Durcheinander?

  • Gestern erfuhr ich durch Zufall, dass ich heute Vormittag einen Termin habe. Kimmischwimmi. Das sind Kims physiotherapeutische Schwimmrunden. Frau muss arbeiten, ich darf den Termin wahrnehmen. Zum Glück – oder auch nicht – gibt es keinen Gummianzug in meiner Größe (vor allem nicht mit meiner Schuhgröße 49), sodass die Physiotherapeutin das Schwimmen übernimmt. Und sehr gut macht. Kim ist beschäftigt, sie muss richtig arbeiten und ist hinterher fein ausgeruht. Feucht. Und fit. Aber ich glaube, sowas berichtete ich schon.
  • Vorher konnte ich ein Lektorat beenden. Erste Runde, Military SF. Von einer sittsam bekannten Autorin, die in Sachen Genre aber ziemlich flexibel ist. Nein, ich sag den Namen nicht. Sie hat über sechzig Bücher verfasst. Vielleicht kommt ihr von selbst drauf. – Das Lektorat ist noch nicht zu Ende. Und wird lustig. Oder auch nicht. Die Entscheidung, Gendern zu akzeptieren oder nicht, überlasse ich dem Verlag. Ich finde es in einem belletristischen Werk nicht richtig, aber im Zweifelsfall kann ich mehr als Kritik nicht anbringen. Ich bin nur der Lektor, nicht der Autor.
  • Mittagsgassi fiel wegen Kimmischwimmi aus. Auch für Naomi. Ohne Kim mit Naomi Gassi zu gehen, ist aussichtslos. Selbstquälerisch. Sie hat keinen Spaß dran. Ich auch nicht. Also fiel es aus.
  • Nach der Mail an die Autorin fiel ich irgendwie in ein Loch. Ich wusste nicht, womit ich weitermachen sollte.
  • Also sortierte ich Unterlagen. Zettelkram. Sachen, die noch zu erledigen waren. Der elende Papierhaufen, den ich letztens vom Schreibtisch in ein Regal verbannt habe. Wodurch er nicht kleiner wurde.
  • Dann versuchte ich, das Lexware-Formular für meine global:epropaganda auf die neue Version, die ich letztens erstellte, umzubauen. Erfolglos. Der Formularbereich, auf den die Makros zugreifen, lässt sich jedenfalls mal nicht einfach kopieren. (Hinterher wurde mir klar, dass das schon okay war; nur die Makros hätte ich auch kopieren müssen.)
  • Gassigang, große Runde. Ich war lange nicht mehr hinten über die Äcker gelaufen. Hinten heißt: Richtung Norden. Das ist Frauchens Territorium, wo sie jeden Morgen Freilauf zelebriert. Jeden Morgen die gleiche Strecke. Mich würde das irgendwann irremachen. Aber heute war das gut. Allerdings ohne Freilauf, weil mir Kims Gehopse den Rest gegeben hätte (längere Story, muss ich andermal erzählen). Die Sonne schien, es war recht warm, schön einfach.
  • Wieder daheim wurden die Hunde umgerüstet. Ein anderes Halsband für Kim. Dazu der Maulkorb, noch in meiner Hand. Und ab zum Tierarzt. Für Kim standen Routineimpfungen an. – Wir mussten eine Stunde warten, trotz Termin. Unsere Tierärztin kann sich über Kundschaft nicht beklagen. Kim schlug sich tapfer, wenn auch wie üblich: Maulkorb an, mit Widerstand rauf auf den Tisch, Kim festhalten, damit sie nicht abhaut. Die Azubine hörte nicht richtig zu und entkam Kims Zugriff gerade eben. (Wenn der Maulkorb »dicht« ist, ist er immer noch hart; und Kim ist nicht zimperlich, wenn sie sich wehrt.) Interessante Erkenntnis: Obwohl sie sich aufführt, als ginge es ihr ans Leben, ist ihr Herzschlag völlig normal. Typischer Fall von Rumzicken. »Bockig«, meinte die Tierärztin und entschuldigte sich unnötigerweise.
  • Daheim nervte Kim, indem sie ständig hinter mir herrannte. Erst als ich sie anschnauzte, gab sie Ruhe. (Und jetzt, da ich dies schreibe, liegt sie irgendwo und schläft.)
  • Am Ende gelang es mir doch noch, das global:epropaganda-Formular für die Lexware herzurichten. Wer das Layout sehen möchte, kann sich ja ein Angebot von mir machen lassen. Gehe dazu auf www.globalepropaganda.de und schau dir an, was ich so anbiete.

