Über die Auswirkungen der Unfähigkeit, das Richtige zu tun

Im Grundgesetz gibt es ein Zitiergebot. Das ist hier kein Thema, das mit Urheberrecht und dem richtigen Zitieren in ansonsten abgekupferten Doktorarbeiten zu tun hat. Im § 19 Abs. 1 Satz 2 des Grundgesetzes geht es um das Zitiergebot in Gesetzen, wenn diese ein Grundrecht aus dem Grundgesetz einschränken. In dem einschränkenden Gesetz muss das eingeschränkte Grundrecht zitiert werden. Vollständig.

2020 gab es eine Reform der Straßenverkehrsordnung (StVO). Diverse Vorschriften und deren Auswirkungen wurden verschärft, und die Idee als solche war sicherlich sinnvoll. Schlampig jedoch war die Ausführung, denn Andreas B. Scheuer (das B. steht für Bundesminister) und seine Mannen hatten offensichtlich keine Ahnung, was im Grundgesetz steht. Jedenfalls fand sich in der 2020er StVO-Novelle an keiner Stelle ein vorgeschriebenes, vollständiges Zitat der Grundgesetzelemente, die die StVO-Novelle einschränkte.

Folge: Alles ungültig. Neben der Suche nach einem Schuldigen – sitzt der nicht mehr auf dem Chefsessel? – wird nun auch wegen der rechtswidrigen Bußgelder diskutiert und – wie in Deutschland üblich – gestritten.

Und nicht nur das. Leute, die genau hingeschaut haben – die hätte es vorher gebraucht – haben festgestellt, dass aus gleichem Grund auch die Reform von 2009 und damit alle nachfolgenden Neufassungen unwirksam sind.

Was zur Folge hätte, dass wir uns heute im Straßenverkehr mit den Vorschriften der StVO von 1970 bewegen. Mit dem Handy zu telefonieren ist erlaubt, E-Scooter sind verboten (einer der wenigen positiven Punkte an diesem Problem). Kinder müssen nicht mehr angeschnallt werden – und selbst für Erwachsene gab es keine Anschnallpflicht (die kam erst 1976), nicht mal eine Ausrüstpflicht der Fahrzeuge (die kam für die Vordersitze erst für Erstzulassungen ab 01.01.1974; ab Erstzulassung 01.05.1979 waren dann alle Sitze auszurüsten). Und es gibt ganz sicher noch mehr. Ich denke da an Alkohol am Steuer. Drogenkonsum im Straßenverkehr. Und sicher noch sehr viel mehr.

1970 also. Fein. Und warum? Wenn ich feststelle, dass ich in einem Text einen Bock eingebaut habe, öffne ich das Dokument, korrigiere den Fehler, speichere neu ab und maile ihn neu, falls das so sein soll. Im Verkehrsministerium unserer Republik schafft man das offensichtlich nicht. In der Zeit, in der man über Schuld und Sühne diskutiert hat, hätte man das Gesetz längst korrigieren und neu zur Entscheidung vorlegen können, und diese hätte längst getroffen werden können.

Aber stattdessen dürfen wir unsere Schlaghosen vom Dachboden holen, die Haare und die Koteletten wachsen lassen und uns auf das nächste Album von Deep Purple freuen – 1972 kam das sensationelle »Made in Japan« heraus. Wenn ich damals glücklich gewesen wäre, 11 Jahre alt zu sein, wenn ich die Musik damals toll gefunden hätte (Deep Purple ausgenommen) und wenn ich schon mehr im Kopf gehabt hätte als Erdkunde und Legobausteine, dann würde ich die Idee vielleicht knuffig finden. So aber …

Abenteuer am Straßenrand

Am Landstraßenrand, um genau zu sein. An der L38, direkt südlich von Winnert. Jetzt haben wir’s.

Kim ist wieder fit. Sie läuft wie eine junge Göttin. Kein Humpeln mehr, keine Ermüdungserscheinungen. Sie legt sich sogar wieder richtig in die Leine, was sie lange nicht getan hat. Die richtigen Drogen machen es. Prednisolon – das von meiner Frau notorisch als Cortison bezeichnet wird, obwohl das falsch ist, nicht nur, aber auch, weil es Cortison und nicht Prednisolon heißen würde, wenn es Cortison und nicht Prednisolon wäre. Und ein Schmerzmittel. Natürlich – und hoffentlich – nicht für immer.

