Vernünftige Sau

Die Wortwahl, jemanden als »dumme Sau« zu bezeichnen, ist eine Beleidigung für jedes weibliche Schwein. Denn Schweine sind intelligent, sehr intelligent. Trotzdem hat sich die Wortwahl gegenüber Menschen durchgesetzt und hat nicht selten eine Berechtigung.

Unser Mittagsgang am 24.09. führte uns nach Seehausen, ein Nachbarort von Murnau am Staffelsee. Ich parkte vor dem Bauhof und danach stromerten wir durch den recht dörflichen Ort Richtung Staffelsee.
Irgendwo machte Naomi ein Häufchen – und ich erschrak. Den letzten Beutel hatte ich am Vorabend verbraucht. Aber ich dachte nach und erinnerte mich, wo ein Beutelspender stehen musste, auch wenn in Seehausen ein ähnlich hundefeindliches Klima herrschte, wie in anderen Orten des Landkreises auch (in Seehausen erkennbar hier vor allem an den allerorten gegenwärtigen Hundeanleinverpflichtungsbeschilderungen, die ich eigentlich immer gerne durch eine Gemeindebeamtenindenarschfickverpflichtungsschilder ersetzen würde – andererseits … will man das wirklich machen müssen? <grusel>).
Ich kehrte also mit den beiden Hunden um, runter zur Anlegestelle der MS Seehausen. Dort, am diesseitigen Ende des Georg-Lindner-Weges, stand ein Abfallbehälter und ein Tütenspender, wusste ich.
Das Wetter war schön, es war viel los – und natürlich durfte der tumbe, des Lesens von Verkehrszeichen nicht fähige Radfahrer nicht fehlen. Während er eine meiner Hündinnen – Kim, um genau zu sein – mit seinem Mountainbike anrempelte, wies ich ihn darauf hin, dass es sich bei dem Weg nicht um einen Radlweg handeln würde.
Was ich wolle, war seine Frage.
Es handle sich nicht um einen Radlweg, wiederholte ich.
Das müsse ich ihm nicht erzählen, antwortete er.
Da du aber offensichtlich keine Schilder lesen kannst …, entgegnete ich.
Er wurde pampig, hielt an, stieg ab. Ob ich das diskutieren wolle.
Ich kann auch die Hunde loslassen, schlug ich vor.
Dann zeige ich dich an –
Und während ich noch sagen wollte, dass ihm bis dahin einer der Hunde etwas aus seinem Dreckskorpus gebissen hätte, beugte ich mich nach unten, um scheinbar nach Kims Halsband zu greifen.

Die Geschwindigkeit, mit der er verschwand, bewies mir nicht nur die Intelligenz von Schweinen. Selbst Radfahrer verfügen offensichtlich doch über einen Rest an Vernunft.

P.S.: Nicht, dass Kim ihn gebissen hätte. Meine beiden Hündinnen haben Geschmack. Die beißen nicht in jeden Scheiß.

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