Kein Sommerschlussverkauf

SSV ist eine Abkürzung, die ich intern verwende, aber nicht für den Sommerschlussverkauf – den es sowieso nicht mehr gibt, sondern für das Buch »Der Schäms-Scheuß-Virus« – ja, ich habe auch gebraucht, bis ich das richtig verstanden und zugeordnet habe (und ja, die Story hilft, aber auch nicht gleich) – von KUB, von Karl-Ulrich-Burgdorf. Der Kontakt kam einmal mehr über Jörg Weigand zustande. Und weil wir uns schon einige Male über den Weg gelaufen sind, fiel die Entscheidung, seine Storysammlung neu aufzulegen, nicht schwer. Vor allem auch, weil ich Kurzgeschichten mag. Und weil neben der Neuausgabe noch eine Sammlung mit neuen, unveröffentlichten Geschichten zur Rede stand und steht – wenn auch allerfrühestens 2022, eventuell sogar erst 2023. Bis dahin gilt es für den KUB-SSV-Fan durchzuhalten – was mithilfe dieser Sammlung nicht schwerfallen dürfte.

Burgdorf, Karl-Ulrich, DER SCHÄMS-SCHEUSS-VIRUS

Ich gratuliere auch!

Gemeinsam mit meinem Herausgeber Jörg Weigand und allen teilnehmenden Autoren und Beiträgern gratuliere ich heute einem Mann, der die Anfangszeiten der Science-Fiction in Deutschland erlebt hat und der mit seinen Büchern über die Szene und die Literatur in den letzten Jahren immens viel geleistet hat: Prof. Dr. Rainer Eisfeld.

Herzlichen Glückwunsch zum 80. Geburtstag!

Und das ist unser Geschenk:

Haitel, Michael & Weigand, Jörg (Hrsg.), VISIONEN & WIRKLICHKEIT

 

