Worte finden

Heute ist der 27.01., der weltweite Holocaustgedenktag. Zeit, zu erinnern, auch Zeit, zu ermahnen (nicht zu vergessen), Zeit sowieso, zu warnen (vor den Aktivitäten rechten, antisemitischen Gesocks‘. Und Zeit, zu meckern. Da ist es ein falsches Zeichen, eine von den Nazis zerstörte Synagoge in Hamburg originalgetreu wiederaufzubauen, denn der Holocaust könnte damit nicht rückgängig gemacht werden.

Und es ist Zeit, Worte zu finden. Da wird schon den ganzen Morgen von Jüdinnen und Juden gesprochen, und irgendwann seufzte meine Frau und schlug vor: »Jüdische Menschen«. Was nicht besser ist. Und nicht konsequent, denn nach Studierenden, Mitarbeitenden, Patientenden sind die nicht enden wollenden (sic!) Sprachverunstaltungen mit einem eindeutigenden »Judende« sinnvoll fortgeführt. Und nicht nur das:

  • Katholende
  • Evangelende
  • Mormonende
  • Moslemende
  • Buddhistende (besser: Buddhende?)
  • Hinduistende (besser: Hindunde?)

Ich frage mich: Wenn sie alle enden, warum hört das dann nicht auf?

One Reply to “Worte finden”

  1. Wundervoll! Solche Wortverspieltheiten sind Studenten*innenfutter für mich Kunschtenden.

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