Jedenfalls gab’s heute mal wieder eine richtige Runde. Eine Stunde lang. Süderweg, De Beck, dann ein Feldweg, ein Stück L38, ein namenloses Verbindungsstück zum Lütt Dörp und dann eben Lütt Dörp. Eine Stunde. Das beste Mittel gegen Diabetes ist nicht Insulin, sondern meine Hunde. Nach der Stunde hatte ich einen Blutzuckerwert von 140. Das ist trotz allem und bei aller Liebe abends ein selten zu messender Wert.

Ich glaube manchmal, dass ich der einzige Depp bin, der für das Überholen eines Radfahrers auf der Landstraße die Spur wechselt. Mit Blinken und Vorausschauen und so. Und Blinken beim Einscheren. Nicht nur wegen dem einen Meter fünfzig, den die Pappnasen im Verkehrsministerium gekippt haben, weil sie in ihrer StVO-Novelle das Grundgesetz nicht ordentlich zitiert haben.

Ich bin vermutlich auch der einzige Idiot, der langsamer fährt, wenn er einem Fußgänger begegnet – nicht nur, aber vor allem dann, wenn der einen Hund mit sich führt. Das mache ich zugegebenermaßen auch, um mir den Hund – oder die Hunde, manchmal sind es ja mehrere – anzuschauen. Aber das Ergebnis zählt. Fußgänger und Hund(e) erschrecken nicht. Alles gut.

Radfahrer haben es nicht so mit dem Abstand. Gut, die StVO-Novelle mit 1,5 Meter Abstand gilt nicht. Aber vorher gab’s ja auch einen Abstand. Radfahrer können den nicht. Die fahren zwanzig, dreißig Zentimeter am Fußgänger mit seinen zwei Hunden vorbei. Und ziehen dabei noch eine Fresse, als hätte man sie irgendwie in ihren Freiheiten beschnitten.

Dass Autofahrer das umso weniger drauf haben, je mehr PS ihr ScheißUV – gibt es überhaupt noch andere Autos? Manchmal glaube ich, ich bin der letzte Honk, der eine Limousine fährt – unter der Haube hat. Bekanntermaßen ist die Zahl dieser PS umgekehrt proportional zur Ziffernfolge des Intelligenzquotienten des Fahrers und seines Reservereifens.

Das Stückchen an der L38 heute sind – wie immer – zweihundertfünfzig Meter. Eine Laufzeit auch dann, wenn ein Hund zwischendurch schnüffeln will, von nicht mehr als fünf Minuten; laut Google Maps ohne Hund drei Minuten. In diesen fünf Minuten gab es heute sechs Radfahrer, von denen fünf es nicht schafften, weiter als dreißig Zentimeter zur Seite zu fahren, fünf Pkw aus Richtung Winnert – darunter vier ScheißUVs – und vier Pkw aus Richtung Schwabstedt – überraschenderweise ohne ScheißUV – und aus Schwabstedt des Weiteren ein Lkw, der einen Radfahrer vorschriftsmäßig (nach der ungültigen StVO-Novelle) überholte und dafür mit etwa einem halben Meter Abstand an mir und den beiden Hunden vorbeidonnerte.

Es ist natürlich schön, Gelegenheiten zu haben, anderen Verkehrsteilnehmern einen schönen Tod zu wünschen. Bedauerlicherweise sind ja die Unfallzahlen in Deutschland – vor allem die mit Verkehrstoten – seit vielen Jahren notorisch rückläufig, sodass die Wahrscheinlichkeit kontinuierlich kleiner wird, dass einem der Wunsch erfüllt wird. Trotzdem sage ich: »Danke für Ihre Teilnahme am Straßenverkehr. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tod. Der nächste Vierzigtonner ist für Sie reserviert.«

