Abwesend aufm ElsterCon

Mit zunehmendem Alter werde ich wohl auch ein wenig wunderlich. Vielleicht zickig. Für mich ist das okay. Immerhin.
Was ich damit meine, ist, dass ich jetzt, wo ich im hohen Norden wohne, Probleme sehe, noch auf Cons zu fahren. Dazu gibt es verschiedene Gründe.
Zum einen musste ich überrascht feststellen, dass Husum verdammt viel weiter vom Schuss ist, als seinerzeit Murnau im Süden Bayerns. Von Murnau nach München waren es 75, 80, 85 Kilometer, je nachdem, wohin man wollte. Würde ich heute Dirk Fleck in Hamburg besuchen wollen, wären das an die zwei Stunden Fahrt und mindestens 133 Kilometer. Kiel liegt natürlich näher, ist aber mit München nicht annähernd zu vergleichen (sorry, Kiel).
Zum zweiten sind da die beiden Hundemädchen. Frau arbeitet, nicht immer, nicht regelmäßig, aber wegen ihrer Profession als an der Wellness orientierte Kosmetikerin in einem Hotel-Spa vorzugsweise auch am Wochenende. Und das sind keine zwei, drei Stunden, die sie da außer Haus ist – sondern der ganze Tag. Mit Fahrzeit und allem gerne und nicht selten 9, 10 Stunden. So lange will ich die Hundemädels nicht allein lassen. Und mitnehmen ist so eine Sache. Das geht nicht überall hin – und genau das war auch schon Grund für Boykotte. Als ich noch Mitglied bei FOLLOW war, bin ich nicht mehr auf die Feste der Fantasie gefahren, weil Hunde nicht erlaubt waren; Kinder waren es sehr wohl, aber selbstredend ist das was ganz anderes. Sagten die Veranstalter.
Und letztlich bin ich vielleicht auch einfach nur faul geworden. Ich weiß nicht, ab welchem Alter man sich das rechtlich einwandfrei erlauben kann. Ich für meinen Teil fühle mich so, dass ich davon ausgehe, das ich das heute tun darf.

Der ElsterCon, der sowieso seuchenbedingten Einschränkungen unterworfen war, musste jedenfalls ohne mich auskommen. Frau war auf einem Seminar, die Fahrt hätte leicht 6 Stunden gedauert, eine Unterkunft hatte ich gar nicht erst gesucht, wegen der Hunde gar nicht erst gefragt.
Problematisch war dabei, dass mir offiziell der Kurd-Laßwitz-Preis für meine langjährigen Leistungen verliehen werden sollte. Aber in der heutigen Zeit gibt es ja Alternativen. Ich hatte Udo Klotz ein Video versprochen:

Der Weg dahin war überraschend mühsam. Es war klar, dass Equipment und Machart weit von jeglicher Professionalität entfernt wären, aber darauf kam es wohl auch nicht an. Aber ich war überrascht, wie schwer es mir fiel, alleine vor einer Kamera einen Text zu sprechen, den ich noch dazu vorgeschrieben habe, zwar nicht ablas, aber eigentlich »konnte«. Ich war nicht unvorbereitet – und das war das Problem, das dazu beitrug, dass ich das Video lange vor mir herschob. Am Ende habe ich es dann doch hinbekommen – aber ich denke immer noch, dass es mir live, vor Publikum, aus dem Stegreif gesprochen, leichter gefallen wäre.
Sehr seltsam.
Oder auch nicht. Während meiner lange zurückliegenden Unteroffiziersausbildung hatte ich auch Unterweisungen im Umgang mit Untergebenen, und dazu gehörte auch – nicht zuletzt wegen unseres »Fachgebietes« –, vor Untergebenen selbst Unterweisungen durchzuführen, sprich: vor Publikum aufzutreten.

