Keine Käfighaltung

Nein, hier geht’s vielmehr in die Natur. Zum Gassigang.

Hinten: Kim II., Prinzessin aus Ungarn; vorne: Naomi, Schmusemaus aus Griechenland.

Nachtrag 11.11.2020: Vermutlich ist es nicht nötig, das Foto zu kommentieren, aber schaden kann es auch nicht.
Der abgebildete Käfig ist kein Käfig, sondern eine sogenannte Box. Eine Hundebox. Sie sitzt in diesem Fall im Heck meines VW Passat. Eigentlich war sie für einen 3er BMW (Baujahr unbekannt) gedacht, passte aber perfekt in den Passat.
Im Vorgänger, dem Renault Laguna, hatte ich ein einfaches Gitter zwischen Kofferraum und Sitzbank. Das schien mir ausreichend. Und war es all die Jahre auch, in denen ein Hund mitgefahren ist. Im Passat gab es dergleichen nicht – und die Kosten für einen Einbau lagen bei 400 Euro (inkl. Gitter). Das war mir zu viel. Und: Die Box, die ich stattdessen in Peiting kaufte, kostete 500 Euro.
Und sie ist wirkungsvoller als so ein Gitter. Natürlich sorgt das Gitter dafür, dass ein Hund im Heck nicht nach vorne fliegen kann, wenn es zu einem Unfall – z. B. einem Auffahrunfall meinerseits – kommt. Aber der Hund ist da hinten völlig ungeschützt. Z. B. auch gegenüber Heckschäden, wenn ein anderer Autofahrer ins Heck oder in die hinteren Seiten fährt. Die Alubox hingegen ist sehr viel stabiler und bietet zusätzlichen Schutz bei Seiten- und Heckaufprallschäden.
Ursprünglich hatte die Box in der Mitte noch eine Trennwand, die ich jedoch bald entfernte, nachdem sich einerseits zeigte, dass die beiden Hundemädchen halt doch keine Yorkshires sind, und sie andererseits kein Problem damit hatten und haben, sich den am Ende doch begrenzten Raum zu teilen.

Vorteilhaft sind die beiden Türen im Umgang mit den Hunden, die nicht so einfach aus dem Auto springen können, wenn man das Ziel erreicht hat. Im – leider nicht mehr existierenden – Dacia Logan meiner Frau hatte die Box nur eine Tür, das erschien mir immer ein wenig risikoreich (obwohl die Mädels durchaus gut hören, aber man weiß ja nie, welche Reize einen am Zielort erwarten – da steht dann mal ein Reh am Waldrand des Parkplatzes …). Die Box aus dem Dacia steht noch in der Garage und wartet auf eine Unterkonstruktion im Nachfolger, dem Skoda Roomster. (Bei der Suche nach einem zur Box passenden Auto hat sich gezeigt, dass der Logan ein verdammt großes Auto ist. Selbst in meinen Passat passt die Box mit der einen Tür nicht rein.)

Einen Kritikpunkt könnte man bei der Box in meinem Passat anbringen. Durch die beiden Türen und die Mittelstange ist die Nutzung des Heckraumes eingeschränkt. So kaufe ich – allerdings auch aus Gewichtsgründen – ausschließlich Bier in 11er-Kästen. Oder Flensburger in 0,33er-Flaschen. Andere Kästen passen nicht durch die Öffnungen, und auch die Plastikklappkiste mit den übrigen Einkäufen landet regelmäßig auf der Rückbank. Aber ich denke, die Sicherheit meiner Hunde ist mir wichtiger …

Das hat man dann von seinem Couchtisch

Irgendwann sprachen wir darüber. Über einen Couchtisch. Für vorm Sofa. Da, wo der Hocker immer stand, der eigentlich zu meinem Ohrensessel im Arbeitszimmer gehört.
Anstatt dass ich die Chance gehabt hätte, das Möbel mit auszusuchen, kam Frau Haitel nach einer ihrer üblichen Einkaufstouren – die sich vor allem dadurch auszeichnen, dass sie stundenlang dauern – mit einem Couchtisch zurück. Ikea-Stil, was die Notwendigkeit des Zusammenbaus und die Qualität der Zeichnung anging.
Es war anstrengend, benötigte keine zwei Leute, wie angegeben, dauerte aber länger als die eine Stunde, die angegeben war.
Und jetzt steht der Couchtisch da, mit einer Decke darauf, damit die abgelegten Füße nicht zu hart liegen, und … ähm …

Genau das hat man nun davon:

Kim; sie mochte auch den Sesselhocker schon sehr gerne.

