Was, Mann?!

Arndt Waßmann hat sich schon des Öfteren mit Kurzgeschichten an Anthologien meines Verlages beteiligt. Insofern war ich nicht wirklich überrascht, als er mit der Idee einer Kurzgeschichtensammlung an mich herantrat. (Wenn mich die Zeitangaben meines Servers nicht täuschen, war das schon 2013 – kann das wirklich ein, Arndt?)
Es zeigte sich, dass die Genres der Kurzgeschichten gemischt waren: eindeutige Fantasy auf der einen, eher Mysterygeschichten auf der anderen Seite. Die kurzen und wenig anstrengenden Diskussionen führten letztlich zu der Entscheidung, aus den Kurzgeschichten zwei Bücher zu machen.

ist dabei der Fantasyband geworden. Die Titelgrafik stammt von Lothar Bauer, wie auch im Falle von

dem zweiten Band, der in der Reihe »Action, Thriller, Mystery« erschienen ist.
Weitere Details zu den beiden Büchern finden sich hier – »In des Greifen Schatten« – und hier – »Schnee, der auf Tränen fällt«.

In Bezug auf den Titel des Fantasybandes »In des Greifen Schatten« gab es die umfangreichsten Diskussionen, denn der ursprüngliche Titel »Im Schatten des Greifen«, den Arndt Waßmann sich vorgestellt hatte, gefiel mir nicht. Nach dem aktuellen Duden – nach dem ich mich bei meiner Verlagsarbeit richte – wird der Greif stark flektiert, so dass der Titel richtig »Im Schatten des Greifs« oder »Im Schatten des Greifes« hätte heißen müssen. Was wiederum Arndt nicht mundete. Die vielleicht etwas gestelzt wirkende Variante »In des Greifen Schatten« hat letztlich uns beiden gepasst – und das Gestelzte passt auch ein wenig zur Fantasy in der waßmannschen Auslegung in diesem Buch.

Klassiker mit leichter Verspätung

Der Quarber Merkur darf in den Kreisen der Interessenten an den Spielarten der fantastischen Literatur als bekannt gelten. 1963 von Franz Rottensteiner gegründet, erscheint das literaturkritische Werk inzwischen im Verlag Lindenstruth. Ich wiederum durfte Ende 2015 zum dritten Mal das Layout der 116. Ausgabe realisieren. Und auf den allerletzten Drücker ist die Ausgabe noch im Dezember 2015 erschienen:

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Die Intellektualität unfarbigen Staubes

Olaf G. Hilscher & Michael K. Iwoleit (Hrsg.)
NOVA SCIENCE FICTION, Ausgabe 23
Amrûn Verlag, Traunstein, 2015, E-Book, ISSN 1864-2829, ISBN 978 3 958690 31 8

VORBEMERKUNGEN
Ich glaube, das ist die erste NOVA-Ausgabe, die ich überhaupt in einem Stück gelesen habe. Ich erinnere mich dumpf, einmal zwei oder drei Printausgaben besessen zu haben, aber nicht daran, dass ich sie gelesen hätte. Tsts.
Inzwischen ist klar, dass Jürgen Eglseers Amrûn Verlag das neue Zuhause für NOVA darstellt. Auch wenn ich zu NOVA bislang keine besondere Beziehung habe – siehe vorher; ich verspreche, daran zu arbeiten –, kann ich die Erhaltung von Veröffentlichungsmöglichkeiten für SF-Kurzgeschichten nur begrüßen. Lauthals.
Das vermutlich erste NOVA, welches ich gelesen habe, lag mir also als E-Book vor. Meine Lektüre liegt eine Weile zurück, so dass ich parallel zum Schreiben dieser Rezension in diesem E-Book blättern werde. Notebook und Calibre sei Dank.
Achja. Gelesen habe ich das E-Book für den Deutschen Science-Fiction-Preis 2106 (vulgo: DSFP 2016).

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Zahlenspiel in vielen Sprachen

Erik Schreibers Verlag »Saphir im Stahl« hat eine Anthologie in Vorbereitung, die eine alte Idee aufgreift: »In 80 Tagen um die Welt« – und abwandelt. Hier wollte Erik 80 SF-Storys aus 80 Ländern präsentieren.

