A—b-s––t-a——n–d … h—a——l-t—–e-n

Heute bei Edeka. Eine neue Variante des Abstandhaltens. Vor der Kühltheke mit der abgepackten Wurst zwei Menschen. Mit Einkaufswagen. Ein Mann vorne, eine Frau hinter ihm. An der darauffolgenden Wursttheke – niemand. Mann und Frau halten nicht nur den vorschriftmäßigen Abstand voneinander, sondern mit ausgestreckten Armen auch von ihrem Einkaufswagen. Des Weiteren stehen sie nicht hinter, sondern schräg neben ihrem Wagen.

Ich gehe also durch den Nebengang, um mich von vorne zu nähern, und frage, ob ich mal an die Ware könnte. Die beiden Abstandhalter reagieren mit nackter Panik, weil ganz offensichtlich völlig unklar ist, wer sich jetzt wann wie wohin bewegen muss, damit es nicht zu einem Abstandsverbrechen kommt.

Wenn nicht so viele Menschen sterben würden, könnte man COVID-19 für einen Intelligenztest halten. Obwohl –

Drei Möglichkeiten

Es gibt drei Möglichkeiten, warum ich mich morgen (und danach) hier nicht mehr melde:

  1. Meine Frau hat mir mit ihrem Programm den Rest gegeben.
  2. Meine Hunde haben mich aus Angst vor der Ballerei gefressen.
  3. Ich habe einem von diesen Ballerarschgesichtern die Fresse poliert und sitze im Gefängnis.

Wie jedes Jahr wünsche ich all den Geistlosen, die die Ballerei toll finden, viele schöne und möglichst schwere Verletzungen – der erste Krankenwagen ist schon durch Winnert durchgerast –, gefolgt von langen Krankenhaus- und Reha-Aufenthalten, deren Kosten nach Möglichkeit von der Krankenkasse nicht übernommen werden.

