dem ich auch war, wenn auch weit entfernt von all den Perry-Rhodan-Honoratioren. Thomas Harbach indes widmet sich »Walter E. und seine ›Men in Black‹«, worin es irritierenderweise nicht um Außerirdische und deren Anwesenheitsbewältigung geht … oder doch? Ja, man könnte es so sehen, denn eigentlich geht es in Thomas‘ Artikel um Walter Ernsting und Erich von Däniken, die eine Freundschaft verband, die nicht selten auch mal zulasten von Walter Ernsting und dessen Ernsthaftigkeit ausgelegt wurde. Nachfolgend hat Christina Hacker »Schlaglichter« zusammengestellt, kurze Texte von »Autoren, Fans und Freunden über Walter Ernsting«. Bekannte Namen sind es: Uwe Anton, Olaf Brill, Ekkehardt Brux, Robert Corvus, Erich von Däniken (!), Arndt Ellmer, Andreas Eschbach, Gustav Gaisbauer, Reinhard Habeck, Hubert Haensel, Erich Herbst, Michael Marcus Thurner, Roman Schleifer, Andreas Schweitzer, Christian Wehrschütz, Jörg Weigand, Uschi Zietsch – seufz. Wenn sich irgendwann einmal an mich auch nur der allerkleinste Bruchteil solcher Namen erinnert, dann kann ich zufrieden meinen Hunden über die Regenbogenbrücke folgen.
Den Abschluss des Schwerpunkts gestaltet Clark Darlton dann quasi selbst. Unter dem Titel »Die verlorene Zeit« hielt Walter Ernsting im September 1986 auf dem WeltCon in Saarbrücken eine Rede, deren Text in SOL 99 nachzulesen ist.
Danach geht es mit »Perry Rhodan NEO« weiter. Christian Hacker schreibt über die Staffel »Arkon erwacht« und präsentiert die Bände 220 bis 229 in epischer und höchst informativer Breite.
Zum Abschluss der neunundneunzigsten Ausgabe des Magazins SOL gibt es noch eine Rezension von Thomas Harbach zu den Planetenromanen 39 und 40, verfasst von Horst Hoffmann, eine Story von Dieter Bohn mit dem Titel »Chirurgischer Eingriff«, die mich daran erinnerte, dass ich die Figuren von Tatcher a Hainu und Dalaimoc Rorvic nie gemocht habe, und zu guter Letzt die Liste der Stammtische.

WAS GEFIEL? Im Detail kann ich das nicht sagen. Der Schwerpunkt zu Walter Ernsting hat mich vor allem auch deshalb sehr positiv angesprochen, weil ich im Juni erst ein eigenes Buch herausbrachte – »Unser Walter«, herausgegeben vom leider verstorbenen Wolfgang Thadewald und dem zum Glück noch höchst lebendigen Ulrich Blode – und bei der Lektüre feststellte, wie viel es über den Mann noch zu sagen und schreiben gegeben hätte. Ansonsten gefiel mir SOL 99 als die vermutlich allererste Ausgabe, die ich jedenfalls komplett goutiert habe, als informatives und abwechslungsreiches Magazin, das den Perry-Rhodan-Fan auf jeden Fall interessieren wird – und wegen des Schwerpunkt vielleicht sogar SF-Fans, die es mit der Serie nicht so am Hut haben.

ZU EMPFEHLEN? Für Perry-Fans auf jeden Fall. PRFZ-Mitglieder bekommen die SOL ja im Rahmen ihres Mitgliedsbeitrages, und wenn ich mehr Zeit hätte – für noch mehr Lektüre –, dann würde ich vermutlich ernsthaft über eine Mitgliedschaft nachdenken. Besonders empfehlenswert ist das Magazin aber vor allem wohl für diejenigen, die einfach nur mal schauen wollen, was in der Serie und drumherum so vor sich geht, ohne sich gleich in die Serienhandlung stürzen zu wollen. Die Überblicke über die Serie an sich und über NEO sind da besonders hilfreich.

NOCH WAS? Ja. Mir ist angenehm aufgefallen, dass in SOL nicht gegendert wird. Das ist heutzutage beinahe schon bemerkenswert.
Negativ fiel mir auf, dass die Macher der SOL dem gleichen Fehler zum Opfer fallen, dem viele, vor allem Vereine unterliegen: Der Verein ist der Verlag, soweit ist das richtig. Aber der Herausgeber kann niemals ein e. V., sondern nur eine natürliche Person sein; auch wenn es gerade Vereine sind, die mit fadenscheinigen Einlassungen dagegen argumentieren.

