Namenstag

Mein Vorname ist Michael. Ich bin der, »der ist wie Gott«. Heute, am 29.09., ist mein Namenstag.
Der Heiligenkalender liefert eine etwas seltsame Erläuterung. Finde ich. Angemessener finde ich den Eintrag der Wikipedia.
Obwohl ich katholisch getauft bin, habe ich meinen Namenstag nie gefeiert. Ich denke, die Zeit, wo die Katholiken dem Namenstag den Vorzug vor dem Geburtstag gaben, sind lange vorbei. Außer vielleicht in »streng katholischen« Familien. Und doch war mir am 29.09. immer bewusst, dass ich Namenstag hatte. Und woher der Name stammt. Welche Bedeutung er hat.

Meine Frau hat es schwerer. Sie heißt Saskia Eva Alexandra. Für Saskia – »die Sächsin« – gibt es gar nicht erst einen Namenstag, während Eva und Alexandra erklärt werden müssen, damit man aus dem Angebot den richtigen Namenstag auswählen kann.

Meine Eltern hatten bzw. haben jeweils zwei Vornamen. Horst Nikolaus mein Vater, Rosemarie Brigitte meine Mutter. Es gab Zeiten, da hätte mich interessiert, warum ich nur einen Vornamen bekommen habe. Es gab auch Zeiten, da hat mich gestört, dass alle möglichen Jungen in meinem Alter Michael hießen; auf der Realschule gab es ein Jahr, da waren wir sieben oder acht Michaels in meiner Klasse.
Heute habe ich es einfacher. In den Achtzigerjahren des letzten Jahrhunderts schrieb ich unter dem »Pseudonym« Mychael Wallensteyn Kurzgeschichten. Und daraus wurde nach und nach erst »MyWa«, dann »My« und am Ende »My.« – mit dem Punkt, der für die dritte Stelle zur Erlangung des BNF-Status wichtig war. Heute werde ich häufig mit My. angesprochen. In Mails, auch am Telefon, in Begegnungen mit Menschen, die dieses Kürzel kennen; meine Frau benutzt es manchmal, wenn sie von mir genervt ist. Ich unterschreibe meine Mails und Forenposts mit diesem Kürzel, auch auf die Gefahr hin, dass jemand das nicht versteht.

Für My. gibt es auch keinen Namenstag. Aber ich hab ja noch meinen Taufnamen.

 

Ein Weg für ein Schild

Man fragt sich unwillkürlich, wie das Fahrzeug im Hintergrund da hingekommen ist. Wurde es mit einem Hubschrauber geliefert? Oder in Einzelteilen durch Amazon … aber nein, die hätten gegen das Zufahrtsverbot verstoßen müssen.

Fragen bleiben. Der Weg ist keine Sackgasse. Wozu aber dieser Weg, wenn man ihn nicht benutzen darf. Dass er für Fahrzeuge geeignet ist, erkennt man an der Breite und an der Oberflächenstruktur. Und an dem Fahrzeug im Hintergrund.

Fragen.

Vielleicht war das Schild einfach nur übrig. Und bevor es im Keller oder auf dem Dachboden vergammelt …

Standort des Schildes: hier.

Was ein Schild sagen will

Was mir das vor langer Zeit aufgenommene Schild sagen wollte, war mir schon damals unklar. Es wurde irgendwo in der Gegend von Murnau-Westried aufgenommen. GPS-Koordinaten hat der Blackberry Leap, der Fotoapparat, nicht verzeichnet.

An der Stelle gab es keinen Weg. Nicht mal einen Trampelpfad. Man hätte sich durch das Grün schlagen können, hinein in den Wald, das Wäldchen, zwischen die Bäume, aber wozu? Das denkbare Ziel dahinter hätte man bequemer erreichen können. Und ohne, gegen das ansonsten sinnlose Verbot des Durchgangs zu verstoßen.

Wobei das Schild sowieso widersprüchlich ist: Ein Durchgang würde unterstellen, dass man am Ende irgendwo anders herauskommt. Man müsste durchgehen können, hindurch durch Grün, Wald, Bäume. Aber wozu, wenn es am Ende eine Sackgasse ist und der Durchgang nirgendwo hin, nirgendwo hindurchführt? Wenn man sowieso gezwungen ist, umzukehren und nur dorthin gelangt, wo man herkommt?

Julibäum

Es ist der Kilometerstand. 202020. Nicht die erste Schnapszahl auf dem Zähler. Aber die erste, die ich fotografieren konnte.