Ein einfacher Tag  

Letztens monierte ich die Fragmentierung eines Tages. Heute war die Struktur simpel:

    • 1 Lektorat
    • 2 Gassigänge
    • 1 Layout

Das Lektorat betraf ein neues Manuskript, das mich auch noch zwei, drei Tage – oder länger, das weiß man ja nie – beschäftigen wird. Ich bin mir noch nicht schlüssig, wie ich vorgehe. Zunächst habe ich mich zu einem nicht zu brutalen Lektorat entschieden, aber im Hinterkopf habe ich den Gedanken, da noch ein zweites, härteres Lektorat anzusetzen, weil der Text immer wieder sehr aufgeblasen wirkt, sehr redundant, erfüllt von für die Handlung nicht wichtigen Phrasen. Nicht immer, aber doch immer wieder. Ich werde mich nach dem ersten Lektorat und einer Rücksprache mit dem Autor entscheiden.

Die Gassigänge waren feucht und kühl. Der erste Gang im Ruheforst bei Ostenfeld war anstrengend und dauerte länger als erwartet. Aber den Hunden tut das genauso gut wie meinem Blutzuckerspiegel. Letzterer war leider nicht ganz so gut wie erhofft. Der zweite Gang ging hier in Winnert durch die sogenannte Siedlung, ein recht junger Ortsteil. Schmerzen im rechten Knie führten zu langsamem Schlendern, was Naomi zu schamlosem Dauerschnüffeln an wirklich jedem Büschelchen ausnutzte. Aber gut. Das ist ihre Leidenschaft. Ich gönne mir ja auch die meine, selbst dann, wenn Naomi das nicht mag. (Wobei ihr meine Leidenschaften de facto wurscht sind, sieht man von Gassigängen mit Schnüffelchancen ab.)

Das Layout war die Fortsetzung der Arbeiten an »KINDERGEFÄNGNIS und andere verlassene Orte«. Es geht voran. Es fehlen noch circa 30 Seiten für die erste Runde. Danach gibt’s die Fahnenkorrektur inklusive Behebung von Layoutfehlerchen.

Heute ist Montag. Das Fernsehprogramm steht also fest: »Inspector Barnaby«. Wir haben wohl alle Folgen inzwischen drei, vier, sechs Mal oder häufiger gesehen. Wir haben irgendwann aufgehört zu zählen. Aber montags muss das sein.

Julibäum

Es ist der Kilometerstand. 202020. Nicht die erste Schnapszahl auf dem Zähler. Aber die erste, die ich fotografieren konnte.

Der Passat, ein 2.0 TDI Bluemotion mit dem berühmt-berüchtigten EA189-Diesel (inkl. Softwareupdate und Entschädigung von Volkswagen), kam als Gebrauchtwagen zu mir, als mein heißgeliebter Laguna durch den Bruch aller vier hinteren Federstangen zu einem wirtschaftlichen Totalschaden wurde. Ich hatte kein Geld für einen anderen Wagen, ich wollte keinen Kredit aufnehmen, ein Leasingauto war mir zu teuer und zu unwirtschaftlich, nachdem ich dank der Zusammenlegung von Wohn- und Arbeitsort praktisch keine Strecken mehr fuhr.

Der Passat, der auch in Nordfriesland noch auf GAP-MY 311 hört, war ein Leasingfahrzeug meines Arbeitgebers, gerade aus dem Leasing raus und gerade von einem leichten, kaum sichtbaren, aber doch finanziell wirksamen Hagelschaden betroffen; durch den war er gleich sechseinhalbtausend Euro günstiger. Der Wagen hatte einem ehemaligen Geschäftsführer gehört und war eine Weile vom Service gefahren worden, bevor der Leasingvertrag auslief.

Mein damaliger Chef bot ihn mir an. Zwölf Riesen, keine Zinsen, die Ratenhöhe konnte ich selbst festlegen. Ich wählte fünfhundert Euro im Monat. Nach zwei Jahren war er bezahlt. Und obwohl ich dank des Laguna beinharter Renault-Fan war (und es eigentlich noch immer bin), gefiel mir der Passat sehr schnell.

