Aussichten auf mehr?

Ich entsinne mich dumpf, mit Paul Sanker in Kontakt gekommen zu sein, nachdem ich seinen ersten Roman »Der Tod aus einer anderen Welt« verrissen hatte, wobei sich der Verriss eindeutig nicht auf seinen Roman als solchen bezog, sondern auf das, was der Noel-Verlag damit angestellt hat. Richtiger: daran verbrochen hat. Während der Verlag auf die Kritik auf typische Weise reagierte – ich wurde des damaligen Verlagsforums verwiesen, Paul Sanker wird heute nicht mehr als Autor genannt –, nahm Paul die Kritik eher entspannt auf. Und er gab nicht auf, sodass nicht nur, aber auch in meiner p.machinery eine ganze Reihe von Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien erschienen ist.

»YOLO« lag eine Weile auf Halde, wie das in meiner p.machinery häufig so ist. Als Einzelkämpfer mit nur zwei Händen und nur vierundzwanzig Stunden pro Tag ist man ein wenig limitiert. Die Geschichte, die nur vermeintlich eine Fantasystory ist, jedoch eindeutige SF-Elemente vorzuweisen hat, dreht sich um eine Gruppe junger Menschen, die sich Onlinerollenspielen widmet und im selbst entworfenen »Kingdom of Fantasy« merkwürdige Dinge feststellt, die sich bis in die reale Welt auswirken. Wie gesagt: keine Fantasy, sondern echte SF – wenn auch Onlinerollenspieler mit Fantasyneigungen ganz sicher nicht zu kurz kommen.

Paul Sanker hat durchblicken lassen, dass er die Schreiberei an den Nagel gehängt hat, jedenfalls die in größerem Stil betriebene. Da gab und gibt es andere Dinge, die seiner Aufmerksamkeit bedürfen, und solche Wandlungen im Leben eines Menschen sind nicht ungewöhnlich. Immerhin ist »YOLO«, wenn es bei Pauls Entscheidung bleibt, vermutlich der letzte Roman, der von ihm veröffentlicht wird, und darauf bin ich durchaus stolz. Aber man weiß ja nie – und vielleicht kann ich ihn auch noch dazu überreden, eine Sammlung seiner Kurzgeschichten herauszubringen. Man wird sehen.

Zunächst einmal sollte man sich seinem aktuellen Roman »YOLO. Wir treffen uns im nächsten Level« widmen, der ganz frisch erschienen ist.

Sanker, Paul, YOLO. Wir sehen uns im nächsten Level

Eine neue Chance für Tiny Stricker

Dank der Seuche wurde seine Lesung zwei Mal verschoben – nun wird es am 18. Juni 2021 einen neuen Anlauf geben: Tiny Stricker liest. Und wenn es nicht klappen sollte, prüft man die Möglichkeit, das Ganze über Zoom zu veranstalten. – Weitere Details zur Lesung: hier. Informationen zu seiner Werkausgabe: hier.

Mach dir eine Kopie, dann hast du zwei

Das empfehle ich gerne Menschen, die behaupten, ein Problem zu haben. Mach dir eine Kopie von dem Problem, dann hast du zwei. Ein guter Rat. Das führt zu mehr Zeitvertreib beim Versuch, zwei statt nur ein Problem zu lösen. Eine nicht ganz unumstrittene Methode, sich die Zeit zu vertreiben, zugegeben …

Aber es gibt wohl in der Tat Menschen, die zu wenig Probleme haben. Was also tun? Man sucht sich irgendetwas und bauscht es zu einem Problem auf.
Da gibt es dann diesen Kunden meines Verlages, der erstmals ein Buch bestellt, indem er mir eine E-Mail schickt. Immerhin hat er das geschafft, ohne mich anzumeckern, dass es auf meiner Verlagswebsite keinen Shop gibt. (Auch solche Probleminhaber gibt es, in der Tat.)
Am 30.05. erhalte ich also die Bestellung, und als fleißiger Mensch schreite ich sogleich zur Tat, schreibe die Rechnung und sende sie an den Schaltungsdienst Lange, damit dieser das Buch, das bei ihm lagert, verschickt. Der Versand erfolgt noch am gleichen Tag, und ich erfahre dann gestern, dass die Sendung am 09.06. eingetroffen ist (nur nebenbei: Bei einem anderen Kunden hatte ich letztens den Fall, dass eine Büchersendung von Berlin bzw. von Winnert in den Raum Bremerhaven gute drei Wochen unterwegs war).
Aber oweh – das Problem! Die Rechnung wies – wie die allermeisten meiner Rechnungen – das Zahlungsziel »Zahlbar innerhalb 8 Tagen ab Rechnungsdatum ohne Abzug« auf. Und der Kunde beschwert sich nun, dass er die Rechnung am 07.06. hätte bezahlt haben müssen, die er erst am 09.06. mit der Sendung erhalten hat.

