Der frische VDS-Infobrief ist da

Und wieder ist es so weit, der VDS-Infobrief vom 19.03.2022 ist da (bzw. hier). Und der Inhalt wie immer in Kurzform:

1. Presseschau
• Lesekompetenz von Grundschülern gesunken
• Lettisch als Wissenschaftssprache
• Der „Mohr“ vor Gericht
2. Gendersprache
• Dinslaken soll gendern
• GfdS zufrieden mit Genderstern-Studie
3. Sprachspiele: Unser Deutsch
• Vergissmeinnicht
4. Kultur
• Seltene Schriftrolle im Israel-Museum
• Einmaliges Wermelskirchen
5. Berichte
• 150 Jahre Schleizer Duden
6. Denglisch
• „Pitchen“
• Asche zum Mitnehmen
7. Termine

VDS-Infobrief vom 06.03.2022

Und wie jede Woche gibt es auch dieses Wochenende einen neuen Infobrief des VDS e.V., des Vereins Deutsche Sprache. Den gesamten Infobrief findet man wie immer auf der Website des Vereins: hier. Diesmal hat der Infobrief folgenden Inhalt:

1. Presseschau
• Europa und die Sprache der Macht
• NRW plant Unterricht in ukrainischer Sprache
• Füllwörter sind besser als ihr Ruf
2. Gendersprache
• Von Buhfrauen und Schürzenjägern
3. Sprachspiele
• Nicht zu verwechseln sind Wort und Begriff
4. Kultur
• Harald Weinrich ist tot
• Die deutsche Sprache als Stärke
Einer der auszog, dem Gendern zu entkommen
5. Berichte
• Sprach-Apps im Vergleich
6. Denglisch
• Jojo und die Anglizismen
7. Termine

Der rot markierte Artikel ist besonders erwähnenswert.

Wider die Rückkehr in die Unterdrückung

Die Unterdrückung unter umgekehrten Vorzeichen: Der Mann soll aus dem deutschen Sprachbild verschwinden … was per se schon völliger Blödsinn ist, denn das generische Maskulinum hat mit dem Mann als Lebewesen und als Teil des menschlichen Genoms überhaupt nichts zu tun. Das generische Maskulinum ist wie das generische Femininum eine sprachliche Konstruktion – nicht mehr, nicht weniger. Sie dient der Verständlichkeit des Deutschen und hilft insbesondere auch Nichtmuttersprachlern, unsere Sprache zu erlernen.
Schon des Öfteren überlegte ich, wie es wäre, das generische Femininum vollständig abzuschaffen – und bei der Gelegenheit auch gleich das lästige generische Neutrum –, um dem Manne – der nichts damit zu tun hat – wieder die Rolle zu ermöglichen, die ihm sowieso ständig unterstellt wird: die des nicht nur sprachlichen, sondern auch grundsätzlichen Unterdrückers. Dann läse sich der erste Absatz dieses Beitrags so:

Der Unterdrückung unter umgekehrtem Vorzeichen: Der Mann soll aus der deutschen Sprachbild verschwinden … was per se schon völliger Blödsinn ist, denn der generische Maskulinum hat mit dem Mann als Lebewesen und als Teil des menschlichen Genoms überhaupt nichts zu tun. Der generische Maskulinum ist wie der generische Femininum ein sprachlicher Konstruktion – nicht mehr, nicht weniger. Er dient der Verständlichkeit des Deutschen und hilft insbesondere auch Nichtmuttersprachlern, unserer Sprache zu erlernen.