Er ist ein schönes Auto – das leider an einigen Stellen leichten Rost entwickelt –, er ist gut und modern ausgerüstet. Seine »nur« 110 PS reichen für spritziges Fahren völlig aus. Knapp über 200 km/h bringt er auf die Straße, und wenn ich ihn so trete, säuft er wie ein Loch: 5,5 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Fahre ich ihn zivil, Landstraße, Stadt, ab und zu ein Stück Autobahn, liegt er im Durchschnitt zwischen 4,2 und 4,6 Liter auf 100. Bluemotion. Nein, keiner von diesen BluTec-Dingern, sondern einfach nur ein sparsamer Diesel. Selbst nach dem Softwareupdate, das angeblich zu einer Verbrauchssteigerung führen sollte.

Ich weiß nicht, wie ich mit den Roststellen umgehen werde. Ich überlege, sie abzuschleifen und den Wagen danach bekleben zu lassen – was ich sowieso längst vorhatte. Man wird sehen. Auf jeden Fall werde ich ihn so lange fahren wie den Laguna – bis es sich nicht mehr rechnet, ihn herrichten zu lassen, bis er ein Totalschaden ist. So oder so.

Eigentlich hätte ich mir aus eigenem Antrieb nie einen VW zugelegt. Aber die Entscheidung, auf das Angebot meines Chefs – danke, Josef! – einzugehen, war richtig und weise.

P.S.: Und ja, die Scheibe des Armaturenbretts ist wirklich so staubig … Mein Auto ist ein Gebrauchsgegenstand, kein Pflegefall.

Frankmentur

Der Tag war fragmentiert.

Eigentlich war ein weiterer ScanDay geplant. Schon vom Vortag verschoben. Und morgens endgültig gestrichen. Der Ersatz war wieder lauter Kleinkram. Druckaufträge für drei Hornsignale-Ausgaben. Und dann immerhin die restlichen Korrekturarbeiten am Franke-Buch »Das Gutenberg-Konzil«. Fertig fürs Layout.
Einkäufe. Futterhaus. Famila.

Termin mit den Hundemädels beim Tierarzt.
Kim sollte angeschaut werden, wie es ihr geht, wie sie läuft. Blutabnahme, um die Nierenwerte noch einmal zu testen; zuletzt waren die Harnsäurewerte zu hoch. Ansonsten geht es ihr gut. Und sie hat sich supertapfer geschlagen. Das ehemals superängstliche Mädchen schlägt sich immer besser.
Naomi wurde geimpft, bekam die Krallen gekürzt. Bei ihr nutzen sie sich nicht schnell genug ab, da muss immer wieder nachgeholfen werden. Und so ganz geheuer war ihr nicht, was vielleicht daran lag, dass sie so lange hat warten müssen – ohne Kim, die sie schon vermisst, wenn sie drei Meter entfernt hinter einer Behandlungszimmertür verschwunden ist. Arme Maus. Wenn Kim einmal über die Regenbogenbrücke geht, wird das ein Fiasko; aber wir bereiten uns vor.

Später wurde ich dann doch noch produktiv. Vorbereitungsarbeiten laut Checkliste für drei Bücher aus der »SF-Werkausgabe Herbert W. Franke« ­– neben dem »Gutenberg-Konzil« stehen auch die Bände 14, »Paradies 3000«, eine Kurzgeschichtensammlung, und 15, »Tod eines Unsterblichen«, ein Roman, zur Veröffentlichung an. Ich plane, alle drei Titel auf einen Rutsch herauszubringen. Mir geht das alles viel zu langsam.

Später begann ich dann mit dem Layout am zweiten Band zu den »verlassenen Orten«, wieder mit Fotos von Sebastian Schwarz und diesmal »KINDERGEFÄNGNIS und andere verlassene Orte« betitelt. Wie Band 1 – »DIE ZUKUNFT und andere verlassene Orte« – sind es 292 Seiten, und wieder wird es nur ein Hardcover im Querformat.

Ein fragmentierter Tag. Frankmentiert. Und doch erfolgserlebt.

12 Stunden Chaos

Vielleicht waren es auch 13 Stunden. Ich weiß es nicht. Am Ende spielt es auch keine Rolle.

Man gewöhnt sich irrsinnig schnell an Änderungen im Tagesablauf. Es waren nur neun oder zehn Tage, an denen ich drei Gassigänge machte, vor allem den Morgengang, den sonst Frau macht. Heute eben nicht. Seltsam, eine Stunde mehr Zeit für andere Sachen zu haben.

