Die nächste Ausgabe ist die 60ste

Obwohl das nicht stimmt. In den Achtzigern und anfangs der Neunziger im letzten Jahrhundert habe ich schon mal die ANDROMEDA NACHRICHTEN für den SFCD e.V. gemacht, damals im Format DIN A5. Aber ich habe auf die Schnelle nicht im Zugriff, wie viele Ausgaben ich damals machte. Obwohl …
Doch. Mit der Nummer 101 habe ich im März 1986 angefangen. Und die Nummer 138 vom Juni 1992 war meine letzte Nummer. Damals. Also 38 Ausgaben. Damals.
Mit der 213 bin ich 2006 wieder eingestiegen. Und dieser Tage – Quark, heute war das! – habe ich die Ausgabe 271 festgestellt. Ergo: 59 Ausgaben seit 2006.
Die Überschrift  ist also falsch. Richtig ist:

Die nächste ist die 98ste

Und das ist nicht spektakulär. Richtig. Spektakulär wird die Ausgabe 274, die im Juli 2021 erscheinen wird.

Das ist dann meine 100ste!

Aber bis dahin dauert es noch, und so ist für den Augenblick nur interessant, dass die Ausgabe 271 seit heute beim Drucker ist (der vermutlich erst am Montag anfangen wird, sich damit zu beschäftigen).

ANDROMEDA NACHRICHTEN 271
SFCD e.V., Winnert, November 2020, 128 Seiten A4, EUR 8,00. Bezug: SFCD-Archiv, archiv[at]sfcd.eu

Der Inhalt:
Michael Haitel: Deutsche Sprache in Zeiten der Corona 6 * Seraph 2021 7 * SF-Gewinnspiel 8 * Conventions und Stammtische | Birgit Fischer: Der Nicht-SFCD-Con 9 | Robert Corvus: ElsterCon 2020 11 | Birgit Fischer: Fantastikstammtische in Corona-Zeiten 14 * Karl Aulbachs Fantasy 15 * Science-Fiction | Dieter Riekens »Land unter« 22 | Martin Stricker: Mehr war nicht, es war ein ruhiges, beschauliches Leben – Nachruf auf Thomas R. P. Mielke 28 * Zwielicht 33 * Jörg Krömers Cinema 34 * Gerd Freys eGames 39 * Perry Rhodan | Michael Haitel: Meine erste Sonne 46 | Robert Hector: Guckys Tod, der Zweite Zweig und die Staubfürsten 47 | Franz Hardt: Der Ilt ist tot! 53 * Science | Robert Hector: Kernfusion – Eine unerschöpfliche Energiequelle der Zukunft? 56 | Robert Hector: Das Multiversum, Parallelwelten und kosmische Doppelgänger 59 | Robert Hector: Künstliche Intelligenz 66 * Science-Fiction | Michael K. Iwoleit: Triumphe eines Ahnungslosen. Anmerkungen zu Stanislaw Lems Technologiekritik 71 * Armin Möhles FanzineKurier 78 * Michael Baumgartners Reissswolf 83 * Schlachtplatte 89 * StoryFiles | Anna Wegloop: Turing-Test revisited 123 | Dirk C. Fleck: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit 125

Das Titelbild stammt von Lothar Bauer.

Diese Ausgabe gibt es ab 01.10.2021 (!) auch zum Download unter https://www.sfcd.eu/download/pubs/an201-300/an271open.zip

Meine erste Sonne

PERRY RHODAN-FanZentrale e.V. (Hrsg.)
SOL 99
Das Magazin der Perry Rhodan FanZentrale
PRFZ e. V., o. O., März 2020, DIN A4, 64 Seiten, ISSN 1439-2453

VORBEMERKUNG. Ich bin kein Perry-Rhodan-Fan. Ich lese die Serie wieder, stecke in den 2900ern. Dahinter steckt ein gewisses Kalkül, das hier keine Rolle spielt. Ob ich jemals eine SOL gelesen habe, entzieht sich meiner Erinnerung. Gesehen habe ich schon welche, das ist sicher. Aber gelesen – eher nicht.
Nachdem offensichtlich niemand Lust hatte, die Ausgabe 99 zu rezensieren, habe ich mich bereiterklärt. Auch das mit einem gewissen Kalkül, denn der Schwerpunkt der Nummer steht in einem Zusammenhang mit einem bei p.machinery erschienenen Buch: Walter Ernsting.

