Warum man jemanden fragen soll, der sich mit so was auskennt

Es ist eine Neuausgabe, das Buch »Von Perlen und Hunden« der Autorin Cornelia Schneider. Der EDFC, der Erste Deutsche Fantasy Club, hat das Werk 2006 schon einmal herausgebracht. Aber die Geschichten haben mir gefallen – und gefallen mir immer noch –, und so fand ich die Gelegenheit günstig, eine opportunistische Entscheidung zu treffen.
Das Problem war ein anderes. Ich denke, ich bin ganz gut darin, aus einer vorhandenen Grafik mittels einer Titelei (Autorenname, Titel, Verlagslogo) ein Titelbild zu bauen. Manchmal habe ich sogar richtig geniale Ideen, wie es scheint: Die letzten HALLER-Titelbilder sind jedenfalls, wie ich hören durfte, sehr gut angekommen.
Das ursprüngliche Titelbild der EDFC-Ausgabe von Cornelias Buch wollte ich nicht verwenden (wie wir uns letztlich auch gegen die Verwendung aller seinerzeit erschienenen Bilder auch im Innenteil entschieden). Was also tun? Ein Bild mit Perlen und Hunden fand ich bei den bekannten Bilderdiensten nicht. Wohl aber ein Bild von einem Hund – einem Schäferhund – und eines von einem Spinnennetz mit Tautropfen – Perlen konnte man durchaus darin sehen.
Als Linkshänder im Umgang mit den typischen Bildbearbeitungsprogrammen bat ich Lothar Bauer, einen meiner wichtigsten Grafiker – wenn nicht gar der wichtigste (die anderen mögen mir verzeihen) –, mir eine Montage aus beiden Bildern zu bauen. Was er tat.
Indes: Der Autorin gefiel das Ergebnis nicht (was nicht an Lothars Fähigkeiten, sondern an meiner Idee lag). Sie mochte den Schäferhund nicht, und sie fand, das Bild hätte mit der Ausstrahlung der Geschichten nichts zu tun.
Also gut.
Ich fragte Lothar, ob er eine Idee hätte. Eine dämliche Frage, um genau zu sein, denn natürlich wusste ich: Er würde eine Idee haben. Es gab einige Entwürfe, Ideen von Lothar, ein wenig Mailwechsel mit Cornelia – et voilà: Am Ende hatten wir ein Titelbild von Lothar Bauer, das sich sehen lassen kann:

Aus dieser Titelabbildung Lothars baute ich dann den Umschlag:

Und das Cover, mit dem allenthalben Werbung gemacht werden wird, sieht dann so aus:

Die Geschichten zu beschreiben, erübrigt sich. Sie sind fantastisch, sie haben surrealistische Elemente und mysteriöse Anwandlungen. Sie passen zu Lothars Bild, könnte man sagen, wäre Lothars Bild zuerst da gewesen – so passt Lothars Bild (hervorragend übrigens!) zu Cornelias Geschichten. Und die Wiederveröffentlichung des 2006 im EDFC erschienenen Werkes hat sich für mich gelohnt. Ich leide immer ein wenig darunter, als Verleger sinnvollerweise die von mir verlegten Bücher nicht rezensieren zu können oder zu sollen. Könnte ich es tun, würde hier sicherlich kein Verriss herauskommen.

Weitere Details zum Buch: hier.

Fantasy, passend

Die Fantasy-Reihe meines Verlages p.machinery trägt eigentlich eine leicht irreführende Bezeichnung: Fantasy. Die meisten Menschen denken dabei wohl an Buchserien mit drei, fünf und mehr Bänden, an Tolkien und seine Viechereien, an Werwölfe und Vampire vielleicht noch. Tatsächlich ist meine Fantasy-Reihe eigentlich eher eine Märchenreihe – aber wer kauft heute noch Bücher aus einer Märchenreihe? –, es geht jedenfalls um Bücher mit märchenhafter Fantasy – und vor allem ohne Tolkien-Zoo – für eine Zielgruppe aber 6 bis 8 Jahren bis in die Altersgruppen von Jugendlichen, die möglicherweise auch heute noch etwas anderes zu sich nehmen, als Fast Food, Smartphone und Playstation soundso.

