Und mit der Sonne kommt die Dummheit

Sonne. Temperaturen über 30 Grad. Autos mit leicht geöffneten Seitenscheiben. Darin kleine Kinder. Und Hunde. Die Dummheit des Menschen ist unglaublich. Unbegreiflich. Aber es ist jeder Jahr das Gleiche.
Und immer wieder fragen sich die Leute, ob sie die Autoscheibe einschlagen dürfen.
Ja, dürfen sie. Es liegt eine Notlage vor, es geht um das Wohl und sogar Leben eines Kindes, eines Hundes, eines anderen Tieres. Ergo: Scheibe einschlagen, Kind oder Tier retten (und in den Schatten bringen!), Polizei rufen – und bei der Gelegenheit gleich Strafanzeige wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz (Stichwort: Tierquälerei) bzw. wegen Körperverletzung erstatten.

Mehr auf: br.de

Keine Meinung? Besser isses

FOCUS Online meldet, dass »noch nie so wenige Deutsche an die freie Meinungsäußerung« in diesem unserem Lande glaubten. Sie sei »nicht mehr möglich, ohne mit Konsequenzen rechnen zu müssen«.
Nicht nur, dass die Formulierung unterstellt, dass die freie Meinungsäußerung mit Konsequenzen rechnen muss, es ist auch die arme, arme AfD, die sich mit und in ihrer braunen Brabbelsuppe eingeschränkt fühlt.
Aber in der Tat könnte an der Behauptung etwas Wahres dran sein, denn eigentlich ist es heutzutage gleichgültig geworden, was du zu sagen hast – du wirst auf jeden Fall einen Shitstorm ernten.

Quelle: focus.de

Keexalaam

Frau kocht. Ich nicht. Kochen ist nicht mein Ding. Frau macht ihre Sache gut. Nicht immer nach meinem Geschmack, was aber daran liegt, dass ich eigentlich immer noch ein Fleischfresser bin. Und sie halt nicht. Aber es gibt auch Fleisch.
Und es gibt Abwechslung: Lachs mit Gemüse und Gemüse mit Lachs. Manchmal auch Gemüse ohne Lachs, aber nie Lachs ohne Gemüse. Und manchmal auch anderen Fisch, aber eher selten. Es zeigt sich, dass Lachs einer der geschmacklich attraktivsten Fische ist, die man hierzulande bekommt. Aber gut. Wir haben uns da eingeschossen.
Ach ja, Hühnchen mit Reis und Tomatensoße. Das ist eine ihrer Spezialitäten. Hört sich nicht so an, ist es aber. Unzweifelhaft.
Und ihre Pizza. Ich habe in meinem Leben viele Pizze verzehrt. Und in der berühmten »Trattoria« zu Murnau am Staffelsee waren die Pizze hervorragend. Aber das, was meine Frau da abliefert, ist allererste Sahne. Und wird immer besser.

Und: Shortbread. Auch für den hauseigenen Diabetiker. Halt nicht mit Zucker pur, sondern gemischt mit Zuckeraustauschstoffen wie Xylit, Erythrit etc. Immer wieder werden Variationen der Rezeptur getestet, aber am Ende sind sie immer gut. Sehr gut. Hervorragend. Shortbread vom Feinsten.

Und Keexalaam ist, wenn man in der Keexdose mehr Boden als Keex sieht.

Gassilust vs. Gassifrust

Die beiden haitelschen Hundemädels sind nicht mehr die Jüngsten. Kim (hinten) ist Jahrgang 2009; den genauen Geburtstag kennen wir nicht, wir haben ihn wohl einigermaßen passend auf den 11.11.2009 festgelegt. Bei Naomi (vorne) steht der 20. Januar 2013 in den Papieren – sie ist also auch schon gute acht Jahre alt. – Aber so ganz verliert ein Hund seine Agilität natürlich nicht. Das merkt man vor allem im Angesicht von Hasen und Rehen. Und nicht immer lassen sie sich gut abrufen. – Aber in den letzten Jahren sind die Gassigänge langsamer geworden, kürzer auch. Beide Mädels haben Knochengeschichten, vor allem Kim, und das zweimal wöchentlich stattfindende Hundeschwimmen bei einer Hundephysiotherapeutin im Nachbarort schafft Erleichterung, aber freilich keine Heilung.

