Träume sind eine Schizophrenie des Geistes

Thomas Thiemeyer
BABYLON
Knaur Verlag, München, 2016, Paperback, 523 Seiten, ISBN 978 3 426 65363 0

VORBEMERKUNG
Als Kurzgeschichtenfan mache ich um so einen Ziegelstein von Roman normalerweise einen hinreichend großen Bogen. Aus einem wirklich ganz unerfindlichen Grund habe ich jedoch dieses Reziexemplar des Knaur-Verlages auf meinen »akuten« Lesestapel gelegt – und sogar innerhalb recht kurzer Zeit in Angriff genommen.
Das war eine gute Idee. Aus mehreren Gründen: Zum einen ist das Buch für den Deutschen Science-Fiction-Preis 2017 relevant. Zum anderen … nun, das ergibt sich aus dieser Rezension.

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Und noch’n Hacker, wo ich schon dabei war

Die Hacker, die Christina, hatte mit »Die Telepathin« schon einen Roman in der FanEdition der Perry-Rhodan-FanZentrale (PRFZ). Aber die Österreicher haben anlässlich ihres AustriaCon 2016 im September einen Wettbewerb für ein Titelbild und einen Roman veranstaltet. Gewonnen hat Hans-Jochen Badura für das Titelbild – und Christina Hacker für den Roman. »Am Abgrund der Unsterblichkeit« ihr Werk, das, wie man hörte, von Roman Schleifer – dem Wiener Schleifer – ziemlich in die Mangel genommen worden sein soll. Was herauskam lässt sich lesen, kann ich sagen. Ich hab es nicht nur gelesen, sondern auch layoutet und so. Wie immer. Ich mach halt so Sachen.

Christina Hacker
AM ABGRUND DER UNSTERBLICHKEIT
Perry Rhodan FanEdition 18
Perry Rhodan FanZentrale e.V., August 2016, Paperback, 96 Seiten DIN A5

Mai 1514 NGZ. In der Milchstraße brodelt es.
Während im Sol-System der mysteriöse Techno-Mond die Terraner verängstigt, versucht Polyport-Präfekt Perry Rhodan den Konflikt zwischen Northside-Tefrodern und Jülziish um den Polyport-Hof ITHAFOR-5 zu entschärfen.
Ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt verübt ein Unbekannter einen Giftanschlag auf einen engen Freund Perry Rhodans. Sofort mischt sich der Unsterbliche in die Ermittlungen ein – sehr zum Leidwesen der verantwortlichen TLD-Agentin Fiona Foniqi. Trotz der gegenseitigen Animositäten jagen sie gemeinsam den Attentäter, der ihnen immer einen Schritt voraus scheint.
Als sich der Zustand des Freundes verschlechtert und ihm nur noch wenige Tage zum Leben bleiben, treffen Rhodan und Foniqi eine folgenschwere Entscheidung. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit …

Christina Hacker, Jahrgang 1974, geboren und aufgewachsen im thüringischen Saalfeld/Saale, lernte nach dem Abitur Mediendesignerin und studierte anschließend Elektrotechnik in der Fachrichtung Medientechnik. Seit 2003 arbeitet sie im Großraum München freiberuflich als Ingenieurin und technische Redakteurin. Sie lebt mit ihrem Mann in Südostoberbayern.
Bereits seit dem Abitur schreibt sie Fanfictionstorys und Artikel für Star-Trek-Fanzines. Als verantwortliche Redakteurin kümmert sie sich seit 2014 um den Newsletter der PRFZ. Nach FanEdition 15 ist »Am Abgrund der Unsterblichkeit« ihr zweiter Roman im Perryversum.

