- Die Arbeit hat mich wieder.
- Belege für den Verlag geschrieben. Zwei neue Titel sind auf Lager. Der dritte Hübner-Band, dazu Norbert Stöbes »Kleiner Drache«. Und raus damit.
- Den Skoda Roomster in die Werkstatt gefahren. Inspektion, Winterreifen. Der Leihwagen ist ein kleiner VW up! Nette Kiste, aber nichts für Großeinkäufe.
- Mittagsgassi mit Naomi allein, weil Kim beim Schwimmen war und noch feucht ist. Ich bin davon überzeugt, Naomi keine Freude zu bereiten, alleine mit ihr Gassi zu gehen. Ihr ganzes Verhalten zeugt von großem Elend. Trauer. Einsamkeit. Aus lauter Verzweiflung will sie alle drei Meter ein Leckerli. Das macht sie nie, wenn Kim dabei ist.
- Abends den Roomster zurückgeholt. 1167 Euro. Wow. Inspektion erledigt, Bremsen hinten getauscht, Winterreifen neu (die Ganzjahresreifen, die drauf waren, waren fünf Jahre alt und erledigt), Klimaanlage aufgefrischt. 1167 Euro. Und ein paar Kleinigkeiten sind noch »offen«. Damit kann ich die beiden neuen Winterreifen für die Hinterachse meines Passats erst mal abschreiben. Muss ich halt alle zwei Wochen aufpumpen. Kein Problem. Eigentlich.
- Zwischendurch und am Abend mit dem Korrektorat des historischen Romans fortgefahren. Die Zeit der Inquisition war wahrlich keine schöne Zeit.
- Ansonsten gilt für Kim und meine Ehe: 10+1.
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Feiertag
Das Wichtigste zuerst:
Unser ungarischer Mausehase, die Prinzessin Kim II., feiert heute ihren elften Geburtstag. Schnaps pur: 11 Jahre am 11.11.
Nun, eigentlich kennen wir ihren genauen Geburtstag nicht. Laut Inserat vom Mai 2011 war sie damals ein Jahr alt, laut Papieren ist sie 2009 geboren. Als wir sie Ende Mai 2011 in Odelzhausen zu uns nahmen, war sie also ziemlich genau 1 ½ Jahre alt. Und da wir ihren genauen Geburtstag nicht kannten, legten wir ihn der Einfachheit halber auf unseren Hochzeitstag. (*)
Und den feiern wir heute demzufolge auch. Den zehnten, um genau zu sein. Dieser Tag hat regional unterschiedliche Namen. Eigentlich sollte es die Rosenhochzeit sein – nicht so jedoch im Norden, dort feiert man die Rosenhochzeit nach fünf Jahren, und nach zehn Jahren ist es die Holzhochzeit.
Wie auch immer … Zehn Jahre. Das ist mehr, als ich in meinen drei vorherigen Ehen geschafft habe. Und das mit einer Frau, die bekloppt genug war, so einen Bekloppten wie mich zu heiraten, der bekloppt genug war, so eine Bekloppte wie sie … naja, ihr wisst schon. (**)
(*) Eigentlich wenig witzig, aber bemerkenswert die Beschreibung der Gigi – so heißt Kim laut ihren Papieren eigentlich, aber so nennt man keinen Hund – in der Internetanzeige damals: »Unverständlich, wer diesen Hund abgibt, denn sie ist eine absolut tolle Hündin. Sie liebt Menschen, Kinder und andere Hunde. Ist aufmerksam und verspielt und geht gut an der Leine. Für Leckerlies ist sie immer zu haben, aber manchmal ist sie etwas futterneidisch.«
Bullshit!
