Nervenaufreibende Qualität mit Dampf

Wer Detlef Klewer kennt, dem muss ich eigentlich über seine neueste Anthologie »NECROSTEAM« nicht viel erzählen. Einmal mehr hat der Mann mit dem Talent, gute Storysammlungen zusammenzustellen und mit seinen wundervollen Bildern zu krönen, zugeschlagen und sich mitsamt seinen schriftstellernden Mitstreitern der Kombination aus lovecraftschen Universen mit Alten Göttern und düsteren Mythen und dem Steampunk gewidmet. Und das Ergebnis kann sich sehen … nein, lesen lassen. Finde ich. Und das sagt jemand, dem weder lovecraftsche Universen noch Steampunk wirklich etwas geben. Hier durfte ich beim Buchmachen eine Ausnahme machen.

Klewer, Detlef (Hrsg.), NECROSTEAM

Cthulhupunk nennt Detlef das Genre dieses Buches. Nun gut. Man kann sich über das ganze Gepunke in den mehr oder minder fantastischen Genres ­– Liebespunk oder Arztpunk gibt es wohl noch nicht … – sicherlich streiten, und ich lehne sie eigentlich auch ab. Bei dieser Geschichtensammlung ist die Einordnung möglicherweise ganz hilfreich. Immerhin ist Cthulhu namentlich womöglich ein Zugpferdchen.

Zum Geburtstag, mein Schatz

Heute bist du nun 8 Jahre alt geworden, mein kleiner Mausehase. Es war eine weise Entscheidung, dass wir dich 2013 zu uns geholt haben. Du hast unserer Prinzessin Kim II. gut getan, du warst immer lieb zu ihr und sie zu dir, und es ist eine Wonne, dass du bei uns bist, dass du so schmusig und so griechisch-phlegmatisch bist, erfüllt von so offensichtlich stoischer Ruhe und doch gleichzeitig so sensibel und manchmal sogar schreckhaft, obwohl es nichts zu erschrecken gibt. Und wenn Kim einmal nicht da ist, merken wir, wie sehr du an ihr hängst, und das macht dich noch liebenswerter.

Ich hoffe, mein Mausetier, dass du noch lange, lange bei uns bleibst, und dass du ein schönes, glückliches Leben hast, dich hier immer wohlfühlst, uns nie böse bist und immer gesund bleibst, und immer einem Sprint über schlammigen Ackerboden zugeneigt.

Wir haben dich lieb, Mausemädchen. Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag.

Blaumaus mit Schicksal

Dank ihres Vorlebens mit wenig intelligenten Menschen sind solche Hunde wie dieses hübsche Mädchen dann immer Einzelhunde. Keine Kinder ist ja okay, aber andere Hunde gehen dann auch nicht. Und das ist einfach schade …

Klickt auf das Bild und gönnt euch einen Besuch bei »unserem« Verein, der sich um sogenannte »Listenhunde« kümmert.

Erfolgsgeschichtenfortsetzungsversuch

Mit Ayako Graefes erstem Ikebana-Buch »Geist und Schönheit japanischer Blumenkunst« begann die Existenz meines Verlages. Das Buch, das 1985 beim Ulmer Verlag erschien und irgendwann nicht fortgeführt wurde, weil der Ulmer Verlag der Ansicht war, das Buch sei nicht erfolgreich genug, existiert derzeit in seiner dritten Version – die zweite, seinerzeit bei Maro in Augsburg gedruckt, ist längst vergriffen – und wird bei und von Books on Demand in Norderstedt produziert und vertickt (und das ist auch das einzige Buch, das ich bei BoD belassen werde; einfacher kann man sein Geld nicht verdienen). Und das Buch ist mein absoluter Topverkaufsschlager, von keinem anderen meiner Bücher einholbar. Ich müsste genau nachrechnen, aber die Gesamtauflage beläuft sich inzwischen auf irgendwas zwischen 6000 und 8000 Exemplaren (incl. der 2500 bei Maro entstandenen Exemplare der ersten p.machinery-Version).

Das zweite Ikebana-Buch ist in englischer Sprache verfasst, heißt »Contemporary Ikebana and its traditional background« und beinahe erwartungsgemäß eher in den USA, Kanada und Großbritannien gut laufend. Ayako Graefe meinte letztens, dass die deutschen Ikebanisten (ihre Wortschöpfung!) vielleicht der Ansicht sind, es handle sich um eine Übersetzung des ersten Buches – was definitiv nicht der Fall ist.

