Wider die Pressefreiheit

Assange – Piratenpartei prangert Auslieferungserklärung an

Der WikiLeaks-Gründer und Whistleblower Julian Assange soll in die Vereinigten Staaten ausgeliefert werden. Die britische Innenministerin hat nun die entscheidende Auslieferungserklärung unterzeichnet [1].

Anne Herpertz, Bundesvorsitzende der Piratenpartei Deutschland, zur Auslieferung von Julian Assange: „Heute ist ein fataler Tag für die Pressefreiheit weltweit. Die Veröffentlichungen von WikiLeaks haben unter anderem dazu beigetragen, Kriegsverbrechen ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Das darf nicht kriminalisiert werden! Wir als Piratenpartei verurteilen die politische Repression gegenüber Assange und fordern die Bundesregierung dazu auf, sich im Sinne der Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und der Pressefreiheit gegen eine Auslieferung von Assange an die USA einzusetzen.“

Der Europaabgeordnete der Piratenpartei Dr. Patrick Breyer reagiert alarmiert:
„Die Bestätigung der Auslieferung von Julian Assange in die USA durch die britische Regierung ist ein schwerer Schlag für die Pressefreiheit. Dort erwartet den Wikileaks-Gründer kein fairer Prozess. Der Fall von Assange schafft auch einen extrem gefährlichen Präzedenzfall für alle Whistleblower, Journalisten und Medienakteure. Kein Journalist sollte für die Veröffentlichung von ‘Staatsgeheimnissen’, die von öffentlichem Interesse sind, strafrechtlich verfolgt werden – denn das ist sein Job.”

Quellen:
[1] homeofficemedia.blog.gov.uk/2022/06/17/julian-assange-statement-and-extradition-factsheet/
Presseerklärung der Piratenpartei: www.piratenpartei.de/2022/06/17/assange-piratenpartei-prangert-auslieferung-an

Putin ist doof

Am westlichen Ende unserer Straße liegt neben einem Biohof ein Häuschen, das lange leer stand. Jetzt wurde es hergerichtet und Ukrainer sind dort eingezogen. Mit Willkommensstrohballen vorm Haus. Und einem BMW-SUV mit ukrainischem Kennzeichen vor einer der Hallen nebenan.

Putin ist offensichtlich nicht klar, was er mit seinem Feldzug bewirkt. Oder es ist ihm klar – was schlimmer ist –, nur dass es ihm am Ende reicht, wenn die Ukraine keine Werte mehr enthält. Keine Menschen mit Geld, keine Menschen mit Wissen und Fähigkeiten, keine Menschen mit Einfluss, keine Gesellschaft, die funktioniert (hat). Aber vielleicht ist Sibirien inzwischen überbevölkert und er will aus der Ukraine ein russisches Australien machen. Platz und Raum, um russischen Abfall loszuwerden. Notfalls auch menschlichen.

Ich wünsche was

Das Gleiche, das ich als Verleger wünschte: hier.

Obwohl ich das relativieren muss. Nazis, COVIDioten und Verschwörungstheoretiker möchte ich ausnehmen – die haben mindestens keinen Erfolg, aber wohl auch kein Glück verdient; gesund sollten sie bleiben dürfen, ich möchte mich nicht der verbalen Körperverletzung schuldig machen.

Und konkretisieren muss ich das Geschriebene. Gemeint sind alle Menschen. Da ich Gendersternchen, Unterstriche und sonstiges Sonderzeichenzeug ablehne – wie auch das Gendern überhaupt – kann ich nur sagen, dass alle gemeint sind. Alle Menschen. Gleich, welcher Sorte sie angehören. Und für die, denen das nicht reicht: Gemeint sind auch alle meine Autorenden, Grafickenden … äh …, ja, doch …, Herausgebernden, Kundenden, Rezensierenden und alle anderen, die einfach nur enden wollen.

Ich freue mich auf ein neues Jahr, in dem wieder Sternchenfans und Unterstrichende versuchen, die deutsche Sprache zu verhunzen und ihre zweifelhaften Minderheitenmeinungen den Menschen aufzudrücken, die in diversen Umfragen schon mehrheitlich geäußert haben, dass sie das – indirekt oder direkt – albern und unpassend finden, sprich: ablehnen. Aber welche Minderheit hat sich schon mal dafür interessiert, was die Mehrheit will; es ist ja immer die Mehrheit, die die Minderheit unterdrückt.

In diesem Sinne: rutscht gut, aber rutscht nicht aus. Auf was auch immer. Und gegebenenfalls meinem Buckel runter, wenn er (sic!) gendern gut findet.

Ein Hauch Science-Fiction?

Das Projekt – sehenswert: justdiggit.de, bedenkenswert – mutet beinahe ein wenig wie Science-Fiction an. Aber das muss es nicht sein, nicht bleiben.

Justdiggit Campaign 2019, Germany | Thomas D 30"

Justdiggit Campaign 2019, Germany | Thomas D 25"

Thomas D.s »Gebet an den Planet« ist fast schon die natürliche Folge dieser Werbekampagne – und doch nicht, denn der Clip stammt schon vom Anfang der 2010er-Jahre. Es ist ein nachdenklicher Text und es sind schöne Bilder, die gemeinsam zu denken geben.

Thomas D • Gebet an den Planet 11.0 Original Videoclip

Wer weiß es schon? Es kann funktionieren. Aber nicht, wenn niemand mitmacht. JUSTDIGGIT.