Hundehalter, Waldkacker und Radlerhonks

Mittagsgassi. Es sah nach Sonne und Wärme aus. Also gedachte ich, in den Wald zu fahren. Lehmsiek. Immer eine gute Ecke. Und gedacht, getan. Zunächst war es allerdings gar nicht so warm. 16 Grad, in der Sonne etwas mehr. Aber es ging auch im T-Shirt.
Unser Parkplatz – hier – ist inzwischen Standard. Man ist schon im Wald, der Fahrweg ist geschottert, nicht mehr asphaltiert.

Gerade, als wir losgingen, kam aus der Seitenstraße rechts eine Frau auf einem Fahrrad mit zwei Hunden. Beide liefen unangeleint, sie nahm den einen an die Leine. Ich ließ meine Mädels sitzen, die Passage verlief unproblematisch, sieht man davon ab, dass Naomi einen ihrer »Gesänge«, die sie für solche Gelegenheiten auf Lager hatte, abließ. (»Gesänge« ist eine Hilfsumschreibung für etwas eigentlich Unbeschreibliches: Jaulen, Brummeln, kleine Wuffer, eine Bandbreite von mehreren Oktaven – wenn man es nicht selbst hört, kann man sich nichts darunter vorstellen.)
Wir folgten dem Trio in die gleiche Richtung. Naomi nahm – wie immer bei Hunden, die vor ihr hergelaufen waren – Witterung und Spur auf und zog wie Hechtsuppe. Wie üblich, wie gesagt. Ein Stück später bogen wir dann links in den Wald ab – hier.

An einer »Kreuzung« gab es eine Bank, auf der eine Tussi saß. Neben ihr stand ein Fahrrad. Und ich glaubte, irgendwo einen Hund gehört zu haben, sah aber nichts. Die Tussi reagierte auf das landestypische »Moin« mit einem dummen Gesicht, ansonsten schweigsam. Und starrte uns hinterher, wie wir unseren Weg fortsetzten, alle zwei bis drei Meter unterbrochen von Naomis Schnüffelattacken.
Den folgenden Weg gingen wir zum ersten Mal, er war gut erkennbar, aber nicht sonderlich befestigt. Zwischendrin gab es eine merkwürdige Attraktion – die wie eine Art Thron aussah und mit Absperrband umwickelt war – und später noch eine, die aus einem Baumstumpf mit einer Art Schubladen aus unterschiedlichen Holzarten bestand: Bildung im Wald.
An seinem Ende gab es so etwas wie einen Waldkindergarten, jedenfalls trieben sich da ein paar Frauen und Kinder herum. Dort trafen wir die Frau mit den beiden Hunden wieder. Die zwei waren angeleint und ohne Ansprache, sodass sie bellten und jaulten, um Frauchen mitzuteilen, was sie an Besonderem in der Umgebung festgestellt haben. Frauchen juckte das nicht. Der Klönschnack war wichtiger.

Dieser Wegweiser:

befand sich hier. Der Richtungshinweis zum Wilden Moor kam mir zunächst komisch vor, später wurde mir allerdings bewusst, wo ich mich befand und dass die Richtungsangabe völlig korrekt ist.

Zwischen dem vorherigen und diesem Wegweiser:

passierte uns die Fahrradfahrerin mit den beiden Hunden. Ich ließ meine Mädels wieder sitzen, aber diesmal hatte die Radlerin wohl ihre Intelligenz und Vernunft unterwegs verloren, denn beide ihrer Hunde liefen frei. Mit der fast logischen Folge, dass der Hund, der bei der ersten Begegnung angeleint war, auf Naomi zukam und diese vorging. Es gab keine Auseinandersetzung, aber alleine die Tatsache, dass mir Naomi mit ihrer Bewegung die raue Leine ein Stück durch die Hand riss, war Anlass für einen saftigen Fluch. Denn – so leid es mir tut – dieser Akt der Dummheit war schlicht und ergreifend unfreundlich.

Die weißen Hinweisschilder mit der schwarzen Schrift findet man in der Gegend um das Wilde Moor überall. Sie zeigen die Wege für Radler und Reiter an, dazu Entfernungen zu bestimmten Orten. Wirklich falsch finde ich hier die Richtungsangabe nach Winnert – ich würde die andere Richtung nehmen –, aber vielleicht liegt das auch daran, dass ich kein Reiter bin.

