Freilassen!

Die Fotos von Sebastian Schwarz sind mir nun schon mehr als einmal unter die Augen gekommen, nicht nur im Vorgängerband des aktuellen Buches, »DIE ZUKUNFT und andere verlassene Orte«. Der zweite Band dieser kleinen Quasireihe präsentiert achtzehn weitere seiner fantastischen Fotos, im Zusammenspiel mit einem ordentlichen Packen Storys, die zwar nicht konkret von seinen Fotos inspiriert wurden, aber die Stimmungen einfangen, die seine Bilder auch in sich tragen.

Wenn ich die Fotos betrachte, werde ich neidisch. Nicht nur, dass ich ihm am liebsten nacheifern würde, solche Orte zu fotografieren. Ich fotografiere auch leidenschaftlich gern, wenn sich die Gelegenheit bietet, und mein »Spezialgebiet« sind Kirchen. Aber ich habe nicht Sebastians Auge, nicht sein Talent.

Und wenn ich die Geschichten lese, geht es mir bei manchen davon nicht anders. Ich würde auch gerne schreiben können. An Ideen mangelt es nicht, eher an der Zeit. Und daran, dass ich nicht wirklich gut darin bin, »runde« Geschichten zu erfinden. Irgendwo hakt es immer.

Immerhin bleibt mir der Job als Verleger. So komme ich in den Genuss solcher Fotos, obwohl ich sie selbst nicht schaffen kann; und in den Genuss solcher Geschichten, obwohl mir das eigene Schreiben wohl dauerhaft verwehrt bleiben wird.

Griesbach, Corinna (Hrsg.), KINDERGEFÄNGNIS und andere verlassene Orte

Tagwerk 3/11

Seltsam. Manche Dinge sind seltsam.

Da habe ich mich heute mit alten Kamellen beschäftigt. Vormittags. Siehe den vorherigen Beitrag. Nachmittags habe ich dann das E-Book, die Auftragsarbeit, repariert. Eines der enthaltenen Bilder entpuppte sich als richtig miese Zicke, ein Miststück sondergleichen. Mehrere Versuche, das mit einfachen Mitteln zu beheben, schlugen fehl. Am Ende habe ich es neu abgespeichert, erst JPG >> TIF, dann TIF >> PNG und dann wieder PNG >> JPG – und auf einmal klappte es. Rotzding, rotziges!

Und danach flutschte es in Sachen Band 2 der »Welten der SF«, die Jörg Weigand gewidmet sind. Die Storyauswahl oblag Frank Gerigk, der als Herausgeber der Reihe firmiert, und dass es diesmal eine Auswahl ist – und nicht wie bei Rainer Erler das gesamte Schaffenswerk –, liegt vor allem an Jörg Weigands immensem Schreibausstoß im Laufe der Zeit. Aber gut – auch eine Auswahl hat etwas für sich, und Franks Geschmack hat hier Gutes zusammengestellt. Die Texte sind jetzt jedenfalls bereit fürs Layout.

Und den Abschluss bildete der Beginn der Arbeiten an einem besonderen Buch, zu dem ich hier noch nichts verraten darf. Geheimsache.

Was ich heute eigentlich machen wollte, habe ich wieder nicht geschafft. Aber so ist das Leben. So ist mein Leben. Seltsam. Manchmal.

Vormittagsprogramm

Was man so an einem Vormittag macht, wenn der Terminkalender voll ist. Natürlich voll mit ganz anderen Dingen.

Nach der Trennung von KDP – eine lange Story, die ich in einem anderen Post erzählen werde – sind eine ganze Reihe – mehr als 120 – Titel meines Programms bei Amazon praktisch rausgefallen. Es war klar, dass ich sie über meinen neuen Partner Bookwire als Printwerk wieder einstellen und damit über Amazon wieder verfügbar machen wollte und will – aber das kostet Zeit. Heute Morgen ist es mir gelungen, immerhin fünf Bände der Reihe »GEGEN UNENDLICH« wieder einzustellen. Die Arbeit eines Vormittags. Nicht nur, aber auch, weil ich Instagram und pinterest gleich mit »erschlagen« habe.

Schweinehund

Da dräut am Horizont ein Lektorat, das ich aber vermutlich nicht bekommen werde. Heute sollte der Auftrag vergeben werden, aber bislang ist noch nichts gekommen. Es ist 19.22 Uhr.

Eine Anfrage für ein Korrektorat habe ich positiv beantwortet. Eine Woche Zeit für die Arbeit. Mit links. Der Text ist noch nicht da. Kommt vermutlich morgen früh.