Graefe, Ayako, Contemporary Ikebana and its Traditional Background

Das dritte Buch nun, »Blumenkunst für jeden Anlass«, ist unter inhaltlichen Gesichtspunkten eine ganz andere Hausnummer. Im Grunde handelt es sich um einen Bildband: Rechts findet man großformatige (216 x 248 mm) Farbfotos von Ikebana-Arrangements, links daneben Beschreibungen dazu in deutscher, englischer und japanischer Sprache. Das Buch präsentiert »Arrangements zu verschiedenen Jahreszeiten, Festen und Lebensstilen«, und schon beim einfachen Durchblättern üben die Fotografien eine besondere Faszination auf den Betrachter aus.
Zahlreiche Ikebanisten haben ihre Werke zu diesem Buch beigesteuert, und das großformatige Werk eignet sich nicht nur für Ikebana-Künstler, nicht nur für Freunde und Fans der japanischen Kultur und der Philosophie des Landes und des Volkes, es ist auch ein – zugegebenermaßen nicht preiswertes – besonderes Geschenk zu besonderen Gelegenheiten, eben »für jeden Anlass«.

Graefe, Ayako, IKEBANA – Blumenkunst für jeden Anlass

Schwachsinn »heute«

Wer mal richtigen Schwachsinn in Sachen Gendern goutieren möchte, gönne sich das Interview der taz mit Petra Gestern, einer »heute«-Nachrichtenmoderatorin, deren Lichtlein im Kronleuchter möglicherweise kurz vorm Exitus steht: hier.

Zitat: »Ich selbst hatte nie ein Problem mit dem generischen Maskulinum, fühlte mich tatsächlich immer mitgemeint. Aber meine Großnichte, sie ist 20, fühlt sich dadurch diskriminiert. Ausgeblendet sozusagen.« Da fehlt einer Großnichte – die Gerster ist 65, heißt es – wohl ein wenig Selbstbewusstsein. Ich als Mann könnte mich ja auch durch das generische Femininum diskriminiert fühlen; ich fände das aber blödsinnig, weil … wie kann mich denn ein sprachliches, ein orthografisches, ein grammatikalisches Konstrukt diskriminieren? Es sind doch Menschen, die diskriminieren – und hier tun sich ja die Genderfans besonders hervor, indem sie nicht nur den Frauen den Verstand absprechen, sich vom generischen Maskulinum integriert zu fühlen, sondern auch alle anderen »Nichtmänner« ebenso ausgrenzen.

Zitat: »Nach meiner ersten Sendung mit Gendersternchen, im Oktober, haben sich um die 60 Leute beschwert. Das ist schon sehr viel. Böse Briefe gab’s vor allem von Männern. Aber auch eine Frau schrieb mir polemisch, ob ich jetzt auch von der Papierkörbin sprechen wolle. Mittlerweile sind die Beschwerden pro Sendung nur noch im einstelligen Bereich, es setzt also eine Gewöhnung ein.« Das ist keine Gewöhnung. Das ist die Erkenntnis, dass es vielleicht sinnvoller ist, andere Nachrichtensendungen zu schauen oder zu hören, in denen sich der O-Ton nicht nach einer Sprachfehlersammlung anhört.

Zitat: »Um das Thema tobt ein ideologischer Kampf, der vornehmlich von – wie ich vermute – älteren Männern geführt wird. Manchmal geradezu hasserfüllt. Offenbar geht es hier um eine Machtfrage, um Deutungshoheit. Und um die Angst dahinter, etwas von dieser Macht an Frauen und andere Minderheiten abgeben zu müssen. Ich verstehe nur nicht, was jemand durch geschlechtergerechtes Sprechen verlieren könnte.« Tja, Verständnislosigkeit hat in der Regel einen Grund. Fehlendes Wissen? Dummheit? Erkenntnisverweigerung? Geschlechtergerechtes Sprechen gibt es nicht – es gibt nur eine unsaubere Aussprache, bis hin zu durch Gewöhnung (sic!) erworbene (und nicht mehr reparable) Sprachfehlern. (Und man beachte: »…an Frauen und ›andere Minderheiten‹ … – da wissen wir doch gleich, welcher Gesinnung die Dame ist.)

Zitat: »… und deshalb sollte man auf die Hörgewohnheiten der Zuschauer*innen auch Rücksicht nehmen und das Gendern nicht mit dem Bulldozer durchdrücken. Außerdem gibt es verschiedene Möglichkeiten, Diversität zum Ausdruck zu bringen.« Ja. Aber nicht mit Brabbelsuppe aus der Krabbelgruppe … Mal ganz davon abgesehen, dass Diversität ein ganz anderes Thema ist und von den Genderunfuglern eh mit Füßen getreten wird. (Mir fehlt noch die Theorie, die Genderei sei eine Erfindung alter weißer Männer, um später den Frauen die Schuld an der Zerstörung der deutschen Sprache in Schrift und Ton in die Schuhe zu schieben.)