Es gibt Vorschriften, was auf einer Rechnung in Deutschland zu stehen hat. Eine Zahlungsbedingung gehört dazu, es ist eine Mussbedingung. Ich könnte mehr als 8 Tage notieren, sehe das aber nicht ein. Ich könnte auch »8 Tage ab Rechnungserhalt« notieren, aber das führt nur dazu, dass der möglicherweise säumige Zahler dann behauptet, er hätte die Rechnung gar nicht erhalten (und solche Fälle habe ich sowieso schon gehabt; für manche Kunden ist es schon schwierig, die Rechnung in dem knallroten Umschlag auf der Versandverpackung ausfindig zu machen). Jedenfalls habe ich meine Formulierung der Zahlungsbedingung gewählt, wie sie ist. Und habe damit bislang keine Probleme gehabt.
Es gibt Kunden, die tatsächlich innerhalb dieser 8 Tage zahlen – wenn die Post bei der Lieferung mitspielt, ist das auch kein Problem. Dass die Post nicht immer mitspielt, trifft bei mir auf keinerlei Unverständnis. Ich mache das Geschäft lange genug, um schon viele Varianten erlebt zu haben (wie z. B. eine Sendung nach Melbourne in »Australia«, die mit dem Vermerk »Empfänger unbekannt« aus Wien, Austria, zurückkam). Und schon, weil ich meine Buchhaltung allenfalls alle zwei Wochen erledige, mahne ich überfällige Zahlungen auch ganz sicher nicht eher als nach Ablauf von zwei Wochen – und da ich ein netter Mensch bin, tue ich dies sogar oft erst nach vier Wochen. Warum auch nicht? Mahnungen machen Arbeit und sind für den Gemahnten oft unangenehm, weil es durchaus nicht selten gute Gründe gibt, dass es zu einer Verzögerung gekommen ist. (Die notorisch Zahlungsunwilligen ohne guten Grund knöpft sich irgendwann mein Inkassodienstleister vor.)

Langer Rede kurzer Sinn: Am Ende protestierte der Kunde nicht nur im Text seiner Paypal-Überweisung, sondern auch in einer eigens verfassten Mail:
»Buch und Rechnung sind HEUTE, am 09.06.2021 eingetroffen.
Die Rechnung war zu zahlen bis 07.06.2021.
Das wirft ein schlechtes Licht auf mich, als scheinbar säumiger Zahler.
Ich bitte um Verständnis, dass ich hier künftig nichts mehr bestellen werde, solange nicht eine Vorab-Zahlung via paypal möglich ist.
In solchen Dingen bin ich empfindlich, da möchte ich mir nichts nachsagen lassen.«

Ich habe nichts gesagt. Auch nicht nachgesagt. Eine Vorauszahlung verlange ich grundsätzlich nicht, für mich gilt: »Erst die Ware, dann das Geld.« Und wer so ein Problem damit hat, der sollte sich wirklich eine Kopie machen, um dieses dann doppelte Problem in seiner ganzen Schönheit und Würze genießen zu können. Ich indes kann mir jede Kopie sparen, denn ich habe kein Problem. Nicht mit solchen Albernheiten.

Sonnenschein, schon reserviert

Es hätte mich gewundert, wenn die kleine Tilda – immerhin erst acht Monate alt – lange auf Interessenten hätte warten müssen. Die süße Maus mit den lustigen Marienkäferohren – die Punkte, die Punkte (für all diejenigen, die Marienkäfer noch nie gesehen haben) – könnte in der richtigen Familie und mit der richtigen Erziehung ein wundervolles Beispiel für die grenzenlose Idiotie der Schreibtischhonks mit ihren Rasselisten werden. Ich drücke die Daumen, dass das alles so hinhaut. Genau so. Und nicht anders.

Zu Tildas Seite: hier.

Tilda *** R E S E R V I E R T ***

Klare Worte

Eigentlich ist die Heidenreich nicht so mein Fall. Ich weiß nicht, warum. Irgendwie fehlt einfach der spontane Eindruck der Sympathie. Andererseits sollte ich sie mögen, weil sie kein Blatt vor den Mund nimmt, auf den sie auch nicht gefallen ist.