Am Ende war der Gassigang in Ordnung. Er kostete mich – als Diabetiker – eine ordentliche Menge Blutzucker, sparte also Insulin, die Hunde hatten ihre Bewegung.
Geärgert habe ich mich trotzdem. Nicht nur über die Radlerin mit ihren Hunden – die natürlich nichts für Frauchens Dummheit konnten –, sondern auch über die zahllosen – es waren sechs Stück –, an den unglaublichsten Stellen parkenden ScheißUV – die Leute fahren echt mit dem Auto zum Kacken in den Wald! –, den fahrenden Pkw, der seinen Kackplatz noch nicht gefunden hatte, und die beiden Radler, die es partout nicht schafften, nebeneinander zu fahren, um zu zeigen, dass ihnen der § 1 der StVO bekannt ist.

Erledigungsmeldungen

  • Der erste Buchblock – traditionell zur Fahnenkorrektur bestimmt – der Anthologie »Das Alien tanzt Walzer« ist fertig und wurde heute an Ellen Norten, die Herausgeberin, zur Begutachtung – und gerne auch Fehlerauffindung – gemailt. Das war das Buch, das ich letztens »aus lauter Verzweiflung« zu layouten begonnen habe.
  • »AntiquaRiot 2«, mein Beitrag zur FAN 130, ist auch fertig, an den OH gemailt, ausgedruckt und für die Post vorbereitet.
  • Meine Frau hat mir ja wieder nichts erzählt. Deshalb war mein erster Alleintermin bei der Hundephysio Andrea eine Überraschung. Einen Gummianzug in meiner Größe für den Pool gibt es nicht – aber Andrea erwartet auch nicht zwingend, dass die Kunden mit dem Hund ins Wasser gehen. Sie macht das auch. Das allerdings ist echte Arbeit für Kim gewesen – denn Frauchen mit ihrem Laissez-faire- und Spieltriebbefriedigungsstil ist halt doch eine andere Hausnummer. Bei Andrea wird richtig gearbeitet. Und Kim hat das wie immer toll gemacht.
  • Morgen ist ScanDay.
  • Und ich hoffe, der Telekomiker, der hoffentlich morgen auch wirklich erscheint, findet den Fehler, der mir die Geschäftsbeziehung zu Vodafone derzeit ziemlich verdirbt. Aber das ist keine Geschichte für heute.

Gespräch im Walde

Der Lehmsiek bei Schwabstedt ist ein schönes Waldstück mit reichhaltigen Spazierwegen. Ich bin derzeit dabei, mir Weg für Weg zu erschließen. Das waldreiche Areal hat bei hohen Temperaturen und prallem Sonnenschein einen großen Vorteil für meine beiden schwarzen Hundemädchen: Es ist schattig. Sehr angenehm.
Angenehm ist auch, dass die Gegend schön ruhig ist. Die nächstgelegene Fahrstraße ist eine Nebenstraße der L38, die irgendwohin führt, wo kaum jemand hin will. Hollbüllhuus, Fresendelf. Nach den bisherigen Erfahrungen mit dem eher langweiligen Wald zwischen Winnert und Ostenfeld sowie dem Ruheforst zwischen Ostenfeld und Rott muss ich feststellen, dass der Lehmsiek die beste Lokation der drei Wäldchen ist.