Probleme, die ich ohne Internet nicht hätte

  • Heute habe ich zufällig dreizehn offene Tickets bei Bookwire vorgefunden. Es scheint irgendwie nicht möglich, dass man über solche Tickets auch per E-Mail informiert wird. Aber gut. Man kann nun wirklich nicht alles haben.
  • Im Falle von »NOVA 28« wurde beanstandet, dass der Beschnittrahmen nur an den Außenseiten, nicht jedoch an den Innenseiten angelegt war. Das ist ein typisches Amazon-KDP-KEP-was-auch-immer-Problem (mithin nur noch als Amazon-Problem bezeichnet), resultierend aus Ahnungslosigkeit im eigenen Job. Der Schaltungsdienst Lange hat mit den früher eben so angelegten Vorlagen nie ein Problem gehabt und die Drucke auch nicht vermurkst.
    Seltsamerweise kann der Schaltungsdienst auch ein (arabisches) Schriftzeichen drucken, von dem Amazon behauptet, es würde in der Schrift fehlen.
  • Im Falle der Titel »Gegen unendlich 16«, »Das Alien tanzt Walzer« und »Necrosteam« versucht Amazon einmal mehr, in meine Corporate Identity einzugreifen. Seit Jahren (!) ist bekannt, dass man beanstandet, das im Anschnitt sitzende SFCD-Logo der Reihe »AndroSF« sei nicht vollständig lesbar und würde damit zu einem enttäuschenden Einkaufserlebnis des Kunden führen.
    Normalerweise erzeuge ich einen Buchumschlag im Microsoft Publisher und drucke ihn via Adobe Distiller ins PDF-Format. Niemand hat damit Probleme – außer Amazon im Falle des SFCD-Logos. Deshalb bekommt Amazon inzwischen nur noch PDFs, die ich auf dem Weg MS Publisher >> PDF >> TIFF >> PDF erzeugt habe. Hierdurch sind im Cover-PDF keine Elemente – wie das Logo – mehr enthalten, die die sich »Techniker« schimpfenden Amazon-Stümper verschieben können.
    Trotzdem kommt es zu solchen Beanstandungen.
    Bei den drei genannten Titeln habe ich die wie beschrieben erzeugten Cover noch einmal hochgeladen. Sollte das wiederum beanstandet werden, fliegen die Bücher bei Amazon raus.
    Der eigentliche Witz an dieser Beanstandung ist, dass es offensichtlich keine technischen Gründe für dieses Verlangen gibt, sondern wirklich nur das selten dämliche Argument des »enttäuschenden Einkaufserlebnisses«. Denn die vorgenannten – wie auch eine ganze Reihe anderer – Bücher liegen bei Amazon auf Lager, sind also ohne Probleme gedruckt worden.
    (Und im Falle mehrerer Titel konnte ich durch Amazon-»Techniker« vorgenommene Manipulationen der Titelbilder durch die Nachlieferung wie vorgenannt erzeugter TIFF-PDF-Cover korrigieren, sodass die Cover jetzt korrekt aussehen.)
  • Die Dummheit bei Amazon hat allerdings noch deutlich größere Ausmaße.
    Wenn man eine Anthologie mit mehr als 10 beteiligten Namen hat, kann Amazon die Metadaten des Buches nicht verarbeiten. Die dortigen Systeme sind zum einen nicht in der Lage, den Herausgeber eines Buches – der auch auf dem Umschlag steht – von einem Autor (im Buch) zu unterscheiden, nein, der Herausgeber wird sogar nachrangig behandelt, sodass bei mehr als 10 Namen Beteiligter der Herausgeber auf jeden Fall schon mal wegfällt – und damit hat Amazon dann ein Problem.
    Aber selbst wenn man im Datensatz nur den Herausgeber und z. B. – wie im Falle von »Pyromania« geschehen – den Titelbildkünstler angibt, hat Amazon Probleme, denn im Inhaltsverzeichnis stehen ja noch viel mehr Namen …
    Im Grunde scheint Amazon zu erwarten, dass ich meine Anthologien mit maximal acht Autoren bestreite, damit die dann neben Herausgeber und Titelbildkünstler genannt werden können, ohne dass Amazons Dysteme (nein, keine dystopischen System – obwohl das auch passen würde, nehme ich an –, sondern schlicht dumme Systeme) Bauchschmerzen davon bekommen.
  • Und noch mehr Amazon.
    Die Story der langen – und noch nicht vollendeten – Trennung von KDP werde ich zu einem anderen Zeitpunkt in aller Ausführlichkeit erzählen. Tatsache ist, dass alle jemals bei KDP eingestellten Bücher deaktiviert wurden (eine Löschung lässt KDP nicht zu, wenn das Buch einmal veröffentlicht war) und mein KDP-Account inzwischen gelöscht ist.
    Was KDP in bester Amazon-Tradition nicht kapiert, ist, dass die ISBN eines Buches mein Eigentum ist. Mein Autor, mein Titel, mein Buch, meine ISBN. Einige der früher bei KDP gelaufenen Titel habe ich nun über Bookwire neu eingestellt – und prompt wird von Amazon moniert, dass die ISBN in deren Dystemen (siehe vorher) bereits vorhanden sei und nicht wiederverwendet werden kann. Ich solle eine neue ISBN verwenden.
    Man fragt sich allen Ernstes, mit welchen Kriterien man einen Job bei Amazon bekommen kann. Intelligenz gehört offensichtlich nicht dazu.
  • Es mag vermutlich der Eindruck entstehen, als könne ich Amazon nicht leiden. Das ist nicht vollumfänglich richtig, aber bestimmte Ableger des Vereins verdienen es ganz sicher nicht, gemocht zu werden.
    Aber die Amazon-Amis sind nicht allein – auch die Intelligenz von Apple hat ihre erkennbaren Grenzen.
    So wurde mir zum E-Book von »NOVA 27« die klare und unmissverständliche Fehlermeldung
    AppleTicket-ID: 82954300
    AppleTicket mode: NEW
    Last modified: 22.03.2021 um 13:06:33 MEZ
    ISBN: 9783957659217
    Status: Pending
    Metadata attached to the ticket by the feed.
    übermittelt. Alles klar soweit, nicht wahr?
    Eindeutiger war das Verlangen, vom E-Book »Arkadia« von Bernhard Kempen »the inappropriate images from the book and the cover art« zu entfernen. Auch da stellt man sich Fragen: Ticken die noch richtig? Es ist ja bekannt, dass die Amerikaner prüde bis in die Hoden und Eierstöcke sind, andererseits aber versaute Filme raushauen, als gäbe es kein Morgen mehr, aber ein E-Book ohne Cover und ohne Illustrationen, nur weil weibliche Brüste zu sehen sind?

Heute denke ich an Susanne

Ja, heute denke ich an Susanne Haberland. Vor fünf Jahren ging sie von uns und hinterließ ein Loch in der literarischen Welt. Und eigentlich auch im Programm meines Verlags, denn da wäre sicherlich noch eine Story für mich drin gewesen.

