So sehr sich die Aussagen von Peter Schlobinski, dem Vorsitzenden der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS), in dem Interview des Tagesspiegel vom 26.05.2021 kontra Gendern lesen, so eindeutig dürfte das Gegenteil der Fall sein. Denn jedenfalls outet sich die GfdS auf ihrer Website gfds.de gleich auf ihrer Startseite groß, fett und unmissverständlich pro Genderunsinn. Und entblödet sich nicht, widersprüchlich zu sein: »Die GfdS sagt JA zum Gendern – verständlich, lesbar, regelkonform –« Und genau diese drei Prädikate gehören zum Gendern eben nicht. Gendern ist nicht verständlich (im Sinne von »verstehen«), es ist nicht lesbar und schon gar nicht regelkonform. Sagt der Mogelgenderer selbst.
Archiv des Autors: beckinsale
Zehn Jahre wie nichts
Wie schnell zehn Jahre vergehen, sieht man an dir, meine Maus …

Heute vor zehn Jahren haben wir dich zu uns geholt. Nach einer langen Tour in einem Transporter aus Ungarn haben wir dich in Odelzhausen bei einem Tierschutzverein abgeholt, da warst du gerade ein paar Stunden in Deutschland. Du warst klein, unscheinbar, du warst müde und hast gar nicht richtig auf uns reagiert. Und als wir dann zu Hause waren, begann das Abenteuer.
Am Anfang hast du mich an meine Grenzen geführt, mich fast verzweifeln lassen, fast hätte ich aufgegeben. Ich hatte gedacht, ich wüsste nach meiner ersten Kim, wie ein Hund ist, wie man mit ihm umgeht, dass das alles so einfach ist. Aber das war es nicht. Doch dank professioneller Hilfe haben wir den richtigen Weg gefunden. Zueinander.
Eigentlich heißt du Gigi, so steht es in deinem Pass. Aber niemand nannte dich jemals so. Du sahst meiner ersten Kim ähnlich, und keinen anderen Namen brachte ich über die Lippen. Bis heute hast du eine Million Kosenamen gehabt, und immer wieder Kim, Kimmi, Kimmimaus … eine Million verschiedene Namen für einen einzigartigen Hund.
Es gäbe viele Geschichten zu erzählen, zu viele, um sie jetzt hier aufzuschreiben. Vielleicht schreibe ich einmal ein Buch. Wer weiß?
Eines jedoch ist klar:
Es ist schön, dass du bei uns bist, Kimmi.
Und es ist schön, dass ich dich liebhaben darf, Kimmi.
Für die Sonntagssuppe
Wer den Titel nicht versteht: Man sagt, die sind gut, die kommen in die Suppe. <seufz>
Verkackt: Gendern ist gestrichen
Der businessinsider.de berichtet über eine Umfrage von Infratest dimap für die Welt am Sonntag, wie beliebt das Gendern in Deutschland ist. Die Genderschwänze und -mösen dieses Landes haben verkackt. (Und damit sind die Grünen dieses Jahr doppelt unwählbar geworden, jippieh!)
Der Artikel: hier.
Sounds like nuts
Wenn Celli Geräusche machen, die sie nicht machen dürfen
Normalität
In manchen Situationen ist es sinnvoll, einfach zur Normalität überzugehen. Es gibt Dinge, die geschehen müssen – und die geschehen. NOVA hat einen neuen Untertitel erhalten. »NOVA Science-Fiction« ist Vergangenheit, das »Magazin für spekulative Literatur« ist NOVAs Zukunft. Einhergehend mit dem neuen Untertitel war auch ein neues Titellayout, ein neues Logo angesagt. Et voilà:

Das O im Schriftzug NOVA wird zukünftig durch eine als Nova-Korona gedachte Grafik repräsentiert. Die neue Schrift heißt Nasalization. Und diese Banderole wird in dieser Form die zukünftigen Ausgaben von NOVA zieren. Farblich wird sich das neue Stück vielleicht den Gegebenheiten der Titelabbildung anpassen, das steht aber noch nicht fest. Abwarten.
Auf jeden Fall gefällt mir die neue Optik. Das finale Titelbild wird noch ein wenig erweitert, denn gemeinsam mit dem neuen Untertitel und der damit verbundenen Kennzeichnung als Magazin werden sich auf dem Cover auch Informationen zum Inhalt – Autorennamen, Themen u. ä. – finden. Aber diese Dinge stehen für die Ausgabe 31 noch nicht fest. Jedenfalls nicht offiziell.
Makellos oder Macke groß?
Das kommt dabei heraus, wenn man Rauschgift nimmt:

Aber was will man auch von einer Werbung für ein Produkt einer Firma erwarten, die in München sitzt und sich völlig unpassend »Nordic Cosmetics« (auf Deutsch ging es wieder nicht) nennt (für Münchner liegt Garching bereits jenseits des Polarkreises) und mit Cannabis nicht nur Kosmetik produziert, sondern offensichtlich auch den recht zweifelhaften Kreativprozess der zuständigen Marketingmitarbeiter zu steuern versucht. Aber »Fühl dich wohl in deiner eigenen Haut« war wohl einmal mehr zu deutsch.
Algenrhythmen sind doof
Worauf lässt das schließen?