WORUM GEHT ES? Blöde Frage. Um Perry Rhodan. Und das Drumherum. Der Inhalt des professionell aufgemachten Magazins ist abwechslungsreich, der Schwerpunkt Walter Ernsting nimmt einen nicht unerheblichen Teil des Magazins ein, lässt jedoch auch Platz für andere Themen.
So startet Matthias Hettler nach den üblichen Vorworten von Christina Hacker und Nils Hirseland – Mist, ich glaube, ich bin enttarnt! – mit »Reflexionen zum Mythos-Zyklus« und wirft einen ausführlichen Blick auf die Romane 3059 bis 3068. Für mich als Noch-nicht-3000er-Leser ist das durchaus interessant, gewinne ich doch einen ersten Einblick und könnte hier die Einschätzungen Robert Hectors fundierter oder unsinniger finden. Was ich mangels echter Detailkenntnisse nicht tue. Aber wie gesagt, Hettlers Ausführungen haben die noch verfinsterten Sektoren meines Geistes durchaus erhellt.
Alexander Trinley interviewt danach ausführlich Arndt Ellmer, der sich wieder »fit wie neue Turnschuhe!« fühlt. Sagt er. Ich bin, wie gesagt, nicht drin in der Perry-Rhodan-Szene und habe demzufolge nicht mitbekommen, dass Arndt glatte fünf Jahre weg vom Fenster war. Gesundheitliche Gründe. Ernste Gründe. Es ist durchaus positiv, zu lesen, dass er wieder auf dem Damm ist.
Leonhard Beyrle schreibt über den ersten interaktiven Perry-Rhodan-Roman, den Peter Terrid 1996 auflegte. Mit Ausschnitten aus dem 1997 veröffentlichten Werkstattbericht Terrids ruft Beyrle eine »fast vergessene Kuriosität aus dem Perry Rhodan-Umfeld« wieder in Erinnerung.
Jörg Isenbergs Fortsetzungsstory »Projekt Vertigo« ist mir als ehemaliges FanEdition-Projekt in Erinnerung, das dann dort nicht veröffentlicht wurde, weil Jörg kein Neuautor mehr ist. In SOL 99 wird der 9. Teil präsentiert.
Thomas Harbach, als ausführlicher Rezensent auch in den ANDROMEDA NACHRICHTEN des SFCD bestens bekannt, bespricht »Sternenfieber«, eine Publikation des TCE (Terranischer Club Eden), als »eine gelungene Erweiterung der Perry-Rhodan-Historie«. Ich kenne »Sternenfieber« nicht, glaube aber, Thomas‘ Urteil vertrauen zu können.
Stefan Wepil liefert eine ausführliche und bebilderte Beschreibung der »alternativen Erde« Iya. Bei FOLLOW würde man dergleichen als »Enzy« einstufen. Für mich wird das erst interessant, wenn ich wirklich in die 3000er-Bände vorgestoßen bin.
Und dann ist er dran – Walter Ernsting. Christina Hacker beschreibt in »Eine Legende im Fokus« die verschiedenen Publikationen, die zu Walter und seinem Pseudonym »Clark Darlton« zuletzt aufgelegt wurden, wobei »zuletzt« einen Zeitraum von durchaus 20 Jahren umfasst. Klaus N. Frick beschreibt seine »erste Begegnung mit Walter« auf dem WeltCon 1980 in Mannheim, auf dem ich auch war, wenn auch weit entfernt von all den Perry-Rhodan-Honoratioren. Thomas Harbach indes widmet sich »Walter E. und seine ›Men in Black‹«, worin es irritierenderweise nicht um Außerirdische und deren Anwesenheitsbewältigung geht … oder doch? Ja, man könnte es so sehen, denn eigentlich geht es in Thomas‘ Artikel um Walter Ernsting und Erich von Däniken, die eine Freundschaft verband, die nicht selten auch mal zulasten von Walter Ernsting und dessen Ernsthaftigkeit ausgelegt wurde. Nachfolgend hat Christina Hacker »Schlaglichter« zusammengestellt, kurze Texte von »Autoren, Fans und Freunden über Walter Ernsting«. Bekannte Namen sind es: Uwe Anton, Olaf Brill, Ekkehardt Brux, Robert Corvus, Erich von Däniken (!), Arndt Ellmer, Andreas Eschbach, Gustav Gaisbauer, Reinhard Habeck, Hubert Haensel, Erich Herbst, Michael Marcus Thurner, Roman Schleifer, Andreas Schweitzer, Christian Wehrschütz, Jörg Weigand, Uschi Zietsch – seufz. Wenn sich irgendwann einmal an mich auch nur der allerkleinste Bruchteil solcher Namen erinnert, dann kann ich zufrieden meinen Hunden über die Regenbogenbrücke folgen.
Den Abschluss des Schwerpunkts gestaltet Clark Darlton dann quasi selbst. Unter dem Titel »Die verlorene Zeit« hielt Walter Ernsting im September 1986 auf dem WeltCon in Saarbrücken eine Rede, deren Text in SOL 99 nachzulesen ist.
Danach geht es mit »Perry Rhodan NEO« weiter. Christian Hacker schreibt über die Staffel »Arkon erwacht« und präsentiert die Bände 220 bis 229 in epischer und höchst informativer Breite.
Zum Abschluss der neunundneunzigsten Ausgabe des Magazins SOL gibt es noch eine Rezension von Thomas Harbach zu den Planetenromanen 39 und 40, verfasst von Horst Hoffmann, eine Story von Dieter Bohn mit dem Titel »Chirurgischer Eingriff«, die mich daran erinnerte, dass ich die Figuren von Tatcher a Hainu und Dalaimoc Rorvic nie gemocht habe, und zu guter Letzt die Liste der Stammtische.

