Durcheinander?

  • Gestern erfuhr ich durch Zufall, dass ich heute Vormittag einen Termin habe. Kimmischwimmi. Das sind Kims physiotherapeutische Schwimmrunden. Frau muss arbeiten, ich darf den Termin wahrnehmen. Zum Glück – oder auch nicht – gibt es keinen Gummianzug in meiner Größe (vor allem nicht mit meiner Schuhgröße 49), sodass die Physiotherapeutin das Schwimmen übernimmt. Und sehr gut macht. Kim ist beschäftigt, sie muss richtig arbeiten und ist hinterher fein ausgeruht. Feucht. Und fit. Aber ich glaube, sowas berichtete ich schon.
  • Vorher konnte ich ein Lektorat beenden. Erste Runde, Military SF. Von einer sittsam bekannten Autorin, die in Sachen Genre aber ziemlich flexibel ist. Nein, ich sag den Namen nicht. Sie hat über sechzig Bücher verfasst. Vielleicht kommt ihr von selbst drauf. – Das Lektorat ist noch nicht zu Ende. Und wird lustig. Oder auch nicht. Die Entscheidung, Gendern zu akzeptieren oder nicht, überlasse ich dem Verlag. Ich finde es in einem belletristischen Werk nicht richtig, aber im Zweifelsfall kann ich mehr als Kritik nicht anbringen. Ich bin nur der Lektor, nicht der Autor.
  • Mittagsgassi fiel wegen Kimmischwimmi aus. Auch für Naomi. Ohne Kim mit Naomi Gassi zu gehen, ist aussichtslos. Selbstquälerisch. Sie hat keinen Spaß dran. Ich auch nicht. Also fiel es aus.
  • Nach der Mail an die Autorin fiel ich irgendwie in ein Loch. Ich wusste nicht, womit ich weitermachen sollte.
  • Also sortierte ich Unterlagen. Zettelkram. Sachen, die noch zu erledigen waren. Der elende Papierhaufen, den ich letztens vom Schreibtisch in ein Regal verbannt habe. Wodurch er nicht kleiner wurde.
  • Dann versuchte ich, das Lexware-Formular für meine global:epropaganda auf die neue Version, die ich letztens erstellte, umzubauen. Erfolglos. Der Formularbereich, auf den die Makros zugreifen, lässt sich jedenfalls mal nicht einfach kopieren. (Hinterher wurde mir klar, dass das schon okay war; nur die Makros hätte ich auch kopieren müssen.)
  • Gassigang, große Runde. Ich war lange nicht mehr hinten über die Äcker gelaufen. Hinten heißt: Richtung Norden. Das ist Frauchens Territorium, wo sie jeden Morgen Freilauf zelebriert. Jeden Morgen die gleiche Strecke. Mich würde das irgendwann irremachen. Aber heute war das gut. Allerdings ohne Freilauf, weil mir Kims Gehopse den Rest gegeben hätte (längere Story, muss ich andermal erzählen). Die Sonne schien, es war recht warm, schön einfach.
  • Wieder daheim wurden die Hunde umgerüstet. Ein anderes Halsband für Kim. Dazu der Maulkorb, noch in meiner Hand. Und ab zum Tierarzt. Für Kim standen Routineimpfungen an. – Wir mussten eine Stunde warten, trotz Termin. Unsere Tierärztin kann sich über Kundschaft nicht beklagen. Kim schlug sich tapfer, wenn auch wie üblich: Maulkorb an, mit Widerstand rauf auf den Tisch, Kim festhalten, damit sie nicht abhaut. Die Azubine hörte nicht richtig zu und entkam Kims Zugriff gerade eben. (Wenn der Maulkorb »dicht« ist, ist er immer noch hart; und Kim ist nicht zimperlich, wenn sie sich wehrt.) Interessante Erkenntnis: Obwohl sie sich aufführt, als ginge es ihr ans Leben, ist ihr Herzschlag völlig normal. Typischer Fall von Rumzicken. »Bockig«, meinte die Tierärztin und entschuldigte sich unnötigerweise.
  • Daheim nervte Kim, indem sie ständig hinter mir herrannte. Erst als ich sie anschnauzte, gab sie Ruhe. (Und jetzt, da ich dies schreibe, liegt sie irgendwo und schläft.)
  • Am Ende gelang es mir doch noch, das global:epropaganda-Formular für die Lexware herzurichten. Wer das Layout sehen möchte, kann sich ja ein Angebot von mir machen lassen. Gehe dazu auf www.globalepropaganda.de und schau dir an, was ich so anbiete.