Heute hatten wir dann eine nette Begegnung. Wir waren schon auf dem Rückweg, als ich zwischen den Bäumen Menschen gewahrte. Und dann kam ein schwarzer Hund auf uns zu, nicht angeleint. Man rief mir zu, ich könnte meine loslassen, er – der fremde Hund – sei vollständig sozialisiert. Was sich auch bewahrheitete. (Leider dürfen meine beiden Damen im Wald nicht ohne GPS-Tracker laufen, weil sie gerne ihrer Jagdleidenschaft frönen; und Kim fand schon in Bayern Wälder toll für stundenlange Exkursionen.)
Der Hund mit Namen Paul war jedenfalls ein Labrador-Bordercollie-Mix (mit einem eindeutig dominanten Labrador-Gen-Set), ein Rüde, ein hübscher Kerl, der gut zu meinen beiden Mädchen gepasst hätte. Und es gab auch keinen Stress zwischen den drei Hunden.
Pauls Herrchen und Frauchen hatten meinen Passat – immer noch mit Garmischer Kennzeichen – gesehen und nicht nur den, sondern auch die »Gendern – nein danke«-Aufkleber, die ausgesprochen positiv aufgenommen wurden. So kamen wir ins Gespräch und unterhielten uns über den Umgang mit der deutschen Sprache, die derzeit in Deutschland vor allem von Politik und Verwaltungen, von Medien und den überall auftretenden Unbelehrbaren systematisch beschädigt wird. Wir sprachen über Facebook, ein wenig über Politik, über dies und das.
Ein Biergarten wäre an der Stelle praktisch gewesen, ging mir später durch den Kopf.

Nerverl

Einmal am Tag dürfen die beiden Mädels frei laufen, das heißt: ohne Leine. Sie tragen dann GPS-Tracker am Körper, obwohl der letzte wirkliche Bedarf noch in Bayern auftrat; hier in Nordfriesland ist es offensichtlich zu ungünstig, stundenlang in irgendeinem Wald … ähm, ja, es liegt daran, dass die Wälder ein wenig rarer gesät sind.
Normalerweise macht den Freilauf Frauchen während des morgendlichen Gassigangs. Es geht Richtung Norden aus Winnert raus, gleich zwei, drei Häuser weiter geht es in die Felder. Dort dürfen sie laufen.
Wenn ich den Freilauf zu bewältigen habe, geschieht dies meist mittags. Gewohnheit. Oder so.

Hinten: Kim, das Nerverl; vorne: Naomi, damals noch mit Punkfrisur <3

Naomi läuft meist hinter mir. Schnüffelt viel, was sie sowieso tut. Nutzt die Gelegenheit, nicht ständig weitergezogen zu werden, weil sie zu lange schnüffelt und Kim sich langweilt, während sie warten muss. Ab und zu läuft sie auch vornweg, dann sprintet sie kurz, bleibt schlagartig stehen – Vollbremsung – und schnüffelt.
Und Kim?

Früher sie vorneweg gelaufen und hat erst an einem der Punkte angehalten, an denen es normalerweise ein Leckerli gibt. Sie hat nicht nur ein ausgezeichnetes Gedächtnis dafür; auf neuen Strecken – auch ohne Freilauf – interpretiert sie Einmündungen und Kreuzungen durchaus korrekt als denkbaren Leckerlipunkt. Wie auch immer –
Gestern hat sie Nerverl gespielt. Sie ist drei, vier Meter vorausgelaufen, stehen geblieben, hat gewartet, bis ich bei ihr war, ist dann seitwärts vor mir her gehüpft, während sie mich ununterbrochen anblickte, bis ich mit den Händen winkte oder »Geh!« sagte oder »Es gibt nichts!« oder etwas in der Art. Das hat dann allerdings wieder nur für drei, vier Meter gereicht – und das Spielchen ging von vorne los.
Am Ende hat’s mir dann gereicht. Und den Rückweg hat sie zurückgelegt wie immer: vorausgelaufen, bis zum Leckerlipunkt – einen hat sie sogar ausgelassen, ui! – und fertig.

Nerverl.
So ein Gassigang ist anstrengend.
Sowieso, weil ich ganz anders laufe als mit den Hunden an den Leinen.
Und dann dieses ständige »Geh! Geh! Geh!«
Aber was will ich machen? Wie sie vor mir herhüpft, das sieht schon lustig aus.
Und lieb habe ich sie ja sowieso –

P.S.: »Nerverl« kommt aus dem bayerischen Lautuniversum und ist eine Verniedlichung von »Nervensäge«, ohne diesen Begriff wirklich repräsentieren zu wollen. Ein Nerverl ist etwas oder jemand, der einen vielleicht mal nervt, den man aber inniglich lieb hat. Oder so ähnlich.

