Wie man Hunde gesund und glücklich füttert und sich ihrer ewigen Dankbarkeit und Liebe versichert

Die folgenden Ausführungen stammen nicht von mir; ich habe den Text nur bearbeitet und in Form gebracht. Der Mann, der diese Vorschläge für die Ernährung gesunder und glücklicher Hunde zusammengeschrieben hat, war selbst durch etwas wie einen Zufall auf den Hund gekommen, in fortgeschrittenem Alter, kann man sagen. Er hat lange in der chemischen Industrie gearbeitet, bei einer Firma, die Aminosäuren herstellte, die nicht nur in der Backwarenindustrie, sondern auch in der Tierfutterherstellung zum Einsatz kamen (und sicherlich auch heute noch kommen). Große Hersteller wie Pedigree, Effem und Unilever setzen Aminosäuren in Hunde- und Katzenfutter unter anderem als Geschmacksverstärker ein. Und in zahlreichen bekannten Hunde- und Katzenfuttersorten sind Sachen drin, die eigentlich nicht hineingehören.
Heute gibt es viele Hersteller, die Tierfutter unter ganz andern Prämissen produzieren. Sie wollen nicht billig sein, sondern gut. Terra Canis ist unser Hersteller, vorher ernährten wir unsere Hunde mit Futter von Hermanns. Zahlreiche andere Hersteller stellen heute Futter her, das auf die Bedürfnisse von Altersgruppen ausgerichtet ist, getreidefreies Futter, Futter für Welpen und Senioren, für Allergiker – es wird alles geboten, was man sich vorstellen kann. Sogar in Humanlebensmittelqualität.
Die großen Hersteller produzieren natürlich auch immer noch – und verkaufen ihre Produkte. Die »kleinen Marken« können überlegen – und der Trend des Barfens ist für die Menschen, die es sich vor allem zeitlich leisten können, die Ernährung ihrer Tiere selbst zu kontrollieren.

Franjo Goebels, der Autor des nachfolgenden Textes, und meine Wenigkeit haben lange in der gleichen Firma und in der gleichen Abteilung zusammengearbeitet. Mein Verlag hat ihm das zweite Buch zu verdanken – »Giovanni und Tamino« waren seine ersten Hunde, die so gefüttert wurden, wie er dies im Folgenden beschreibt.

Hundefutter für gesunde, glückliche, ewig dankbare und liebende Hunde

»Man kaufe ein ganzes Lamm beim Züchter. Welcher infrage kommt, erfährt man z. B. beim Veterinäramt. Oder aufgrund von Empfehlungen. Geschlachtet werden die Viecherl auf Schlachthöfen oder von zugelassenen Metzgern. Oder man sucht sich einen regional ansässigen Biobauern.« [Wir hier in Winnert haben einen solchen Hof in Wisch, der allerdings keine Schafe hat; im Zweifelsfalle würden wir unseren Nachbarn fragen, der Schafzucht als Hobby betreibt – neben seiner eigentlichen Landwirtschaft und der Biogasanlage.]

»Die Tiere sind zumeist zerlegt; damit sie nicht zerschnibbelt werden, muss man genaue Angaben zu den eigenen Wünschen vorlegen. Ich bevorzuge große Stücke und zerlege, zersäge und zerschneide sie selbst.«