WAS GEFIEL? Im Detail kann ich das nicht sagen. Der Schwerpunkt zu Walter Ernsting hat mich vor allem auch deshalb sehr positiv angesprochen, weil ich im Juni erst ein eigenes Buch herausbrachte – »Unser Walter«, herausgegeben vom leider verstorbenen Wolfgang Thadewald und dem zum Glück noch höchst lebendigen Ulrich Blode – und bei der Lektüre feststellte, wie viel es über den Mann noch zu sagen und schreiben gegeben hätte. Ansonsten gefiel mir SOL 99 als die vermutlich allererste Ausgabe, die ich jedenfalls komplett goutiert habe, als informatives und abwechslungsreiches Magazin, das den Perry-Rhodan-Fan auf jeden Fall interessieren wird – und wegen des Schwerpunkt vielleicht sogar SF-Fans, die es mit der Serie nicht so am Hut haben.

ZU EMPFEHLEN? Für Perry-Fans auf jeden Fall. PRFZ-Mitglieder bekommen die SOL ja im Rahmen ihres Mitgliedsbeitrages, und wenn ich mehr Zeit hätte – für noch mehr Lektüre –, dann würde ich vermutlich ernsthaft über eine Mitgliedschaft nachdenken. Besonders empfehlenswert ist das Magazin aber vor allem wohl für diejenigen, die einfach nur mal schauen wollen, was in der Serie und drumherum so vor sich geht, ohne sich gleich in die Serienhandlung stürzen zu wollen. Die Überblicke über die Serie an sich und über NEO sind da besonders hilfreich.

NOCH WAS? Ja. Mir ist angenehm aufgefallen, dass in SOL nicht gegendert wird. Das ist heutzutage beinahe schon bemerkenswert.
Negativ fiel mir auf, dass die Macher der SOL dem gleichen Fehler zum Opfer fallen, dem viele, vor allem Vereine unterliegen: Der Verein ist der Verlag, soweit ist das richtig. Aber der Herausgeber kann niemals ein e. V., sondern nur eine natürliche Person sein; auch wenn es gerade Vereine sind, die mit fadenscheinigen Einlassungen dagegen argumentieren.

Lieblingstanz

Es gab mal eine Zeit, da tanzte ich. Nicht nur anderen Leuten auf der Nase herum. Sondern richtig. Auf der Tanzfläche. Aber das ist länger her. Dank eines nicht immer zu unterschätzenden Rückenproblems – ein Arzt sprach schon von Arthritis – ist das heute kein Vergnügen mehr.

Aber Tanz ist ja nicht nur die Bewegung auf dem glatten Boden, sondern auch die Musik. Und eine Musik, die ich auch ohne das geschwungene Bein schon immer mochte, ist der Walzer. Der richtige, der Wiener, der Strauss-Walzer. Der Kaiserwalzer, die schöne blaue Donau, das Wiener Blut.

Und so war es mein naheliegender Wunsch, die von Ellen Norten zur Show verpflichteten Aliens Walzer tanzen zu lassen. Ellen begleitete die Idee und zahlreiche Autoren machten mit. Mit Geschichten, die nicht nur aus einem »heiteren Universum« berichten, sondern die auch in der Tat eine Verbindung zwischen Alien und Walzer herzustellen in der Lage waren und sind.