Nicht die Hunde sind die Deppen, aber die Dummen

Lehmsiek. Gehört zu Schwabstedt. Ein paar Häuser, eine Biogasanlage. Und zwei, drei nette Wege, mit den Hunden zu laufen.
Mittags steht am Wegesrand ein Kleinwagen. Vom Format eines Skoda Fabia. Rechts steht er. Ich gehe mit den beiden Hundemädels auf den stehenden Wagen zu. Die Mädels an der Leine, wie es sich gehört.
Uns kommt eine Frau mit fünf Hunden entgegen. Von denen sind nur zwei angeleint. Sie nähert sich dem Wagen von der anderen Seite. Ich wechsle meine Mädels auf die Seite links von mir.
Die Frau greift sich drei der Hunde – die beiden mit der Leine, einen am Halsband – und geht in die Zufahrt zu einem Maisfeld. Eben ein, zwei Meter vom eigentlichen Weg weg. Zwei andere der Hunde bleiben auf dem Weg stehen. Still, aufmerksam, ein wenig neugierig. Eindeutig nicht aggressiv.
Die Frau ruft einen der Hunde ständig mit dem Namen – den ich nicht verstanden habe – und dem Befehl »Sitz!«. Was den Hund – der eine ist schwarz-weiß, der andere weiß und struppig –, welcher von beiden es auch immer ist, nicht interessiert.
Ich gehe mit meinen Mädels an den beiden vorbei. Alles gut. Sie schauen, rühren sich ansonsten nicht. Der Struppige wendet sich ab und schnuppert an einem Büschel.
Als wir vorbei sind, nach zwei, drei Metern, dreht sich Naomi um, schaut in die Richtung der beiden Hunde auf dem Weg und reckt die Nase in deren Richtung. Die Frau meint, wir sollen doch weitergehen, sie wäre dann sowieso gleich an ihrem Wagen gewesen.
Dem Kleinwagen. Fünf Hunde in der Klasse 15 bis 20 kg in einem Skoda Fabia.

Am Ende ärgere ich mich, auch noch ein »Sorry« von mir gegeben zu haben. Wofür habe ich um Entschuldigung gebeten? Für die Unfähigkeit der Frau, fünf Hunde unter Kontrolle zu halten – von denen zwei sowieso nichts gemacht haben? (Und die anderen haben auch erst gebellt, als es ins Auto ging …) Oder für den Schwachsinn, fünf Hunde in so ein winziges Auto zu pferchen? (Meine beiden Mädels sind auch von so einem Format und haben es in meinem VW Passat sehr bequem; ein dritter Hund passt da aber schon nicht mehr hinein.)

Es ist bekannt, dass nie der Hund das Problem ist, sondern immer das Ding am anderen Ende der Leine. Wenn überhaupt eine Leine vorhanden ist (aber auch ohne gilt das wohl). Es ist auch bekannt, dass immer dann, wenn irgendwas passiert, nicht der Depp an der Leine der Dumme ist, sondern immer der Hund.

Kleines Festmahl

Unsere Hunde werden ganz sicher gut ernährt. Zeitweise zu gut – dann sind sie ein wenig zu schwer. Wenn sie sich der 22-kg-Grenze nähern, geht ein rotes Licht an. Dann werden Leckerlis rationiert und es gibt abends nur noch Nassfutter.

Derzeit liegen sie gut im Rennen. Naomi, die Griechin und gleichzeitig etwas Größere der beiden, hat weniger als 21 kg. Das ist okay.

Kim allerdings macht uns gerade Sorgen. Sie lag zuletzt mit 18,9 kg sogar unter unserem Limit von 19 kg – und wir haben irgendwie den Eindruck, dass sie immer noch abnimmt. Bei nächster Gelegenheit ist das bei unserer Tierärztin zu überprüfen. Geht fix – muss nur zu den Öffnungszeiten der Praxis passieren, und das ist mittags schon mal schwierig.