Ja, sie ist unzweifelhaft eine tolle Hündin, aber es hat eine Weile gedauert, bis man ihr das auch angemerkt hat. Ob sie Menschen wirklich liebt, ist bis heute eher unklar; auf Menschen, die sie lange kennt, geht sie zu, ja, aber mehr ist da nicht. Und als sie zu uns kam, hatte sie Angst vor mir – Angst vor Männern ist bei Hunden aus Südeuropa und vom Balkan beinahe üblich, weil die Männer mit Hunden dort entsprechend umgehen. Kinder konnte und kann sie nicht leiden – was möglicherweise darauf zurückzuführen ist, dass sie während ihrer Streunerkarriere entsprechende Begegnungen hatte – und andere Hunde sind ihr nahezu völlig egal. Aufmerksam ist sie, ja – und gelehrig; und sie ist auch immer gut an der Leine gegangen, wenn sie anfangs auch oft Probleme mit dem blöden Strick hatte. Aber verspielt? Wenn es nicht ums Apportieren geht, ist da nicht viel. Auch das mit den Leckerlis stimmt – immerhin ist sie ein Labradormix –, aber futterneidisch war sie nie.
(**) Und passend zum Feiertag hat meine Holde auch endlich erfahren, dass sie im dritten Anlauf die schriftliche Prüfung zum Heilpraktiker bestanden hat! 49 von 60 Punkten!
Umgenietet
Es gibt ja viele Dinge, mit denen man nicht einverstanden sein kann. Deutschland ist voll davon. Und Deutschland ist voll von Menschen, die immer was finden. Ich nehme mich da nicht aus.
Ich kann Jäger nicht leiden. Es mag sicher welche geben, die eine ordentliche Arbeit machen und dabei auch einen vorhandenen Grips anstrengen und dessen Erkenntnisse umsetzen. Die meisten, die ich kenne, halte ich für Arschlöcher. Nicht nur, aber natürlich auch, weil so ein Penner mal auf mich und meine beiden – mit neonfarbenen Biotane-Leinen angeleinten – Hunde geschossen hat. Allein die Behauptung, Jäger seien für den Erhalt der Natur wichtig, halte ich für bei den Haaren herbeigezogen. Als es die industriell veranstaltete, institutionalisierte Jagd noch nicht gab, ging es der Natur eindeutig besser. Bestes Beispiel: Füchse. Es ist sittsam bekannt, dass der größte Teil der Jägerschaft einfach nicht kapiert, dass Füchse umso mehr Nachwuchs bekommen, je mehr ihr Bestand dezimiert wird. Ergo: Statt dass die Jäger die Füchse in Ruhe lassen (und Hühnerhaltern vielleicht beibringen, wie sie ihr Federvieh effektiv vorm Reineke schützen), erschießen sie sie reihenweise und verpesten die Natur mit ihrer umweltschädigenden Drecksmunition.
Nun gut. Für ein militantes Gegnertum Jägern gegenüber habe ich keine Zeit. Brauche ich auch nicht. Es gibt offensichtlich andere Leute, die sich darum kümmern. Wie die, die diese Jagdsitze umgenietet haben. Ist schon Jahre her. Das war in der Nähe von Westried, wo ich damals lebte. Wo genau die Jagdsitze standen bzw. lagen, weiß ich nicht mehr; irgendwo hier.
Die Aufnahmen sind aus 2016, Spätsommer, Frühherbst. Mir hat’s jedenfalls gefallen.
Dummparker in der Fremde

Aufgenommen im November 2016 in Grafenaschau, Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Grafenaschau liegt in der Nähe meines damaligen Wohnortes in Murnau-Westried und wurde von mir als Neureichengetto eingeschätzt. Ich vermute, der Krefelder auf dem Bild fühlte sich einfach wie daheim. Auf der falschen Rheinseite parkt man halt so.
DPDS Oktober 2020
Den DPDS, den »Design-Preis für Design-Scheiß« habe ich bislang nur einmal vergeben – im August 2019. Danach hatte ich noch zwei Kandidaten, bin aber nicht zur Veröffentlichung gekommen; damals war anderes wichtiger, vor allem dieses dämliche Fratzenbuch. Aber das wird sich ändern. Für den »DPDS August 2019« fehlen noch Fotos, die schon vorliegen. Die anderen beiden Objekte werden als »DPDS September 2019« und »DPDS Dezember 2019« prämiert.