Für einen Walzer-Fan wie mich ist das eine höchst gelungene Anthologie geworden. Und das nicht nur, weil ich der Verleger des Buches bin. Gerade deswegen nicht.

Norten, Ellen (Hrsg.), DAS ALIEN TANZT WALZER

Gemächlich, der Tag

Am Morgen scannte ich die am Vortag sortierten privaten Dokumente. Dabei fiel mir eine Lebensversicherung in die Finger, an die ich nicht mehr gedacht habe.

Ich testete eine im Juni gekaufte Dokumentenkamera vom Typ Optoma DC554. Zum wiederholten Male. Und zum wiederholten Male funktionierte sie nicht. Ich schrieb eine Reklamation:

  1. Die Fernbedienung funktioniert nicht. Trotz Wechsel auf definitiv nagelneue Batterien reagiert das Gerät nur dann auf die Fernbedienung, wenn man sie direkt und nicht weiter als 3 cm entfernt vor den Sensor hält, der sinnigerweise auf der Rückseite des Geräts direkt neben dem Stecker für das Netzgerät angebracht ist.
  2. Die Tasten »Playback« und »Menü« auf dem Gerät haben keinen erkennbaren Effekt; das Menü ist nicht erreichbar, Einstellungen können dort nicht vorgenommen werden.
  3. Das Bild lässt sich nicht vernünftig auf Standardformate einrichten, z. B. auf DIN A4. Das Objektiv ist beim Format A4 unter anderem so weit von der Vorlage entfernt, dass Probleme gem. Punkt 4. entstehen:
  4. Aufnahmen aller Vorlagen, vor allem aber von DIN-A4-Seiten sind grundsätzlich verzerrt, d. h., gewölbt. Das führt zu Unschärfen an den Außenrändern der Vorlage (jeweils ein Drittel links und rechts, die Mitte ist auch nur leidlich scharf). Das Problem lässt sich nicht beheben.

Fazit: Bedauerlicherweise ist die Kamera nicht geeignet, Dokumente in einwandfreier und langfristig nutzbarer Qualität zu fotografieren, vor allem auch nicht in größeren Stückzahlen. Das Filmen von Videos ist nicht beabsichtigt.

Und verpackte das Stück versandfertig. Benutzen kann ich sie ja sowieso nicht.

Dann musste ich eine Software reklamieren, die ich erstanden hatte. Ein Paket Adobe CS6. Ältere Version, klar, aber die enthaltene InDesign-Version hätte für meine Zwecke gereicht. Die Seriennummern erwiesen sich allesamt als ungültig, und auch in einer virtuellen Maschine ohne jede Verbindung zur Außenwelt (virtuelle Netzwerkkarte deaktiviert) stellte die Software nach 7 Tagen den Dienst ein.

Die Lebensversicherung wurde einer Prüfung unterzogen und zum Verkauf freigegeben. Angebote wurden angefragt, es wird sich zeigen, ob sie sich verkaufen lässt. Es ist eine ehemalige Direktversicherung, eine berufliche Altersversorgung, längst beitragsfrei, aber manche Anbieter wollen sie partout nicht haben, andere äußern sich diffus und ungenau. Kündigen kann ich sie am Ende immer noch. Es macht einen Unterschied, jetzt eine fünfstellige Summe zur Verfügung zu haben oder ab 2024 monatlich knapp 90 Euro.

Der mittägliche Gassigang war herrlich. Länger als ursprünglich geplant – einfach anders abgebogen – und praktisch ohne Autoverkehr. Doch – ein Traktor, ein Pkw, beide Raser, wie üblich. Aber sonst war es sonntäglich still. Und sonnig, wenn auch kühl.

Mein Autohaus bekam eine E-Mail. Der Passat und der Skoda Roomster brauchen Service für Kleinigkeiten. Winterreifen aufziehen bzw. kaufen, eine Inspektion für den Roomster. Ich schreibe gerne auf, was ich will und lasse mich dann von einem schreibfaulen Servicemitarbeiter anrufen. Spart Zeit und Mühen, spart auch Korrekturen von Fehlern, weil man nicht an alles gedacht hat.