Für eine solche Reihe passende Titel zu finden, ist nicht einfach. Und so sind einige Titel eher Bücher für auch ältere Mädchen zum Beispiel. Es ist an die Werke von Julia Beylouny zu denken, an den aktuellen Titel »Seelennebel« von T. L. Reiber. Aber das ist schon in Ordnung.

Zum Glück gibt es auch immer wieder passenden Stoff. So hat Anke Höhl-Kayser, die auch nicht zum ersten Mal bei mir erscheint, mit »Eine Fee namens Johnny« ein Buch vorgelegt, das für Kinder – ich denke, so ab acht, neun Jahren – bis zu frühen Jugendlichen – bis zwölf, vielleicht dreizehn? – bestens geeignet ist. Und nicht nur das: An der knuffigen Geschichte können auch Erwachsene ihre Freude finden. Ich habe jedenfalls beim Lesen, Layouten, Korrekturlesen usw. meinen Spaß gehabt.

Details zum Buch findet der geneigte Leser: hier.

Dritte Freude

Ich weiß nicht, wie es anderen Kleinverlegern geht, aber ich freue mich, wenn Kunden … äh, Autoren wiederkommen. Und das gilt natürlich auch für Herausgeber, Zeichner usw. usf.
Zum dritten Mal jedenfalls darf ich bei p.machinery eine Anthologie des Fantasyguide veröffentlichen, einer Internetseite, die schon auf mehr als zehn Jahre Tradition zurückblicken darf. Michael Schmidt hat in diesem Werk einige beeindruckende Storys zusammengestellt, und mit meinem Verlag beweise ich einmal mehr, dass ich Kurzgeschichten liebe und mir die Genres schnurz sind, so lange die Werke wie hier hohe Qualität bieten.

Michael Schmidt & fantasyguide.de präsentieren
DER LETZTE TURM VOR DEM NIEMANDSLAND
Fantasy 24
p.machinery, Murnau, September 2017, 282 Seiten, Paperback
ISBN 978 3 95765 104 4 – EUR 11,90 (DE)
eBook-ISBN 978 3 7438 3094 3 – EUR 5,99 (DE)

Weitere Details (z. B. die einzelnen Geschichten und deren Autoren) finden sich hier. – Und bekanntermaßen gibt es Ärger mit CreateSpace, was die Veröffentlichung des Buches über deren PoD-Schiene angeht; Genaueres liest der geneigte Leser hier.

Ameisen f***en?

Es ist schlimm genug, wenn CreateSpace-Hotliner Textbausteine in die Mailkanäle drücken. Schlimmer wird es, wenn sie nicht nur Unsinn verzapfen – inzwischen heißt es sogar, dass man das Buch (es geht um »Der letzte Turm vor dem Niemandsland«) nicht mehr finden kann. Weitere Autorenstatements liegen vor; andere fehlen noch (ich will nichts unterstellen, aber es sieht so aus, als nähmen einige Autoren das Problem nicht ernst).
Meine letzte Mail – mit allen Anlagen – an die amerikanischen Erbsenzähler:

What’s going on now? Enclosed you’ll find the complete confirmations of all authors of the collection, mentioned below – including […] and […]. You will find also the answer you gave the editor Michael Schmidt, that you couldn’t identify the book.

So … What’s going on? Would you like to do business? Or fucking ants?

Erschütternd: Fast verpennt

Ja, es ist erschütternd. Nach einem Jahr – offensichtlich – komme ich dazu, alte Angelegenheiten aufzuarbeiten, liegengebliebene Unterlagen anzuschauen und die Dinge, die dahinter stehen, zu erledigen. Nach einem Jahr …

Eines der Opfer der für dieses Fiasko verantwortlichen Lebenslage ist Gerd Scherms »Schamanenkind«, eine Neuausgabe eines auf jugendliche Interessenten am Thema des Schamanismus gemünzten Werkes, das schon in den 2000ern erschienen war und nun eben wieder neu aufgelegt wurde. Vor einem Jahr.
Und während ich noch nach dem Hochofen suche, dessen Aschemenge ausreichen würde, angemessen auf mein Haupt gegeben zu werden, möchte ich dann doch das Buch zeigen:

Weitere Details zum Buch finden sich hier.

