Tagwerk 28/12

  • Meine Routine habe ich noch nicht gefunden.
    Da war Frau vor.
  • Trotzdem Lektorat und Korrektorat einer Novelle beendet und an Autor verschickt.
    Das war Runde 1.
    Vielleicht kommt noch Runde 2.
  • Wiedereinstieg in den Job für’s Klinikum.
    Korrektorat begonnen.

Weihnachten ist krank

  • Nein, Weihnachten hat keine Seuche. Wenn man möchte, dann IST Weihnachten auch eine Seuche.
  • Im August landen die ersten Nikoläuse, Spekulatiuspackungen und Christbaumkugeln in den Supermärkten.
  • Ab Oktober bestehen gefühlte 130, tatsächlich jedoch 30 bis 40 Prozent der Werbung im Fernsehen aus Werbung für Parfüms. Die meiste Werbung für Parfüms lässt auf schwere psychische Probleme der Macher schließen, nur sehr wenige kann man sich immer wieder anschauen. Wenn man’s genau nimmt, eigentlich nur die von Paco Rabanne. Megapeinlich: Hugo Boss. »Sei der Man of Today«, ich schrieb schon darüber.
  • Spätestens Mitte November räumt Frau den Keller nach oben. Etliche Kartons plus Inhalt fliegen auf den Müll. Der Keller ist feucht, ja, das ist nun mal so. Aber man könnte das Gedöns, das einem wichtig ist, auch in Plastikkisten lagern. Dann wäre das Plastik schon mal aus dem Meer. Umzugskartons sind nichts für den Keller.
  • Dann wird dekoriert, alles, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Überall Aufkleber und Sterne an den Fenstern. Tannenkranz an der Tür, der, an dem man so schön hängen bleibt. Glöckchenkonglomerate, deren Bimmeln dafür sorgt, dass das Gefühl, langsam, aber sicher wahnsinnig zu werden, auf einem leicht ansteigenden Level bleibt. Überall Kerzen. Und dann Räucherkram mit dubiosen Duftnoten. Kerzen. Ach nee, die hatte ich schon. Obwohl, so viele, wie das sind.
  • Einkäufe. Was ich mir zu Weihnachten wünsche? Nichts, ich habe alles. Aber das geht natürlich nicht. Die Wünsche meiner Frau werden erläutert, bleiben diffus und unerklärlich. Tenor: Wer braucht so was? Der neue Staubsauger ist kein Geschenk, sondern eine Notwendigkeit, weil sie den alten zerstört hat.
  • Weihnachtskarten. Schlimmer noch: Weihnachts-E-Mails. Die meisten vernichte ich, lösche ich unbeantwortet, beinahe unbeachtet. Diesmal sind es genau zwei, die eine Antwort bekommen haben. Zwei Karten. Bei den E-Mails erinnere ich mich nicht. Schon die üblichen Schlussformen von wegen »Frohe Weihnachten und guten Rutsch« sind eine übelmachende Belastung. Ach, geht doch scheißen – ein Vorschlag der Österreicher, den ich hier gerne weitergeben würde. Wenn ich nicht doch ein wenig Anstand besäße.
  • Kekse backen. Für die Nachbarn. Ich bin Diabetiker und bekomme allenfalls Vanillekipferl mit Erythrit zum Selberbiegen. Vanilletaler werden sie euphemistisch genannt. Da ist dann nicht mal mehr was zum Biegen dran. Und die Geschenke für die Nachbarn. Okay, unsere Nachbarn sind nett, da kann man das machen. Muss man nicht, kann man aber. Machen wir auch. Machen die auch.
  • Zum Glück haben wir künstliche Weihnachtsbäume. Einen großen, einen kleinen. Der große Baum ist diesmal im Keller geblieben. Warum auch immer. Keine Zeit, keine Lust. Den kleinen Baum hat Frau hübsch mit Figürchen und Lametta behängt, sodass ich keine Lichterketten mehr anbringen konnte. Die kommen eigentlich zuerst. Aber gut. Platz für den großen Baum hätten wir im Wohnzimmer eh nicht gehabt. Eigentlich nirgendwo. Höchstens im Wintergarten. Da sieht ihn bloß keiner.
  • Die Seuche hat das diesjährige Fest geprägt. Ooch, Lockerungen, ooch, Familien müssen sich doch treffen dürfen, ooch, das Leben ist so hart und gemein, ooch, die Menschen in den Seniorenheimen und den Kliniken, ooch … Im Grunde hat Weihnachten 2020 nur mitgeholfen, die Unvernunft der Menschen nach oben zu schaufeln. Und wir haben trotz allem noch Glück – die Vollverblödeten kommen erst Silvester aus ihren Löchern. Diesen Explosivtraditionalisten hat man ja schon in den einschlägigen TV-Sendungen – »Brisant« zum Beispiel – genügend Raum geboten, ihre Dummheiten zu verbalisieren. Silvesterballerei als Tradition. Dummheit ist auch Tradition. Unausrottbar.
  • Ich habe viele Aspekte übersehen. Nicht erwähnt. Vermutlich verdrängt. Keine Ahnung. Weihnachten ist krank. Ich empfinde es mit steigendem Alter als zunehmende Belastung, mich überhaupt auch nur ansatzweise mit diesen unchristlichen Zwängen des Konsums und der Pseudotradition zu beschäftigen. Ich verstehe nicht nur nicht, was das alles soll – ich will es auch nicht verstehen. Ich habe vor vielen Jahren Weihnachten in Südafrika zugebracht. Heiligabend am Strand. Weihnachtsbäume mit Sprühschnee. Grillen am Strand bei 30 Grad im Schatten und im guten Anzug. Sekt, Champagner, Bier, Steak, Grillwürstchen. Es war ein Erlebnis, hat mir aber auch gezeigt – und daran erinnere ich mich immer wieder – wie völlig verblödet der Umgang mit diesen Tagen ist. Nicht nur in diesen Zeiten der Seuche. Nein. Immer.
  • Weihnachten ist krank. Die Menschen sind es ja auch.