Zitat: »Ich würde beispielsweise nicht von Neanderthaler*innen sprechen, das entbehrte nicht einer gewissen Komik. Und bei Delikten wie der Kinderpornografie würde ich wohl in den meisten Fällen von Tätern sprechen. Gendern sollte man nicht aus Prinzip, um seiner selbst willen, sondern kontextabhängig und sensibel.« Ach, es gab keine Neandertalerinnen (die sich übrigens ohne th, nur mit t schreiben würden)? Das ist schon sehr seltsam, hat man doch weibliche Neandertalerskelette gefunden … Und ach, es gibt keine weiblichen Kinderpornografietäter? Tatsächlich sollte Gendern gar nicht stattfinden, denn natürlich fidnet es immer um seiner selbst willen statt; ich als Verleger, Lektor und Korrektor habe diesbezüglich schon meine Erfahrungen machen dürfen.

Zitat: »Offenbar ist das Bedürfnis nach einer geschlechtergerechten Sprache ja eben deswegen so groß, weil Frauen – wieder oder immer noch – weniger präsent sind.« Der Witz ist – und im Grunde wird sie das im Folgenden bestätigen –, dass es nicht die Frauen sind, an denen das liegt. Auch nicht die Männer im Allgemeinen. Sehr viel wahrscheinlicher sind es die Männer – und Frauen – in den Medien, die sich zu wenig um eine gleichberechtigte Präsenz von Männlein und Weiblein auf der Mattscheibe und den Schmierblättern des Landes kümmern. Da kommt die Genderei gerade recht – als Alibi und als Ablenkung vom eigentlichen Problem.

Zitat: »Wie die Tatsache, dass in unseren Nachrichtenfilmen immer noch viel zu wenige Frauen auftreten.« Siehste!

Zitat: »[Woran liegt das?] Nun, zum einen an der noch immer männerdominierten Realität, die wir abbilden müssen, oft ist es aber einfach auch Bequemlichkeit. Man braucht einen O-Ton, und als Erstes fällt einem der Mann ein, den man schon hundert Mal als Experten gesehen und abgespeichert hat. Das war auch zu Beginn der Corona-Pandemie so. In den ersten Monaten kamen nur Virologen und Epidemiologen zu Wort, und alle Welt bekam den Eindruck, das sei eine rein männliche Domäne. Inzwischen wissen wir es besser und sehen auch in den Talkshows immer öfter eine Corona-Expertin. Nach den kompetenten Frauen muss man eben suchen, weil sie sich oft auch selbst nicht in den Vordergrund drängen, und das kostet Zeit und Mühe.« Und wieder ist nur der Mann schuld, auch daran, dass auch Medienfrauen zu faul sind, sich um ihresgleichen in der Presse und den Medien zu bemühen. Und dann waren da ja noch die beiden Weibsbilder, die die Virologin Sandra Ciesek interviewten und sie zur Quotenfrau Christian Drostens machten – was wirklich ein echter Gewinn für die Gleichberechtigung der Frau war und ist. Für mich ein Wunder, dass Frau Ciesek angesichts der Frage, ob ihr klar sei, dass sie die Quotenfrau sei, cool geblieben ist.

Fazit: Dummheit regiert. Und Gendern hilft dabei. Nur beim eigentlich angeblichen Ziel – die Gleichberechtigung der Frau (und was ist eigentlich mit den »Diversen«?) – hilft es nicht die Bohne. Ganz im Gegenteil.