Bericht vom Tage

  • Famila, Einkauf. Nichts Besonderes. Auf einmal sind wieder Krombacher-Bestände (Weizen, bleifrei) da. Musste ich gleich dezimieren. Und Ablagekörbe gab’s auch. Wenn auch nur in Quietschfarben. Ich habe vier Stück in Hellblau genommen. Irgendwie musste ich ja versuchen, dem Stapel auf meinem Schreibtisch Struktur zu verleihen.
  • Ostenfeld. Die Hauptstraße ist endlich asphaltiert. Angeblich hat das anderthalb Wochen gedauert. Wahnsinn. Leider hat man vergessen, die 30er-Schilder wegzunehmen. Und einen Lehrer, der mit 28 km/h vor dir herzockelt, gibt’s ja immer. Heute im ScheißUV mit Anhänger, also nur mit 26 km/h.
  • Beim Arzt rein, Insulinrezept geholt, und raus. Zwei Minuten. So mag ich das. Der Alte mit seinem ScheißUV war immer noch beim Einparken, als ich wieder rauskam.
  • Offensichtlich war von der Hauptstraße noch Asphalt übrig, weshalb man begonnen hat, in Ostenfeld auch die Parkplätze zu asphaltieren. Vor der Apotheke zum Beispiel. Dass da vielleicht jemand rein muss, um sich sein Insulin zu holen … wozu so weit im Voraus denken, wenn die Dummheit liegt so nah.
  • Und dann überfährt so eine ScheißUV-Fahrersau ein Eichhörnchen. Das Tier war deutlich erkennbar. Es hätte gereicht, einmal vom ScheißUV-Gas zu gehen. Aber nein: Dafür hat man sich so eine Scheißkarre ja nicht angeschafft. Ganz im Gegenteil. – Das Tier war Matsch, da hätte kein Tierarzt mehr geholfen. – Und eine Anzeige bringt’s auch nicht. So eine Art von Tiermord fällt unter »Wildschaden«. – Ich wünsche einen schönen Tod. So einen Vierzigtonner, der nicht bremst.
  • Im SF-Netzwerk – hier – wird NOVA 29 demontiert. Keine weiblichen Schriftsteller, sexistisches Titelbild, Arsch auf dem Buchrücken. Leute, die keine Probleme haben, kaufen sich welche. NOVA 29 zum Beispiel.
  • Der QUARBER MERKUR 121 ist noch nicht fertig. Fast. Aber noch nicht ganz. – Heute habe ich eine Reihe von Korrekturen durchgearbeitet. Die unvermeidlichen kyrillischen Originaltitel in Literaturhinweisen und Fußnoten wollten ordentliche Trennungen. Thomas Franke hat geholfen, aber nur stückchenweise. Von Franz Rottensteiner kam auch etwas, er hatte jemanden mit Russischkenntnissen um Unterstützung gebeten (ich weiß auch, wer es war; ich erkenne es, wenn sich jemand nicht auf sein eigenes Können konzentriert, sondern mir ständig Vorschriften machen will, wie mein Layout auszusehen hat [und dann stinkig ist, wenn ich Widerworte habe]). – Darüber hinaus war im Artikel von Michael Weisser einiges im Argen. Franz hatte eine Liste geschickt, die scheint mir jedoch nicht vollständig (gewesen zu sein). Jedenfalls werde ich mir morgen das weissersche Elaborat greifen und auf Konformität mit den QUARBER-MERKUR-Standards überprüfen. Und korrigieren.

Ebay ist doof

Was man beim Aufräumen auf dem Server nicht alles findet. Der folgende Beitrag stammt aus dem November 2017 und wurde in diesem Blog nie veröffentlicht. Warum auch immer. An Gültigkeit dürfte er nichts verloren haben, eher noch im Gegenteil. Bei Ebay habe ich aus Mangel an Gelegenheiten lange nichts gemacht, aber die Erfahrungen mit amerikanischen Häusern und deren Dependenzen in Deutschland dürften sich nach wie vor ähneln. Und über meine Erfahrungen mit CreateSpace, KDP und Amazon (»Was wir falsch machen, ist richtig!«) werde ich noch ein Buch schreiben, bevor ich in die Grube fahre.

Genug. Der Beitrag:


Als guter Ebay-Verkäufer mit der Neigung, positive Bewertungen zu sammeln (und ansonsten möglichst nicht betrogen zu werden), macht man routinemäßig eine bestimmte Reihe von Dingen. Dazu gehört es, dass man die von Ebay angebotenen Systeme nutzt, um den Käufer über bestimmte, für ihn potenziell interessante Dinge auf dem Laufenden zu halten. Dazu gehört die Sendungsnummer. Ich schrieb also (als Antwort auf eine Käufermail, die via Ebay kam; die eigentliche E-Mail-Adresse erfährt man ja nicht):

Moin, xxx,
danke für die Nachricht und danke für die Überweisung, die gestern eingetroffen ist. Leider zu spät für die hiesige Poststelle (die gerne spät auf, dafür umso früher wieder zu macht). Und wir haben heute und morgen hier in Bayern Feiertag, sodass ich die Sendung erst am Donnerstag, 02.11., losschicken kann. Die Sendungsnummer findet sich auf dem PDF in der Anlage.
LG My.