Und durch 27/12

  • Die Buchhaltung ist erledigt. Nichts Gravierendes. Eigentlich. Routinesachen. Leider sehr viele Zahlungserinnerungen diesmal. Zwei, nein, drei haben sich schon geklärt. Und es sieht ganz danach aus, als dürfte ich nächstes Jahr ordentlich Steuern (nach-) zahlen.
  • E-Mails habe ich nicht beantwortet. Ein paar, ja. Aber nicht die Masse, die eigentlich gestern dran gewesen wäre. Nun ja. Kismet.
  • Meine beiden Hundemädels sind wieder weg. Die kommen immer in mein Arbeitszimmer, wenn Frauchen durchlüftet. Dann ist es überall arschkalt, außer bei mir. Das passiert nicht wegen der Seuche, sondern wegen Feuchtigkeit, die sich dank ständig zu lahm laufender Heizungen – Frau! – an den Fenstern niederschlägt. Außer in meinem Arbeitszimmer. Sie übersieht dabei, dass sie durch die Lüfterei erst zusätzliche Feuchtigkeit ins Haus holt. Aber selbstverständlich ist das falsch.
  • Die Chancen stehen gut, dass das Wetter morgen genauso wird wie heute. Kalt, einstellig. Regen. Dazu Sturm. Das Auge des Tiefs liegt noch über Großbritannien.
  • Morgen werde ich mir meine Routine zurückholen und sie als Bildschirmhintergrund installieren. Mit diesem Chaos in meinem Tagesablauf geht es nicht weiter. Definitiv. Beim Fernsehprogramm stehen die Chancen wohl gut. Auf NITRO jedenfalls. Damit ist der Montagmorgen schon mal gerettet. Nur abends mit Barnaby wird’s nichts. Aber es gibt ja noch die Mediathek.

Kirre

Diese Scheißweihnachtstage machen einen völlig kirre. Donnerstag war Heiligabend. Also Samstag. Gestern dann der erste Weihnachtsfeiertag. Sonntag. Heute wäre E-Mail-Tag gewesen. Weil Samstag. Zweiter Weihnachtsfeiertag. Also Sonntag. Morgen ist Buchhaltung. Weil Sonntag. Noch einmal. Kaputte Reihenfolge. Und natürlich habe ich heute nicht eine einzige Mail geschrieben. Und morgen ist Buchhaltung. Mist.

Scheißweihnachten.

Wofür steht die Abkürzung »Brexit«?