Ich habe eine Leviadecke bestellt. Irgendwo gab’s einen Gutschein. 12 % auf den Kaufpreis. 175 statt 199 Euro. Die Leviadecke wiegt 9 kg, hat eine Glaskugelfüllung und soll die Schlafqualität verbessern. Nachdem ich mit meiner 0815-Normaldecke unzufrieden bin, will ich das mal ausprobieren. Es gibt auch 3-von-5-Sterne-Bewertungen, lustigerweise einige mit dem Tenor »zu warm« und andere mit dem Tenor »zu kalt«. Ich bin gespannt. (Wer schauen will: www.leviadecke.de.)

Zum Abschluss des Tages konnte ich die Fahnenkorrektur für »Das Alien tanzt Walzer«, die von Ellen Norten herausgegebene Anthologie, beenden. Morgen komme ich vielleicht dazu, den Rest zu erledigen. Mal sehen.

Gemächlich war der Tag, wenn auch nicht langweilig. Ich bin zufrieden mit dem Geleisteten, und das macht den Tag besonders. Schön.

Noch nicht zu spät

Mein Autor Dieter Rieken – »Land unter« ist sein Buch – ist heute ab 17.30 Uhr zur Lesung im Augsburger Klimacamp:

Dieter schreibt:

Am Samstag, den 10.10., bin ich ins Augsburger Klimacamp eingeladen, um aus meinen Roman »Land unter« zu lesen. Die Lesung ist öffentlich. Wer Interesse hat, ist herzlich eingeladen.
Das habe ich heute auf Facebook gepostet – und ein Foto dazu.
Warum nicht? Sind junge Klimaaktivisten (Fridays for Future), die dort dann 100 Tage ausharren. Vorher läuft eine Diskussionsrunde mit Stadtratsmitgliedern, nach mir spricht ein Anti-AKW-Veteran. (Das bin ich im Grunde auch, aber das nur nebenbei).
Vielleicht verirrt sich ja noch jemand dahin. Das Besondere ist der Standort neben dem Rathaus. Dazu gibt’s im Netz zig Berichte und einige Filme, falls es dich interessiert.

Interessiert mich. Und die vier Leser meines Blogs sicherlich auch.

 

Wenn KDP Korinthen kackt

KDP versus Arkadia

Ich arbeite ja nicht mehr direkt mit KDP, weil mir deren sogenannte »Techniker« – eine Sorte Knöpfchendrücker und Textbausteinschubsern, die es vermutlich nicht mal schaffen, den Deckel von der Schüssel anzuheben, bevor … naja … –, aber eine wirkliche Rettung vor deren Dummheiten ist auch die Wahl von Bookwire als Partner nicht. Und eigentlich hätte ich bei Bernhard Kempens »Arkadia« mit dem Titelbild als Problemursache gerechnet:

Das Problem äußerte sich so, dass zwar – wie üblich – gleich nach dem Einstellen des E-Books dieses auch über Amazon zu beziehen war, das Paperback jedoch zwar erwähnt, jedoch unbepreist als nicht verfügbar bezeichnet wurde. Man wisse auch nicht, ob und wann es verfügbar sein würde. Es war leicht zu erkennen, dass hier ein Problem seitens Amazon – bzw. KDP, dem Print-on-Demand-Ableger des Vereins – vorliegen musste.
Der Kontakt mit Bookwire, meinem Partner, ergab dann in der Tat, dass das Problem nicht das Titelbild, sondern die Karte war, die am Buchende zu finden ist:

Bookwire teilte mit:

(…) ja, der Titel hat einen Fehler. Es geht um die Seite 159, und zwar um die Beschriftung in der Grafik, dort steht der Text zu nah am Rand.

Zum Bund hin muss ein Rand zum Text von 12,7 mm eingehalten werden (bei einer Seitenzahl von 150–300). Zu den äußeren Seiten hin muss ein Abstand von 6,35 mm eingehalten werden (die Beschnittzugabe zählt da nicht mit rein). (…). Wir haben nachgemessen:

Die drei gemessenen Stellen sind die problembehafteten. Die am linken Rand müssten weiter reingeschoben werden, »Nordpolarmeer« könnte knapp noch passen (12,47 mm Abstand), würden wir aber sicherheitshalber aber auch noch leicht schieben.
Und der Text am rechten Rand muss auch weiter reingeschoben werden (hat circa 2,54 mm, braucht mindestens 6,35 mm).

