Wenn Software nur noch nervt

Manchmal frage ich mich ernsthaft, was in den Köpfen von Softwareprogrammierern vor sich geht. Ich lästere gern, dass die vor lauter Drogenkonsum und Masturbation nicht dazu kommen, anständige Produkte abzuliefern. (Das Gleiche gilt auch für Produktdesigner, aber das ist ein anderes Thema.)
Seit vielen Jahren nutze ich das Steuer-Sparbuch der WISO-Redaktion, richtiger: der Firma Buhl Data Service. Ich mache damit meine private Steuererklärung (incl. der meiner Gattin) und natürlich auch die Einnahme-Überschuss-Rechnungen (EÜR) meiner Gewerbe. Im Großen und Ganzen war ich immer zufrieden, aber inzwischen entwickelt sich die Software zu einem echten Ärgernis. Ende 2021 hatte ich das Problem mit einem Update, das standhaft behauptete, meine Software (WISO 2021, wohlgemerkt) sei älter als zwei Jahre, daher funktioniere das Update nicht. Des Rätsels Lösung war ein Überbleibsel eines Updates der Version 2019. Das Problem ließ sich mit einer Fernsteuerungssitzung beheben.

Bei der Version 2022 hat sich einiges geändert. Man bekommt keine CD oder DVD mehr automatisch geliefert, sondern muss sie anfordern. Anderenfalls arbeitet man mit einem Download. Das hätte mir auch gereicht, also verzichtete ich auf die Silberscheibe. Offensichtlich ein Fehler.
Denn der Download der Version des Steuer-Sparbuchs 2022 ließ sich nicht installieren. Gleichgültig, ob ich mit dem Buhl-Konto oder nur mit der Garantienummer (eine Art Seriennummer) arbeitete, immer wurde behauptet, ich solle meine Internetverbindung prüfen. Ich schaltete alles ab: Windows-Firewall, Malwarebytes, Avira, Programme, die evtl. eine Internetverbindung blockieren könnten. Aber selbst auf einem frisch gestarteten und entsprechend präparierten Rechner ging nichts. Internetverbindung prüfen.
Dergleichen Fehlermeldungen sind Arschlochfehlermeldungen. Da waren Programmierer am Werk, die nicht in der Lage waren und sind, eine Software unter realistischen Bedingungen zu prüfen.
Also löste ich ein Ticket aus. Die Antwort war ein Textbaustein mit dem Inhalt, dass man mehr Informationen brauche. Mit einer ausführbaren Datei sollte ich Systeminformationen sammeln und übermitteln. Das Bezeichnende an den Informationen, die da gesammelt wurden: Die Behauptung, der Benutzer hätte keine Adminrechte, war schon Bullshit.
Auf meine Mail mit den gewünschten Systeminformationen erfolgte keine Reaktion. Auch auf die drei Wiederholungen nicht. Und schon gar nicht auf das Fax, das ich schickte, nachdem sich wohl niemand für E-Mails interessierte.

Während der ganzen Tage versuchte ich immer wieder, das Setup zu starten. Immer mit dem gleichen Ergebnis. Bis auf heute Abend.
Heute Abend war ich besonders stur. Ich versuchte zuerst nur mit der Garantienummer das Setup auszuführen, und nach – Achtung! – achtzehn Versuchen, eine Verbindung herzustellen, kam sie auf einmal zustande. Ich brach ab, denn ich wollte die Software mit vollem Support und vollem Programm installieren.
Der neue Start, diesmal mit Buhl-Konto (Benutzername und Kennwort), brauche wiederum – Achtung! – sieben Anläufe, dann ging es auf einmal doch. Das Setup lief fehlerfrei durch, alles schien gut.
Der nachfolgende Versuch, das Programm zu starten, scheiterte. Das Logo erschien, sonst nichts. Ich probierte es einige Male, nichts geschah. Insgesamt startete ich in zugegebenermaßen brutal-sturer Manier das Programm – Achtung! – 41 (einundvierzig!) Mal, und dann erschien auf einmal ein Dialog, der trotz bereits erfolgter Buhl-Konto-Anmeldung bei der Installation die Garantienummer und dann nochmals die Buhl-Konto-Anmeldung verlangte.