Über ihren Roman sagt sie: »Nachdem der Zeitrahmen durch den Wettbewerb festgelegt war, musste ich nicht lange überlegen. Ich wollte eine Vorgeschichte zu Andreas Eschbachs ›Der Techno-Mond‹ schreiben. Der Roman war damals mein Wiedereinstieg in die PERRY-RHODAN-Erstauflage. Mir gefiel, wie der Autor Perry Rhodans Privatleben schilderte. Auch ich wollte den Polyport-Präfekten von seiner menschlichen Seite zeigen, die Verantwortung, die auf ihm lastet. ›Am Abgrund der Unsterblichkeit‹ bedeutet: Jede Entscheidung, die ein Unsterblicher wie Perry Rhodan trifft, führt ihn an den Abgrund. Ein Schritt in die falsche Richtung und er gefährdet das Leben von Menschen.«

Mal was für’n AustriaCon …

Es ist nicht so, dass ich wirklich »mal irgendwas zwischendurch« machen würde, aber diese Arbeit für den AustriaCon 2016, der im September 2016 in Wien stattfinden wird, und der im Verlag der Perry-Rhodan-FanZentrale (PRFZ) erscheinen wird, war fast so was wie »zwischendurch«. Und obwohl ich kein Perry-Rhodan-Fan mehr bin – schon lange nicht mehr –, haben mir die Storys, die ich da gelesen und durchkorrigiert sowie später layoutet habe, sehr gefallen. Anders gesagt: Der Schleifer kann schreiben. Aber die Fans wissen das eh.

Roman Schleifer
DER NOTRUF
und vier weitere STELLARIS-Storys
Perry Rhodan Edition AustriaCon 2016
Perry Rhodan FanZentrale e.V., August 2016, Paperback, 84 Seiten DIN A5

Anlässlich des AustriaCon 2016, der Zwanzigjahrfeier des PERRY-RHODAN-Stammtischs Wien ergänzt PR-STARDUST- und STELLARIS-Autor Roman Schleifer seine bislang elf STELLARIS-Geschichten aus der Erstauflage. In fünf Geschichten entführt er uns auf den terranischen Frachter STELLARIS, der seine Routen durch die Galaxis zieht.
In »Der Notruf« betritt er mit dem PR-Risszeichner Gregor Paulmann Neuland. Gemeinsam haben sie eine Kurzgeschichte und die Risszeichnung einer Space-Jet verknüpft und beides parallel erstellt. Die Risszeichnung beeinflusste die Story und umgekehrt, damit der Leser den Figuren aus der Geschichte in der Risszeichnung folgen kann.
In weiteren vier Geschichten bietet Roman Schleifer dem Fan eine Alternativstory zur offiziellen STELLARIS-Folge 41, schickt einen Versicherungsdetektiv auf Spurensuche, lüftet das Geheimnis eines Geistes und zeigt die Folgen einer verlorenen Wette.
Auch Hans-Jochen Badura, der Gewinner des AustriaCon-2016-Titelbildwettbewerbs ließ sich von der Story inspirieren und setzte eindrucksvoll eine Szene der Geschichte als Titelbild um.

QR|5 als neue Layoutherausforderung

Bis Ende September erscheint der fünfte Band von Die|QR|Edition unter dem Titel »neugierig:denken!« – Details zum Buch hier – und der p.machinery-Imprint hat ein bis 15.09.2016 gültiges Subkriptionsangebot zu bieten: Details dazu hier. Michael Weisser hat für dieses Buch zahlreiche Persönlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik interviewt, um Fragen zu künstlerisch-kreativem und non-linearem Denken beantwortet zu bekommen. Mit dabei sind auch Autoren wie Dirk C. Fleck, Herbert W. Franke und Uwe Post.

Für mich sind die Bücher der Die|QR|Edition immer schöne Herausforderungen bei der Layoutproduktion. Nicht nur, dass Michael Weisser immer recht konkrete Vorstellungen vom Buchlayout hat, die ich zugegebenermaßen so weit wie möglich zu erfüllen versuche – was oft genug gar nicht möglich ist –, auch das quadratische Format besitzt für mich immer einen besonderen Reiz. Im Falle des Bandes 5 wird das Layout Ähnlichkeiten mit dem des Bandes 4 haben – aber dennoch genügend Unterschiede aufweisen, damit es nicht langweilig wird. – Das Groblayout des 384 Seiten umfassenden Bandes 5 steht bereits; in den nächsten Tagen geht es an die Layoutfeinheiten, und dann gibt es noch eine ausführliche Layoutkontrolle durch Michael Weisser und durch mich.