Naomi & Kim

Naomi (links), Kim (rechts)

Heute gab es jedoch ein kleines Festmahl. Nebst dem Nassfutter (400 g Huhn in der Seniorversion für Kim, 400 g Pute für Naomi) und diversen Ingredienzien (Kräutermischungen für die Gelenke, für ein schönes Fell usw., ganz natürlich, nix Chemisches), dazu das aktuelle Medikament für Kims Gelenkentzündung (vorne links, dank Prednisolon im Abklingen begriffen), gab es heute auch je drei gehäufte Esslöffel Kartoffelpulver, das mit Wasser verdickt wird und dann die Konsistenz von Kartoffelbrei hat.

Ob den Mädels auffällt, dass da was Besonderes aufgetischt wurde, kann man nicht feststellen. Sie stürzen sich mit der gleichen Begeisterung und dem gleichen Heißhunger auf alle Futternäpfe um ihre Zeit. Und solange nichts übrig bleibt, sind die beiden auf jeden Fall mal nicht ernsthaft krank.

Grafenkübel

Ich lästere gerne über Grafenaschau, einen Ort, den es so eigentlich gar nicht gibt. Die Gemeinde heißt eigentlich Schwaigen, und Grafenaschau ist nur ein Ortsteil, wenn auch – zugegeben – der wohl flächenmäßig größte. Der Ort ist recht ruhig gelegen, es gibt Durchgangsverkehr nur von Leuten, die Schilder ignorieren (was einen zu der Vermutung verleiten könnte, dass die Hölle auf der Verbindungsstraße zwischen Murnau-Westried und Eschenlohe los ist, weil ja heutzutage Logolegasthenie am Lenkrad vorzuherrschen scheint), die Leute, die ihre Autos nicht in Garagen parken, parken Fußgängerwege zu (weil der 40-Tonner-Verkehr so dicht ist; der letzte durchfahrende 40-Tonner steht im Schulgeschichtsbuch von 1972), und ansonsten sind die Häuser nobel, gepflegt und die Anwohner wohl sehr kostenbewusst (neudeutsch für »geizig«).

Bis zu meiner überraschenden Entdeckung am 30.11.2016 gab es in Grafenaschau – wenn überhaupt – nur die illegalen Schilder »Kacken verboten«, den rot durchgestrichenen Hund in eindeutiger Stellung. Für mehr gedachten die Grafenaschauer wohl kein Geld ausgeben zu wollen. Und umso überraschter war ich dann doch über diesen Anblick:

Das Foto von Ende November 2016 ist mir gestern wieder eingefallen, als ich den Kübel wieder vorfinden durfte: voll, mit einem dicken Müllbeutel oben drauf. Leider hatte ich mein Smartphone nicht am Mann <muff>.

Vernünftige Sau

Die Wortwahl, jemanden als »dumme Sau« zu bezeichnen, ist eine Beleidigung für jedes weibliche Schwein. Denn Schweine sind intelligent, sehr intelligent. Trotzdem hat sich die Wortwahl gegenüber Menschen durchgesetzt und hat nicht selten eine Berechtigung.

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Erinnerungen: Mein erster Hund

Eigentlich war mein erster Hund gar nicht mein Hund. Anke, meine spätere dritte Frau, brachte das Hundemädchen Kim – heute Kim I. genannt, weil sie bekanntermaßen eine Nachfolgerin hat – mit in die Beziehung. Auf Umwegen. Anke war alleinerziehend mit einem nicht unanstrengenden Kind und gab den Hund ihrem Ex-Mann, der sie wieder weitergab. Und irgendwann stellte sich heraus, dass Kim I. kein Zuhause mehr haben würde, weil ihre Pflegemutter umziehen musste und mit X Katzen und Y Hunden keine Wohnung finden würde. Wir wohnten damals in Pfaffenhofen an der Ilm und klärten die Sachlage mit dem Makler unseres Vermieters (der war ein Arsch, mit dem man nicht reden musste, weil er eh zu allem Nein sagte). Und Kim I. war bei uns.

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