Dummheit, indeed

Ich lästerte ja schon mal über Ingrids Lieblingsproblem Indeed, dieses Jobportal, das man auf der Suche nach Arbeit nebst anderen Portalen nutzen kann. In der Tat scheint mit den Algorithmen bei denen etwas nicht zu stimmen.

Ich suche konkret nach Arbeit als Lektor. Und als Korrektor. In zwei Jobs also, deren Bezeichnung auf »or« endet. Und »Lektor« hat sechs Buchstaben. Insofern ist es durchaus logisch, dass ich gestern die Information erhalte, ein Verlag suche Korrektoren – da habe ich mich auch beworben – und es gäbe sechs neue Lektorenjobs für mich.

Welche Überraschung, dass die Indeed-Algorithmen offensichtlich der Ansicht sind, dass die klanglich nicht unähnlichen Jobs des Lektors und des Pastors miteinander kompatibel, gar austauschbar sind.

Amen.

A wuida Dog

  • Nein, ein wirklich wilder Tag war es nicht. Aber viel Kleinkram.
  • Das Werk für das nicht näher genannte Klinikum hat mich noch einmal beschäftigt. Zuerst habe ich den Buchblock finalisiert, den Druckpreis kalkuliert und danach nach einem Titelbildmotiv gesucht – nicht einfach, und meine Ansprechpartnerin hat einen alternativen Vorschlag gemacht, der sich nicht wirklich dumm anhört.
  • Danach habe ich drei Ausgaben der Hornsignale, das Clanmagazinchen der Einhörner in FOLLOW, hergerichtet und zum Druck gegeben.
  • Bookwire meinte, nach der Rücksetzung der Meerschweinchensteuer auf die alten Werte von 19 bzw. 7 % wären drei Bücher mit Fehlern aus dem Raster gefallen. Bei einem Buch – ein Hardcover, sodass nur CPI/Umbreit als Partner in Frage kommt – stimmten die Covermaße nicht. Behoben. Bei zwei anderen Büchern – auch Hardcover, also CPI/Umbreit – gab es Unstimmigkeiten wegen des Buchblockumfangs. Bei dem einen Buch – »Malta-Nudel« von Anke Jablinski – wurde beanstandet, dass 44 Seiten nicht ausreichen, 100 Seiten seien Minimum. Beim anderen Buch – »Mein Malta«, auch von Anke Jablinski – sollten es bei einem Buchblockumfang von 180 Seiten auf einmal mindestens 200 Seiten sein. Es stellte sich heraus, dass dies vom Buchrücken – rund oder gerade – abhängig war. Für »Mein Malta« habe ich das Problem behoben, bei der »Malta-Nudel« nicht. Ich frage mich immer, warum der Schaltungsdienst Lange solche Probleme nicht hat.
  • Den Nachmittag verbrachte ich dann mit zwei eiskalten Gassigängen und dem Lektorat von Petra Jörns’ zweitem Horen-Buch für Plan9.
  • Später gab‘s dann noch meinen dreimonatlichen Arztbesuch in Sachen Diabetes. Wie immer fühle ich mich danach ohne besonderen Grund aufgebaut und aufgemuntert.
  • Wie geht es weiter? Noch ein wenig Lektorat und um 20.15 Uhr dann entweder »American Pie 2« auf ZDFneo oder ein »Inspector Barnaby« aus der ZDF-Mediathek. Mal sehn.

Das wertvollere Gut: Leben oder Freiheit?

Letztens schrieb mir jemand, er würde sich für 2021 wünschen, dass die Menschen ihre Freiheit zurückerlangen würden. Unabhängig davon, wie oft man mir einzureden versucht, die Freiheitsrechte (Rechte?) der Deutschen würden beschnitten, halte ich diese Denkweise für falsch.

Mit Freiheit oder Unfreiheit hat das alles nichts zu tun. Das Hauptproblem bei der Seuche sind die vielen Menschen, die das Ganze falsch sehen, diejenigen, die die Regierung für den Feind halten und dabei übersehen, dass die Seuche der Feind ist, den es zu bekämpfen und zu besiegen gilt. Wir sitzen alle im gleichen Boot im Angesicht der Seuche, und die Menschen, die das nicht verstehen, sind die, die das Boot zum Kentern bringen (wollen?).

A—b-s––t-a——n–d … h—a——l-t—–e-n

Heute bei Edeka. Eine neue Variante des Abstandhaltens. Vor der Kühltheke mit der abgepackten Wurst zwei Menschen. Mit Einkaufswagen. Ein Mann vorne, eine Frau hinter ihm. An der darauffolgenden Wursttheke – niemand. Mann und Frau halten nicht nur den vorschriftmäßigen Abstand voneinander, sondern mit ausgestreckten Armen auch von ihrem Einkaufswagen. Des Weiteren stehen sie nicht hinter, sondern schräg neben ihrem Wagen.

Ich gehe also durch den Nebengang, um mich von vorne zu nähern, und frage, ob ich mal an die Ware könnte. Die beiden Abstandhalter reagieren mit nackter Panik, weil ganz offensichtlich völlig unklar ist, wer sich jetzt wann wie wohin bewegen muss, damit es nicht zu einem Abstandsverbrechen kommt.

