Wenn Hornsignale ertönen

Wenn ich mich recht entsinne, war ich zweimal Mitglied im Einhornclan, beim Volk von Clanthon, einem der Völker, die in FOLLOW, der »Fellowship of the Lords of the Lands of Wonder«, die Fantasywelt Magira bevölkern. Das erste Mal stieg ich wegen ziemlicher Missstimmungen zwischen unserem Lord Hermann Ritter und mir aus. Das zweite Mal geschah es aus einem Grund, den man am besten als eine Mischung aus Interessenswandel und Zeitmangel bezeichnen könnte.
Aber ganz trifft es das nicht. Ja, wir – meine Frau war auch Mitglied – hatten das Interesse verloren, hatten einen anderen Fokus im Auge: Sie wollte Heilpraktikerin werden, ich war hauptberuflich ITler und nebenberuflich Verleger. Bis auf den ITler stimmt das heute noch. Aber es spielte auch eine Rolle, dass auf Veranstaltungen des Vereins – so dem Fest der Fantasie oder dem Pfingstercon der Finsterlinge und Einhörner oder den Silvestercons – Hunde nicht erlaubt waren, und – ich erwähnte es vermutlich schon – ohne Hunde unternehme ich nichts, was einem Urlaub auch nur annähernd ähnlich sieht. Und das Fest, Pfingsten und Silvester waren genau das.
Am Ende war dann der Kontakt zu den Miteinhörnern praktisch verloren. Mit Hermann Ritter ist er nie abgebrochen; auch mit Krischan Seipp hat sich der Kontakt wiedergefunden. Der Rest ist Geschichte.

Während meiner Mitgliedschaften habe ich eine ganze Reihe der »Hornsignale« gemacht: zusammengestellt, layoutet, teilweise sogar gedruckt. Es hat mir durchaus ein bisschen weh getan, die »Hornsignale« nicht mehr zu machen, aber es war dann vor allem eine Zeitfrage.
Irgendwann fragte Hermann Ritter mich dann, ob ich verschiedene »Hornsignale« drucken könnte. Das war natürlich möglich – dank einer Teilhaberschaft an einer kleinen Druckerei in Malta, die sich über jeden noch so kleinen Job freut, war das unproblematisch. Und das Ganze hat sich dann peu à peu erweitert. Zuletzt habe ich sogar einige Ausgaben nicht nur gedruckt, sondern auch layoutet.
Und so auch heute. Die Ausgabe 341, deren Titelbild man oben sieht, lag nur als rohe Textdatei vor. Korrektorat, Layout – beides von mir. Die Ausgaben 359 (mit einem Nachruf auf den jüngst verstorbenen Manfred Roth) und 360 (mit einem Bericht zum ersten virtuellen Fest der Fantasie, dem Cyberfest 2020), die ich zuvor für den Druck vorbereitet hatte, waren fertig, mussten nur ein wenig überarbeitet werden (da bestehen Verständnisprobleme mit dem Begriff »Beschnittzone«, wie es aussieht).

Das alles war nicht sehr aufwendig, nicht sehr anspruchsvoll. Aber es hat doch ein bisschen Spaß gemacht. Ein schnelles, hübsches Ergebnis, ein kleines Erfolgserlebnis. Auch so was braucht man manchmal.

It’s a Scan Day

DSF³A könnte ich auch als DSFFFA schreiben, aber DSF³A sieht cooler aus. Es ist die Abkürzung für ein Projekt namens »Deutsches Science-Fiction-&-Fantasy-Fanzine-Archiv«. Ein Scanprojekt. Irgendwann habe ich angefangen, Fanzines zu scannen und auf meinem Server abzulegen. Ich glaube mich zu erinnern, dass es Druckvorlagen meiner eigenen Fanzines aus lange zurückliegender Vergangenheit waren. Genau weiß ich es nicht mehr. Von irgendwoher kamen dann andere Fanzines dazu, und die Produkte, die ich irgendwann begann, am Computer zu produzieren, fanden sich auch in der Sammlung ein.

Was aus diesem Projekt werden wird, weiß ich nicht. Ob ich jemals die Ergebnisse meiner Arbeiten veröffentlichen werde? Ob sie auf meinem Server verstauben werden – was natürlich gar nicht möglich ist? Wie gesagt, ich weiß es nicht. Gegen eine Veröffentlichung sprechen die vielfältigen Problem- und Fragestellungen des Urheberrechts. Sicherlich wird es möglich sein, SFCD-Publikationen – wie die ANDROMEDA NACHRICHTEN und das ANDROMEDA SF MAGAZIN – innerhalb des SFCD verfügbar zu machen, aber so sicher ist auch das nicht.