Der Passat, ein 2.0 TDI Bluemotion mit dem berühmt-berüchtigten EA189-Diesel (inkl. Softwareupdate und Entschädigung von Volkswagen), kam als Gebrauchtwagen zu mir, als mein heißgeliebter Laguna durch den Bruch aller vier hinteren Federstangen zu einem wirtschaftlichen Totalschaden wurde. Ich hatte kein Geld für einen anderen Wagen, ich wollte keinen Kredit aufnehmen, ein Leasingauto war mir zu teuer und zu unwirtschaftlich, nachdem ich dank der Zusammenlegung von Wohn- und Arbeitsort praktisch keine Strecken mehr fuhr.

Der Passat, der auch in Nordfriesland noch auf GAP-MY 311 hört, war ein Leasingfahrzeug meines Arbeitgebers, gerade aus dem Leasing raus und gerade von einem leichten, kaum sichtbaren, aber doch finanziell wirksamen Hagelschaden betroffen; durch den war er gleich sechseinhalbtausend Euro günstiger. Der Wagen hatte einem ehemaligen Geschäftsführer gehört und war eine Weile vom Service gefahren worden, bevor der Leasingvertrag auslief.

Mein damaliger Chef bot ihn mir an. Zwölf Riesen, keine Zinsen, die Ratenhöhe konnte ich selbst festlegen. Ich wählte fünfhundert Euro im Monat. Nach zwei Jahren war er bezahlt. Und obwohl ich dank des Laguna beinharter Renault-Fan war (und es eigentlich noch immer bin), gefiel mir der Passat sehr schnell.

Er ist ein schönes Auto – das leider an einigen Stellen leichten Rost entwickelt –, er ist gut und modern ausgerüstet. Seine »nur« 110 PS reichen für spritziges Fahren völlig aus. Knapp über 200 km/h bringt er auf die Straße, und wenn ich ihn so trete, säuft er wie ein Loch: 5,5 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Fahre ich ihn zivil, Landstraße, Stadt, ab und zu ein Stück Autobahn, liegt er im Durchschnitt zwischen 4,2 und 4,6 Liter auf 100. Bluemotion. Nein, keiner von diesen BluTec-Dingern, sondern einfach nur ein sparsamer Diesel. Selbst nach dem Softwareupdate, das angeblich zu einer Verbrauchssteigerung führen sollte.

Ich weiß nicht, wie ich mit den Roststellen umgehen werde. Ich überlege, sie abzuschleifen und den Wagen danach bekleben zu lassen – was ich sowieso längst vorhatte. Man wird sehen. Auf jeden Fall werde ich ihn so lange fahren wie den Laguna – bis es sich nicht mehr rechnet, ihn herrichten zu lassen, bis er ein Totalschaden ist. So oder so.

Eigentlich hätte ich mir aus eigenem Antrieb nie einen VW zugelegt. Aber die Entscheidung, auf das Angebot meines Chefs – danke, Josef! – einzugehen, war richtig und weise.

P.S.: Und ja, die Scheibe des Armaturenbretts ist wirklich so staubig … Mein Auto ist ein Gebrauchsgegenstand, kein Pflegefall.

Ein deutsches Hobby

Die Deutschen lieben es. Das Absperren. Vermutlich hätten die Deutschen es erfunden, wären sie die erste Hochzivilisation auf der Erde gewesen. Da sie das nicht waren, nicht sind und – zum Glück – auch nicht sein werden, haben sie es abgekupfert. Und ganz sicher perfektioniert. Erfahrungen haben sie ja auch dank ihrer Historie. Ich denke da an die Berliner Mauer. An die Zonengrenze.
Aber auch im Kleinen sind sie nicht pingelig. Ganz im Gegenteil. Mauern, Zäune, Ketten, Leinen, Absperrbänder aus Plastik. Die Mittel, die der Deutsche für sein Hobby nutzt, sind vielfältig. Die Gründe auch.

Dieser Platz, zwischen Murnau und Westried – hier – gelegen, direkt an der Staatsstraße 2062, war in den meisten Jahren, die ich in Westried wohnte, unauffällig. Nichts wies darauf hin, dass hier besondere Ansprüche vorlagen, Nutzungsabsichten herrschten.
Irgendwann tauchte eines der typischen, schwarz-gelben »Privat«-Schilder auf. Wozu auch immer. Ich habe in all den Jahren nur einmal einen Wagen dort stehen sehen, einen ScheißUV von einem Pilzsammler mit Hund, der aber sonst weiter im Wald parkte. Der Weg neben diesem Platz führt in den Wald, gabelt sich und endet an beiden Enden als Sackweg. Ein Trampelpfad verbindet beide Enden miteinander, sodass man mit einem Hund eine Runde gehen kann.