Aber jetzt funktioniert es. Endlich. Endlich kann ich meine Gewerbebuchhaltungen 2022 in Angriff nehmen. Endlich ist klar, dass Softwareprogrammierer drogensüchtig sein müssen und sich gerne einen runterholen. Und die Supporter scheinen sich zu beteiligen. Anderenfalls hätte mir vielleicht wenigstens jemand gemailt, ich solle mir doch auch einen Dealer suchen und mal Hand anlegen.

Klar ist für mich, dass ich WISO 2023 wieder mit CD oder DVD nehmen werde. Denn vielleicht läuft die Installation da wieder so ab, wie es bis zur Version 2021 der Fall war. Schnell, einfach, reibungslos.

P.S.: Die FAQ, die ich konsultierte, um eine Problemlösung zu finden, hat sich übrigens als restlos falsch erwiesen. Die Informationen zu Windows-10-Installationen, was man unternehmen solle, den Rechner auf die Installation vorzubereiten, verwiesen auf Windows-Bestandteile, die so vielleicht noch bei Vista existierten, seitdem aber nicht mehr. Und selbst wenn: Es ist schlicht eine Frechheit, von einem Softwareanwender zur Installation einer Software zu verlangen, seinen Rechner unter Sicherheitsgesichtspunkten nackig zu machen, nur damit die Softwareprogrammierer ihren zweifelhaften Leidenschaften (siehe oben) weiter frönen können, statt  anständige Arbeit abzuliefern.

Wichtig? Nein – nur ein Wicht!

Aus Polen. Eigentlich könnte ich beleidigt sein, aber Spammer mit bösen Absichten müssen einen für blöde halten, sind sie es offensichtlich doch selbst. Der Wicht, der mir hier unter dem Betreff »Wichtig!« offenbarte, was er Schändliches auf meinem PC zu tun glaubt, stammt aus Polen, denn blöd, wie er ist, hat er seine E-Mail-Adresse zwar mit meiner maskiert, dabei aber seinen eigenen »Return Path« übersehen: admin@wanderers-extreme.pl. Und nicht nur als »Return Path«, die Eigenschaften der Mail strotzen vor dieser Information. Dumm gelaufen.
Auch, weil das mit dem Video kam was geworden sein kann – denn mein Rechner verfügt weder über eine Kamera noch über ein Mikrofon. Ganz zu schweigen von diesem fiesen Miststück namens Malwarebytes, das sich auf den falsch geschriebenen Trojaner njRAT mit gefletschten Zähnen stürzen würde, würde er tatsächlich wagen, sich in meinem System einnisten zu wollen.
Tja.
Was soll ich dazu also sagen?