Derweil habe ich meinen inneren Schweinehund überwunden und meinen Rekord nicht noch weiter ausgedehnt: Der Redaktionsschluss für die ANDROMEDA NACHRICHTEN 271 ist morgen drei Wochen her – und ich habe heute endlich mit den Textvorbereitungsarbeiten begonnen. Es könnte diesmal eine dünnere Nummer werden, jedenfalls sieht es ein wenig danach aus. Aber das hat mich auch früher schon das eine oder andere Mal getäuscht. Immerhin zeige ich hier erstmalig das Titelbild – von Lothar Bauer, der nicht nur genial, sondern immer hilfsbereit ist, wenn man nach einem Titelbildmotiv sucht.

Wenn Hornsignale ertönen

Wenn ich mich recht entsinne, war ich zweimal Mitglied im Einhornclan, beim Volk von Clanthon, einem der Völker, die in FOLLOW, der »Fellowship of the Lords of the Lands of Wonder«, die Fantasywelt Magira bevölkern. Das erste Mal stieg ich wegen ziemlicher Missstimmungen zwischen unserem Lord Hermann Ritter und mir aus. Das zweite Mal geschah es aus einem Grund, den man am besten als eine Mischung aus Interessenswandel und Zeitmangel bezeichnen könnte.
Aber ganz trifft es das nicht. Ja, wir – meine Frau war auch Mitglied – hatten das Interesse verloren, hatten einen anderen Fokus im Auge: Sie wollte Heilpraktikerin werden, ich war hauptberuflich ITler und nebenberuflich Verleger. Bis auf den ITler stimmt das heute noch. Aber es spielte auch eine Rolle, dass auf Veranstaltungen des Vereins – so dem Fest der Fantasie oder dem Pfingstercon der Finsterlinge und Einhörner oder den Silvestercons – Hunde nicht erlaubt waren, und – ich erwähnte es vermutlich schon – ohne Hunde unternehme ich nichts, was einem Urlaub auch nur annähernd ähnlich sieht. Und das Fest, Pfingsten und Silvester waren genau das.
Am Ende war dann der Kontakt zu den Miteinhörnern praktisch verloren. Mit Hermann Ritter ist er nie abgebrochen; auch mit Krischan Seipp hat sich der Kontakt wiedergefunden. Der Rest ist Geschichte.

Während meiner Mitgliedschaften habe ich eine ganze Reihe der »Hornsignale« gemacht: zusammengestellt, layoutet, teilweise sogar gedruckt. Es hat mir durchaus ein bisschen weh getan, die »Hornsignale« nicht mehr zu machen, aber es war dann vor allem eine Zeitfrage.
Irgendwann fragte Hermann Ritter mich dann, ob ich verschiedene »Hornsignale« drucken könnte. Das war natürlich möglich – dank einer Teilhaberschaft an einer kleinen Druckerei in Malta, die sich über jeden noch so kleinen Job freut, war das unproblematisch. Und das Ganze hat sich dann peu à peu erweitert. Zuletzt habe ich sogar einige Ausgaben nicht nur gedruckt, sondern auch layoutet.
Und so auch heute. Die Ausgabe 341, deren Titelbild man oben sieht, lag nur als rohe Textdatei vor. Korrektorat, Layout – beides von mir. Die Ausgaben 359 (mit einem Nachruf auf den jüngst verstorbenen Manfred Roth) und 360 (mit einem Bericht zum ersten virtuellen Fest der Fantasie, dem Cyberfest 2020), die ich zuvor für den Druck vorbereitet hatte, waren fertig, mussten nur ein wenig überarbeitet werden (da bestehen Verständnisprobleme mit dem Begriff »Beschnittzone«, wie es aussieht).

Das alles war nicht sehr aufwendig, nicht sehr anspruchsvoll. Aber es hat doch ein bisschen Spaß gemacht. Ein schnelles, hübsches Ergebnis, ein kleines Erfolgserlebnis. Auch so was braucht man manchmal.

It’s a Scan Day

DSF³A könnte ich auch als DSFFFA schreiben, aber DSF³A sieht cooler aus. Es ist die Abkürzung für ein Projekt namens »Deutsches Science-Fiction-&-Fantasy-Fanzine-Archiv«. Ein Scanprojekt. Irgendwann habe ich angefangen, Fanzines zu scannen und auf meinem Server abzulegen. Ich glaube mich zu erinnern, dass es Druckvorlagen meiner eigenen Fanzines aus lange zurückliegender Vergangenheit waren. Genau weiß ich es nicht mehr. Von irgendwoher kamen dann andere Fanzines dazu, und die Produkte, die ich irgendwann begann, am Computer zu produzieren, fanden sich auch in der Sammlung ein.