Ein einfacher Tag  

Letztens monierte ich die Fragmentierung eines Tages. Heute war die Struktur simpel:

    • 1 Lektorat
    • 2 Gassigänge
    • 1 Layout

Das Lektorat betraf ein neues Manuskript, das mich auch noch zwei, drei Tage – oder länger, das weiß man ja nie – beschäftigen wird. Ich bin mir noch nicht schlüssig, wie ich vorgehe. Zunächst habe ich mich zu einem nicht zu brutalen Lektorat entschieden, aber im Hinterkopf habe ich den Gedanken, da noch ein zweites, härteres Lektorat anzusetzen, weil der Text immer wieder sehr aufgeblasen wirkt, sehr redundant, erfüllt von für die Handlung nicht wichtigen Phrasen. Nicht immer, aber doch immer wieder. Ich werde mich nach dem ersten Lektorat und einer Rücksprache mit dem Autor entscheiden.

Die Gassigänge waren feucht und kühl. Der erste Gang im Ruheforst bei Ostenfeld war anstrengend und dauerte länger als erwartet. Aber den Hunden tut das genauso gut wie meinem Blutzuckerspiegel. Letzterer war leider nicht ganz so gut wie erhofft. Der zweite Gang ging hier in Winnert durch die sogenannte Siedlung, ein recht junger Ortsteil. Schmerzen im rechten Knie führten zu langsamem Schlendern, was Naomi zu schamlosem Dauerschnüffeln an wirklich jedem Büschelchen ausnutzte. Aber gut. Das ist ihre Leidenschaft. Ich gönne mir ja auch die meine, selbst dann, wenn Naomi das nicht mag. (Wobei ihr meine Leidenschaften de facto wurscht sind, sieht man von Gassigängen mit Schnüffelchancen ab.)

Das Layout war die Fortsetzung der Arbeiten an »KINDERGEFÄNGNIS und andere verlassene Orte«. Es geht voran. Es fehlen noch circa 30 Seiten für die erste Runde. Danach gibt’s die Fahnenkorrektur inklusive Behebung von Layoutfehlerchen.

Heute ist Montag. Das Fernsehprogramm steht also fest: »Inspector Barnaby«. Wir haben wohl alle Folgen inzwischen drei, vier, sechs Mal oder häufiger gesehen. Wir haben irgendwann aufgehört zu zählen. Aber montags muss das sein.

Stimmung, 14.09.

Wie sehr ich Norddeutschland mag, wie sehr ich Nordfriesland mag, dürfte inzwischen bekannt sein. Bei Facebook war es einfacher, auf die Schnelle solche Stimmungsbilder zu präsentieren. Was mich hier nicht hindert. So sieht es aus, wenn man morgens zwischen 7 und 8 Uhr mit den Hunden unterwegs ist.

Apropos Einhörner

Natürlich hat auch Schleswig-Holstein seine Wälder. Man nennt sie Landesforsten. Die haben nicht nur ihren Amtssitz in Neumünster, sondern auch eine Internetseite: www.forst-sh.de. Und natürlich haben die auch Wälder. Deshalb ja Landesforsten.
Lehmsiek beim Schwabstedt, einer meiner derzeit bevorzugten Gassimarschorte vor allem bei sonnigem Wetter, ist so ein Forst. Und ein ordentlicher Forst ist an seinen Grenzen beschildert. Das gehört sich in Deutschland so.
Und wie es sich ebenfalls in Deutschland gehört, gibt es Gebots- und Verbotsschilder auch an den Grenzen der schleswig-holsteinischen Forsten.

In Lehmsiek sind Autos und Motorräder im Forst nicht erlaubt; dass die Forstverwaltung aus Neumünster hier ein ganz und gar nicht der Straßenverkehrsordnung entsprechendes Schild wählten, ist vermutlich der Grund, warum die schon in einem früheren Post erwähnten ScheißUV fahrenden Waldkacker das nicht verstanden haben.
Eindeutiger, weil auch nicht in einer Verordnung aufgeschrieben, ist die Aufforderung an Hundehalter, ihren Hund anzuleinen. Was auch nicht jeder Hundehalter versteht, wie ich selbst schon erleben durfte.