Hallo!
Wie Sie vielleicht bemerkt haben, habe ich Ihnen eine E-Mail von Ihrem Konto gesendet. Das bedeutet, dass ich vollen Zugriff auf Ihr Konto habe.Ich beobachte dich jetzt seit einigen Monaten.Tatsache ist, dass Sie über eine Website für Erwachsene, die Sie besucht haben, mit Njrat infiziert wurden.Wenn Sie damit nicht vertraut sind, werde ich es erklären.Njrat gibt mir vollen Zugriff und die Kontrolle über Ihr Gerät.Das bedeutet, dass ich alles auf deinem Bildschirm sehen kann, die Kamera und das Mikrofon einschalten kann, aber du weißt nichts davon.Ich habe auch Zugriff auf alle Ihre Kontakte und Ihre gesamte Korrespondenz.
Ich habe ein Video gemacht, das zeigt, wie Sie sich in der linken Hälfte des Bildschirms befriedigen, und in der rechten Hälfte sehen Sie das Video, das Sie sich angesehen haben.Mit einem Mausklick kann ich dieses Video an alle Ihre E-Mails und Kontakte in sozialen Netzwerken senden.Ich kann auch den Zugriff auf alle Ihre E-Mail-Korrespondenz und Messenger, die Sie verwenden, veröffentlichen.Wenn Sie dies verhindern möchten,überweisen Sie den Betrag von 1000 EUR an meine Bitcoin-Adresse (wenn Sie nicht wissen, wie das geht, schreiben Sie an Google: „Bitcoin kaufen“).
Meine Bitcoin-Adresse (BTC Wallet) lautet: 1GxXWJfNiSNM3MNTxYS5jK24zRo9DEPrCg
Nach Zahlungseingang lösche ich das Video und du wirst mich nie wieder hören. Ich gebe Ihnen 48 Stunden zum Bezahlen.
Ich habe eine Nachricht, die diesen Brief liest, und der Timer wird funktionieren, wenn Sie diesen Brief sehen.
Es macht keinen Sinn, irgendwo eine Beschwerde einzureichen, da diese E-Mail nicht wie meine Bitcoin-Adresse verfolgt werden kann. Ich mache keine Fehler.
Wenn ich feststelle, dass Sie diese Nachricht mit jemand anderem geteilt haben, wird das Video sofort verteilt.
Freundliche Grüße!

Nicht viel. Außer dass dir das einigermaßen ordentliche Deutsch nichts nutzen wird, nachdem ich dein Bitcoin-Konto leergeräumt habe. Du kleiner Wicht, armseliger.

Reis-mag-Scheißtag

Danke, Deichkind.

  • 6 Uhr aufgestanden. Wie jeden Tag. Ich hab damit keine Probleme. Wenn ich länger liegen bleibe, kriege ich eh nur Rückenschmerzen.
  • Kim hat wieder auf einen der Teppichläufer gepieselt. Das macht sie immer häufiger. Alterserscheinung. Inkontinenz, meine Frau. Warum Kim sich nicht bemerkbar macht, weiß ich nicht. Wenn sie Leckerlihunger hat, kann sie das auch. Egal.
  • Finanzen. Es ist der 31., also müssen Sachen bezahlt werden. Den Versuch, eine Sammelüberweisung anzulegen, habe ich abgebrochen. Die neue Software auf dem Bankingportal ist eine Zicke sondergleichen. Fehlerhaft bis zum Geht-nicht-mehr. Ganz klarer Betatest. Und die Kunden sind halt die billigsten Tester.
  • Frau kommt nicht aus dem Bett. Also mache ich den ersten Gang mit den Hunden. Es regnet. Natürlich.
  • Danach zum Einkauf zu Famila. Im Getränkebereich stapelt einer Jever-Kisten. Dabei hat er den Stapler mit Palette nicht längst gestellt, sondern quer. Blockiert den ganzen Gang. In einem anderen Gang steckt ein Mitarbeiter bis zur Hüfte im Regal, auf der Suche nach weiß der Henker was.
  • Danach ins Futterhaus. Terra Canis hat wieder Lieferprobleme. Das Paket ist seit 27.01. »elektronisch angekündigt«, aber die Post bearbeitet das Paket nicht weiter. Problem ist bekannt. Schuld ist das Verteilzentrum in Aschheim (bei München, wer’s nicht weiß). Und der Dosenvorrat schrumpft. Das Futterhaus hat zwar nicht das ganze Terra-Canis-Programm, aber zur Überbrückung …
  • Jörg hat ein Problem mit Word. Änderungsverfolgung. Lässt sich lösen.
  • Bei Ebay-Kleinanzeigen gebe ich eine Anzeige auf. Ich suche jemanden, der unser Garagentor ausbaut und entsorgt. Nach zwanzig Minuten ist der Drops gelutscht. Morgen kommt jemand für 300 Öre und nimmt sich des Ungetüms an.
  • Derweil räume ich die Garage so weit auf und um, dass nach der Tordemontage ein Auto reinpasst. Mein Passat.
  • Statt mich meiner eigentlichen Arbeit – einem Probelektorat für einen neuen Kunden – zu widmen, darf ich mich daran beteiligen, Naomi und Susi wieder einzufangen. (Ich berichte morgen en detail.)
  • Eine Mitarbeiterin meiner Bank verrät mir am Telefon, wie ich an die alte Softwareversion komme, die noch läuft, aber deren Zugang recht gut versteckt ist. Später stellt sich heraus, dass die Überweisungsvorlagen nicht aktuell sind. Aber etwas geht.
  • Um vier Uhr gehe ich mit Kim alleine Gassi. Sehr schön. Sie läuft gut, entspannter als bei den Gängen mit allen dreien. Klar, sie muss nicht dauernd stehen bleiben, damit Naomi und Susi schnüffeln können
  • Und später geht auch die neumodische Javaschwachsinnsmelange der Bank wieder.
  • Den Rest der Zeit verbringe ich mit ein paar Mails und der Suche nach jemandem, der mir eine zweiflügelige Drehflügeltür für die Garage baut. So eine will ich haben. Ohne Schnick, ohne Schnack, aber rot und weiß und mit Georgskreuz drauf. Jawoll.
  • Und die Abtrennung zum hinteren Garten hat der Sturm in Mitleidenschaft gezogen. Das wird nichts mehr. Ich stelle mir einen Gabionenzaun als Alternative vor, bis ich die Kosten erkenne. Das wird dann wohl doch nur ein Doppelstabmattenzaun, wenn auch höher als vorne zur Straße hin. Und für den habe ich auch noch niemanden. Manchmal ist ein eigenes Haus richtig anstrengend.
  • Fazit: Ich habe nichts geschafft. Ich habe nicht einen Cent verdient. Es war also eigentlich ein Scheißtag. Zum Abendessen gab’s wenigstens Reis.