Auf einem Bein kann man nicht stehen

Neben der von Ralf Boldt herausgegebenen Anthologie »Hauptsache gesund!«, die als AndroSF 57 bei meinem Verlag p.machinery erschienen ist, gibt es zum MediKonOne auch ein »Conbuch«. Das Werk erscheint mit seinen 156 Seiten im ungewöhnlichen Format 148 x 255 mm als ANDROMEDA SF MAGAZIN 154 des SFCD e.V. in einer Auflage von 700 Exemplaren: 350 Stück für den Con, 350 Stück für den Verein und seine Mitglieder. Das »Science-Fiction trifft Medizin« benannte Werk trägt ein Titelbild von Andreas Schwietzke.
(Unterhalb der Titelabbildung gibt es alle Daten gesammelt.)

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Keine Sicherheit, keine Gnade

Christopher Ecker
DER BAHNHOF VON PLÖN
Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale), 2016, Hardcover ohne Schutzumschlag, ISBN 978 3 95462 530 7

VORBEMERKUNG
Sind erst einmal die Sicherheiten geschwunden, weiß man, dann ist alles möglich, alles denkbar. Ein Zitat vom Buchrückseitentext. Und in der Tat: In der Regel lese ich Bücher, die ich nicht verstehe, nicht vollständig. Es hilft ja nichts. Allerdings sind die Gelegenheiten, da dies geschieht, selten. Noch seltener indes ist es, dass ich so ein Buch lese – und es mir gefällt.
Aber der Reihe nach …

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Ich bin ein Schwein

Ja. Das bin ich. Und ein Arschloch. Ein fieser, hinterfotziger Mistkerl. Und im Gegensatz zu vielen Menschen habe ich kein Problem damit. Ich kann nicht nur über mich lachen; ich kann mich auch selbst verurteilen. Kein Problem. Das Problem haben viele andere Menschen, denen ich damit die Luft aus den Segeln nehme. Wenn mir jemand ernsthaft – weil wir Zoff miteinander haben – sagt: »Du bist ein Riesenarschloch!«, antworte ich: »Hm. Ja. Und?« Die Frage ist eben, wem diese ausgesprochene Erkenntnis etwas bringt. Mir bringt sie nicht mehr Erkenntnis als zuvor, denn natürlich weiß ich, was ich bin.

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Irreführend

Naja, um ehrlich zu sein: Er könnte irreführend sein. Der Titel. Wenn man wollte. »Weltenbaumler«. Welten, die baumeln? Aber wenn man das Buch liest, wird schnell klar, dass es sich um den Weltenbaum handelt, Yggdrasil, um genau zu sein, denn der dritte Teil der schermschen »Nomadengott«-Trilogie spielt in Island, und da Seshmosis, der Schreiber und Prophet, ja eine eigene, wenn auch kleine Gottheit in der Welt repräsentiert, dreht sich die Handlung schwerpunktmäßig auch um die nordische Götterwelt. Ergo: Weltenbaum. Und die Weltenbaumler sind die, die zu denen gehören, für die der Weltenbaum Yggdrasil von Bedeutung ist.

Aber irreführend ist auch das Buch, das einmal das Ende dieser »Nomadengott«-Trilogie war. Oder ist. Noch ist. Es ist unbekannt, wie lange es das noch ist. Und ob es das nicht doch für alle Ewigkeiten bleiben wird. Man weiß es nicht. Wenn das vierte Buch, von dem der Autor standfest sagt, er arbeite daran – in welcher Form und welchem Umfang auch immer – dann erscheinen sollte (was nach dem Stand der Dinge in meinem Verlag p.machinery der Fall sein soll), dann war der Abschlussband der Trilogie kein Abschlussband keiner Trilogie, denn die Trilogie ist dann auch keine Trilogie mehr, sondern eine Tetralogie. Und wenn man möchte, hat die Tetralogie dann sogar zwei Abschlussbände. Einen, als sie noch Trilogie war, einen, als zur Tetralogie wurde.

Wo soll das enden? Wenn ich weiter so einen Unsinn verzapfe, vermutlich in der Anstalt. Deshalb hier nur noch das Titelbild und die Information, dass das Buch im Mai verfügbar sein wird. Weitere Details zum Buch finden sich hier.


Edit 22.06.2016: Dies ist, nebenbei bemerkt, der 1000. Beitrag in diesem Blog.