Ich selbst bin Schreibtischtäter. Und Diabetiker. Ich arbeite praktisch den ganzen Tag am Computer, und das nicht erst seit dem Ende meiner Angestelltentätigkeit Ende 2018. Kim wurde 2011 zu uns geholt, damit es vor allem für mich einen guten Grund gibt, mich zu bewegen; Naomi kam dann, weil wir dachten, Kim könnte Gesellschaft brauchen. In der Anfangszeit mit Kim und später mit Naomi sollten die Gassigänge dreimal täglich je eine Stunde dauern, und nicht selten fielen sie auch mal länger aus. Inzwischen ist es nicht immer ganz einfach, wenigstens auf vierzig Minuten zu kommen. Denn da müssen auch die Hunde mitspielen.

Besonders im Freilauf zeigt sich, ob die Hunde Lust haben oder nicht. Heute gibt es immer wieder und immer öfter Tage, an denen mich der Gassigang eher frustriert denn erfreut. Vor allem auch unter dem Gesichtspunkt, dass ich mittels ordentlicher Gänge meinen Blutzuckerspiegel kontrollieren und vor allem senken kann. Aber dann laufen die Mädels nicht vornweg, wie sie – vor allem Kim – dies früher eher in der Regel getan haben, nein, sie schleichen dann hinter mir her. Irgendwann meint Kim, es sei wohl genug, dann bleibt sie einfach stehen und lässt mich davongehen. Und erst auf mehrfaches Zurufen und das – dann eher unfaire – Ausbreiten der Arme läuft sie wieder los. Langsam, gemächlich, nur keine Hektik. Und Naomi schnüffelt sich durch die Gegend, aber das macht sie schon immer.

Mit einem der Hunde allein zu gehen ist keine Alternative. Es funktioniert nicht. Die beiden Damen hängen sehr aneinander, und auch wenn man dies nicht an einem großen Hundekuscheln erkennen kann – wenn man sie trennt, merkt man es. Und nicht nur an der sich deutlich äußernden Naomi, auch die schweigsame Kim lässt da keinen Zweifel zu. Und ganz alleine zu laufen, dazu habe ich auch keine Lust.

Am Ende ist der Frust dann doch nicht so schlimm. Es ändert ja auch nichts. Ich werde älter, die Hunde auch – nur sind sie halt schneller –, und ich tue ihnen und mir keinen Gefallen, wenn ich versuche, meinen Willen durchzusetzen. So drehen wir dann eher um als früher, und Kim läuft dann doch wieder vornweg, als wollte sie sagen, dass es daheim am schönsten ist. Nur Naomi läuft auch auf dem Rückweg hinter mir – oder schleicht, wenn man es genau nimmt –, denn ihr ist das Schnüffeln am wichtigsten. Wenn sie das ausgiebig tun kann, dann ist der Gassigang für sie in Ordnung. Und beide freuen sich aufs Leckerli, dass es daheim wieder gibt …

Fleißige Autoren sind beliebt

Auf jeden Fall bei Kleinverlegern. Den Kleinverleger möchte ich sehen, der etwas dagegen hat, wenn sich sein Autor engagiert.
Dieter Rieken ist so ein Fleißiger. Mit seiner angenehmen Stimme – die ich wenigstens vom Telefon kenne – ist er prädestiniert, Lesungen zu machen, und das liegt ihm offensichtlich auch. Wie sonst kämen gleich mal wieder drei Termine zustande:

  • Freitag, 18.06.2021, 20 Uhr, Autorenschnack mit zwei oder mehr Autoren bei VaianaP auf Twitch: www.twitch.tv/vaianap.
  • Dort findet auch am Samstag, den 03.07.2021, ab 17 Uhr beim »2. Vorlesetag« seine Lesung aus der Kurzgeschichte »Nachtschicht« statt.
  • Und am Montag, den 26.07.2021, liest er aus »Land unter«, und zwar im Mediengarten des Holbein-Gymnasiums (Hallstr. 10, 86150 Augsburg) im Rahmen des »10. Just Kids-Festival«. Diese Lesung findet, wie er schreibt, vor »LuL und SuS, Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern« statt.