Aber heute zunächst zum aktuellen DPDS, dem vom Oktober 2020. Diesen »Design-Preis für Design-Scheiß« bekommt die Firma OK Snacks Germany GmbH in Viersen, und zwar für ihre »Hofgut Kessel-Chips« in dieser Aufmachung:

Zur Begründung:
Zum einen ist es in der heutigen Zeit ein wohlfeiles Ansinnen, etwas für die Umwelt zu tun. Ob man nun durch die verstärkten Verbrauch von Papier und damit letztlich auch von Bäumen der Umwelt wirklich etwas Gutes tut, sei an dieser Stelle dahingestellt. Immerhin stellt die abgebildete Verpackung der »Hofgut Kessel-Chips« einen bemerkenswerten Versuch dar, den Plastikmüll zu minimieren. Mag man jedenfalls meinen, wenn man die aus kräftigem Papier bestehende Verpackung in die Hand nimmt. Dumm nur, wenn die Produktdesigner ihre konsequente Entscheidung »pro natura« ebenso konsequent ad absurdum führten, indem sie die Papierverpackung auf der Innenseite mit einer metallen wirkenden Schicht belegt haben: silbern, möglicherweise eine aluminiumhaltige Verbindung – Aluminium ist bekanntermaßen toll für die Umwelt, was die Herstellung angeht – oder eine Mischung aus Metall und Kunststoff. In jedem Fall hätte schon diese Dummheit gereicht, den »DPDS Oktober 2020« zu rechtfertigen, aber der Träger der Marke »Hofgut« ist wahrlich konsequent:
Denn zum anderen gebührt der Firma OK Snacks Germany in Viersen der »DPDS Oktober 2020« für die sinnlose Beschriftung eines ganz offensichtlich für den Verkauf in Deutschland bestimmten Produktes mit englischer Krabbelgruppenbrabbelsuppe. Die englischen Worte für »Kessel« sind sicherlich wenig geeignet, auf so einer Produktverpackung angebracht zu werden: boiler, kettle, tank, pot … das versteht doch kein Mensch, und wenn doch, dann falsch (ich denke da vor allem an »pot«). Und »enjoy your meal« statt »GUTES ESSEN« hätten McDonald’s-Fans sicherlich verstanden. Andererseits stellt sich wirklich die Frage, welche Idiotie den Schöpfer des denglischen Mischmaschs auf der Front der Verpackung geritten hat. Ich tippe auf einen fiesen Drogendealer, den der Kunde irgendwann mal beschissen hat …

Unberücksichtigt bleibt bei meiner Entscheidung die durchaus nicht unvorbildliche Rückseite der Verpackung. Natürlich ist »Red Pepper« durchaus roter Pfeffer, der aber nicht verarbeitet wurde, weil es sich laut Inhaltsstoffliste um »Cayennepfeffer« handelt. Und diese Inhaltsstoffliste rettet die Firma OK Snacks Germany in Viersen ganz sicher auch vor teuren Abmahnungen wegen Verstoßes der Kennzeichnungspflicht – wären diese Angaben auch in englischer Sprache verfasst, wäre das eine gute Gelegenheit, dem Hersteller neben diesem wenig beachteten Preis auch eine Nase drehen zu können.
Wie man Hunde gesund und glücklich füttert und sich ihrer ewigen Dankbarkeit und Liebe versichert
Die folgenden Ausführungen stammen nicht von mir; ich habe den Text nur bearbeitet und in Form gebracht. Der Mann, der diese Vorschläge für die Ernährung gesunder und glücklicher Hunde zusammengeschrieben hat, war selbst durch etwas wie einen Zufall auf den Hund gekommen, in fortgeschrittenem Alter, kann man sagen. Er hat lange in der chemischen Industrie gearbeitet, bei einer Firma, die Aminosäuren herstellte, die nicht nur in der Backwarenindustrie, sondern auch in der Tierfutterherstellung zum Einsatz kamen (und sicherlich auch heute noch kommen). Große Hersteller wie Pedigree, Effem und Unilever setzen Aminosäuren in Hunde- und Katzenfutter unter anderem als Geschmacksverstärker ein. Und in zahlreichen bekannten Hunde- und Katzenfuttersorten sind Sachen drin, die eigentlich nicht hineingehören.