Was aus diesem Projekt werden wird, weiß ich nicht. Ob ich jemals die Ergebnisse meiner Arbeiten veröffentlichen werde? Ob sie auf meinem Server verstauben werden – was natürlich gar nicht möglich ist? Wie gesagt, ich weiß es nicht. Gegen eine Veröffentlichung sprechen die vielfältigen Problem- und Fragestellungen des Urheberrechts. Sicherlich wird es möglich sein, SFCD-Publikationen – wie die ANDROMEDA NACHRICHTEN und das ANDROMEDA SF MAGAZIN – innerhalb des SFCD verfügbar zu machen, aber so sicher ist auch das nicht.

Aber eigentlich mache ich mir darüber keine Gedanken. Muss ich auch nicht. Ich konnte schon mit einigen Scans aushelfen. Zuletzt war Michael Marrak auf der Suche nach Rezensionen zu einer DENEBOLA-Ausgabe, die er mal gemacht hat. Und sicherlich ergeben sich da auch noch andere Möglichkeiten. Vielleicht wäre es schon eine Hilfe, würde ich das Projekt bekannter machen. Andererseits …

Heute war »Scan Day«. So nenne ich die Tage, an denen ich mit zwei Rechnern arbeite, an denen ich zwei oder gleich drei Scanner beschäftige. Ich bin gut ausgerüstet: zwei Konica, ein Sharp, ganz neu eine Optoma-Dokumentenkamera, die ich aber noch nicht richtig ausgetestet habe. Heute waren es vor allem Fanzines aus dem EDFC, aus dem Fantasy Club und FOLLOW. Und Vorbereitungen für den nächsten geplanten Scan Day am kommenden Donnerstag.

Am Ende des Tages bin ich immer ein wenig befriedigt. Ich habe was geschafft. Obwohl die Kartons, die da noch rumstehen, scheinbar nicht weniger werden …

Cornelia Schneider hat die Ehre, lesen zu dürfen

Cornelia Schneider ist eine nicht unbekannte, in meinem Verlag aber leider wenig gelesene Autorin. Ihre beiden Bücher – »Von Perlen und Hunden« und »Über dem Abgrund der Himmel«; letztgenanntes Buch erschien vor nicht allzu langer Zeit im Juli 2019 – gehören nicht zu meinen Verkaufsschlagern. Nichtsdestoweniger wird Cornelia als Autorin durchaus wahrgenommen, und so wird sie Gelegenheit erhalten, bei der Vorstellung der Neuerscheinungen von VS-Mitgliedern am 23.10.2019 ab 20 Uhr aus ihrem Buch »Über dem Abgrund der Himmel« zu lesen. Die Lesung findet im Literaturhaus Berlin statt.

P.S.: Mit »VS« ist der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller in der ver.di gemeint, hier der Landesverband Berlin.

Wer sich noch nicht entschieden hat …

… kann dies noch ändern: Auf dem BuchmesseCon 2019 wird am 19.10.2019 ab 18 Uhr im »Holodeck« aus der Anthologie »Sternentod« gelesen. Geladen zur Präsentation hat Herausgeber Frederic Brake die Autoren Nele Sickel, Gabriele Behrend, André Geist und Felix Woitkowski.

Das Buch wird auch käuflich zu erwerben sein. Der Acabus-Verlag – mein allergrößter Dank an Björn Bedey und seine Mannschaft (allen voran Laura K.) – hat dem »Sternentod« für die Veranstaltung des BuCon 2019 eine Heimat gegeben, nachdem ich selbst einmal mehr nicht anwesend sein kann (und inzwischen gibt es dafür nicht nur organisatorische, sondern auch – wenn auch nicht sehr schlimme – gesundheitliche Gründe).

Aus der Haut …

… könnte man fahren, aber das hilft auch nicht. Für all die Dinge, die man tagtäglich zu tun hat – die man tun möchte (mit der Betonung auf »möchte«) –, ist einfach nicht genug Zeit. Es ist ja nicht nur der Beruf: Ich bin derzeit auf der Suche nach einer neuen, nach einer freiberuflichen Herausforderung (mit im Augenblick eher traurigen Ergebnissen); meine Frau hat einen Arbeitsweg von einer Stunde einfach, arbeitet 3 ½ Tage die Woche, manchmal 5, 6 Tage am Stück, und leidet unter einer absolut indiskutablen Organisation der Arbeitstermine (was sich wiederum auf mich und meine Verlagsarbeit, die da ja auch noch ihr Recht fordert, auswirkt). Das Haus, die Autos – und vor allem die Hunde, die ganz sicher als Letzte darunter leiden sollten, dass für nichts wirklich Zeit da ist.

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