Weihnachten ist krank

  • Nein, Weihnachten hat keine Seuche. Wenn man möchte, dann IST Weihnachten auch eine Seuche.
  • Im August landen die ersten Nikoläuse, Spekulatiuspackungen und Christbaumkugeln in den Supermärkten.
  • Ab Oktober bestehen gefühlte 130, tatsächlich jedoch 30 bis 40 Prozent der Werbung im Fernsehen aus Werbung für Parfüms. Die meiste Werbung für Parfüms lässt auf schwere psychische Probleme der Macher schließen, nur sehr wenige kann man sich immer wieder anschauen. Wenn man’s genau nimmt, eigentlich nur die von Paco Rabanne. Megapeinlich: Hugo Boss. »Sei der Man of Today«, ich schrieb schon darüber.
  • Spätestens Mitte November räumt Frau den Keller nach oben. Etliche Kartons plus Inhalt fliegen auf den Müll. Der Keller ist feucht, ja, das ist nun mal so. Aber man könnte das Gedöns, das einem wichtig ist, auch in Plastikkisten lagern. Dann wäre das Plastik schon mal aus dem Meer. Umzugskartons sind nichts für den Keller.
  • Dann wird dekoriert, alles, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Überall Aufkleber und Sterne an den Fenstern. Tannenkranz an der Tür, der, an dem man so schön hängen bleibt. Glöckchenkonglomerate, deren Bimmeln dafür sorgt, dass das Gefühl, langsam, aber sicher wahnsinnig zu werden, auf einem leicht ansteigenden Level bleibt. Überall Kerzen. Und dann Räucherkram mit dubiosen Duftnoten. Kerzen. Ach nee, die hatte ich schon. Obwohl, so viele, wie das sind.
  • Einkäufe. Was ich mir zu Weihnachten wünsche? Nichts, ich habe alles. Aber das geht natürlich nicht. Die Wünsche meiner Frau werden erläutert, bleiben diffus und unerklärlich. Tenor: Wer braucht so was? Der neue Staubsauger ist kein Geschenk, sondern eine Notwendigkeit, weil sie den alten zerstört hat.
  • Weihnachtskarten. Schlimmer noch: Weihnachts-E-Mails. Die meisten vernichte ich, lösche ich unbeantwortet, beinahe unbeachtet. Diesmal sind es genau zwei, die eine Antwort bekommen haben. Zwei Karten. Bei den E-Mails erinnere ich mich nicht. Schon die üblichen Schlussformen von wegen »Frohe Weihnachten und guten Rutsch« sind eine übelmachende Belastung. Ach, geht doch scheißen – ein Vorschlag der Österreicher, den ich hier gerne weitergeben würde. Wenn ich nicht doch ein wenig Anstand besäße.
  • Kekse backen. Für die Nachbarn. Ich bin Diabetiker und bekomme allenfalls Vanillekipferl mit Erythrit zum Selberbiegen. Vanilletaler werden sie euphemistisch genannt. Da ist dann nicht mal mehr was zum Biegen dran. Und die Geschenke für die Nachbarn. Okay, unsere Nachbarn sind nett, da kann man das machen. Muss man nicht, kann man aber. Machen wir auch. Machen die auch.
  • Zum Glück haben wir künstliche Weihnachtsbäume. Einen großen, einen kleinen. Der große Baum ist diesmal im Keller geblieben. Warum auch immer. Keine Zeit, keine Lust. Den kleinen Baum hat Frau hübsch mit Figürchen und Lametta behängt, sodass ich keine Lichterketten mehr anbringen konnte. Die kommen eigentlich zuerst. Aber gut. Platz für den großen Baum hätten wir im Wohnzimmer eh nicht gehabt. Eigentlich nirgendwo. Höchstens im Wintergarten. Da sieht ihn bloß keiner.
  • Die Seuche hat das diesjährige Fest geprägt. Ooch, Lockerungen, ooch, Familien müssen sich doch treffen dürfen, ooch, das Leben ist so hart und gemein, ooch, die Menschen in den Seniorenheimen und den Kliniken, ooch … Im Grunde hat Weihnachten 2020 nur mitgeholfen, die Unvernunft der Menschen nach oben zu schaufeln. Und wir haben trotz allem noch Glück – die Vollverblödeten kommen erst Silvester aus ihren Löchern. Diesen Explosivtraditionalisten hat man ja schon in den einschlägigen TV-Sendungen – »Brisant« zum Beispiel – genügend Raum geboten, ihre Dummheiten zu verbalisieren. Silvesterballerei als Tradition. Dummheit ist auch Tradition. Unausrottbar.
  • Ich habe viele Aspekte übersehen. Nicht erwähnt. Vermutlich verdrängt. Keine Ahnung. Weihnachten ist krank. Ich empfinde es mit steigendem Alter als zunehmende Belastung, mich überhaupt auch nur ansatzweise mit diesen unchristlichen Zwängen des Konsums und der Pseudotradition zu beschäftigen. Ich verstehe nicht nur nicht, was das alles soll – ich will es auch nicht verstehen. Ich habe vor vielen Jahren Weihnachten in Südafrika zugebracht. Heiligabend am Strand. Weihnachtsbäume mit Sprühschnee. Grillen am Strand bei 30 Grad im Schatten und im guten Anzug. Sekt, Champagner, Bier, Steak, Grillwürstchen. Es war ein Erlebnis, hat mir aber auch gezeigt – und daran erinnere ich mich immer wieder – wie völlig verblödet der Umgang mit diesen Tagen ist. Nicht nur in diesen Zeiten der Seuche. Nein. Immer.
  • Weihnachten ist krank. Die Menschen sind es ja auch.

Und durch 27/12

  • Die Buchhaltung ist erledigt. Nichts Gravierendes. Eigentlich. Routinesachen. Leider sehr viele Zahlungserinnerungen diesmal. Zwei, nein, drei haben sich schon geklärt. Und es sieht ganz danach aus, als dürfte ich nächstes Jahr ordentlich Steuern (nach-) zahlen.
  • E-Mails habe ich nicht beantwortet. Ein paar, ja. Aber nicht die Masse, die eigentlich gestern dran gewesen wäre. Nun ja. Kismet.
  • Meine beiden Hundemädels sind wieder weg. Die kommen immer in mein Arbeitszimmer, wenn Frauchen durchlüftet. Dann ist es überall arschkalt, außer bei mir. Das passiert nicht wegen der Seuche, sondern wegen Feuchtigkeit, die sich dank ständig zu lahm laufender Heizungen – Frau! – an den Fenstern niederschlägt. Außer in meinem Arbeitszimmer. Sie übersieht dabei, dass sie durch die Lüfterei erst zusätzliche Feuchtigkeit ins Haus holt. Aber selbstverständlich ist das falsch.
  • Die Chancen stehen gut, dass das Wetter morgen genauso wird wie heute. Kalt, einstellig. Regen. Dazu Sturm. Das Auge des Tiefs liegt noch über Großbritannien.
  • Morgen werde ich mir meine Routine zurückholen und sie als Bildschirmhintergrund installieren. Mit diesem Chaos in meinem Tagesablauf geht es nicht weiter. Definitiv. Beim Fernsehprogramm stehen die Chancen wohl gut. Auf NITRO jedenfalls. Damit ist der Montagmorgen schon mal gerettet. Nur abends mit Barnaby wird’s nichts. Aber es gibt ja noch die Mediathek.

