Rushdie: Moslemische Schande

Ich kenne Salman Rushdie nicht persönlich, natürlich nicht. Ich kenne auch sein schriftstellerisches Werk nicht. Ich muss das auch nicht kennen, um das letzte, sehr aktuelle Attentat auf sein Leben im Rahmen meiner Möglichkeiten zu verurteilen. Einen Schriftsteller noch nach über dreißig Jahren für ein schriftstellerisches Werk wie »Die satanischen Verse« töten zu wollen, ist ein Verstoß gegen jedes Menschenrecht, vor allem aber gegen das der Freiheit von Gedanken und Rede. Und den Tötungsbefehl der iranischen Ajatollahs damit zu argumentieren, dass Rushdie angeblich den Propheten Mohammed beleidigt habe, ist schlicht ein Witz. Abgesehen davon, dass der Koran mit der Scharia als Gesetzeswerk ganz offensichtlich untauglich ist, ist längst bekannt, dass der Iran vom Status eines Rechtsstaates so weit entfernt ist, wie Alpha Centauri von unserer Erde. Und auch wenn die Gesetze im Iran – sofern sie überhaupt in unserem Sinne existieren – andere sein mögen, ist eine Beleidigung eine Tat, die nur der Beleidigte zur Strafe ahnden lassen – sprich: anzeigen – kann. Denn auch wenn jeder Mensch das Recht hat, sich als Klugscheißer zu betätigen – so auch die vermeintlich allwissenden Ajatollahs, die offensichtlich wissen, ob sich der Prophet beleidigt gefühlt hätte –, so bleibt Klugscheißerei jedenfalls nur straffrei, wenn sie nicht das Leben und Wohl eines Menschen beeinträchtigt.

Wie gesagt, ich kenne Salman Rushdie nicht persönlich. Dennoch bin ich in Gedanken bei ihm und hoffe, seine schweren Verletzungen mögen heilen und ohne bleibende Schäden vergehen, ebenso wie ich hoffe, dass den Täter die ganze Härte des (hier wohl US-amerikanischen) Gesetzes trifft. Bedauerlicherweise wurde die Todesstrafe im Staate New York abgeschafft …

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