Eine wortwörtliche Auflösung dieser Abkürzung gibt es wohl nicht. »British Exit«, »Britain Exit«, wie auch immer – am 31.12. ist es so weit. Die Briten sind raus. Weg. Erledigt. Und ich tendiere inzwischen dazu, »Brexit« als Abkürzung für »Brain Exit« zu betrachten – jedenfalls, was Amazon angeht.

Seit Tagen bekomme ich die unten abgebildete Mail, die textlich, semantisch sozusagen, inhaltlich und insgesamt eine vollständige Katastrophe ist. Einen ähnlichen Schwachsinn hat Amazon in den letzten Wochen in Sachen Österreich und Steuer verbreitet.

Das Problem: Ich verschicke über Amazon verkaufte Waren nur von Winnert in Nordfriesland, einem Landkreis in Schleswig-Holstein, einem Bundesland der Bundesrepublik Deutschland aus. Amazon weiß das. Ich habe kein Lager in Großbritannien, hatte nie eines und werde es nie haben. Ich habe auch kein Lager in Österreich, hatte nie eines und werde es nie haben. Die mehrfache Wiederholung, dass man eine österreichische Steuernummer brauche, wenn man als Österreicher in Österreich österreichische Kunden beliefert, heilt ebenso wenig den amazonischen Autismus wie die mantrahafte Wiederholung, dass man beim Versand eine Versandadresse angeben muss, die der wirklichen Versandadresse entspricht, und wenn die Versandadresse nicht der wirklichen Versandadresse entspricht und eine solche überhaupt nicht angegeben wird, dass dann die Standardversandadresse statt der anzugebenden Versandadresse als Versandadresse herangezogen wird, damit man bei der Bestätigung des versendeten Versandes von Versandadressen nach Großbritannien wenigstens eine Standardversandadresse versandbestätigt hat.

Himmelherrgottlasshirnvomhimmelregnen!

Alle Welt zittert und jammert seit Jahren vor den großen Datenkraken Microsoft, Facebook, Google und Amazon. Ich tue das nicht mehr, denn die Menschen – oder sind es nur Algorithmen? –, die in diesen Konzernen arbeiten, sind schlicht und ergreifend zu dumm, mit ihren eigenen Datenbanken zu kommunizieren. Wenn sie überhaupt welche haben und sie nicht nur Gerüchte sind, um die Hysterie in der Welt zu schüren.

Die Mail:

Guten Tag!
Wir haben einige Aktualisierungen bezüglich Ihrer Standard-Versandadresse bei der Versandbestätigung für die neue Umsatzsteuerverordnung vorgenommen. Nachfolgend erfahren Sie, wie Ihre Standard-Absenderadresse bei der Versandbestätigung bestimmt wird.
Ab dem 1. Januar 2021 sind Online-Marketplace-Sites (OMP) dafür verantwortlich, Umsatzsteuer für Verkäufe in das Vereinigte Königreich von ausländischen Verkäufern zu erheben und einzuziehen, um die von der Regierung des Vereinigten Königreichs angekündigte neue Umsatzsteuerverordnung einzuhalten:
[Link gelöscht, Amazon macht das ja auch].
Zur Unterstützung dieser Anforderung haben wir Änderungen vorgenommen, um die tatsächliche Versandadresse zu bestimmen, wenn Sie den Versand bestätigen. Wenn Sie bei Amazon an Kunden im Vereinigten Königreich verkaufen, sind Sie von diesen Änderungen betroffen.
Dazu haben wir dem Workflow zur Versandbestätigung das neue Feld „Versandadresse“ hinzugefügt. Als eingetragener Verkäufer liegt es in Ihrer Verantwortung sicherzustellen, dass eine genaue Versandadresse angegeben wird und das endgültige Modell zum Steuereinzug basierend auf der Adresse bestimmt wird, die zum Zeitpunkt der Versandbestätigung angegeben wurde. Es gibt drei Bereiche, in denen das neue Feld zu finden ist:
1) Wenn Sie den Versand über Seller Central bestätigen, erscheint das neue Feld „Versandadresse“ auf der Seite „Versand bestätigen“. Die Standard-Versandadresse wird basierend auf den folgenden Kriterien festgelegt:
(a) Die Adresse, die in Ihren Einstellungen zur Umsatzsteuer-Berechnung zum Zeitpunkt der Bestellung angegeben wurde, wird als Standard-Versandadresse verwendet.
(b) Wenn Sie unter Ihren Einstellungen zur Umsatzsteuer-Berechnung keine Standard-Versandadresse angegeben haben, verwendet Amazon in Ihren Versandeinstellungen zum Zeitpunkt der Bestellung die voreingestellte „Versandadresse“.
(c) Wenn wir in den Einstellungen zur Umsatzsteuer-Berechnung oder in den Versandeinstellungen keine Standard-Versandadresse finden können, verwenden wir Ihre Geschäftsadresse.  Während der Versandbestätigung müssen Sie die tatsächliche Versandadresse angeben, die in Ihren Versandeinstellungen verfügbar ist.
2) Wenn Sie den Versand mithilfe unserer Versandbestätigungsvorlagen bestätigen, müssen Sie die tatsächliche Versandadresse in dieser Vorlage eingeben, die in Ihren Versandeinstellungen verfügbar ist, um den Versand zu bestätigen. Wenn Sie dieses Feld leer lassen, verwendet Amazon die Standard-Versandadresse.  Die Standard-Versandadresse wird basierend auf den folgenden Kriterien festgelegt:
(a) Die Adresse, die in Ihren Einstellungen zur Umsatzsteuer-Berechnung zum Zeitpunkt der Bestellung angegeben wurde, wird als Standard-Versandadresse verwendet.
(b) Wenn Sie unter Ihren Einstellungen zur Umsatzsteuer-Berechnung keine Standard-Versandadresse angegeben haben, verwendet Amazon in Ihren Versandeinstellungen zum Zeitpunkt der Bestellung die voreingestellte „Versandadresse“.
(c) Wenn wir in den Einstellungen zur Umsatzsteuer-Berechnung oder in den Versandeinstellungen keine Standard-Versandadresse finden können, verwenden wir Ihre Geschäftsadresse.
3) Wenn Sie den Versand mithilfe von MWS-APIs bestätigen, finden Sie das Feld „Versandadresse“ als zusätzliches Feld. Sie müssen bei der Versandbestätigung die tatsächliche „Versandadresse“ eingeben. Wenn Sie dieses Feld leer lassen, verwendet Amazon die Standard-Versandadresse. Die Standard-Versandadresse wird basierend auf den folgenden Kriterien festgelegt:
(a) Die Adresse, die in Ihren Einstellungen zur Umsatzsteuer-Berechnung zum Zeitpunkt der Bestellung angegeben wurde, wird als Standard-Versandadresse verwendet.
(b) Wenn Sie unter Ihren Einstellungen zur Umsatzsteuer-Berechnung keine Standard-Versandadresse angegeben haben, verwendet Amazon in Ihren Versandeinstellungen zum Zeitpunkt der Bestellung die voreingestellte „Versandadresse“.
(c) Wenn wir in den Einstellungen zur Umsatzsteuer-Berechnung oder in den Versandeinstellungen keine Standard-Versandadresse finden können, verwenden wir Ihre Geschäftsadresse.
Wenn Sie an Kunden im Vereinigten Königreich versenden und von den neuen Steuerverordnungen betroffen sind, empfehlen wir Ihnen, sich mit diesen Änderungen vertraut zu machen, um sicherzustellen, dass Sie diese Funktionen ab dem 1. Januar 2021 nutzen können.
Weitere Informationen zur Gesetzgebung zur Umsatzsteuer auf E-Commerce im Vereinigten Königreichs finden Sie unter:
[Link gelöscht, braucht eh kein Schwein.]
Weitere Informationen zur Versandbestätigung finden Sie auf der folgenden Hilfeseite:
[Link gelöscht, geholfen wird da eh nicht.]
Freundliche Grüße
Amazon Services Europe

 

Tage des Wiederbelebens

Als in Deutschland die Märchensteuer von 19 auf 16 und von 7 auf 5 Prozent gesenkt wurde, erwies sich KDP als »kleines dämliches Pack«, denn aus reiner Faulheit gibt man dort Nettopreise ein und KDP rechnet die jeweilige Meerschweinchensteuer oben drauf. Problem: In Deutschland unterliegen Bücher einer Preisbindung, und so stand ich – wie viele andere KDP-Nutzer auch – vor dem Problem, die Nettopreise bei KDP entsprechend anzupassen, um am Ende den z. B. im VLB hinterlegten »offiziellen« Verkaufspreis auch in dem halben Jahr der Steuersenkung zu erhalten.