Chemie gegen Vorurteile

Ich hätte manchmal große Lust, Procter & Gamble (oder P&G, wie sie sich heute nennen) vor den Kadi zu zerren. Wegen Diskriminierung. Speziesismus, um genau zu sein. Da wurde schon so geworben (das war 2016):

Hundemief ade: Febreze Car bringt Wohlfühlduft in Ihr Auto!

Aktuell ist es der »Febreze 3volution Duftstecker«, für den geworben wird. Und immer geht es um Gerüche, die man selbst nicht (mehr) wahrnimmt, weil man »geruchsblind« ist, Dritte nehmen jedoch Gerüche war. Und immer wird unterstellt, dass Hunde dabei eine Rolle spielen. (Sinnigerweise sind es nie Katzen, deren Hinterlassenschaften im Katzenklo offensichtlich so gar keine olfaktorischen Erlebnisse bieten.)

Abgesehen davon, dass der Geruch eines gesunden Hundes maßgeblich von seiner Ernährung abhängig ist – wer Aldibillig, Lidlkostnix oder Pennyreichtauch verfüttert, kann einfach nicht mehr erwarten –, habe ich zwei wundervolle Geruchsbeispiele in meinem eigenen Haus. Und ich bin ganz sicher nicht »geruchsblind« – sieht man von den olfaktorischen Foltern meiner Gattin beim Abbrennen nicht zur Verbrennung gedachter Kräuter, getrockneter Tierteile und Chemikalien ab –, denn ich liebe es, meine Nase ins Fell meiner ungarischen Prinzessin Kim II. zu drücken und tief Luft zu holen. Wir hatten mal ein Angebot eingeholt, was es kosten würde, Kims Duft in ein Parfüm zu verwandeln; leider war das richtig, richtig teuer. Und selbst Naomi, die weniger wie ein Parfümfläschchen riecht, als vielmehr kernig, mit einem Hauch von Gras und einem Abgang frisch getrockneten Heus, ist ganz sicher kein Stinker.

Ja, klar, da kommt dann so ein Schlaumeier und labert was von »nassen Hunden, die aber doch stinken«. Siehe oben: Ernährung.

Auf jeden Fall sind die Werbekampagnen des Febreze-Herstellers indiskutabel und schlicht zu verurteilen. Zumal diese Produkte vermutlich pure Chemie sind. Und auch so stinken …

Durcheinander?

  • Gestern erfuhr ich durch Zufall, dass ich heute Vormittag einen Termin habe. Kimmischwimmi. Das sind Kims physiotherapeutische Schwimmrunden. Frau muss arbeiten, ich darf den Termin wahrnehmen. Zum Glück – oder auch nicht – gibt es keinen Gummianzug in meiner Größe (vor allem nicht mit meiner Schuhgröße 49), sodass die Physiotherapeutin das Schwimmen übernimmt. Und sehr gut macht. Kim ist beschäftigt, sie muss richtig arbeiten und ist hinterher fein ausgeruht. Feucht. Und fit. Aber ich glaube, sowas berichtete ich schon.
  • Vorher konnte ich ein Lektorat beenden. Erste Runde, Military SF. Von einer sittsam bekannten Autorin, die in Sachen Genre aber ziemlich flexibel ist. Nein, ich sag den Namen nicht. Sie hat über sechzig Bücher verfasst. Vielleicht kommt ihr von selbst drauf. – Das Lektorat ist noch nicht zu Ende. Und wird lustig. Oder auch nicht. Die Entscheidung, Gendern zu akzeptieren oder nicht, überlasse ich dem Verlag. Ich finde es in einem belletristischen Werk nicht richtig, aber im Zweifelsfall kann ich mehr als Kritik nicht anbringen. Ich bin nur der Lektor, nicht der Autor.
  • Mittagsgassi fiel wegen Kimmischwimmi aus. Auch für Naomi. Ohne Kim mit Naomi Gassi zu gehen, ist aussichtslos. Selbstquälerisch. Sie hat keinen Spaß dran. Ich auch nicht. Also fiel es aus.
  • Nach der Mail an die Autorin fiel ich irgendwie in ein Loch. Ich wusste nicht, womit ich weitermachen sollte.
  • Also sortierte ich Unterlagen. Zettelkram. Sachen, die noch zu erledigen waren. Der elende Papierhaufen, den ich letztens vom Schreibtisch in ein Regal verbannt habe. Wodurch er nicht kleiner wurde.
  • Dann versuchte ich, das Lexware-Formular für meine global:epropaganda auf die neue Version, die ich letztens erstellte, umzubauen. Erfolglos. Der Formularbereich, auf den die Makros zugreifen, lässt sich jedenfalls mal nicht einfach kopieren. (Hinterher wurde mir klar, dass das schon okay war; nur die Makros hätte ich auch kopieren müssen.)
  • Gassigang, große Runde. Ich war lange nicht mehr hinten über die Äcker gelaufen. Hinten heißt: Richtung Norden. Das ist Frauchens Territorium, wo sie jeden Morgen Freilauf zelebriert. Jeden Morgen die gleiche Strecke. Mich würde das irgendwann irremachen. Aber heute war das gut. Allerdings ohne Freilauf, weil mir Kims Gehopse den Rest gegeben hätte (längere Story, muss ich andermal erzählen). Die Sonne schien, es war recht warm, schön einfach.
  • Wieder daheim wurden die Hunde umgerüstet. Ein anderes Halsband für Kim. Dazu der Maulkorb, noch in meiner Hand. Und ab zum Tierarzt. Für Kim standen Routineimpfungen an. – Wir mussten eine Stunde warten, trotz Termin. Unsere Tierärztin kann sich über Kundschaft nicht beklagen. Kim schlug sich tapfer, wenn auch wie üblich: Maulkorb an, mit Widerstand rauf auf den Tisch, Kim festhalten, damit sie nicht abhaut. Die Azubine hörte nicht richtig zu und entkam Kims Zugriff gerade eben. (Wenn der Maulkorb »dicht« ist, ist er immer noch hart; und Kim ist nicht zimperlich, wenn sie sich wehrt.) Interessante Erkenntnis: Obwohl sie sich aufführt, als ginge es ihr ans Leben, ist ihr Herzschlag völlig normal. Typischer Fall von Rumzicken. »Bockig«, meinte die Tierärztin und entschuldigte sich unnötigerweise.
  • Daheim nervte Kim, indem sie ständig hinter mir herrannte. Erst als ich sie anschnauzte, gab sie Ruhe. (Und jetzt, da ich dies schreibe, liegt sie irgendwo und schläft.)
  • Am Ende gelang es mir doch noch, das global:epropaganda-Formular für die Lexware herzurichten. Wer das Layout sehen möchte, kann sich ja ein Angebot von mir machen lassen. Gehe dazu auf www.globalepropaganda.de und schau dir an, was ich so anbiete.

