Das war Impf 2

Genau. Am Sonntag, 15.08., goutierte ich meine zweite Comirnaty-Impfung (vulgo: Biontech/Pfizer). Es war mehr los als beim ersten Mal. Kein Wunder, denn inzwischen braucht man keinen Termin mehr. Das Impfzentrum ist inzwischen auch am Montag und Dienstag nicht mehr geöffnet. Seltsam, denke ich. Der Bedarf ist noch da, aber die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, ist offensichtlich im Argen.
Oder auch nicht. Denn es war durchaus eine gut besuchte Sonntagsveranstaltung. Diesmal musste ich warten. Nicht allzu lange, aber doch länger als beim ersten Mal.
Der beratende Arzt – der mich nicht beraten musste – war gut aufgelegt. Es gab einen Scherz und den umfangreichen Hinweis auf die Nebenwirkungen, die mich bei der zweiten Impfung auf jeden Fall (!) erwarten würden. Kopfschmerzen, Müdigkeit, Fieber, all die Klassiker, die wir aus Funk und Fernsehen (und Boulevardblättern) längst kennen.

Könnte ich Geld verlangen, würde ich reklamieren. Nebenwirkungen habe ich – nach nun zwei Tagen – auch diesmal nicht (obwohl sie mir versprochen wurden, menno), sieht man davon ab, dass mein Oberarmmuskel den Pikser nicht nett fand. Aber der hat sich auch schon wieder abgeregt. Der Oberarmmuskel, nicht der Pikser.

Summasummarum: Alles gut. Impfbuch und die Impfzertifikate liegen im Auto, denn wenn ich die brauche, bin ich auch mit dem Auto unterwegs. Die Corona-App hat die digitalen Zertifikate. Und in – ab heute – 12 Tagen ist mein Impfschutz komplett. Und mein Lebenswandel unverändert.
Was ich all denen, die sich nicht impfen lassen wollen – gleichgültig, aus welchen Gründen –, kann ich an der Stelle nur raten, sich das zu überlegen. Selbst ein paar Tage mit Symptomen auf der Fresse zu liegen, ist letztlich unproduktive Zeit- und Energieverschwendung. Und wer vielleicht doch ein paar Nebenwirkungen hat, der kann sich immerhin sagen, dass es nur Nebenwirkungen sind – und keine Erkrankung.

Löwe 60

Seltsam, welche Informationen man in Erinnerung behält. Telefonnummern zum Beispiel, ich wähle eine Nummer zweimal und vergesse sie nicht mehr. Jedenfalls nicht gleich.
Heute Morgen fällt mir ein, dass meine erste Gattin heute ihren 60. Geburtstag feiert. Einfach so. Der Einfall; der Geburtstag ist ja von langer Hand geplant. Warum mir das eingefallen ist, weiß ich nicht. Seit ich auch für meinen Sohn keinen Unterhalt mehr zahlen muss, gibt es keinen Kontakt mehr. Zu ihr nicht, zu meinem Sohn – der dieses Jahr 34 Jahre alt wird – auch nicht. Und trotzdem.

Erinnerungen sind merkwürdig. In der Regel macht man sich keine Gedanken, wofür sie gut sind. Den 60. Geburtstag meiner ersten Ehegattin würde ich eher als unnützes Wissen klassifizieren. Aber es ist halt da.

So’n Auto will ich nich

Eigentlich bin ich Renault-Fan. Nach einem Jaguar MK II und einem Fiat 128 begann meine Renault-Karriere mit einem Renault 5 TS, einer Rennsemmel. Es folgten ein 11er, drei 19er, ein Mégane und schließlich ein Laguna. Der Laguna war meine große Liebe, und wenn ich ehrlich bin, trauere ich ihm immer noch nach. Der 98er Laguna Grandtour war noch ein Auto, das nicht nur aus Elektronik bestand – und vor allem über eine schöne Optik verfügte. Seufz.

Seit 2012 fahre ich einen 2009er Passat, 2-Liter-EA-189-Schummeldiesel (mit Softwareupdate und Schadenersatzzahlung), mit genau der richtigen Menge Elektronik, die ich noch verkraften und für mich verantworten kann. Meine alte Liebe Laguna kann er nicht toppen – aber der Passat gefällt mir, er ist ein schönes Auto.