Heute gibt es viele Hersteller, die Tierfutter unter ganz andern Prämissen produzieren. Sie wollen nicht billig sein, sondern gut. Terra Canis ist unser Hersteller, vorher ernährten wir unsere Hunde mit Futter von Hermanns. Zahlreiche andere Hersteller stellen heute Futter her, das auf die Bedürfnisse von Altersgruppen ausgerichtet ist, getreidefreies Futter, Futter für Welpen und Senioren, für Allergiker – es wird alles geboten, was man sich vorstellen kann. Sogar in Humanlebensmittelqualität.
Die großen Hersteller produzieren natürlich auch immer noch – und verkaufen ihre Produkte. Die »kleinen Marken« können überlegen – und der Trend des Barfens ist für die Menschen, die es sich vor allem zeitlich leisten können, die Ernährung ihrer Tiere selbst zu kontrollieren.
Franjo Goebels, der Autor des nachfolgenden Textes, und meine Wenigkeit haben lange in der gleichen Firma und in der gleichen Abteilung zusammengearbeitet. Mein Verlag hat ihm das zweite Buch zu verdanken – »Giovanni und Tamino« waren seine ersten Hunde, die so gefüttert wurden, wie er dies im Folgenden beschreibt.
Hundefutter für gesunde, glückliche, ewig dankbare und liebende Hunde
»Man kaufe ein ganzes Lamm beim Züchter. Welcher infrage kommt, erfährt man z. B. beim Veterinäramt. Oder aufgrund von Empfehlungen. Geschlachtet werden die Viecherl auf Schlachthöfen oder von zugelassenen Metzgern. Oder man sucht sich einen regional ansässigen Biobauern.« [Wir hier in Winnert haben einen solchen Hof in Wisch, der allerdings keine Schafe hat; im Zweifelsfalle würden wir unseren Nachbarn fragen, der Schafzucht als Hobby betreibt – neben seiner eigentlichen Landwirtschaft und der Biogasanlage.]
»Die Tiere sind zumeist zerlegt; damit sie nicht zerschnibbelt werden, muss man genaue Angaben zu den eigenen Wünschen vorlegen. Ich bevorzuge große Stücke und zerlege, zersäge und zerschneide sie selbst.«
- 1. Man nehme von dem Lammteil ein oder mehr Stücke und lege sie in eine Reine, jeweils so um 1,5 bis 2,5 kg. Die Reine wird möglichst mit einem Deckel oder zumindest mit Alufolie abgedichtet. So kommt sie dann bei 90–100 °C in den Backofen – für ca. 10 Stunden.
- 2. Zwiebeln von etwa 60–80 % des Lammgewichts – rote Zwiebeln geben eine schönere Farbe – fein schneiden und in Kokosöl (das ist gut für das Fell und die Verdauung) oder Olivenöl anbraten, bis sie mittelbraun sind. Einen Esslöffel Senf zugeben, verrühren und mit anrösten. Wenn sich ein leichter Bodensatz bildet und zart bräunt, mit etwas Wasser anlöschen, wieder etwas anbräunen lassen, wieder ablöschen und noch einmal bräunen lassen, noch ein Schlückchen Wasser und dann eine halbe bis dreiviertel Flasche Rotwein« [das ist kein Scherz!] »(keinen Fusel – nicht sparen – es geht um deine Hunde!) zugeben, und weg vom Herd.