  1. 1. Man nehme von dem Lammteil ein oder mehr Stücke und lege sie in eine Reine, jeweils so um 1,5 bis 2,5 kg. Die Reine wird möglichst mit einem Deckel oder zumindest mit Alufolie abgedichtet. So kommt sie dann bei 90–100 °C in den Backofen – für ca. 10 Stunden.
  2. 2. Zwiebeln von etwa 60–80 % des Lammgewichts – rote Zwiebeln geben eine schönere Farbe – fein schneiden und in Kokosöl (das ist gut für das Fell und die Verdauung) oder Olivenöl anbraten, bis sie mittelbraun sind. Einen Esslöffel Senf zugeben, verrühren und mit anrösten. Wenn sich ein leichter Bodensatz bildet und zart bräunt, mit etwas Wasser anlöschen, wieder etwas anbräunen lassen, wieder ablöschen und noch einmal bräunen lassen, noch ein Schlückchen Wasser und dann eine halbe bis dreiviertel Flasche Rotwein« [das ist kein Scherz!] »(keinen Fusel – nicht sparen – es geht um deine Hunde!) zugeben, und weg vom Herd.
    Drei bis vier Knoblauchzehen schälen, aufspalten und den kleinen Strunk entfernen. Den Knoblauch in feine Blättchen schneiden und rein in die Brühe. Ein Stück Ingwer (kein Pülverchen, sondern frische Ware im Volumen des Eineinhalbfachen der Knoblauchmenge) fein schnibbeln und auch in den Topf. Dazu noch je einen Teelöffel Dill und einen mit Rosmarin, mit einer Prise Salz verreiben und auch in die Brühe. Das Ganze kommt dann in der Reine über das Fleisch.
  3. 3. Einen Pott voll Gemüse (so um 3–5 Liter) klein schneiden. (Kein Rotkohl, kein Spinat, keine Rote Bete, wegen der Farben!) Je mehr Sorten, umso besser!. Das Gemüse erhitzen, ankochen und in die Kochkiste geben. Deine Mutter weiß vielleicht noch, wie das geht. Wenn du keine Kochkiste hast, dann stelle den Topf in dein Bett, isoliere ihn gut mit einer oder mehreren Wolldecken und lasse das Gemüse darin langsam garen, bis das Fleisch aus dem Ofen kommt. Der Zweck der Sache ist, dass das Gemüse wohl gar, aber nicht zermatscht ist. Die Vitamine und die Geschmackstoffe bleiben so weitgehend erhalten. Hunde brauchen Gerüche und Geschmackstoffe!
  4. 4. Das Fleisch klein schneiden, mit Gemüse mischen und portionsgerecht in Folienbeutel verpacken. Zweckmäßig ist, das Gewicht der Portionsbeutel an der den Hunden  gegönnten Fleischmenge zu bestimmen.« [Als Hausnummer gilt, dass ein 20 kg schwerer Hund 700 bis 800 g Fleisch pro Tag haben sollte.] »Die Beutel in die Gefriertruhe geben.
  5. 5. Die Tagesmenge jeweils langsam auftauen lassen und ggfs. mit Menschenfutter (Reis, Nudeln, Kartoffeln, Gemüse) aufmotzen.
    Wenn du das alles richtig machst, werden deine Hunde dich noch mehr lieben.
  6. 6. Die Innereien werfen Schlachthöfe und Metzger oft beiseite und sie werden nicht mitberechnet. Nimm sie mit, sie bestehen aus Lungen, Leber, Herz, Nieren, Milz und der Speiseröhre. Die Leber lege beiseite, sie kommt später dran. Packe alles in einen großen Topf. Dazu kommen eine mit zwei Nelken gespickte weiße Zwiebel, zwei bis drei Lorbeerblätter, einige Wacholderbeeren. Bedecke das Ganze mit kochendem Wasser. Ungefähr 30 Minuten bis zur Garprobe köcheln lassen. Abkühlen, schnippeln, mit Reis, Nudeln, Kartoffeln oder sonst was mischen und verfüttern.
  7. 7. Die Leber kann eine Delikatesse sein, wenn du sie nicht für die Hunde verbrauchst und sie nach Art der Fegato Veneziana zubereitest, nämlich so: ca. 80 % des Gewichts der Leber als Zwiebeln in feine Scheiben schneiden und in Olivenöl ganz leicht rösten. Die Leber in ca. 3 bis maximal 4 mm dicke Scheibchen schneiden. Das geht leichter, wenn die Leber etwas angefroren ist. Die Zwiebeln aus der Pfanne entfernen, die Leberscheibchen kurz anbraten, die Zwiebeln wieder zugeben und alles mit soviel Rotwein ablöschen, wie man gern als Soße hätte. Wenn die Leber gar, also innen nicht mehr roh ist, dann mit Weißbrot oder Kartoffelpüree verspeisen. Salz, wenn überhaupt, erst bei Tisch zugeben. – Das wäre eine gute Belohnung für die Mühen von aus den Punkten 1–6.
  8. 8. Reste: Alle Knochen, alle Brühen, alle Reste in einen Topf geben, mit Wasser auffüllen und ca. 2 Stunden köcheln lassen. Wenn alles kalt ist, das Fleisch von den Knochen abfieseln (es sind bisweilen ganz schöne Mengen), den Rest in Gläser abfüllen und damit bei Bedarf das Futter weicher oder labberiger machen.«

Das wäre es! Hört sich kompliziert an, ist es aber nicht. Es hört sich teuer an, ist es aber auch nicht. Trockenfutter oder Nassfutter der Petfood-Industrie ist teurer, zusätzlich sparst du Tierarztkosten und die Hunde werden dich lieben und dir ewig dankbar sein.

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