Das war mir zu doof. Das wären bei mir weit über 100 Titel gewesen, und KDP neigt zusätzlich noch dazu, bei jeder Gelegenheit mit irgendeinem Scheiß daherzukommen, warum ein Buch nicht (mehr) freigeschaltet werden könne. Ich habe mehr als einmal Schadenersatzforderungen angedroht, damit das aufhörte. Wie gesagt, das alles war mir zu doof.

Also habe ich alle Titel bei KDP deaktiviert – löschen kann man sie ja nicht –, wodurch sie aus dem Amazon-Shop verschwunden sind. Halt, nein, nicht verschwunden – sie waren (und sind) einfach nicht lieferbar.

Peu à peu belebe ich die Titel auf anderem Wege wieder. Mit meinem (neuen) Partner Bookwire kommen die Printtitel wieder auf den Markt. Das ist allerdings ein nicht zu unterschätzender Haufen Arbeit: geringfügige Anpassung des Buchblocks, Erstellung von drei verschiedenen Covervarianten (manchmal sind es auch nur zwei, bei Hardcovern auch nur eines, weil nur ein Bookwire-PoD-Partner Hardcover kann … immerhin …), Dateneingaben, Uploads und so weiter und so fort. Pro Titel kann man von bis zu 60 Minuten Zeitaufwand ausgehen.

Heute gab es drei Autoren, die von einem ganzen Tag Arbeit profitieren durften:

  • Julia Beylouny mit ihren drei »Durch die Flut«-Titeln »Weltenreise« (Fantasy 8), »Das Flüstern der See« (Fantasy 11) und »Tiefe Wasser« (Fantasy 14), sowie »Lisanne« (Fantasy 19) und das Bändchen »Menschliche Augenblicke« (Außer der Reihe 23);
  • Kai Beisswenger mit seinen Titeln »Der verlorene Bruder« (Action, Thriller, Mystery 5), »Schräge Helden« (Außer der Reihe 19) und »Finger im Spiel« (Action, Thriller, Mystery 12); sowie
  • Dirk C. Fleck mit »GO! – Die Ökodiktatur« (AndroSF 38), »Feuer am Fuß« (Band 3 der Maeva-Trilogie, AndroSF 49), »Palmers Krieg« (Action, Thriller, Mystery 9), »99NOTES« (Außer der Reihe 24) und »La Triviata« (Außer der Reihe 31), wobei es drei der Titel sowohl als Paperback als auch als Hardcover gibt.

In einigen Tagen sind die Bücher über die üblichen Internetbuchportale verfügbar – und durch Bookwire erstmals auch im Barsortiment, dem Buchgroßhandel (Libri ausgenommen; die haben ja keine Lust mehr auf Kleinverlage).

Einem großen Mann zum Achtzigsten

Jörg Weigand … Als ich Anfang der Achtzigerjahre zum kleinen aktiven SF-Fan mutierte, war das bald ein Name der großen deutschen SF-Götter. Autor, Herausgeber … von seiner Laufbahn als Journalist beim ZDF bekam ich damals gar nichts mit, das waren damals für mich Themen zweier voneinander unabhängiger Welten. SF, Literatur, Politik – das passte nicht zusammen.

Heute ist da wohl mehr Augenhöhe. Jörg Weigand ist immer noch ein großer Mann der deutschen Science-Fiction – und nicht nur dieser –, aber heute macht er gemeinsam mit Rainer Schorm Bücher für meinen Verlag, wir reden über Projekte, machen sie aus, realisieren sie, wir machen Bücher.

Wie das zustande kam, weiß ich gar nicht mehr. Ich erinnere mich, ihm einmal begegnet zu sein, auf einem OldieCon. Welcher das war, weiß ich indes nicht mehr. Irgendwie schwirrt mir 2013 im Kopf herum. Aber das heißt nichts, da schwirrt so viel. Und ich weiß auch nicht mehr, ob wir uns damals unterhalten haben.

