Los. Kaufen. Jetzt

Nein. Nicht das obere. Das auch, ja. Und auch nicht die Katze. Nein, das hier:
Und zwar ’n büschen plötzlich. Weihnachten is‘ gleich.
[Don't believe me | just watch]
Im Februar 2020 erschien »Tales of Science«, die von Marianne Labisch und Christine Neuy herausgegebene Sammlung von »Zukunftsgeschichten aus der Mikrosystemtechnik«. In der zweiten Lesung liest Fritz Schlicher sein »Ergo Sum«.
Labisch, Marianne & Neuy, Christine (Hrsg.), TALES OF SCIENCE
Es sind Menschen, die unter uns leben und als voll integriert gelten, auch wenn ich das bezweifle. Es gibt immer einige Situationen, Gelegenheiten, Orte, auch Menschen, die bewirken, dass diese Integration nicht vollständig ist.
Eines der Themen, wo man an der Vollständigkeit zweifeln kann, ist die Literatur, das Lesen, das Buch. Natürlich gibt es heute Möglichkeiten, einem blinden Menschen Literatur zu vermitteln, die eines Buches nicht bedürfen. Hörbücher zum Beispiel. Aber ich selbst – als Verleger von gedruckten Büchern und absoluter Nichtnutzer von Hörbüchern (weil sie mich von anderen Dingen ablenken) – weiß, dass es einen Unterschied macht, einen Text stimmlich fremdinterpretiert vorgelesen zu bekommen, oder ihn selbst zu lesen. Und es macht einen Unterschied im haptischen Erlebnis, das beim Hörbuch vollständig fehlt.
Heribert Kurth, ein Autor, der 2020 sein erstes Buch überhaupt bei p.machinery veröffentlicht hat – gemeint ist »Unter den Sternen von Tha« – kam auf die Idee, einmal herauszufinden, wie und mit wem man ein SF-Buch in Brailleschrift, der Blindenschrift machen kann. Er ist mit Eifer und Konsequenz bei der Sache, und bei den zugehörigen Recherchen, fand er heraus, dass es zwei Titel gibt, die vom »dzb lesen« – das ist das Deutsche Zentrum für barrierefreies Lesen – gemacht wurden. Nebst dem Titel »Maschinengötter – Die Krone der Sterne« von Kai Meyer ist dies auch Marc-Uwe Klings »Qualityland«, der Roman, der den DSFP 2018 als bester deutschsprachiger Roman des Erscheinungsjahrgangs 2017 gewonnen hat.

Ich will nicht zu viel verraten, das wäre auch verfrüht. Aber wenn Heriberts Engagement Ergebnisse bringt, die es erlauben, wird es ein SF-Buch von p.machinery in Brailleschrift geben. Mindestens eines.
Na gut, die Figur hat mehr als ein Problem. Aber eines dieser Probleme hätte Adrian Monk mit diesem Einkauf gehabt:

Wären es 100,00 Euro glatt gewesen, wäre alles gut – aber 99,99 Euro, das geht gar nicht. Unsereiner hätte einen Hunderter rübergereicht und »Der Rest ist für Sie« gesagt. Monk kann das nicht. Bei ihm muss der Einkauf wirklich 100,00 Euro kosten. Also könnte er noch einen Artikel für 1 Cent kaufen – doch was soll das sein? Eine Packung Bonbons anbrechen? Das geht auch nicht. Nichts geht, dieser Einkauf wäre das Ende.
Es sei denn, er – bzw. Natalie – würde noch für weitere 100,01 Euro einkaufen. Ich glaube, das ginge. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Ich weiß es nicht. Und Adrian Monk möglicherweise auch nicht.