Am lustigsten sind immer die Ausreden von KDP bzw. Amazon, warum die sogenannten »Techniker« von Tuten und Blasen keine Ahnung haben (und offensichtlich auch die Leute, die die Digitaldruckmaschinen bedienen, schon Schwierigkeiten mit der Kaffeemaschine im Pausenraum haben dürften):

Amazon möchte so vermeiden, dass Inhalte unlesbar sind und der Kunde das Buch aus Qualitätsmängelgründen zurückschickt. Es gibt da leider auch nichts zu diskutieren mit Amazon, das muss behoben werden, sonst drucken sie es nicht. Wenn Sie nicht korrigieren möchten, empfehlen wir einen Takedown bei Amazon, dann hat man noch die Chance, dass es über KNV verfügbar wird bei Amazon.

Über den Autor habe ich Kontakt mit der Künstlerin der Karte – Maria Wohnig – aufgenommen, und die hat schnell gearbeitet:

Der korrigierte Buchblock ist bereits eingestellt, und nun wird sich zeigen, ob KDP immer noch etwas zu meckern hat. Ich bin sicher, dass die wieder eine Ameise finden, die sie ficken können.

BTW: Das Buch ist im Amazon Marketplace verfügbar: Hugendubel, Storisende und Die Bücherschwester bieten an, marketplace-üblich leider mit Zuschlag. Aber immerhin.

Wir bleiben am Ball und ermitteln weiterhin in alle Richtungen.

Schweinehund

Da dräut am Horizont ein Lektorat, das ich aber vermutlich nicht bekommen werde. Heute sollte der Auftrag vergeben werden, aber bislang ist noch nichts gekommen. Es ist 19.22 Uhr.

Eine Anfrage für ein Korrektorat habe ich positiv beantwortet. Eine Woche Zeit für die Arbeit. Mit links. Der Text ist noch nicht da. Kommt vermutlich morgen früh.

Derweil habe ich meinen inneren Schweinehund überwunden und meinen Rekord nicht noch weiter ausgedehnt: Der Redaktionsschluss für die ANDROMEDA NACHRICHTEN 271 ist morgen drei Wochen her – und ich habe heute endlich mit den Textvorbereitungsarbeiten begonnen. Es könnte diesmal eine dünnere Nummer werden, jedenfalls sieht es ein wenig danach aus. Aber das hat mich auch früher schon das eine oder andere Mal getäuscht. Immerhin zeige ich hier erstmalig das Titelbild – von Lothar Bauer, der nicht nur genial, sondern immer hilfsbereit ist, wenn man nach einem Titelbildmotiv sucht.

Keine Etikettenfrage

Es stand außer Zweifel, dass ich dieses Buch veröffentlichen würde. Nicht nur, weil es von Gabriele Behrend verfasst wurde. Aber auch deshalb, natürlich. Nein, der Hauptgrund war die Geschichte, eine sehr außergewöhnliche Geschichte, die viel mit Menschen und ihrer vielfältigen Psyche zu tun hat, die auch ein eindeutiges Science-Fiction-Element nicht nur enthält, sondern quasi als Treibmittel verwendet: die Technik, die unterschiedlichen charakterlichen Aspekte eines Menschen eindeutig zu definieren und zu unterschiedlichen Gruppen zusammenzufassen, um dem Menschen an sich die Möglichkeit zu geben, sich und sein Verhalten in den unterschiedlichsten Lebenssituationen optimal zu kontrollieren und zu gestalten. Diese Technik ist Science-Fiction, ganz eindeutig, und sie ist sogar mindestens zwei oder drei einschlägigen SF-Filmen angelehnt – nein, nicht geklaut, nicht abkopiert, aber es gibt Ähnlichkeiten, die unübersehbar sind. Das Produkt, das diese Technik erzeugt, ist jedoch neu. Gabriele Behrends Geschichte ist SF.

Das Problem für mich war das Label. Was heute auf dem SF-Rezensionssektor abgeht, verträgt eine Kuh nicht mal mehr als simples Leder. Bücher werden nicht mehr als Werk an sich gesehen, sondern zerlegt und dann häppchenweise durch den Schredder gedrückt, bis am Ende nur noch ein Matschfazit übrig bleibt. »Salzgras & Lavendel« war mir zu schade, um als Opfer von klischeeorientierten SF-Pseudofachleuten zu enden, und so war für mich früh klar, dass das Label nur meine Reihe »Außer der Reihe« sein konnte. Hier bekommt ein SF-Buch die Chance, auch von Leuten gelesen zu werden, die sich dank der Politik großer Verlage und der Kritik kleiner Geister vom Begriff »Science-Fiction« eher abgestoßen fühlen, weil sie inzwischen schon gar nicht mehr wissen, dass SF auch anderes umfasst, als Schlachten, Raumschiffe, Aliens, Thrill und Action. Wer freilich meint, dass Letzteres SF ausmacht, der sollte von diesem Buch die Finger lassen; es bestünde die Gefahr, neue Erkenntnisse über SF und Vorurteile zu gewinnen.