Cookies nerven

Ja, Datenschutzneurotiker werden mir recht geben und sagen, das tun sie schon immer. Aber in Wirklichkeit stimmt das nicht.
Früher waren sie einfach da. Auf meiner Festplatte, je nachdem, wohin ich surfte. Hilfreich waren sie bei Seiten, wo man sich einen Login merken wollte. Gestört haben sie eigentlich nie. Und nur Datenschutzneurotiker waren wohl der Ansicht, sie seien giftig. Gut, es mag sein, dass sie Aufschluss über mein Surfverhalten geliefert haben.
Und liefern. Denn es gibt sie ja noch. Mit dem Unterschied, dass man heute auf allen Websites seine Zustimmung geben muss. Immer wieder. In allen möglichen Formen und Farben, mit den unterschiedlichsten Formulierungen und den verschiedensten Kombinationen von Ja-ich-will-oder-nee-lieber-doch-nicht-Buttons.
Das nervt. Das nervt vor allem bei Websites, die man immer wieder besucht. Das nervt auch bei Websites, die versprechen, sich den Login zu merken, das aber gar nicht wirklich tun, sondern immer wieder Logindaten abfragen (damit derjenige, der deinen PC ausspioniert, immer hübsch auf dem aktuellen Stand ist).
Und ich weiß wirklich nicht, was sich zu meinem datenschutzrelevanten Vorteil geändert hat. Die Cookies sind immer noch da, denn die Websites, die ich besuche, will ich so nutzen können, dass ich den maximalen Nutzen davon habe. Und dafür braucht es halt Cookies. Und so kann mein Surfverhalten nach wie vor ausspioniert werden – ich möchte wissen, wem so was Vergnügen bereitet, mein Surfverhalten ist letztlich an meiner Verlegertätigkeit und an meiner Tätigkeit als Lektor und Korrektor und allenfalls noch als Mitglied eines realweltlichen Haushalts orientiert. Es ist kackelangweilig, wenn man es genau nehmen möchte.
Und für die dann von mir ständig wiederkehrend genehmigte Spionage auf meinem Rechner darf ich mir nun tagtäglich und immer wiederkehrend den gleichen Scheiß zusammenklicken. Und wenn ich so einen Surftag hinter mir habe und gefühlte zwölftausend Mal auf Scheißbuttons geklickt habe, die mich am Ende doch nur verarschen, dann habe ich Lust, dem Vollidioten, der sich die Notwendigkeit der mantraartigen Dauerbestätigung hat einfallen lassen, die Fresse zu polieren. Mit einem Button, dessen Beschriftung ich mir dann noch überlegen werde.

Rettet die deutsche Sprache vor dem Duden

Aufruf

Der Verein Deutsche Sprache e. V. fordert alle Freunde der deutschen Sprache auf, den aktuellen Bestrebungen der Dudenredaktion zu einem Umbau der deutschen Sprache entgegenzutreten. So wird auf den Internetseiten des Duden das in der deutschen Grammatik und im modernen Sprachgebrauch fest verankerte generische Maskulinum abgeschafft: „Mieter: Substantiv, maskulin – männliche Person, die etwas gemietet hat.“ Frauen könnten demnach keine Mieter sein. Damit widerspricht der Duden nicht nur den Regeln der deutschen Grammatik, sondern auch dem Bundesgerichtshof, der im März 2018 letztinstanzlich festgehalten hat, dass mit der Bezeichnung „der Kunde“ Menschen jeglichen Geschlechts angesprochen seien. Die Beschwerde der Klägerin, die von ihrer Sparkasse mit „Kundin“ angeredet werden wollte, wurde kürzlich vom Bundesverfassungsgericht abgewiesen.

Mit seiner Ankündigung, mehr als 12.000 Personen- und Berufsbezeichnungen mit weiblicher und männlicher Form in die Netz-Version des Werkes aufzunehmen, betreibt der Duden eine problematische Zwangs-Sexualisierung, die in der deutschen Sprache so nicht vorgesehen ist. Das biologische Geschlecht (Sexus) ist nicht mit dem grammatikalischen Geschlecht (Genus) gleichzusetzen. „Der Engel“ ist geschlechtslos, „der Scherzkeks“ kann auch eine Frau sein. Noch absurder wird das Vorgehen bei der Betrachtung des Plurals: „Die Ärztekammer“ vertritt Ärztinnen und Ärzte gleichermaßen, ebenso wie das Finanzamt Geld vom „Steuerzahler“ einzieht – unabhängig vom Geschlecht. Wenn wir konkrete Personen ansprechen, sagen wir selbstverständlich „Ärztin“ oder „Lehrerin“.

Indem er diese Grundsätze missachtet, ist der Duden auf dem Weg, seine Rolle als Standard-Referenzwerk für das Deutsche aufzugeben. Indem er Sprache nicht mehr nur widerspiegelt, sondern sie aktiv verändert, widerspricht er seinen eigenen Grundsätzen. Der VDS fordert deshalb den Duden auf, seine Sexualisierungspläne zu überdenken, in Zukunft sensibler und behutsamer mit der deutschen Sprache umzugehen, und sich auf seine ursprünglichen Ziele zu besinnen.

https://vds-ev.de/allgemein/aufrufe/rettet-die-deutsche-sprache-vor-dem-duden/