Irgendwann kamen wir dann auf anderem Wege in Kontakt, wegen eines Buches. Das kam durch Rainer Schorm und den von ihm mit herausgegebenen Band »Ihn riefen die Sterne«, ein Gedenken an Hanns Kneifel (erschienen im Juli 2017 als AndroSF 65). Und es folgten noch mehr Bücher: »Weiberwelten« (AndroSF 81, Mai 2018), »Vergangene Zukunft« (AndroSF 118, Februar 2020), das Geburtstagsbuch zum achtzigsten Geburtstag des Thomas R. P. Mielke, dann »Zweitausendvierundachtzig«, Kurzgeschichten orwellschen Duktus‘.

Und irgendwann begannen wir, zu telefonieren. Meist ist es Jörg Weigand, der sich meldet. Er kann auch E-Mail, unzweifelhaft – aber er mag das Telefon lieber, und für mich ist es immer wieder nicht nur Freude, sondern angenehme Abwechslung, wenn er sich meldet. Und das tut er beinahe jeden Tag.

Jörg Weigand … Damals in den Achtzigern, noch in den Neunzigern wäre ich vor Stolz und Freude vergangen, wäre da so ein Kontakt wie heute gewesen. Heute ist das alles ruhiger, gesetzter – aber nicht minder mit Stolz und Freude erfüllend. Und heute wird dieser große Mann der deutschen Science-Fiction, der nicht so früh wie Walter Ernsting und Herbert W. Franke, aber wohl von ebensolcher Bedeutung die deutsche SF vorwärtsgebracht hat, die auch ohne ihn heute nicht das wäre, was sie ist (und sie ist definitiv sehr viel mehr, als so manches Schandmaul über den Zustand der deutschen SF kolportieren möchte).

In den letzten Wochen haben wir – Karla, Jörgs Gattin, Rainer Schorm und letztlich ich – unser Geburtstagsgeschenk präpariert, und einmal mehr haben wir eine terminliche Punktlandung zuwege gebracht. Und nicht nur dank der zahlreichen Autoren, sondern auch dank der Leistung des Berliner Schaltungsdienst Lange.

Heute Morgen habe ich Jörg angerufen und ihm zum Jubeltage gratuliert. Es war wie immer eine freudige Gelegenheit, mit ihm zu sprechen. Und nebst Gesundheit, Glück und Erfolg hat er sich Zufriedenheit gewünscht; die Weltherrschaft interessiert ihn nicht so sehr, meinte er.

Weigand, Karla & Schorm, Rainer (Hrsg.), IN 80 JAHREN UM DIE WELT

Zappa wäre 80  

Frank Zappa, Vincent mit zweiten Vornamen, wurde heute vor achtzig Jahren in Baltimore geboren. Er starb nicht nur für meinen Geschmack viel zu früh am 04.12.1993.


Frank Zappa @ Toronto, 24.09.1977
Von Jean-Luc – originally posted to Flickr as FRANK ZAPPA, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6799138

Meine ersten Erinnerungen an seine Musik waren alles andere als positiv. Während meiner Schulzeit und bis zum Abitur 1978 war das, was ich von ihm hörte, sinnloses und nervtötendes Gitarrengedudel und -gejaule. Das änderte sich beinahe schlagartig, als ich während meiner Bundeswehrzeit durch einen Kameraden »Sheik Yerbouti« und »Joe’s Garage« (mit allen »Acts«) auf die Ohren bekam. Damals hatte ich nicht nur erstmals Gelegenheit, auf die Texte zu hören und sie zu verstehen, sondern mit meinem erwähnten Kameraden auch darüber zu sprechen.

Und damit hatte Zappa einen neuen Fan gewonnen. »Tinsel Town Rebellion« erinnerte mich ab 1981 immer wieder und sehr intensiv an meine Bundeswehrzeit, die ich im Gegensatz zu nicht wenigen Kameraden seinerzeit und später durchaus genossen hatte. »Baby Snakes«, »Francesco Zappa« und immer wieder die beiden Scheiben ganz vom Anfang verfestigten meine Leidenschaft für seine Musik, seine Texte und das, was von seinen Shows auf den Platten zu erleben war; ihn live zu sehen, das war mir leider nicht vergönnt.