Labisch, Marianne & Scherm, Gerd, DIE FAHRT DER STEAMPUNK QUEEN

Erinnerung an Susanne

Es war eine schöne Idee von Marianne Labisch, der Erinnerung an Susanne Haberland anlässlich ihres fünften Todestages am 1. April 2021 ein Buch zu widmen. Ein Steampunk-Buch. Und nicht nur eine Anthologie, sondern einen Roman. Ein Episodenroman. Das hat sich so ergeben, und das ist ein wunderschönes Buch geworden, das der Erinnerung an Susanne und ihr eigenes Werk mehr als angemessen ist.

Susanne Haberland war ein liebenswerter Mensch. Ich kannte sie eigentlich nur durch unsere E-Mail-Kommunikation, und selbst da … Wer sie besser kannte, das war Marianne Labisch, und an dieser Stelle erlaube ich mir deshalb, Mariannes Vorwort aus diesem Buch, aus »Die Fahrt der Steampunk Queen« abzubilden:

Labisch, Marianne & Scherm, Gerd, DIE FAHRT DER STEAMPUNK QUEEN

Meckern ist ja modern

Jedenfalls in Deutschland. Und ausgerechnet NOVA, das durchaus nicht unbeliebte SF-Magazin aus meinem Verlag, scheint sich zu einem beliebten Objekt für unfundierte und unbedachte Kritik zu entwickeln. War es bei der Ausgabe 29 noch das Titelbild, entzündet sich der schwindende Geist des Fans bei der Jubiläumsausgabe 30 am Prozedere der Vorbestellung und der Informationspolitik meines Hauses. Es ist schon bemerkenswert, wie unbekannt die Bedeutung des Begriffes »Vorbestellung« zu sein scheint, und die Zusammenhänge, die hergestellt werden – z. B. mit fehlenden Informationen auf bestimmten Internetseiten oder überhaupt der Information, dass die Ausgabe bereits physisch verfügbar sei – lassen an Außergewöhnlichkeit wenig vermissen. Während in der Regel gut informierte Mitarbeiter des NOVA-Teams schon auf Facebook und Twitter vermeldeten, dass NOVA 30 erschienen sei, bemängelten die dort einschlägig informierten Kritiker das Fehlen entsprechender Informationen auf der NOVA-Website und fragten sich zielbewusst, wie es denn mit der Möglichkeit einer Vorbestellung stünde.

Nun gut. Es ist offensichtlich hoffnungslos. Die SF-Gemeinde ist am Ende.

Von NOVA kann ich das nicht behaupten. Ganz im Gegenteil. Die Ausgabe 30 ist auch für meinen Verlag p.machinery ein kleines Jubiläum – denn es ist immerhin schon die fünfte (!) Ausgabe aus meinem Hause. Auch nicht schlecht.

Und jetzt ist die Ausgabe jedenfalls definitiv verfügbar. Punkt.

NOVA 30 – das Jubiläum

Ein neues Baby ist im Haus

Vom Tage 24/3

  • Heute habe ich mit Klaus Hübners viertem Band der Tetralogie »Kein Twitter, kein Facebook. Von Menschen, Büchern und Bildern« das Stadium der Fahnenkorrektur erreicht. »Dermaleinst, anderswo und überhaupt« wird der Titel des Buches sein. Und auch wenn sich der Titel einmal mehr recht bayerisch anhören mag, geht es um andere Themen: Alpendichter, Forscherpoeten, Nordlichter, Slowenien, Rumänien, die Donau und mehr. – Wenn der vierte Band erschienen und die Reihe komplett ist, wird es vielleicht sogar einen Schuber geben. Mal sehen.
  • Zum Feierabend vor dem PC habe ich dann noch die Neuausgabe des »Schäms-Scheuß-Virus« von Karl-Ulrich Burgdorf auf den Weg gebracht: Druckdaten an den Schaltungsdienst geschickt und die anderen Druckdaten bei Bookwire eingestellt. In den nächsten Tagen gibt es dann den Andruck aus Berlin und das E-Book für den Markt.
  • Ebenso zur Fahnenkorrektur bereit ist der Buchblock der Storysammlung »Sonnenbrand« von Peter Mathys. Und eine erste Version des Umschlags ist erstellt. Fehlt nur noch der Klappentext, den ich diesmal selbst schnitzen werde.
  • Und nachher geht es wieder an die Geschichten von Manfred Borchard, während Frau Haitel ihre Agatha Christie genießen wird.