Gestern hat sie sich im Spiegel zum Thema Gendern geäußert. Und mit Aussagen wie der, dass die Genderei »alles ein verlogener Scheißdreck« sei, macht sie sich mir auf jeden Fall sympathisch. Denn mit: »Dieses feministische Getue in der Sprache geht mir furchtbar gegen den Strich« kann ich bestens leben.

Der Spiegel-Artikel findet sich hier.

Und der Podcast, in dem sie das gesagt hat: hier. (Da geht es freilich nicht nur um das Gendergedöns, sondern auch um Köln – was mir als Düsseldorfer auch ganz gut in den Kram passt.)

Priorisierte Impfverarschung endet

Am 07.06., so heißt es, endet die Priorisierung bei der Antiseuchenimpferei. Dann können sich nicht mehr nur die Personen verarschen lassen, die ein bestimmtes Alter überschritten haben, die Vorerkrankungen haben – dazu gehört auch Diabetes – oder die bestimmten Berufsgruppen zuzuordnen sind, nein, ab dem 07.06. kann sich jeder Deutsche verarschen lassen, der das Alter von 12 Jahren erreicht hat.

Verarschen? Ja, denn ganz offensichtlich diente die Priorisierung bislang nicht der Bevorzugung der oben erwähnten Personen beim Impfen gegen die Seuche, sondern bei der Verarschung angelegentlich der zwangsläufig erfolglosen Versuche, einen Impftermin zu bekommen:

Das geht schon seit Tagen so (und vorher sah es nur anders aus) und wenn dann doch mal ein stornierter Termin für Sekunden aufblitzt, dann auf jeden Fall für eine Impfung innerhalb der nächsten 30 Minuten in mindestens 110 Kilometern Entfernung.

Da tue ich doch lieber etwas für meine Bildung und übersetze den ganzen Blödsinn ins Maltesische:

Korrektur hören

Ich empfehle gerne, Texte aller Art Korrektur zu lesen, bevor man sie veröffentlicht, und schließe dabei vor allem auch textliche Werbeaussagen mit ein. Aber bisweilen sollte man auch das gesprochene Wort Korrektur lesen … nein, hören. Bei so einer Aktion wäre den Werbidioten der McMakler GmbH in Berlin vielleicht auch aufgefallen, dass die Antje Hamer die TV-Werbung mit der Frage beginnt, ob man seine Mobilie (!) verkaufen möchte.

Und nein, ich mochte meine Im(!)mobilie schon zu den Zeiten des halsnasenohrenkranken Sprecher schon nicht verkaufen, und daran hat sich nichts geändert. Und meine Mobilie – derer ich zwei besitze – verkaufe ich auch nicht, auch nicht bei den Nervwerbern von ichversaufedasgeldfuerdeinauto.de.

Pussy Böhmermann

Heute Morgen bezeichnet Jan Fleischhauer, bekannter Kolumnist im FOCUS, Jan Böhmermann als »nervigen Sozialkundelehrer«. Ich finde das ganz arg ganz lieb ausgedrückt. Denn ich hätte da andere Prädikate für diesen medialen Platzverschwender, dessen unterirdischer Pseudohumor allenfalls für hochnotpeinliche Dreckschleuderei geeignet ist – und netterweise auch schon mal Konsequenzen hatte (und damit meine ich nicht nur die Causa Ziegenficker, die vor allem Auskunft über die schlicht zweifelhaften Fantasien des Täters gab), die allerdings leider nicht dazu führten, Böhmermann aus der Riege deutscher Kabarettisten dauerhaft zu entfernen (aber vielleicht schafft er das ja auch noch selbst …).

Aber ich steigere mich hinein. Sinnvoller – und deutlich amüsanter – ist es, die Kolumne von Jan Fleischhauer zu lesen: hier.

Diagnose|F wird gelesen

Es liegt mir fern, das verheimlichen zu wollen:
Robert Corvus hat sich in seinen »Schreibzeichen«, Ausgabe 104, unsere »Diagnose|F« besprochen. Das Video findet sich hier:

Schreibzeichen 104 - Diagnose|F mit Markus Regler

Yvonne Tunnat, die Rezensionsnerdista, wie sie sich nennt, hat das Buch ebenfalls besprochen: hier. Leider erwähnt sie weder ISBN noch den Verlag, aber findige Buchinteressenten haben damit sicherlich kein Problem.
Im Literaturforum hat ein Frank1 das Buch besprochen: hier.
Und ein anderer Frank, der Werneburg nämlich, hat sich im Fantasyguide mit dem Werk beschäftigt: hier.
Ein Buch in aller Munde, könnte man sagen.