Kirre

Diese Scheißweihnachtstage machen einen völlig kirre. Donnerstag war Heiligabend. Also Samstag. Gestern dann der erste Weihnachtsfeiertag. Sonntag. Heute wäre E-Mail-Tag gewesen. Weil Samstag. Zweiter Weihnachtsfeiertag. Also Sonntag. Morgen ist Buchhaltung. Weil Sonntag. Noch einmal. Kaputte Reihenfolge. Und natürlich habe ich heute nicht eine einzige Mail geschrieben. Und morgen ist Buchhaltung. Mist.

Scheißweihnachten.

Wofür steht die Abkürzung »Brexit«?

Eine wortwörtliche Auflösung dieser Abkürzung gibt es wohl nicht. »British Exit«, »Britain Exit«, wie auch immer – am 31.12. ist es so weit. Die Briten sind raus. Weg. Erledigt. Und ich tendiere inzwischen dazu, »Brexit« als Abkürzung für »Brain Exit« zu betrachten – jedenfalls, was Amazon angeht.

Seit Tagen bekomme ich die unten abgebildete Mail, die textlich, semantisch sozusagen, inhaltlich und insgesamt eine vollständige Katastrophe ist. Einen ähnlichen Schwachsinn hat Amazon in den letzten Wochen in Sachen Österreich und Steuer verbreitet.

Das Problem: Ich verschicke über Amazon verkaufte Waren nur von Winnert in Nordfriesland, einem Landkreis in Schleswig-Holstein, einem Bundesland der Bundesrepublik Deutschland aus. Amazon weiß das. Ich habe kein Lager in Großbritannien, hatte nie eines und werde es nie haben. Ich habe auch kein Lager in Österreich, hatte nie eines und werde es nie haben. Die mehrfache Wiederholung, dass man eine österreichische Steuernummer brauche, wenn man als Österreicher in Österreich österreichische Kunden beliefert, heilt ebenso wenig den amazonischen Autismus wie die mantrahafte Wiederholung, dass man beim Versand eine Versandadresse angeben muss, die der wirklichen Versandadresse entspricht, und wenn die Versandadresse nicht der wirklichen Versandadresse entspricht und eine solche überhaupt nicht angegeben wird, dass dann die Standardversandadresse statt der anzugebenden Versandadresse als Versandadresse herangezogen wird, damit man bei der Bestätigung des versendeten Versandes von Versandadressen nach Großbritannien wenigstens eine Standardversandadresse versandbestätigt hat.

Himmelherrgottlasshirnvomhimmelregnen!

Alle Welt zittert und jammert seit Jahren vor den großen Datenkraken Microsoft, Facebook, Google und Amazon. Ich tue das nicht mehr, denn die Menschen – oder sind es nur Algorithmen? –, die in diesen Konzernen arbeiten, sind schlicht und ergreifend zu dumm, mit ihren eigenen Datenbanken zu kommunizieren. Wenn sie überhaupt welche haben und sie nicht nur Gerüchte sind, um die Hysterie in der Welt zu schüren.