Lässt das darauf schließen, dass ich als Freiberufler Beschäftigung als Lektor und Korrektor, gerne auch als Druckvorlagenmacher und ähnliches, suche? Oder lässt das vielmehr darauf schließen, dass die Algorithmen, die hier werkeln, genauso doof sind, wie die Programmierer derselben, die hier einmal mehr so richtig in die Schüssel gegriffen haben?
Peinlichende Verlage*innen
Mit Hinstorff kam ich über die kurze Zeit in Berührung, wenn ich mich recht entsinne, als der Verlag mit dem Heyne-Verlag zusammenarbeitete. Noch heute bekomme ich die Mails von Hinstorff, mit dem man die neuen Verlagsprogramme ankündigt. Eigentlich angenehm unaufwendig und wenig nervig. Aber:
»Mit Vorfreude auf einen schönen Sommer, möchten wir Sie heute schon auf die neuen Hinstorff-Titel für das zweite Halbjahr aufmerksam machen. Unsere Autor*innen, Illustrator*innen und Fotograf*innen entführen uns in ihre spannenden, unterhaltsamen und aufregenden Welten, die wir nun in Form von wunderbaren neuen Titeln präsentieren dürfen.«
Das gibt es nicht, denke ich mir, und öffne »Die schönsten Bücher im Norden«, das Programm für den Herbst 2021 »mit Gesamtverzeichnis«. Das Programm des Verlages ist ausgesprochen nordlastig – SF ist längst kein Thema mehr (und das ist vielleicht gut so) –, aber der Programmkatalog ist gespickt mit pseudodeutschen Sprachpeinlichkeiten in Form von Gendersternen. Und man kann Peinlichkeitende durchaus noch steigeren*innen:
Da gibt es »Das Lehrbuch für Plattdeutsch« in der »Expert*innen-Neuauflage«, und eine Seite weiter wird für eine plattdeutsche Krimireihe geworben:
»Man nehme: Einen Hauptkommissar namens Jörg Knaak und den Kommissar Werner Rhode von der Mordkommission, dazu Dr. Schmidt und Hella Kaminski von der Spurensicherung … und? Und natürlich Kriminalfälle, skurril oft, meistens undurchsichtig, ja unheimlich, manchmal mit Wendungen, die nicht nur die Ermittler überraschen. Diese „Zutaten“, gut gemixt, ergeben Wolfgang Mahnkes Kurzkrimis, gekonnt erzählt auf Niederdeutsch, wie wir es von ihm in bewährter Art und Weise kennen. Die Leser*innen werden zahlreiche Tatorte in Rostock und der näheren Umgebung kennen: „Ganz in’e Nehg füll ’n Schuss. Vera Buck löt vör Schreck denn’ lütten Plasteemmer fall’n un grep sick an ’t Hart. In dat Unnerholt marachte wat up se tau“ … Ja, und was da wo passierte in „Blage Beern un rode Hoor“ finden die Kommissare und die Leser*innen heraus in atemberaubender Spannung, die nicht nur beim Autor die Frage aufkommen lässt: „Sünd s’ existent orer blot Droom?“ Also ein weiterer Fall – dieses Mal von wem zu lösen?«
Das herausragend Peinlich*innene daran: Nur die Leser werden gegendert – obwohl es inzwischen genügend Umfragen gibt, die klarstellen, dass die das in der Mehrheit nicht mögen –, nicht jedoch der Hauptkommissarende, die Mordkommissionenden, die Ermittler*, die Kurzkrimi*innen und das Niederdeutschende …
Merkt ihr was?
Ein Verlag, der überhaupt auf die Idee kommt, ein Sternchen zu benutzen, um irgendeine krude Halbverschwörungstheorie – Gendern fördert ja angeblich die Gleichberechtigung – zu unterstützen, ist peinlich. Ein Verlag, der das nicht konsequent durchzieht, ist dämlich. Und ein Verlag, der das konsequent durchziehen würde, ist indiskutabel und sollte die Branche wechseln. Am besten Schraub*innende herstellen.
Ich habe die Newslettermail heute abbestellt.
P.S.: Wer sich die Vorschau*innen anschauen möchte: http://www.hinstorff.de/img/cms/Herbst.2021_Vorschau.pdf.