Amtlich hingegen sieht das ansonsten überhaupt nicht amtliche Verbotsschild für Einhörner aus. Der Witzbold, der sich das ausdachte, hat sich natürlich nicht genügend Gedanken darüber gemacht, was er da anrichtete. Denn natürlich soll eigentlich verhindert werden, dass sich Reiter der Forstwege bemächtigen und diese möglicherweise so beschädigen, das die waldkackenden ScheißUV-Fahrer Schwierigkeiten in ihren illegalen Vorwärtsbewegungen verspüren.
Indes verbietet dieses Schild schlicht und ergreifend nur Einhörnern, den Forst zu betreten oder gar zu durchqueren. Und zwar unberittenen Einhörnern. Pferde hingeben, die die eigentliche Zielgruppe darstellen dürften, sind nicht betroffen – weder mit noch ohne Reiter.
Und mich würde es ungemein reizen, einen Prozess zu provozieren, um herauszufinden, wie viel die Fantasie eines Schilderscherzbolds vor Gericht wert ist. Grundsätzlich würde ich damit rechnen, dass er verliert. Aber Pferde kotzen bekanntermaßen auch vor Apotheken, weshalb wohl eher gilt: »Das Urteil ist nicht eindeutig vorherzusagen …«

P.S.: Nicht an allen Grenzen des Forstes zu Lehmsiek wird indes in orangefarbener Signalität vor aggressiven Bäumen und Ästen gewarnt …

Abwesend aufm ElsterCon

Mit zunehmendem Alter werde ich wohl auch ein wenig wunderlich. Vielleicht zickig. Für mich ist das okay. Immerhin.
Was ich damit meine, ist, dass ich jetzt, wo ich im hohen Norden wohne, Probleme sehe, noch auf Cons zu fahren. Dazu gibt es verschiedene Gründe.
Zum einen musste ich überrascht feststellen, dass Husum verdammt viel weiter vom Schuss ist, als seinerzeit Murnau im Süden Bayerns. Von Murnau nach München waren es 75, 80, 85 Kilometer, je nachdem, wohin man wollte. Würde ich heute Dirk Fleck in Hamburg besuchen wollen, wären das an die zwei Stunden Fahrt und mindestens 133 Kilometer. Kiel liegt natürlich näher, ist aber mit München nicht annähernd zu vergleichen (sorry, Kiel).
Zum zweiten sind da die beiden Hundemädchen. Frau arbeitet, nicht immer, nicht regelmäßig, aber wegen ihrer Profession als an der Wellness orientierte Kosmetikerin in einem Hotel-Spa vorzugsweise auch am Wochenende. Und das sind keine zwei, drei Stunden, die sie da außer Haus ist – sondern der ganze Tag. Mit Fahrzeit und allem gerne und nicht selten 9, 10 Stunden. So lange will ich die Hundemädels nicht allein lassen. Und mitnehmen ist so eine Sache. Das geht nicht überall hin – und genau das war auch schon Grund für Boykotte. Als ich noch Mitglied bei FOLLOW war, bin ich nicht mehr auf die Feste der Fantasie gefahren, weil Hunde nicht erlaubt waren; Kinder waren es sehr wohl, aber selbstredend ist das was ganz anderes. Sagten die Veranstalter.
Und letztlich bin ich vielleicht auch einfach nur faul geworden. Ich weiß nicht, ab welchem Alter man sich das rechtlich einwandfrei erlauben kann. Ich für meinen Teil fühle mich so, dass ich davon ausgehe, das ich das heute tun darf.

Der ElsterCon, der sowieso seuchenbedingten Einschränkungen unterworfen war, musste jedenfalls ohne mich auskommen. Frau war auf einem Seminar, die Fahrt hätte leicht 6 Stunden gedauert, eine Unterkunft hatte ich gar nicht erst gesucht, wegen der Hunde gar nicht erst gefragt.
Problematisch war dabei, dass mir offiziell der Kurd-Laßwitz-Preis für meine langjährigen Leistungen verliehen werden sollte. Aber in der heutigen Zeit gibt es ja Alternativen. Ich hatte Udo Klotz ein Video versprochen:

Der Weg dahin war überraschend mühsam. Es war klar, dass Equipment und Machart weit von jeglicher Professionalität entfernt wären, aber darauf kam es wohl auch nicht an. Aber ich war überrascht, wie schwer es mir fiel, alleine vor einer Kamera einen Text zu sprechen, den ich noch dazu vorgeschrieben habe, zwar nicht ablas, aber eigentlich »konnte«. Ich war nicht unvorbereitet – und das war das Problem, das dazu beitrug, dass ich das Video lange vor mir herschob. Am Ende habe ich es dann doch hinbekommen – aber ich denke immer noch, dass es mir live, vor Publikum, aus dem Stegreif gesprochen, leichter gefallen wäre.
Sehr seltsam.
Oder auch nicht. Während meiner lange zurückliegenden Unteroffiziersausbildung hatte ich auch Unterweisungen im Umgang mit Untergebenen, und dazu gehörte auch – nicht zuletzt wegen unseres »Fachgebietes« –, vor Untergebenen selbst Unterweisungen durchzuführen, sprich: vor Publikum aufzutreten.

Hundehalter, Waldkacker und Radlerhonks

Mittagsgassi. Es sah nach Sonne und Wärme aus. Also gedachte ich, in den Wald zu fahren. Lehmsiek. Immer eine gute Ecke. Und gedacht, getan. Zunächst war es allerdings gar nicht so warm. 16 Grad, in der Sonne etwas mehr. Aber es ging auch im T-Shirt.
Unser Parkplatz – hier – ist inzwischen Standard. Man ist schon im Wald, der Fahrweg ist geschottert, nicht mehr asphaltiert.

Gerade, als wir losgingen, kam aus der Seitenstraße rechts eine Frau auf einem Fahrrad mit zwei Hunden. Beide liefen unangeleint, sie nahm den einen an die Leine. Ich ließ meine Mädels sitzen, die Passage verlief unproblematisch, sieht man davon ab, dass Naomi einen ihrer »Gesänge«, die sie für solche Gelegenheiten auf Lager hatte, abließ. (»Gesänge« ist eine Hilfsumschreibung für etwas eigentlich Unbeschreibliches: Jaulen, Brummeln, kleine Wuffer, eine Bandbreite von mehreren Oktaven – wenn man es nicht selbst hört, kann man sich nichts darunter vorstellen.)
Wir folgten dem Trio in die gleiche Richtung. Naomi nahm – wie immer bei Hunden, die vor ihr hergelaufen waren – Witterung und Spur auf und zog wie Hechtsuppe. Wie üblich, wie gesagt. Ein Stück später bogen wir dann links in den Wald ab – hier.

An einer »Kreuzung« gab es eine Bank, auf der eine Tussi saß. Neben ihr stand ein Fahrrad. Und ich glaubte, irgendwo einen Hund gehört zu haben, sah aber nichts. Die Tussi reagierte auf das landestypische »Moin« mit einem dummen Gesicht, ansonsten schweigsam. Und starrte uns hinterher, wie wir unseren Weg fortsetzten, alle zwei bis drei Meter unterbrochen von Naomis Schnüffelattacken.
Den folgenden Weg gingen wir zum ersten Mal, er war gut erkennbar, aber nicht sonderlich befestigt. Zwischendrin gab es eine merkwürdige Attraktion – die wie eine Art Thron aussah und mit Absperrband umwickelt war – und später noch eine, die aus einem Baumstumpf mit einer Art Schubladen aus unterschiedlichen Holzarten bestand: Bildung im Wald.
An seinem Ende gab es so etwas wie einen Waldkindergarten, jedenfalls trieben sich da ein paar Frauen und Kinder herum. Dort trafen wir die Frau mit den beiden Hunden wieder. Die zwei waren angeleint und ohne Ansprache, sodass sie bellten und jaulten, um Frauchen mitzuteilen, was sie an Besonderem in der Umgebung festgestellt haben. Frauchen juckte das nicht. Der Klönschnack war wichtiger.

Dieser Wegweiser:

befand sich hier. Der Richtungshinweis zum Wilden Moor kam mir zunächst komisch vor, später wurde mir allerdings bewusst, wo ich mich befand und dass die Richtungsangabe völlig korrekt ist.

Zwischen dem vorherigen und diesem Wegweiser:

passierte uns die Fahrradfahrerin mit den beiden Hunden. Ich ließ meine Mädels wieder sitzen, aber diesmal hatte die Radlerin wohl ihre Intelligenz und Vernunft unterwegs verloren, denn beide ihrer Hunde liefen frei. Mit der fast logischen Folge, dass der Hund, der bei der ersten Begegnung angeleint war, auf Naomi zukam und diese vorging. Es gab keine Auseinandersetzung, aber alleine die Tatsache, dass mir Naomi mit ihrer Bewegung die raue Leine ein Stück durch die Hand riss, war Anlass für einen saftigen Fluch. Denn – so leid es mir tut – dieser Akt der Dummheit war schlicht und ergreifend unfreundlich.