Drei bis vier Knoblauchzehen schälen, aufspalten und den kleinen Strunk entfernen. Den Knoblauch in feine Blättchen schneiden und rein in die Brühe. Ein Stück Ingwer (kein Pülverchen, sondern frische Ware im Volumen des Eineinhalbfachen der Knoblauchmenge) fein schnibbeln und auch in den Topf. Dazu noch je einen Teelöffel Dill und einen mit Rosmarin, mit einer Prise Salz verreiben und auch in die Brühe. Das Ganze kommt dann in der Reine über das Fleisch. - 3. Einen Pott voll Gemüse (so um 3–5 Liter) klein schneiden. (Kein Rotkohl, kein Spinat, keine Rote Bete, wegen der Farben!) Je mehr Sorten, umso besser!. Das Gemüse erhitzen, ankochen und in die Kochkiste geben. Deine Mutter weiß vielleicht noch, wie das geht. Wenn du keine Kochkiste hast, dann stelle den Topf in dein Bett, isoliere ihn gut mit einer oder mehreren Wolldecken und lasse das Gemüse darin langsam garen, bis das Fleisch aus dem Ofen kommt. Der Zweck der Sache ist, dass das Gemüse wohl gar, aber nicht zermatscht ist. Die Vitamine und die Geschmackstoffe bleiben so weitgehend erhalten. Hunde brauchen Gerüche und Geschmackstoffe!
- 4. Das Fleisch klein schneiden, mit Gemüse mischen und portionsgerecht in Folienbeutel verpacken. Zweckmäßig ist, das Gewicht der Portionsbeutel an der den Hunden gegönnten Fleischmenge zu bestimmen.« [Als Hausnummer gilt, dass ein 20 kg schwerer Hund 700 bis 800 g Fleisch pro Tag haben sollte.] »Die Beutel in die Gefriertruhe geben.
- 5. Die Tagesmenge jeweils langsam auftauen lassen und ggfs. mit Menschenfutter (Reis, Nudeln, Kartoffeln, Gemüse) aufmotzen.
Wenn du das alles richtig machst, werden deine Hunde dich noch mehr lieben. - 6. Die Innereien werfen Schlachthöfe und Metzger oft beiseite und sie werden nicht mitberechnet. Nimm sie mit, sie bestehen aus Lungen, Leber, Herz, Nieren, Milz und der Speiseröhre. Die Leber lege beiseite, sie kommt später dran. Packe alles in einen großen Topf. Dazu kommen eine mit zwei Nelken gespickte weiße Zwiebel, zwei bis drei Lorbeerblätter, einige Wacholderbeeren. Bedecke das Ganze mit kochendem Wasser. Ungefähr 30 Minuten bis zur Garprobe köcheln lassen. Abkühlen, schnippeln, mit Reis, Nudeln, Kartoffeln oder sonst was mischen und verfüttern.
- 7. Die Leber kann eine Delikatesse sein, wenn du sie nicht für die Hunde verbrauchst und sie nach Art der Fegato Veneziana zubereitest, nämlich so: ca. 80 % des Gewichts der Leber als Zwiebeln in feine Scheiben schneiden und in Olivenöl ganz leicht rösten. Die Leber in ca. 3 bis maximal 4 mm dicke Scheibchen schneiden. Das geht leichter, wenn die Leber etwas angefroren ist. Die Zwiebeln aus der Pfanne entfernen, die Leberscheibchen kurz anbraten, die Zwiebeln wieder zugeben und alles mit soviel Rotwein ablöschen, wie man gern als Soße hätte. Wenn die Leber gar, also innen nicht mehr roh ist, dann mit Weißbrot oder Kartoffelpüree verspeisen. Salz, wenn überhaupt, erst bei Tisch zugeben. – Das wäre eine gute Belohnung für die Mühen von aus den Punkten 1–6.
- 8. Reste: Alle Knochen, alle Brühen, alle Reste in einen Topf geben, mit Wasser auffüllen und ca. 2 Stunden köcheln lassen. Wenn alles kalt ist, das Fleisch von den Knochen abfieseln (es sind bisweilen ganz schöne Mengen), den Rest in Gläser abfüllen und damit bei Bedarf das Futter weicher oder labberiger machen.«
Das wäre es! Hört sich kompliziert an, ist es aber nicht. Es hört sich teuer an, ist es aber auch nicht. Trockenfutter oder Nassfutter der Petfood-Industrie ist teurer, zusätzlich sparst du Tierarztkosten und die Hunde werden dich lieben und dir ewig dankbar sein.