Kontroversi

Bislang hatte p.machinery nur einen Skandaltitel vorzuweisen. Nein, eigentlich zwei, wenn man das Titelbild von NOVA 29 mitrechnet (siehe hier und ab hier [Edit 14.10.22: Link nicht mehr gültig]). Mit dem Skandaltitel ist »Inzucht und die denkbare Gesellschaft«, der als STORY CENTER 2010 im November 2010 erschienen ist – dank der Unterstützung von Armin Würfl und seiner Passauer Druckerei. Denn obwohl ich damals eigentlich Kunde und Partner von Books on Demand, Norderstedt, war, musste ich das Buch anderweitig drucken lassen, weil BoD die Produktion mit Hinweis auf den Inhalt des Buches ablehnte; wohlwissend, alleine nach dem Titel geurteilt zu haben, denn hätte man sich den Inhalt wirklich angesehen, hätte man festgestellt, dass die Storys allesamt frei von jeglicher Beanstandung – sieht man vielleicht von eventuellen qualitativen Gesichtspunkten ab – waren.

Nun hat p.machinery nachgelegt und den ersten Titel einer geplanten Reihe (Band 3 ist im Lektorat und Band 4 in Arbeit beim Schriftsteller, wie man hört) veröffentlicht, die es sprichwörtlich in sich hat. Entsprechend kontrovers sind auch erste Rezensionen ausgefallen, z. B. die von Judith Madera auf Literatopia. (Und auf die »Kritiken« im DSFP-Komitee gehe ich hier mal nicht ein, die sind ja nicht öffentlich.)
Auf die Literatopia-Kritik reagierte der Autor cool: »Natürlich wimmelt es in meiner Geschichte von Widersprüchlichkeiten – das fängt ja schon auf der Erzählebene an, wenn Adrian sich ständig selbst widerspricht. Natürlich sieht er zunächst überall nur Klischees, die aber sogleich wieder gebrochen werden. Menschen und Gesellschaften sind in sich widersprüchlich – genau das möchte ich mit diesem Buch bloßstellen. Welcher Standpunkt richtig oder falsch ist – oder ob die ›Wahrheit‹ eine ganz andere ist –, möge sich jeder selbst überlegen.«
Immerhin gibt es auch andere Reaktionen auf das Buch, das trotz seines Inhalts wohl keine Altersfreigabe nach FSK benötigt oder gar Gefahr läuft, auf dem Index zu landen (da finden sich heute an jedem Kiosk und für alle Altersgruppen zugänglich »schärfere« Objekte). Carsten Kuhr zum Beispiel hat sich auf Phantastik News deutlich positiver geäußert.

Ärgerlich für mich ist, dass hier nach »Land unter« von Dieter Rieken einmal mehr ein Titel auseinandergenommen wird, statt als Werk betrachtet zu werden. Natürlich gibt es in jedem Buch Aspekte, die man negativ kritisieren kann, aber im Fazit sollte auch aufscheinen, dass man das Gesamtkunstwerk als solches wenigstens erkannt hat.
Andererseits kann es mir auch gleichgültig sein. Ich habe ein Buch verlegt, das mir angeboten wurde und das mir gefallen hat. Natürlich könnte man argumentieren, dass ein mangelhafter Bucherfolg ein Problem – mein Problem – ist (und natürlich das des Autors). Andererseits sehe ich das Problem eher bei den Lesern, die keine sind und keine werden, weil sie sich von einer Kritik beeindrucken lassen, die um der Kritik willen verfasst wurde. Wie so oft in diesen Tagen. Vielleicht ist ausgerechnet Dieter Riekens »Land unter« schon vom Titel her bezeichnend für das, was in der deutschen SF-Leser-Szene heutzutage vor sich geht. Oder auch nicht geht.

Genug gemeckert. Lest das Buch und macht euch selbst ein Bild. Oder lasst es bleiben.

P.S.: Für die Freunde züchtigerer Abbildungen auf einem Buchtitel sowie für die Sittenwächter bei Facebook gibt es auch noch eine … nein, sogar zwei »heruntergefahrene« Versionen:

Durcheinander?