Beladung des Autos, Routine. Ich kaufe Bier vorzugsweise in 11er-Kästen, weil die problemlos durch die Türen der Hundebox im Heck passen. Ansonsten gehen nur noch die 0,33er-Flens-Kästen hinten rein. Alles andere muss auf die Rückbank. Und die ist inzwischen schon voll mit Zeug.

Bei Famila hat irgendein Volldepp einen Stapler mit Bierkästen genau vor meinem Krombacher »Weizen bleifrei« abgestellt und den Schlüssel mitgenommen. Ich habe einen Moment überlegt, den Stapler abzuräumen und die Kästen irgendwie dämlich in den Weg zu stellen. Aber das war mir dann zu viel Arbeit. Für den Aufwand, an meine Kästen zu kommen, habe ich an der Kasse gemeckert. Hat keinen interessiert.

Büchersendungen fertiggemacht. Bücher für das DSFP-Komitee und für Rezensionen für die ANDROMEDA NACHRICHTEN. Vier solcher Sendungen haben mir schon gereicht. Wenn ich überlege, den Versand meiner eigenen Bücher selbst machen zu müssen, hätte ich längst kein Buch mehr gemacht. Nicht, weil mir die Lust dazu fehlte. Aber ich hätte keine Zeit. Man kann Bücher machen oder verschicken. Beides zusammen geht nicht. Jedenfalls nicht bei mir. Zum Glück habe ich meinen Schaltungsdienst.

Frau hatte schriftliche Prüfung für den Heilpraktiker. Dritter Versuch, wenn ich mich nicht verrechnet habe. Und Husum soll extraschwer sein, braten ihr eigenes Süppchen, nichts ist wie in Restdeutschland. Und die Amtsärztin soll ein spezielles Kapitel sein. – Das Ganze sollte von 10 bis 12 Uhr gehen, um zehn nach 12 hat sie sich immer noch nicht gemeldet. Also erst mal Gassi mit den Moizen. Es stellt sich heraus, dass das Ganze 45 Minuten später angefangen hat, weil die Honks sich am coronainduzierten Spezialeinlassverfahren kaputtorganisiert haben. – Und sie hat »kein gutes Gefühl«. Hat beim Nachdenken schon zwei Fehler entdeckt. Einen hat sie selbst falsch korrigiert. Ich verstehe nicht, wieso sie nicht loslassen kann. Die Ergebnisse gibt es erst in vier Woche. (Lustig: Damit sie einen Platz für die noch folgende mündliche Prüfung bekommen kann, muss sie den Termin verbindlich buchen, bevor sie überhaupt weiß, ob sie die schriftliche bestanden hat. Wenn sie wartet, ist der Termin vielleicht weg. Wenn sie nicht bestanden hat, auch. Und das Geld sowieso. Heilpraktiker werden zu wollen halte ich inzwischen für eine verdammtscheißblöde Idee.)

Eigentlich wollten wir danach nach Sankt Peter-Ording. Aber es war warm, am Strand wäre es für die Hunde auf Dauer nicht angenehm gewesen, und Zeug mitschleppen – Sonnenschirm, Stuhl, was auch immer – wäre auch nicht lustig gewesen. Und irgendwie ist das Rumhocken am Strand langweilig. Unproduktiv. Vor allem aber mag ich die Idee nicht, auf dem Strand zu parken, was zwar den Weg zum Wasser verkürzt, aber eben scheiße für den Sand ist. Ich möchte nicht wissen, wie viel Öl, Diesel und Benzin in dem Sand stecken. Das Gelände ist verseucht, ganz ohne Zweifel.

Am Ende sind wir daheimgeblieben. Frau wollte Haushalt machen. Und ich hab ja eh keine Langeweile.

Das Produktivste war noch die Arbeit am Buchblocklayout des Klaus-Hübner-Buches, das ich schon erwähnte. »Bierkämpfe, Barockengel und andre Bavaresken«, Band 3 seiner Serie »Kein Twitter, kein Facebook«. Der Seitenumbruch steht, jetzt kommen noch die Abbildungen, vor allem Buchcover und Autorenfotos. Je nachdem, was zu finden ist (bislang sieht es sehr gut aus). Inzwischen steht fest, dass der dritte Teil 224 Seiten haben wird – wenn mir da nicht noch eine raumfordernde Sauerei einfällt, was aber unwahrscheinlich ist.