Die weißen Hinweisschilder mit der schwarzen Schrift findet man in der Gegend um das Wilde Moor überall. Sie zeigen die Wege für Radler und Reiter an, dazu Entfernungen zu bestimmten Orten. Wirklich falsch finde ich hier die Richtungsangabe nach Winnert – ich würde die andere Richtung nehmen –, aber vielleicht liegt das auch daran, dass ich kein Reiter bin.

Am Ende war der Gassigang in Ordnung. Er kostete mich – als Diabetiker – eine ordentliche Menge Blutzucker, sparte also Insulin, die Hunde hatten ihre Bewegung.
Geärgert habe ich mich trotzdem. Nicht nur über die Radlerin mit ihren Hunden – die natürlich nichts für Frauchens Dummheit konnten –, sondern auch über die zahllosen – es waren sechs Stück –, an den unglaublichsten Stellen parkenden ScheißUV – die Leute fahren echt mit dem Auto zum Kacken in den Wald! –, den fahrenden Pkw, der seinen Kackplatz noch nicht gefunden hatte, und die beiden Radler, die es partout nicht schafften, nebeneinander zu fahren, um zu zeigen, dass ihnen der § 1 der StVO bekannt ist.

Erledigungsmeldungen

  • Der erste Buchblock – traditionell zur Fahnenkorrektur bestimmt – der Anthologie »Das Alien tanzt Walzer« ist fertig und wurde heute an Ellen Norten, die Herausgeberin, zur Begutachtung – und gerne auch Fehlerauffindung – gemailt. Das war das Buch, das ich letztens »aus lauter Verzweiflung« zu layouten begonnen habe.
  • »AntiquaRiot 2«, mein Beitrag zur FAN 130, ist auch fertig, an den OH gemailt, ausgedruckt und für die Post vorbereitet.
  • Meine Frau hat mir ja wieder nichts erzählt. Deshalb war mein erster Alleintermin bei der Hundephysio Andrea eine Überraschung. Einen Gummianzug in meiner Größe für den Pool gibt es nicht – aber Andrea erwartet auch nicht zwingend, dass die Kunden mit dem Hund ins Wasser gehen. Sie macht das auch. Das allerdings ist echte Arbeit für Kim gewesen – denn Frauchen mit ihrem Laissez-faire- und Spieltriebbefriedigungsstil ist halt doch eine andere Hausnummer. Bei Andrea wird richtig gearbeitet. Und Kim hat das wie immer toll gemacht.
  • Morgen ist ScanDay.
  • Und ich hoffe, der Telekomiker, der hoffentlich morgen auch wirklich erscheint, findet den Fehler, der mir die Geschäftsbeziehung zu Vodafone derzeit ziemlich verdirbt. Aber das ist keine Geschichte für heute.

Gespräch im Walde

Der Lehmsiek bei Schwabstedt ist ein schönes Waldstück mit reichhaltigen Spazierwegen. Ich bin derzeit dabei, mir Weg für Weg zu erschließen. Das waldreiche Areal hat bei hohen Temperaturen und prallem Sonnenschein einen großen Vorteil für meine beiden schwarzen Hundemädchen: Es ist schattig. Sehr angenehm.
Angenehm ist auch, dass die Gegend schön ruhig ist. Die nächstgelegene Fahrstraße ist eine Nebenstraße der L38, die irgendwohin führt, wo kaum jemand hin will. Hollbüllhuus, Fresendelf. Nach den bisherigen Erfahrungen mit dem eher langweiligen Wald zwischen Winnert und Ostenfeld sowie dem Ruheforst zwischen Ostenfeld und Rott muss ich feststellen, dass der Lehmsiek die beste Lokation der drei Wäldchen ist.