Bonk!

Heute hatte ich meine erste Amsel in der Hand. Oder Drossel. Jedenfalls kein Fink. Und für einen Star war sie zu klein. Egal. Schwarz war sie, und deutlich größer als ein Spatz.

»Bonk!« ist das Geräusch, wenn ein nicht zu kleiner Vogel vor eine Fensterscheibe fliegt. Der Flugverkehr in und über unserem Garten ist recht intensiv. Vorrangig sind es Sperlinge, Spatzen, Finken – aber immer wieder sind auch größere Kaliber darunter. Und ganz selten, aber doch immer wieder macht es »Bonk!«

Ich gehe dann immer raus und schaue, ob ein Vogel dort liegt. Und heute lag dort einer. Wie gesagt, schwarz. Er hatte keinen gelben Schnabel, der Vogel, deshalb denke ich, es war eine Drossel.

Sie ließ sich in die Hand nehmen und saß dann auf meinem Zeigefinger. Ich streichelte über ihren Rücken, keine Reaktion. Ich prüfte ihre Flügel, indem ich sie vorsichtig auseinanderzog; sie zog sie wieder zurück und legte sie an. Offensichtlich waren sie unverletzt.

Trotzdem versuchte sie nicht, davon zu fliegen. Vermutlich war sie benommen. Als sie leicht zu flattern begann und offensichtlich unruhig wurde, setzte ich sie auf den weißen Kunststofftisch hinter dem Haus. Dort stand auch ein Futterhäuschen, frisch gefüllt. So wird sie nicht verhungern, dachte ich.

Eine Weile saß sie dort und ich überlegte, ob ich sie vielleicht zum Tierarzt nebenan bringen sollte. Aber als ich dann mit den Hunden zum Kimmischwimmi – Kims physiotherapeutisches Schwimmvergnügen – fuhr, war sie verschwunden. Ich schaue noch nach, ob sie irgendwo lag, aber offensichtlich war sie dann doch wieder fit gewesen und davon geflogen.

Wäsche aufhängen – ein tittemathisch-metrogäisches Brobblem

Du hast:

    • eine Fuhre Wäsche, bestehend aus einer Ladung Socken und drei nagelneuen, aus hysterischen Gründen erstzuwaschenden Spannbettlacken für ein (!) Doppelbett;
    • vier Wäscheständer, von denen einer bereits belegt ist;
    • ein Zimmer, weil das Schlafzimmer tabu ist, die Küche zu klein, das Bad unpraktisch und das sogenannte Gästezimmer einer mangels Kunden nicht genutzten Massageeinrichtung vorbehalten ist; bleibt das sogenannte Kleiderzimmer mit Trimm-dich-Rad.

Du kannst:

    • die drei Spannbettlaken auf je einem Wäscheständer aufhängen;
    • die Socken in die Luft werfen und auf ein temporäres Aussetzen der Schwerkraft hoffen;
    • die drei Wäscheständer so in dem Zimmer positionieren, dass genügend Luft zwischen den Laken ist, dass eine Chance auf Trocknung vor Beginn des Verfaulens besteht.

Du musst:

    • dir am nächsten Morgen Gedanken machen, wie du an deinen Kleiderschrank kommst.

Du denkst:

    • Worin besteht die Notwendigkeit, drei (!) Spannbettlaken für ein (!!) Doppelbett zu einem (!!!) Zeitpunkt zu waschen?
    • Wenn man in der Gummischule beim Abur aufgepasst hat, kann man dann das Brobblem lösen? Vermuthaft.

P.S.: Nein, meine Klamotten sind in einem anderen Zimmer.

Neue Verblödung

Die Meldung zu »Neue Narrative« kam bei Xing, der Beitrag war – aus gutem Grund? – nicht aufzurufen, weil ein Fehler auftrat. Aber es gibt ja Google. Leider. Auf der Website – die ich hier nicht verlinke; wer so einen Unsinn suchen will, soll dafür arbeiten – liest man:

Neue Narrative ist das Magazin für neues Arbeiten

Neue Narrative ist ein Wirtschaftsmagazin, in dem es nicht nur um Wachstum, Rendite und heroische Manager*innen geht. Wir erzählen Geschichten aus einer neuen, egofreien Arbeitswelt, die zum Anpacken, Nachmachen und Weiterdenken einladen.