Hilfe für Galgos in Not

Das Foto stammt von der VETO-Website (veto-tierschutz.de).

Jedes Jahr Anfang Februar werden sie weggeworfen, aussortiert, entsorgt: Galgos. Jagdhunde, die auf der iberischen Halbinsel nur so lange als nützlich betrachtet werden, so lange sie Leistungen erbringen. Ihr Leben ist auch während der Zeit vor ihrer Entsorgung nicht schön – aber danach sind sie Müll, Abfall.
VETO versucht zu helfen. Schaut euch das Video an. Schaut in diese Augen.

El Galgo Español - Ein Leben nach der Jagd / Dokumentarfilm

  • P.S.: In einer der letzten WDR-Sendungen der Reihe »Tiere suchen ein Zuhause« wurden mehrere Galga (d.s. weibliche Galgos) aus einem deutschen Tierheim vorgestellt. Ihre Augen zeigten einen ganz anderen Blick.
  • P.P.S.: Und vielleicht sollte man sich manche Dinge – nicht nur die Seuche – durch den Kopf gehen lassen, wenn man sein Urlaubsziel auswählt …

Schnelle Nummer: Ich bin gedrimpft

»Boostern« sagt nur jemand, der seine deutschen Sprachkenntnisse verleugnet, weil sie unmodern sind, oder – schlimmer noch – wer sie bei Ebay vertickt und den Erlös gehirnzellenrelevant versoffen hat. Wer das Wortmonstrum »Auffrischungsimpfung« nicht mag, dem wird deutsche (!) Erleichterung geboten, wenn er die dritte Impfung gegen die Seuche »Corona« als »Drimpfung« gezeichnet. (Und ja, manche Fachleute haben schon die Überlegungen über eine »Viermpfung« angeregt.)