Die nächste Ausgabe ist die 60ste
Obwohl das nicht stimmt. In den Achtzigern und anfangs der Neunziger im letzten Jahrhundert habe ich schon mal die ANDROMEDA NACHRICHTEN für den SFCD e.V. gemacht, damals im Format DIN A5. Aber ich habe auf die Schnelle nicht im Zugriff, wie viele Ausgaben ich damals machte. Obwohl …
Doch. Mit der Nummer 101 habe ich im März 1986 angefangen. Und die Nummer 138 vom Juni 1992 war meine letzte Nummer. Damals. Also 38 Ausgaben. Damals.
Mit der 213 bin ich 2006 wieder eingestiegen. Und dieser Tage – Quark, heute war das! – habe ich die Ausgabe 271 festgestellt. Ergo: 59 Ausgaben seit 2006.
Die Überschrift ist also falsch. Richtig ist:
Die nächste ist die 98ste
Und das ist nicht spektakulär. Richtig. Spektakulär wird die Ausgabe 274, die im Juli 2021 erscheinen wird.
Das ist dann meine 100ste!
Aber bis dahin dauert es noch, und so ist für den Augenblick nur interessant, dass die Ausgabe 271 seit heute beim Drucker ist (der vermutlich erst am Montag anfangen wird, sich damit zu beschäftigen).
ANDROMEDA NACHRICHTEN 271
SFCD e.V., Winnert, November 2020, 128 Seiten A4, EUR 8,00. Bezug: SFCD-Archiv, archiv[at]sfcd.eu
Der Inhalt:
Michael Haitel: Deutsche Sprache in Zeiten der Corona 6 * Seraph 2021 7 * SF-Gewinnspiel 8 * Conventions und Stammtische | Birgit Fischer: Der Nicht-SFCD-Con 9 | Robert Corvus: ElsterCon 2020 11 | Birgit Fischer: Fantastikstammtische in Corona-Zeiten 14 * Karl Aulbachs Fantasy 15 * Science-Fiction | Dieter Riekens »Land unter« 22 | Martin Stricker: Mehr war nicht, es war ein ruhiges, beschauliches Leben – Nachruf auf Thomas R. P. Mielke 28 * Zwielicht 33 * Jörg Krömers Cinema 34 * Gerd Freys eGames 39 * Perry Rhodan | Michael Haitel: Meine erste Sonne 46 | Robert Hector: Guckys Tod, der Zweite Zweig und die Staubfürsten 47 | Franz Hardt: Der Ilt ist tot! 53 * Science | Robert Hector: Kernfusion – Eine unerschöpfliche Energiequelle der Zukunft? 56 | Robert Hector: Das Multiversum, Parallelwelten und kosmische Doppelgänger 59 | Robert Hector: Künstliche Intelligenz 66 * Science-Fiction | Michael K. Iwoleit: Triumphe eines Ahnungslosen. Anmerkungen zu Stanislaw Lems Technologiekritik 71 * Armin Möhles FanzineKurier 78 * Michael Baumgartners Reissswolf 83 * Schlachtplatte 89 * StoryFiles | Anna Wegloop: Turing-Test revisited 123 | Dirk C. Fleck: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit 125
Das Titelbild stammt von Lothar Bauer.
Diese Ausgabe gibt es ab 01.10.2021 (!) auch zum Download unter https://www.sfcd.eu/download/pubs/an201-300/an271open.zip
Auch Erinnerungen
Tiny Stricker kenne ich eigentlich sehr lange. Als ich in den Achtzigern des vorigen Jahrhunderts – wow, hört sich gut an! – für den Maro-Verlag Texte abtippte, waren auch Werke von ihm dabei. Damals schon lieferte er handgeschriebene Manuskripte ab, und noch heute benutzt er zum Schreiben neuer Werke keinen Computer, sondern einen Kugelschreiber. Welches die ersten Bücher von ihm waren, die ich abtippte, weiß ich nicht mehr. »Soultime« und »Spaghetti Junction« gehörten vielleicht dazu. Vielleicht auch »Trip Generation«, das Maro 2014 neu auflegte. Es spielt auch keine Rolle.
