Keine Meinung? Besser isses

FOCUS Online meldet, dass »noch nie so wenige Deutsche an die freie Meinungsäußerung« in diesem unserem Lande glaubten. Sie sei »nicht mehr möglich, ohne mit Konsequenzen rechnen zu müssen«.
Nicht nur, dass die Formulierung unterstellt, dass die freie Meinungsäußerung mit Konsequenzen rechnen muss, es ist auch die arme, arme AfD, die sich mit und in ihrer braunen Brabbelsuppe eingeschränkt fühlt.
Aber in der Tat könnte an der Behauptung etwas Wahres dran sein, denn eigentlich ist es heutzutage gleichgültig geworden, was du zu sagen hast – du wirst auf jeden Fall einen Shitstorm ernten.

Quelle: focus.de

2 Replies to “Keine Meinung? Besser isses”

  1. Und genau dieses Missverständnis der Bedeutung der „freien Meinungsäußerung“ ist der Grund für den Tenor dieser Meldung, woraus unter anderem zu entnehmen ist, dass auch die diese Meldung schreibenden und verbreitenden Journalisten keine Ahnung davon haben.
    Und: Das Gefühl, es gäbe keine freie Meinungsäußerung mehr, resultiert auch aus der psychischen (und mitunter auch physischen) Gewalt, die die sozialen Konsequenzen (Stichwort: Shitstorms) auf den einzelnen Menschen haben. Es fühlt sich ungerecht behandelt, sieht seine Freiheit, seine Meinung zu äußern beeinträchtigt – und gemeinsam mit der verbreiteten Neigung narzisstischer Denk- und Handlungsweisen in unserer Gesellschaft kommt genau das zustande.

    (Und jemanden, der behauptet, meine Hundedamen würden stinken, würde ich zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt schicken, der nicht nur den Fehler beheben kann, sondern sicherlich auch erklären kann, warum er der Arzt für einen Hals, zwei Ohren, aber auch mehr als eine Nase zu sein scheint, glaubt man seiner Berufsbezeichnung.)

  2. Autsch! Ich glaube eher, nie haben die Leute dermaßen missverstanden, was das Recht auf freie Meinungsäußerung bedeutet: nur für die Äußerung meiner Meinung darf ich nicht ins Gefängnis gesperrt werden oder andere staatliche Sanktionen befürchten.

    Das war’s aber auch schon! Vor sozialen Konsequenzen hat das Grundrecht noch nie geschützt. Selbstverständlich darf ich jemanden meiner Wohnung verweisen, wenn derjenige z.B. ungefragt seine Meinung über meine Frau absondert. Oder wie würdest du, lieber My., reagieren, wenn jemand behauptete, deine Hundedamen würden stinken?

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