Wer also Zeit hat und sogar im Einzugsgebiet von Augsburg ist, kann sich was gönnen. Hopp!

Rieken, Dieter, LAND UNTER

Aller guten Dinge sind vier: Frankes Tetrapack

Würde ich behaupten, ich hätte es längst aufgegeben, nach Gründen zu suchen, müsste ich lügen. Das liegt mir fern. Dennoch habe ich bis heute keinen Grund gefunden, warum ich trotz eines mir von verschiedenster Seite bescheinigten immensen Ausstoßes an Büchern in meiner p.machinery letztlich immer wieder Bücher habe, die lange liegen, die viel Zeit brauchen, oft mehr, als es verständlich ist. Aber es ist so, und ich will wenigstens nicht lamentieren.
Es war jedenfalls längst wieder Zeit für die Fortführung der SF-Werkausgabe Herbert W. Franke, und nun erscheinen endlich die schon für Ende 2020 vorgesehenen vier Bände »Paradies 3000«, »Tod eines Unsterblichen«, »Das Gutenberg-Konzil« und »60 Jahre Grüner Komet«. Mit Verspätung, leider. Aber immerhin stellen die beiden letztgenannten Bände nicht nur erweiterte Neuausgaben schon bekannter Franke-Werke dar, nein … »Das Gutenberg-Konzil« kann mit einer erklecklichen Reihe von bislang völlig unveröffentlichten Storys brillieren, und auch bislang verstreut veröffentlichte Geschichten finden sich hier erstmals an einer Stelle versammelt.
Die klassisch von Thomas Franke illustrierten Bücher erscheinen in gewohnter Qualität vom Schaltungsdienst Lange (sofern man sie nicht bei Amazon & Co. bestellt) als Paperback (Softcover) und Hardcover, und natürlich auch als E-Books.

Selbstgespräche

made.com ist ein Internetshop für Wohnungseinrichtung. Wie auf anderen solchen Seiten auch bekommt man hier alles. Fast alles. Und da sich nun alle Welt darauf freut, die Seuche besiegt zu haben, kann man sich laut einer aktuellen Werbung des Anbieters »endlich wieder offline unterhalten«.

Ich bin erstaunt. Offlineunterhaltungen führe ich bei praktisch jedem Gassigang mit meinen Hundemädchen. Die hören sowieso nur zu, wenn es um Leckerlis geht, und außer Schnapp- und Schmatzgeräuschen kommt da nichts. Folglich unterhalte ich mich mit mir selbst. Offline eben.

Wie man so eine Unterhaltung bei der in der Werbung abgebildeten Party führen soll, bleibt mir schleierhaft. Aber vielleicht habe ich das nur noch nicht ausprobiert.

Über das Versagen

Ob es ein Sprichwort oder nur eine Redensart ist, spielt eigentlich keine Rolle. Vor allem in Bayern hört man gerne den Spruch »Sitzt, passt, wackelt, hat Luft«, eine Redensart – sic! –, die man sich vorrangig nach handwerklichen Tätigkeiten gönnt. Oder auch einfach, wenn es passt.

Die Handwerker-Website manomano.de – eine Art Online-Baumarkt – hat sich nun in Verkennung der Bedeutung dieser Redensart die Variante »Sitzt, passt und wackelt nicht« einfallen lassen und sich damit in die Riege der Werbidioten eingegliedert. Herzlichen Glückwunsch zu dieser Fehlentscheidung.