Ich bin jedenfalls gedrimpft. Und das war eine schnelle Nummer. Termin im Impfzentrum Husum auf dem Messegelände war um 10:45 Uhr. Ich bin um 10:40 Uhr rein – und um 10:58 Uhr saß ich schon wieder in meinem Auto.
Das ging echt superschnell: Rein, Einladung checken lassen. Im ersten Stock anmelden, rein in Warteraum 1, wo gerade noch jemand über eine Nebenwirkung namens Herzmuskelentzündung referierte. Dann weiter, ich wurde gleich rangenommen, konnte mich nicht mal hinsetzen. Unterlagen wurden geprüft, Impfbuch ausgefüllt, und weiter. Wieder kam ich nicht zum Hinsetzen, wurde gleich hereingerufen. Zack, Impfung – mit Moderna. Die Nadel war nicht zu spüren (da sind die Pikse bei den viermal täglichen Insulingaben schmerzhafter). Und weiter in Warteraum 2. Da bekam ich mein Impfbuch zurück, das Zertifikat mit dem QR-Code für die CoronaApp. Und ein bisschen warten.
Das war’s.
Ich bin gedrimpft.

Und ich habe kein Verständnis für Menschen, die sich einer solchen Impfung ohne guten Grund – z. B. einem gesundheitlichen – verweigern.
Nebenwirkungen? Na und? Wenn ich Alkohol trinke, werde ich betrunken. Wenn ich rauche, bekomme ich eine Raucherlunge. Wenn ich Auto fahre, gehe ich das Risiko ein, zu verunglücken. Was also ist das Risiko bei einer solchen Corona-Impfung?
Für mich sind solche Menschen Feiglinge oder – schlimmer noch – Solidaritätsverweigerer. Egoisten. Dumme Egoisten noch dazu. Denn die Hauptnebenwirkung, wenn man sich nicht impfen lässt, ist, dass man eine ordentliche Corona-Infektion bekommen kann. Vor allem, weil man als Impfverweigerer ja gerne auch Corona-Leugner ist.
Herzlichen Glückwunsch also zu so einer dämlichen Entscheidung, sich nicht impfen zu lassen.

Vertrauen gut, Misstrauen besser?

Ich weiß sogar aus eigener Erfahrung, dass man nicht einfach jedem Hundetrainer vertrauen sollte. Als Kim damals zu uns kam, hatten wir wegen ihres uns gegenüber ablehnenden Verhaltens eine Trainerin beauftragt, die meinte, Kim sei nur zickig, würde einen auf Mädchen machen. Das Wenige, das wir über ihre Historie wussten, hat sie nicht interessiert. — Die Trainerin, die wir danach hatten, war deutlich besser. Ihr haben wir viel zu verdanken — und Kim auch.

Wie leicht es passiert, dass einem ein Trainer den eigenen Hund versaut, wenn man nicht misstrauisch ist und alles hinterfragt, was da vor sich geht, zeigt die Geschichte von Olaf. Lest sie hier in aller Ausführlichkeit. Ich will das hier nicht diskutieren, akzeptiere aber Kommentare, die das tun. Für mich ist klar, dass diese Trainerin aus dem Verkehr gezogen gehört. Leider ist es viel zu einfach, die Prüfung abzulegen, und so ist missbräuchlichem Verhalten gegenüber einem von Grund auf dem Menschen zunächst vertrauenden Tier Tür und Tor geöffnet. Menschen, die auch noch Geld dafür verlangen und dabei eindeutig gegen das Tierschutzgesetz verstoßen, dürfen nicht geduldet werden.

Ich hoffe für Olaf, dass es den Menschen, die den Schaden nun wieder reparieren dürfen, gelingt, dass er wieder zu dem Hund werden kann, der er im Grunde war und im Grunde auch immer noch ist. Er hat es mehr als verdient. Er hat noch ein langes Leben vor sich — und das soll nicht nur für ihn, sondern auch für seine Menschen ein schönes Leben sein.

[Die Fotos stammen von einer Fotografin namens Carina; ihre Website: https://facebook.com/cbfotografie.bs.]