Beim morgendlichen Einkauf fiel mir einmal mehr auf, dass immer mehr Produkte irgendwelche englischen Namen, Bezeichnungen, Beschriftungen aufwiesen. Ich überlegte, ob jemand, der des Englischen nicht mächtig ist und zur Vermeidung von Fehlkäufen nur rein deutsche bezeichnete Produkte kaufen möchte, vermutlich verhungern würde. Unser Land ist echt arm. Die Leute, die für Produktentwicklungen verantwortlich sind, sind drogensüchtig und vom ständigen Masturbieren verblödet, die, die die Produkte verkaufen, sind geldgierig und rücksichtslos, jedenfalls dann, wenn sie nicht wichsen und Drogen nehmen, und die Kunden, die sich das gefallen lassen, schauen kalt lächelnd zu, wie die des Englischen nicht Mächtigen elendiglich verhungern, während sie, die Ignoranten, sinnlose Anglizismen zu gendern versuchen. Ich glaube, die Deutschen werden nicht aussterben, weil sie keine Babys … fck! Kinder mehr machen.
Wenn man einen Hund hat, ist es gut, wenn man nicht auch noch Kinder hat. Ein Hund – oder zwei, wie in meinem Fall – können einen genug beschäftigen, auch, was Sorgen angeht, die man sich machen muss. Meine dritte Gattin (1998–2007) hatte einen Sohn aus erster Ehe. Und wir hatten einen Hund, Kim I., ein Mixmädchen aus Labrador und Airdale Terrier. Und im Nachhinein erinnere ich mich wenig an diesen Hund, was für mich ein Zeichen ist, dass er nicht annähernd die Rolle in meinem und unserem Leben spielte, wie das Mädchen es sicherlich verdient hätte. Aber gut, das ist Vergangenheit …
Kim II., unsere ungarische Prinzessin, wie wir sie auch nennen, ist im November elf Jahre alt geworden, und auch, wenn die Rechenformel nicht wirklich stimmt, wäre sie nun über 77 Jahre alt, würde die Formel doch korrekt sein. Ein Alter, in dem auch ein Mensch nicht mehr hundertprozentig gesund ist. Und Medikamente nehmen muss.
Nachdem wir mit Prednisolon-Unterstützung eine Entzündung am Vorderlauf in den Griff bekamen, sind wir von diesem cortisonähnlichen Präparat nun weg und haben auf eine neue Medikation umgestellt. Neue Herausforderungen, denn:
Kim ist übrigens, wie es aussieht, keine Epileptikerin; wir gehen von einer dieser Neuropathien aus, aber eindeutig wissen wir es nicht. Einen Tumor zum Beispiel im Kopf hat sie nicht, das hat letztens eine Röntgenrunde wegen ihres Knochenbaus nebenbei ergeben. Ein MRT können wir nicht machen lassen, weil sie einen Diabolo im Körper trägt – verkapselt und harmlos, aber eben aus Metall und damit ein Ausschlusskriterium. Ein CT bringt angeblich nichts – das kann ich nicht beurteilen –, das Röntgen hat, wie erwähnt, nichts ergeben. Jetzt hoffen wir, dass das Gabapentin letztlich eine Wirkung zeigt. Man wird sehen.
Und egal, was ist, egal, was wird. Kim ist unsere Moppelmaus – obwohl sie mit nur noch achtzehn Kilo längst nicht mehr dick zu nennen ist –, unser Hasenkäfer, unser Mausemädchen und was uns sonst noch an Kosenamen einfällt. Sie ist nicht mehr jung und wird es nie mehr sein, und ich ertappe mich manchmal beim Gedanken, ob ein Gebet vielleicht etwas bringen könnte, ein Gebet, das mir erlaubt, ihr die Last abzunehmen. Die Maus hat das nicht verdient und weiß auch nicht, wie ihr geschieht; ich könnte damit fertig werden, und sei es nur, dass ich es hassen würde.