  • Gestern erfuhr ich durch Zufall, dass ich heute Vormittag einen Termin habe. Kimmischwimmi. Das sind Kims physiotherapeutische Schwimmrunden. Frau muss arbeiten, ich darf den Termin wahrnehmen. Zum Glück – oder auch nicht – gibt es keinen Gummianzug in meiner Größe (vor allem nicht mit meiner Schuhgröße 49), sodass die Physiotherapeutin das Schwimmen übernimmt. Und sehr gut macht. Kim ist beschäftigt, sie muss richtig arbeiten und ist hinterher fein ausgeruht. Feucht. Und fit. Aber ich glaube, sowas berichtete ich schon.
  • Vorher konnte ich ein Lektorat beenden. Erste Runde, Military SF. Von einer sittsam bekannten Autorin, die in Sachen Genre aber ziemlich flexibel ist. Nein, ich sag den Namen nicht. Sie hat über sechzig Bücher verfasst. Vielleicht kommt ihr von selbst drauf. – Das Lektorat ist noch nicht zu Ende. Und wird lustig. Oder auch nicht. Die Entscheidung, Gendern zu akzeptieren oder nicht, überlasse ich dem Verlag. Ich finde es in einem belletristischen Werk nicht richtig, aber im Zweifelsfall kann ich mehr als Kritik nicht anbringen. Ich bin nur der Lektor, nicht der Autor.
  • Mittagsgassi fiel wegen Kimmischwimmi aus. Auch für Naomi. Ohne Kim mit Naomi Gassi zu gehen, ist aussichtslos. Selbstquälerisch. Sie hat keinen Spaß dran. Ich auch nicht. Also fiel es aus.
  • Nach der Mail an die Autorin fiel ich irgendwie in ein Loch. Ich wusste nicht, womit ich weitermachen sollte.
  • Also sortierte ich Unterlagen. Zettelkram. Sachen, die noch zu erledigen waren. Der elende Papierhaufen, den ich letztens vom Schreibtisch in ein Regal verbannt habe. Wodurch er nicht kleiner wurde.
  • Dann versuchte ich, das Lexware-Formular für meine global:epropaganda auf die neue Version, die ich letztens erstellte, umzubauen. Erfolglos. Der Formularbereich, auf den die Makros zugreifen, lässt sich jedenfalls mal nicht einfach kopieren. (Hinterher wurde mir klar, dass das schon okay war; nur die Makros hätte ich auch kopieren müssen.)
  • Gassigang, große Runde. Ich war lange nicht mehr hinten über die Äcker gelaufen. Hinten heißt: Richtung Norden. Das ist Frauchens Territorium, wo sie jeden Morgen Freilauf zelebriert. Jeden Morgen die gleiche Strecke. Mich würde das irgendwann irremachen. Aber heute war das gut. Allerdings ohne Freilauf, weil mir Kims Gehopse den Rest gegeben hätte (längere Story, muss ich andermal erzählen). Die Sonne schien, es war recht warm, schön einfach.
  • Wieder daheim wurden die Hunde umgerüstet. Ein anderes Halsband für Kim. Dazu der Maulkorb, noch in meiner Hand. Und ab zum Tierarzt. Für Kim standen Routineimpfungen an. – Wir mussten eine Stunde warten, trotz Termin. Unsere Tierärztin kann sich über Kundschaft nicht beklagen. Kim schlug sich tapfer, wenn auch wie üblich: Maulkorb an, mit Widerstand rauf auf den Tisch, Kim festhalten, damit sie nicht abhaut. Die Azubine hörte nicht richtig zu und entkam Kims Zugriff gerade eben. (Wenn der Maulkorb »dicht« ist, ist er immer noch hart; und Kim ist nicht zimperlich, wenn sie sich wehrt.) Interessante Erkenntnis: Obwohl sie sich aufführt, als ginge es ihr ans Leben, ist ihr Herzschlag völlig normal. Typischer Fall von Rumzicken. »Bockig«, meinte die Tierärztin und entschuldigte sich unnötigerweise.
  • Daheim nervte Kim, indem sie ständig hinter mir herrannte. Erst als ich sie anschnauzte, gab sie Ruhe. (Und jetzt, da ich dies schreibe, liegt sie irgendwo und schläft.)
  • Am Ende gelang es mir doch noch, das global:epropaganda-Formular für die Lexware herzurichten. Wer das Layout sehen möchte, kann sich ja ein Angebot von mir machen lassen. Gehe dazu auf www.globalepropaganda.de und schau dir an, was ich so anbiete.