Irgendwann hatte ich Gelegenheit, das erste Buch von ihm im eigenen Verlag zu veröffentlichen: »Vom Gehen in griechischen Städten«. Das Werk erschien zunächst in der längst eingestellten Reihe »ErlebnisWelten« und später dann in einer Neuausgabe als Band 5 der Werkausgabe. Wie wir auf die Idee kamen, weiß ich auch nicht mehr. Es ergab sich so, diskutiert während eines Treffens in einem Münchner Restaurant.

»U-Bahn-Reiter« ist das zweite Buch, dessen Erscheinen wir nicht mehr mit einem Treffen feiern können; schon beim »Spieler im Park«, das im Mai 2019 erschien, war ich mit meinem Verlag nicht mehr in Bayern, sondern hier, in der Nähe von Husum in Nordfriesland, weit weg von den Bergen, die er liebt und die ich nicht (mehr) mag. Und ob wir jemals noch Gelegenheit zu einem persönlichen Treffen haben werden, steht in den Sternen. Immerhin ist sicher, dass die Werkausgabe peu à peu vervollständig werden wird. Die noch fehlenden Bände 1 bis 4 und der Band 6 – den mir weiland Maro vor der Nase wegschnappte – erscheinen nach meiner Planung 2021, Band 6 vermutlich erst 2022. Das mündliche Okay von Benno Käsmayr liegt vor; einer der besten und genialsten Kleinverleger Deutschlands unterstützt das Werkausgabenprojekt.
Einheit
Die deutsche Einheit ist 30 geworden. Heute.
Interessanterweise verbinde ich mit dem 3. Oktober 1990 praktisch kaum Erinnerungen. Es war ein juristischer Vorgang, die Zusammenführung zweier Staaten zu einem neuen Gebilde. Oder besser: die Vereinnahmung eines Staates durch einen anderen.
Die ganzen Probleme sind natürlich bekannt. Ossis vs. Wessis. Solidaritätsabgabe. Die Entwicklung von Löhnen und Renten. Die wirtschaftliche Lage im Osten. Ach, all die Dinge, die einen zweifeln ließen und manchmal noch immer lassen, ob es eine Einheit wirklich gibt, jemals geben wird.
Es wird sie vermutlich nicht so geben, wie sich das Politiker und Journalisten vorstellen und mit ihrem Gerede von »blühenden Landschaften« den Menschen unsinnige Flausen in den Kopf setzen, von Vorstellungen, die sich so niemals realisieren lassen. Es gab schon im Westen keine Einheit, und es wird sie auch im vereinten Deutschland nicht geben. Denn die Menschen sind unterschiedlich. Die Gegenden sind unterschiedlich. Alles ist unterschiedlich.
Ich denke an Murnau zurück. Westried, der Ortsteil, in dem ich lebte, der »Seniorensumpf« Moosrain, in dem nur alte Leute zu leben schienen, und der Nachbarort Grafenaschau, das »Neureichengetto« – drei Örtlichkeiten, die sich grundsätzlich voneinander unterschieden und wohl immer noch unterscheiden. Je nachdem, welchen Aspekt man ins Auge fasst.
Und so ist es doch überall. München, Nürnberg, Düsseldorf, Hamburg, Berlin – alles nicht vergleichbar. Bayern, Saarland, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen – nicht vergleichbar. Und das nicht, weil die Versprechungen von Politikern und Journalisten nicht eingetroffen sind – sondern weil sie von vornherein unsinnig waren, sind und immer sein werden.
Für mich ist die Einheit vor allem eines: Ich kann nach Wismar fahren, in eine Stadt, die ich sehr mag, ich kann mit Bewohnern von Leipzig und Dresden nicht nur kommunizieren, ich kann sie auch besuchen. Es gibt immer noch unterschiedliche Dialekte, aber eine Vereinigung der beiden deutschen Teile hat niemals zum Ziel gehabt, ostdeutsche Dialekte zu zerstören oder auszutauschen. Für mich ist die Einheit Freizügigkeit, ein Teil der Freizügigkeit, die ich auch in den Staaten genieße, die dem Schengener Abkommen beigetreten sind.