Aber eigentlich mache ich mir darüber keine Gedanken. Muss ich auch nicht. Ich konnte schon mit einigen Scans aushelfen. Zuletzt war Michael Marrak auf der Suche nach Rezensionen zu einer DENEBOLA-Ausgabe, die er mal gemacht hat. Und sicherlich ergeben sich da auch noch andere Möglichkeiten. Vielleicht wäre es schon eine Hilfe, würde ich das Projekt bekannter machen. Andererseits …

Heute war »Scan Day«. So nenne ich die Tage, an denen ich mit zwei Rechnern arbeite, an denen ich zwei oder gleich drei Scanner beschäftige. Ich bin gut ausgerüstet: zwei Konica, ein Sharp, ganz neu eine Optoma-Dokumentenkamera, die ich aber noch nicht richtig ausgetestet habe. Heute waren es vor allem Fanzines aus dem EDFC, aus dem Fantasy Club und FOLLOW. Und Vorbereitungen für den nächsten geplanten Scan Day am kommenden Donnerstag.

Am Ende des Tages bin ich immer ein wenig befriedigt. Ich habe was geschafft. Obwohl die Kartons, die da noch rumstehen, scheinbar nicht weniger werden …

Cornelia Schneider hat die Ehre, lesen zu dürfen

Cornelia Schneider ist eine nicht unbekannte, in meinem Verlag aber leider wenig gelesene Autorin. Ihre beiden Bücher – »Von Perlen und Hunden« und »Über dem Abgrund der Himmel«; letztgenanntes Buch erschien vor nicht allzu langer Zeit im Juli 2019 – gehören nicht zu meinen Verkaufsschlagern. Nichtsdestoweniger wird Cornelia als Autorin durchaus wahrgenommen, und so wird sie Gelegenheit erhalten, bei der Vorstellung der Neuerscheinungen von VS-Mitgliedern am 23.10.2019 ab 20 Uhr aus ihrem Buch »Über dem Abgrund der Himmel« zu lesen. Die Lesung findet im Literaturhaus Berlin statt.

P.S.: Mit »VS« ist der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller in der ver.di gemeint, hier der Landesverband Berlin.

Wer sich noch nicht entschieden hat …

… kann dies noch ändern: Auf dem BuchmesseCon 2019 wird am 19.10.2019 ab 18 Uhr im »Holodeck« aus der Anthologie »Sternentod« gelesen. Geladen zur Präsentation hat Herausgeber Frederic Brake die Autoren Nele Sickel, Gabriele Behrend, André Geist und Felix Woitkowski.

Das Buch wird auch käuflich zu erwerben sein. Der Acabus-Verlag – mein allergrößter Dank an Björn Bedey und seine Mannschaft (allen voran Laura K.) – hat dem »Sternentod« für die Veranstaltung des BuCon 2019 eine Heimat gegeben, nachdem ich selbst einmal mehr nicht anwesend sein kann (und inzwischen gibt es dafür nicht nur organisatorische, sondern auch – wenn auch nicht sehr schlimme – gesundheitliche Gründe).

Aus der Haut …

… könnte man fahren, aber das hilft auch nicht. Für all die Dinge, die man tagtäglich zu tun hat – die man tun möchte (mit der Betonung auf »möchte«) –, ist einfach nicht genug Zeit. Es ist ja nicht nur der Beruf: Ich bin derzeit auf der Suche nach einer neuen, nach einer freiberuflichen Herausforderung (mit im Augenblick eher traurigen Ergebnissen); meine Frau hat einen Arbeitsweg von einer Stunde einfach, arbeitet 3 ½ Tage die Woche, manchmal 5, 6 Tage am Stück, und leidet unter einer absolut indiskutablen Organisation der Arbeitstermine (was sich wiederum auf mich und meine Verlagsarbeit, die da ja auch noch ihr Recht fordert, auswirkt). Das Haus, die Autos – und vor allem die Hunde, die ganz sicher als Letzte darunter leiden sollten, dass für nichts wirklich Zeit da ist.

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Wie man’s macht …

… ist es meistens falsch. So scheint es. Bei der Veröffentlichung von »DAEDALOS 1994–2002« (Details zum Buch siehe: hier) war klar, dass es nicht nur ein Paperback, sondern auch ein Hardcover in limitierter Auflage geben würde. 22 Exemplare, mehr nicht. Abgesehen von Beleg- und Pflichtstücken ist die Verkaufsauflage dieser Version regelrecht verdampft. Und da denkt man sich schon mal, dass man mit einer höheren Auflage vielleicht schöne Umsätze hätte machen können – oder auch nicht, denn bei dieser Frage bin ich durchaus ein nicht ganz ungebranntes Kind. Da gibt es ein Buch, von dem die attraktiven und wirklich schönen Hardcover wie Blei im Regal liegen.

Aber gut. Das Hardcover ist weg, das Paperback problemlos lieferbar – und nun gibt es auch ein E-Book. Man kann es auf so ziemlich jedem deutschsprachigen E-Book-Portal beziehen, vorrangig natürlich bei den bekanntesten Anbietern wie Thalia, Hugendubel und natürlich auch Amazon (Link hierzu auf der Buchseite).

Legendenbildung

Legenden bilden sich nicht von allein. Da hilft immer jemand mit. im Falle der zwischen 1994 und 2002 erschienenen Magazinreihe »Daedalos« waren das zum einen Hubert Katzmarz († 2003) und Michael Siefener, das waren zum anderen die zahlreichen Autoren – und nicht zuletzt die Leser der Magazine.