Tragische Storys zu Weihnachten

Solche Geschichten sollte man sich verkneifen. Und es war auch nicht tragisch, dass dieses schon im Dezember 2016 erschienene und reich bebilderte Buch von Gabriele Behrend, einer in der fantastischen Szene bestens bekannten Autorin und Zeichnerin, erst jetzt nach und nach öffentlich bekanntgemacht wird. Damals, im Dezember 2016, war die Zeit für eine groß angelegte Verkündungskampagne einfach zu knapp – das Buch wurde erst wenige Tage vor den Feiertagen überhaupt fertig, und so kamen bislang nur Menschen im direkten Umkreis der Autorin in den Genuss des Werkes.

Aber bekanntermaßen wiederholt sich die Geschichte, und so wird es auch 2017 Weihnachten geben. Ich habe schon Vorsorge getroffen, dass das Buch rechtzeitig vor dem Fest noch einmal nach oben geholt wird, damit sich der eine oder andere vielleicht noch entscheiden kann, das kleine, aber feine Werk zum Geschenk zu erwählen.

Weitere Details zum Buch: hier.

Und einfacher wird es auch nicht

Seit Monaten nimmt er zu, der hauptberufliche Ärger, der vermutlich bald in eine Entscheidung münden wird – und seit Monaten nimmt sie ab, die Freizeit, die mir bleibt, um meine durchaus nicht wenigen Projekte vorwärts zu bringen.

Inzwischen im elften Jahr meiner aktuellen Runde als Chefredakteur und Herausgeber der SFCD-Publikationen hat mir die magere Freizeit bei der Herstellung der ANDROMEDA NACHRICHTEN 257 echte Probleme bereitet. An manchen Tagen war ich nicht weit davon entfernt, ernsthaft über Konsequenzen nachdenken zu müssen und zu wollen (was ich auch weiterhin in der Tat tue, allerdings in einer anderen Richtung, als sich dies hier vielleicht lesen mag). Der ganze Ärger um mich herum nahm mir an manchen Tagen auch einfach die Lust, produktiv zu werden – was am Ende noch zusätzlich ärgerlich und frustrierend ist.
Am Ende aber wird dann manchmal doch etwas gut. Nicht alles, nein, davon bin ich derzeit noch weit entfernt. Aber etwas. In diesem Falle einfach die ANDROMEDA NACHRICHTEN 257, die dann doch – o Wunder! – fertiggestellt werden konnten und seit heute dem Drucker zur Verfügung stehen, um sie auf Papier zu bannen.

Hier die Details:

ANDROMEDA NACHRICHTEN 257
SFCD e.V., Murnau, April 2017, 116 Seiten A4, EUR 8,00. Bezug: SFCD-Archiv, archiv[at]sfcd.eu

Der Inhalt:
| Sechs Jahrzehnte im Fandom oder: Von Walter Ernstings Kühlschrank zum umgebauten Besenschrank  Thomas Recktenwald interviewt Gerhard Müller ||Conventions|| Jürgen Lautner: Das einzig Beständige ist der Wandel – Der Buchmessecon am 22. Oktober 2016 | Jürgen Lautner: Der Dampf ist raus || Deutscher Science-Fiction-Preis 2017 – Die Nominierungen || Fantasy || Science-Fiction || Zwielicht || Cinema || e:Games || Perry Rhodan || Science || Zerrspiegel  || FanzineKurier || Reissswolf || StoryFiles || Uwe Lammers: Der Platz der Steine, Teil 3

Das Titelbild stammt von Andreas Schwietzke.

Diese Ausgabe gibt es auch zum Download: https://www.sfcd.eu/download/pubs/an201-300/an257open.zip