Schon der Titel ist blödsinnig. »Narrativ« ist ein Adjektiv, für »erzählend« – daraus ein Substantiv zu machen, eine schlechte Angewohnheit, die mehr und mehr um sich greift, ist nicht nur schwachsinnig, sondern auch schädlich. Das Substantiv, das zwingend an eine »Narretei« erinnern würde, würde irgendein Neudeutschlaberer überhaupt noch wissen, was das ist, soll klugscheißerisch die gute, alte »Erzählung« ersetzen – und das ohne jeden Grund. »Wir erzählen Geschichten«, das schreiben die Spacken von der »Neuen Narretei« ja selbst – warum also dieser Umweg?

Zwei weitere Peinlichkeiten lassen die Lektüre wenig empfehlenswert erscheinen: Es wird gegendert, allerdings inkonsequent. Und die Rechtschreibung ist nicht nur uneinheitlich, sondern stellenweise eklatant falsch. Es sei denn, zur Wortneuschöpfung gehört auch die sprachliche Rückkehr in die Neunziger.

Fazit: Man nehme einen Eimer vom benachbarten Bauernhof und kippe ihn über die »Nackte Null« aus. Zumal die meisten Themen mit »Wirtschaft« nichts zu tun haben – nicht mal mit Kneipen. Unter einem »Wirtschaftsmagazin« verstehe ich jedenfalls was anderes.

Lieblingstanz

Es gab mal eine Zeit, da tanzte ich. Nicht nur anderen Leuten auf der Nase herum. Sondern richtig. Auf der Tanzfläche. Aber das ist länger her. Dank eines nicht immer zu unterschätzenden Rückenproblems – ein Arzt sprach schon von Arthritis – ist das heute kein Vergnügen mehr.

Aber Tanz ist ja nicht nur die Bewegung auf dem glatten Boden, sondern auch die Musik. Und eine Musik, die ich auch ohne das geschwungene Bein schon immer mochte, ist der Walzer. Der richtige, der Wiener, der Strauss-Walzer. Der Kaiserwalzer, die schöne blaue Donau, das Wiener Blut.

Und so war es mein naheliegender Wunsch, die von Ellen Norten zur Show verpflichteten Aliens Walzer tanzen zu lassen. Ellen begleitete die Idee und zahlreiche Autoren machten mit. Mit Geschichten, die nicht nur aus einem »heiteren Universum« berichten, sondern die auch in der Tat eine Verbindung zwischen Alien und Walzer herzustellen in der Lage waren und sind.

Für einen Walzer-Fan wie mich ist das eine höchst gelungene Anthologie geworden. Und das nicht nur, weil ich der Verleger des Buches bin. Gerade deswegen nicht.

Norten, Ellen (Hrsg.), DAS ALIEN TANZT WALZER

Gemächlich, der Tag

Am Morgen scannte ich die am Vortag sortierten privaten Dokumente. Dabei fiel mir eine Lebensversicherung in die Finger, an die ich nicht mehr gedacht habe.

Ich testete eine im Juni gekaufte Dokumentenkamera vom Typ Optoma DC554. Zum wiederholten Male. Und zum wiederholten Male funktionierte sie nicht. Ich schrieb eine Reklamation:

  1. Die Fernbedienung funktioniert nicht. Trotz Wechsel auf definitiv nagelneue Batterien reagiert das Gerät nur dann auf die Fernbedienung, wenn man sie direkt und nicht weiter als 3 cm entfernt vor den Sensor hält, der sinnigerweise auf der Rückseite des Geräts direkt neben dem Stecker für das Netzgerät angebracht ist.
  2. Die Tasten »Playback« und »Menü« auf dem Gerät haben keinen erkennbaren Effekt; das Menü ist nicht erreichbar, Einstellungen können dort nicht vorgenommen werden.
  3. Das Bild lässt sich nicht vernünftig auf Standardformate einrichten, z. B. auf DIN A4. Das Objektiv ist beim Format A4 unter anderem so weit von der Vorlage entfernt, dass Probleme gem. Punkt 4. entstehen:
  4. Aufnahmen aller Vorlagen, vor allem aber von DIN-A4-Seiten sind grundsätzlich verzerrt, d. h., gewölbt. Das führt zu Unschärfen an den Außenrändern der Vorlage (jeweils ein Drittel links und rechts, die Mitte ist auch nur leidlich scharf). Das Problem lässt sich nicht beheben.

Fazit: Bedauerlicherweise ist die Kamera nicht geeignet, Dokumente in einwandfreier und langfristig nutzbarer Qualität zu fotografieren, vor allem auch nicht in größeren Stückzahlen. Das Filmen von Videos ist nicht beabsichtigt.