Heute Morgen habe ich ihn in die Werkstatt gebracht, weil er ein Problem hat, vermutlich mit der Abgasrückführung. Man wird sehen. Als Leihwagen sollte ich eigentlich einen VW Polo bekommen, aber es wurde dann doch ein Tiguan. Ein ScheißUV (und das mir!). Seufz. Und so ein Auto will ich nicht. Wirklich nicht. Nicht nur, weil es ein ScheißUV ist, auch nicht, weil er Automatikschaltung hat, schon gar nicht wegen seiner 150 PS. Aber die Karre besteht nur aus Elektronik, am Lenkrad gefühlt 40 Schalter, Tasten, Knöpfe, die Hebel links und rechts sind noch mal mit Schaltern vollgestopft und das Mäusekino strotzt vor allem von Symbolen, für die man vermutlich ein Fremdsprachenstudium erfolgreich absolviert haben sollte.

Nun gut. Ich denke, noch brauche ich keinen neuen Wagen (und ich glaube, ich würde mir einen nagelneuen auch nicht zulegen), und vielleicht ist eine (vermeintliche) Billigmarke wie Dacia am Ende ja eine Lösung. (Meine Frau hat einen Dacia gefahren, und so schlecht sind die auch nicht.) Aber selbst wenn: Wenn es solche Konfigurationsmöglichkeiten gibt, mit denen man den elektronischen Schnickschnack minimieren kann, dann würde ich die ausnutzen. Sinnvoll sind so Sachen wie Windschutzscheibenheizung, Regensensor, Tempomat (!) und ein vernünftiger Navi (sowie für meine Gattin eine Sitzheizung). Bei allem anderen hätte ich dann gerne ein paar knackige Argumente.

K(l)eine Pause

Unter dem Titel »Kleine Pause« berichtet die Süddeutsche Zeitung: »Eine Mehrheit der Deutschen lehnt das Gendern ab, in Presse und Fernsehen kommt es immer häufiger vor. Wie verhalten sich die Öffentlich-Rechtlichen?« Ausführliches über das Chaos in der sprachlichen Vergewaltigungstätigkeit unserer bürgerlich finanzierten Sendeanstalten liest man unter sz.de/1.5383641.

Wer glaubt denn so was? Das Popotop!

Jedermann hat heutzutage den Begriff des Biotops im Ohr und im Kopf. Ständig wird er in den Mund genommen. Wenn eine Autobahn gebaut werden soll, ein Windrad zu errichten ist, irgendein Eingriff in die Natur erfolgen soll, entstehen auf einmal Biotope – wie aus dem Nichts. Die Nachbarin meiner Hundephysiotherapeutin wollte ein durchaus für Bebauung geeignetes Grundstück zum Biotop erklären lassen, um keinen direkten Nachbarn hinnehmen zu müssen. Das einzig Biotopische an dem Grundstück allerdings waren und sind bis heute plattgemachte Bäume, die offensichtlich auch gestört haben.

Was aber ist ein Popotop? Wenn man zwei Hunde hat, dann weiß man irgendwann, dass auch Hunde mit zunehmendem Alter ihre Zipperlein entwickeln. Meine beiden Mausemädchen leiden gleichermaßen unter Arthrose. Hüfte, Rückgrat, Pfoten – man könnte glatt von klassischen Problemstellen sprechen. Damit die Entwicklung nicht ganz so schnell und nicht ganz so umfangreich ausartet, gibt es heute Möglichkeiten. Zum Beispiel eine Hundephysiotherapeutin, die über einen Pool verfügt, in dem die Hunde schwimmen können (auch wenn meine beiden Mäuse das zugegebenermaßen lieber nicht tun würden).
Nach so einer Schwimmung, die in der Regel zwanzig bis dreißig Minuten pro Hund dauert, sind die Hunde nass. Ja, manch Leser mag überrascht sein, aber sie sind nicht nur einfach nass – sondern nass bis auf die Haut (und nicht nur oberflächlich wie nach einem Gassigang bei Regen). Und auch, wenn der Hund den größten Teil des Wassers im Fell los wird, indem er sich schüttelt, und auch, wenn man als Mensch selbst mit großen Badetüchern zulangt, Feuchtigkeit bleibt.
Interessanterweise ist der Körperteil des Hundes, der sich am längsten die Feuchtigkeit bewahrt, das Heck, das Hinterteil – vulgo: der Popo. Und es dauert Stunden, bis der getrocknet ist, und in dieser Zeit hat man das Vergnügen, ein vierbeiniges Feuchtbiotop im Hause zu haben, das beim Hinsetzen auf Laminat und Parkett gerne einen Sitzfleck hinterlässt.
Und das ist es – das hündische Feuchtbiotop, das sogenannte Popotop.