Unauffällig, nicht wahr? Aber letztlich blödsinnig. Und dennoch:

Die Dominanz des weiblichen Artikels

Meinhard Creydt schlägt in seinem Artikel auf dem Portal heise.de/telepolis einen Paradigmenwechsel in der Debatte um gendergerechte Sprache vor. Er erklärt, dass in der deutschen Sprache der weibliche Artikel in den zentralen Bereichen des menschlichen Lebens dominiert und enorm ausgebreitet sei. Wo es um Arbeit geht (die Wirtschaft, die Arbeit) oder um Sozialisation und Bildung (die Schule, die Universität, die Kultur) und in vielen weiteren Bereichen würden männliche Artikel ausgegrenzt. Sprachliche Gleichberechtigung und Sichtbarmachung aller Geschlechter sind Argumente der Genderbefürworter. Creydt führt jedoch aus, dass die Diskriminierung des Männlichen in der Bezeichnung der Zentralobjekte unseres Seins omnipotent ist. Die Genderdebatte reduziert die Welt auf Personen. Creydts Beispiele beweisen, dass Deutsch eben keine „reine Männersprache“ ist und die Debatte um das Gendern grundsätzlich verengt und fehlgeleitet ist. (heise.de/tp, aus dem VDS-Infobrief vom 26.02.2022)

Letztlich fragt man sich, was die Genderverfechter eigentlich für ein Problem haben. Zu viel Zeit? Zu wenig Grips? Keinen Duden zum Nachzählen?

Der VDS-Infobrief

Der VDS, der Verein Deutsche Sprache e.V., veröffentlicht einmal in der Woche, immer passend zum Wochenende, den »Infobrief«, eine E-Mail mit verschiedenen Themen. Auf meiner Verlagsseite veröffentliche ich das Inhaltsverzeichnis nun schon zum dritten Mal — und behalte das auch bei –, aber aus gutem Grund werde ich dies nun auch in diesem, meinem privaten Blog tun, denn hier werde ich auch — wie schon das eine oder andere Mal geschehen — ein Thema aus dem aktuellen Infobrief detaillierter aufgreifen.

Der aktuelle VDS-Infobrief ist vom 26.02.2022 und bietet folgende Inhalte:

1. Presseschau
• Erster Erfolg gegen Audi
• Der Traum vom Universalübersetzer
• Die Suche nach der eigenen Muttersprache
• Das Bairische kein Deppenidiom
• Fehler gehören dazu
2. Gendersprache
• Gendern kein natürlicher Sprachwandel
• Gendern: Historisch einmaliger Vorgang
• Die Dominanz des weiblichen Artikels
• Gendern im Abi
• Fachzeitschrift der Architekten umbenannt
• Von „Freierinnen“ in Wien
3. Sprachspiele: Unser Deutsch
• Beauftragte
4. Kultur
• Kreative Ausdrücke füllen sprachliche Lücken
• Kisuaheli für das Selbtbewusstsein Afrikas
5. Berichte
• Jürgen-Moll-Preis für Michael Andrick
6. Denglisch
• Weltgewandte Manager
7. Termine

Der Infobrief des VDS ist nicht nur für Mitglieder des Vereins gedacht. Auf der Seite des Infobriefs kann man sich für diesen auch als Nichtmitglied anmelden – und dort kann man auch die bisher erschienenen Infobriefe nachlesen. Auch wenn man zum Beispiel Fan des Genderns ist, lohnt es sich: Nirgendwo bekommt man die Dummheit dieses Tuns besser und eindeutiger aufgezeigt.

Quarber Merkur 122

Der Quarber Merkur 122 ist fertig – leider mit Verspätung, und diesmal mit erheblicher Verspätung. Aber es hat sich gelohnt — der Inhalt kann sich einmal mehr sehen lassen:

Franz Rottensteiner (Hrsg.)
QUARBER MERKUR 122
Franz Rottensteiners Literaturzeitschrift für Science Fiction und Phantastik
Verlag Lindenstruth, Giessen, März 2022, 288 Seiten, Paperback
ISBN 978 3 934273 12 2
EUR 17,00 im Inland, EUR 20,00 im Ausland