Und verpackte das Stück versandfertig. Benutzen kann ich sie ja sowieso nicht.

Dann musste ich eine Software reklamieren, die ich erstanden hatte. Ein Paket Adobe CS6. Ältere Version, klar, aber die enthaltene InDesign-Version hätte für meine Zwecke gereicht. Die Seriennummern erwiesen sich allesamt als ungültig, und auch in einer virtuellen Maschine ohne jede Verbindung zur Außenwelt (virtuelle Netzwerkkarte deaktiviert) stellte die Software nach 7 Tagen den Dienst ein.

Die Lebensversicherung wurde einer Prüfung unterzogen und zum Verkauf freigegeben. Angebote wurden angefragt, es wird sich zeigen, ob sie sich verkaufen lässt. Es ist eine ehemalige Direktversicherung, eine berufliche Altersversorgung, längst beitragsfrei, aber manche Anbieter wollen sie partout nicht haben, andere äußern sich diffus und ungenau. Kündigen kann ich sie am Ende immer noch. Es macht einen Unterschied, jetzt eine fünfstellige Summe zur Verfügung zu haben oder ab 2024 monatlich knapp 90 Euro.

Der mittägliche Gassigang war herrlich. Länger als ursprünglich geplant – einfach anders abgebogen – und praktisch ohne Autoverkehr. Doch – ein Traktor, ein Pkw, beide Raser, wie üblich. Aber sonst war es sonntäglich still. Und sonnig, wenn auch kühl.

Mein Autohaus bekam eine E-Mail. Der Passat und der Skoda Roomster brauchen Service für Kleinigkeiten. Winterreifen aufziehen bzw. kaufen, eine Inspektion für den Roomster. Ich schreibe gerne auf, was ich will und lasse mich dann von einem schreibfaulen Servicemitarbeiter anrufen. Spart Zeit und Mühen, spart auch Korrekturen von Fehlern, weil man nicht an alles gedacht hat.

Ich habe eine Leviadecke bestellt. Irgendwo gab’s einen Gutschein. 12 % auf den Kaufpreis. 175 statt 199 Euro. Die Leviadecke wiegt 9 kg, hat eine Glaskugelfüllung und soll die Schlafqualität verbessern. Nachdem ich mit meiner 0815-Normaldecke unzufrieden bin, will ich das mal ausprobieren. Es gibt auch 3-von-5-Sterne-Bewertungen, lustigerweise einige mit dem Tenor »zu warm« und andere mit dem Tenor »zu kalt«. Ich bin gespannt. (Wer schauen will: www.leviadecke.de.)

Zum Abschluss des Tages konnte ich die Fahnenkorrektur für »Das Alien tanzt Walzer«, die von Ellen Norten herausgegebene Anthologie, beenden. Morgen komme ich vielleicht dazu, den Rest zu erledigen. Mal sehen.

Gemächlich war der Tag, wenn auch nicht langweilig. Ich bin zufrieden mit dem Geleisteten, und das macht den Tag besonders. Schön.

Finger in der Steckdose

Ich besitze gemeinsam mit meiner Gattin ein Haus. Naja, eigentlich besitzt es die Bank. Aber man kennt das ja.
Das Haus wird als Einfamilienhaus genutzt, besteht aber eigentlich aus zwei Wohnungen, jedenfalls, was die Stromversorgung angeht. Sprich: Wir haben zwei Stromzähler.
Vor einigen Wochen kam das, was alle Stromkunden lieben: die Jahresrechnung. Die war nicht zu knapp ausgefallen – wir verbrauchen zu zweit (die Hunde verbrauchen selbst keinen Strom) über 4200 kWh, was angeblich einem Vier-Personen-Haushalt entspricht. Indes ist das kein Wunder. Ich arbeite daheim, den ganzen Tag läuft mindestens ein Computer, dazu eventuelle Beleuchtung. Und ansonsten das Übliche. Wenn meine Gattin daheim ist, ist es noch ein zweiter Computer – und noch mehr Beleuchtung, weil meine Gattin einerseits blind zu sein scheint, andererseits vergesslich (an manchen Tagen ist ihr offensichtlich nicht bekannt, dass man Licht ausschalten kann, wenn man es nicht mehr benötigt).