Die Mail:

Guten Tag!
Wir haben einige Aktualisierungen bezüglich Ihrer Standard-Versandadresse bei der Versandbestätigung für die neue Umsatzsteuerverordnung vorgenommen. Nachfolgend erfahren Sie, wie Ihre Standard-Absenderadresse bei der Versandbestätigung bestimmt wird.
Ab dem 1. Januar 2021 sind Online-Marketplace-Sites (OMP) dafür verantwortlich, Umsatzsteuer für Verkäufe in das Vereinigte Königreich von ausländischen Verkäufern zu erheben und einzuziehen, um die von der Regierung des Vereinigten Königreichs angekündigte neue Umsatzsteuerverordnung einzuhalten:
[Link gelöscht, Amazon macht das ja auch].
Zur Unterstützung dieser Anforderung haben wir Änderungen vorgenommen, um die tatsächliche Versandadresse zu bestimmen, wenn Sie den Versand bestätigen. Wenn Sie bei Amazon an Kunden im Vereinigten Königreich verkaufen, sind Sie von diesen Änderungen betroffen.
Dazu haben wir dem Workflow zur Versandbestätigung das neue Feld „Versandadresse“ hinzugefügt. Als eingetragener Verkäufer liegt es in Ihrer Verantwortung sicherzustellen, dass eine genaue Versandadresse angegeben wird und das endgültige Modell zum Steuereinzug basierend auf der Adresse bestimmt wird, die zum Zeitpunkt der Versandbestätigung angegeben wurde. Es gibt drei Bereiche, in denen das neue Feld zu finden ist:
1) Wenn Sie den Versand über Seller Central bestätigen, erscheint das neue Feld „Versandadresse“ auf der Seite „Versand bestätigen“. Die Standard-Versandadresse wird basierend auf den folgenden Kriterien festgelegt:
(a) Die Adresse, die in Ihren Einstellungen zur Umsatzsteuer-Berechnung zum Zeitpunkt der Bestellung angegeben wurde, wird als Standard-Versandadresse verwendet.
(b) Wenn Sie unter Ihren Einstellungen zur Umsatzsteuer-Berechnung keine Standard-Versandadresse angegeben haben, verwendet Amazon in Ihren Versandeinstellungen zum Zeitpunkt der Bestellung die voreingestellte „Versandadresse“.
(c) Wenn wir in den Einstellungen zur Umsatzsteuer-Berechnung oder in den Versandeinstellungen keine Standard-Versandadresse finden können, verwenden wir Ihre Geschäftsadresse.  Während der Versandbestätigung müssen Sie die tatsächliche Versandadresse angeben, die in Ihren Versandeinstellungen verfügbar ist.
2) Wenn Sie den Versand mithilfe unserer Versandbestätigungsvorlagen bestätigen, müssen Sie die tatsächliche Versandadresse in dieser Vorlage eingeben, die in Ihren Versandeinstellungen verfügbar ist, um den Versand zu bestätigen. Wenn Sie dieses Feld leer lassen, verwendet Amazon die Standard-Versandadresse.  Die Standard-Versandadresse wird basierend auf den folgenden Kriterien festgelegt:
(a) Die Adresse, die in Ihren Einstellungen zur Umsatzsteuer-Berechnung zum Zeitpunkt der Bestellung angegeben wurde, wird als Standard-Versandadresse verwendet.
(b) Wenn Sie unter Ihren Einstellungen zur Umsatzsteuer-Berechnung keine Standard-Versandadresse angegeben haben, verwendet Amazon in Ihren Versandeinstellungen zum Zeitpunkt der Bestellung die voreingestellte „Versandadresse“.
(c) Wenn wir in den Einstellungen zur Umsatzsteuer-Berechnung oder in den Versandeinstellungen keine Standard-Versandadresse finden können, verwenden wir Ihre Geschäftsadresse.
3) Wenn Sie den Versand mithilfe von MWS-APIs bestätigen, finden Sie das Feld „Versandadresse“ als zusätzliches Feld. Sie müssen bei der Versandbestätigung die tatsächliche „Versandadresse“ eingeben. Wenn Sie dieses Feld leer lassen, verwendet Amazon die Standard-Versandadresse. Die Standard-Versandadresse wird basierend auf den folgenden Kriterien festgelegt:
(a) Die Adresse, die in Ihren Einstellungen zur Umsatzsteuer-Berechnung zum Zeitpunkt der Bestellung angegeben wurde, wird als Standard-Versandadresse verwendet.
(b) Wenn Sie unter Ihren Einstellungen zur Umsatzsteuer-Berechnung keine Standard-Versandadresse angegeben haben, verwendet Amazon in Ihren Versandeinstellungen zum Zeitpunkt der Bestellung die voreingestellte „Versandadresse“.
(c) Wenn wir in den Einstellungen zur Umsatzsteuer-Berechnung oder in den Versandeinstellungen keine Standard-Versandadresse finden können, verwenden wir Ihre Geschäftsadresse.
Wenn Sie an Kunden im Vereinigten Königreich versenden und von den neuen Steuerverordnungen betroffen sind, empfehlen wir Ihnen, sich mit diesen Änderungen vertraut zu machen, um sicherzustellen, dass Sie diese Funktionen ab dem 1. Januar 2021 nutzen können.
Weitere Informationen zur Gesetzgebung zur Umsatzsteuer auf E-Commerce im Vereinigten Königreichs finden Sie unter:
[Link gelöscht, braucht eh kein Schwein.]
Weitere Informationen zur Versandbestätigung finden Sie auf der folgenden Hilfeseite:
[Link gelöscht, geholfen wird da eh nicht.]
Freundliche Grüße
Amazon Services Europe