Und das sagte Ebay dazu:

Zum Schutz seiner Mitglieder schließt eBay bestimmte Inhalte in E-Mails zwischen Mitgliedern aus. Aufgrund von Sicherheitsbedenken bezüglich des Inhalts Ihrer letzten E-Mail an xxx haben wir Ihre letzte Nachricht nicht gesendet.

Bitte bearbeiten Sie Ihre E-Mail und stellen Sie sicher, dass sie:
– die E-Mail-Grundsätze von eBay nicht verletzt: pages.ebay.de/help/account/unwanted-email.html#violations
– keine Webadressen, URLs oder Links zu aktiven Inhalten (wie JavaScript oder Videostreams) enthält
– sowohl im Betreff als auch im Nachrichtenbereich Text enthält (leere Nachrichten sind nicht erlaubt)

Mehr zu den eBay-Grundsätzen für E-Mails finden Sie hier: pages.ebay.de/help/account/unwanted-email.html

Diverse Anbieter im Dunstkreis von Amazon – KDP, CreateSpace etc. – schreiben gleich dazu, dass man auf die Mail, die man erhalten hat, nicht antworten kann. Ebay hat es lieber umständlich – warum einfach, wenn es auch umständlich geht. Und ich mag es auch einfach, deshalb denke ich einfach (sic!): Ebay ist doof.

Nerverl

Einmal am Tag dürfen die beiden Mädels frei laufen, das heißt: ohne Leine. Sie tragen dann GPS-Tracker am Körper, obwohl der letzte wirkliche Bedarf noch in Bayern auftrat; hier in Nordfriesland ist es offensichtlich zu ungünstig, stundenlang in irgendeinem Wald … ähm, ja, es liegt daran, dass die Wälder ein wenig rarer gesät sind.
Normalerweise macht den Freilauf Frauchen während des morgendlichen Gassigangs. Es geht Richtung Norden aus Winnert raus, gleich zwei, drei Häuser weiter geht es in die Felder. Dort dürfen sie laufen.
Wenn ich den Freilauf zu bewältigen habe, geschieht dies meist mittags. Gewohnheit. Oder so.

Hinten: Kim, das Nerverl; vorne: Naomi, damals noch mit Punkfrisur <3

Naomi läuft meist hinter mir. Schnüffelt viel, was sie sowieso tut. Nutzt die Gelegenheit, nicht ständig weitergezogen zu werden, weil sie zu lange schnüffelt und Kim sich langweilt, während sie warten muss. Ab und zu läuft sie auch vornweg, dann sprintet sie kurz, bleibt schlagartig stehen – Vollbremsung – und schnüffelt.
Und Kim?

Früher sie vorneweg gelaufen und hat erst an einem der Punkte angehalten, an denen es normalerweise ein Leckerli gibt. Sie hat nicht nur ein ausgezeichnetes Gedächtnis dafür; auf neuen Strecken – auch ohne Freilauf – interpretiert sie Einmündungen und Kreuzungen durchaus korrekt als denkbaren Leckerlipunkt. Wie auch immer –
Gestern hat sie Nerverl gespielt. Sie ist drei, vier Meter vorausgelaufen, stehen geblieben, hat gewartet, bis ich bei ihr war, ist dann seitwärts vor mir her gehüpft, während sie mich ununterbrochen anblickte, bis ich mit den Händen winkte oder »Geh!« sagte oder »Es gibt nichts!« oder etwas in der Art. Das hat dann allerdings wieder nur für drei, vier Meter gereicht – und das Spielchen ging von vorne los.
Am Ende hat’s mir dann gereicht. Und den Rückweg hat sie zurückgelegt wie immer: vorausgelaufen, bis zum Leckerlipunkt – einen hat sie sogar ausgelassen, ui! – und fertig.

Nerverl.
So ein Gassigang ist anstrengend.
Sowieso, weil ich ganz anders laufe als mit den Hunden an den Leinen.
Und dann dieses ständige »Geh! Geh! Geh!«
Aber was will ich machen? Wie sie vor mir herhüpft, das sieht schon lustig aus.
Und lieb habe ich sie ja sowieso –

P.S.: »Nerverl« kommt aus dem bayerischen Lautuniversum und ist eine Verniedlichung von »Nervensäge«, ohne diesen Begriff wirklich repräsentieren zu wollen. Ein Nerverl ist etwas oder jemand, der einen vielleicht mal nervt, den man aber inniglich lieb hat. Oder so ähnlich.