Bis Ende letzter Woche habe ich nach dem letzten Gassigang die Moize ernährt und mich dann mit dem Notebook ins Wohnzimmer gesetzt und vor allem Texte gelesen, lektoriert, korrigiert. Nachdem Frau meine Sachen vom Esstisch verräumt hat, habe ich zur Kenntnis genommen, dass die Anwesenheit meines Geraffels wie wohl auch meiner Person nicht mehr erwünscht ist. Jedenfalls im Wohnzimmer. Also habe ich mein Zeug, das noch da war, gepackt und mich entschlossen, durchgehend bis zum Feierabend am PC zu arbeiten. »House M.D.« kann ich auch vom Server schauen. Und die Zeiteinteilung ist auch ein wenig einfacher. Irgendwie. Und jetzt mache ich halt bis zum Schluss Layouts. Und meine Blogbeiträge. Und an einem der nächsten Tage halt den ganzen Tag Lektorat. Mal sehen, ob sich das nicht positiv auswirkt.

Seltsames vom Tage

Xing und LinkedIn habe ich mir nicht angeschaut. Nebst den Nachdruckaufträgen an den Schaltungsdienst – viere solcher an der Zahl – habe ich Kleinkram erledigt. Etwas für die Hunde bestellt, was für die Gesundheit. Nix Pharmazeutisches. Biokram. Reziexemplare im SF-Netzwerk angeboten, für die ANDROMEDA NACHRICHTEN. Und Leseexemplare im DSFP-Komitee. Ein paar E-Mails geschrieben, ja, doch, etwas ging. Und nur zwei Gassigänge.

Nach zwei Kabarettsendungen auf 3sat aus der Mediathek (die Erstsendungen waren gestern Abend) – Philipp Webers Programm »KI: Künstliche Idioten!« und Till Reiners’ »real bleiben« – gab es zwei Folgen der NDR-Talkshow, fünf Folgen »Frasier« und jetzt zum Schluss Musik: Part 1 der »Köln Concerts« von Keith Jarrett.

Nur zwei Gassigänge heute. Frau ist wieder daheim.

Ein seltsamer Tag.
Und ich weiß nicht, warum.

Das war der Tag

Drei Gassigänge. Ohne Besonderheiten. Außer vielleicht die Temperaturen. Bei all dem Sonnenschein sieht es wärmer aus, als es ist. Gestern machte ich noch den Fehler, im T-Shirt in den Wald zu gehen. Fünfzehn, sechzehn Grad, leichter Wind. Die Anstrengung des Laufens musste es rausreißen. Aber um da auf Temperaturen zu kommen, ist Naomi der falsche Hund. Die alte Schnüffelnase.
Morgens Einkauf. Ich schrieb über die einsamen Männer bei Edeka.
E-Mail-Tag. Soll nicht erfüllt. Obwohl die Mehldose schon deutlich leerer geworden ist. Oft sammeln sich auch Mails an, die man eigentlich nicht weiter beantworten muss. Aber sie bleiben liegen und die Dose sieht dann voller aus, als sie in Wirklichkeit ist. Trotzdem ist noch was übrig.
Das TV-Programm am Wochenende bleibt unerträglich. Deshalb: zwei DVDs »Frasier«, das Spin-off von »Cheers« mit Kelsey Grammar als Frasier Crane. Immer gut. Und Kabarett auf 3sat, aus der Mediathek. Sebastian Pufpaff, danach Max Uthoff.
Frau ist wieder da. Seminar beendet. Es ist alles gleich unruhiger. Die gemütliche, ruhige – auch im Sinne von: still – Woche ist vorbei. Aber es hat natürlich auch Vorteile.

Morgen wäre Buchhaltung dran. Gestrichen. Es sind noch Mails zu erledigen. Bücher müssen nachgedruckt werden (allein drei Titel von Dirk C. Fleck). Xing und LinkedIn wollte ich mir anschauen; ich brauche nächstes Jahr bezahlte Jobs. In rauen Mengen. Und da ist noch eine Liste mit Verlagen, die ich anschreiben möchte; aber da sind auch noch Recherchen zu Kontaktdaten fällig.