Um Bücher geht’s bei mir ja eigentlich dauernd. Jetzt vor Weihnachten sowieso. – Kristjan Knalls »Platon sieht Chemtrails« liegt ihm schon ein paar Tage vor, aber ich fürchte, dass die Fahnenkorrektur alleine an mir hängen bleiben wird. Er meinte, er sei nicht nur schlecht im Fehler finden, sondern auch im Fehler vermeiden. Nun denn. – Detlef Klewers »Necrosteam«, eine sogenannte »Cthulhupunk«-Anthologie nach dem Motto »Lovecraft meets Steampunk« ist auch fertig geworden und ging an Detlef zur Fahnenkorrektur. Da dräute beinahe noch zeitraubende Mehrarbeit am Horizont, als mir einfiel, dass ich die Illustrationen Detlefs einzubauen vergaß. Zum Glück illustrierte er mit einem weißen Rand, sodass mir wenigstens der Umbau auf ein randabfallendes Layout erspart geblieben ist. – Gestern habe ich Frank Gerigk den Buchblock zu seinen bzw. unseren »Welten des Jörg Weigand« geschickt. Heute noch keine Reaktion. Was alles Mögliche bedeuten kann. – Und die ganzen Tage beschäftigt mich das dritte Ikebana-Buch. Natürlich. Heute habe ich die ersten Rechnungen geschrieben, denn das Softcover ist schon fertig. Das Hardcover dauert leider noch bis zum 21.12. – und dann gibt’s vor Weihnachten noch mal Rechnungsschreibstress (und für den Schaltungsdienst Versandstress). Aber dann ist auch wirklich Ruhe – und der Schaltungsdienst macht eh vom 24.12. bis 03.01. Ferien. Verdiente Ferien, auf jeden Fall. – Die Idee, heute dann auch mit den (Vor-) Arbeiten am einunddreißigsten Band der SF-Werkausgabe Herbert W. Franke zu beginnen, ist der Belegeschreiberei zum Opfer gefallen. Dieser Band wird eine zuvor völlig ungeplante Ausgabe zum sechzigjährigen Jubiläum des »Grünen Kometen«. Den Band bekomme ich im Dezember sicher noch fertig, die fertigen Bücher wird es aber wohl erst im Januar geben. Aber trotzdem behaupte ich einfach mal, dass das noch rechtzeitig hingehauen hat.
Die ersten fünf Bücher im Januar liegen auch schon auf einem Stapel: ein Tabbert, drei Franke, ein Burgdorf. Mehr wird noch nicht verraten. Außer, dass mein Plan einer ordentlichen Reihe von Büchern der Franke-Werkausgabe 2020 wieder nicht hingehauen hat. 2021 muss es nun sein – und Thomas Franke, der als »Künschteler« von den Seuchenmaßnahmen und der Einstufung seiner Profession(en) als »nicht systemrelevant« ziemlich übel getroffen wurde und ist, hat doch ein wenig seinen Enthusiasmus wiedergefunden, wie sich jedenfalls bei zwei Telefonaten letztens zeigte.
Wirklich? Sind Spammer die dümmsten Menschen der Welt? Ja, sieht man von den Menschen ab, die auf Spammer reinfallen.
Da bekomme ich heute viermal (!) hintereinander eine Mail von der »Consorsbank« zum Thema »Secureplus«. Ich soll helfen, mein Banking noch sicherer zu machen, und zur Aktivierung meines neuen »Consorsbank SecurePlus«-Dienstes einen »sicheren Link« anklicken.
Tja.
Ich hab ja auch nix im Kopf, oder?
Telstra ist ein Telekommunikationsanbieter in Australien. Es ist unwahrscheinlich, dass ich von denen zu einer Consorsbank-Angelegenheit eine Mail bekomme, deren Link mich auf eine Seite art-ser.es locken will, die mich auf Spanisch aufklärt, dass sie im Wartungsstadium sei. Und dann gibt es da noch ein paar Kleinigkeiten, die mit Consors recht wenig zu tun haben.
Am wichtigsten war mir aber, dass meine Aufforderung »Ja, danke, kannst du dann mit der Scheiße aufhören, du Vollhonk?« mit einer Fehlermeldung beantwortet wurde:
Reporting-MTA: dns;wsapp5870.srv.dir.telstra.com
Received-From-MTA: dns;ipbvi.tcif.telstra.com.au
Arrival-Date: Thu, 10 Dec 2020 14:01:25 +0000
Final-Recipient: rfc822;meins@team.telstra.com
Action: failed
Status: 5.1.1
Diagnostic-Code: smtp;550 5.1.1 RESOLVER.ADR.RecipNotFound; not found
In einer virtuellen Wegwerfmaschine habe ich den Link dann mal ausprobiert – aber er fährt wie die Seite art-ser.es vor den Baum. Selbst wenn ich also ein dämlicher Consorsbank-Kunde gewesen wäre – der Spammer wäre auf jeden Fall noch dämlicher gewesen.