Ein einfacher Tag  

Letztens monierte ich die Fragmentierung eines Tages. Heute war die Struktur simpel:

    • 1 Lektorat
    • 2 Gassigänge
    • 1 Layout

Das Lektorat betraf ein neues Manuskript, das mich auch noch zwei, drei Tage – oder länger, das weiß man ja nie – beschäftigen wird. Ich bin mir noch nicht schlüssig, wie ich vorgehe. Zunächst habe ich mich zu einem nicht zu brutalen Lektorat entschieden, aber im Hinterkopf habe ich den Gedanken, da noch ein zweites, härteres Lektorat anzusetzen, weil der Text immer wieder sehr aufgeblasen wirkt, sehr redundant, erfüllt von für die Handlung nicht wichtigen Phrasen. Nicht immer, aber doch immer wieder. Ich werde mich nach dem ersten Lektorat und einer Rücksprache mit dem Autor entscheiden.

Die Gassigänge waren feucht und kühl. Der erste Gang im Ruheforst bei Ostenfeld war anstrengend und dauerte länger als erwartet. Aber den Hunden tut das genauso gut wie meinem Blutzuckerspiegel. Letzterer war leider nicht ganz so gut wie erhofft. Der zweite Gang ging hier in Winnert durch die sogenannte Siedlung, ein recht junger Ortsteil. Schmerzen im rechten Knie führten zu langsamem Schlendern, was Naomi zu schamlosem Dauerschnüffeln an wirklich jedem Büschelchen ausnutzte. Aber gut. Das ist ihre Leidenschaft. Ich gönne mir ja auch die meine, selbst dann, wenn Naomi das nicht mag. (Wobei ihr meine Leidenschaften de facto wurscht sind, sieht man von Gassigängen mit Schnüffelchancen ab.)

Das Layout war die Fortsetzung der Arbeiten an »KINDERGEFÄNGNIS und andere verlassene Orte«. Es geht voran. Es fehlen noch circa 30 Seiten für die erste Runde. Danach gibt’s die Fahnenkorrektur inklusive Behebung von Layoutfehlerchen.

Heute ist Montag. Das Fernsehprogramm steht also fest: »Inspector Barnaby«. Wir haben wohl alle Folgen inzwischen drei, vier, sechs Mal oder häufiger gesehen. Wir haben irgendwann aufgehört zu zählen. Aber montags muss das sein.