So geht es nicht aus. Mit zwei, drei Titeln von MC Hammer, dem Vielgehassten und Oftgeschmähten, lasse ich die PC-Arbeit ausklingen. Oder nein: noch ein Zappa zum Schluss. »Heavy Duty Judy«. Das ist gut so. »Uptown funk you up.«

Reichhaltige Idiotien

Es gibt Tage im Leben – und daneben –, da muss man sich keine Gedanken darüber machen, wie man in Kenntnis lokaler, nationaler und globaler Idiotien gelangt. Sie erreichen einen beinahe von selbst.

O du Idiotische

Persil wirbt neuerdings mit der Aufforderung, »Deutschlands meistvertrautes Waschmittel« zu entdecken. Hier zum Beispiel. Und im Radio. Und im Fernsehen. »Meistvertraut …«
Abgesehen davon, dass man »meist« nicht in Wortzusammenziehungen verwendet – sieht man von so Unwörtern wie »meistbietend« oder »meistbegünstigt« ab, die nur Auktionatoren und Rechtsanwälte benutzen – und es sich darüber hinaus in Prosatexten um ein deplatziertes Füllwort zu handeln pflegt, wäre eine Steigerung von »vertraut« ganz einfach: »vertrautest«. Aber auch das ist schlicht Humbug.
Wenn ich sage »Ich vertraue dir«, dann lässt sich das nicht steigern, allenfalls negieren: »Ich misstraue dir«. »Ich vertrauste dir« ist schlicht Unsinn. Aber auch, wenn »mir etwas vertraut ist«, kann man das nicht steigern, denn wenn mir etwas vertraut ist, dann kann es mir schlechterdings nicht vertrauter oder gar am vertrautesten sein.
Aber ich verstehe die Henkel KGaA. Wenn man seine Düsseldorfer Tensidchemie gegen Konkurrenzprodukte wie »Frosch« – denen meine Frau vertraut – und andere Bio-Vermarkter behaupten will, dann muss man halt auch zu unlauteren Methoden greifen, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
Immerhin können wir uns freuen: Weihnachten naht, und so können wir dann dank Toffifee wieder schöner adventen und besser weihnachten. In meistvertrautest gewaschenen Kleidungsstücken nach unserer Fasson.

Einsame Männer bei Edeka

Der Edeka-Markt in Husum-Dreimühlen öffnet – wie viele andere Märkte in Husum auch – morgens um 8 Uhr. Zeitgleich mit dem Einlass der ersten Kunden wird das Einkaufserlebnis dadurch vergrößert, dass die Marktmitarbeiter Waren von großen Rollwägen in die Regale einräumen. Teilweise irren sie durch die Gänge auf der Suche nach dem richtigen Platz für die Ware in ihrer Hand; da streift dann schon mal ein unmaskierter junger Mann mit den Fleischbällchen in der Hand vom Joghurtregal quer durch die Gefriergutabteilung zu seinem Ziel.
Unter der Woche müssen sie meist arbeiten, aber am Wochenende haben die Männer älterer Jahrgänge Gelegenheit, mit ihren holden Eheweibern und sonstigen Lebensabschnittspartnerinnen zum Einkauf zu schreiten, gemeinsam und in auffälliger Einigk…
Ähm. Mitnichten. Die weiblichen Kunden streifen durch die Gänge und zeigen die bewundernswerte Fähigkeit, sich jederzeit daran zu erinnern, wo sie ihren vereinsamten und sichtlich verwirrten Partner mitsamt dem Einkaufswagen im Weg haben stehen lassen. Dort wartet er geduldig mit geistesabwesendem Gesichtsausdruck auf die Rückkehr der – in diesem Falle – Ernährerin und sorgt für immer wiederkehrende Erlebnisse abenteuerlicher Slaloms für die männlichen Kunden, deren Partnerin – zum Glück? – auf einem Seminar in Eckernförde weilt und damit einem einsamen Mann bei Edeka das Schicksal als solcher erspart hat.