Nicht die Hunde sind die Deppen, aber die Dummen

Lehmsiek. Gehört zu Schwabstedt. Ein paar Häuser, eine Biogasanlage. Und zwei, drei nette Wege, mit den Hunden zu laufen.
Mittags steht am Wegesrand ein Kleinwagen. Vom Format eines Skoda Fabia. Rechts steht er. Ich gehe mit den beiden Hundemädels auf den stehenden Wagen zu. Die Mädels an der Leine, wie es sich gehört.
Uns kommt eine Frau mit fünf Hunden entgegen. Von denen sind nur zwei angeleint. Sie nähert sich dem Wagen von der anderen Seite. Ich wechsle meine Mädels auf die Seite links von mir.
Die Frau greift sich drei der Hunde – die beiden mit der Leine, einen am Halsband – und geht in die Zufahrt zu einem Maisfeld. Eben ein, zwei Meter vom eigentlichen Weg weg. Zwei andere der Hunde bleiben auf dem Weg stehen. Still, aufmerksam, ein wenig neugierig. Eindeutig nicht aggressiv.
Die Frau ruft einen der Hunde ständig mit dem Namen – den ich nicht verstanden habe – und dem Befehl »Sitz!«. Was den Hund – der eine ist schwarz-weiß, der andere weiß und struppig –, welcher von beiden es auch immer ist, nicht interessiert.
Ich gehe mit meinen Mädels an den beiden vorbei. Alles gut. Sie schauen, rühren sich ansonsten nicht. Der Struppige wendet sich ab und schnuppert an einem Büschel.
Als wir vorbei sind, nach zwei, drei Metern, dreht sich Naomi um, schaut in die Richtung der beiden Hunde auf dem Weg und reckt die Nase in deren Richtung. Die Frau meint, wir sollen doch weitergehen, sie wäre dann sowieso gleich an ihrem Wagen gewesen.
Dem Kleinwagen. Fünf Hunde in der Klasse 15 bis 20 kg in einem Skoda Fabia.

Am Ende ärgere ich mich, auch noch ein »Sorry« von mir gegeben zu haben. Wofür habe ich um Entschuldigung gebeten? Für die Unfähigkeit der Frau, fünf Hunde unter Kontrolle zu halten – von denen zwei sowieso nichts gemacht haben? (Und die anderen haben auch erst gebellt, als es ins Auto ging …) Oder für den Schwachsinn, fünf Hunde in so ein winziges Auto zu pferchen? (Meine beiden Mädels sind auch von so einem Format und haben es in meinem VW Passat sehr bequem; ein dritter Hund passt da aber schon nicht mehr hinein.)

Es ist bekannt, dass nie der Hund das Problem ist, sondern immer das Ding am anderen Ende der Leine. Wenn überhaupt eine Leine vorhanden ist (aber auch ohne gilt das wohl). Es ist auch bekannt, dass immer dann, wenn irgendwas passiert, nicht der Depp an der Leine der Dumme ist, sondern immer der Hund.

Tageslicht

Während ich die Fahnenkorrektur zu Gabriele Behrends »Salzgras & Lavendel« vorantreibe – 75 % sind geschafft –, gehen mir ständig Gedanken durch den Kopf, was ich den Kritikern vorhersage hinsichtlich der Frage, was sie an diesem Roman nicht verstanden haben werden.

Und das wird auch – wie schon angedeutet – etwas mit Dieter Riekens »Land unter« zu tun haben.

Ich wünsche mir keine Literaturwissenschaftler als Rezensenten. Keine Reich-Ranickis. Oder eigentlich doch. Jedenfalls aber Menschen, denen es gelingt, bei der Beurteilung eines Buches über den eigenen schmalen Tellerrand zu blicken und einfach zu verstehen, dass es wie mit dem Topf und dem Deckelchen ist: Nur, weil das Buch einem Kritiker nicht gefällt, ist es nicht schlecht. Ganz im Gegenteil. Der Kritiker ist für so ein Buch einfach nur der falsche Leser.