Heute 20/3

  • 3 Gassigänge.
  • 44 E-Mails geschrieben.
  • 6 Folgen »Unbroken« angeschaut. ZDFmediathek. Vorhersehbar.
  • 4–5 Folgen »Shakespeare & Hathaway« angeschaut. Nett wie immer.
  • 1 PDF für Flipdatei »Unter den Sternen von Tha« erzeugt. Heribert macht den Rest.
  • 1 Titelbild für Neuausgabe des E-Books »Das Theodizee-Problem« erstellt. Wir wollen was ausprobieren.
  • 1 Titelbild für Ron Müllers »Zwillingsparadoxon« heruntergeladen.
  • 1 Titelbild für Udo Weinbörners »Sonnenaufgang« heruntergeladen. Noch zwei Motive bei Shutterstock gut.
  • 6 Rechnungen geschrieben.
  • 20 Lieferscheine geschrieben. Alles »GEGEN UNENDLICH 16«.
  • 1 weiterer Abend noch mit Storys. Diesmal Manfred Borchard.

Gestern 19/3

  • 1 Angebot für 1 Lektorat eines Thrillers (oder so) abgegeben. Sieht gut aus, ist aber noch nicht spruchreif.
  • 1 weiterer Tag mit Arbeiten am Naturwanderreisedingsbumsführer. InDesign-Vorlagen für Eigenbau vermessen. (Mit InDesign will ich nicht arbeiten. Ich nehme ja auch keinen Rolls Royce zum Rasenmähen. Der Publisher kann einfach mehr. Und schneller.)
  • 1 letzte Runde Arbeit an Gabi Behrends »Liebesmaschine«. Steht.
  • 1 Runde Vorbereitungen für »Humanoid 2.0«, eine erweiterte und neu überarbeitete Neuausgabe des 2013er Titels.
  • 1 Korrektureneingabe, 2 neue Buchblöcke, 1 Prüfung des Andrucks, 1 Druckfreigabe, 1 Datenaustausch bei Bookwire, alles für »Die Reise der Steampunk Queen«, ein Episodenroman anlässlich des 5. Todestages von Susanne Haberland.
  • 1 Abend mit Bernhard Kempens »Darling«. Und fertig.

Riesenwinzig

Monika Niehaus ist eine interessante Autorin. Sie hat schon viele Dinge geschrieben, nicht nur SF-Storys, sondern auch ernsthafte Sachen. Irgendwann hat sie mir ihr »Wie man Männer in Schweine verwandelt …« geschickt, ein Buch über die Verwendung von Rausch- und Giftpflanzen in der Antike, und damit genau meinen Geschmack getroffen (ich hatte in den 70ern gemeinsam mit einem damaligen Freund einen Faible unter anderem für Gifte). Letztlich vor allem durch meinen Kontakt mit Jörg Weigand sind wir dann zusammengekommen, um eine Sammlung ihrer »Miniaturen« (und anderer Geschichten) aufzulegen, die in »Donnas Kaschemme« angesiedelt sind und das Kneipengeschehen in diesem Etablissement ebenso detailliert wie die dort agierenden Figuren schildern. Und abgesehen davon, dass der (vor allem per Mail ablaufende) Kontakt mit Monika sehr spaßig und amüsant ist, ist es mir natürlich auch eine Ehre, die Werke einer Autorin als Sammlung zu veröffentlichen, die immerhin in der angesehenen Phantastischen Bibliothek Wetzlar verlegt wurde und wird.

Und außerdem mag ich Kneipengeschichten, wobei mich seinerzeit ein wenig ärgerte, dass Axel Kruse den zweiten Band seiner Geschichten aus Joaquins Bar nicht mehr bei mir veröffentlichte. Mit den »Geschichten aus Donnas Kaschemme« konnte ich immerhin mein Herz erfreuen, und ich hoffe, dass das Buch viele Leser finden wird. Denn bekanntermaßen sind die »Phantastischen Miniaturen« der PhB Wetzlar nicht ganz so einfach zu bekommen, jedenfalls nicht so einfach, wie man nun diese Sammlung aus meinem Verlagshause bestellen und sich beschaffen kann.

Und – so viel sei verraten – eine zweite Sammlung mit Miniaturen aus Monikas Feder ist schon in Vorbereitung. Aber erst mal geht’s in die Kneipe, auf eines der besten Bierchen im Sektor der Galaxis …

Niehaus, Monika, Geschichten aus Donnas Kaschemme