Ellen Norten ist inzwischen in der deutschen SF-Szene bestens bekannt. Sie schreibt selbst, sie gibt heraus. Und sie verwaltet das literarische und publizistische Erbe des Hubert Katzmarz. Neben den längst nicht mehr lieferbaren Storysammlungen »Schattenspiel« (AndroSF 23) und »Alptraumhaft« (AndroSF 24) war es wohl irgendwann naheliegend, aus den alten »Daedalos«-Materialien etwas Neues zu stricken.
Und so kam der Band »DAEDALOS 1994–2002« zustande, der wiederum mit Unterstützung – vulgo: Erlaubnis – zahlreicher Autoren zustande kam und eine erkleckliche Anzahl seinerzeit erstmals und nun wiederholt publizierter Geschichten präsentiert.

»DAEDALOS 1994–2002« präsentiert sich in ausgefallenem Format, größer als die normalen Paperbacks meines Verlages, aber hoffentlich immer noch handlich und handhabbar. Das Layout sollte dem Original nachempfunden sein. Die Bildauswahl ebenso – und in der steckte noch ein wenig Arbeit, weil es galt, zu den Abbildungen auch die Quellen ordentlich zu recherchieren, was im Vorfeld nicht in allen Fällen gelungen war.

Am Ende hatte ich Druckdaten für ein durchaus opulentes Buch auf der Festplatte, das es als Paperback gibt – und als Hardcover gab, sieht man davon ab, dass noch genau ein (1!) Exemplar als Hardcover verfügbar ist – und das mich – durchaus gemeinsam mit Ellen Norten und mit bereits vorliegender Zustimmung einiger seinerzeit beteiligter Autoren – auf einige lustige Ideen brachte. Aber das ist Thema für einen weiteren Beitrag.

Weitere Informationen zum Buch finden sich hier und hier.

Da ist wohl der Wurm drin

Gestern, am 25.01.2018, ist der QUARBER MERKUR 119 in der Druckerei zu Berlin fertiggestellt worden. Das zeigt: In den letzten Jahren steckte in der Produktion des QUARBER MERKUR wohl der Wurm.

Ich mache den QUARBER MERKUR nun auch schon wieder ein paar Jahre. Meine erste Ausgabe war die 114, die 2013 erschien. Und in all den Jahren war es immer das Gleiche.
Franz Rottensteiner sammelte das Material. Autoren kamen mit ihren Texten später als erwartet und erwünscht. Ich erhielt die Materialien mit Verzögerung, und es gab immer irgendeinen Grund, den Beginn der eigentlichen Layoutarbeiten zu verzögern. Kleinigkeiten meist, Ärgerliches im Grunde, keine wirklichen Katastrophen.
Im Falle der Ausgabe 119 könnte ich meinen Umzug im Dezember 2018 als solche Katastrophe anführen, aber korrekt wäre das nicht. Ein solcher Umzug kostet halt Zeit – nicht nur während des Umzugs, sondern auch vorher – also zu einer Zeit, zu der ich mit dem QUARBER MERKUR 119 schon begonnen hatte – und vor allem nachher – zu einer Zeit, da der QUARBER MERKUR 119 eigentlich schon fast fertig war.

Am Ende wurde er erst im Januar 2019 fertiggestellt und ist nun auf dem Weg nach Gießen zu Gerhard Lindenstruth, der als Verleger zeichnet. Man kann den QUARBER MERKUR 119 zum Preis von EUR 16,00 (in Deutschland; für den Versand ins Ausland fallen EUR 19,00 an) erstehen; unter https://verlag-lindenstruth.de/Impressum_-_AGB/impressum_-_agb.html findet sich ein Bestellformular.
Der Inhalt kann sich wie immer sehen lassen:

  • Franz Rottensteiner: Einleitung
  • Erik Simon: Verlage und Publikationsformen der DDR-SF
  • Franz York Haarmann: Star Wars – Machtfantasie einer Fantasymacht
  • Agnieszka Gajewska: Aufspaltung (Teil 2)
  • Martin Alexander Sieber: Thomas Glavinic’ Die Arbeit der Nacht
  • Christian Schobeß: Willkommen im Überwachungsstaat! Torkelnde Kinder in Joachim Zelters Roman Schule der Arbeitslosen
  • Wolfgang Both: Utopie, Theorie, Realisierung. Die Popularisierung der Weltraumfahrt durch die deutschen Raketenpioniere
  • Wladimir Borissow: Den Schritt der Denkmäler hören
  • Dennis Mombauer: Genre-Experimente: Cordwainer Smith
  • Kurt J. Fickert: Kafkas »Gehilfen« aus dem Schloß
  • Sophie Holzberger: Das politische Unbewusste in Simulacron-3 und den Filmen Welt am Draht und The Matrix
  • Michael K. Iwoleit: Determiniertheit und Ekstase. Verborgene Motive in den Kurzgeschichten von James Tiptree, jr.
  • Rainer Eisfeld, Christian Hoffmann, Almut Oetjen, Franz Rottensteiner, Matthias Schmid, Erik Simon, Holger Wacker: Der Seziertisch