Sternchen gibt’s von Schlägen auf den Kopf

Der wöchentliche Infobrief des VDS e.V. (Verein Deutsche Sprache) entwickelt sich mehr und mehr zu einem krönenden, höchst gelungenen Wochenabschluss. Heute wurde in einem Text die »Katholische Studierende Jugend« erwähnt, die »Gott« ab sofort mit Idiotenst… äh, Gendersternchen schreibt: »Gott*«. Sie wollten damit »weg von dem strafenden, alten, weißen Mann mit Bart«, sie wollen »hin zu einer Gottes*vielfalt«. Man wolle »Gott aus der geschlechtlichen Ebene herausheben und aufzeigen, dass Gott weder einem Geschlecht noch anderen menschlichen Kategorien zuzuordnen sei«.
Da wünscht man sich die Weibsbilder zurück, die ständig »Gott ist weiblich« (oder sinngemäß ähnlich) pro- und deklamieren, oder besser noch:
»Herr, lass Hirn vom Himmel regnen!«

Hundehalter, Waldkacker und Radlerhonks

Mittagsgassi. Es sah nach Sonne und Wärme aus. Also gedachte ich, in den Wald zu fahren. Lehmsiek. Immer eine gute Ecke. Und gedacht, getan. Zunächst war es allerdings gar nicht so warm. 16 Grad, in der Sonne etwas mehr. Aber es ging auch im T-Shirt.
Unser Parkplatz – hier – ist inzwischen Standard. Man ist schon im Wald, der Fahrweg ist geschottert, nicht mehr asphaltiert.

Gerade, als wir losgingen, kam aus der Seitenstraße rechts eine Frau auf einem Fahrrad mit zwei Hunden. Beide liefen unangeleint, sie nahm den einen an die Leine. Ich ließ meine Mädels sitzen, die Passage verlief unproblematisch, sieht man davon ab, dass Naomi einen ihrer »Gesänge«, die sie für solche Gelegenheiten auf Lager hatte, abließ. (»Gesänge« ist eine Hilfsumschreibung für etwas eigentlich Unbeschreibliches: Jaulen, Brummeln, kleine Wuffer, eine Bandbreite von mehreren Oktaven – wenn man es nicht selbst hört, kann man sich nichts darunter vorstellen.)
Wir folgten dem Trio in die gleiche Richtung. Naomi nahm – wie immer bei Hunden, die vor ihr hergelaufen waren – Witterung und Spur auf und zog wie Hechtsuppe. Wie üblich, wie gesagt. Ein Stück später bogen wir dann links in den Wald ab – hier.

An einer »Kreuzung« gab es eine Bank, auf der eine Tussi saß. Neben ihr stand ein Fahrrad. Und ich glaubte, irgendwo einen Hund gehört zu haben, sah aber nichts. Die Tussi reagierte auf das landestypische »Moin« mit einem dummen Gesicht, ansonsten schweigsam. Und starrte uns hinterher, wie wir unseren Weg fortsetzten, alle zwei bis drei Meter unterbrochen von Naomis Schnüffelattacken.
Den folgenden Weg gingen wir zum ersten Mal, er war gut erkennbar, aber nicht sonderlich befestigt. Zwischendrin gab es eine merkwürdige Attraktion – die wie eine Art Thron aussah und mit Absperrband umwickelt war – und später noch eine, die aus einem Baumstumpf mit einer Art Schubladen aus unterschiedlichen Holzarten bestand: Bildung im Wald.
An seinem Ende gab es so etwas wie einen Waldkindergarten, jedenfalls trieben sich da ein paar Frauen und Kinder herum. Dort trafen wir die Frau mit den beiden Hunden wieder. Die zwei waren angeleint und ohne Ansprache, sodass sie bellten und jaulten, um Frauchen mitzuteilen, was sie an Besonderem in der Umgebung festgestellt haben. Frauchen juckte das nicht. Der Klönschnack war wichtiger.

Dieser Wegweiser:

befand sich hier. Der Richtungshinweis zum Wilden Moor kam mir zunächst komisch vor, später wurde mir allerdings bewusst, wo ich mich befand und dass die Richtungsangabe völlig korrekt ist.

Zwischen dem vorherigen und diesem Wegweiser:

passierte uns die Fahrradfahrerin mit den beiden Hunden. Ich ließ meine Mädels wieder sitzen, aber diesmal hatte die Radlerin wohl ihre Intelligenz und Vernunft unterwegs verloren, denn beide ihrer Hunde liefen frei. Mit der fast logischen Folge, dass der Hund, der bei der ersten Begegnung angeleint war, auf Naomi zukam und diese vorging. Es gab keine Auseinandersetzung, aber alleine die Tatsache, dass mir Naomi mit ihrer Bewegung die raue Leine ein Stück durch die Hand riss, war Anlass für einen saftigen Fluch. Denn – so leid es mir tut – dieser Akt der Dummheit war schlicht und ergreifend unfreundlich.