Neue Praxis im Ort

Eigentlich schon am 01.01., aber heute, am 03.01., eröffnet ganz offiziell meine holde Gattin ihre Praxis als Heilpraktikerin und Wellness-Fachfrau. Ihr Wellnessprogramm hat einen erkennbar asiatischen Einschlag, und Genaues erfährt man auf ihrer eigenen Homepage hp-saskia.haitel.de.
Für die Praxis mit zwei Behandlungsräumen, dem Bad mit Duschgelegenheit und einem separaten WC haben wir das Obergeschoss unseres 2018 gekauften Hauses »geopfert«, was unter dem Gesichtspunkt, dass Kim inzwischen keine Treppen mehr laufen kann — weder rauf noch runter — und auch Naomi nicht jünger wird, nicht wirklich tragisch ist, auch wenn wir uns in unserem verkleinerten privaten Lebensraum einschränken mussten und müssen. Aber was tut man nicht alles für den Erfolg …
Und genau solchen Erfolg wünsche ich meiner Gattin. Sie arbeitet nebenbei auch noch hauptberuflich, was sicher eine kluge Entscheidung ist. Wie lange das nötig sein wird, wird sich zeigen — vielleicht ist es nächste Woche schon nicht mehr nötig <gnichel>.

Wenn das alte Jahr in Panik versinkt

Dann ist man vielleicht ein kleines, fünf Jahre altes, rotbraunes Hundemädchen aus Rumänien, dessen vergangenes Leben mit den vermutlich nicht immer schönen Erlebnissen im Dunkel der Zeit verborgen liegt …

Die im Grunde illegale Silvesterballerei in Winnert am letzten Tag des Jahres 2021 war erkennbar schlimmer als im Jahr zuvor. Damals waren die deutschen Durchgeknallten (sic!) gegenüber dem Verbot des Verkaufs von Silvesterknallern unvorbereitet; 2021 war genügend Zeit, sich über alle möglichen dubiosen Quellen – auch im Internet (und nicht etwa im Darknet) – zu versorgen. Und es ist ja egal, dass auch das Abfeuern gebunkerten Sprengstoffs nicht erlaubt war. (Und die Frage, dass nichtprofessionelle Feuerwerker [vulgo: Privatpersonen] außerhalb eines sehr eng gefassten Zeitraums im Jahr überhaupt keine Sprengstoffprodukte nutzen dürfen, war ja schon immer Gegenstand umfassenden Unwissens, Unverständnisses und letztlich zivilen Ungehorsams.)
Aber wen interessiert heutzutage überhaupt noch das Wohl anderer. In Zeiten der Corona-Diktatur, die es auch dem letzten Spinner erlaubt, aus seinem Dreckloch zu kriechen und seine Volksverhetzung in der Öffentlichkeit auszuwalzen, ist sich jeder selbst der Nächste. Und was sind schon Tiere. Hunde kann man hierzulande nicht fressen, also ist deren Wohl völlig unwichtig. Wie das von Katzen, Schafen, Ziegen, Rindern … Die Liste ist endlos.

Kim, unsere ungarische Prinzessin, hat sich überraschend gut gehalten. Sie war entspannt, es gab keinen Augenblick, in denen sie die Angst zeigte, die wir eigentlich erwarteten, weil es in früheren Jahren immer so war. Sie war immer die Ängstliche, wenn es knallte. Auch die Schüsse von Jägern – als wir noch in Bayern lebten, umgeben von Wäldern – haben sie immer erschreckt. Und selbst letztes Jahr noch … Diesmal war sie entspannt und ruhig, fast desinteressiert, ignorant. Es ist fraglich, ob das Altersweisheit ist, nach dem Motto: »Ich hab nicht mehr lang, was soll ich mich also noch aufregen?« Aber vielleicht ist es auch nur altersbedingte Schwerhörigkeit, denn sie hört in der Tat schlechter als in früheren Zeiten. In ihrem Alter kann sie sich das erlauben.