Dass ich nie jemanden dort stehen sah, heißt natürlich nichts. Die meisten offensichtlich illegalen Parker werden vermutlich nachts ab 1.30 Uhr dort gestanden und morgens um 5.40 Uhr verschwunden sein. Denn nur durch solche Übeltäter ist zu erklären, dass eines Tages die Steine auftauchten, die auch auf dem Foto noch zu sehen sind. Es waren freilich anfangs mehr. Sie lagen dort herum, im Weg, verhinderten, dass jemand dort seinen Wagen – ScheißUV oder was auch immer – abstellen konnte.
Möglicherweise stellte jemand fest, dass es umständlich ist, die Steine wegzuräumen, um dort zu parken. Der Eigentümer dieses Fleckchens vermutlich. Ist ja auch doof, wenn der zu vermutende eigene ScheißUV nicht über genügend Bodenfreiheit und gestählte Reifen verfügte, um über die Steine zu fahren.
Am Ende führte es zu der Kette.

Ich habe nie verstanden, was das sollte. Ich bin vermutlich nicht dumm genug, um das zu verstehen. Muss ich ja auch nicht mehr, nachdem ich dort nicht mehr lebe.
Immerhin war es manchmal ganz lustig. Einmal versperrte ein Transporter einfach den Weg vor der Kette. Auch eine Möglichkeit. Mehr als einmal hatte der Fleckchenbesitzer offensichtlich vergessen, die Kette wieder einzuhängen und mit einem Schloss zu verriegeln – sie lag auf dem Boden. Und mindestens einmal hat jemand den Pfosten in dem Betonsockel einfach umgekippt.
Wie anarchistisch manche Menschen mit solchen deutschen Leidenschaften doch umgehen, nicht wahr?

Der Wunsch, etwas abzusperren, ist kein bayerisches, sondern ein deutsches Phänomen. Deshalb findet man es auch in Nordfriesland. Die Kette oben ist irgendwo bei Lehmsiek gespannt, dort, wo ich gerne mit den Hunden gehe. Es wird ein Stück Weg … naja, Weg … es wird eine Grasfläche abgesperrt, die nach einem Weg aussieht, der allerdings nach wenigen Metern endet. Nirgendwohin führt. Nicht mal als Trampelpfad.

In Ostfriesland haben wir mal in der Nähe von Norden Urlaub gemacht. Leybuchtpolder hieß der Ort, eigentlich eine Mischung aus Straßendorf und Streusiedlung. Die Grundstücke waren alle nicht eingezäunt. Zwischen Straße und Grundstück gab es Abflussgräben. Die Einfahrten waren mit meist weißen Steinen begrenzt, nicht, um sie zu versperren, sondern um sie auch im Dunkeln sichtbar(er) zu machen. Ansonsten … nichts. Keine Zäune, keine Mauern, keine Ketten. Bepflanzung, ja. Aber selbst die war eher unauffällig, niedrig gehalten. Die großzügigen, schönen Grundstücke und die darauf stehenden, nicht minder ansehnlichen Häuser lagen offen vor den Augen des Betrachters. Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, aber niemanden gefragt, um herauszufinden, wie es die Bewohner von Leybuchtpolder – und auch anderer Gegenden in Ostfriesland – schaffen, ohne Absperrungen ein normales Leben zu führen.

P.S.: Ja. Auch mein Grundstück hat einen Zaun. Wir haben Hunde. Und der Norderweg wird von Bescheuerten und Bekloppten, von des Lesens und Verstehens von Zahlen Unfähigen befahren, von Menschen, die sich für fremde Hunde vermutlich einen Scheißdreck interessieren – ich will es nicht ausprobieren. Und immerhin hat mir der Zaun erlaubt, Verbotsschilder für das Parken auf dem Grünstreifen vor meinem Haus anzubringen.

 

DB = Dummbahn?

Vermutlich. Vielleicht auch FB. Faulbahn. Jedenfalls seit vielen Jahren. Und vielleicht heute nicht mehr. Keine Ahnung. Das war noch in Murnau-Westried. Hier. Da stellte irgendein Bahnbonze fest, dass dieser Übergang, der auch von Schülern genutzt wurde, gefährlich sei, weshalb man dieses Verbotsschild aufstellte. Mit der zu erwartenden Wirkung. Ignoranz. Das Kalkül der Bahn: Für eine Entschärfung des Gefahrenherds zu sorgen, würde Geld kosten. Und Zeit, also noch mal Geld. Wer jedoch das Verbotsschild ignorierte, tat das auf eigene Gefahr – sprichwörtlich. Wer beim unerlaubten Überqueren von der Ammergauer Scheißbahn (andere Geschichte) erwischt würde, hätte schlicht Pech gehabt, jedoch keine Ansprüche gegenüber der Bahn. Geschickt. Und typisch Bahn. Einer der zahllosen erfolgreichen Versuche, Intelligenz durch Dummheit zu ersetzen.