Wie auch immer: Es schien angesagt, einmal Sparmöglichkeiten zu überprüfen. Unser Lieblingsportal zu solchen Ansinnen: Check24. (Verivox habe ich auch geprüft, aber deren Angebote sind nicht so attraktiv.) Aber natürlich sollte auch unser derzeitiger Anbieter eine Chance erhalten: E.ON.
Die bewerben seit einiger Zeit das Programm »E.ON Plus« mit dem Motto »Bündeln lohnt sich«. Vorrangig wird beworben, dass man seinen Stromvertrag mit dem von Verwandten, Nachbarn, Freunden usw. bündelt. Aber in der Tat kann man auch alleine seine zwei vorhandenen Stromverträge – die bei uns vorliegen – bündeln. Dachte ich.

E.ON hat allerdings ganz eigene Vorstellungen davon, wie man verhindert, dass ein Angebot zur Kostenersparnis auch wirklich in Anspruch genommen wird. Der Versuch, meine beiden Verträge – für Erd- und Obergeschoss – zu bündeln, wird per E-Mail abschlägig beantwortet:

Sie möchten Ihren Vertrag E.ON Grundversorgung mit einem weiteren Vertrag kombinieren und von den E.ON. Plus Vorteilen profitieren.
Leider erfüllen Sie mit Ihrem Vertrag nicht alle Voraussetzungen für unser E.ON Plus Vorteilsprogramm. Diese finden Sie nochmal unter www.eon.de/agb-eonplus zum Nachlesen.

Statt mir gleich zu schreiben, dass man mich verarschen möchte, schickt man mich in die AGB, in denen zum E.ON-Plus-Angebot nachzulesen ist:

2.2.2. Ausgenommen von der Teilnahme am Vorteilsprogramm E.ON Plus sind vor allem Grundversorgungs- und Ersatzversorgungsverträge, Mitarbeiterverträge (insbesondere Deputats- und Teamprodukte), die Energielieferverträge E.ON Strom Pur und E.ON Erdgas Pur, E.ON Smart Strom und E.ON Smart Erdgas, E.ON Kombi Strom und E.ON Kombi Erdgas, E.ON BerlinStrom, E.ON Solar Cloud Basis, HanseDuo Hamburg, HanseDuo Mecklenburg-Vorpommern, Lifestrom, Lidl-Strom sowie Verträge, denen ein Rahmenvertrag zugrunde liegt, Verträge für die/mit der Immobilien- und Wohnungswirtschaft, Verträge für/mit Geschäftskunden sowie bereits gekündigte Energieverträge. Sowie Produkte, die bis 30.09.2020 unter der Marke innogy verkauft wurden sowie die Produktlinien Erdgas Stabil, Strom Smart, Erdgas Smart, Strom Stabil Natur, EIFEL Strom – Nicht teilnahmeberechtigt sind außerdem Energieverträge, die Sie mit einem anderen Energieversorger abgeschlossen haben und die durch den Erwerb des Energieversorgers durch uns ggf. auf uns übergehen. Darüber hinaus behalten wir uns vor, mit Wirkung für die Zukunft weitere Energielieferverträge von der Teilnahme am E.ON Plus Vorteilsprogramm auszunehmen.

Ich hätte an E.ONs Stelle das Angebot gar nicht erst ins Leben gerufen, geschweige denn Geld für Werbung ausgegeben. Stattdessen hätte ich unter Punkt 2.2.2. – den es dann allerdings nicht gegeben hätte, zugegeben – gleich vermerkt, dass es keinen Energievertrag gibt, den man mit einem anderen Energievertrag kombinieren kann.

Jedenfalls, liebe E.ON, bedanke ich mich nun endgültig für die fortgesetzte Verarschung – wir hatten ja schon in Bayern einmal das Vergnügen mit eurer Verdummungsstrategie* – und habe euch deshalb heute meine Kündigung beider Stromversorgungsverträge geschickt.

* Die Geschichte in Bayern ging so: Ich ziehe in eine Wohnung mit E.ON-Stromliefervertrag. Den soll ich übernehmen. In Ordnung. E.ON verlangt eine Einzugsermächtigung von mir. Die verweigere ich (grundsätzlich immer, ich habe mit den Eigenmächtigkeiten von Gläubigern schlechte Erfahrungen gemacht). Man teilt mir mit, dann könne man mich nicht mit Strom beliefern. Ich muss nachfragen, ob es Alternativen gibt. Die Antwort: Nein. Meine Antwort: Doch, muss es geben. E.ONs Antwort: Na gut, aber der Vertrag ist wesentlich teurer. Ich muss zweimal nachfragen, bis ich die Details erfahre. Und siehe da: Mein Stromverbrauch wird pro Jahr um 3 Euro 50 (in Worten: 3,50 EUR! – pro Jahr!) teurer. Das war freilich »wesentlich«.