Ich erinnere mich an die Wochen nach der Grenzöffnung – und das sind die intensiveren Erinnerungen –, an das Wochenende, als ich mit meiner damaligen Lebensgefährtin – die ihren Vater für einen Nazi hielt, selbst aber von den neuen Ländern als »Dunkeldeutschland« sprach; der Apfel und der Stamm … – nach Berlin fuhr, nach Ostberlin; ich erinnere mich an die Autobahnbaustelle – die Ostautobahnen waren sofort nach der Grenzöffnung durchgehend Baustelle –, in der ein tschechischer Omnibus beide Spuren blockierte, während er Richtung Berlin zockelte, zwei hinterher fahrende Pkws auf der Stoßstange, Lichthupe und Hupe ignorierend,; ich erinnere mich an die vierspurigen Kreuzungen in Ostberlin, die zwanzig, dreißig Meter hinter den Ampelanlagen nur noch zweispurige Straßen waren, an die Straße in der Plattenbausiedlung, die plötzlich – ohne Absperrung, Beschilderung, Beleuchtung – in einer riesigen Baugrube endete (und wir landeten nur deshalb nicht in derselben, weil es neblig war und ich nicht sehr schnell fuhr).
Ich erinnere mich an herzliche Ostberliner, die uns Kost und Logis fürs Wochenende boten. (Lustigerweise erinnere ich mich nicht, warum wir überhaupt in Ostberlin waren …)
Die europäischen Bemühungen einer europäischen Einheit leiden unter dem Schwachsinn, den Boris Johnson und seine Schergen angezettelt haben, der unter der unsäglichen Wortschöpfung »Brexit« bekannt ist. Sie leiden unter Viktor Orban und der polnischen Rechten. Es gibt Strömungen in manchen Ländern, die daran zweifeln lassen, dass es eine europäische Einheit jemals geben wird. Und doch – ich denke, es gibt sie schon, soweit sie möglich ist, und wenn Politiker und Journalisten aufhören, Unsinn über die Aspekte einer Einheit zu verbreiten, die sie für richtig halten, deren Richtigkeit aber unbewiesen ist und bleiben wird, dann wird sich die Erkenntnis der europäischen Einheit auch in den Köpfen der Menschen festsetzen.
Und wie auch immer separatistische Bestrebungen – Stichwort: Katalanien – in Europa aussehen: Deutschland wird Einheit bleiben. Es gibt keinen vernünftigen Grund, anderes anzunehmen. Sieht man vielleicht davon ab, dass unsere beiden Freistaaten anderes im Sinn haben könnten. Aber da stellt sich dann die Frage, was wir wirklich verlören …
Das war’s mit Fliegen
Südlich von Murnau liegt das Murnauer Moos. Flach, mit wenigen Erhebungen, eine schöne Gegend für lange Gassigänge, sieht man davon ab, dass es an sonnigen Tagen wenig Schatten gibt. So ist das mit Moorgeländen.
Inmitten des Mooses liegt ein alter Flugplatz. Ein Segelflugplatz, vermute ich. Anfangs, als ich begann, dort mit Kim und später auch mit Naomi zu laufen, gab es noch eine alte Baracke, die irgendwann geschleift wurde. Flugverkehr gab es nicht mehr. Nicht mal mehr im Kleinen.
Und wie man sieht, hat das einen Grund. Wiesenbrüter.
Schicksal für die Modellflugzeugfans, denn das Gelände wäre hervorragend – nicht, dass es nicht auch andere gute Gelände für das Hobby gegeben hätte. Und dass die Hunde eh nicht frei laufen durften, war auch klar – das Murnauer Moos ist Naturschutzgebiet (und nicht nur Vogelschutzgebiet).
Standort des Schildes: hier.