Naomi war nicht so entspannt. Sie war erkennbar beunruhigt. Das äußert sich dadurch, dass sie beim Gassigehen immer hinter sich blickt, dass sie keine Leckerlis nimmt, wenn wir unterwegs sind. Daheim schläft sie nicht, sondern sitzt oder liegt irgendwo, den Kopf erhoben, die Ohren aufgestellt; die sind dann auch ständig in Bewegung, um die Geräuschquelle zu orten, die sie irritiert.

Susi indes ist der klassische Fall, wegen dem ich die Ballerei – inklusive der Idioten, die sie veranstalten – hasse wie die Pest. Sie reagiert schlicht panisch. Draußen reagiert sie auf den ersten Böller, indem sie an der Leine anzieht, nach vorne, weg, nur weg. Zu Hause verkriecht sie sich in den dunkelsten Ecken – vor allem unter meinem riesigen Schreibtisch. Da lag sie gestern Abend und auch noch heute morgen an Orten, die nie zuvor ein Hund gesehen hat. Das Frühstücksleckerli versuchte sie im Papierkorb ihres Frauchen zu verspeisen – und so zierlich sie mit ihren siebzehn Kilo sein mag, der war dann doch ein wenig zu klein für sie. Erst mittags ging es ihr dann besser und inzwischen – es wird langsam Abend – geht es ihr erkennbar gut. Sie ist nun wie immer.

Die Menschen, die all die Probleme kennen, die mit der Ballerei verbunden sind – Umweltverschmutzung, Lärm, Angst bei Tieren und durchaus auch Menschen, Verletzungsgefahren –, und die trotzdem ballern, halte ich für latent psychisch krank. Ich habe schon öfter Initiativen und Petitionen unterstützt, die sich für das vollständige Verbot der Silvester- und jeder anderen sinnlosen Ballerei einsetzen, und ich werde das auch weiterhin tun – und 2022 in noch größerem Umfang. Denn für mich bleibt es dabei: Ich hasse euch! Alle! Und ich halte es für fraglich, ob ihr ein gutes neues Jahr überhaupt verdient habt.

P.S.: Und auf dem abendlichen Gassigang begegneten wir einem Ehepaar mit ihren zwei Kindern. Und die Gören hatten nichts Besseres zu tun, als mit irgendwelchen übrig gebliebenen Knallerbsen rumzumachen. Und Susi und Naomi waren wieder da, wo sie am Vorabend waren …

Ich wünsche was

Das Gleiche, das ich als Verleger wünschte: hier.

Obwohl ich das relativieren muss. Nazis, COVIDioten und Verschwörungstheoretiker möchte ich ausnehmen – die haben mindestens keinen Erfolg, aber wohl auch kein Glück verdient; gesund sollten sie bleiben dürfen, ich möchte mich nicht der verbalen Körperverletzung schuldig machen.

Und konkretisieren muss ich das Geschriebene. Gemeint sind alle Menschen. Da ich Gendersternchen, Unterstriche und sonstiges Sonderzeichenzeug ablehne – wie auch das Gendern überhaupt – kann ich nur sagen, dass alle gemeint sind. Alle Menschen. Gleich, welcher Sorte sie angehören. Und für die, denen das nicht reicht: Gemeint sind auch alle meine Autorenden, Grafickenden … äh …, ja, doch …, Herausgebernden, Kundenden, Rezensierenden und alle anderen, die einfach nur enden wollen.

Ich freue mich auf ein neues Jahr, in dem wieder Sternchenfans und Unterstrichende versuchen, die deutsche Sprache zu verhunzen und ihre zweifelhaften Minderheitenmeinungen den Menschen aufzudrücken, die in diversen Umfragen schon mehrheitlich geäußert haben, dass sie das – indirekt oder direkt – albern und unpassend finden, sprich: ablehnen. Aber welche Minderheit hat sich schon mal dafür interessiert, was die Mehrheit will; es ist ja immer die Mehrheit, die die Minderheit unterdrückt.

In diesem Sinne: rutscht gut, aber rutscht nicht aus. Auf was auch immer. Und gegebenenfalls meinem Buckel runter, wenn er (sic!) gendern gut findet.