Franz Rottensteiner: Einleitung
Wladimir Borissow & Alexander Lukashin: Diese Welt haben nicht wir erfunden. Utopische und antiutopische Motive im Werk der Brüder Strugatzki
Jean-Pierre Laigle: Johan Vibe. Ein Wegbereiter des Zukünftigen in Norwegen
Fritz Heidorn: Science-Fiction, der Realismus unserer Zeit. Kim Stanley Robinsons »Zukunftsgeschichte«
Christian Hoffmann: Afrofantastik 2.0
Wolfgang Both: Von Science-Fiction-Romanen inspirierte Rock- und Popmusik
Marcel Schmutzler: Warum Lovecraft gerade jetzt?
Rainer Eisfeld: Faszinierende Gemälde nie geschauter Welten. Chesley Bonestell und John W. Campbell
Michael Hageböck: Fantastisches Spielevergnügen. Colloquium über analoge Unterhaltung
Detlef Thiel: Scheermatt & Dürrenbart GmbH. Ein Chiasma zu Friedrich Dürrenmatts 100. Geburtstag und zur ersten Sammlung unbekannter Texte von Paul Scheerbart seit 25 Jahren
Natsuno Tokunaga: Opfer der Wissenschaft oder »mad scientist«? Satirische Anspielungen auf Gustav Theodor Fechner und Johann Karl Friedrich Zöllner in Oskar Hoffmanns »metaphysischem Phantasieroman« Die vierte Dimension (1909)
Franz Rottensteiner: Die okkulten Detektivromane »Jack Manns«
Christian Hoffmann, Franz Rottensteiner, Matthias Schmid, Ulrich Spiegel: Der Seziertisch

Das Titelbild stammt von Enrique Meseguer (Pixabay).

Herausgeber am Arsch

Es ist schon ein Weilchen her, dass Verleger mit ihren Werken und damit ihrer Arbeit an den Ausschüttungen der VG Wort partizipieren durften. Irgendwann kam ein Autor daher, der der Ansicht war, dass Verleger das nicht verdient hätten. Er klagte, bekam Recht und die Verleger gingen nicht nur zukünftig leer aus, sie durften auch die seit Klageerhebung eingestrichenen Ausschüttungen zurückerstatten.
Ganz klare Sache – Verleger tun ja nichts dafür, dass Autoren mit ihren Werken Geld verdienen. Gar nichts. Ganz im Gegenteil. (Glaubt man einer Dreckschleuder im DSFO, dann sind alle Verleger in Deutschland Betrüger.)

Im September-Newsletter der VG WORT geht es unter dem Thema »Sonderverteilung Bibliothekstantieme öffentliche Bibliotheken 2022« um einen neuen Fall von schriftstellerischer Geldgier und Neidhammelei. Dort steht geschrieben:

Wir machen in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam, dass derzeit alle Ausschüttungen an Herausgeber zurückgestellt werden müssen. Der Anlass ist eine beim Landgericht München I anhängige Klage eines wissenschaftlichen Autors, der sich grundsätzlich gegen eine Beteiligung von Herausgebern an den Einnahmen der VG WORT wendet. Nach einer erstinstanzlichen Entscheidung in dem laufenden Gerichtsverfahren, die demnächst erwartet wird, wird die VG WORT das Urteil prüfen und weitere Informationen auf der Webseite mitteilen.

Und auch dieser Fall ist glasklar: Herausgeber tun absolut nichts für den Erfolg von Autoren. Absolut gar überhaupt nichts.

Ich bin ja nur Verleger. Aber ich bin eindeutig dafür, solche Autoren zu boykottieren – nach Strich und Faden, vollständig, erbarmungslos. Solche Geldgier, solcher Neid, solche Gehässigkeit – und vor allem solche Dummheit – gehört mit dem bestraft, was rechtens ist: Konsequenz. Ein Autor, der meint, er käme ohne die Arbeit von Herausgebern und Verlegern aus, der sollte dazu verurteilt werden, Selfpublishing betreiben zu müssen. Ein solcher Autor hat keinen Lektor verdient – die tun ja auch nichts und wollen dafür bezahlt werden? –, keinen Korrektur, keinen Setzer, keinen Titelbildkünstler, niemanden.
Bedauerlicherweise kann er sich darauf verlassen, seinen vollständig selbst gebauten Text immerhin bei den bekannten BoD- und PoD-Anbietern unterbringen zu können. Diese sind letztlich auch nur geldgierig.