Und dann denke ich an Dieter Nuhr. Ja, genau an den Dieter Nuhr, auf dem längst alle Welt rumhackt. Aus Neid vermutlich. Er muss ja nicht für alle Menschen recht haben.

Eben.

Was vom Tage bleibt

  • Erkenntnisse. Erledigungen.
  • Heute Morgen habe ich mein Konto geplündert. Monatsanfang. Dabei auch eine Stromnachzahlung von gut 900 Euro. Der monatliche Abschlag ist nun dreimal so hoch wie zuvor. Es ist kein Wunder. Als wir im Dezember 2018 eingezogen sind, hatte das Haus lange leer gestanden. Und bis zum August 2019 ergab sich da noch keine gravierende Änderung. Aber jetzt eben. Und da war es besonders erbaulich, heute Morgen zu erkennen, dass Frau über Nacht das Licht im Wohnzimmer brennen ließ. Ich tendiere zu Bewegungsmeldern. Sie nicht. Und mehr Hirn ist auch nicht recht. Muff.
  • Mittelfristig werde ich einen anderen Anbieter suchen, aber so einfach ist das nicht, wie das in der Werbung immer dargestellt wird. Nunja. Warum sollte es auch einfach gehen, wenn’s schwieriger auch geht.
  • Und in den nächsten Tagen kommen noch mehr solche Brocken. Der Schaltungsdienst will auch sein Geld. Seufz. Ich würde mich freuen, wenn die Lottogesellschaft, die für die Ziehung zuständig ist, endlich meine Faxe lesen und umsetzen würde …
  • Das aktuellste Buch von Heinrich »Tiny« Stricker ist in Arbeit. Heute habe ich den Druck des »U-Bahn-Reiter« – Band 11 der Werkausgabe – freigegeben. Wie gehabt wird das Buch als Hard- und als Softcover erscheinen.
Das Titelbild zeigt den Münchner U-Bahnhof Westfriedhof.
  • Auch das neue Buch von Gabriele Behrend – »Salzgras & Lavendel« der Titel – wird wieder mit den merkwürdigen Ansichten der Kritiker zu kämpfen haben (wie derzeit auch »Land unter« von Dieter Rieken, aber darauf komme ich noch separat zu sprechen bzw. zu schreiben). Da bin ich leider sicher. Das Buch erfüllt eigentlich alle Kriterien eines Science-Fiction-Buches – ob die Autorin das auch so sieht, habe ich noch nicht erfragt –, dennoch werde ich das Werk zwar entsprechend bekanntmachen, aber vorsichtshalber in der Reihe »Außer der Reihe« veröffentlichen. Da muss sich das sehr intensive, sehr tiefgehende Werk wenigstens nicht die Kritik gefallen lassen, falsch gelabelt zu sein. Wobei diese Etikettiererei eh meist Etikettenschwindel ist.

Bye, Facebook

  • Es ist vollbracht. Vorbei.
  • Heute Morgen habe ich zuerst die Seite meines Verlages p.machinery gelöscht. 570 oder 580 Follower – darf man die bei Facebook so nennen oder bekomme ich Ärger mit Twitter? – schauen jetzt in die Röhre. Oder auf www.pmachinery.de. Was ich nicht glaube. Wenn nur 10 Prozent der Follower auf Facebook wirklich Interesse an p.machinerys Buchprogramm gehabt und gekauft hätten, dann wäre ich schon sehr glücklich gewesen. Ich gehe davon aus, dass allenfalls 1 Prozent …
  • Dann habe ich noch einmal die sogenannte Startseite durchgeblättert.
  • Ganz sicher werde ich die zahlreichen Hundeseiten und -gruppen vermissen. Aber Tucker Budzyn zum Beispiel, den Golden Retriever mit irrsinnig hohen Followerzahlen, den gibt es auch auf Instagram, auf Youtube und was weiß ich wo sonst noch alles. Und ganz sicher werde ich all die traurigen Hundegeschichten letztlich nicht vermissen. Und vor allem auch nicht die Geschichten von Vollidioten, denen der Umgang mit Hunden und Lebewesen aller Art strikt untersagt werden sollte. Am besten durch nachträgliche Abtreibung. (Für die Bemerkung hätte ich wieder eine Sperre auf Facebook kassiert.)
  • Ansonsten gab es auf der Startseite nichts, was mich zu einer Kommentierung veranlasst hätte, wenn ich nicht vorgehabt hätte, zu gehen. Vor allem nicht das ganze Gedöns zur Demo am Wochenende in Berlin. Bei manchen Kommentaren habe ich mich gefragt, ob es wirklich Leute gibt, die an eine friedliche, konstruktive Demonstration geglaubt haben. Und warum die nicht ihren Dealer wechseln.
  • Zu guter Letzt habe ich mir noch ein Back-up meiner Daten heruntergeladen. Man weiß ja nie, was man am Ende noch irgendwie beweisen muss, gesagt oder nicht gesagt zu haben. Irgendein Denunziantenarsch findet mich sicherlich auch außerhalb Facebooks und steckt Zuckerberg und seinen Schergen am Ende noch, dass ich sie für Faschisten halte.
  • Und am Ende habe ich dann mein Konto gelöscht. 1600 Freunde sind dabei verloren gegangen. Von denen vielleicht 20 oder 30 tatsächlich angeschaut haben, was ich da so verzapft habe.
    Ich habe jetzt 30 Tage Zeit, es mir anders zu überlegen. Sagt Facebook. Glaubt Facebook.