Heute hatten wir dann eine nette Begegnung. Wir waren schon auf dem Rückweg, als ich zwischen den Bäumen Menschen gewahrte. Und dann kam ein schwarzer Hund auf uns zu, nicht angeleint. Man rief mir zu, ich könnte meine loslassen, er – der fremde Hund – sei vollständig sozialisiert. Was sich auch bewahrheitete. (Leider dürfen meine beiden Damen im Wald nicht ohne GPS-Tracker laufen, weil sie gerne ihrer Jagdleidenschaft frönen; und Kim fand schon in Bayern Wälder toll für stundenlange Exkursionen.)
Der Hund mit Namen Paul war jedenfalls ein Labrador-Bordercollie-Mix (mit einem eindeutig dominanten Labrador-Gen-Set), ein Rüde, ein hübscher Kerl, der gut zu meinen beiden Mädchen gepasst hätte. Und es gab auch keinen Stress zwischen den drei Hunden.
Pauls Herrchen und Frauchen hatten meinen Passat – immer noch mit Garmischer Kennzeichen – gesehen und nicht nur den, sondern auch die »Gendern – nein danke«-Aufkleber, die ausgesprochen positiv aufgenommen wurden. So kamen wir ins Gespräch und unterhielten uns über den Umgang mit der deutschen Sprache, die derzeit in Deutschland vor allem von Politik und Verwaltungen, von Medien und den überall auftretenden Unbelehrbaren systematisch beschädigt wird. Wir sprachen über Facebook, ein wenig über Politik, über dies und das.
Ein Biergarten wäre an der Stelle praktisch gewesen, ging mir später durch den Kopf.

Nerverl

Einmal am Tag dürfen die beiden Mädels frei laufen, das heißt: ohne Leine. Sie tragen dann GPS-Tracker am Körper, obwohl der letzte wirkliche Bedarf noch in Bayern auftrat; hier in Nordfriesland ist es offensichtlich zu ungünstig, stundenlang in irgendeinem Wald … ähm, ja, es liegt daran, dass die Wälder ein wenig rarer gesät sind.
Normalerweise macht den Freilauf Frauchen während des morgendlichen Gassigangs. Es geht Richtung Norden aus Winnert raus, gleich zwei, drei Häuser weiter geht es in die Felder. Dort dürfen sie laufen.
Wenn ich den Freilauf zu bewältigen habe, geschieht dies meist mittags. Gewohnheit. Oder so.

Hinten: Kim, das Nerverl; vorne: Naomi, damals noch mit Punkfrisur <3

Naomi läuft meist hinter mir. Schnüffelt viel, was sie sowieso tut. Nutzt die Gelegenheit, nicht ständig weitergezogen zu werden, weil sie zu lange schnüffelt und Kim sich langweilt, während sie warten muss. Ab und zu läuft sie auch vornweg, dann sprintet sie kurz, bleibt schlagartig stehen – Vollbremsung – und schnüffelt.
Und Kim?

Früher sie vorneweg gelaufen und hat erst an einem der Punkte angehalten, an denen es normalerweise ein Leckerli gibt. Sie hat nicht nur ein ausgezeichnetes Gedächtnis dafür; auf neuen Strecken – auch ohne Freilauf – interpretiert sie Einmündungen und Kreuzungen durchaus korrekt als denkbaren Leckerlipunkt. Wie auch immer –
Gestern hat sie Nerverl gespielt. Sie ist drei, vier Meter vorausgelaufen, stehen geblieben, hat gewartet, bis ich bei ihr war, ist dann seitwärts vor mir her gehüpft, während sie mich ununterbrochen anblickte, bis ich mit den Händen winkte oder »Geh!« sagte oder »Es gibt nichts!« oder etwas in der Art. Das hat dann allerdings wieder nur für drei, vier Meter gereicht – und das Spielchen ging von vorne los.
Am Ende hat’s mir dann gereicht. Und den Rückweg hat sie zurückgelegt wie immer: vorausgelaufen, bis zum Leckerlipunkt – einen hat sie sogar ausgelassen, ui! – und fertig.

Nerverl.
So ein Gassigang ist anstrengend.
Sowieso, weil ich ganz anders laufe als mit den Hunden an den Leinen.
Und dann dieses ständige »Geh! Geh! Geh!«
Aber was will ich machen? Wie sie vor mir herhüpft, das sieht schon lustig aus.
Und lieb habe ich sie ja sowieso –

P.S.: »Nerverl« kommt aus dem bayerischen Lautuniversum und ist eine Verniedlichung von »Nervensäge«, ohne diesen Begriff wirklich repräsentieren zu wollen. Ein Nerverl ist etwas oder jemand, der einen vielleicht mal nervt, den man aber inniglich lieb hat. Oder so ähnlich.