Hat man diese Erkenntnis erst einmal verinnerlicht, ereilen einen Menschen mit verlegerischer Tätigkeit sogleich verlegerische Gedanken. Das Genre der Utopie ist uralt, Thomas Morus hat es begründet und viele Autoren haben sich mehr oder minder erfolgreich an Utopien versucht. Die ewigen Griesgräme unter den Schriftstellern kamen irgendwann auf die Idee, die Lesewesen dieser Welt mit dem Gegenteil der Utopie zu behelligen – der Dystopie. Sie ist heutzutage nicht nur modern, sondern omnipräsent. Wer etwas anderes zu schreiben und zu vermarkten versucht, als eine Dystopie, muss schon damit rechnen, schräg angeschaut zu werden.
Aber die Rettung ist in Sicht. Utopien sind durch, Dystopien nerven – morgen schreibt man Popotopien, und wer behauptet, das sei Literatur für den (Hunde-) Arsch, der ist ein böser Mensch. Popotopien zu schreiben ist einfach. Knuffig muss die Literatur sein, mit langem oder kurzem Fell gestaltet, eben feucht – mal mehr, mal weniger –, und vier Beine, zwei große, nicht kupierte Ohren und einen allerlieblichsten Blick muss das Werk haben, so sehr, dass der Leser bei der Lektüre vor Freude und Zuneigung zum Werk, zur Popotopie förmlich zerfließt.
Also auf! Autoren! Schreibt Popotopien! Mein Verlag, die p.machinery (vulgo: popoganda machinery, deutsch: Popogandamaschinerie), wartet auf eure Ergüsse.

Nasenoriginale im Angebot

Gabriele Behrend, heißgeliebte Autorin meines Verlages, hat sich etwas Besonderes einfallen lassen: Zusätzlich zu jedem gekauften Exemplar ihres Kompendiums »Na|sen|gno|mo|no|mie [sing., fem.] 1.0« (vulgo: »Die Nasengnomonie 1.0«) vergibt sie – natürlich nur, solange der Vorrat reicht – die Originalzeichnungen (handcoloriert und signiert) aus dem Buch. Diese Zeichnungen sind natürlich Unikate und man bekommt sie, wenn man das Buch direkt – und nur direkt – bei Gabriele bestellt. Details zum Vorgehen und Abbildungen der Originale finden sich hier.

Das Angebot sollte man sich nicht entgehen lassen. Nicht nur, dass das Buch ausgesprochen knuffig ist – und förmlich danach schreit, verschenkt zu werden –, auch die Grafiken von Gabriele Behrend sind als Unikate eines Tages vielleicht sehr wertvoll.
(Ich selbst habe eine entsprechende Erfahrung gemacht, als ich aus Platzgründen [an der Wand] Originalgrafiken, die ich von Grafikern in den 1980ern kaufte, weiterverkauft habe. Reich wird man nicht, aber es finden auch bei Fangrafikern erkennbare und mitunter deutliche Wertsteigerungen statt.)

Behrend, Gabriele, Na|sen|gno|mo|no|mie [sing., fem.] 1.0

NOVA 30 + Uwe Post: Der automatische Depp

»Har, har!«, dröhnt da eine Stimme mit übertriebener Lautstärke aus verborgenen Lautsprechern. Ich zucke zusammen.

»Mist«, sagt Anna verdrossen. »Winnfried.«

»Ihr Deppen!«, ruft der böse Onkel. »Ihr seid mir alle in die Falle getappt, die ich mir letzten Sonntag beim Frühschoppen ausgedacht habe. Har, har!« Die Tür knallt zu. Aus kleinen Öffnungen in den Wänden ergießt sich Zitronensprudel in die Zelle.

»Wir sind verloren«, sagt C-3PO.

NOVA 30 – das Jubiläum

Ein neues Baby ist im Haus