P.S.: Ich habe den Tag genutzt, endlich meine Website für mein Dienstleistungsunternehmen global:epropaganda aufzubauen. Fertig geworden bin ich noch nicht. Wer sich den aktuellen Stand der Seite anschauen möchte, wähle globalepropaganda.de oder globa.lepropaganda.com zur Ansicht. Morgen wird sie wohl fertiggestellt werden.

Tagesgedanken

  • Wir schreiben den 30. August 2020.
  • Lewis Hamilton hat soeben den Grand Prix von Spa gewonnen. Formel 1 ist langweilig geworden. Eigentlich wollte ich der Tatsache hinterher trauern, dass RTL aus der Berichterstattung ausgestiegen ist. Dass nur noch PayTV-Sender übertragen werden. Aber Hülkenberg ist weg und Vettel hat offensichtlich endgültig verlernt, Auto zu fahren. Vielleicht ist es ganz gut, wenn ich ab nächstem Jahr vom Motorsport weg bin. Keine Formel 1, weil kein Sky-Abo mehr (das wird im Oktober gekündigt). Keine DTM, weil Sat.1 nicht zu ertragen ist. Kein MotorvisionTV, weil kein Sky-Abo.
  • Alle zwei Wochen ist Sonntag Buchhaltungstag. Nicht immer. Aber meistens. Heute war ich fleißig. Es war eh nicht viel. Die Druckereirechnungen waren happig, in den letzten zwei Wochen. Aber auch die Geldeingänge sind in Ordnung. Noch immer schreibt der Verlag schwarze Zahlen. Und zwar in beinahe beängstigender Höhe.
  • Der SFCD will auch Geld von mir. Ich habe die Gelegenheit genutzt, Kosten abzurechnen. Vor allem Porto. Leseexemplare für den DSFP sind es meist.
  • Altpapier wollte entsorgt werden. Da sind immer große Mengen Kartonagen zu zerlegen. Frau meckert immer, was wäre, wenn sie was verschicken wollte, dann wäre keine Verpackung da. Sie verschickt aber sowieso so gut wie nichts. Und dann ist immer was da. Die Tonne muss noch vors Haus.
  • Im Ablagefach für die Infos zu Neuerscheinungen, die ich noch veröffentlichen muss, damit jemand die Neuerscheinungen auch mitbekommt, liegen aktuell die Unterlagen zu sieben Titeln. Noch komme ich nicht dazu, das hebe ich mir für Anfang September auf, wenn ich nicht nur Facebook begraben, sondern auch diverse einschlägige Foren eingerichtet habe. Nächste Woche. Ab 01.09. also. – Immerhin bin ich heute dazu gekommen, schon mal die Titel im VLB einzutragen. Das kostet immer Zeit, weil das System an einigen Stellen recht umständlich ist – die Eingabe aller Autoren einer Anthologie ist kein wirklicher Spaß – und auch nicht zu den schnellsten Servern im Netz gehört. Aber es ist gelungen. Erfolgsmeldung. Wenn jetzt ein Buchhändler behauptet, ein Buch könne er nicht bestellen, ist klar, dass es sich um einen Faulpelz handelt. Oder einen Deppen. Oder beides.
  • Zwei Texte – inkl. diesem – für diesen Blog geschrieben. Ich habe mir ja was vorgenommen.