Stimmung, 14.09.

Wie sehr ich Norddeutschland mag, wie sehr ich Nordfriesland mag, dürfte inzwischen bekannt sein. Bei Facebook war es einfacher, auf die Schnelle solche Stimmungsbilder zu präsentieren. Was mich hier nicht hindert. So sieht es aus, wenn man morgens zwischen 7 und 8 Uhr mit den Hunden unterwegs ist.

Ebay ist doof

Was man beim Aufräumen auf dem Server nicht alles findet. Der folgende Beitrag stammt aus dem November 2017 und wurde in diesem Blog nie veröffentlicht. Warum auch immer. An Gültigkeit dürfte er nichts verloren haben, eher noch im Gegenteil. Bei Ebay habe ich aus Mangel an Gelegenheiten lange nichts gemacht, aber die Erfahrungen mit amerikanischen Häusern und deren Dependenzen in Deutschland dürften sich nach wie vor ähneln. Und über meine Erfahrungen mit CreateSpace, KDP und Amazon (»Was wir falsch machen, ist richtig!«) werde ich noch ein Buch schreiben, bevor ich in die Grube fahre.

Genug. Der Beitrag:


Als guter Ebay-Verkäufer mit der Neigung, positive Bewertungen zu sammeln (und ansonsten möglichst nicht betrogen zu werden), macht man routinemäßig eine bestimmte Reihe von Dingen. Dazu gehört es, dass man die von Ebay angebotenen Systeme nutzt, um den Käufer über bestimmte, für ihn potenziell interessante Dinge auf dem Laufenden zu halten. Dazu gehört die Sendungsnummer. Ich schrieb also (als Antwort auf eine Käufermail, die via Ebay kam; die eigentliche E-Mail-Adresse erfährt man ja nicht):

Moin, xxx,
danke für die Nachricht und danke für die Überweisung, die gestern eingetroffen ist. Leider zu spät für die hiesige Poststelle (die gerne spät auf, dafür umso früher wieder zu macht). Und wir haben heute und morgen hier in Bayern Feiertag, sodass ich die Sendung erst am Donnerstag, 02.11., losschicken kann. Die Sendungsnummer findet sich auf dem PDF in der Anlage.
LG My.

Und das sagte Ebay dazu:

Zum Schutz seiner Mitglieder schließt eBay bestimmte Inhalte in E-Mails zwischen Mitgliedern aus. Aufgrund von Sicherheitsbedenken bezüglich des Inhalts Ihrer letzten E-Mail an xxx haben wir Ihre letzte Nachricht nicht gesendet.

Bitte bearbeiten Sie Ihre E-Mail und stellen Sie sicher, dass sie:
– die E-Mail-Grundsätze von eBay nicht verletzt: pages.ebay.de/help/account/unwanted-email.html#violations
– keine Webadressen, URLs oder Links zu aktiven Inhalten (wie JavaScript oder Videostreams) enthält
– sowohl im Betreff als auch im Nachrichtenbereich Text enthält (leere Nachrichten sind nicht erlaubt)

Mehr zu den eBay-Grundsätzen für E-Mails finden Sie hier: pages.ebay.de/help/account/unwanted-email.html

Diverse Anbieter im Dunstkreis von Amazon – KDP, CreateSpace etc. – schreiben gleich dazu, dass man auf die Mail, die man erhalten hat, nicht antworten kann. Ebay hat es lieber umständlich – warum einfach, wenn es auch umständlich geht. Und ich mag es auch einfach, deshalb denke ich einfach (sic!): Ebay ist doof.

TRPM left the planet

Im März haben wir – Rainer Schorm, Jörg Weigand als Herausgeber und ich als Verleger – noch ein Buch zu seinem 80sten Geburtstag gemacht, den er am 12. März feierte, ein Buch, über das er sich sehr gefreut hat, wie wir erfahren durften. Am 31. August ist er nun von uns gegangen – Thomas R. P. Mielke.

Einen wirklichen Nachruf auf ihn kann ich hier nicht schreiben, dafür kannte ich ihn nicht gut genug. Was ich über ihn zu sagen hätte, habe ich in einem Text in dem erwähnten Geburtstagsbuch geschrieben. Und diesen Text möchte ich hier der Einfachheit halber noch einmal veröffentlichen – auch wenn er absolut nicht als Nachruf gedacht war.

Lies weiter … →