Aber immerhin hat’s mir einen Blogbeitrag gebracht.
oder
Im gesamten Universum der Genderunfugler hackt man ständig auf dem generischen Maskulinum herum, dieser Errungenschaft, die bewirkt, dass mit »dem Bürger« alle Geschlechter gemeint sind: Männer, Frauen, Kinder, Transen, Diverse, Sonstige, Alleanderen. Genderunfugler sind der Ansicht, die Argumentation pro generischem Maskulinum sei eine Ausrede, das stimme nicht, das müsse geändert … nein, gegendert werden.
Übersehen wird dabei zum einen die Historie, nein, sie wird sogar als Argument genau dafür angeführt, wie frauenfeindlich das generische Maskulinum sei. (Man wartet förmlich darauf, dass sich die Diversen, Sonstigen und Alleanderen melden und fragen, warum das generische Maskulinum nur frauen-, nicht jedoch diversen-, sonstigen- und alleanderenfeindlich sei. Aber diese Gruppen haben möglicherweise ganz andere Probleme. Oder einen funktionierenden Intellekt.) Bis zum ersten Auftreten der Genderseuche hat das Deutsche mit dem generischen Maskulinum wunderbar funktioniert und mit dessen Hilfe literarische Meisterwerke – nur als Beispiel – geschaffen, die zur Weltliteratur gezählt werden. (Ich verkneife mir die Beispiele. Die großen deutschen Autoren, von Goethe, Schiller über Mann bis Brecht und Konsalik, sie alle sind freilich schuldig.)
Die Genderunfugler übersehen auch, dass sie allen – nicht nur sich selbst – den Blick auf das eigentliche Problem versperren: Mit ihrem Blödsinn schafft es keiner, Frauen zu einem gleichen Gehalt für gleiche Arbeit zu verhelfen. Mit Verbrechen an der deutschen Sprache findet keine Frau einen Job, der vermeintlich Männern vorbehalten ist – sei es in typischen Männerberufen, z. B. im Handwerk, sei es in den Vorstandsetagen von Aktiengesellschaften und Konzernen. (Und wohlgemerkt: Hier geht es nicht nur um Frauen, sondern auch um die Diversen, Sonstigen und Alleanderen.) Das einzige, was die Genderspinner schaffen, das ist, das Texte unleserlich werden und niemand mehr versteht, worum es eigentlich geht.
Aber das alles ist nicht das wirkliche Problem. Das wirkliche Problem ist die Männerfeindlichkeit der Genderei (zur Frauenfeindlichkeit verweise ich auf den Beitrag »Auf den G-Punkt« vom gestrigen Tage). Da wird immer nur auf dem generischen Maskulinum herumgehackt – und niemand interessiert sich für die Ungerechtigkeit des generischen Femininums, das nicht nur totgeschwiegen, sondern gerade von Genderhonks vermutlich in seiner Existenz bestritten wird. Und doch ist es »die Sonne«, »die Wahrheit«, »die Zukunft«, »die Möglichkeit«, »die Gelegenheit« und letztlich »die Tatsache« – und natürlich vieles mehr –, die dem Manne sprachlich vorenthalten werden; und von den grundsätzlich femininen Pluralen sei hier gar nicht die Rede (weil hier der Genderfuzzi erkennen könnte, dass Genus eben doch nicht Sexus ist!).
Und so fordere ich die Herstellung der sprachlichen Gleichbehandlung des Mannes, indem ich im kommenden Sommer meinen Sonnenbrand dem Sonne!r zu verdanken habe und ich in dem Zukunft!er den Möglichkeit!er erhalte, den Wahrheit!er als Tatsach!er betrachten zu dürfen. Und bei diesem Gelegenheit!er möge uns Männern das Ausrufezeichen als Gendersternchen dienen dürfen.