Ganz gelungen ist es ihm offensichtlich nicht: Es sind zwar mehr als 80 Storys geworden, aber es gab nur 40 Länder, die sich beteiligt haben. Und dennoch ist das ein beeindruckendes Ergebnis. Und Erik lässt sich dazu noch mehr einfallen:
Während das gedruckte Buch unter dem Titel »Around the World in more than 80 SF-stories« (oder mit einem eingedeutschten Titel?) mit ins Deutsche übersetzten Geschichten erscheinen wird, gibt es das E-Book »für lau« mit den Geschichten in den jeweiligen Originalsprachen. Und nicht nur das: Erik verteilt dieses E-Book, damit es im Netz zum Download zur Verfügung gestellt wird.

Et voilà! Wer das E-Book haben möchte, der hole es sich hier. Es liegt im epub-Format vor.
Und wer mehr über das Projekt wissen möchte – insbesondere über die Autoren, die vertretenen Länder und ihre Verteilung auf einer Weltkarte –, der gönne sich die entsprechende Website: hier.

P.S.: Erik hat die Verwendung des E-Books völlig frei gestaltet. Nur eines ist nicht erlaubt: Es zum Verkauf in einem E-Book-Shop einzustellen – weil sonst jemand anders es eben nicht mehr tun könnte.

Zum ersten Mal in fast zehn Jahren

In einem Vorwort der ANDROMEDA NACHRICHTEN 252 habe ich ein Geständnis ablegen müssen:

Ich glaube, es ist das erste Mal, seit ich Ende 2006 die ANDROMEDA NACHRICHTEN (zum zweiten Mal in der SFCD-Geschichte) als Chefredakteur übernommen habe, dass ich mit Verspätung liefere. Aber diesmal war wirklich der Wurm drin:
Ein einwöchiger, krankheitsbedingter Ausfall Anfang Dezember. Der übliche Jahresendterror auf hauptberuflicher Ebene: »Es ist noch Geld da, das investiert werden muss, hopphopp!« Die Vorbereitungen für die Jahresanfangshektik auf hauptberuflicher Ebene: »Dieses Jahr wollen wir Projekte, Projekte, Projekte …« Und mein Verlag: Eine meiner aktuellen Titel ist dank ausgeklügelten Marketings vor allem im Internet voll durch die (Umsatz-) Decke gegangen. Zwar mache ich den Versand nicht mehr selbst – zum Glück! –, aber irgendjemand muss ja die Rechnungen schreiben. Und die Buchhaltung machen. Und so weiter –
Am Ende haben mir nicht mal die Feiertage Gelegenheit geboten, mich um etwas anderes zu kümmern, als um Verlag und Hauptberuf. Naja, gelogen – meine Hunde bekamen auch ihre Ansprüche erfüllt.
Am Ende beginne ich nun mit den Arbeiten an den ANDROMEDA NACHRICHTEN mit etwas mehr als einem Monat Verspätung. Und mit entsprechender Verzögerung erhaltet ihr, liebe Mitglieder, die erste Ausgabe des Jahres 2016.
Ich bitte dafür um Verzeihung. Zu versprechen, das käme nicht wieder vor, würde bedeuten, dass ich lügen müsste. Aber im Augenblick sieht es nicht nach einer Wiederholung aus.

Das war am 16.01.2016. Heute nun sind die ANDROMEDA NACHRICHTEN 252 endlich fertig geworden, der Drucker, die Vorstandskollegen und die Welt im Web wurde informiert. Ich bin erleichtert.

ANDROMEDA NACHRICHTEN 252
SFCD e.V., Murnau, Januar 2016, 80 Seiten A4, EUR 8,00. Bezug: SFCD-Archiv, archiv[at]sfcd.eu

Der Inhalt:
[[conventions]] Jürgen Lautner: Im Elfenbeinturm (PentaCon 2015); Jürgen Lautner: Alles Braunbärsoße? (RPC 2015); Jürgen Lautner: SchwitzKon in Wetzlar (WetzKon II). [[fantasy]] Karl Aulbachs Überblick. [[cinema]] Filmbesprechungen von Jörg Krömer. [[e:games]] Spielerezensionen von Gerd Frey. [[science]] Aus den Wissenschaften von Robert Hector. [[zerrspiegel]] Klaus Marions Geschichten aus der Asimov-Kellerbar: Das Buch. [[fanzinekurier]] Rezis, zusammengestellt von Armin Möhle. [[reissswolf]] Rezis, zusammengestellt von Michael Baumgartner. [[story:files]] Uwe Lammers: Die Kristalltränen, Teil 1.