Ich habe bis heute nicht alle seiner Platten gehört, aber doch recht viele. Die alten Favoriten sind die Favoriten, die »all time favourites« geblieben. Und sie wurden Ende 1986 oder Anfang 1987 durch den akustischen Flash »Jazz from Hell« und sehr, sehr viel später durch »The Best Band You Never Heard in Your Life« bereichert. Legendär ist für mich heute seine Gitarre – die, die mich vor dem Abi immer genervt hat – und seine markante Stimme, seine Art zu singen und seine Sprüche …

»So, let’s say another secret word for tonite … The secret word for tonite is … Franz Zappa!«

Weil ich kein’ Reis mag

Obwohl ich’s gar nicht wollte
Sagte ich: »Freitag
Toll, lass’ uns in die Sushibar«
Ich sagte zu dem Luschi: »Klar«
Doch ich war nicht gerad’ begeistert
Als sein Freund in den Kreis trat
Mich vollblaht und voll auf nice tat
Wusst’ ich gleich, das wird ‘n Scheißtag
Weil ich kein’ Reis mag
(Deichkind, Schweiß und Tränen)

Deichkind - schweiß und tränen

  • Der Tag fängt an mit E-Mails und Forenbesuchen.
  • Belege für den Verlag geschrieben.
  • Rechnung für global:epropaganda geschrieben. Kleinvieh. Macht auch Mist.
  • Einkauf bei Famila. Harmlos. Keine Panik, keine Hamsterkäufe, kein Weltuntergang. Wofür gibt’s denn eigentlich die Coronamaßnahmen, wenn keiner mitmacht?
  • Den Vormittag über Amazon wegen Außenbeleuchtung gecheckt. Frau ist mit der abendlichen und nächtlichen Beleuchtungssituation unzufrieden. Hat bei Aldi einen Haufen Gedöns gekauft, alles Glump, Schrott, Billigscheiß aus China. Die Beschreibungen bei Amazon sind so kacke, dass ich bei Obi schauen will. Die sind gerade dicht, denn in den aktuellen Maßnahmen sind auch Baumärkte nicht geöffnet. Eine Leuchte über den Hauseingang hätte ich gefunden, aber die käme erst Ende Januar aus China. Ich kauf doch nix in China.
  • Am Ende dann einen neuen Staubsauger bestellt. Miele Blizzard CX 1. Den alten hat Frau geliefert. Wurde immerhin vierzehn Jahre alt. Nu willer nich mehr. Ich schaue mal, ob man ihn reparieren kann. Fürs Obergeschoss. Obwohl Frau meint, sie brauche keine zwei Staubsauger. Jaja. Deshalb haben wir ja auch diesen dämlichen Chinesenroboter.
  • Mittagsgassi mit Klönschnack. Es ist sonnig, nicht sehr kalt.
  • Danach E-Mails und Kleinkram. Ich kann so nicht arbeiten, wenn ich nicht entscheiden kann, wo ich anfangen soll. Und das kann ich heute nicht.
  • Spätgassi auf der Ostenfelder. Immer noch kalt. Es wird nur dunkel. Gassitour abgebrochen, weil Kim leicht humpelt. Klönschnack mit dem Herrchen von Rocco, einem staatlichen … nein, beeindruckenden Labbirüden.
  • Ich habe vergessen, mein Insulin zu holen. Naja, noch hab ich was. Montag halt. Die Arztpraxis hat ja auf.
  • Daheim Hunde gefüttert, dann Altpapier entsorgt. Wird diesmal schon am Samstag geholt.
  • Werkzeugkiste fürs Obergeschoss zusammengestellt. Ich will da endlich den Fernseher im Schlafzimmer einrichten und in Gang bringen. Wird Zeit. Ein Projekt, das schon fast zwei Jahre alt ist. Die Kiste ist nötig, weil es nervt, für jede Schraube und jede Zange nach unten zu rennen.
  • Noch ein paar Mails, noch ein bisschen Kleinkram. Kalendereintragungen für die Mülltermine 2021. Lauter Scheiß.
  • Es war kein Tag. Es war ein Scheißtag. Dabei mag ich doch Reis. Trotzdem: Völlig unproduktiv. Und wenn man es genau nimmt: arschteuer. 90 Euro bei Famila, 310 Euro bei Amazon für den Saugstauber. Da ist die Rechnung von heute Morgen schon verdampft. Locker.