Die weißen Hinweisschilder mit der schwarzen Schrift findet man in der Gegend um das Wilde Moor überall. Sie zeigen die Wege für Radler und Reiter an, dazu Entfernungen zu bestimmten Orten. Wirklich falsch finde ich hier die Richtungsangabe nach Winnert – ich würde die andere Richtung nehmen –, aber vielleicht liegt das auch daran, dass ich kein Reiter bin.

Am Ende war der Gassigang in Ordnung. Er kostete mich – als Diabetiker – eine ordentliche Menge Blutzucker, sparte also Insulin, die Hunde hatten ihre Bewegung.
Geärgert habe ich mich trotzdem. Nicht nur über die Radlerin mit ihren Hunden – die natürlich nichts für Frauchens Dummheit konnten –, sondern auch über die zahllosen – es waren sechs Stück –, an den unglaublichsten Stellen parkenden ScheißUV – die Leute fahren echt mit dem Auto zum Kacken in den Wald! –, den fahrenden Pkw, der seinen Kackplatz noch nicht gefunden hatte, und die beiden Radler, die es partout nicht schafften, nebeneinander zu fahren, um zu zeigen, dass ihnen der § 1 der StVO bekannt ist.

Nur nicht schludern

Oder hudeln. Oder schlampen. Oder so.

ScanDay abgesagt. Ich hatte einfach keine Lust. Nicht, den zweiten Rechner einzuschalten, nicht, den Stapel Papier zu sichten, Heftklammern zu entfernen, zu prüfen, ob alle Seiten wirklich lose sind oder noch zusammenhängen. Einfach keine Lust.

Stattdessen habe ich das Layout für Klaus Hübners dritten Band des Konzeptwerks »Kein Twitter, kein Facebook« – ein Titel, der inzwischen vollständig zu mir und meinem Verlag passt –, der unter dem Titel »Bierkämpfe, Barockengel und andre Bavaresken« (»andre« hier nur richtig mit einem »e«) erscheinen wird, vorangetrieben. Auch dieses dritte Buch, in dem es um Sprachglossen sowie Arbeiten zu Literatur, Kunst, Städten und Landschaften in Bayern geht, war in der Vorbereitung für mich wieder höchst spannend und lehrreich. Unter anderem bin ich auf einen Autor gestoßen, der mich wohl noch verlegerisch beschäftigen wird. Auf jeden Fall lernt man »einen grandiosen Philologen aus der Holledau kennen, subversive Revolutionäre aus Schwabing, einen anarchistischen Bierkämpfer, einen halbböhmischen Stifter-Fan, einen Römer aus Hof und einen Marmorkuchen über der Donau. Dazu Männer im Kanu, eine gezähmte Wildsau, eine herzergreifende Madonna, einen wüsten Totentanz, Poesien in Acryl und einiges mehr« (Zitat aus dem geplanten Klappentext).

Am späteren Nachmittag kam dann ein Telekomtechniker zu Besuch. Ich hatte in den Tagen zuvor ziemlichen Stunk bei Vodafone – meinem Provider – gemacht, weil mir ständig die DSL-Verbindung abbricht und neu synchronisiert wird – und das vorzugsweise tagsüber (heute bis zum Technikerbesuch alleine 18 Mal) – und zudem, weil Vodafone zu wenig Bandbreite liefert. Laut der Bundesnetzagentur – da muss ich noch mal genauer recherchieren – ist eine dauerhafte »Kürzung« um 5 Prozent rechtmäßig; alle andere ist Vertragsbruch, und seit Monaten habe ich im Download mindestens 10 Prozent zu wenig (in Extremfällen bislang bis zu 92 Prozent!). Aber gut. –
Der Techniker war da, hat gemessen und letztendlich festgestellt, dass bei mir vor Ort alles in Ordnung ist. –
Hauptproblem mit Vodafone ist die Kommunikation: Man kann eigentlich nur Faxe schicken. Telefonisch gerät man an Schlaumeier, die einem bei 90 Prozent fehlender Bandbreite einzureden versuchen, der Vertrag gehe ja nur über »maximal 100|40 MBit« – mit der besonderen Betonung auf »maximal«. Und das Webformular für Servicetickets funktioniert nicht. E-Mail ist sowieso nicht drin. Und statt über den Festnetzanschluss kommuniziert Vodafone über Mobilfunk (Telekom!) – Sausack, wer Böses dabei denkt.