Das Ziel doch noch erreicht

Den ganzen Ablauf des Projektes bekomme ich nicht mehr zusammen, obwohl er vermutlich im Forum der Geschichtenweber dokumentiert sein könnte; aber was nutzt es auch, alte Kamellen noch einmal durchzukauen. Tatsache ist, dass das Projekt durchaus vielversprechend begann, dann Kapriolen machte, die ursprüngliche Herausgeberin gab auf, die Versuche, das Projekt doch noch zu realisieren, scheiterten 2018 endgültig.
Vermeintlich.
Marianne Labisch fand es schade, Autoren, die hier ihren ersten Auftritt hätten haben sollen, hängen zu lassen, und nahm sich des Projektes an.
Erfolgreich, wie sich nun zeigt. Das Buch wurde nicht nur zu einem guten Ende gebracht, es wurde auch von Gerd Scherm kongenial illustriert und wird vom Schaltungsdienst in gewohnter Hardcoverqualität hergestellt. Das Buch ist Spitz auf Knopf kalkuliert, aber das war mir in diesem Fall nicht so wichtig. Hardcover sind nie wirklich preisgünstig, aber dafür sind sie schön und liegen viel besser in der Hand – ein guter Grund, auf ein Softcover zu verzichten, das in dieser Größe (210 x 210 mm) und diesem Umfang (»nur« 176 Seiten) eher die Haptik eines Lappens aufweisen würde.

Labisch, Marianne (Hrsg.), DIE GOLDENE FEDER. Geschichten aus dem alten Orient

Fantasy speziell: Märchen

Heute neigt manche Marketingabteilung dazu, Märchen als Fantasy zu deklarieren und zu vermarkten. Ob das so richtig ist, muss jedermann selbst entscheiden – ich halte es für irreführend. Und so mag Sebastian von Arndts neues Buch »Wächter der verbotenen«, das jüngst in meinem Verlag erschienen ist, für die Marketinggläubigen dieser Welt als Fantasywerk gelten, ich halte es eher für ein Märchen.
Marianne Labisch, selbst Autorin, dazu Herausgeberin, Lektorin usw., hat das Buch als »bezauberndes Kinderbuch« bezeichnet, wobei ich den Begriff »Kinderbuch« nicht ganz passend finde; es könnte den Eindruck erwecken, es handle sich um eine Vorlesegeschichte für Vier- bis Sechsjährige. Ein wenig älter sollten die jugendlichen Leser des Buches schon sein, denn das fördert das Verständnis der Geschichte. Wenn man den Begriff »Kinderbuch« auf den Plot bezieht, so liegt man nicht ganz falsch, denn die vier Protagonisten, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, sind Kinder, wenn auch »gehobeneren Alters«.
Auf jeden Fall war und bin ich erfreut, nach beinahe zehn Jahren (sein erstes und bislang einziges Buch »Die letzte Saat« erschien als Fantasy 7 im März 2012) ein weiteres Buch von Sebastian veröffentlichen zu dürfen.

von Arndt, Sebastian, Wächter der Verbotenen