Das Titelbild stammt von Lothar Bauer.

Diese Ausgabe gibt es auch zum Download. Downloadlink und Kennwort finden sich in der Printausgabe.

Ich war das nicht!

Das könnte derjenige sagen, den ich für den Schuldigen an der immensen Verzögerung des Erscheinens des Bandes 25 der Reihe »AndroSF« meines Verlages p.machinery halte. Zur Erinnerung: Im Dezember 2014 erschien zum 10jährigen Bestehen des Verlages Band 50 der gleichen Reihe. Es gilt also, einen Schuldigen zu markieren.
Aber ich würde ihm unrecht tun, denke ich. Immerhin war ich als Verleger derjenige, der immer wieder die Entscheidung fällte, dem Autor, der die Bibliografie zu George R. R. Martins Werken erstellen wollte, noch eine Chance zu geben. Noch eine. Und noch eine. Bis dieses Projekt seinerseits wohl endgültig in Vergessenheit geraten war, und ich eine ganze Weile nicht mehr so recht wusste, was ich jetzt tun sollte.

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Vorsichtige Zerfledderung

David Schwertgen
QUANTUM SUICIDE
Du-Lac-Verlag, Kassel, 2015, E-Book, ISBN 978 3 9816543 7 0

VORBEMERKUNG
Nach den negativen Erfahrungen mit Miguel de Torres’ »Neulich in der Galaktischen Union. Das erste Buch Abdullah« aus dem Du-Lac-Verlag war ich bei dem zweiten Titel zunächst vorsichtig. Ich begann die Lektüre mit der unterschwelligen Gewissheit, auch diese Lektüre nicht zu Ende zu bringen.
Ich wurde getäuscht.

VORWARNUNG
Auch bei diesem Buch ist an dieser Stelle eine Spoilerwarnung auszusprechen.

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Ich mach das – ungelesen!

Dirk C. Fleck erlebte ich zuerst in persona auf dem SFCD-JahresCon, auf dem ihm der DSFP für seinen Roman »Das Tahiti-Projekt« verliehen wurde.
Danach hatte ich indirekt mit ihm zu tun, als es darum ging, seinen Roman »GO! – Die Ökodiktatur« (AndroSF 38) – der ebenfalls einen DSFP gewonnen hatte – im Rahmen der DSFP-Neuausgaben wieder aufzulegen.
»Das Tahiti-Projekt« und »Maeva!« (später bei Piper als »Das Südsee-Virus« erschienen) habe ich bis heute noch nicht lesen können. Zeit, Gelegenheit, man kennt das. Aber das war alles kein Argument, nicht zu reagieren, als Dirk C. Fleck sich in seinem Facebook-Profil (oder war’s sein Blog) darüber beschwerte, dass Piper den dritten Teil der Trilogie – »Feuer am Fuß« – ohne Angabe von Gründen nicht veröffentlichen wollte. Er dachte daran, einen eigenen Verlag zu gründen, um das Buch herauszubringen. Und ich mailte ihm kurz und bündig: »Ich mach das – ungelesen!«

So kam ich zu einem neuen Autor. Kurz nach dieser Mail trafen wir uns in Murnau im literarisch nicht unbeleckten »Griesbräu« zu einem Meeting: Dirk C. Fleck als Autor, Kai Mellahn als Marketingmann, Eric Bihl vom Verein Equilibrismus e.V., der Dirks Ideen zugetan ist, und meine Wenigkeit. Und es war ein schönes Treffen, erfüllt von Übereinstimmung miteinander, vielen Ideen, guten Weißwürschten und ebenso guten Weißbieren.
Seitdem bin ich Mitglied eines kleinen Teams, das sich nicht nur um Dirks neuen Titel »Feuer am Fuß«, sondern auch um die Trilogie als Gesamtes kümmert. (So hat der Equilibrismus e.V. die Restbestände der Piper-Taschenbücher »Das Tahiti-Projekt« und »Das Südsee-Virus« aufgekauft, beides je etwa 1500 Exemplare.)

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