Vier Filme

An manchen Tagen geht mir das normale TV-Programm auf den Keks. Meine bevorzugten Sender – NITRO, ZDFneo, ONE, eventuell noch SIXX, auch der NDR – liefern manchmal ein Programm, das ich nicht mag. Das passiert nicht nur, aber vor allem am Wochenende. Ich schrieb hier schon davon. Dann gönne ich mir einfach Filme aus meiner Sammlung. Zum Beispiel:

30 Grad unter Null
(Centigrade, https://www.imdb.com/title/tt8945942)
Ein Kammerspiel, wenn man es genau nimmt. Ein Pärchen ist in einem Auto irgendwo in Norwegen eingeschneit. Sie ist schwanger. Er ist der Depp, der nicht weiterfahren wollte. Nun sitzen sie da, eingeschneit, das Auto lässt sich nicht öffnen. Tagelang sitzen sie dort. Es gibt Notwendigkeiten und Nöte, es gibt die typischen Konflikte eines Paares in einer solchen Extremsituation. Das Baby wird geboren, der Mann stirbt. Und zum Schluss kann die Frau sich und ihr Neugeborenes befreien und findet Hilfe.
Die Atmosphäre kann die Situation, in der sich die beiden befinden, nicht adäquat wiedergeben, der Film bleibt flach und anspruchslos. Und dazu kommt noch, dass er über lange Strecken so kontrastarm ist, dass man ihn besser im Dunkeln anschauen sollte. Wenn überhaupt.

A Quiet Place
(https://www.imdb.com/title/tt6644200)
Eine postapokalyptische Welt, in der die Menschen mit Monstern konfrontiert sind, die extrem gut hören und auf Geräusche reagieren, um zu töten, was sie hören. Eine Familie … Ein Junge geht verloren, weil er nicht auf seinen Vater hört und sein Spielzeug Geräusche macht, die die Monster anlocken – und die sind schnell. Es gibt die typischen Probleme einer Familie mit einer pubertierenden Tochter – die noch dazu taubstumm ist – und einem ängstlichen Jungen, und natürlich spielen die Monster mehr und mehr eine nicht ganz unblutige Rolle.
Abgesehen vom SF-Hintergrund und den Horrorelementen der Monster handelt es sich um einen durchaus solide gemachten Actionthriller, der manchmal das eine oder andere Klischee drückt, andererseits aber durchgehend spannend bleibt. Und die Auflösung der Frage, welche Schwachstelle die Monster haben, ist absolut gelungen. Kann man sich anschauen, ist jedenfalls keine Zeitverschwendung.

Code 8
(https://www.imdb.com/title/tt6259380)
Auch dieser Film ist ein Actionthriller mit SF-Hintergrund, gewürzt mit einer Prise Drama: Die Menschheit besteht nicht nur aus normalen Menschen, sondern auch aus solchen mit besonderen Kräften. Bei den X-Men würde man sie Mutanten nennen. Früher wurden sie gebraucht, dann von den Maschinen verdrängt und zur Handlungszeit des Films sind sie nicht nur überflüssig, sondern im Grunde als Kriminelle eingestuft und verfolgt.
Die Mutter des Protagonisten gehört zu den Menschen mit besonderen Kräften, ihr Sohn auch. Sie ist krank, wird sterben, und ihr Sohn möchte ihr helfen, möchte ihre Heilung bewirken. Dazu begibt er sich auf die schiefe Bahn, aber all seine Bemühungen gehen letztendlich schief. Und die Heilerin, die er aus den Fängen eines Verbrechers befreit hat, kann seiner Mutter nicht helfen, denn die Verletzungen und Krankheiten, die sie heilt, überträgt sie auf sich selbst.

Coma
(Koma, https://www.imdb.com/title/tt6087226)
Ein Architekt, von der Welt missverstanden, erleidet einen Unfall und findet sich in einer Welt wieder, die durch die Erinnerungen von Komapatienten entsteht und existiert. Die Welt, die streckenweise stark an »Inception« erinnert, hat ihre eigenen Gesetze und ihre eigenen Probleme. Erst in dieser Welt kann der Architekt sein Traumprojekt einer futuristischen Stadt realisieren. Aber an der Komawelt ist etwas falsch …
Es ist längst üblich, dass sich russische Filme fantastischen Einschlags nicht mehr hinter amerikanischen oder britischen Produktionen verstecken müssen. Was geblieben ist, ist immer noch ein deutlich erkennbarer philosophischer Hauch von Nachdenklichkeit, den schon die Filme Andrej Tarkovskys auszeichneten. Von den vier Filmen des Tages war dieser zwar nicht der beste, aber der von der Optik her schönste.

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