Drei Tage wach, vier Tage Buchhaltung

Die Strafe nach gut fünf Monaten Untätigkeit:

Lützenkirchen - 3 Tage wach - Video

  • 27/6: Belege (von 3 Gewerben) sortiert, Buchungstermine mit Kontoauszügen abgeglichen.
  • 28/6: haITelligence komplett erledigt, global:epropaganda ebenso. Alle p.machinery-Vorgänge ohne Verkaufsbelege gebucht. Zahlungseingänge vermerkt.
  • 29/6: Lexware-Buchungen p.machinery; Belegablage mit Belegnummern aktualisiert; Belege für Excel-Eingaben 30/6 vorsortiert.
  • 30/6: Excel-Aktualisierungen (pro Buch eine Tabelle).
  • 1/7: Selbsterschießung.

Algenrhythmen sind doof

Worauf lässt das schließen?

Lässt das darauf schließen, dass ich als Freiberufler Beschäftigung als Lektor und Korrektor, gerne auch als Druckvorlagenmacher und ähnliches, suche? Oder lässt das vielmehr darauf schließen, dass die Algorithmen, die hier werkeln, genauso doof sind, wie die Programmierer derselben, die hier einmal mehr so richtig in die Schüssel gegriffen haben?

Traurig sein

Während im Internet dank eines rücksichtslosen und revanchistischen Idioten Titelbilder meiner ANDROMEDA NACHRICHTEN ebenso wie Links auf alte SFCD-Blogeinträge verschwunden sind, kann ich das Titelbild der ANDROMEDA NACHRICHTEN 273, meiner vorletzten Nummer, hier präsentieren, weil dieses Titelbild auf meinem eigenen Webspace liegt:

Die Arbeit an der Nummer war merkwürdig, anders diesmal. Ich meine damit nicht die zuletzt fast schon übliche Verspätung. Aber wenn man weiß, dass man bald diesen Job abgeben wird – an wen auch immer –, dann gibt es Momente (nur), in denen man doch ein wenig Wehmut verspürt. Die Cinema-Sparte von Jörg Krömer werde ich vermissen, sehr sogar; sie hat mir immer Gelegenheit gegeben, mich mit Filmen zu beschäftigen, auf die ich von alleine niemals gekommen wäre. Oder die eGames-Sparte von Gerd Frey; ich bin überhaupt kein Computerspieler, aber diese Einblicke in eine ganz andere Welt ist irgendwie immer faszinierend gewesen. Und natürlich hat es auch die eine oder andere Sparte gegeben, die mich nicht so sonderlich fasziniert hat, aber das ist bei so einer Mischung eben so. Wie heißt es so schön? »Es is‘ ja, wie’s is‘ – Milch und Zucker nehmt ihr alleine, ne?«

Am Ende bleibt die Gewissheit, dass es meistens doch Spaß gemacht hat. Selbst die dummen Genderschwänze, die meinten, sie müssten mir zum Schluss noch Druck machen, weil ich ihrem narzisstischen Verbalprotzgehabe nicht folgen wollte und will (und niemals folgen werde), haben mich nicht wirklich geärgert. Für Menschen, die so wenig Gefühl für ihre Muttersprache haben, dass sie meinen, es sei richtig, das generische Maskulinum in die Eier zu treten, habe ich wenig mehr als Mitleid übrig – und eigentlich nicht mal das.

Die Momente, in denen ich ein wenig traurig war, dass diese Geschichte zu Ende gehen wird (und es gibt wirklich nur die eine Chance, dass ich die ANDROMEDA NACHRICHTEN ab Ausgabe 275 weiter mache, wenn mich der Verein für meine Arbeit bezahlt), waren kurz. Und sie haben mich nicht annähernd ausreichend berührt, dass ich meine Entscheidung rückgängig machen würde.

Es ist einfach vorbei. Man hat mir den Spaß verdorben – und ich halte es da mit dem MediaMarkt: »Ich bin doch nicht blöd!«