Wenn nicht so viele Menschen sterben würden, könnte man COVID-19 für einen Intelligenztest halten. Obwohl –

Natürlich wie Öl

Unter dem Betreff »Kompliment« sandte mir Dirk Fleck eine Nachricht von einem Leser, die er erhielt:

Letzte Nacht habe ich in Deinen »99Notes« gelesen und darf zu aller erst Deinem Verleger ein großes Lob für dieses qualitativ hochwertige Buch aussprechen – bitte übermittle es ihm bitte! -, kann sich dieses Buch doch tatsächlich mit den Produkten großer Verlage messen und dabei hervorragend abschneiden! Nur die PR-Budgets der großen Verlage sind halt größer und deshalb effektiver – nur gibt es auch da löbliche Ausnahmen und Dein geniales Buch »99Notes« rechne ich dazu. Löblich ist auch all diese wunderbaren Internetbeiträge aus Deiner journalistischen „Schmuck“-Feder dem Internet entrissen und in eine super Buchform gegossen zu haben – nebst den tollen Fotos in super Druckqualität! 

Fleck, Dirk C., 99NOTES

Drei Möglichkeiten

Es gibt drei Möglichkeiten, warum ich mich morgen (und danach) hier nicht mehr melde:

  1. Meine Frau hat mir mit ihrem Programm den Rest gegeben.
  2. Meine Hunde haben mich aus Angst vor der Ballerei gefressen.
  3. Ich habe einem von diesen Ballerarschgesichtern die Fresse poliert und sitze im Gefängnis.

Wie jedes Jahr wünsche ich all den Geistlosen, die die Ballerei toll finden, viele schöne und möglichst schwere Verletzungen – der erste Krankenwagen ist schon durch Winnert durchgerast –, gefolgt von langen Krankenhaus- und Reha-Aufenthalten, deren Kosten nach Möglichkeit von der Krankenkasse nicht übernommen werden.

Tagwerk 30/12

  • In gut 28 Stunden ist es rum. 2020. Für viele Menschen war 2020 eine Katastrophe. Ich kann eigentlich nicht meckern. Verlag brummt. Mein Handwerk läuft gut. Geld ist genug da. Ich bin gesund. Familie auch. Es ist wohl richtig, dass es nur noch besser werden kann (als 2020). Mir ist es recht, wenn dem so ist.
  • Routine: Immer noch nicht. Ich weiß aber inzwischen, warum.
  • Einkäufe am Morgen. Mit Frau und Hunden. Weil wir neue Regenmäntel für die Mädels kaufen wollen. Ergebnis: null. Futterhaus hatte nix Passendes. Fressnapf nicht mal das. Bleibt das Internet. Recherche begonnen.
  • Fortschritt: Das Klinikwerk wird. Habe über 300 Seiten (von knapp 430) durchkorrigiert.
  • Schwachsinn: die Diskussion um Privilegien für Geimpfte. Ich frage mich, wozu manche Menschen ein Gehirn haben. Zum Nachdenken offensichtlich nicht.
  • Typisch: Biontech liefert wie bestellt. Bundesregierung sagt, Mengen und Termine sind in Ordnung. Wer meckert? Bayern. Natürlich. Man argumentiert, man hätte viel mehr Dosen verplant, als man bekäme. Da stellt sich doch die Frage, wer hier den Fehler gemacht hat, Herr Söder. In Mathe gepennt, hm?
  • Morgen ist Silvester. Papierkram, Überweisungen. Der Beitrag für die nächste FAN-APA steht an. Und Zocken mit der Frau des Hauses. Ob ich morgen auch was schreibe, weiß ich noch nicht. Vermutlich.

Keine Routine

  • Noch nicht. Oder doch? Nein. Im Augenblick noch nicht. Ich arbeite gedanklich an einem neuen Tageszeiteinteilungskonzept. Bin noch nicht schlüssig, wie es gehen wird.
  • Kim war heute schwimmen. Kimmischwimmi. Danach war sie völlig aufgekratzt. Beim letzten Tagesgassi ist sie rumgehüpft, als wäre sie nicht 11, sondern 1 Jahr alt. Wahnsinn.
  • Die Arbeit am Klinikumswerk fortgesetzt. Obwohl ich versprochen hatte, mich um die Genderei nicht zu kümmern (und sie nicht zu ändern), musste ich meiner Ansprechpartnerin heute einen Kommentar dazu schicken. Das Dokument hat ein technisches und organisatorisches Thema und ist gespickt von Ärztinnen und Ärzten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sogar Patientinnen und Patienten, obwohl nie ein Patient oder gar eine Patientin das Endprodukt zu Gesicht bekommen wird. Es ist nicht zu verstehen, wieso den größtenteils akademisch gebildeten Autoren nicht auffällt, wie sehr Lesbarkeit und Verständlichkeit dieses durchaus wichtigen Werkes darunter leiden. (Frau meinte: »Ja, eben deswegen.« Und meinte das mit der akademischen Bildung.)
  • Und Amazon hat eine neue Idee gefunden, um zu nerven. Brexit und Umsatzsteuer. Ich stelle die Mail einfach hier in einen Kommentar. Mehr hat sie nicht verdient. Allein der Vermerk, man solle prüfen, ob in den eigenen Preisen die Umsatzsteuer (welche?) enthalten sei, zeigt einmal mehr, dass die nicht wirklich wissen, wovon sie brabbeln.