 

Weise Voraussicht

In weiser Voraussicht – könnte man annehmen – hat Gustav Gaisbauer verkündet, dass der für den Juni 2021 geplante OldieCon, jenes legendäre Risikogruppentreffen von SF- und Fantasyfans, die Hugo Gernsback und Elric von Melniboné noch persönlich kannten, auf den 24. September 2021 – einen Freitag – verschoben wird.

Ja, das ist weise Voraussicht, daran zu denken, dass der noch im Juni 2021 wütende Virus im September des gleichen Jahres bereits endgültig besiegt sein wird.

Immerhin tangiert mich das wenig. Nach meinem Exodus gen Nordfriesland habe ich mir vorgenommen … nein, geschworen, bayerischen Boden nie mehr zu betreten. Wozu auch sollte das gut sein? Und auch wenn ich ehrlicherweise die ganze alte Garde gerne noch einmal wiedersehen würde – ich bin längst zu faul dafür geworden. Und so ist es mir eigentlich gleichgültig, wann das Treffen stattfinden wird – und ob unsere derzeitige Lieblingsseuche mit am Tische sitzen wird.

P.S.: Das Foto hat Gustav seiner Informationsnachricht angehängt.

Das ist das Ende

Die Formel 1 ist zu Ende. Natürlich nicht für immer. Die Saison 2020 ist gelaufen. Heute war das letzte Rennen in Abu Dhabi. Aber gleichzeitig war es auch das letzte Formel-1-Rennen, das ein Normalsterblicher ohne masochistische Anfälle und Geldscheißer im Keller im freien Fernsehen anschauen konnte. Nach 30 Jahren war das heutige Rennen das letzte, das RTL übertragen hat. Damit geht eine deutsche Fernsehära zu Ende. Und ich bin traurig.

Ich mag keine Privatsender. Auch RTL nicht. Deren Programm ist bestenfalls peinlich. Bei RTL ist das sogar schlimmer, nämlich dämlich. Stundenlange Dokusoaporgien mit kölschen Bullen, hysterischen Weibern und durchgeknallten Typen gehen an die Substanz, deren Rest dann von Shows mit Dieter Bohlen und Steuern schuldenden Comedians plattgemacht wird. Aber die Formel-1-Berichterstattung war einwandfrei, das hat gepasst und das waren meine persönlichen RTL-Highlights, von denen sich in den letzten zwei Jahren auch die DTM, deren Berichterstattung man zur Schlachtung Sat.1 übergeben hatte, etwas hätte abschauen können.

Nun ist es vorbei. Und ich bin ein wenig traurig. Für mich gibt es nun keine Autorennen im Fernsehen mehr, die ich anschauen könnte. Von Sky, die die Formel 1 ab 2021 alleine übertragen dürfen, habe ich mich gerade getrennt: zu teuer, kein Service, Verarschung in den Werbesprüchen. Die DTM gönne ich mir nicht, solange der Moderator nicht in den Senderkeller zum Aktenwaschen geschickt wurde und jemand moderiert, der die Zuschauer nicht flächendeckend für blöd hält und auch so behandelt. Und Motorradrennen, die es z. B. auf ServusTV oder auf Eurosport gäbe, sind nicht mein Ding.

Nun ist es also vorbei. Aber wer weiß schon, wozu es gut ist.